[0001] Die Erfindung betrifft einen Druckmaschinenrotationskörper wie einen Druckmaschinenzylinder
oder eine Druckmaschinenwalze nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Des Weiteren betrifft
die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben eines solchen Druckmaschinenrotationskörpers.
[0002] In einer Druckmaschine sind eine Vielzahl von Rotationskörpern verbaut, wie zum Beispiel
Druckmaschinenwalzen und Druckmaschinenzylinder. Bei den Druckmaschinenzylindern kann
es sich zum Beispiel um Übertragungszylinder, Formzylinder, Gegenzylinder oder sonstige
Zylinder für unterschiedliche Druckverfahren, wie zum Beispiel Offsetdruckverfahren
oder auch Tiefdruckverfahren sowie Flexodruckverfahren und dergleichen handeln. Bei
den Walzen einer Druckmaschine kann es sich zum Beispiel um Papierleitwalzen, Farbübertragungswalzen
eines Farbwerks sowie Feuchtmittelübertragungswalzen eines Feuchtwerks oder um eine
Kühlwalze zur Reduzierung der Temperatur des Bedruckstoffes handeln. Diese Druckmaschinenzylinder
sowie Druckmaschinenwalzen können sowohl in Rollendruckmaschinen als auch in Bogendruckmaschinen
verbaut sein. Die Druckmaschinenrotationskörper können sich im Betrieb erwärmen. Um
einer solchen Erwärmung von Druckmaschinenrotationskörpern entgegenzuwirken, ist es
aus der Praxis bereits bekannt, die Druckmaschinenrotationskörper mit Hilfe einer
Wasserkühlung zu temperieren. Die Temperierung eines Druckmaschinenrotationskörpers
mit Hilfe einer Wasserkühlung ist jedoch relativ aufwendig, da das Kühlwasser einerseits
in den Druckmaschinenrotationskörper eingeleitet und andererseits aus demselben ausgeleitet
werden muss. Hierzu sind Wasser-Drehdurchführungen erforderlich, im Bereich derer
sich eine Leckage ausbilden kann. Ein weiterer Nachteil einer Wasserkühlung besteht
darin, dass die Druckmaschinenrotationskörper mit Hilfe einer Wasserkühlung bei vertretbarem
Aufwand nur über die gesamte Oberfläche einheitlich temperiert werden können. Hiervon
ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen neuartigen
Druckmaschinenrotationskörper und ein Verfahren zum Betreiben desselben zu schaffen.
[0003] Diese Aufgabe wird durch einen Druckmaschinenrotationskörper gemäß Anspruch 1 gelöst.
Erfindungsgemäß ist die äußere Oberfläche über mindestens ein in den Druckmaschinenrotationskörper
integriertes Peltier-Element temperierbar, nämlich kühlbar und/oder erwärmbar. Die
Temperierung der äußeren Oberfläche eines Druckmaschinenrotationskörpers mit Hilfe
mindestens eines in den Druckmaschinenrotationskörper integrierten Peltier-Elements
verfügtüber den Vorteil, dass Leckagen von Wasser-Drehdurchführungen vermieden werden
können.
[0004] Vorzugsweise sind in den Druckmaschinenrotationskörper mehrere PeltierElemente integriert,
wobei vorzugweise über jedes der Peltier-Elemente oder zu Gruppen zusammengeschaltete
Peltier-Elemente Oberflächenabschnitte der äußeren Oberfläche individuell temperierbar
sind. Durch die Integration mehrerer Peltier-Elemente in den Druckmaschinenrotationskörper
kann die Oberfläche desselben sektionsweise temperiert werden. Unterschiedliche Oberflächenabschnitte
können mit geringem Aufwand individuell temperiert werden, wodurch dann entlang der
Oberfläche des Druckmaschinenrotationskörpers ein definiertes Temperaturprofil eingestellt
werden kann.
[0005] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung sind in Axialrichtung und in Umfangsrichtung
mehrere Peltier-Elemente nebeneinander und hintereinander in den Druckmaschinenrotationskörper
integriert, wobei vorzugsweise über jedes der Peltier-Elemente ein Oberflächenabschnitt
der äußeren Oberfläche individuell temperierbar ist. Diese Anordnung der Peltier-Elemente
in Axialrichtung nebeneinander und Umfangsrichtung hintereinander ist bevorzugt, um
sowohl in Axialrichtung als auch in Umfangsrichtung ein definiertes Temperaturprofil
entlang der Oberfläche des Druckmaschinenrotationskörpers einzustellen.
[0006] Vorzugsweise sind zwischen benachbarten bzw. nebeneinander und hintereinander positionierten
Peltier-Elementen thermische Isolierungselemente angeordnet. Durch die Anordnung der
Isolierungselemente zwischen benachbarten PeltierElementen können Wechseleffekte zwischen
den Peltier-Elementen ausgeschlossen werden, um so eine noch genauere sektionsweise
Temperierung der Oberfläche des Druckmaschinenrotationskörpers zu ermöglichen.
[0007] Nach einer alternativen vorteilhaften Weiterbildung ist in den Druckmaschinenrotationskörper
mindestens ein Temperatursensor integriert, mit welchem ein Temperatur-Istwert erfassbar
ist, um abhängig von einer Abweichung des Temperatur-Istwerts von einem Temperatur-Sollwert
das oder jedes Peltier-Element zu regeln. Über den oder jeden Temperatursensor kann
eine Temperaturregelung in den jeweiligen Oberflächenabschnitten des Druckmaschinenrotationskörpers
etabliert werden.
[0008] Nach einer alternativen vorteilhaften Weiterbildung weist der Druckmaschinenrotationskörper
ein Innenrohr auf, welches an einer äußeren Fläche in einem radialen Querschnitt kreisförmig
oder mindestens dreieckig oder als abgerundetes Vieleck mit mindestens drei geraden
Kanten (abgerundetes Polygon) ausgebildet ist und an dieser äußeren Fläche die Peltier-Elemente
trägt, wobei der Druckmaschinenrotationskörper weiterhin ein Außenrohr aufweist, welches
das Innenrohr radial zumindest abschnittsweise umgibt, an einer inneren Fläche korrespondierend
zur äußeren Fläche des Innerohrs kreisförmig oder mindestens dreieckig oder als abgerundetes
Polygon ausgebildet ist und an einer äußeren Fläche die äußere Oberfläche bereitstellt,
wobei innerhalb des Innenrohrs Versorgungsleitungen für die Peltier-Elemente verlaufen.
Diese Ausgestaltung des Druckmaschinenrotationskörpers ist für eine einfache konstruktive
Umsetzung von Vorteil.
[0009] Vorzugsweise ist das Innenrohr des Druckmaschinenrotationskörpers belüftet. Alternativ
ist die äußere Oberfläche zusätzlich wassertemperiert, wobei die Wasser-temperierung
einer Grundtemperierung und die Temperierung über das oder jedes Peltier-Element einer
Feintemperierung der äußeren Oberfläche dient.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben eines solchen Druckmaschinenrotationskörpers
ist in den Ansprüchen 13 bis 15 definiert.
[0011] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung. Ausführungsbeispiele der Erfindung werden, ohne hierauf
beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- einen radialen Querschnitt durch ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Druckmaschinenrotationskörpers;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf den erfindungsgemäßen Druckmaschinenrotationskörper ohne Außenrohr
desselben; und
- Fig. 3
- ein Detail des erfindungsgemäßen Druckmaschinenrotationskörpers im Bereich einer an
einem Druckmaschinengestell gelagerten Welle desselben.
[0012] Die Erfindung betrifft einen Druckmaschinenrotationskörper einer Druckmaschine, so
zum Beispiel einer Rollendruckmaschine oder einer Bogendruckmaschine. Bei dem erfindungsgemäßen
Druckmaschinenrotationskörper kann es sich um einen Druckmaschinenzylinder oder um
eine Druckmaschinenwalze handeln.
[0013] Dann, wenn der Druckmaschinenrotationskörper als Druckmaschinenzylinder ausgebildet
ist, kann es sich bei demselben um einen Formzylinder, einen Übertragungszylinder
oder auch um einen Gegendruckzylinder handeln. Dann, wenn der Druckmaschinenrotationskörper
als Druckmaschinenwalze ausgebildet ist, kann es sich bei derselben um eine Papierleitwalze,
um eine Farbübertragungswalze eines Farbwerks sowie um eine Feuchtmittelübertragungswalze
eines Feuchtwerks oder um eine Kühlwalze zur Reduzierung der Temperatur des Bedruckstoffes
handeln.
[0014] Diese Beispiele von Druckmaschinenzylindern und Druckmaschinenwalzen sind rein exemplarischer
Natur. Die Erfindung ist nicht auf diese Anwendungsfälle beschränkt, sondern kann
auch an anderen Druckmaschinenrotationskörpern zum Einsatz kommen.
[0015] Fig. 1 bis 3 zeigen unterschiedliche Ansichten eines Ausführungsbeispieles eines
erfindungsgemäßen Druckmaschinenrotationskörpers 10, wobei der Druckmaschinenrotationskörper
10 eine Welle 11 umfasst, die mit seitlichen Wellenabschnitten 12 über Lager 13 an
einem Druckmaschinengestell 14 drehbar gelagert ist.
[0016] Der Druckmaschinenrotationskörper 10 verfügt über eine äußere Oberfläche 15, die
im radialen Querschnitt gesehen kreisrund konturiert ist. Diese äußere Oberfläche
15 des Druckmaschinenrotationskörpers 10 ist erfindungsgemäß über mindestens ein in
den Druckmaschinenrotationskörper 10 integriertes Peltier-Element 16 temperierbar,
nämlich kühlbar und/oder erwärmbar, wobei in den Druckmaschinenrotationskörper 10
vorzugsweise mehrere derartige Peltier-Elemente 16 integriert sind, und wobei vorzugsweise
über jedes der Peltier-Elemente 16 oder über zu Gruppen zusammengeschaltete Peltier-Elemente
16 jeweils ein Oberflächenabschnitt der äußeren Oberfläche 15 des Druckmaschinenrotationskörpers
10 individuell temperiert werden kann.
[0017] In Axialrichtung und/oder in Umfangsrichtung des Druckmaschinenrotationskörpers 10
sind mehrere Peltier-Elemente 16 nebeneinander und/oder hintereinander in den Druckmaschinenrotationskörper
10 integriert. Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind in Umfangsrichtung des Druckmaschinenrotationskörpers
10 gesehen jeweils acht Peltier-Elemente hintereinander und in Axialrichtung des Druckmaschinenrotationskörpers
10 gesehen jeweils drei Peltier-Elemente 16 nebeneinander positioniert, sodass demnach
insgesamt vierundzwanzig Peltier-Elemente 16 in den Druckmaschinenrotationskörper
10 integriert sind.
[0018] Es sei darauf hingewiesen, dass die obige Anzahl der in Umfangsrichtung des Druckmaschinenrotationskörpers
10 hintereinander positionierten und die obige Anzahl der in Axialrichtung desselben
nebeneinander positionierten Peltier-Elemente 16 rein exemplarischer Natur sind.
[0019] Die Anzahl der in Axialrichtung nebeneinander positionierten Peltier-Elemente 16
ist beliebig und hängt insbesondere von der axialen Baulänge des Druckmaschinenrotationskörpers
10 sowie von der Anzahl der in Axialrichtung individuell zu temperierenden Oberflächenabschnitte
desselben ab.
[0020] Die Anzahl der in Umfangsrichtung jeweils hintereinander positionierten Peltier-Elemente
16 beträgt vorzugsweise mindestens zwei, vorzugsweise drei, insbesondere zwischen
acht und sechzehn.
[0021] Wie Fig. 1 und 2 entnommen werden kann, ist zwischen den in Umfangsrichtung hintereinander
positionierten Peltier-Elementen 16 sowie den in Axialrichtung nebeneinander positionierten
Peltier-Elementen 16 jeweils ein thermisches Isolie-rungselement 17 angeordnet, um
eine Wechselwirkung zwischen den einzelnen Peltier-Elementen 16 zu vermeiden und so
eine optimale individuelle Temperierung der einzelnen Oberflächenabschnitte des Druckmaschinenrotationskörpers
10 zu gewährleisten.
