| (19) |
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(11) |
EP 2 841 665 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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21.08.2019 Patentblatt 2019/34 |
| (22) |
Anmeldetag: 06.06.2013 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2013/061633 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2014/001048 (03.01.2014 Gazette 2014/01) |
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EINRICHTUNG ZUR PRÜFUNG UND AUFARBEITUNG EINES WEICHENANTRIEBS FÜR EINE EISENBAHNWEICHE
DEVICE FOR TESTING AND REFURBISHING A SWITCH MECHANISM FOR A RAILWAY SWITCH
DISPOSITIF POUR TESTER ET PARACHEVER UNE COMMANDE D'AIGUILLAGE POUR UN AIGUILLAGE
FERROVIAIRE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
29.06.2012 DE 102012211377
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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04.03.2015 Patentblatt 2015/10 |
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Patentinhaber: Siemens Mobility GmbH |
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81739 München (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- WOLF, Karsten
38159 Vechelde (DE)
- SCHÖNEBERG, Andreas
38112 Braunschweig (DE)
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| (56) |
Entgegenhaltungen: :
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- "PT 10K Multi", , 1. September 2008 (2008-09-01), Seiten 1-2, XP055094675, Gefunden
im Internet: URL:http://www.probitron.de/fileadmin/pdf/ datenblatt_multi.pdf [gefunden
am 2014-01-02]
- "hastema Bahntechnik Schulung", , 6. Oktober 2006 (2006-10-06), Seiten 1-13, XP055094672,
Gefunden im Internet: URL:http://www.transmetra.ch/images/storie s/pdf/sensorik/kraftsensoren/dokumente/a06
.applikation_weichenantrieb.pdf [gefunden am 2014-01-02]
- "Weichenstellsysteme - Richtungsweisende Technik von HANNING & KAHL", , 1. August
2010 (2010-08-01), Seiten 1-16, XP055094669, Gefunden im Internet: URL:http://www.hanning-kahl.de/fileadmin/h
uk/Inhalte/Abbildungen/Produkte_Service/Ba hntechnik/Weichenstellsystem/Weichenstells
ysteme_01.pdf [gefunden am 2014-01-02]
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Prüfung und Aufarbeitung eines
Weichenantriebs für eine Eisenbahnweiche gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0002] Eine Eisenbahnweiche ermöglicht einem Schienenfahrzeug den Übergang von einem Gleis
auf ein anderes Gleis ohne seine Fahrt zu unterbrechen. An einer Spitze der Weiche
ist ein Weichenantrieb angebracht, mit dem Weichenzungen gestellt und in ihrer Endlage
festgehalten werden. Ein zwischen dem Weichenantrieb und jeder der beiden Weichenzungen
eingebauter Weichenverschluss dient einerseits dazu, die anliegende Weichenzunge an
einer Backenschiene festzuhalten, um zu verhindern, dass sie durch Spannungen in der
Weichenzunge oder von außen einwirkende Kräfte bewegt wird; andererseits dient er
dazu, die abliegende Weichenzunge im ausreichenden Abstand zur anderen Backenschiene
zu halten. Bei langen Weichen, insbesondere bei Hochgeschwindigkeitsweichen, sind
zusätzliche, über die Länge der Weiche verteilte Weichenantriebe mit Verschlüssen
erforderlich. Elektrische Weichenantriebe sind mit einer Kupplungsvorrichtung ausgerüstet,
die Schäden verhindert, wenn der Umstellwiderstand zu groß wird oder wenn die Bewegung
durch Fremdkörper zwischen Weichenzunge und Backenschiene behindert wird.
