[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Falten von faltbaren Zuschnitten,
insbesondere Briefumschlägen, umfassend ein Transportband zum Transport der Zuschnitte
und einen Faltzylinder zur Aufnahme eines ersten Bereiches eines Zuschnitts vom Transportband.
Des Weiteren bezieht sie sich auf ein Verfahren zum Falten eines faltbaren Zuschnitts
mit den Verfahrensschritten.
[0002] Die Faltung von Zuschnitten, insbesondere bei der Herstellung von Briefumschlägen,
geschieht mittlerweile vollautomatisch durch entsprechende Anlagen. Dabei werden hohe
Anforderungen an die Vorrichtungen gestellt, da einerseits hohe Stückzahlen gefordert
werden und andererseits aber auch ein sauberer und positionsgenauer Falz gewünscht
wird.
[0003] Aus der Druckschrift
WO 99/47348 ist beispielsweise eine derartige Anlage bekannt, die mit hoher Geschwindigkeit Papierzuschnitte
quer zur Transportrichtung falten kann. Dazu ist ein Walzensystem vorgesehen, das
eine Transportwalze und eine Faltwalze zur Aufnahme des zu faltenden Bereichs des
Papierzuschnitts umfasst. Die Faltwalze nimmt dabei die Vorderkante des Papierzuschnitts
auf, der entlang der Transportwalze transportiert wird. Der restliche Bereich des
Papierzuschnitts wird dann durch die Drehbewegung der Transportwalze unter der Vorderkante
durchgeführt, wodurch sich ein Falz quer zur Transportrichtung ausbildet. Der so gefaltete
Papierzuschnitt kann dann in nachfolgenden Verfahrensschritten weiter bearbeitet werden.
[0004] Mit zunehmender Automatisierung der Faltvorgänge bestand der Bedarf, dass während
der Faltung der Briefumschläge auch das zu verpackende Gut, also der zu verschickende
Inhalt der Briefumschläge, bereits zugeführt wurde oder wird. Somit ist nach dem vollständigen
Faltprozess nicht nur der Briefumschlag gefaltet worden und muss in einem nachgeschalteten
Füllungsprozess befüllt und dann verschlossen werden, sondern der Briefumschlag ist
nach dem Faltprozess bereits vollständig befüllt. Nachfolgende Verfahrensschritte
zum Befüllen des Umschlages können somit vermieden werden.
[0005] In der Druckschrift
US 3,593,486 ist eine derartige Anlage dargestellt, in der der Umschlag während der Faltung bereits
befüllt wird. Auch hier umfasst die Anlage wieder ein Walzensystem mit einer Transportwalze
für den Umschlag. Die Vorderkante des Papierzuschnitts wird auch hier wieder angehoben,
diesmal allerdings nur über ein Überdrucksystem in der Transportwalze. Während der
Faltung wird nun das zu verschickende Gut beigefügt, in dem es schräg zur Transportrichtung
auf den Falz geschoben wird. Eine anschließende Walze faltet dann die angehobene Bodenklappe
des Papierschnitts auf das Gut und die Vorderwand des Briefumschlages.
[0006] Nachteilig bei diesem System ist insbesondere der Ort der Zuführung des zu verpackenden
Gutes. Aufgrund der Zuführung des zu verpackenden Gutes während des Faltprozesses
muss auf einen Faltzylinder verzichtet werden, da der nur begrenzt zur Verfügung stehende
Platz in der Anlage für die Zuführeinheit benötigt wird. Auch ist somit nur eine Zuführeinheit
möglich, sodass die getrennte Zuführung von beispielsweise einem Anschreiben und zusätzlichen
Informationsflyern nicht möglich ist. Auch die gezielte Zuführung des Gutes auf bzw.
gegen den Falz führt dazu, dass der Falz während des Faltvorgangs belastet wird, was
zu einer Beschädigung oder auch Verschiebung des Falzes (bei ungleicher Belastung
durch das zugeführte Material) führen kann.
