(19)
(11) EP 2 841 371 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
28.09.2016  Patentblatt  2016/39

(21) Anmeldenummer: 13724727.6

(22) Anmeldetag:  25.04.2013
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65H 45/04(2006.01)
B65H 45/12(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2013/001243
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2013/159927 (31.10.2013 Gazette  2013/44)

(54)

VORRICHTUNG UND VERFAHREN ZUM FALTEN VON FALTBAREN ZUSCHNITTEN

DEVICE AND METHOD FOR FOLDING FOLDABLE BLANKS

DISPOSITIF ET PROCÉDÉ DESTINÉS À PLIER DES PIÈCES DÉCOUPÉES PLIABLES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 27.04.2012 DE 102012207126

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
04.03.2015  Patentblatt  2015/10

(73) Patentinhaber: Winkler + Dünnebier GmbH
56564 Neuwied (DE)

(72) Erfinder:
  • KLOFT, Antonius
    56244 Hahn am See (DE)

(74) Vertreter: Walkenhorst, Andreas 
Tergau & Walkenhorst Patentanwälte - Rechtsanwälte Eschersheimer Landstrasse 105-107
60322 Frankfurt
60322 Frankfurt (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A2-2012/080870
US-A- 3 166 996
DE-A1- 10 024 298
US-A- 3 593 486
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Falten von faltbaren Zuschnitten, insbesondere Briefumschlägen, umfassend ein Transportband zum Transport der Zuschnitte und einen Faltzylinder zur Aufnahme eines ersten Bereiches eines Zuschnitts vom Transportband. Des Weiteren bezieht sie sich auf ein Verfahren zum Falten eines faltbaren Zuschnitts mit den Verfahrensschritten.

    [0002] Die Faltung von Zuschnitten, insbesondere bei der Herstellung von Briefumschlägen, geschieht mittlerweile vollautomatisch durch entsprechende Anlagen. Dabei werden hohe Anforderungen an die Vorrichtungen gestellt, da einerseits hohe Stückzahlen gefordert werden und andererseits aber auch ein sauberer und positionsgenauer Falz gewünscht wird.

    [0003] Aus der Druckschrift WO 99/47348 ist beispielsweise eine derartige Anlage bekannt, die mit hoher Geschwindigkeit Papierzuschnitte quer zur Transportrichtung falten kann. Dazu ist ein Walzensystem vorgesehen, das eine Transportwalze und eine Faltwalze zur Aufnahme des zu faltenden Bereichs des Papierzuschnitts umfasst. Die Faltwalze nimmt dabei die Vorderkante des Papierzuschnitts auf, der entlang der Transportwalze transportiert wird. Der restliche Bereich des Papierzuschnitts wird dann durch die Drehbewegung der Transportwalze unter der Vorderkante durchgeführt, wodurch sich ein Falz quer zur Transportrichtung ausbildet. Der so gefaltete Papierzuschnitt kann dann in nachfolgenden Verfahrensschritten weiter bearbeitet werden.

    [0004] Mit zunehmender Automatisierung der Faltvorgänge bestand der Bedarf, dass während der Faltung der Briefumschläge auch das zu verpackende Gut, also der zu verschickende Inhalt der Briefumschläge, bereits zugeführt wurde oder wird. Somit ist nach dem vollständigen Faltprozess nicht nur der Briefumschlag gefaltet worden und muss in einem nachgeschalteten Füllungsprozess befüllt und dann verschlossen werden, sondern der Briefumschlag ist nach dem Faltprozess bereits vollständig befüllt. Nachfolgende Verfahrensschritte zum Befüllen des Umschlages können somit vermieden werden.

    [0005] In der Druckschrift US 3,593,486 ist eine derartige Anlage dargestellt, in der der Umschlag während der Faltung bereits befüllt wird. Auch hier umfasst die Anlage wieder ein Walzensystem mit einer Transportwalze für den Umschlag. Die Vorderkante des Papierzuschnitts wird auch hier wieder angehoben, diesmal allerdings nur über ein Überdrucksystem in der Transportwalze. Während der Faltung wird nun das zu verschickende Gut beigefügt, in dem es schräg zur Transportrichtung auf den Falz geschoben wird. Eine anschließende Walze faltet dann die angehobene Bodenklappe des Papierschnitts auf das Gut und die Vorderwand des Briefumschlages.

