(19)
(11) EP 2 845 731 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
11.03.2015  Patentblatt  2015/11

(21) Anmeldenummer: 14002856.4

(22) Anmeldetag:  16.08.2014
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B41F 13/187(2006.01)
B41F 9/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 04.09.2013 DE 202013007840 U

(71) Anmelder:
  • Dettke, Hubertus
    22946 Trittau (DE)
  • Dettke, Christa
    22946 Trittau (DE)
  • Dettke, Christoph
    22946 Trittau (DE)

(72) Erfinder:
  • Dettke, Hubertus
    22946 Trittau (DE)
  • Dettke, Christa
    22946 Trittau (DE)
  • Dettke, Christoph
    22946 Trittau (DE)

(74) Vertreter: Hauck Patentanwaltspartnerschaft mbB 
Postfach 11 31 53
20431 Hamburg
20431 Hamburg (DE)

   


(54) Presseur


(57) Presseur einer Rotationsdruckmaschine mit
- einem Zylinder, der zumindest in einem Bereich mehr oder weniger elektrisch leitfähig ist,
- Mitteln zum drehbaren Lagern des Zylinders um seine Zylinderachse und
- mindestens einer Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung an den elektrisch leitfähigen Bereich,
- die eine elektrisch leitfähige, zum Zylinder koaxiale Welle oder Achse und
- mindestens einen zum Zylinder koaxialen Gleitring aus elektrisch leitfähigem sowie flexiblem Material aufweist, der auf der Welle oder Achse gleitend aufsitzt,
- wobei entweder die elektrisch leitfähige Welle drehfest mit dem Zylinder verbunden ist und elektrisch mit dem elektrisch leitfähigen Bereich des Zylinders verbunden ist, der Gleitring ortsfest angeordnet ist und mit einer elektrischen Spannungsversorgung verbindbar ist,
- oder der Gleitring drehfest mit dem Zylinder verbunden ist und elektrisch mit dem elektrisch leitfähigen Bereich verbunden ist und die Achse ortsfest angeordnet ist und mit einer elektrischen Spannungsversorgung verbindbar ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Presseur einer Rotationsdruckmaschine.

[0002] Beim Rotationsdruck wird das bahnförmige oder bogenförmige Druckmaterial (z.B. Papier, Karton oder Kunststofffolien) mit hoher Geschwindigkeit zwischen einer Druckwalze und einem Presseur hindurchgeführt. Besonders hohe Geschwindigkeiten werden beim Illustrationsdruck erreicht. Der Druckzylinder nimmt in Näpfchen in seiner Oberfläche Farbe aus einer Farbwanne auf. Der Überschuss wird in der Regel abgerackelt. Zur möglichst weitgehenden Übertragung der Farbe aus den Näpfchen des elektrisch an Masse liegenden Druckzylinders auf das Druckmaterial wird einem mehr oder weniger elektrisch leitfähigen Bereich eines zylindrischen Presseurs mit gummielastischer Außenschicht eine Hochspannung zugeführt. Bei dem elektrisch leitfähigen Bereich handelt es sich z.B. um eine Halbleiterschicht, die auf den Umfang eines massiven oder hohlen Zylinderkörpers aufgebracht ist. Hierdurch bildet sich zwischen dem elektrisch leitfähigen Bereich und dem Druckzylinder ein elektrisches Feld aus, das auf die Farbe in den Näpfchen eine Kraft ausübt, die den Übergang der Farbe auf das Druckmaterial intensiviert und die Druckqualität steigert.

[0003] Bekannt ist, dem Presseur die elektrische Ladung über eine Nadelelektrode (auch "Sprühelektrode" genannt) zuzuführen, die durch einen Luftspalt vom Presseur beabstandet ist. Ferner ist bekannt, dem Presseur die elektrische Spannung über seitlich angeordnete Elektroden, Bürstenschleifkontakte oder über die Lager zuzuführen.

[0004] Aus der EP 0 556 463 B1 ist ein mit einer Achse versehener Presseur bekannt, der einen begrenzt leitfähigen Belag über einem Stahlmantel aufweist. Dem Belag werden die elektrischen Ladungen über die Achse, ein Kugellager zwischen Achse und Stahlmantel und den Stahlmantel zugeführt. Ferner ist aus dieser Druckschrift ein Presseur mit einer Welle und einem begrenzt leitfähigen Belag über einem Stahlmantel bekannt. Dem Belag werden die elektrischen Ladungen über ein an der Stirnseite der Welle angeordnetes Kugellager, die Welle und den Stahlmantel zugeführt.