[0022] Die Temperierung des Druckmaschinenrotationskörpers 10 mit Hilfe der Peltier-Elemente
16 kann einerseits im Sinne einer Steuerung und andererseits im Sinne einer Regelung
erfolgen. Dann, wenn die Temperierung der Oberfläche 15 des Druckmaschinenrotationskörpers
10 im Sinne einer Regelung erfolgt, sind in den Druckmaschinenrotationskörper 10 vorzugsweise
mehrere Temperatursensoren 18 integriert, wobei vorzugsweise jedem individuell zu
temperierenden Oberflächenabschnitt ein individueller Temperatursensor 18 zugeordnet
ist, mit Hilfe dessen am jeweiligen Oberflächenabschnitt der Oberfläche 15 des Druckmaschinenrotationskörpers
10 ein individueller Temperatur-Istwert erfasst werden kann.
[0023] Alternativ kann mindestens ein berührungsfrei arbeitender, Temperatursensor 18 Erfassung
des Temperatur-Istwertes für die gesamte Oberfläche 15 oder Oberflächenabschnitten
des Druckmaschinenrotationskörpers 10 zum Einsatz kommen.
[0024] Abhängig von einer Abweichung des jeweiligen Temperatur-Istwerts von einem entsprechenden
Temperatur-Sollwert wird das dem jeweiligen Oberflächenabschnitt zugeordnete Peltier-Element
16 individuell geregelt, um also im Bereich des jeweiligen Oberflächenabschnitts der
Oberfläche 15 des Druckmaschinenrotationskörpers 10 eine individuelle Temperatur einzustellen.
[0025] Dann, wenn keine individuelle Temperierung des Druckmaschinenrotationskörpers 10
an Oberflächenabschnitten seiner Oberfläche 15 erforderlich ist, können alle in Fig.
1 und 2 gezeigten einzelnen Peltier-Elemente 16 zusammengeschaltet und gemeinsam angesteuert
werden.
[0026] Ferner ist es möglich, auch bei einer individuellen Temperierung des Druckmaschinenrotationskörpers
an Oberflächenabschnitten seiner Oberfläche 15 einzelne Peltier-Elemente 16 zusammenzuschalteten
und gemeinsam anzusteuern oder zu regeln. In der in Fig. 1 und 2 gezeigten Variante,
in welcher vierundzwanzig Peltier-Elemente 16 in den Druckmaschinenrotationskörper
10 integriert sind, können z.B. jeweils zwei in Umfangsrichtung benachbarte Peltier-Elemente
16 zusammengeschaltet und gemeinsam angesteuert werden, um so über die vierundzwanzig
Peltier-Elemente 16 beispielsweise zwölf Oberflächenabschnitte der Oberfläche 15 individuell
zu temperieren. Es können in Umfangsrichtung benachbarte Peltier-Elemente 16 und/oder
in Axialrichtung benachbarte Peltier-Elemente 16 zusammengeschaltet und gemeinsam
angesteuert werden.
[0027] In einer besonders vorteilhaften konstruktiven Ausführung des erfindungsgemäßen Druckmaschinenrotationskörpers
10 verfügt derselbe über ein Innenrohr 19, welches an einer äußeren Fläche 20 desselben
im radialen Querschnitt der Fig. 1 gesehen kreisförmig oder mindestens dreieckig,
im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 achteckig, oder als abgerundetes Polygon ausgebildet
ist, um so in Umfangsrichtung gesehen, Flächenabschnitte auszubilden, an welchen dann
jeweils mindestens ein Peltier-Element 16 Aufnahme findet.
[0028] Der Druckmaschinenrotationskörper 10 verfügt weiterhin über ein Außenrohr 21, welches
das Innenrohr 19 zumindest abschnittsweise radial außen umgibt, nämlich zumindest
in dem Bereich, in welchem die Peltier-Elemente 16 positioniert sind, wobei das Außenrohr
21 an einer Innenfläche 22 korrespondierend zum Innenrohr 19 an dessen Außenfläche
20 kreisförmig oder mindestens dreieckig oder als abgerundetes Polygon mit mindestens
drei ebenen Flächen, im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 achteckig, konturiert ist,
also über die identische Anzahl an Ecken verfügt, wie die Außenfläche 20 des Innenrohrs
19.
[0029] Die Außenfläche des Außenrohrs 21 bildet die zu temperierende Oberfläche 15 des Druckmaschinenrotationskörpers
10 aus.
[0030] Durch diese Ausgestaltung des Druckmaschinenrotationskörpers 10 können einerseits
die Peltier-Elemente 16 optimal auf dem Innenrohr 19 des Druckmaschinenrotationskörpers
10 angeordnet werden, darüber hinaus kann ein optimaler Kontakt derselben zum Außenrohr
21 des Druckmaschinenrotationskörpers 10 gewährleistet werden. Die Peltier-Elemente
16 sind vorzugsweise über einen wärmeleitenden Klebstoff mit dem Innenrohr 19 und/oder
dem Außenrohr 21 verklebt.
[0031] Vorzugsweise verlaufen innerhalb des Innenrohrs 19 und damit in einem von dem Innenrohr
19 definierten Kanal 23 Versorgungsleitungen 24 für die PeltierElemente 16, wobei
diese Versorgungsleitungen 24 für die Peltier-Elemente 16 zu einem Kabel 25 zusammengefasst
sind und ausgehend von diesem Kabel 25 in Radialrichtung zu den einzelnen Peltier-Elementen
16 führen.
[0032] Über eine Drehdurchführung 26, zum Beispiel in Form eines SchleifringÜbertragers,
kann das die Versorgungsleitungen 24 führende Kabel 25 ausgehend vom Druckmaschinengestell
14 in das Innenrohr 19 des Druckmaschinenrotationskörpers 10 eingeführt werden.
[0033] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, das Innenrohr
19 des Druckmaschinenrotationskörpers 10 einer Belüftung mit einem Luftstrom zu unterziehen,
um so den Innenraum 23 des Innenrohrs 19 permanent mit Luft zu durchströmen und so
Wärme über diese Luftströmung vom Druckmaschinenrotationskörper 10 abzuführen.
[0034] Über eine entsprechende Drehdurchführung 27 für die Luftströmung kann ein Luftstrom
in den Innenraum 23 des Innenrohrs 19 eingeführt sowie von demselben abgeführt werden,
wobei die Luftströmung durch den Innenraum 23 des Innenrohrs 19 über ein Gebläse 28
erzeugt werden kann.
[0035] Alternativ oder auch zusätzlich kann die Durchströmung des Innenrohrs 19 mit einem
Luftstrom auch durch die bloße Drehung des Druckmaschinenrotationskörpers werden.
In diesem Fall weist eine Innenfläche 29 des Innenrohrs 19 vorzugsweise eine Nut bzw.
eine Wendelung mit einer definierten Steigung auf, die dann bei drehendem Druckmaschinenrotationskörper
10 die Luftströmung durch den von Innenrohr 19 definierten Kanal 23 erzeugt.
[0036] Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein,
dass der Druckmaschinenrotationskörper 10 nicht nur über die PeltierElemente 16 sondern
zusätzlich über eine Wasserkühlung temperiert wird. In diesem Fall kann dann eine
Grundtemperierung der äußeren Oberfläche 15 des Druckmaschinenrotationskörpers 10
über die Wasserkühlung und eine Feintemperierung der äußeren Oberfläche 15 über die
Peltier-Elemente 16 erfolgen.
[0037] In einer alternativen Ausgestaltung kann der Druckmaschinenrotationskörpers 10 ohne
gesondertes Innenrohr 19 ausgeführt werden. In dieser Variante wird auf eine Innenfläche
22 des Aussenrohres mit einem kreisförmigen oder mindestens dreieckigen oder abgerundeten
polygonen Querschnitt ein Peltier-Element 16 mit einem vorzugsweise wärmeleitenden
Kleber oder anderen Verbindungsmethoden aufgebracht. Es versteht sich von selbst,
dass die Lagerung eines derart ausgeführten Druckmaschinenrotationskörpers 10 auf
der Aussenfläche 20 des Aussenrohres 21 oder der Innenfläche 22 des Aussenrohres oder
auf einem gesonderten, ggf. mechanisch demontierbaren nicht in den Abbildungen dargestellten
Walzenzapfen erfolgen müsste.
[0038] Die hier vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Betreiben eines
solchen Druckmaschinenrotationskörpers 10, wobei die äußere Oberfläche 15 desselben
über die in den Druckmaschinenrotationskörper 10 integrierten PeltierElemente 16 temperiert
wird, nämlich gekühlt und/oder erwärmt wird.
[0039] Wie bereits ausgeführt, können die Peltier-Elemente 16 dabei zur einheitlichen Temperierung
des Druckmaschinenrotationskörpers 10 an seiner Oberfläche 15 zusammengeschaltet und
gleichförmig angesteuert werden. Andererseits ist es möglich, zur Etablierung einer
individuellen Temperierung individueller Oberflächenabschnitte der äußeren Oberfläche
15 des Druckmaschinenrotationskörpers 10 alle einzelnen Peltier-Elemente 16 oder auch
zu Gruppen zusammengeschaltete Peltier-Elemente 16 einzeln oder gruppenweise anzusteuern,
vorzugsweise einzeln oder gruppenweise zu regeln.
[0040] So ist es möglich, trotz unterschiedlicher Beanspruchungen der Oberfläche 15 bzw.
Einwirkungen auf die Oberfläche 15 des Druckmaschinenrotationskörpers 10 wie unterschiedliche
Pressungen, inhomogenes Farbprofil oder Einsatz teilbreiter Bahnen ein gleichförmiges
Temperaturprofil auf der Oberfläche 15 des Druckmaschinenrotationskörpers 10 zu realisieren.
Ferner läßt sich das Temperaturprofil bei inhomogener Beanspruchung wie beispielsweise
beim Einsatz teilbreiter Bahnen oder Stränge auf ein inhomogenes und dadurch optimales
weil bedarfsgerechtes Temperaturprofil auf der Oberfläche 15 des Druckmaschinenrotationskörpers
10 einstellen.
[0041] Darüber hinaus kann auch bei inhomogener Beanspruchung bzw. Beeinflussung des Druckmaschinenrotationskörpers
10 durch ungleichförmige Temperierleistung der individuell und/oder gruppenweise angesteuerten
oder geregelten Peltier-Elemente 16 ein beliebiges, d. h. gleichförmiges oder ungleichförmiges
Temperaturprofil auf der Oberfläche 15 des Druckmaschinenrotationskörpers in Umfangs-
und/oder Axialrichtung realisieren, so dass dieses Temperaturprofil immer optimal
auf die jeweiligen Bedürfnisse angepaßt werden kann.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 10
- Druckmaschinenrotationskörper
- 11
- Welle
- 12
- Wellenabschnitt
- 13
- Lager
- 14
- Druckmaschinengestell
- 15
- Oberfläche
- 16
- Peltier-Element
- 17
- Isolierungselement
- 18
- Temperatursensor
- 19
- Innenrohr
- 20
- Außenfläche
- 21
- Außenrohr
- 22
- Innenfläche
- 23
- Innenraum / Kanal
- 24
- Versorgungsleitung
- 25
- Kabel
- 26
- Drehdurchführung
- 27
- Drehdurchführung
- 28
- Gebläse
- 29
- Innenfläche
1. Druckmaschinenrotationskörper (10), insbesondere Druckmaschinenzylinder oder Druckmaschinenwalze,
mit einer Welle (11), die über Lager (13) an einem Druckmaschinengestell (14) drehbar
lagerbar ist, und mit einer äußeren Oberfläche (15), die temperierbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die äußere Oberfläche (15) über mindestens ein in den Druckmaschinenrotationskörper
integriertes Peltier-Element (16) temperierbar, nämlich kühlbar und/oder erwärmbar,
ist.
2. Druckmaschinenrotationskörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in den Druckmaschinenrotationskörper (15) mehrere Peltier-Elemente (16) integriert
sind.
3. Druckmaschinenrotationskörper nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in Axialrichtung und/oder in Umfangsrichtung des Druckmaschinenrotationskörpers mehrere
Peltier-Elemente (16) nebeneinander und/oder hintereinander in den Druckmaschinenrotationskörper
(10) integriert sind.
4. Druckmaschinenrotationskörper nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass über einzelne oder zu Gruppen zusammengeschaltete Peltier-Elemente (16) Oberflächenabschnitte
der äußeren Oberfläche (15) individuell temperierbar sind.
5. Druckmaschinenrotationskörper nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen benachbarten Peltier-Elementen (16) jeweils mindestens ein thermisches Isolierungselement
(17) angeordnet ist.
6. Druckmaschinenrotationskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in den Druckmaschinenrotationskörper mindestens ein Temperatursensor (18) integriert
ist oder mindestens ein berührungsfreier Temperatursensor (18) verwendet wird, mit
welchem ein Temperatur-Istwert erfassbar ist, um abhängig von einer Abweichung des
Temperatur-Istwerts von einem Temperatur-Sollwert das oder jedes Peltier-Element (16)
zu regeln.
7. Druckmaschinenrotationskörper nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Oberflächenabschnitt der äußeren Oberfläche (15), dem mindestens ein Peltier-Element
(16) zur individuellen Temperierung des jeweiligen Oberflächenabschnitts zugeordnet
ist, ein individueller Temperatursensor (18) zur individuellen Regelung des oder jedes
dem Oberflächenabschnitt zugeordneten Peltier-Elements (16) zugeordnet ist.
8. Druckmaschinenrotationskörper nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass derselbe ein Innenrohr (19) aufweist, welches an einer äußeren Fläche (20) in einem
radialen Querschnitt kreisförmig oder mindestens dreieckig oder als abgerundetes Polygon
ausgebildet ist und an dieser äußeren Fläche (20) die Peltier-Elemente (16) trägt,
und dass derselbe weiterhin ein Außenrohr (21) aufweist, welches das Innenrohr (19)
radial zumindest abschnittsweise umgibt, an einer inneren Fläche (22) korrespondierend
zur äußeren Fläche (20) des Innerohrs (19) kreisförmig oder mindestens dreieckig oder
als abgerundetes Polygon ausgebildet ist und an einer äußeren Fläche die äußere Oberfläche
(15) des Druckmaschinenrotationskörpers bereitstellt, wobei innerhalb des Innenrohrs
Versorgungsleitungen (24) für die Peltier-Elemente (16) verlaufen.
9. Druckmaschinenrotationskörper nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass derselbe ein Außenrohr (21) aufweist, welches an einer inneren Fläche (22) in einem
radialen Querschnitt kreisförmig oder mindestens dreieckig oder als abgerundetes Polygon
ausgebildet ist und an dieser inneren Fläche (22) die Peltier-Elemente (16) trägt.
10. Druckmaschinenrotationskörper nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Versorgungsleitungen (24) für die Peltier-Elemente (16) ausgehend vom Druckmaschinengestell
(14) über eine Drehdurchführung (26) in einen Innenraum oder Kanal (23) des Druckmaschinenrotationskörpers
(10) einführbar sind oder die Energiezufuhr über einen Schleifring erfolgt.
11. Druckmaschinenrotationskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die äußere Oberfläche (15) zusätzlich wassertemperiert ist, wobei die Wassertemperierung
einer Grundtemperierung und die Temperierung über das oder jedes Peltier-Element (16)
einer Feintemperierung der äußeren Oberfläche dient.
12. Druckmaschinenrotationskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenraum oder Kanal (23) des Druckmaschinenrotationskörpers belüftet ist.
13. Verfahren zum Betreiben eines Druckmaschinenrotationskörpers (10) nach einem der Ansprüche
1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das die äußere Oberfläche (15) über das oder jedes in den Druckmaschinenrotationskörper
(10) integrierte Peltier-Element (16) temperiert, nämlich gekühlt und/oder erwärmt,
wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass durch individuelle und/oder gruppenweise Ansteuerung oder Regelung der Peltier-Elemente
(16) auf der äußeren Oberfläche (15) des Druckmaschinenrotationskörpers (10) ein ungleichförmiges
oder gleichförmiges Temperaturprofil erzielt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 13 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass durch individuelle oder sektionsweise ungleichförmige Temperierleistung der Peltier-Elemente
(16) ein gleichförmiges oder ungleichförmiges Temperaturprofil auf der äußeren Oberfläche
(15) des Druckmaschinenrotationskörpers (10) erzielt wird.