    [0006] Nachteilig bei diesem System ist insbesondere der Ort der Zuführung des zu verpackenden Gutes. Aufgrund der Zuführung des zu verpackenden Gutes während des Faltprozesses muss auf einen Faltzylinder verzichtet werden, da der nur begrenzt zur Verfügung stehende Platz in der Anlage für die Zuführeinheit benötigt wird. Auch ist somit nur eine Zuführeinheit möglich, sodass die getrennte Zuführung von beispielsweise einem Anschreiben und zusätzlichen Informationsflyern nicht möglich ist. Auch die gezielte Zuführung des Gutes auf bzw. gegen den Falz führt dazu, dass der Falz während des Faltvorgangs belastet wird, was zu einer Beschädigung oder auch Verschiebung des Falzes (bei ungleicher Belastung durch das zugeführte Material) führen kann.

    [0007] Aus der US 3,166,996 ist eine Vorrichtung zum Falten von faltbaren Zuschnitten mit einem Transportmittel zum Transport der Zuschnitte und mit einem Faltzylinder zur Aufnahme eines ersten Bereichs eines Zuschnitts vom Transportmittel bekannt. Ein Transportband als Transportmittel ist dabei jedoch nicht vorgesehen. Demgegenüber ist aus der DE 100 24 298 A1 eine Vorrichtung zum Transport von Briefhüllenzuschnitten bekannt, bei der eine Faltung der Seitenklappen der Briefumschläge erfolgt.

    [0008] Des Weiteren ist aus der nicht vorveröffentlichten WO 2012/080870 A2 eine Faltvorrichtung zum Falten von Windeln bekannt, bei der die zu faltende Windel vorübergehend mit einem Teilbereich an einer Faltwalze angesaugt und dort fixiert wird.

    [0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren anzugeben, in dem bei hohen Stückzahlen Zuschnitte, insbesondere für Briefumschläge, mit und ohne zu verpackendem Gut sauber und genau gefaltet werden können.

    [0010] Bezüglich der Vorrichtung wird diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst, indem das Transportband mit einer Anzahl von Saugöffnungen versehen ist, die in einer Anzahl von Reihen und derart angeordnet sind, dass sie mit einer ihnen zugeordneten Unterdruckeinheit zumindest während der Faltung einen zweiten Bereich des Faltrohlings am Transportband halten. Bezüglich des Verfahrens wird diese Aufgabe erfindungsgemäß mit den folgenden Verfahrensschritten gelöst:
    • Transportieren des Zuschnitts in eine Transportrichtung x durch ein Transportband,
    • Halten eines zweiten Bereiches des Zuschnitts auf dem Transportband durch eine Ansaugvorrichtung über eine Anzahl von in Reihen angeordneten Saugöffnungen,
    • Aufnehmen eines ersten Bereiches des Zuschnitts, der in Transportrichtung x vordem zweiten Bereich liegt, durch einen Faltzylinder,
    • Faltung des Zuschnitts, indem der zweite Bereich in Transportrichtung x weiter und unter dem ersten Bereich geführt wird,
    • Ablage des ersten Bereichs auf dem zweiten Bereich durch Freigabe des ersten Bereichs durch den Faltzylinder.


    [0011] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

    [0012] Die Erfindung geht von der Überlegung aus, dass die Zuführung des zu verpackenden Gutes bevorzugt vor der Faltung des Zuschnittes erfolgen sollte, so dass die vorgelagerte Zuführeinheit unabhängig von der Faltvorrichtung konzipiert und gestaltet werden kann, damit auf einfachste Art und Weise auch mehrere Beigaben zusammen verpackt werden können und auch damit die Zuführeinheit den Faltprozess nicht stört, beeinträchtigt oder anderweitig, beispielsweise durch benötigten Raum, beeinflusst. Eine positionsgenaue Zuführung von zu verpackendem Gut und dem Umschlagsrohling bzw. Papierzuschnitt ist insbesondere dann möglich, wenn der Zuschnitt keine Kreisbewegung vollzieht, sondern horizontal geführt wird. Ein derartiger horizontaler Transport eines Papierzuschnitts ist durch ein entsprechend angeordnetes Transportband möglich.

