[0001] Die Erfindung betrifft ein Haushaltgerät zur Durchführung eines Behandlungsprogramms,
etwa eines Spül-, Wasch- oder Backprogramms, umfassend einen Gerätekorpus, der einen
eine Beschickungsöffnung aufweisenden Behandlungsraum umschließt, eine Tür, mit der
die Beschickungsöffnung während des Behandlungsprogramms fluiddicht verschließbar
ist, sowie ein zwischen einer maximalen Einfahr- und Ausfahrposition verschiebbar
gelagertes Schubelement, wobei die Tür in eine zur Durchführung des Behandlungsprogramms
vorgesehene Schließstellung gebracht werden kann, in der die Tür mittels des Schubelements
in einer Anpressrichtung gegen den Gerätekorpus gepresst wird, wobei zwischen Tür
und Gerätekorpus eine Türdichtung angeordnet ist, und wobei das Schubelement mit einem
Türverschluss zusammenwirkt, mit dem die Tür in Schließstellung verriegelt ist.
[0002] Ein solches Haushaltgerät ist aus der
DE 44 43 849 A1 bekannt. Mit dem Schubelement wird die Tür dabei programmgesteuert, insbesondere
zur Unterstützung der Trocknung, automatisch in eine Öffnungsstellung mit einer bestimmten
Spaltbreite aufgestellt. Dabei ist es einerseits möglich, dass die Verriegelung des
Türverschlusses in der Öffnungsstellung bestehen bleibt. Andererseits wird auch eine
alternative Ausführungsform angedeutet, bei der der Türverschluss beim automatischen
spaltförmigen Öffnen der Tür auch entriegelt wird. Die erste Ausführungsform hat dabei
den Handhabungsnachteil, dass der Benutzer die Tür bei manueller Türöffnung gegen
die Türverschlusskraft "überreißen" muss, um die Verriegelung zu lösen - ein schnelles
Öffnen der Tür wird dadurch behindert. Dies wird zwar in der zweiten Ausführungsform
vermieden, dafür stellt die Tür ein gewisses Sicherheitsrisiko dar, da die Tür bei
automatischer Türöffnung im Fall einer defekten Türfeder unvermutet herunterfallen
würde.
[0003] Der Erfindung stellt sich das Problem, ein Haushaltgerät und ein Verfahren zum Betrieb
des Haushaltgeräts bereitzustellen, wodurch bedarfsgerecht eine komfortable Handhabung
und sichere Nutzung ermöglicht wird.
[0004] Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch das Haushaltgerät und das korrespondierende
Verfahren zum Betrieb eines Haushaltgeräts mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich
aus den abhängigen Ansprüchen.
[0005] Das erfindungsgemäße Haushaltgerät zur Durchführung eines Behandlungsprogramms weist
einen Gerätekorpus auf, der einen eine Beschickungsöffnung aufweisenden Behandlungsraum
umschließt. Beim Haushaltgerät kann es sich beispielsweise um einen Geschirrspüler,
eine Waschmaschine, Mikrowelle, Dampfgarer oder einen Backofen handeln, vorzugsweise
handelt es sich jedoch um ein wasserführendes Haushaltgerät, insbesondere um eine
Geschirrspülmaschine.
[0006] Das Haushaltgerät umfasst eine Tür, mit der die Beschickungsöffnung während des Behandlungsprogramms
fluiddicht verschließbar ist. Darüber hinaus weist es ein zwischen einer maximalen
Einfahr- und Ausfahrposition verschiebbar gelagertes Schubelement auf. Zur Steuerung
der Verschiebung des Schubelements dient eine Steuereinrichtung. Erfindungsgemäß kann
die Tür in eine Schließstellung gebracht werden, in der die Tür mittels des Schubelements
in einer Anpressrichtung unter Zwischenlage einer Türdichtung gegen den Gerätekorpus
gepresst wird. In Schließstellung befindet sich die Tür in einer Türstellung relativ
zum Gerätekorpus, die zur Durchführung des Behandlungsprogramms vorgesehen ist. In
Schließstellung ist die Beschickungsöffnung fluiddicht verschlossen und die Tür verriegelt.