[0003] Ein Weichenantrieb kann beispielsweise ein Gehäuse mit Deckel aufweisen, in dem ein
Elektromotor mit angeflanschtem Getriebe, Stellschieber mit Verschlusskurve, eine
Schalteinrichtung und ein Überwachungsschieber angeordnet sind. Die Drehbewegung des
Elektromotors kann über das Getriebe in eine geradlinige Stellbewegung der Stellschieber
umgesetzt werden. Von den Stellschiebern werden die Stellstangen angetrieben, die
die Stellbewegung auf die Weichenzungen übertragen. Zum Überwachen der Weichenzungenendlagen
können die Überwachungsschieber dienen. Zur Stellkraftbegrenzung kann eine einstellbare
Getriebekupplung vorgesehen sein.
[0005] Bei Weichenantrieben für Eisenbahnweichen muss in periodischen Zeitabständen überprüft
werden, ob diese zu ersetzen sind oder ob sie generalüberholt werden können. Bisher
werden die Weichenantriebe vom jeweiligen Einbauort zum Herstellerwerk zur Aufarbeitung
und Prüfung zurückgesandt. Damit geht aber ein großer logistischer und zeitlicher
Aufwand mit hohen Kosten einher: So müssen Reserveantriebe in ausreichender Zahl Vorort
vorrätig gehalten und während der Aufarbeitungszeit ersatzweise eingebaut werden.
Ferner müssen die aufzuarbeitenden Weichenantriebe, die ein Gewicht von zum Teil über
100 kg aufweisen können, nicht stapelbar auf Europaletten per Schiff oder Flugzeug
hin- und rücktransportiert und dabei jeweils ver- und entzollt werden. Im Herstellerwerk
muss die Aufarbeitung unter Berücksichtigung einer Priorisierung der laufenden Fertigung
neuer Weichenantriebe erfolgen.
[0007] Die Offenlegungsschrift
DE 10 2009 020 182 A1 offenbart einen mobilen Prüfstand zum Prüfen von Bremsen oder Antriebsaggregaten.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der eingangs genannte
Art bereitzustellen, mit der eine Aufarbeitung und Prüfung von zu überholenden Weichenantrieben
kosten- und zeitoptimiert durchführbar ist.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine gattungsgemäße Einrichtung zur
Prüfung und Aufarbeitung eines Weichenantriebs für eine Eisenbahnweiche, welche die
im kennzeichnenden Teil des Patentanspruches 1 angegebenen Merkmale aufweist. Demnach
ist der Prüfstand zur mechanischen und elektrischen Prüfung der Funktionstüchtigkeit
des Weichenantriebs nach vorgebbaren Prüfanweisungen in einem transportier- und begehbaren
Großraumbehälter angeordnet und betreibbar. Durch die Erfindung wird eine mobile Prüf-
und Aufarbeitungseinrichtung für Weichenantriebe bereitgestellt, die sämtliche Prüf-
und Werkstattmittel aufweist, um eine Aufarbeitung und Prüfung an verschiedenen Einsatzorten
durchführen zu können. Hierdurch werden der logistische, zeitliche und kostenmäßige
Aufwand für die routinemäßige Generalüberholung von Weichenantrieben für Eisenbahnweichen
erheblich reduziert. Ebenso verringert sich die Zeit, die der zu überholende Weichenantrieb
von seinem Ausbau bis zu seinem Wiedereinbau ausfällt und durch einen Reserveantrieb
ersetzt werden muss. Der umständliche Versand zurück ins Herstellerwerk entfällt,
wodurch dort Aufarbeitungsarbeiten von gebrauchten Weichenantrieben nicht eingeplant
werden müssen und Ressourcen zur Herstellung neuer Weichenantriebe eingesetzt werden
können.
[0010] Damit die erfindungsgemäße Prüf- und Aufarbeitungseinrichtung in Ländern mit unterschiedlichen
Landesversorgungsnetzen betrieben werden kann, ist ein Spannungsanpassungsmodul vorgesehen,
der die jeweils primärseitige Versorgungsspannung in eine sekundärseitige Betriebsspannung
für die Einrichtung umwandeln kann.