    [0013] Um auch während des Faltvorgangs ein Verrutschen des Inhalts auf dem Papierzuschnitt, insbesondere aber auch ein Verrutschen des Papierzuschnitts auf dem Transportband, zu vermeiden und somit eine besonders saubere und genaue Faltung quer zur Transportrichtung zu ermöglichen, ist das Transportband mit einer Anzahl von Saugöffnungen versehen, die den Papierzuschnitt über ein Unterdrucksystem sicher am Transportband halten. Der zu faltende Bereich, bei Briefumschlägen ist dies in der Regel die Bodenklappe, kann nun unabhängig vom zu verpackenden Gut, durch den Falt-zylinder angehoben und entlang dem Falz umgeklappt werden.

    [0014] Für einen besonders guten Halt des Zuschnittes am Transportband sind die Saugöffnungen in Reihen angeordnet, die parallel zum Falz und somit quer zur Transportrichtung verlaufen. Dabei umfasst die Reihe an Saugöffnungen, die direkt an dem Falz grenzt, in besonders vorteilhafter Ausgestaltung über die größte oder mit die größte Anzahl an Saugbohrungen. Somit wird der Zuschnitt gerade dort besonders gut am Transportband gehalten, wo während der Faltung die meisten Kräfte auf den zweiten Bereich des Zuschnitts wirken, die zu einem Verrutschen des Zuschnitts führen könnten.

    [0015] Die nachfolgenden Bereiche des Zuschnitts, also die aus Sicht der Transportrichtung des Falzes nachfolgenden Bereiche, sind dagegen nicht derart großen Kräften ausgesetzt, müssen aber dennoch fest, verrutschsicher und verdrehsicher gehalten werden. Aus energiewirtschaftlichen Gesichtspunkten verringert sich daher die Anzahl an Saugöffnungen je Reihe in vorteilhafter Ausführung. Mit jeder weiteren, von dem Falz entfernten, Reihe wird daher die Anzahl an Saugöffnungen geringer oder bleibt maximal konstant. Somit werden auch die hinteren Bereiche ausreichend gehalten, ohne dass ein unnötig großes Unterdrucksystem notwendig ist.

    [0016] Zur Unterstützung des Faltvorganges und einem besonders sauberen und genauen Falz umfasst die Vorrichtung in bevorzugter Ausgestaltung ein Faltblech, welches im Faltprozess nach dem Faltzylinder angeordnet ist. Dieses Faltblech begünstigt durch seine Anordnung ein gleichmäßiges Ablegen des angehobenen ersten Bereichs auf dem zweiten Bereich des Zuschnitts oder auf dem, auf dem zweiten Bereich des Zuschnitts liegenden, zu verpackendem Gut.

    [0017] Für ein gleichmäßiges Andrücken und somit ein flaches Aufliegen des angehobenen ersten Bereichs sind in vorteilhafter Ausführung eine Anzahl von Nachfalzrollen vorgesehen, die je nach Ausführung vor und/oder nach dem Faltblech angeordnet sein können. Bei Anbringung entsprechender Haftstreifen auf dem ersten oder zweiten Bereich des Zuschnitts, unterstützen diese Nachfalzrollen auch die Verklebung des gefalteten Zuschnitts.

    [0018] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile liegen insbesondere darin, dass durch die Verwendung eines Transportbandes mit Saugöffnungen nicht nur für die Zuführung des Zuschnittes, sondern auch bei der Faltung des Zuschnitts auch eine Faltung ermöglicht wird, wenn auf den Zuschnitten bereits ein zu verpackendes Gut liegt. Das zu verpackende Gut beeinträchtigt und beeinflusst die Faltung somit kaum. Durch die besondere Ausgestaltung des Lochbildes der Saugöffnungen wird zudem ein besonders sicherer Halt des Zuschnitts auf dem Transportband bei gleichzeitiger energieeffizienter Verwendung der Unterdruckeinheit erreicht.

    [0019] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
    Fig. 1
    eine Vorrichtung zum Falten eines faltbaren Zuschnitts;
    Fig. 2
    ein schematischer Ausschnitt aus Fig. 1;
    Fig. 3
    eine schematische Darstellung der Verfahrensschritte;
    Fig. 4
    ein Transportband mit Saugöffnungen.