[0007] Aus der
US 3,166,996 ist eine Vorrichtung zum Falten von faltbaren Zuschnitten mit einem Transportmittel
zum Transport der Zuschnitte und mit einem Faltzylinder zur Aufnahme eines ersten
Bereichs eines Zuschnitts vom Transportmittel bekannt. Ein Transportband als Transportmittel
ist dabei jedoch nicht vorgesehen. Demgegenüber ist aus der
DE 100 24 298 A1 eine Vorrichtung zum Transport von Briefhüllenzuschnitten bekannt, bei der eine Faltung
der Seitenklappen der Briefumschläge erfolgt.
[0008] Des Weiteren ist aus der nicht vorveröffentlichten
WO 2012/080870 A2 eine Faltvorrichtung zum Falten von Windeln bekannt, bei der die zu faltende Windel
vorübergehend mit einem Teilbereich an einer Faltwalze angesaugt und dort fixiert
wird.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren anzugeben,
in dem bei hohen Stückzahlen Zuschnitte, insbesondere für Briefumschläge, mit und
ohne zu verpackendem Gut sauber und genau gefaltet werden können.
[0010] Bezüglich der Vorrichtung wird diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst, indem das Transportband
mit einer Anzahl von Saugöffnungen versehen ist, die in einer Anzahl von Reihen und
derart angeordnet sind, dass sie mit einer ihnen zugeordneten Unterdruckeinheit zumindest
während der Faltung einen zweiten Bereich des Faltrohlings am Transportband halten.
Bezüglich des Verfahrens wird diese Aufgabe erfindungsgemäß mit den folgenden Verfahrensschritten
gelöst:
- Transportieren des Zuschnitts in eine Transportrichtung x durch ein Transportband,
- Halten eines zweiten Bereiches des Zuschnitts auf dem Transportband durch eine Ansaugvorrichtung
über eine Anzahl von in Reihen angeordneten Saugöffnungen,
- Aufnehmen eines ersten Bereiches des Zuschnitts, der in Transportrichtung x vordem
zweiten Bereich liegt, durch einen Faltzylinder,
- Faltung des Zuschnitts, indem der zweite Bereich in Transportrichtung x weiter und
unter dem ersten Bereich geführt wird,
- Ablage des ersten Bereichs auf dem zweiten Bereich durch Freigabe des ersten Bereichs
durch den Faltzylinder.
[0011] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0012] Die Erfindung geht von der Überlegung aus, dass die Zuführung des zu verpackenden
Gutes bevorzugt vor der Faltung des Zuschnittes erfolgen sollte, so dass die vorgelagerte
Zuführeinheit unabhängig von der Faltvorrichtung konzipiert und gestaltet werden kann,
damit auf einfachste Art und Weise auch mehrere Beigaben zusammen verpackt werden
können und auch damit die Zuführeinheit den Faltprozess nicht stört, beeinträchtigt
oder anderweitig, beispielsweise durch benötigten Raum, beeinflusst. Eine positionsgenaue
Zuführung von zu verpackendem Gut und dem Umschlagsrohling bzw. Papierzuschnitt ist
insbesondere dann möglich, wenn der Zuschnitt keine Kreisbewegung vollzieht, sondern
horizontal geführt wird. Ein derartiger horizontaler Transport eines Papierzuschnitts
ist durch ein entsprechend angeordnetes Transportband möglich.
[0013] Um auch während des Faltvorgangs ein Verrutschen des Inhalts auf dem Papierzuschnitt,
insbesondere aber auch ein Verrutschen des Papierzuschnitts auf dem Transportband,
zu vermeiden und somit eine besonders saubere und genaue Faltung quer zur Transportrichtung
zu ermöglichen, ist das Transportband mit einer Anzahl von Saugöffnungen versehen,
die den Papierzuschnitt über ein Unterdrucksystem sicher am Transportband halten.
Der zu faltende Bereich, bei Briefumschlägen ist dies in der Regel die Bodenklappe,
kann nun unabhängig vom zu verpackenden Gut, durch den Falt-zylinder angehoben und
entlang dem Falz umgeklappt werden.
[0014] Für einen besonders guten Halt des Zuschnittes am Transportband sind die Saugöffnungen
in Reihen angeordnet, die parallel zum Falz und somit quer zur Transportrichtung verlaufen.