[0005] Die Spannungszufuhr über Elektroden und Bürstenschleifkontakte ist wegen Verschmutzung und Abnutzung unzuverlässig. Die Spannungszufuhr über Kugellager kann durch die Abnutzung der Lager beeinträchtigt werden, die durch die Zufuhr der Spannung beschleunigt werden kann.

[0006] Aus der EP 1 780 011 A1 ist ein Presseur mit einer zuverlässigeren Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung bekannt, die einen mit dem Zylinder verbundene und zur Zylinderachse konzentrischen Rotor sowie einen mit Abstand vom Rotor konzentrisch zur Zylinderachse angeordneten Stator und einen Hohlraum zwischen Rotor und Stator aufweist. Eine dem Hohlraum zugewandte Rotorelektrode ist mit dem elektrisch leitfähigen Bereich des Zylinders verbunden und eine dem Hohlraum zugewandte Statorelektrode ist mit einer elektrischen Spannungsversorgung verbindbar. In dem Hohlraum ist ein elektrisch leitfähiges Fluid angeordnet. Mittel zum Verhindern eines Ausströmens des elektrisch leitfähigen Fluids aus dem Hohlraum sind vorhanden. Hierbei handelt es sich gemäß einer Ausgestaltung um ein den Hohlraum seitlich begrenzendes Dichtelement zwischen Stator und Rotor, das insbesondere als Simmerring ausgebildet sein kann.

[0007] Die DE 20 2007 002 726 U1 beschreibt einen weiteren Presseur mit einer zuverlässigeren Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung, die ein elektrisch leitfähiges Kontaktelement in einer Einrichtung zum Führen und ein Federelement zum Andrücken des elektrisch leitfähigen Kontaktelements gegen den Umfang der Welle oder Achse ausweist. Gemäß einer Ausgestaltung ist das Kontaktelement ein Kontaktstift. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist die Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung einen Stator, einen Rotor, einen Hohlraum zwischen dem Stator und dem Rotor, in dem die Einrichtung zum Führen mit dem Kontaktelement angeordnet ist, ein elektrisch leitfähiges Fluid in dem Hohlraum und Mittel zum Verhindern des Ausströmens des elektrisch leitfähigen Fluids aus dem Hohlraum auf. Die elektrische Spannung wird vom elektrisch leitfähigen Kontaktelement auf die Welle bzw. von der Achse auf das elektrisch leitfähige Kontaktelement übertragen. Zusätzlich kann eine Spannungsübertragung zwischen Stator und Rotor durch das elektrisch leitfähige Fluid erfolgen. Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn das elektrisch leitfähige Kontaktelement ausfällt. Umgekehrt kann das elektrisch leitfähige Kontaktelement die elektrische Spannung übertragen, wenn die Spannungsübertragung durch das elektrisch leitfähige Fluid unterbrochen wird.

[0008] Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Presseur mit einer Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung zu schaffen, die mit geringem Aufwand zuverlässig arbeitet.

[0009] Die Aufgabe wird durch einen Presseur mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.

[0010] Der erfindungsgemäße Presseur einer Rotationsdruckmaschine hat
  • einen Zylinder, der zumindest in einem Bereich mehr oder weniger elektrisch leitfähig ist,
  • Mittel zum drehbaren Lagern des Zylinders um seine Zylinderachse und
  • mindestens eine Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung an den elektrisch leitfähigen Bereich,
  • die eine elektrisch leitfähige, zum Zylinder koaxiale Welle oder Achse und
  • mindestens einen zum Zylinder koaxialen Gleitring aus elektrisch leitfähigem sowie flexiblem Material aufweist, der auf der Welle oder Achse gleitend aufsitzt,
  • wobei die elektrisch leitfähige Welle drehfest mit dem Zylinder verbunden ist und elektrisch mit dem elektrisch leitfähigen Bereich des Zylinders verbunden ist, der Gleitring ortsfest angeordnet ist und mit einer elektrischen Spannungsversorgung verbindbar ist
  • oder der Gleitring drehfest mit dem Zylinder verbunden ist und elektrisch mit dem elektrisch leitfähigen Bereich verbunden ist und die Achse ortsfest angeordnet ist und mit einer elektrischen Spannungsversorgung verbindbar ist.