    [0020] Gleiche Teile sind in allen Figuren mit den selben Bezugszeichen versehen.

    [0021] Ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung 1 zum Falten von zu faltenden Zuschnitten, im Ausführungsbeispiel von Briefumschlägen, ist in Fig. 1 und ein schematischer Ausschnitt der Vorrichtung in Fig. 2 dargestellt. Die Vorrichtung 1 umfasst dabei ein Transportband 2 auf, dem als zu faltende Zuschnitte 4 vorgesehene Briefumschlags-Rohlinge liegen und in Transportrichtung x transportiert werden. Das Transportband 2 transportiert dabei die Zuschnitte 4 sowohl vor der Faltung, während der Faltung, als auch nach der Faltung und übergibt sie anschließend einer weiteren Vorrichtung für die weitere Bearbeitung, beispielsweise zur Faltung der Seitenklappen, des Zuschnitts 4. Für einen gleichmäßigen und kontrollierten Transport der Zuschnitte 4 umfasst die Vorrichtung 1 eine Antriebsrolle 6 und eine Anzahl von Umlenkrollen 8 die derart angeordnet sind, dass das Transportband 2 einerseits ausreichend gespannt und somit eben ist und andererseits ein horizontaler Transport der Zuschnitte 4 ermöglicht wird.

    [0022] Unterhalb des horizontalen Abschnittes des Transportbandes 2 und damit des Abschnittes des Transportband 2, entlang dessen die Zuschnitte oder Briefumschlags-Rohlinge transportiert werden, ist eine Unterdruckeinheit 10 vorgesehen. Diese Unterdruckeinheit 10 saugt die Zuschnitte 4 über eine Anzahl von Saugöffnungen 12 auf dem Transportband 2 an, so dass diese während des Transportes verrutschfest gehalten werden. Dabei ist in der vorliegenden Ausführungsform lediglich eine Unterdruckkammer 10 vorgesehen, die sich über den kurzen Abschnitt erstreckt, in dem der Zuschnitt 4 während des Faltprozesses gehalten werden muss. Es ist je nach Anwendungsfall aber auch möglich, die Unterdruckeinheit 10 über den gesamten Transportweg auszubilden, so dass der Zuschnitt 4 stets verrutschfest gehalten werden kann.

    [0023] Oberhalb des horizontalen Abschnittes des Transportbandes 2 ist dagegen ein Faltzylinder 14 bzw. eine Heberwalze angeordnet, der den jeweiligen Briefumschlags-Rohling oder Zuschnitt 4 bzw. einen Teil 16 des Zuschnittes 4 vom Transportband 2 aufnehmen und anheben kann. Dazu umfasst der Faltzylinder 14 ebenfalls eine Unterdruckeinheit und eine Anzahl von Saugbohrungen 18, die auf der Mantelfläche des Faltzylinders 14 angeordnet sind und die die vom Transportband 2 abgewandte Seite des ersten Bereichs 16 der Zuschnitte 4 ansaugen und somit anheben können. Ebenfalls oberhalb des horizontalen Abschnittes des Transportbandes 2 ist im Faltprozess hinter dem Faltzylinder 14 ein Faltblech 20 angeordnet, das den Faltprozess unterstützt. Im Faltprozess hinter dem Faltblech 20 ist zusätzlich eine Nachfalzrolle 22 angeordnet, die das saubere Ausfalzen unterstützt. Diese Nachfalzrolle 22 kann aber auch in alternativer Ausführung oder im Rahmen einer zusätzlichen Ausführung durch eine zweite Nachfalzrolle direkt vor dem Faltblech 20 angeordnet sein.