Dabei umfasst die Reihe an Saugöffnungen, die direkt an dem Falz grenzt, in besonders
vorteilhafter Ausgestaltung über die größte oder mit die größte Anzahl an Saugbohrungen.
Somit wird der Zuschnitt gerade dort besonders gut am Transportband gehalten, wo während
der Faltung die meisten Kräfte auf den zweiten Bereich des Zuschnitts wirken, die
zu einem Verrutschen des Zuschnitts führen könnten.
[0015] Die nachfolgenden Bereiche des Zuschnitts, also die aus Sicht der Transportrichtung
des Falzes nachfolgenden Bereiche, sind dagegen nicht derart großen Kräften ausgesetzt,
müssen aber dennoch fest, verrutschsicher und verdrehsicher gehalten werden. Aus energiewirtschaftlichen
Gesichtspunkten verringert sich daher die Anzahl an Saugöffnungen je Reihe in vorteilhafter
Ausführung. Mit jeder weiteren, von dem Falz entfernten, Reihe wird daher die Anzahl
an Saugöffnungen geringer oder bleibt maximal konstant. Somit werden auch die hinteren
Bereiche ausreichend gehalten, ohne dass ein unnötig großes Unterdrucksystem notwendig
ist.
[0016] Zur Unterstützung des Faltvorganges und einem besonders sauberen und genauen Falz
umfasst die Vorrichtung in bevorzugter Ausgestaltung ein Faltblech, welches im Faltprozess
nach dem Faltzylinder angeordnet ist. Dieses Faltblech begünstigt durch seine Anordnung
ein gleichmäßiges Ablegen des angehobenen ersten Bereichs auf dem zweiten Bereich
des Zuschnitts oder auf dem, auf dem zweiten Bereich des Zuschnitts liegenden, zu
verpackendem Gut.
[0017] Für ein gleichmäßiges Andrücken und somit ein flaches Aufliegen des angehobenen ersten
Bereichs sind in vorteilhafter Ausführung eine Anzahl von Nachfalzrollen vorgesehen,
die je nach Ausführung vor und/oder nach dem Faltblech angeordnet sein können. Bei
Anbringung entsprechender Haftstreifen auf dem ersten oder zweiten Bereich des Zuschnitts,
unterstützen diese Nachfalzrollen auch die Verklebung des gefalteten Zuschnitts.
[0018] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile liegen insbesondere darin, dass durch die
Verwendung eines Transportbandes mit Saugöffnungen nicht nur für die Zuführung des
Zuschnittes, sondern auch bei der Faltung des Zuschnitts auch eine Faltung ermöglicht
wird, wenn auf den Zuschnitten bereits ein zu verpackendes Gut liegt. Das zu verpackende
Gut beeinträchtigt und beeinflusst die Faltung somit kaum. Durch die besondere Ausgestaltung
des Lochbildes der Saugöffnungen wird zudem ein besonders sicherer Halt des Zuschnitts
auf dem Transportband bei gleichzeitiger energieeffizienter Verwendung der Unterdruckeinheit
erreicht.
[0019] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Darin zeigen:
- Fig. 1
- eine Vorrichtung zum Falten eines faltbaren Zuschnitts;
- Fig. 2
- ein schematischer Ausschnitt aus Fig. 1;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung der Verfahrensschritte;
- Fig. 4
- ein Transportband mit Saugöffnungen.
[0020] Gleiche Teile sind in allen Figuren mit den selben Bezugszeichen versehen.
[0021] Ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung 1 zum Falten von zu faltenden Zuschnitten,
im Ausführungsbeispiel von Briefumschlägen, ist in Fig. 1 und ein schematischer Ausschnitt
der Vorrichtung in Fig. 2 dargestellt. Die Vorrichtung 1 umfasst dabei ein Transportband
2 auf, dem als zu faltende Zuschnitte 4 vorgesehene Briefumschlags-Rohlinge liegen
und in Transportrichtung x transportiert werden. Das Transportband 2 transportiert
dabei die Zuschnitte 4 sowohl vor der Faltung, während der Faltung, als auch nach
der Faltung und übergibt sie anschließend einer weiteren Vorrichtung für die weitere
Bearbeitung, beispielsweise zur Faltung der Seitenklappen, des Zuschnitts 4. Für einen
gleichmäßigen und kontrollierten Transport der Zuschnitte 4 umfasst die Vorrichtung
1 eine Antriebsrolle 6 und eine Anzahl von Umlenkrollen 8 die derart angeordnet sind,
dass das Transportband 2 einerseits ausreichend gespannt und somit eben ist und andererseits
ein horizontaler Transport der Zuschnitte 4 ermöglicht wird.