[0011] Darüber hinaus weist der Großraumbehälter erfindungsgemäß einen Prüfbereich, in dem
der Prüfstand angeordnet ist, und davon abgeteilt einen Werkstattbereich zur Aufarbeitung
eines Weichenantriebes auf. Die Bereiche können durch eine platzsparende Schiebetür
voneinander getrennt sein. Im Werkstattbereich sind alle Werkzeuge und Büroeinrichtungen
für eine Aufarbeitung eines Weichenantriebs angeordnet.
[0012] In einer vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Prüfanlage weist der
Prüfstand einen Linearantrieb zur Funktionsüberprüfung verschiedener Kräfte auf. Der
Linearantrieb weist beispielsweise einen verfahrbaren Schlitten auf, an dem eine Kuppelstange
zum Ankoppeln an eine Zahnstange des zu prüfenden Stellantriebs befestigt ist. Über
die Kuppelstange werden die zu überprüfenden Kräfte in unterschiedlichen Betriebssituationen
des Weichenantriebs übertragen. Durch Einsatz eines elektrischen Linearantriebes im
Vergleich zu hydraulischen Antrieben kann der Prüfstand vergleichsweise schlank ausgeführt
werden, damit dieser in dem Großraumbehälter untergebracht werden kann. Der Linearantrieb
bildet die im Betrieb an einer Eisenbahnweiche auftretenden und auf den Weichenantrieb
einwirkenden Kräfte nach.
[0013] In einer bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Einrichtung weist der Prüfstand
integrierte Prüfmittel für einen Hochspannungstest auf. Durch die Integration des
Hochspannungstests in den Prüfstand kann weiter Platz gespart werden, da für solche
Tests üblicherweise separate Prüfgeräte Anwendung finden.
[0014] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Einrichtung weist der
Prüfstand einen Satz auswechselbarer Befestigungsmodule zur Prüfung unterschiedlicher
Typen von Weichenantrieben auf. Weichenantriebe unterscheiden sich in Bauform und
-größe sowie durch die Anordnung der Stellschieber. Damit der Prüfstand schnell zur
Prüfung eines bestimmten Weichenantriebes umgerüstet werden kann, wird für jeden Typ
von Weichenantrieb ein Befestigungsmodul bereitgehalten, welches auf einem Prüftisch
des Prüfstandes schnell auswechsel- und festsetzbar ausgestaltet ist.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Einrichtung weist der
Prüfstand eine Schutzhaube zur Abdeckung eines zu prüfenden Stellantriebs auf. Um
Personen im Großraumbehälter vor Verletzungen durch Teile zu schützen, die sich bei
der Durchführung der Prüfung vom Stellantrieb ablösen, können Prüftisch und Linearantrieb
durch eine Schutzhaube abgedeckt werden. Die Schutzhaube besteht aus transparentem
aber durchschlagfestem Material.
[0016] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Prüfanlage
weist der Großraumbehälter einen Schwenkkran zum Ein- und Ausheben eines Weichenantriebs
auf. Dieser ist vorteilhaft an einer Seitenwand im Zugangsbereich eines Prüfbereichs
des Großraumbehälters angebracht und weist einen Schwenkbereich auf, der den nahen
Außenbereich sowie den Prüftisch des Prüfstandes überdeckt.
[0017] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Einrichtung weist
der Großraumbehälter Rechen- und Steuerungsmittel zur automatischen Ausführung von
Prüfabläufen auf. Zur automatisierten Durchführung von Prüfungen mit genau einstellbaren
Parametern sowie zur Protokollierung beziehungsweise Dokumentation der Prüfergebnisse
sind neben dem Prüfstand Rechen- und Steuerungsmittel angeordnet, die mit dem Linearantrieb
sowie mit einer Antriebseinheit des zu prüfenden Weichenantriebs verbunden und über
eine Ein-/Ausgabeschnittstelle auf einem Bedienpaneel bedienbar, die beispielsweise
durch eine Tastatur und einen Bildschirm oder einem Berührungsbildschirm gebildet
sein kann.