    [0024] Der Faltvorgang ist in einer schematischen Darstellung in Fig. 3 in 5 beispielhaft ausgewählten Verfahrensschritten dargestellt.
    1. (1) Der Zuschnitt 4 liegt dabei auf dem Transportband 2 und wird durch Saugöffnungen 12 im Transportband 2, an denen ein Unterdruck anliegt verrutschsicher gehalten. Dabei wirken die Saugöffnungen 12 nur auf einen zweiten Bereich 24, üblicherweise die Vorderwand und eventuell die Seitenklappen und nicht auf einen ersten Bereich 16, üblicherweise die Bodenklappe des Zuschnitts 4, da die während des nachfolgenden Faltvorganges angehoben wird.
    2. (2) Passiert die Vorderkante der Bodenklappe 16 den Faltzylinder 14, wird diese mittels in der Mantelfläche des Faltzylinders 14 angeordneten und ebenfalls mit Unterdruck beaufschlagten Saugbohrungen 18 angehoben und entlang des Faltzylinders 14 (in der dargestellten Sichtweise gegen den Uhrzeigersinn) geführt. Der Zuschnitt 4 wird somit in diesem Verfahrensschritt durch zwei voneinander unabhängige Underdrucksysteme gehalten, deren Bewegungsrichtung sich unterscheidet. Die Vorderwand 24 des Zuschnitts 4 wird weiter auf dem Transportband 2 gehalten und in die Transportrichtung x bewegt, während die Bodenklappe 16 angehoben wird und auf einer Kreisbahn entlang des Faltzylinders 14 geführt wird.
    3. (3) Sobald die komplette zu faltende Bodenklappe 16 angehoben wurde, wird der Unterdruck im Faltzylinder 14 abgebaut und die Bodenklappe 16 wird nicht länger durch den Faltzylinder 14 gehalten. Die Vorderwand des Zuschnitts wird dagegen weiter am Transportband 2 gehalten und in Transportrichtung x bewegt. Diese Fortführung der Bewegung der Vorderwand 24 führt nun zur Faltung der Bodenklappe 16 entlang dem Bodenfalz 26. Ein im Faltprozess hinter dem Faltzylinder 14 angeordnetes Faltblech 20 unterstützt dabei das Ablegen der Bodenklappe 16 auf die Vorderwand 24. In einer alternativen Ausführung des Faltzylinders 14 kann dieser bei anliegendem Vakuum und durch eine Drehung im Uhrzeigersinn den Faltprozess aktiv unterstützen.
    4. (4) Eine Nachfalzrolle 22, die im Faltprozess hinter dem Faltblech 20 angeordnet sein kann sorgt für ein saubere Faltung und ein enges Aufliegen der Bodenklappe 16 auf der Vorderwand 24.
    5. (5) Sobald der Zuschnitt 4 den Faltzylinder 14, das Faltblech 20 und die Nachfalzrolle 22 passiert hat, ist die Faltung der Bodenklappe 16 abgeschlossen. Der gefaltete Zuschnitt 4 liegt dabei weiter auf dem Transportband 2 und kann durch eine Anzahl an Saugöffnungen 12, an denen ein Unterdruck anliegt, verrutschfest gehalten werden. Der gefaltete Zuschnitt 4 kann nun zur weiteren Verarbeitung, beispielsweise einer weiteren Faltung oder ein Bedrucken der Bodenklappe 16, an eine nachgeschaltete Vorrichtung übergeben werden.


    [0025] Es ist ebenfalls möglich, dass in einem vorgelagerten Schritt mittels einer Klebeeinheit ein Haft- oder Klebestreifen auf den Zuschnitt 4 aufgebracht wird, so dass die Faltung die Vorderwand 24 oder Seitenklappen mit der Bodenklappe 16 verklebt. Wie bereits erwähnt, ist es ebenfalls vorgesehen, dass wahlweise auf der Vorderwand 24 des Zuschnitts 4 ein Anzahl von weiteren Zuschnitten, beispielsweise ein zu verpackendes Gut 28 liegt, dass durch die Faltung der Bodenklappe 16 eingehüllt oder verpackt wird. Diese zu verpackenden oder zu umhüllenden Güter 28 werden dabei über ein Oberband 30, welches mit der gleichen Geschwindigkeit wie das als Saugband ausgebildete Transportband 2 läuft, auf dem Bereich der Vorderwand 24 des Zuschnittes 4 gehalten. Aus diesem Grund umfasst in der vorliegenden Ausführung der Faltzylinder 14 auch zwei einzelne, schmale Faltwalzen, die beabstandet voneinander auf einer gemeinsamen Drehachse 32 angeordnet sind. In diesen Zwischenraum der beiden Faltwalzen ragt das Oberband 30 hinein, so dass das zu verpackende Gut 28 bis zum Faltprozess auf dem Zuschnitt 4 gehalten werden kann.