[0022] Unterhalb des horizontalen Abschnittes des Transportbandes 2 und damit des Abschnittes
des Transportband 2, entlang dessen die Zuschnitte oder Briefumschlags-Rohlinge transportiert
werden, ist eine Unterdruckeinheit 10 vorgesehen. Diese Unterdruckeinheit 10 saugt
die Zuschnitte 4 über eine Anzahl von Saugöffnungen 12 auf dem Transportband 2 an,
so dass diese während des Transportes verrutschfest gehalten werden. Dabei ist in
der vorliegenden Ausführungsform lediglich eine Unterdruckkammer 10 vorgesehen, die
sich über den kurzen Abschnitt erstreckt, in dem der Zuschnitt 4 während des Faltprozesses
gehalten werden muss. Es ist je nach Anwendungsfall aber auch möglich, die Unterdruckeinheit
10 über den gesamten Transportweg auszubilden, so dass der Zuschnitt 4 stets verrutschfest
gehalten werden kann.
[0023] Oberhalb des horizontalen Abschnittes des Transportbandes 2 ist dagegen ein Faltzylinder
14 bzw. eine Heberwalze angeordnet, der den jeweiligen Briefumschlags-Rohling oder
Zuschnitt 4 bzw. einen Teil 16 des Zuschnittes 4 vom Transportband 2 aufnehmen und
anheben kann. Dazu umfasst der Faltzylinder 14 ebenfalls eine Unterdruckeinheit und
eine Anzahl von Saugbohrungen 18, die auf der Mantelfläche des Faltzylinders 14 angeordnet
sind und die die vom Transportband 2 abgewandte Seite des ersten Bereichs 16 der Zuschnitte
4 ansaugen und somit anheben können. Ebenfalls oberhalb des horizontalen Abschnittes
des Transportbandes 2 ist im Faltprozess hinter dem Faltzylinder 14 ein Faltblech
20 angeordnet, das den Faltprozess unterstützt. Im Faltprozess hinter dem Faltblech
20 ist zusätzlich eine Nachfalzrolle 22 angeordnet, die das saubere Ausfalzen unterstützt.
Diese Nachfalzrolle 22 kann aber auch in alternativer Ausführung oder im Rahmen einer
zusätzlichen Ausführung durch eine zweite Nachfalzrolle direkt vor dem Faltblech 20
angeordnet sein.
[0024] Der Faltvorgang ist in einer schematischen Darstellung in Fig. 3 in 5 beispielhaft
ausgewählten Verfahrensschritten dargestellt.
- (1) Der Zuschnitt 4 liegt dabei auf dem Transportband 2 und wird durch Saugöffnungen
12 im Transportband 2, an denen ein Unterdruck anliegt verrutschsicher gehalten. Dabei
wirken die Saugöffnungen 12 nur auf einen zweiten Bereich 24, üblicherweise die Vorderwand
und eventuell die Seitenklappen und nicht auf einen ersten Bereich 16, üblicherweise
die Bodenklappe des Zuschnitts 4, da die während des nachfolgenden Faltvorganges angehoben
wird.
- (2) Passiert die Vorderkante der Bodenklappe 16 den Faltzylinder 14, wird diese mittels
in der Mantelfläche des Faltzylinders 14 angeordneten und ebenfalls mit Unterdruck
beaufschlagten Saugbohrungen 18 angehoben und entlang des Faltzylinders 14 (in der
dargestellten Sichtweise gegen den Uhrzeigersinn) geführt. Der Zuschnitt 4 wird somit
in diesem Verfahrensschritt durch zwei voneinander unabhängige Underdrucksysteme gehalten,
deren Bewegungsrichtung sich unterscheidet. Die Vorderwand 24 des Zuschnitts 4 wird
weiter auf dem Transportband 2 gehalten und in die Transportrichtung x bewegt, während
die Bodenklappe 16 angehoben wird und auf einer Kreisbahn entlang des Faltzylinders
14 geführt wird.