Hierfür ist das Schubelement so ausgebildet, dass es mit einem Türverschluss zusammenwirkt,
wodurch eine Verriegelung der Tür herbeigeführt ist. Das geräteseitige Schubelement
und der türseitige Türverschluss sind dabei vorzugsweise kraftschlüssig miteinander
verbunden Gemäß der Erfindung weist das Haushaltgerät einen Türöffnungsmechanismus
auf, bei dem mit einer Verschiebung des Schubelements eine Bewegung der Tür aus der
Schließstellung in Anpressrichtung bewirkt werden kann, wodurch eine Entriegelung
des Türverschlusses ausgelöst wird. Die Verschiebung des Schubelements wird dabei
durch die Steuereinrichtung ausgelöst. Die Entriegelung erfordert somit keine vom
Benutzer aufzuwendende Kraft, stattdessen erfolgt sie durch die geräteseitig ausgelöste
und gesteuerte Verschiebung des Schubelements. Dabei wird das Schubelement in Richtung
einer maximalen Einfahrposition verschoben, wodurch die Tür ausgehend von der Schließstellung,
in der die Tür bereits unter Zwischenlage der Türdichtung gegen den Gerätekorpus gepresst
ist und welche die fluiddichte Gebrauchsstellung zur Durchführung eines Behandlungsprogramms
darstellt, noch weiter in Anpressrichtung bewegt wird. Die Türdichtung ist dabei einerseits
so ausgebildet, dass sie in Schließstellung eine Fluiddichtheit gewährt, und andererseits
hinreichend flexibel ist, so dass sie ausgehend von der Schließstellung eine Bewegung
der Tür in Anpressrichtung über einen vorgegebenen Verfahrweg zulässt. Dieser beträgt
insbesondere mindestens 1 mm, vorzugsweise mindestens 3mm, insbesondere 3 bis 6 mm.
[0007] Mit zunehmender Kompression der Türdichtung nimmt deren Gegenkraft zu. Bei einer
bestimmten Position des Schubelements bzw. Annäherung der Tür an den Gerätekorpus
löst sich die Verriegelung, insbesondere die kraftschlüssige Verbindung zwischen Schubelement
und Türverschluss; anders ausgedrückt "überreißt" das Schubelement die Schließ- bzw-Haltekraft
des Türverschlusses und Tür und Schubelement werden voneinander getrennt.
[0008] Vorzugsweise weist das Haushaltgerät einen Antrieb zur Verschiebung des Schubelements
auf. Dieser ist in seiner Antriebsrichtung reversierbar ausgebildet, d.h. eingerichtet
dazu, das Schubelement in zwei entgegengesetzte Richtungen zu verschieben, insbesondere
ein- und auszufahren. Der Antrieb weist Mittel auf zur Übertragung einer Kraft auf
das Schubelement. Vorzugsweise handelt es sich um einen motorischen Antrieb, insbesondere
einen Elektromotor. Die Steuereinrichtung ist mit dem Antrieb steuerungstechnisch
verbunden zur Steuerung der Verschiebung des Schubelements über den Antrieb.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung sieht einen Schalter vor, mit dem das Erreichen
einer maximalen Einfahrposition des Schubelements überwacht werden kann. Dieser ist
so angeordnet und ausgelegt, dass bei Erreichen dieser Position der Türverschluss
bereits zwingend entriegelt ist und das Schubelement somit von der Tür getrennt ist,
d.h. insbesondere keine kraftschlüssige Verbindung mehr zwischen ihnen besteht.
[0010] Ein weiteres Ausführungsbeispiel sieht vor, dass der Türöffnungsmechanismus dazu
eingerichtet ist, abhängig von einem Signal des Schalters eine Reversierung der Verschiebung
des Schubelements vorzunehmen. Hierzu ist der Schalter vorzugsweise signaltechnisch
mit der Steuereinrichtung verbunden. Sobald die maximale Einfahrposition des Schubelements
erreicht ist, steuert die Steuereinrichtung aufgrund eines Signals des Schalters den
Antrieb derart an, dass die Antriebsrichtung umgedreht wird und das Schubelement somit
aus der maximalen Einfahrposition wieder zurück bewegt wird.