    [0026] In Fig. 4 ist ein Transportband 2 mit einem beispielhaften Lochbild von Saugöffnungen 12 in einem Ausführungsbeispiel gezeigt. Auf dem Saugband 2 sind dabei zwei Umschlagrohlinge 4 dargestellt, die mittels den Saugöffnungen 12 auf dem Transportband 2 rutschfest gehalten werden und zusammen mit dem bzw. durch das Transportband 2 in Transportrichtung x bewegt werden. Die Saugöffnungen 12 auf dem Transportband 2 sind dabei nicht gleichmäßig über dem Transportband 2 verteilt sondern gezielt da angeordnet, wo eine besonders hohe Haftung des Umschlagsrohlings 4 bei der Faltung gewünscht wird.

    [0027] Es hat sich dabei gezeigt, dass eine hohe Haftung des zu faltenden Zuschnitts 4 an dem Transportband 2 gerade entlang dem Falz 26 und dort auf der Seite der Vorderwand 24 wünschenswert ist. Aus diesem Grund sind bei der vorliegenden Querfaltung der Bodenklappe 16 des Umschlagrohlings in einem Abschnitt b1 der Vorderwand 24, der an den Falz 26 angrenzt eine besonders hohe Anzahl von Saugöffnungen 12 vorgesehen, die sich im Wesentlichen über die gesamte Breite des Transportbandes 2 erstrecken. Die Abschnitte b1, b2, ... bn sind dabei vorliegend derart gewählt, dass jeweils eine Reihe an Saugöffnungen 12 in einem eigenen Abschnitt b1, b2, ... bn liegt. In den nachfolgenden Abschnitten b2, b3, ... bn der Vorderwand 24, die weiter entfernt von dem Falz 26 liegen, ist dagegen eine geringere Dichte der Saugöffnungen 12 vorgesehen. Diese Dichte an Saugöffnungen 12 nimmt im vorliegenden Ausführungsbeispiel dabei zunächst stetig ab, je weiter der Bereich von dem Falz 26 entfernt liegt, bis sie anschließend konstant bleibt, ehe keine Saugbohrungen 12 mehr vorgesehen sind. Die Anzahl der Abschnitte b1, b2, ... bn in denen Saugöffnungen 12 vorgesehen sind, ist dabei an die Größe der zu faltenden Zuschnitte 4 angepasst und erstreckt sich vorzugsweise mindestens über die gesamte Länge der Vorderwand 24. Die Anzahl der Abschnitte b1, b2, ... bn und auch die Anzahl der Saugöffnungen 12 bzw. die Breite über die sich die Saugöffnungen 12 im Bereich des Falzes 26 quer zur Transportrichtung x erstrecken sind dabei an das größte zu faltende Format eines Zuschnitts 4 angepasst. Dadurch ist es möglich, dass beliebige Formate von Zuschnitten 4 ohne Wechsel des Transportbandes 2 oder Stillstand der Vorrichtung 1 verarbeitet werden können.

    [0028] Durch dieses spezielle Lochbild und die besondere Verteilung der Saugöffnungen 12 wird erreicht, dass die Bodenklappe 16 des Umschlagrohlings 4, besonders einfach angehoben werden kann, da in diesem Bereich keine Saugöffnungen 12 vorgesehen sind. Die Faltung selbst aber besonders genau erfolgen kann, da die Vorderwand 24 des Umschlagrohlings 4 im Bereich des Falzes 26 durch eine Vielzahl von Saugöffnungen 12 entlang des Falzes 26 am Transportband 2 gehalten wird. Da auch der restliche Bereich der Vorderwand 24 rutschsicher und insbesondere auch verdrehsicher am Transportband 2 gehalten werden soll, dort aber - wie sich gezeigt hat - keine derart hohen Anpressdrücke, wie sie entlang des Falzes 26 gewünscht werden, nötig sind, wird auf eine Verteilung der Saugöffnungen 12 entlang der gesamten Breite des Saugbandes 2 verzichtet. Dies ist insbesondere auch aus energiewirtschaftlichen Gründen wünschenswert. Die dabei entstehende Dreiecks- oder auch T-Form des Lochbildes der Saugöffnungen 12 verhindert durch ihre Ausdehnung sowohl längs des Transportbandes als auch quer zu diesem eine Verdrehung des zu faltenden Zuschnitts 4 besonders gut.