- (3) Sobald die komplette zu faltende Bodenklappe 16 angehoben wurde, wird der Unterdruck
im Faltzylinder 14 abgebaut und die Bodenklappe 16 wird nicht länger durch den Faltzylinder
14 gehalten. Die Vorderwand des Zuschnitts wird dagegen weiter am Transportband 2
gehalten und in Transportrichtung x bewegt. Diese Fortführung der Bewegung der Vorderwand
24 führt nun zur Faltung der Bodenklappe 16 entlang dem Bodenfalz 26. Ein im Faltprozess
hinter dem Faltzylinder 14 angeordnetes Faltblech 20 unterstützt dabei das Ablegen
der Bodenklappe 16 auf die Vorderwand 24. In einer alternativen Ausführung des Faltzylinders
14 kann dieser bei anliegendem Vakuum und durch eine Drehung im Uhrzeigersinn den
Faltprozess aktiv unterstützen.
- (4) Eine Nachfalzrolle 22, die im Faltprozess hinter dem Faltblech 20 angeordnet sein
kann sorgt für ein saubere Faltung und ein enges Aufliegen der Bodenklappe 16 auf
der Vorderwand 24.
- (5) Sobald der Zuschnitt 4 den Faltzylinder 14, das Faltblech 20 und die Nachfalzrolle
22 passiert hat, ist die Faltung der Bodenklappe 16 abgeschlossen. Der gefaltete Zuschnitt
4 liegt dabei weiter auf dem Transportband 2 und kann durch eine Anzahl an Saugöffnungen
12, an denen ein Unterdruck anliegt, verrutschfest gehalten werden. Der gefaltete
Zuschnitt 4 kann nun zur weiteren Verarbeitung, beispielsweise einer weiteren Faltung
oder ein Bedrucken der Bodenklappe 16, an eine nachgeschaltete Vorrichtung übergeben
werden.
[0025] Es ist ebenfalls möglich, dass in einem vorgelagerten Schritt mittels einer Klebeeinheit
ein Haft- oder Klebestreifen auf den Zuschnitt 4 aufgebracht wird, so dass die Faltung
die Vorderwand 24 oder Seitenklappen mit der Bodenklappe 16 verklebt. Wie bereits
erwähnt, ist es ebenfalls vorgesehen, dass wahlweise auf der Vorderwand 24 des Zuschnitts
4 ein Anzahl von weiteren Zuschnitten, beispielsweise ein zu verpackendes Gut 28 liegt,
dass durch die Faltung der Bodenklappe 16 eingehüllt oder verpackt wird. Diese zu
verpackenden oder zu umhüllenden Güter 28 werden dabei über ein Oberband 30, welches
mit der gleichen Geschwindigkeit wie das als Saugband ausgebildete Transportband 2
läuft, auf dem Bereich der Vorderwand 24 des Zuschnittes 4 gehalten. Aus diesem Grund
umfasst in der vorliegenden Ausführung der Faltzylinder 14 auch zwei einzelne, schmale
Faltwalzen, die beabstandet voneinander auf einer gemeinsamen Drehachse 32 angeordnet
sind. In diesen Zwischenraum der beiden Faltwalzen ragt das Oberband 30 hinein, so
dass das zu verpackende Gut 28 bis zum Faltprozess auf dem Zuschnitt 4 gehalten werden
kann.
[0026] In Fig. 4 ist ein Transportband 2 mit einem beispielhaften Lochbild von Saugöffnungen
12 in einem Ausführungsbeispiel gezeigt. Auf dem Saugband 2 sind dabei zwei Umschlagrohlinge
4 dargestellt, die mittels den Saugöffnungen 12 auf dem Transportband 2 rutschfest
gehalten werden und zusammen mit dem bzw. durch das Transportband 2 in Transportrichtung
x bewegt werden. Die Saugöffnungen 12 auf dem Transportband 2 sind dabei nicht gleichmäßig
über dem Transportband 2 verteilt sondern gezielt da angeordnet, wo eine besonders
hohe Haftung des Umschlagsrohlings 4 bei der Faltung gewünscht wird.
[0027] Es hat sich dabei gezeigt, dass eine hohe Haftung des zu faltenden Zuschnitts 4 an
dem Transportband 2 gerade entlang dem Falz 26 und dort auf der Seite der Vorderwand
24 wünschenswert ist. Aus diesem Grund sind bei der vorliegenden Querfaltung der Bodenklappe
16 des Umschlagrohlings in einem Abschnitt b
1 der Vorderwand 24, der an den Falz 26 angrenzt eine besonders hohe Anzahl von Saugöffnungen
12 vorgesehen, die sich im Wesentlichen über die gesamte Breite des Transportbandes
2 erstrecken. Die Abschnitte b
1, b
2, ... b
n sind dabei vorliegend derart gewählt, dass jeweils eine Reihe an Saugöffnungen 12
in einem eigenen Abschnitt b
1, b
2, ... b
n liegt. In den nachfolgenden Abschnitten b
2, b
3, ... b
n der Vorderwand 24, die weiter entfernt von dem Falz 26 liegen, ist dagegen eine geringere
Dichte der Saugöffnungen 12 vorgesehen. Diese Dichte an Saugöffnungen 12 nimmt im
vorliegenden Ausführungsbeispiel dabei zunächst stetig ab, je weiter der Bereich von
dem Falz 26 entfernt liegt, bis sie anschließend konstant bleibt, ehe keine Saugbohrungen
12 mehr vorgesehen sind. Die Anzahl der Abschnitte b
1, b
2, ... b
n in denen Saugöffnungen 12 vorgesehen sind, ist dabei an die Größe der zu faltenden
Zuschnitte 4 angepasst und erstreckt sich vorzugsweise mindestens über die gesamte
Länge der Vorderwand 24. Die Anzahl der Abschnitte b
1, b
2, ... b
n und auch die Anzahl der Saugöffnungen 12 bzw. die Breite über die sich die Saugöffnungen
12 im Bereich des Falzes 26 quer zur Transportrichtung x erstrecken sind dabei an
das größte zu faltende Format eines Zuschnitts 4 angepasst. Dadurch ist es möglich,
dass beliebige Formate von Zuschnitten 4 ohne Wechsel des Transportbandes 2 oder Stillstand
der Vorrichtung 1 verarbeitet werden können.
[0028] Durch dieses spezielle Lochbild und die besondere Verteilung der Saugöffnungen 12
wird erreicht, dass die Bodenklappe 16 des Umschlagrohlings 4, besonders einfach angehoben
werden kann, da in diesem Bereich keine Saugöffnungen 12 vorgesehen sind. Die Faltung
selbst aber besonders genau erfolgen kann, da die Vorderwand 24 des Umschlagrohlings
4 im Bereich des Falzes 26 durch eine Vielzahl von Saugöffnungen 12 entlang des Falzes
26 am Transportband 2 gehalten wird. Da auch der restliche Bereich der Vorderwand
24 rutschsicher und insbesondere auch verdrehsicher am Transportband 2 gehalten werden
soll, dort aber - wie sich gezeigt hat - keine derart hohen Anpressdrücke, wie sie
entlang des Falzes 26 gewünscht werden, nötig sind, wird auf eine Verteilung der Saugöffnungen
12 entlang der gesamten Breite des Saugbandes 2 verzichtet. Dies ist insbesondere
auch aus energiewirtschaftlichen Gründen wünschenswert. Die dabei entstehende Dreiecks-
oder auch T-Form des Lochbildes der Saugöffnungen 12 verhindert durch ihre Ausdehnung
sowohl längs des Transportbandes als auch quer zu diesem eine Verdrehung des zu faltenden
Zuschnitts 4 besonders gut.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1.
- Faltvorrichtung
- 2.
- Transportband
- 4.
- Zuschnitt
- 6.
- Antriebsrolle
- 8.
- Umlenkrolle
- 10.
- Unterdruckeinheit
- 12.
- Saugöffnungen
- 14.
- Faltzylinder
- 16.
- erster Bereich des Zuschnitts
- 18.
- Saugbohrungen
- 20.
- Faltblech
- 22.
- Nachfalzrolle
- 24.
- zweiter Bereich des Zuschnitts
- 26.
- Falz
- 28.
- Gut
- 30.
- Oberband
- 32.
- Drehachse
- x
- Transportrichtung
- b1, b2, ... bn
- Abschnitte des Zuschnitts
1. Vorrichtung (1) zum Falten von faltbaren Zuschnitten (4), umfassend ein Transportband
(2) zum Transport der Zuschnitte (4) und einen Faltzylinder (14) zur Aufnahme eines
ersten Bereiches eines Zuschnitts (16) vom Transportband (2), wobei das Transportband
(2) mit einer Anzahl von in einer Anzahl von quer zur Transportrichtung (x) des Zuschnitts
(4) verlaufenden Reihen angeordneten Saugöffnungen (12) versehen ist, die derart angeordnet
sind, dass sie mit einer ihnen zugeordneten Unterdruckeinheit (10) zumindest während
der Faltung einen zweiten Bereich des Zuschnitts (24) am Transportband (2) halten.
2. Vorrichtung (1) zum Falten von faltbaren Zuschnitten (4) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Reihe der Saugöffnungen (12), die an dem vorgesehenen Falz (26) des aufliegenden
Zuschnitts (4) grenzt, die größte Anzahl an Saugöffnungen (12) aufweist.
3. Vorrichtung (1) zum Falten von faltbaren Zuschnitten (4) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Anzahl der Saugöffnungen (12) je Reihe, ausgehend von dem vorgesehenen Falz
(26) des aufliegenden Zuschnitts (4) und entgegen der Transportrichtung (x), schrittweise
verringert oder konstant bleibt.
4. Vorrichtung (1) zum Falten von faltbaren Zuschnitten (4) nach einem der Ansprüche
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in Transportrichtung (x) nach dem Faltzylinder (14) ein Faltblech (20) angeordnet
ist.
5. Vorrichtung (1) zum Falten von faltbaren Zuschnitten (4) nach einem der Ansprüche
1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anzahl von Nachfalzrollen (22) angeordnet sind.
6. Verfahren (1) zum Falten eines faltbaren Zuschnitts (4) mit den Verfahrensschritten
- Transportieren des Zuschnitts (4) in eine Transportrichtung (x) durch ein Transportband
(2),
- Halten eines zweiten Bereiches des Zuschnitts (24) auf dem Transportband (2) durch
eine Ansaugvorrichtung über eine Anzahl von in einer Anzahl von quer zur Transportrichtung
(x) des Zuschnitts (4) verlaufenden Reihen angeordneten Saugöffnungen (12),
- Aufnehmen eines ersten Bereiches des Zuschnitts (16), der in Transportrichtung (x)
vordem zweiten Bereich (24) liegt, durch einen Faltzylinder (14),
- Faltung des Zuschnitts (4), indem der zweite Bereich (24) in Transportrichtung (x)
weiter und unter dem ersten Bereich (16) geführt wird,
- Ablage des ersten Bereichs (16) auf dem zweiten Bereich (24) durch Freigabe des
ersten Bereichs (16) durch den Faltzylinder (14).
1. Device (1) for folding foldable blanks (4), comprising a conveyor belt (2) for conveying
the blanks (4) and a folding cylinder (14) for picking up a first region of a blank
(16) from the conveyor belt (2), wherein the conveyor belt (2) is provided with a
plurality of suction openings (12) that are arranged in a plurality of rows extending
transversely to the conveying direction (x) of the blank (4) and are arranged such
that, by means of a vacuum unit (10) assigned to said suction openings, the suction
openings hold a second region of the blank (24) on the conveyor belt (2) at least
during the folding.
2. Device (1) for folding foldable blanks (4) according to claim 1, characterised in that the row of suction openings (12) that is adjacent to the intended fold (26) of the
blank (4) placed on the suction openings has the largest number of suction openings
(12).
3. Device (1) for folding foldable blanks (4) according to either claim 1 or claim 2,
characterised in that the number of suction openings (12) in each row either decreases in steps or remains
constant, starting from the intended fold (26) of the blank (4) placed on the suction
openings and counter to the conveying direction (x).
4. Device (1) for folding foldable blanks (4) according to any of claims 1 to 3, characterised in that a folding plate (20) is arranged downstream of the folding cylinder (14) in the conveying
direction (x).
5. Device (1) for folding foldable blanks (4) according to any of claims 1 to 4, characterised in that a plurality of flattening rollers (22) are arranged.
6. Method (1) for folding a foldable blank (4), comprising the method steps of:
- conveying the blank (4) in a conveying direction (x) by means of a conveyor belt
(2),
- holding a second region of the blank (24) on the conveyor belt (2) by means of a
suction device by means of a plurality of suction openings (12) arranged in a plurality
of rows extending transversely to the conveying direction (x) of the blank (4),
- picking up a first region of the blank (16), which region is in front of the second
region (24) in the conveying direction (x), by means of a folding cylinder (14),
- folding the blank (4) by guiding the second region (24) further in the conveying
direction (x) and below the first region (16), and
- placing the first region (16) on the second region (24) by the folding cylinder
(14) releasing the first region (16).
1. Dispositif (1) destiné au pliage de découpes (4) pliables, comprenant une bande de
transport (2), destinée au transport des découpes (4), et un cylindre de pliage (14),
destiné à la réception d'une première zone d'une découpe (16) de la bande de transport
(2), dans lequel la bande de transport (2) est pourvue d'un certain nombre d'orifices
d'aspiration (12), disposés en un certain nombre de rangées s'étendant perpendiculairement
à la direction du transport (x) de la découpe (4), et disposés de telle sorte qu'ils
maintiennent, tout du moins durant le pliage, une deuxième zone de la découpe (24)
sur la bande de transport (2) au moyen d'une unité de pression négative (10) qui leur
est associée.
2. Dispositif (1) destiné au pliage de découpes (4) pliables selon la revendication 1,
caractérisé en ce que la rangée d'orifices d'aspiration (12) qui jouxte le pli (26) prévu de la découpe
(4) positionnée sur les orifices d'aspiration, présente le plus grand nombre d'orifices
d'aspiration (12).
3. Dispositif (1) destiné au pliage de découpes (4) pliables selon la revendication 1
ou 2, caractérisé en ce que le nombre d'orifices d'aspiration (12) par rangée diminue progressivement ou demeure
constant, à partir du pli (26) prévu de la découpe (4) positionnée sur les orifices
d'aspiration et dans le sens opposé de la direction du transport (x).
4. Dispositif (1) destiné au pliage de découpes (4) pliables selon l'une des revendications
1 à 3, caractérisé en ce qu'une tôle de pliage (20) est disposée après le cylindre de pliage (14), dans la direction
du transport (x).
5. Dispositif (1) destiné au pliage de découpes (4) pliables selon l'une des revendications
1 à 4, caractérisé en ce qu'un certain nombre de galets de pliage (22) est mis en place.
6. Procédé (1) destiné au pliage d'une découpe (4) pliable comprenant les étapes de procédé
suivantes :
- transport de la découpe (4) dans une direction du transport (x) par l'intermédiaire
d'une bande de transport (2),
- maintien d'une deuxième zone de la découpe (24) sur la bande de transport (2) par
l'intermédiaire d'un dispositif d'aspiration, au moyen d'un certain nombre d'orifices
d'aspiration (12), lesquels sont disposés en un certain nombre de rangées qui s'étendent
perpendiculairement à la direction de transport (x) de la découpe (4),
- réception d'une première zone de la découpe (16) par l'intermédiaire d'un cylindre
de pliage (14), laquelle se trouve avant la deuxième zone (24) dans la direction du
transport (x),
- pliage de la découpe (4) en continuant le guidage de la deuxième zone (24) dans
la direction de transport (x) et au-dessous de la première zone (16),
- mise en position de la première zone (16) sur la deuxième zone (24) par la libération
de la première zone (16) par le cylindre de pliage (14).