[0011] Der Türöffnungsmechanismus ist vorzugsweise dazu ausgelegt, abhängig von einem Türöffnungswunsch
des Benutzers eine Entriegelung des Türverschlusses und eine spaltweise Türöffnung
zu bewirken. Besondere Vorteile hat die erfindungsgemäße Ausbildung des Haushaltgeräts
und dessen Betriebsverfahren, wenn es sich bei dem Haushaltgerät um ein vollintegriertes
Haushaltgerät, insbesondere ein griffloses vollintegriertes Haushaltgerät, insbesondere
eine grifflose vollintegrierte Geschirrspülmaschine handelt. Vorzugsweise weist das
Haushaltgerät einen Sensor auf, mit dem ein Türöffnungswunsch eines Benutzers erfasst
werden kann. Dabei kann es sich beispielweise um einen optischen, akustischen oder
kapazitiven Sensor handeln. Vorzugsweise ist der Sensor in der Lage, ein Annähern
an die Dekorfront, eine Bewegung entlang der Dekorfront oder ein Klopfen an die Dekorfront
des als vollintegriert ausgebildeten Haushaltgeräts als Türöffnungswunsch zu erfassen.
Der Sensor ist mit der Steuereinrichtung signaltechnisch verbunden, so dass abhängig
von einem durch den Sensor erfassten Türöffnungswunsch die Steuereinrichtung ein Steuersignal
an das Schubelement abgeben kann.
[0012] Vorzugsweise ist das Schubelement dazu ausgebildet, die Tür einen Spalt weit aufzustellen.
Durch Verschieben des Schubelements in Ausfahrrichtung, d.h. in Richtung seiner maximalen
Ausfahrposition wird die Tür dabei durch das Schubelement in eine geöffnete Stellung
gedrückt. Das Schubelement ist dabei insbesondere derart verschiebbar, dass bei maximaler
Ausfahrposition des Schubelements ein Griff in die Türfalz durch den Benutzer möglich
ist, so dass dieser die Tür ganz aufklappen kann. Dadurch lässt sich auch ein griffloses
Haushaltgerät leicht handhaben. Da vom Benutzer keine Verriegelung zu überwinden ist,
ist ihm eine besonders komfortable Öffnung der Tür mit minimalem Kraftaufwand ermöglicht.
[0013] Ein Türöffnungsmechanismus sieht somit vor, dass das Schubelement nach Erfassen eines
vom Benutzer abgegebenem Türöffnungswunsches zunächst in eine erste Richtung verschoben
wird, wobei eine Bewegung der Tür aus der Schließstellung in Anpressrichtung bewirkt
wird. Dadurch wird die Entriegelung des Türverschlusses ausgelöst. Anschließend erfolgt
eine automatische Umkehr der Verschieberichtung des Schubelements, wodurch die Tür
vom Schubelement einen Spalt weit aufgestellt wird.
[0014] Für das Aufstellen der Tür im Anschluss an die erfindungsgemäße Entriegelung des
Türverschlusses können in einem Ausführungsbeispiel auch Federmittel vorhanden sein,
die zwischen Tür und Gerätekorpus, vorzugsweise am Gerätekorpus, angeordnet sind.
Diese können anstelle des Schubelements oder gemeinsam mit dem Schubelement das Aufstellen
der Tür bewirken, sobald der Türverschluss entriegelt ist. Sie sind so angeordnet
und ausgebildet, dass sie beim Anpressen der Tür an den Gerätekorpus Energie speichern,
welche Sie nach der Entriegelung der Tür an diese abgeben und die Tür dadurch einen
spaltweit aufdrücken. Hierdurch kann ein besonders schnelles Aufstellen der Tür erreicht
werden.
[0015] Gemäß einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist das Haushaltgerät
darüber hinaus dazu ausgebildet, im Ablauf eines Betriebsprogramms eine automatische
spaltweite Türöffnung zu ermöglichen. In einem Betriebsprogramm erfolgt dabei eine
automatische spaltweite Öffnung der Tür zu einem vom Betriebsprogramm vorgegebenem
Zeitpunkt, etwa bei einem Geschirrspüler in an sich bekannter Weise während eines
Programmabschnitts TROCKNEN, um Dampf durch den Spalt in die Umgebung abzugeben und
somit eine verbesserte und beschleunigte Trocknung zu erreichen.
[0016] Hierfür stellt das Haushaltgerät neben dem zuvor beschriebenen ersten Türöffnungsmechanismus
vorzugsweise einen von diesem verschiedenen zweiten Türöffnungsmechanismus bereit,
der sich insbesondere dadurch auszeichnet, dass die Tür vom Schubelement einen Spalt
weit aufgestellt wird, ohne dass die Verriegelung zwischen dem Schubelement und dem
Türverschluss gelöst wird. Auf diese Weise ist ein besonders sicherer Türöffnungsmechanismus
bereitgestellt, da ein Herunterfallen der Tür auch bei defekter Türfeder sicher vermieden
wird. Dieser zweite Türöffnungsmechanismus eignet sich besonders zur Realisierung
einer im Ablauf eines Betriebsprogramms erfolgenden automatischen spaltweiten Türöffnung,
da diese nicht unmittelbar vom Benutzer veranlasst wird, sondern programmgemäß erfolgt.
Diese Art der automatischen spaltweiten Türöffnung erfolgt somit für den Benutzer
unvermittelt bzw. typischerweise derart, dass der Benutzer nicht in Erwartung der
Türöffnung unmittelbar bereitsteht.
[0017] Das Schubelement ist somit einerseits dazu ausgebildet, die Tür in entriegeltem Zustand
gemäß erstem Türöffnungsmechanismus aufzustellen, als auch dazu ausgebildet, die Tür
in verriegeltem Zustand gemäß zweitem Türöffnungsmechanismus aufzustellen. Vorzugsweise
wird die Tür abhängig, insbesondere ausschließlich abhängig, von der Steuerung des
Schubelements durch die Steuereinrichtung bzw. vom von der Steuereinrichtung vorgegebenen
Bewegungsablauf des Schubelements entweder gemäß erstem Türöffnungsmechanismus oder
gemäß zweitem Türöffnungsmechanismus geöffnet. Dabei erfolgt eine Türöffnung in entriegeltem
Zustand gemäß erstem Türöffnungsmechanismus, wenn, insbesondere ausschließlich wenn
ein vom Benutzer abgegebener Türöffnungswunsch erfasst wird, während eine Türöffnung
in verriegeltem Zustand gemäß zweitem Türöffnungsmechanismus erfolgt, wenn das Betriebsprogramm
eine Türöffnung programmgemäß vorsieht.
[0018] Beim Bewegungsablauf des Schubelements gemäß erstem Türöffnungsmechanismus wird das
Schubelement bei dem Haushaltgerät, bei dem sich die Tür zunächst in Schließstellung
befindet, wie bereits beschrieben zunächst bis zu einer maximalen Einfahrposition
des Schubelements in Einfahrrichtung verschoben und anschließend in umgekehrter Richtung
zurückverschoben, wobei es dabei die Tür einen Spalt weit aufstellt. Dagegen wird
beim Bewegungsablauf des Schubelements gemäß zweitem Türöffnungsmechanismus ausgehend
von der Situation, bei dem sich die Tür zunächst in Schließstellung befindet, das
Schubelement ohne zuvoriges Verschieben in Einfahrrichtung in Ausfahrrichtung verschoben,
so dass die Tür im verriegelten Zustand einen Spalt weit aufgestellt wird.
[0019] Durch die Erfindung wird bedarfsgerecht eine komfortable Handhabung und sichere Nutzung
ermöglicht, da im Falle eines vom Benutzer abgegebenen Türöffnungswunsches die Tür
entriegelt geöffnet wird, so dass die Tür für den Benutzer leicht handhabbar ist.
Im Falle einer programmgemäßen Türöffnung wird die Tür stattdessen mit verriegeltem
Türverschluss geöffnet, so dass ein Fehlerfall, etwa eine eventuell defekte Türfeder
keine Gefährdung darstellt. Bei einem vom Benutzer abgegebenen Türöffnungswunsch ist
der Sicherheitsaspekt dagegen vernachlässigbar, da der Benutzer die Türöffnung bewusst
auslöst und daher erwartet, so dass in diesem Fall kein Gefährdungspotential besteht.
Die erfindungsgemäße Lösung ist dabei mit vergleichsweise geringem konstruktivem Aufwand
realisierbar. Insbesondere werden die verschiedenen Funktionen, insbesondere Öffnen
und Schließen der Tür und Entriegeln des Verschlusses, und die unterschiedlichen Türöffnungsmechanismen
ausschließlich durch das Verschieben des Schubelements erreicht. Hierdurch ist eine
vergleichsweise einfache Variantenbildung in der Konstruktion verschiedener Haushaltgerätemodelle
möglich. Insbesondere kann eine Vielzahl von Varianten allein durch Veränderung der
Gehäuseelektronik bzw. der Software realisiert werden.
[0020] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Haushaltgeräts
- Figur 2
- eine schematische Darstellung eines Ausschnitts eines erfindungsgemäßen Haushaltgeräts
1 im Querschnitt
[0021] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Haushaltgeräts
1. Dieses weist einen Gehäusekorpus 2 auf, welche einen Behandlungsraum umschließt
und an dessen Frontseite eine Beschickungsöffnung 3 durch eine horizontal verschwenkbare
Tür 4 fluiddicht verschließbar ist.
[0022] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausschnitts eines erfindungsgemäßen
Haushaltgeräts 1 im Querschnitt. Die abschnittsweise gezeigte Tür 4 ist mit einer
Dekorfront 5 versehen. Die Tür 4 befindet sich vorliegend in Schließstellung, bei
der sie die (hier nicht dargestellte) Beschickungsöffnung 3 fluiddicht abschließt,
und ein in Position "0" befindliches Schubelement 7 mit einem türseitigen Türverschluss
6 kraftschlüssig miteinander verbunden sind und das Haushaltgerät 1 somit verriegelt
ist. Der Türverschluss kann beispielsweise einen federgelagerten beweglichen Rasthaken
aufweisen, der in eine Öffnung des Schubelements eingreift. Zwischen der Tür 4 und
dem (hier nicht gezeigten) Gerätekorpus 2, gegen den die Tür 4 in der Schließstellung
gepresst ist, befindet sich umlaufend der Beschickungsöffnung 3 eine Türdichtung 8.
[0023] Die erfindungsgemäße Ausbildung des Haushaltgeräts 1 ermöglicht, dass die Entriegelung,
d.h. das Ausklinken des Schubelements 7 aus dem Türverschluss 6 nicht manuell durch
den Bediener mittels der Kraft "F" vorgenommen werden muss, stattdessen erfolgt dies
durch die Bewegung des Schubelements 7 mittels des Antriebs 9 und gesteuert durch
eine nicht gezeigte Steuereinrichtung. Nach Registrierung eines Türöffnungswunsch
des Benutzers durch einen nicht gezeigten Sensor, der vom Benutzer z.B. manuell übermittelt
wird, etwa durch Drücken oder Klopfen auf die grifflose Dekorplatte 5 wird ein Öffnungssignal
durch die Steuereinrichtung (nicht gezeigt) ausgelöst. Dadurch wird das Schubelement
7 durch den als Elektromotor - vorzugsweise handelt es sich hierbei um einen Gleichstrommotor-
ausgebildeten Antrieb 9 ausgehend von der Schließstellung der Tür 4, bei der das Schubelement
sich in der mit "0" bezeichneten Position befindet, weiter in Richtung der maximalen
Einfahrposition 13 verschoben wird, bis die maximale Einfahrposition 13 mittels des
Endschalters 10 erkannt wird. Der Verfahrweg beträgt hierfür nur wenige Millimeter.
[0024] Bei dieser Verschiebung des Schubelements 7 wird die Tür 4 zunächst weiter in Anpressrichtung
16 gegen die Türdichtung 8 gezogen und dadurch der Abstand "D" reduziert. Ab einer
bestimmten Kraft kann die Türdichtung 8 nicht weiter komprimiert werden und das Schubelement
7 "überreißt" die Schließ- bzw. Haltekraft des Türverschlusses 6 - Tür 4 und Schubelement
7 werden voneinander getrennt. Die Gegenkraft der Türdichtung 8 unterstützt dabei
das Ausklinken. Sobald der Endschalter 10 durch das Schubelement 7 betätigt wird,
reversiert der Elektromotor 9 und das Schubelement 7 wird in die gegenüber der Anpressrichtung
16 umgekehrte Richtung geschoben, wobei es die Tür 4 aufschiebt - der Bediener kann
die Tür 4 jetzt durch den Griff in die in die Türfalz ganz aufklappen.
[0025] Da zum Verrasten des Schubelements 7 im Türverschluss 6 eine Kraft typischerweise
in der Größenordnung von ca. 20 N zum Überwinden der Federmechanik notwendig ist,
kann das Schubelement 7 durch die Öffnungsbewegung nicht wieder im Türverschluss 6
verklinkt bzw. verrastet werden - zum Schwenken der Tür 4 wird eine wesentlich geringere
Kraft benötigt.
[0026] In einer weiteren Lösungsausprägung der Erfindung wird die Tür durch die Expansion
der Türdichtung 8, welche durch deren Elastizität bewirkt wird, leicht aufgestoßen,
damit der Bediener diese zum Aufklappen greifen kann. Dieser Vorgang wird vorzugsweise
durch ein oder mehrere am Korpus 2 des Haushaltgeräts 1 angeordnete Federelemente
17 unterstützt. Bei dem einen oder mehreren Federelementen kann es sich etwa um Schenkelfedern,
Blattfedern oder Tellerfedern handeln. Des Weiteren können auch federunterstützte
Stößel verwendet werden.
[0027] Ein anderer Öffnungsmechanismus läuft ab, wenn der Öffnungsvorgang der Tür 4 nicht
manuell vom Benutzer angefordert wird, sondern betriebsprogrammgemäß erfolgt - etwa
bei einer Geschirrspülmaschine am Programmende vorzugsweise unmittelbar nach der Trocknungsphase.
Dabei wird das Schubelement 7 automatisch in Ausfahrrichtung ("S1") verschoben, bis
ein zweiter Endschalter 11,12 die Position "Tür teilweise geöffnet" bzw. "Tür aufgestellt"
erkennt. Dabei bleibt die kraftschlüssige Verriegelung des Schubelements 7 mit dem
Verschluss 6 bestehen. Der Bediener muss jetzt, um die Tür 4 vollständig zu öffnen,
die Tür 4 mittels der Kraft "F" aus dem Türverschluss 6 ausklinken bzw. den Türverschluss
6 "überreißen. Nach dem vollständigen Öffnen der Tür 4 wird das Schubelement 7 wieder
in die Position "0" bewegt.
[0028] Mittels der erfindungsgemäßen Lösung wird ein Türöffnungsmechanismus bzw. ein Verfahren
für einen Türöffnungsmechanismus offenbart, mit dem sich alle in der Praxis auftretenden
Öffnungsbedingungen realisieren lassen, wobei die Vorteile besonders bei einem vollintegrierten
Geschirrspüler 1 mit griffloser Dekorplatte 5 zum Tragen kommen.
[0029] Es versteht sich von selbst, dass sich die Erfindung auch auf andere Ausführungsformen
von Türöffnungsmechanismen, insbesondere auch auf Lösungsausprägungen ohne Elektromotor
etc. übertragen lässt, in dem die die beschriebenen Bewegungsabläufe des Schubelements
7 durch einen anders gearteten Antrieb 9 - realisiert wird.
1. Haushaltgerät (1) zur Durchführung eines Behandlungsprogramms, etwa eines Spül-, Wasch-
oder Speisezubereitungsprogramms, umfassend einen Gerätekorpus (2), der einen eine
Beschickungsöffnung (3) aufweisenden Behandlungsraum umschließt,
eine Tür (4), mit der die Beschickungsöffnung (3) während des Behandlungsprogramms
fluiddicht verschließbar ist,
ein zwischen einer maximalen Einfahr- und Ausfahrposition verschiebbar gelagertes
Schubelement (7),
sowie eine Steuereinrichtung zur Steuerung der Verschiebung des Schubelements (7),
wobei die Tür (4) in eine zur Durchführung des Behandlungsprogramms vorgesehene Schließstellung
gebracht werden kann, in der die Tür (4) mittels des Schubelements (7) in einer Anpressrichtung
(16) unter Zwischenlage einer Türdichtung (8) gegen den Gerätekorpus (2) gepresst
wird, und
wobei das Schubelement (7) mit einem Türverschluss (6) zusammenwirkt, mit dem die
Tür (4) in Schließstellung verriegelt ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit einer Verschiebung des Schubelements (7) eine Bewegung der Tür (4) aus der Schließstellung
in Anpressrichtung (16) bewirkt werden kann, wodurch eine Entriegelung des Türverschlusses
(6) ausgelöst wird.
2. Haushaltgerät (1) nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Antrieb (9), vorzugsweise ein motorischer Antrieb (9), für das Schubelement (7)
vorhanden ist.
3. Haushaltgerät (1) nach mindestens einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Schalter (10) vorhanden ist, mit dem das Erreichen der maximalen Einfahrposition
(13) des Schubelements (7) überwacht werden kann.
4. Haushaltgerät (1) nach mindestens einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Sensor vorhanden ist, mit dem ein Türöffnungswunsch eines Benutzers erfasst werden
kann.
5. Haushaltgerät (1) nach mindestens einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit einer Verschiebung des Schubelements (7) eine Bewegung der Tür (4) aus der Schließstellung
entgegengesetzt zur Anpressrichtung (16) bewirkt werden kann, wodurch die Tür (4)
einen Spalt weit aufgestellt werden kann, ohne dass eine Entriegelung des Türverschlusses
(6) erfolgt.
6. Verfahren zum Betrieb eines Haushaltgeräts (1), insbesondere eines Haushaltgeräts
(1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, welches einen Gerätekorpus (2) umfasst,
der einen eine Beschickungsöffnung aufweisenden Behandlungsraum umschließt,
und eine Tür (4), die zur Durchführung eines Behandlungsprogramms in eine dafür vorgesehene
Schließstellung gebracht wird, in der sie mittels eines verschiebbar gelagerten Schubelements
(7) in einer Anpressrichtung (16) gegen den Gerätekorpus (2) gepresst wird,
wobei zwischen Tür (4) und Gerätekorpus (2) eine Türdichtung (8) angeordnet ist,
so dass die Beschickungsöffnung (3) während des Behandlungsprogramms fluiddicht verschlossen
ist, und
wobei das Schubelement (7) mit einem Türverschluss (6) zusammenwirkt, mit dem die
Tür (4) in Schließstellung verriegelt ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit einer Verschiebung des Schubelements (7) eine Bewegung der Tür (4) aus der Schließstellung
in Anpressrichtung (16) bewirkt wird, wodurch eine Entriegelung des Türverschlusses
(4) ausgelöst wird.
7. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach der Entriegelung des Türverschlusses (6) das Schubelement (7) in entgegengesetzter
Richtung verschoben wird, wodurch die Tür (4) vom Schubelement (7) zumindest einen
Spalt weit aufgestellt wird.
8. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 6 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Umdrehung der Bewegungsrichtung des Schubelements (7) durch einen Schalter (10)
ausgelöst wird, sobald dieser das Erreichen einer maximalen Einfahrposition (10) des
Schubelements (7) erkennt.
9. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Behandlungsprogramm einen Programmabschnitt aufweist, in dem programmgemäß eine
automatische Türöffnung erfolgt, bei der die Tür (4) durch das Schubelement (7) einen
Spalt weit aufgestellt wird, ohne dass die Verriegelung des Türverschlusses (6) gelöst
wird.