    Bezugszeichenliste



    [0029] 
    1.
    Faltvorrichtung
    2.
    Transportband
    4.
    Zuschnitt
    6.
    Antriebsrolle
    8.
    Umlenkrolle
    10.
    Unterdruckeinheit
    12.
    Saugöffnungen
    14.
    Faltzylinder
    16.
    erster Bereich des Zuschnitts
    18.
    Saugbohrungen
    20.
    Faltblech
    22.
    Nachfalzrolle
    24.
    zweiter Bereich des Zuschnitts
    26.
    Falz
    28.
    Gut
    30.
    Oberband
    32.
    Drehachse
    x
    Transportrichtung
    b1, b2, ... bn
    Abschnitte des Zuschnitts



    Ansprüche

    1. Vorrichtung (1) zum Falten von faltbaren Zuschnitten (4), umfassend ein Transportband (2) zum Transport der Zuschnitte (4) und einen Faltzylinder (14) zur Aufnahme eines ersten Bereiches eines Zuschnitts (16) vom Transportband (2), wobei das Transportband (2) mit einer Anzahl von in einer Anzahl von quer zur Transportrichtung (x) des Zuschnitts (4) verlaufenden Reihen angeordneten Saugöffnungen (12) versehen ist, die derart angeordnet sind, dass sie mit einer ihnen zugeordneten Unterdruckeinheit (10) zumindest während der Faltung einen zweiten Bereich des Zuschnitts (24) am Transportband (2) halten.
     
    2. Vorrichtung (1) zum Falten von faltbaren Zuschnitten (4) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Reihe der Saugöffnungen (12), die an dem vorgesehenen Falz (26) des aufliegenden Zuschnitts (4) grenzt, die größte Anzahl an Saugöffnungen (12) aufweist.
     
    3. Vorrichtung (1) zum Falten von faltbaren Zuschnitten (4) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Anzahl der Saugöffnungen (12) je Reihe, ausgehend von dem vorgesehenen Falz (26) des aufliegenden Zuschnitts (4) und entgegen der Transportrichtung (x), schrittweise verringert oder konstant bleibt.
     
    4. Vorrichtung (1) zum Falten von faltbaren Zuschnitten (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in Transportrichtung (x) nach dem Faltzylinder (14) ein Faltblech (20) angeordnet ist.
     
    5. Vorrichtung (1) zum Falten von faltbaren Zuschnitten (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anzahl von Nachfalzrollen (22) angeordnet sind.
     
    6. Verfahren (1) zum Falten eines faltbaren Zuschnitts (4) mit den Verfahrensschritten

    - Transportieren des Zuschnitts (4) in eine Transportrichtung (x) durch ein Transportband (2),

    - Halten eines zweiten Bereiches des Zuschnitts (24) auf dem Transportband (2) durch eine Ansaugvorrichtung über eine Anzahl von in einer Anzahl von quer zur Transportrichtung (x) des Zuschnitts (4) verlaufenden Reihen angeordneten Saugöffnungen (12),

    - Aufnehmen eines ersten Bereiches des Zuschnitts (16), der in Transportrichtung (x) vordem zweiten Bereich (24) liegt, durch einen Faltzylinder (14),

    - Faltung des Zuschnitts (4), indem der zweite Bereich (24) in Transportrichtung (x) weiter und unter dem ersten Bereich (16) geführt wird,

    - Ablage des ersten Bereichs (16) auf dem zweiten Bereich (24) durch Freigabe des ersten Bereichs (16) durch den Faltzylinder (14).


     


    Claims

    1. Device (1) for folding foldable blanks (4), comprising a conveyor belt (2) for conveying the blanks (4) and a folding cylinder (14) for picking up a first region of a blank (16) from the conveyor belt (2), wherein the conveyor belt (2) is provided with a plurality of suction openings (12) that are arranged in a plurality of rows extending transversely to the conveying direction (x) of the blank (4) and are arranged such that, by means of a vacuum unit (10) assigned to said suction openings, the suction openings hold a second region of the blank (24) on the conveyor belt (2) at least during the folding.
     