[0018] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Einrichtung ist
der Großraumbehälter wärmeisoliert und klimatisierbar. Auch diese Maßnahmen dienen
der Einsetzbarkeit der Prüfanlage an Einsatzorten unterschiedlichster Klimazonen und
Jahreszeiten. So kann beispielsweise eine Klimaanlage im Großraumbehälter angeordnet
sein. Diese Maßnahmen dienen der Herstellung von einheitlichen Referenzbedingungen
für beispielsweise Umgebungstemperatur und - luftfeuchtigkeit.
[0019] Weitere Eigenschaften und Vorteile der erfindungsgemäßen Prüfeinrichtung ergeben
sich aus nachfolgender Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnungen,
in deren
- FIG 1
- eine Grundriss einer erfindungsgemäße Prüf- und Aufarbeitungseinrichtung und
- FIG 2
- ein Prüfstand der in FIG 1 dargestellten Einrichtung in perspektivischer Darstellung
schematisch veranschaulicht sind.
[0020] In noch einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Prüfanlage
weist der Großraumbehälter einen Prüfbereich mit Prüfstand und davon abgeteilt einen
Werkstattbereich zur Aufarbeitung eines Stellantriebes auf.
[0021] Gemäß FIG 1 weist die erfindungsgemäße Prüfanlage zur Prüfung von Weichenantrieben
für Eisenbahnweichen einen Großraumbehälter 1 auf, der beispielsweise als transportier-
und begehbarer sogenannter 40-Fuß-High-Cube-Container nach ISO 668 mit einer Länge
von 12,040 m, einer Breite von 2,345 m und einer Höhe von 2,690 m als Innenmaßen ausgebildet
sein kann. Der als Übersee-Container ausgebildete Großraumbehälter 1 ist durch eine
Trennwand 2 in einen Prüfbereich 3 für Funktionstüchtigkeitsprüfungen und einen Werkstattbereich
4 für Aufarbeitungstätigkeiten eines zu überholenden Weichenantriebes aufgeteilt.
Die Trennwand 2 weist in raumsparender Weise eine Schiebetür 5 auf, um dem Prüf- und
Wartungspersonal einen direkten Wechsel zwischen Prüfbereich 3 und Werkstattbereich
4 zu ermöglichen.
[0022] Im Prüfbereich 3 weist der Großraumbehälter 1 an seiner äußeren Stirnseite eine Doppeldrehtür
6 auf, um zur Überholung angelieferte Weichenantriebe in den Prüfbereich 3 zu verbringen.
Hierzu ist im Prüfbereich 3 ein Schwenkkran 7 angeordnet, dessen Schwenkarm einen
halbkreisförmigen Schwenkbereich 8 aufweist und eine verfahrbare Laufkatze mit Kette
und Kranhaken trägt. Mittels des Schwenkkrans 7 wird der angelieferte Weichenantrieb
auf den Prüfstand 9 gehoben, wo er festgespannt und mit Prüfmitteln in Wirkverbindung
gebracht wird. Dem Prüfstand 9 ist ein erster Schaltschrank zugeordnet, in dem mit
den Prüfmitteln verbundene Steuer- und Rechenmittel 10 zur automatisierten Ausführung
von Funktionstüchtigkeitsprüfungen gemäß vorgebbarer Prüfanweisungen angeordnet sind.
In einem neben dem ersten angeordneten, zweiten Schaltschrank ist ein Spannungsanpassungsmodul
11 zur Bereitstellung der Betriebsspannung des Weichenantriebs angeordnet. Zur Bedienung
des Prüfstandes 9 ist ein Bedienpaneel 12 vorgesehen, auf dem eine Tastatur und ein
Bildschirm als Ein- und Ausgabemittel angeordnet sind. Um die in unterschiedlichen
Ländern und auch Jahreszeiten herrschenden klimatischen Bedingungen zu kompensieren
und einheitliche Referenzbedingungen für die Prüfumgebung herzustellen, weist der
Großraumbehälter 1 wärmeisolierte Wände und eine beispielsweise an der Decke hängende
Klimaanlage 13 zur Kühlung oder Heizung des Prüfbereichs 3 und des Werkstattbereichs
4 auf. Ferner ist hierzu die Behälteröffnung im Bereich der Doppeldrehtüren 6 durch
einen durchsichtigen Vorhang 14 verschlossen.
[0023] Der Werkstattbereich 4 ist von außen durch eine stirnseitig angeordnete Drehtür 15
zugänglich. Um einen beispielsweise auf einer Europalette angelieferten Weichenantrieb
auf das Niveau einer Montagebühne 16 zu transferieren, steht im Werkstattbereich 4
ein Gabelhubwagen 17 bereit. Für zwei Arbeitsteams stehen je eine Montagebühne 16
und je ein Werkzeugwagen 18 mit allen Handwerkzeugen für die durchzuführenden Arbeiten
zur Verfügung. Ein dritter Wagen 19 beinhaltet sämtliche Spezialwerkzeuge, etwa einen
Satz von Drehmomentschlüsseln, sowie dazugehörige Prüfeinrichtungen zur täglichen
Kontrolle. Eine Werkbank 20 dient der mechanischen Bearbeitung von Teilen des Weichenantriebs
oder der Durchführung von Reparaturen. Für Reinigungsarbeiten nach einem Entrosten
oder einem Nachschneiden von Gewinden ist im Werkstattbereich 4 ein Kompressor 21
zur Bereitstellung von Druckluft vorgesehen. In einem Kleinteileregal 24 mit Arbeitsplatte,
Fächern und Schubläden sind für einen Weichenantrieb benötigte Klein- und Normteile
aufbewahrt sowie sämtliche Vorrichtungen und Hilfsmittel für einen Teileaustausch.
Außerdem ist im Werkstattbereich 4 ein mobiles Büro mit Schreibtisch 23, Pinwand 24
und einem Schrank 25 eingerichtet, das zur Erstellung und Aufbewahrung von Prüfprotokollen,
zur Herstellung von Prüfabzeichen und sowie von zugehöriger Dokumentation, Zeichnungen
und dergleichen vorgesehen ist.
[0024] Gemäß FIG 2 weist ein Prüfstand 9 einer erfindungsgemäßen Einrichtung einen auf einem
Rahmengestell 90 aufliegenden und mit diesem fest verbundenen Prüftisch 91 auf. Zur
Aufnahme unterschiedlicher Weichenantriebe 26 gehört zum Prüfstand 9 ein Satz von
am Prüftisch 91 schnell auswechsel- und festsetzbaren Befestigungsmodulen 92. Neben
dem Prüftisch 91 ist ein elektrischer Linearantrieb 93 angeordnet, mit dessen Schlitten
eine Kuppelstange 94 linear verfahrbar ist. Die Kuppelstange 94 dient der Ankopplung
eines Stellschiebers 27 des zu prüfenden Weichenantriebs 26 an den Linearantrieb 93.
Der Einsatz eines rein elektrischen Linearantriebs 93 zur gesteuerten Erzeugung und
Übertragung einer definierten, in der jeweiligen Prüfanweisung vorgegebenen Kraft
auf den zu prüfenden Weichenantrieb 26 ermöglicht die besonders schlanke Ausführung
des Prüfstandes 9 und damit dessen platzsparende Unterbringung in einem transportfähigen
Großraumbehälter 1 (vgl. FIG 1). Zum Schutz vor sich im Prüfprozess ablösenden Teilen
sind der Linearantrieb 93 und der Prüftisch 91 durch eine durchschlagfeste und transparente
Schutzhaube 96 abdeckbar. Nicht dargestellte Versorgungs- sowie Steuerleitungen des
Prüfstandes 9 sind mit dem Spannungswandler 11 und den Steuer- und Rechenmitteln 10
(vgl. FIG 1) verbunden und an den Elektromotor des Weichenantriebs 26 anschließbar.
Der Spannungswandler 11 ist in Verbindung mit den Steuer- und Rechenmitteln 10 dazu
ausgebildet, am Weichenantrieb 26 auch einen Hochspannungstest durchzuführen. Durch
Integration der Hochspannungsprüfung in oder an den Prüfstand 9 wird Platz für eine
ansonsten zusätzliche Hochspannungsprüfeinrichtung eingespart.
[0025] Zu Beginn einer Prüfung findet eine visuelle Bestückungsprüfung des Weichenantriebs
26 gemäß einer zugehörigen Stückliste statt. Anschließend wird elektrische Prüfung
der Verdrahtung im Weichenantrieb 26 inklusive einer Hochspannungsprüfung durchgeführt.
Anschließend findet auf dem Prüfstand 9 die Funktionsprüfung statt, bei der Stellhub,
verschiedene Kräfte - etwa Festhaltekraft, Auffahrwiderstand, Auffahrsperrkraft, Stellkräfte,
Auslöse- und Rutschkraft - und die Stellzeit des Weichenantriebs 26 ermittelt und
protokolliert werden. In einer anschließenden mechanischen Prüfung wird die Funktion
von Prüfschiebern überprüft. In einer weiteren Hochspannungsprüfung wird die Durchschlagfestigkeit
von Anschaltgabeln gegen Masse geprüft. Abschließend erfolgt eine allgemeine Beschaffenheitsprüfung
des Weichenantriebs 26 durch Inaugenscheinnahme.
1. Einrichtung zur Prüfung und Aufarbeitung eines Weichenantriebs (26) für eine Eisenbahnweiche,
mit einem Prüfstand (9) zur mechanischen und elektrischen Prüfung der Funktionstüchtigkeit
des Stellantriebs (26) nach vorgebbaren Prüfanweisungen,
dadurch gekennzeichnet, dass der Prüfstand (9) in einem transportier- und begehbaren Großraumbehälter (1) angeordnet
und betreibbar ist, wobei der Großraumbehälter (1) einen Prüfbereich (3), in dem der
Prüfstand (9) angeordnet ist, und davon abgeteilt einen Werkstattbereich (4) zur Aufarbeitung
eines Weichenantriebes (26) aufweist und wobei der Großraumbehälter (1) ein Spannungsanpassungsmodul
(11) aufweist, um in Ländern mit unterschiedlichen Landesversorgungsnetzen die jeweils
primärseitige Versorgungsspannung in eine sekundärseitige Betriebsspannung für die
Einrichtung umzuwandeln.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, wobei der Prüfstand (9) einen Linearantrieb (93) zur
Funktionsüberprüfung von Kräften des Weichenantriebs (26) aufweist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Prüfstand (9) integrierte Prüfmittel
für einen Hochspannungstest aufweist.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Prüfstand (9) einen Satz auswechselbarer
Befestigungsmodule (92) zur Prüfung unterschiedlicher Typen von Weichenantrieben (26)
aufweist.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Prüfstand (9) eine Schutzhaube
(96) zur Abdeckung eines zu prüfenden Weichenantriebs (26) aufweist.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Großraumbehälter (1) einen
Schwenkkran (7) zum Ein- und Ausheben eines Weichenantriebs (26) aufweist.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der Großraumbehälter (1) Rechen-
und Steuermittel (10) zur automatischen Ausführung von Prüfanweisungen aufweist.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei der Großraumbehälter (1) wärmeisoliert
und klimatisierbar ist.
1. Device for testing and refurbishing a switch mechanism (26) for a railway switch,
with a test rig (9) for the mechanical and electrical testing of the functional capability
of the actuating mechanism (26) according to predeterminable test instructions,
characterized in that the test rig (9) is arranged and can be operated in a transportable and walk-in large-capacity
container (1), the large-capacity container (1) having a test area (3), in which the
test rig (9) is arranged, and, away from it, a workshop area (4) for the refurbishing
of a switch mechanism (26) and the large-capacity container (1) having a voltage adjustment
module (11), in order to convert the supply voltage respectively on the primary side
into an operating voltage on the secondary side for the device in countries with different
national power supply systems.
2. Device according to Claim 1, the test rig (9) having a linear drive (93) for the functional
testing of forces of the switch mechanism (26).
3. Device according to Claim 1 or 2, the test rig (9) having integrated testing means
for a high-voltage test.
4. Device according to one of Claims 1 to 3, the test rig (9) having a set of interchangeable
fastening modules (92) for the testing of different types of switch mechanisms (26).
5. Device according to one of Claims 1 to 4, the test rig (9) having a protective shroud
(96) for covering a switch mechanism (26) to be tested.
6. Device according to one of Claims 1 to 5, the large-capacity container (1) having
a slewing crane (7) for lifting a switch mechanism (26) in and out.
7. Device according to one of Claims 1 to 6, the large-capacity container (1) having
computing and controlling means (10) for the automatic execution of test instructions.
8. Device according to one of Claims 1 to 7, the large-capacity container (1) being thermally
insulated and climatically controllable.
1. Dispositif de contrôle et de remise à neuf d'une commande (26) d'un aiguillage de
chemin de fer, comprenant un banc (9) d'essai pour contrôler mécaniquement et électriquement
l'aptitude à fonctionner de la commande (26) suivant des instructions de contrôle
pouvant être données à l'avance, caractérisé en ce que le banc (9) d'essai est disposé et peut fonctionner dans un récipient (1) de grande
capacité pouvant être transporté et se prêtant à la circulation, le récipient (1)
de grande capacité ayant une partie (3) de contrôle, dans laquelle est disposée le
banc (9) d'essai et, en en étant séparée, une partie (4) d'atelier pour la remise
à neuf d'une commande (26) d'aiguillage, le récipient (1) de grande capacité ayant
un module (11) d'adaptation de la tension pour, dans des pays ayant des réseaux d'alimentation
nationaux différents, transformer la tension d'alimentation du côté primaire en une
tension de fonctionnement du côté secondaire pour le dispositif.
2. Dispositif suivant la revendication 1, dans lequel le banc (9) d'essai a un entraînement
(93) linéaire pour le contrôle de fonctionnement de forces de la commande (26) d'aiguillage.
3. Dispositif suivant la revendication 1 ou 2, dans lequel le banc (9) d'essai a des
moyens de contrôle intégrés pour un test de haute tension.
4. Dispositif suivant l'une des revendications 1 à 3, dans lequel le banc (9) d'essai
a un jeu de modules (92) de fixation échangeables pour contrôler des types différents
de commande (26) d'aiguillage.
5. Dispositif suivant l'une des revendications 1 à 4, dans lequel le banc (9) d'essai
a un capot (96) de protection pour recouvrir une commande (26) d'aiguillage à contrôler.
6. Dispositif suivant l'une des revendications 1 à 5, dans lequel le récipient (1) de
grande capacité a une grue (7) pivotante pour faire entrer et sortir une commande
(26) d'aiguillage en la soulevant.
7. Dispositif suivant l'une des revendications 1 à 6, dans lequel le récipient (1) de
grande capacité a des moyens (10) informatiques et de commande pour exécuter automatiquement
des instructions de contrôle.
8. Dispositif suivant l'une des revendications 1 à 7, dans lequel le récipient (1) de
grande capacité est calorifugé et peut être climatisé.


IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente
In der Beschreibung aufgeführte Nicht-Patentliteratur
- WeichenstellsystemeProduktinformationFirma Hanning & Kahl20100800 [0004]
- WAPS - Weichenantriebs PrüfstandProduktinformationFirma Hastema GmbH20080100 [0006]
- PT 10K KompaktProduktinformationFirma probitron GmbH20080900 [0006]