[0011] Bei dem erfindungsgemäßen Presseur wird die elektrische Spannung über mindestens eine Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung zugeführt, die eine elektrisch leitfähige, zum Zylinder koaxiale Welle oder Achse und mindestens einen zum Zylinder koaxialen Gleitring aus elektrisch leitfähigem sowie flexiblen Material aufweist, der auf der Welle oder Achse gleitend aufsitzt. Falls der Presseur eine Welle aufweist, ist diese drehfest mit dem Zylinder und elektrisch mit dem elektrisch leitfähigen Bereich des Zylinders verbunden. Der Gleitring ist bei dieser Erfindungsvariante ortsfest angeordnet und mit einer elektrischen Spannungsversorgung verbindbar. Die elektrische Spannung gelangt vom Gleitring auf die drehende Welle und von der Welle auf das elektrisch leitfähige Material des Zylinders, um zwischen Presseur und Druckzylinder ein elektrisches Feld zu bilden. Weist der Presseur eine ortsfeste Achse auf, ist der Gleitring drehfest mit dem Zylinder und elektrisch mit dem elektrisch leitfähigen Bereich verbunden. Bei dieser Erfindungsvariante ist die ortsfeste Achse mit der elektrischen Spannungsversorgung verbindbar. Über die Achse gelangt die elektrische Spannung durch den mit dem Zylinder drehenden Gleitring zum elektrisch leitfähigen Bereich am Umfang des Zylinders, so dass sich zwischen Presseur und Druckzylinder das elektrische Feld ausbildet. Diese Spannungszuführung ist besonders kostengünstig und arbeitet sehr zuverlässig. Insbesondere kann die Abnutzung des Gleitringes gering gehalten werden, da dieser eine Linienberührung oder Flächenberührung mit der Welle oder Achse aufweisen kann. Wenn der Gleitring zugleich als Dichtung für ein Fluid dient, wird seine Abnutzung zudem durch die Schmierwirkung des Fluids herabgesetzt. Zudem kann der Gleitring mittels kostengünstiger Standardbauteile verwirklicht werden. Ferner kann der Gleitring selbst nachstellende Eigenschaften aufweisen, insbesondere wenn er aus einem elastischen Material besteht. Infolgedessen kann der Gleitring Verschleiß kompensieren. Die Mittel zum drehbaren Lagern des Zylinders sind bevorzugt vom Zylinder oder von einem Gestell oder Rahmen aus Metall isoliert, damit die Ladung nicht vom Zylinder zur Masse abfließt.

[0012] Gemäß einer Ausgestaltung sitzt der Gleitring auf dem Umfang und/oder der Stirnseite der Welle oder Achse auf. Insbesondere kann er in Radialrichtung gegen den Umfang der Welle oder Achse drücken oder in Axialrichtung gegen die Stirnseite der Welle oder Achse drücken. Die gewählte Konstruktion kann von den baulichen Gegebenheiten des mit der Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung auszurüstenden Presseurs abhängig gemacht werden.

[0013] Der Gleitring kann ein komplett umlaufender Ring sein oder aus einem oder mehreren Ringsegmenten bestehen. Bei Ausführung aus einem oder mehreren Segmenten kann er auch als "Segmentring" bezeichnet werden.

[0014] Die Welle oder Achse besteht gemäß einer Ausgestaltung aus Stahl oder aus einem anderen Metall.

[0015] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist die Welle oder Achse zumindest in dem Bereich poliert, an dem der Gleitring anliegt. Hierdurch wird die Abnutzung des Gleitringes vermindert und der Kontakt zwischen Gleitring und Welle oder Achse verbessert.