    2. Device (1) for folding foldable blanks (4) according to claim 1, characterised in that the row of suction openings (12) that is adjacent to the intended fold (26) of the blank (4) placed on the suction openings has the largest number of suction openings (12).
     
    3. Device (1) for folding foldable blanks (4) according to either claim 1 or claim 2, characterised in that the number of suction openings (12) in each row either decreases in steps or remains constant, starting from the intended fold (26) of the blank (4) placed on the suction openings and counter to the conveying direction (x).
     
    4. Device (1) for folding foldable blanks (4) according to any of claims 1 to 3, characterised in that a folding plate (20) is arranged downstream of the folding cylinder (14) in the conveying direction (x).
     
    5. Device (1) for folding foldable blanks (4) according to any of claims 1 to 4, characterised in that a plurality of flattening rollers (22) are arranged.
     
    6. Method (1) for folding a foldable blank (4), comprising the method steps of:

    - conveying the blank (4) in a conveying direction (x) by means of a conveyor belt (2),

    - holding a second region of the blank (24) on the conveyor belt (2) by means of a suction device by means of a plurality of suction openings (12) arranged in a plurality of rows extending transversely to the conveying direction (x) of the blank (4),

    - picking up a first region of the blank (16), which region is in front of the second region (24) in the conveying direction (x), by means of a folding cylinder (14),

    - folding the blank (4) by guiding the second region (24) further in the conveying direction (x) and below the first region (16), and

    - placing the first region (16) on the second region (24) by the folding cylinder (14) releasing the first region (16).


     


    Revendications

    1. Dispositif (1) destiné au pliage de découpes (4) pliables, comprenant une bande de transport (2), destinée au transport des découpes (4), et un cylindre de pliage (14), destiné à la réception d'une première zone d'une découpe (16) de la bande de transport (2), dans lequel la bande de transport (2) est pourvue d'un certain nombre d'orifices d'aspiration (12), disposés en un certain nombre de rangées s'étendant perpendiculairement à la direction du transport (x) de la découpe (4), et disposés de telle sorte qu'ils maintiennent, tout du moins durant le pliage, une deuxième zone de la découpe (24) sur la bande de transport (2) au moyen d'une unité de pression négative (10) qui leur est associée.
     
    2. Dispositif (1) destiné au pliage de découpes (4) pliables selon la revendication 1, caractérisé en ce que la rangée d'orifices d'aspiration (12) qui jouxte le pli (26) prévu de la découpe (4) positionnée sur les orifices d'aspiration, présente le plus grand nombre d'orifices d'aspiration (12).
     
    3. Dispositif (1) destiné au pliage de découpes (4) pliables selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le nombre d'orifices d'aspiration (12) par rangée diminue progressivement ou demeure constant, à partir du pli (26) prévu de la découpe (4) positionnée sur les orifices d'aspiration et dans le sens opposé de la direction du transport (x).
     
    4. Dispositif (1) destiné au pliage de découpes (4) pliables selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'une tôle de pliage (20) est disposée après le cylindre de pliage (14), dans la direction du transport (x).
     
    5. Dispositif (1) destiné au pliage de découpes (4) pliables selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'un certain nombre de galets de pliage (22) est mis en place.
     
    6. Procédé (1) destiné au pliage d'une découpe (4) pliable comprenant les étapes de procédé suivantes :

    - transport de la découpe (4) dans une direction du transport (x) par l'intermédiaire d'une bande de transport (2),

    - maintien d'une deuxième zone de la découpe (24) sur la bande de transport (2) par l'intermédiaire d'un dispositif d'aspiration, au moyen d'un certain nombre d'orifices d'aspiration (12), lesquels sont disposés en un certain nombre de rangées qui s'étendent perpendiculairement à la direction de transport (x) de la découpe (4),

    - réception d'une première zone de la découpe (16) par l'intermédiaire d'un cylindre de pliage (14), laquelle se trouve avant la deuxième zone (24) dans la direction du transport (x),

    - pliage de la découpe (4) en continuant le guidage de la deuxième zone (24) dans la direction de transport (x) et au-dessous de la première zone (16),

    - mise en position de la première zone (16) sur la deuxième zone (24) par la libération de la première zone (16) par le cylindre de pliage (14).


     




    Zeichnung











    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente