GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Handwerkzeugmaschine mit einem Schlagwerk,
insbesondere einen Bohrhammer oder einen Meißelhammer mit einer meißelnden Funktion.
[0002] Ein Meißelhammer ist beispielsweise aus der
US 6,745,850 bekannt. Dessen Werkzeughalter ist für einen Meißel mit einem hexagonalen Schaft
ausgelegt. Ein rohrförmiger Grundkörper des Werkzeughalters hat einen Aufnahmeraum
mit einem hexagonalen Querschnitt. Der Grundkörper ist radial mit einem Loch durchbrochen.
Ein Verriegelungszapfen ist in das Loch eingesetzt. Eine längs der Achse bewegliche
Manschette kann den Verriegelungszapfen in Eingriff mit dem Aufnahmeraum zwingen,
um den eingelegten Meißel längs der Achse zu verriegeln.
[0003] Die Verriegelungskörper des Werkzeughalters für einen Bohrhammer sind teilweise den
Schlägen beim Meißeln ausgesetzt, z.B. bei einem Leerschlag. Staub in dem Aufnahmeraum
und die repetitive Bewegung des Meißels lassen die Verriegelungskörper zudem rasch
verschleißen. Daher werden zumeist zwei Verriegelungskörper eingesetzt, wie z.B. in
der
US 6,659,473. Die Verriegelungskörper sind drehsymmetrisch um die Achse angeordnet, um die Belastung
gleichmäßig auf die Verriegelungskörper zu verteilen.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
[0004] Die erfindungsgemäße Handwerkzeugmaschine hat einen Werkzeughalter. Der Werkzeughalter
beinhaltet einen rohrförmigen Grundkörper zum Aufnehmen eines Werkzeugs koaxial zu
einer Arbeitsachse und eine Verriegelungseinrichtung, zum Verriegeln des Werkzeugs
in dem Grundkörper. Ein Schlagwerk hat eine Schlagwerkskomponente, die in Schlagrichtung
auf das in dem Werkzeughalter angeordnete Werkzeug schlägt. Der Grundkörper hat einen
zu der Arbeitsachse koaxial angeordneten, zylindrischen oder prismatischen, entgegen
der Schlagrichtung durch die Schlagkomponente begrenzten Aufnahmeraum zum Aufnehmen
des Werkzeugs. Der Grundkörper hat wenigstens zwei den Aufnahmeraum in radialer Richtung
öffnende Löcher. Die Löcher sind ohne Drehsymmetrie um die Arbeitsachse angeordnet.
Ganzzählige Drehsymmetrie bezeichnet die Eigenschaft, dass es einen Winkel gibt, der
ein ganzzahliger Bruchteil von 360 Grad ist, und wenn der Grundkörper um die Arbeitsachse
um den Winkel gedreht wird, die Anordnung der Löcher wieder vollständig mit sich zur
Deckung gelangt. Die nicht-drehsymmetrische Anordnung kann dynamische Belastungen
in dem Grundkörper verringern. Die Belastung der Verriegelungskörper wird hingegen
nicht oder nur in geringem Maß negativ beeinflusst.
[0005] Betrachtet man eines der Löcher, ist beispielsweise dessen Abstand zu dem nächsten
Loch im Uhrzeigersinn geringer als dessen Abstand zu dem nächsten Loch entgegen dem
Uhrzeigersinn, oder vice versa. Bei der minimalen Anzahl von zwei Löchern ist beispielsweise
der Abstand in der einen Richtung geringer als 180 Grad in der anderen Richtung entsprechend
größer als 180 Grad.
[0006] Die Verriegelungseinrichtung kann einen Verriegelungskörper aufweisen, welcher in
eines der Löcher eingesetzt ist. Ein Verschlussring ist von dem Anwender zwischen
einer den Verriegelungskörper hemmenden Stellung und einer den Verriegelungskörper
freigebenden Stellung verschiebbar. Die Hemmung findet vorzugsweise in radialer Richtung
statt.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0007] Die nachfolgende Beschreibung erläutert die Erfindung anhand von exemplarischen Ausführungsformen
und Figuren. In den Figuren zeigen:
Fig. 1 einen Bohrhammer
Fig. 2 einen Längsschnitt durch einen Werkzeughalter,
Fig. 3 einen Querschnitt durch den Werkzeughalter in der Ebene III-III,
Fig. 4 einen Querschnitt durch einen Werkzeughalter,
Fig. 5 einen Querschnitt durch einen Werkzeughalter.
[0008] Gleiche oder funktionsgleiche Elemente werden durch gleiche Bezugszeichen in den
Figuren indiziert, soweit nicht anders angegeben.
AUSFÜHRUNGSFORMEN DER ERFINDUNG
[0009] Fig. 1 zeigt als Beispiel einer meißelnden Handwerkzeugmaschine schematisch einen
Bohrhammer
1. Der Bohrhammer
1 hat einen Werkzeughalter
2, in welchen ein Schaftende
3 eines Werkzeug, z.B. eines des Meißels
4, eingesetzt werden kann. Einen primären Antrieb des Bohrhammers
1 bildet ein Motor
5, welcher ein Schlagwerk
6 antreibt. Ein Anwender kann den Bohrhammer
1 mittels eines Handgriffs
7 führen und mittels eines Systemschalters
8 den Bohrhammer
1 in Betrieb nehmen. Im Betrieb schlägt der Bohrhammer
1 den Meißel
4 repetitiv in Schlagrichtung
9 längs der Arbeitsachse
10 in einen Untergrund. Ein an den Motor
5 gekoppelter Drehantrieb
11 kann zudem den Werkzeughalter
2 um die Arbeitsachse
10 drehend antreiben.
[0010] Das Schlagwerk
6 ist beispielsweise ein pneumatisches Schlagwerk
6. Ein Erreger
12 und ein Schläger
13 sind in einem Führungsrohr
14 des Schlagwerks
6 längs der Arbeitsachse
10 beweglich geführt. Der Erreger
12 ist über einen Exzenter
15 oder einen Taumelfinger an den Motor
5 angekoppelt und zu einer periodischen, linearen Bewegung gezwungen. Eine Luftfeder
gebildet durch eine pneumatische Kammer
16 zwischen Erreger
12 und Schläger
13 koppelt eine Bewegung des Schlägers
13 an die Bewegung des Erregers
12 an. Der Schläger
13 kann die auf das Schaftende
3 schlagende Schlagkomponente des Schlagwerks
6 sein. Eine häufig bevorzugte Variante nutzt als Schlagkomponente einen im Wesentlichen
ruhenden Zwischenschläger
17, der den Schlag des Schlägers
13 auf das Schaftende
3 übermittelt. Das Schlagwerk
6 und vorzugsweise die weiteren Antriebskomponenten sind innerhalb eines Maschinengehäuses
18 angeordnet.
[0011] Der Werkzeughalter
2 hat einen Grundkörper
19, der im Wesentlichen als Rohr ausgestaltet ist. Der rohrförmige Grundkörper
19 hat einen prismatisch oder zylindrischen Hohlraum, welcher als Aufnahmeraum
20 für das Schaftende
3 des Meißels
4 dient. Der längs des Aufnahmeraums
20 konstante Querschnitt ist an die vorgesehenen Meißel
4 angepasst. Beispielsweise ist der Querschnitt hexagonal oder kreisförmig. Die Schlagkomponente,
hier der Zwischenschläger
17, begrenzt mit ihrer Schlagfläche
21 den Aufnahmeraum
20 in Schlagrichtung
9.
[0012] Der Werkzeughalter
2 hat eine Verriegelungseinrichtung
22, welche den Meißel
4 in dem Aufnahmeraum
20 verriegelt. Die Verriegelungseinrichtung
22 hat beispielsweise eine Kugel
23, die durch ein Loch
24 in den Grundkörper
19 in den Aufnahmeraum
20 hineinragt. Die Kugel
23 greift in eine Nut des Werkzeugs
4 ein und begrenzt auf diese Weise dessen axiale Bewegung. Ein Verschlussring
25 ist durch den Anwender zwischen einer die Kugel
23 hemmenden Stellung und einer die Kugel
23 freigebenden Stellung axial oder rotatorisch verschiebbar. Kugeln sind wie Rollen,
Klinken etc. Beispiele für Verriegelungskörper.
[0013] Fig. 2 zeigt einen Längsschnitt durch den Grundkörper
19, Fig. 3 zeigt einen Querschnitt senkrecht zu der Arbeitsachse
10 in der Ebene III-III. Die Wand
26 des Grundkörpers
19 ist durch zwei längliche Löcher
24, 27 für die Verriegelungskörper
23 durchbrochen. Die Löcher
24, 27 sind längs der Arbeitsachse
10 orientiert, d.h. haben ihre größte Abmessung parallel zu der Arbeitsachse
10. Die Löcher
24 haben vorzugsweise zueinander und zu der Arbeitsachse
10 parallel verlaufende Kanten
28. Die Löcher
24 sind in und entgegen der Schlagrichtung
9 durch Kalotten-förmige Enden
29 abgeschlossen. Die beiden Löcher
24, 27 sind vorzugsweise in Form, Größe und Position längs der Arbeitsachse
10 identisch. Der Grundkörper
19 dieses Ausführungsbeispiel hat genau zwei Löcher
24, 27 für die Verriegelungskörper
23, wie in Fig. 3 ersichtlich. Das erste Loch
24 ist somit in erster Umfangsrichtung
30 zu dem zweiten Loch
27 benachbart und zugleich in gegenläufiger zweiter Umfangsrichtung
31 zu dem zweiten Loch
27 benachbart. Zwischen den beiden Löchern
24, 27 sind keine weiteren Löcher vorgesehen. Der Grundkörper
19 mag noch weitere Löcher in Schlagrichtung
9 vor dem Aufnahmeraum
20 aufweisen, welche z.B. zur Anbindung des Grundkörpers
19 an den Drehantrieb
11 dienen. Diese weiteren Löcher sind für die vorliegende Erfindung jedoch nicht von
Belang.
[0014] Der Querschnitt in Fig. 3 verläuft durch beide Löcher
24, 27 und illustriert deren relative Lage in Umfangsrichtung
30. Das erste Loch
24 und das zweite Loch
27 sind nicht drehsymmetrisch um die Arbeitsachse
10 verteilt angeordnet. Das zweite Loch
27 ist in einer Umfangsrichtung
30 näher an dem ersten Loch
24 als in der gegenläufigen Umfangsrichtung
31. Ein erster Winkel
32 zwischen den beiden Löchern
24, 27 wird ausgehend von dem ersten Loch
24 in der Umfangsrichtung
30 zu dem zweiten Loch
27 bestimmt. Ein zweiter Winkel
33 zwischen den beiden Löchern
24, 27 wird ebenfalls ausgehend von dem ersten Loch
24 aber in der gegenläufigen Umfangsrichtung
31 bestimmt. Der erste Winkel
32 ist in dem Beispiel geringer als 180 Grad, z.B. 120 Grad. Der zweite Winkel
33 ist größer als 180 Grad, z.B. 240 Grad. Beim Drehen des Grundkörpers
19 um die Arbeitsachse
10 gelangt, unabhängig von dem gewählten Drehwinkel, wenigstens eines der Löcher nicht
zur vollständigen Überdeckung mit einem Loch in der ursprünglichen Stellung des Grundkörpers
19.
[0015] Ein Querschnitt, senkrecht zu der Arbeitsachse
10, durch den Grundkörper außerhalb der Löcher
24, 27 kann eine Drehsymmetrie aufweisen, hier beispielsweise vorgegeben durch den Aufnahmeraum
20 eine sechszählige Drehsymmetrie. Die verbesserte dynamische Belastbarkeit wird durch
das nicht-drehsymmetrische Lochmuster
24, 27 erreicht. Als besonders effektiv erweist sich hierbei der unterschiedliche Abstand
zu benachbarten Löchern in Umfangsrichtung
30 und gegenläufiger Umfangsrichtung
31. Die axiale Abmessung der Löcher
24, 27 oder die axiale Position der Löcher
24, 27 kann ebenfalls verschieden sein, um das nicht-drehsymmetrische Lochmuster
24, 27 zu erreichen. Vorzugsweise überlappen die Löcher
24, 27 längs der Arbeitsachse
10 miteinander, um eine längs der Arbeitsachse
10 laufenden Stoßwellenfront in Umfangsrichtung verschieden große Sektionen zu zerteilen.
[0016] Fig. 4 illustriert ein weiteres Ausführungsbeispiel, welches genau drei Löcher
34, 35, 36 aufweist. Die Anordnung der Löcher
34, 35, 36 ist beispielhaft mit dem ersten Loch
34 bei 0 Grad, dem zweiten Loch
35 bei 150 Grad und dem dritten Loch
36 bei 210 Grad gewählt. Die Anordnung hat keine Drehsymmetrie. Das zweite Loch
35 ist zu dem ihm in Umfangsrichtung
30 benachbarten dritten Loch
36 nur um einen Winkel
37 von 60 Grad aber zu dem ihm in gegenläufiger Umfangsrichtung
31 benachbarten ersten Loch
34 um einen Winkel
38 von 150 Grad beabstandet. Das dritte Loch
36 hat ebenfalls ungleiche Abstände zu dem ihm in den gegenläufigen Umfangsrichtungen
30, 31 benachbarten ersten Loch
34 bzw. zweiten Loch
35. Das erste Loch
34 ist zu dem ihm in Umfangsrichtung
30 benachbarten zweiten Loch
35 um einen Winkel
39 von 150 Grad beabstandet. Gleichermaßen ist das zu dem ersten Loch
34 in gegenläufiger Umfangsrichtung
31 benachbarte dritte Loch
36 um den Winkel
38 von 150 Grad beabstandet. Die Anordnung ist daher spiegelsymmetrisch zu einer Ebene,
welche von der Arbeitsachse
10 und dem Vektor von der Arbeitsachse
10 zu dem ersten Loch
34 aufgespannt ist.
[0017] Fig. 5 illustriert in einem Querschnitt eine weitere Ausgestaltung mit drei Löchern
40, 41, 42, welche in paarweise verschiedenen Winkeln
43, 44, 45 angeordnet sind.
1. Handwerkzeugmaschine mit
einem Werkzeughalter (2), der einen rohrförmigen Grundkörper (19) zum Aufnehmen eines
Werkzeugs (4) koaxial zu einer Arbeitsachse (10) und eine Verriegelungseinrichtung
(22) zum Verriegeln des Werkzeugs in dem Grundkörper (19) aufweist,
einem Schlagwerk (6), das eine auf das in dem Werkzeughalter (2) angeordnete Werkzeug
(4) in Schlagrichtung (9) schlagende Schlagkomponente (17) aufweist, wobei der Grundkörper
(19) einen zu der Arbeitsachse (10) koaxial angeordneten, zylindrischen oder prismatischen,
entgegen der Schlagrichtung (9) durch die Schlagkomponente (17) begrenzten Aufnahmeraum
(20) zum Aufnehmen des Werkzeugs (4) aufweist, und der Grundkörper (19) wenigstens
zwei den Aufnahmeraum (20) in radialer Richtung (46) öffnende Löcher (24, 27; 34,
35, 36) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung der Löcher (24, 27; 34, 35, 36) keine ganzzählige Drehsymmetrie um
die Arbeitsachse (10) aufweist.
2. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der Löcher (24, 35) so angeordnet ist, dass ein erster Winkel (32,
37) der in eine erste Richtung (30) um die Arbeitsachse (10) von dem einem Loch (24,
35) zu einem zu dem einen Loch (24, 35) in der ersten Richtung (30) benachbarten Loch
(27, 36) bestimmt ist, verschieden ist von einem zweiten Winkel (33, 38) der in eine
der ersten Richtung (30) gegenläufigen zweiten Richtung (31) um die Arbeitsachse (10)
von dem einem Loch (24, 35) zu einem zu dem einen Loch (24, 35) in die zweite Richtung
(31) benachbarten Loch (27, 34) bestimmt ist.
3. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungseinrichtung (22) einen Verriegelungskörper (23), welcher in eines
der Löcher (24, 27; 34, 35, 36) eingesetzt ist, und einen Verschlussring (25), welcher
von dem Anwender zwischen einer den Verriegelungskörper (23) hemmenden Stellung und
einer den Verriegelungskörper (23) freigebenden Stellung verschiebbar ist.
4. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Löcher (24, 27; 34, 35, 36) längs der Arbeitsachse (10) überlappend angeordnet
sind.
5. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Löcher (24, 27; 34, 35, 36) eine größere Abmessung längs der Arbeitsachse (10)
als in Umfangsrichtung (31) aufweisen.
6. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Löcher (24, 27; 34, 35, 36) identische Abmessungen in Umfangsrichtung (31) aufweisen.
7. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Querschnitt des Grundkörpers (19), welcher senkrecht zu der Arbeitsachse
(10) und durch wenigstens eines der Löcher (24, 27; 34, 35, 36) verläuft, keine ganzzählige
Drehsymmetrie aufweist.