[0016] Die Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung kann so ausgebildet sein, dass sie allein über mindestens einen Gleitring die Welle oder Achse kontaktiert. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung umfasst die Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung einen mit Abstand von der Welle oder Achse konzentrisch zur Zylinderachse angeordneten Stator oder Rotor, einen Hohlraum zwischen der Welle und dem Stator oder der Achse und dem Rotor ein elektrisch leitfähiges Fluid in den Hohlraum und dichtet der mindestens eine Gleitring den Hohlraum auf mindestens einer Seite ab. Diese Ausgestaltung umfasst eine Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung auf ein Fluidübertragungssystem, wie es beispielsweise in der DE 20 2005 016 974 U1 oder der EP 1 780 011 A1 beschrieben ist. Das elektrisch leitfähige Fluid ist z.B. ein Öl oder Fett. Ein geeignetes elektrisch leitfähiges Walzlagerschmierfett wird z.B. von der Firma Klüber Lubrication München KG, Geisenhauerstrasse 7, 8379 München, Deutschland unter der Handelsbezeichnung Klüberlektrik B42-72 angeboten. Der Gleitring stellt die Zuführung der elektrischen Spannung sicher, falls die Übertragung mittels des elektrisch leitfähigen Fluids unwirksam ist, beispielsweise weil das Fluid aus dem Hohlraum ausgelaufen ist.

[0017] Der Stator ist bevorzugt kreiszylindrisch, falls die Spannungsübertragung über das elektrisch leitfähige Fluid auf den Umfang der Welle erfolgt. Dementsprechend ist der Rotor bevorzugt kreiszylindrisch, wenn die Spannungsübertragung auf den Umfang der Achse erfolgt. In diesen Fällen wird bevorzugt der Hohlraum zwischen Stator und Rotor durch Gleitringe an beiden Enden des Hohlraumes abgedichtet. Erfolgt die Spannungsübertragung auf eine kreisscheibenförmige Stirnseite der Welle, ist der Stator bevorzugt ebenfalls kreisscheibenförmig. Wird die Spannung auf eine kreisscheibenförmige Stirnseite der Achse übertragen, so ist auch der Rotor bevorzugt kreisscheibenförmig gestaltet. In diesen Fällen kann der Hohlraum zwischen Welle oder Achse und Stator oder Rotor außen durch einen einzigen Gleitring abgedichtet sein. In allen genannten Fällen können auch mehrere Gleitringe unmittelbar nebeneinander angeordnet sein, um den Hohlraum auf einer Seite mehrfach abzudichten, die Zuführung der elektrischen Spannung abzusichern um den Übergangswiderstand zu verringern.

[0018] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ist der Gleitring ein Simmerring aus elektrisch leitfähigem sowie flexiblem Material. Simmerringe mit den vorbezeichneten Eigenschaften stehen zur Verfügung. Sie sind beispielsweise aus Teflon oder einem anderen Kunststoff mit Graphit-, Kohlefaser- oder Rußeinlagerungen gebildet. Geeignete Simmerringe werden beispielsweise von der Firma ... unter der Handelsbezeichnung ... angeboten.

[0019] Gemäß einer anderen Ausgestaltung ist der Gleitring ein Stopfbuchsring aus einem elektrisch leitfähigen sowie flexiblen Material. Stopfbuchsringe mit den genannten Eigenschaften stehen zur Verfügung. Es handelt sich hierbei beispielsweise um Stopfbuchsringe aus Teflon oder einem anderen Kunststoff mit Einlagerungen aus Graphit, Kohlefasern oder Ruß.

[0020] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung besteht der Gleitring aus einem elastischen Material, so dass er selbst nachstellende Eigenschaften aufweist.

[0021] Bei einem Stopfbuchsring kann ein Nachstellen auch durch ein Federelement bewirkt werden, das den Stopfbuchsring permanent gegen die Welle oder Achse drückt. Dementsprechend kann auch bei einem Simmerring eine Nachstellung durch ein Federelement bewirkt werden.

[0022] Gemäß einer Ausgestaltung lagert die Welle, auf der der Gleitring aufsitzt, den Presseur in einem ortsfesten Drehlager. Die Welle zum Lagern des Presseurs wird dann zugleich als Kontaktelement für den Gleitring genutzt. Bei dieser Das Drehlager ist gemäß einer Ausgestaltung in einem Gestell oder Rahmen elektrisch isoliert angeordnet.

[0023] Gemäß einer anderen Ausgestaltung ist die Welle, auf der der Gleitring aufsitzt, eine mit der Stirnseite des Zylinders drehfest verbundene Welle, die konzentrisch zu einer Welle oder Achse zum Lagern des Zylinders angeordnet ist. Diese Anordnung kann bei einem Presseur mit einer Welle zum Lagern des Presseurs gewählt werden, falls aus baulichen Gründen der Gleitring nicht auf die Welle zum Lagern des Presseurs aufgesetzt werden kann. Ferner kann die mit der Stirnseite des Zylinders drehfest verbundene Welle vorgesehen werden, wenn der Presseur auf einer Achse gelagert ist. Hierfür sind zwischen Zylinder und Achse Drehlager angeordnet. Bevorzugt sind hierbei die Drehlager gegenüber der Achse oder die Achse gegenüber einem Gestell oder Rahmen zum Lagern des Presseurs isoliert, damit die Ladung nicht vom Zylinder nach Masse abfließt.

[0024] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist der Gleitring am Umfang in einem Haltering eingebettet oder zwischen einem Anschlag auf der einen Seite und einem Montagering auf der anderen Seite oder zwischen Montagering auf beiden Seiten eingespannt. Hierdurch ist der Gleitring mit einer definierten Vorspannung fixierbar. Gemäß einer Ausgestaltung sitzen mehrere nebeneinander angeordnete Gleitringe auf der Welle oder Achse auf. Hierdurch kann das Risiko eines Ausfalls der Spannungszuführung vermieden werden, da eine mehrfache Sicherheit für die Spannungsübertragung erreicht wird. Außerdem kann hierdurch der Übergangswiderstand reduziert und die Ladungszufuhr verbessert werden.

[0025] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist die Welle, auf der der Gleitring aufsitzt, hohlzylindrisch. Diese Ausgestaltung kann beispielsweise gewählt werden, wenn eine mit der Stirnseite des Zylinders drehfest verbundene Welle konzentrisch zu einer Welle oder Achse zum Lagern des Zylinders angeordnet ist. Ferner kann gemäß einer weiteren Ausgestaltung eine Drehdurchführung für Druckluft durch die hohlzylindrische Welle hindurch erstreckt sein.Hierbei kann die hohlzylindrische Welle an der Stirnseite einer Welle zum Lagern des Zylinders angeordnet sein. Die Drehdurchführung dient bei einem Sleeve-System dafür, mittels Druckluft den Mantel des Presseurs aufzublähen, um ihn gegen einen anderen Mantel auszutauschen.

[0026] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der anliegenden Zeichnungen von Ausführungsbeispielen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1
einen Presseur mit einer Welle, einem Drehlager und einer Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung mit einem die Welle umgebenden Stator und auf dem Umfang der Welle sitzenden Simmeringen eines Fluidübertragungssystems im teilweisen Längsschnitt;
Fig. 2
einen Presseur mit einer Welle und einer Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung mit einer die Welle umgebenden Stator und einem auf dem Umfang der Welle aufsitzenden Simmerring im teilweisen Längsschnitt;
Fig. 3
einen Presseur mit einer Welle und einer Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung mit einem die Welle umgebenden Stator und einer Gruppe auf dem Umfang der Welle aufsitzenden Simmerringen im teilweisen Längsschnitt;
Fig. 4
einen Presseur mit einer Welle und einer Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung mit einem an der Stirnseite der Welle befestigten Rotor, einem den Rotor umgebenden Stator und einem auf dem Umfang des Rotors aufsitzendem Simmerring und einer Drehdurchführung für Druckluft im teilweisen Längsschnitt;
Fig. 5
einen Presseur mit einer Welle und einer Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung mit einem an der Stirnseite der Welle befestigten Rotor, einem diesen umgebenden Stator und auf dem Rotor aufsitzenden Simmerringen und einem elektrisch leitfähigen Fluid im teilweisen Längsschnitt.


[0027] Bei der nachfolgenden Erläuterung verschiedener Ausführungsbeispiele sind übereinstimmende bzw. im Wesentlichen übereinstimmende Bauelemente mit denselben Bezugsziffern bezeichnet, wobei Unterschiede durch einen nachfolgenden Punkt und unterschiedliche Ziffer hinter dem Punkt gekennzeichnet sind.

[0028] Gemäß Fig. 1 hat ein Presseur 1.1 einen Zylinder 2, der einen metallischen Zylinderkern 3 und eine gummielastische, elektrisch halbleitende Schicht 4 am Außenumfang aufweist. Die Schicht 4 besteht beispielsweise aus Gummi mit eingelagerten Ruß-, Kohlefaser- oder Graphitpartikeln. Ferner hat der Presseur 1 eine fest mit dem Zylinderkern 3 verbundene Welle 5 aus Stahl, die beidseitig in Drehlagern in Form von Radialkugellagern 6 gelagert ist. Die Kugellager 6 sind innen einerseits an einer Radialschulter der Welle 5 abgestützt und andererseits an einem in eine Nut der Welle eingesetzten Sprengring gegen axiale Verlagerung gesichert. Die Kugellager 6 sind außen in Lagerschalen 7 aus elektrisch isolierendem Material und die Lagerschalen 7 in einem Lagerschalenträger 8 gelagert, der mit einem nicht gezeigten Maschinenrahmen verbunden ist. Die Lagerschalen 7 haben einen Flansch 7.1 an einem Ende eines zylindrischen Abschnittes 7.2.

[0029] Dem Umfang der Welle 5 ist eine Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung 9.1 zugeordnet. Diese weist einen innen kreiszylindrischen Stator 10 auf, der auf der Seite des Zylinderkerns 3 mittels nicht gezeigter Schrauben am Lagerschalenträger 8 befestigt ist. Innen hat der Stator 10 zwei kreiszylindrische Abschnitte 10.1, 10.2, zwischen denen ein Durchmessersprung 10.3 vorhanden ist. Der Abschnitt 10.2 hat einen größeren Durchmesser als der Abschnitt 10.1 und dazwischen ist ein Durchmessersprung 10.3 vorhanden.

[0030] In dem kreiszylindrischen Abschnitt 10.1 mit dem großen Durchmesser sitzt eine weitere isolierende Lagerschale 11, die sich teilweise in die angrenzende Lagerschale 7 hinein erstreckt. Die weitere Lagerschale 11 liegt mit einem weiteren Flansch 11.1 am Durchmessersprung 10.3 an. Der Flansch 11.1 ist am Ende eines zylindrischen Abschnittes 11.2 angeordnet.

[0031] Am Innenumfang des zylindrischen Abschnittes 11.2 sind ein Simmerring 12 aus elektrisch leitfähigem Material, der innen am Umfang der Welle 5 aufsitzt, ein elektrisch leitfähiger Ring 13, z.B. aus Metall, der einen kleinen Abstand von der Welle aufweist, und ein weiterer Simmerring 14 aus elektrisch leitfähigem Material, der innen am Umfang der Welle 5 aufsitzt, angeordnet. Diese Anordnung ist auf der anderen Seite an einem zur Welle 5 koaxialen, kreiszylindrischen Stützabschnitt 15.1 an der Seite einer Stützscheibe 15.2 abgestützt, die sich auf der anderen Seite am Drehlager 6 abstützt. Durch Verschrauben des Stators mit dem Lagerschalenträger sind das Wellenlager und die Simmerringe sowie der Metallring in den gezeigten Positionen gesichert.

[0032] Zwischen dem elektrisch leitfähigen Ring 13, den Simmerringen 12, 14 und dem Umfang der Welle 5 ist ein Hohlraum 16 vorhanden, der mit einem elektrisch leitfähigen Fett gefüllt ist.

[0033] Der Stator 10 hat ein radiales Einsteckloch 17 für einen elektrischen Steckverbinder 18 einer elektrischen Spannungsversorgung. Die weitere Lagerschale 11 und der Ring 13 weisen damit fluchtende Einstecklöcher 19, 20 auf. Die Einstecklöcher 19, 20 der weiteren Lagerschale 11 und des Ringes 13 sind so bemessen, dass ein endseitiger Zapfen 21 des Steckverbinders 18 klemmend einsteckbar ist. Der Zapfen 21 kann für eine gute Kontaktierung mit federnden Segmenten ausgestattet.

[0034] Von der elektrischen Spannungsversorgung wird über den Steckverbinder 18 eine elektrische Spannung an den Ring 13 aus elektrisch leitendem Material herangeführt. Von dem Ring 13 aus gelangt die Spannung über die Simmerringe 12, 14 und das elektrisch leitfähige Fett an den Umfang der Welle 5. Durch die Welle 5 wird die Spannung über den Zylinderkern 3 an die Schicht 4 des Presseurs 1.1 weitergeleitet.

[0035] Die Ausführung von Fig. 2 unterscheidet sich von der vorbeschriebenen dadurch, dass die Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung 9.2 nur einen Simmerring 14 aufweist. Somit wird die mittels des Steckverbinders 18 an den Ring 13 angelegte Spannung einer Spannungsversorgung durch den elektrisch leitfähigen Simmerring 14 auf den Umfang der Welle 5 und von dort über den Zylinderkern 3 auf die äußere Schicht 4 des Presseurs 1.2 übertragen. Diese Ausführung weist keinen Hohlraum mit einem elektrisch leitfähigen Fluid auf.

[0036] Der Presseur 1.3 von Fig. 3 unterscheidet sich von dem vorbeschriebenen dadurch, dass die Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung 9.3 drei nebeneinander angeordnete Simmerringe 14.1, 14.2, 14.3 aus elektrisch leitfähigem Material aufweist. Zwischen benachbarten Simmerringen 14.1, 14.2, 14.3 sind Distanzringe 22.1, 22.2 angeordnet. Die Distanzringe 22.1, 22.2 bestehen ebenfalls aus Metall oder einem anderen elektrisch leitfähigen Material.

[0037] Eine mittels des Steckverbinders 18 einer Hochspannungsversorgung un den Ring 13 eingeleitete Spannung wird über die Distanzringe 22.1, 22.2 und Simmerringe 14.1, 14.2, 14.3 an den Umfang der Welle 5 übertragen und gelangt von dort über den Zylinderkern 3 an den Mantel 4 des Presseurs 1.3. Gegebenenfalls können die Hohlräume 16.1, 16.2 zwischen den Simmerringen mit einem elektrisch leitfähigen Fluid gefüllt werden. Hierdurch kann gegebenenfalls die Lebensdauer der Simmerringe 14.1, 14.2, 14.3 erhöht werden, da das Fluid eine Schmierung bewirkt, die den Verschleiß der Simmerringe vermindern kann.

[0038] Bei der Ausführung von Fig. 4 ist die Welle 5 eines Presseurs 1.4 in Radialkugellagern 6 gelagert, die über eine isolierende Lagerschale 7 in einem nicht gezeigten Maschinenrahmen abgestützt sind. Die Welle 5 hat eine zentrale Gewindebohrung 24 zum Zuführen von Druckluft zum Zwecke des Austauschs einer Sleeve-Hülse am Mantel des Presseurs 1.4.

[0039] Eine Drehdurchführung 25 zum Einspeisen von Druckluft ist in die Gewindebohrung 24 in der Stirnseite der Welle 5 eingeschraubt.

[0040] Ferner ist ein Rotor 26 mit einem hohlzylindrischen Abschnitt 26.1 und einem Flansch 26.2 an einem Ende mittels Schrauben 27 an die Stirnseite der Welle 5 angeschraubt. Der Rotor 26 ist aus einem elektrisch leitfähigen Material, insbesondere aus Stahl.

[0041] Der hohlzylindrische Abschnitt 26.1 des Rotors 26 ist von einem im Wesentlichen kreiszylindrischen Stator 10 umgeben. Der Stator 10 besteht aus einem elektrisch isolierenden Material. Er ist über Schrauben 27 an einer maschinenrahmenfesten Befestigungsplatte fixiert.

[0042] In den Stator 10 ist eine metallischer Ring 13 eingesetzt, die am Innenumfang des Stators 10 mittels nicht gezeigter Mittel fixiert ist. Der Stator 10 und der Ring 13 weisen miteinander fluchtende Einstecklöcher 17, 20 auf, in die ein Steckverbinder 18 mit einem Kontaktzapfen 21 eingesetzt ist.

[0043] Zwischen dem Ring 13 und der Befestigungsplatte 28 ist ein Simmerring 14 aus elektrisch leitfähigem Material eingeklemmt. Der Simmerring 14 hat eine starre, L-förmige Basis 29.1, wobei an dem zur Welle senkrechten Schenkel der Basis ein elastisch verformbarer Abschnitt 29.2 des Simmerringes 14 in spitzwinkliger Ausrichtung zu diesem Schenkel fixiert ist. Der Hohlraum 16 zwischen dem Ring 13 und dem Simmerring 14 kann zudem mit einem elektrisch leitfähigen Fluid gefüllt sein.

[0044] Eine mittels des Steckverbinders 18 von einer Hochspannungsversorgung zugeführte Spannung wird in den metallischen Ring 13 eingeleitet und gelangt über den Simmerring 14 und gegebenenfalls das elektrisch leitfähige Fluid auf den Mantel des zylindrischen Abschnittes 26.1 des Rotors 26.

[0045] Vom Rotor 26 gelangt die Spannung über die Welle 5 und den Zylinderkern zum Mantel des Presseurs 1.4.

[0046] Der Presseur 1.5 von Fig. 5 unterscheidet sich von dem vorbeschriebenen dadurch, dass am Innenumfang des Stators 10 auf den beiden Seiten des Ringes 13 jeweils ein Simmerring 29 aus elektrisch leitfähigem Material angeordnet ist. Der zusätzliche Simmerring 29 stützt sich einerseits am Flansch des Stators 10 und andererseits an dem Ring 13 ab.


Ansprüche

1. Presseur einer Rotationsdruckmaschine mit

- einem Zylinder (2), der zumindest in einem Bereich (4) mehr oder weniger elektrisch leitfähig ist,

- Mitteln zum drehbaren Lagern (6) des Zylinders um seine Zylinderachse und

- mindestens einer Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung (9) an den elektrisch leitfähigen Bereich (4),

- die eine elektrisch leitfähige, zum Zylinder (2) koaxiale Welle (5) oder Achse und

- mindestens einen zum Zylinder (2) koaxialen Gleitring (12, 14, 29) aus elektrisch leitfähigem sowie flexiblem Material aufweist, der auf der Welle (5) oder Achse gleitend aufsitzt,

- wobei entweder die elektrisch leitfähige Welle (5) drehfest mit dem Zylinder (2) verbunden ist und elektrisch mit dem elektrisch leitfähigen Bereich des Zylinders (2) verbunden ist, der Gleitring (12, 14, 29) ortsfest angeordnet ist und mit einer elektrischen Spannungsversorgung verbindbar ist,

- oder der Gleitring (12, 14, 29) drehfest mit dem Zylinder (2) verbunden ist und elektrisch mit dem elektrisch leitfähigen Bereich (4) verbunden ist und die Achse ortsfest angeordnet ist und mit einer elektrischen Spannungsversorgung verbindbar ist.


 
2. Presseur nach Anspruch 1, bei dem der Gleitring (12, 14, 29) auf dem Umfang und/oder der Stirnseite der Welle (5) oder Achse aufsitzt.
 
3. Presseur nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die Welle (5) oder Achse aus Stahl besteht.
 
4. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem die Welle (5) oder Achse zumindest in dem Bereich an dem der Gleitring (12, 14, 29) anliegt, poliert ist.
 
5. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem die Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung (9) einen mit Abstand von der Welle (5) oder Achse konzentrisch zur Zylinderachse angeordneten Stator (10) oder Rotor (26) und einen Hohlraum (16) zwischen der Welle (5) und dem Stator (10) oder der Achse und dem Rotor (26) aufweist, ein elektrisch leitfähiges Fluid in dem Hohlraum (16) ist und der mindestens eine Gleitring (12, 24, 29) den Hohlraum (26) auf mindestens einer Seite abdichtet.
 
6. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem der Gleitring (12, 14, 29) ein Simmerring aus elektrisch leitfähigem sowie flexiblem Material ist.
 
7. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem der Gleitring ein Stopfbuchsring aus einem elektrisch leitfähigen sowie flexiblen Material ist.
 
8. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem der Gleitring (12, 14, 29) aus einem elastischen Material besteht.
 
9. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem die Welle (5), auf der der Gleitring (12, 14, 29) aufsitzt, den Presseur in einem ortsfesten Drehlager (6) lagert.
 
10. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem die Welle, auf der der Gleitring (12, 14, 29) aufsitzt, eine mit der Stirnseite des Zylinders (2) drehfest verbundene Welle ist, die konzentrisch zu einer Welle (5) oder Achse zum Lagern des Zylinders angeordnet ist.
 
11. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei dem der Gleitring (12, 14, 29) am Umfang in einen Haltering eingebettet oder zwischen einem Anschlag auf der einen Seite und einem Montagering auf der anderen Seite oder zwischen Montageringen (22) auf beiden Seiten eingespannt ist.
 
12. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem mehrere nebeneinander angeordnete Gleitringe (12, 14, 29) auf der Welle (5) oder Achse aufsitzen.
 
13. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 12, bei dem die Welle, auf der der Gleitring (12, 14, 29) aufsitzt, hohlzylindrisch ist.
 
14. Presseur nach Anspruch 14, bei dem eine Drehdurchführung (25) für Druckluft durch die hohlzylindrische Welle (5) hindurch erstreckt ist.
 




Zeichnung



















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente