[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Presseur einer Rotationsdruckmaschine.
[0002] Beim Rotationsdruck wird das bahnförmige oder bogenförmige Druckmaterial (z.B. Papier,
Karton oder Kunststofffolien) mit hoher Geschwindigkeit zwischen einer Druckwalze
und einem Presseur hindurchgeführt. Besonders hohe Geschwindigkeiten werden beim Illustrationsdruck
erreicht. Der Druckzylinder nimmt in Näpfchen in seiner Oberfläche Farbe aus einer
Farbwanne auf. Der Überschuss wird in der Regel abgerackelt. Zur möglichst weitgehenden
Übertragung der Farbe aus den Näpfchen des elektrisch an Masse liegenden Druckzylinders
auf das Druckmaterial wird einem mehr oder weniger elektrisch leitfähigen Bereich
eines zylindrischen Presseurs mit gummielastischer Außenschicht eine Hochspannung
zugeführt. Bei dem elektrisch leitfähigen Bereich handelt es sich z.B. um eine Halbleiterschicht,
die auf den Umfang eines massiven oder hohlen Zylinderkörpers aufgebracht ist. Hierdurch
bildet sich zwischen dem elektrisch leitfähigen Bereich und dem Druckzylinder ein
elektrisches Feld aus, das auf die Farbe in den Näpfchen eine Kraft ausübt, die den
Übergang der Farbe auf das Druckmaterial intensiviert und die Druckqualität steigert.
[0003] Bekannt ist, dem Presseur die elektrische Ladung über eine Nadelelektrode (auch "Sprühelektrode"
genannt) zuzuführen, die durch einen Luftspalt vom Presseur beabstandet ist. Ferner
ist bekannt, dem Presseur die elektrische Spannung über seitlich angeordnete Elektroden,
Bürstenschleifkontakte oder über die Lager zuzuführen.
[0004] Aus der
EP 0 556 463 B1 ist ein mit einer Achse versehener Presseur bekannt, der einen begrenzt leitfähigen
Belag über einem Stahlmantel aufweist. Dem Belag werden die elektrischen Ladungen
über die Achse, ein Kugellager zwischen Achse und Stahlmantel und den Stahlmantel
zugeführt. Ferner ist aus dieser Druckschrift ein Presseur mit einer Welle und einem
begrenzt leitfähigen Belag über einem Stahlmantel bekannt. Dem Belag werden die elektrischen
Ladungen über ein an der Stirnseite der Welle angeordnetes Kugellager, die Welle und
den Stahlmantel zugeführt.
[0005] Die Spannungszufuhr über Elektroden und Bürstenschleifkontakte ist wegen Verschmutzung
und Abnutzung unzuverlässig. Die Spannungszufuhr über Kugellager kann durch die Abnutzung
der Lager beeinträchtigt werden, die durch die Zufuhr der Spannung beschleunigt werden
kann.
[0006] Aus der
EP 1 780 011 A1 ist ein Presseur mit einer zuverlässigeren Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen
Spannung bekannt, die einen mit dem Zylinder verbundene und zur Zylinderachse konzentrischen
Rotor sowie einen mit Abstand vom Rotor konzentrisch zur Zylinderachse angeordneten
Stator und einen Hohlraum zwischen Rotor und Stator aufweist. Eine dem Hohlraum zugewandte
Rotorelektrode ist mit dem elektrisch leitfähigen Bereich des Zylinders verbunden
und eine dem Hohlraum zugewandte Statorelektrode ist mit einer elektrischen Spannungsversorgung
verbindbar. In dem Hohlraum ist ein elektrisch leitfähiges Fluid angeordnet. Mittel
zum Verhindern eines Ausströmens des elektrisch leitfähigen Fluids aus dem Hohlraum
sind vorhanden. Hierbei handelt es sich gemäß einer Ausgestaltung um ein den Hohlraum
seitlich begrenzendes Dichtelement zwischen Stator und Rotor, das insbesondere als
Simmerring ausgebildet sein kann.
[0007] Die
DE 20 2007 002 726 U1 beschreibt einen weiteren Presseur mit einer zuverlässigeren Einrichtung zum Zuführen
einer elektrischen Spannung, die ein elektrisch leitfähiges Kontaktelement in einer
Einrichtung zum Führen und ein Federelement zum Andrücken des elektrisch leitfähigen
Kontaktelements gegen den Umfang der Welle oder Achse ausweist. Gemäß einer Ausgestaltung
ist das Kontaktelement ein Kontaktstift. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist
die Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung einen Stator, einen Rotor,
einen Hohlraum zwischen dem Stator und dem Rotor, in dem die Einrichtung zum Führen
mit dem Kontaktelement angeordnet ist, ein elektrisch leitfähiges Fluid in dem Hohlraum
und Mittel zum Verhindern des Ausströmens des elektrisch leitfähigen Fluids aus dem
Hohlraum auf. Die elektrische Spannung wird vom elektrisch leitfähigen Kontaktelement
auf die Welle bzw. von der Achse auf das elektrisch leitfähige Kontaktelement übertragen.
Zusätzlich kann eine Spannungsübertragung zwischen Stator und Rotor durch das elektrisch
leitfähige Fluid erfolgen. Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn das elektrisch
leitfähige Kontaktelement ausfällt. Umgekehrt kann das elektrisch leitfähige Kontaktelement
die elektrische Spannung übertragen, wenn die Spannungsübertragung durch das elektrisch
leitfähige Fluid unterbrochen wird.
[0008] Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Presseur mit einer
Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung zu schaffen, die mit geringem
Aufwand zuverlässig arbeitet.
[0009] Die Aufgabe wird durch einen Presseur mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
[0010] Der erfindungsgemäße Presseur einer Rotationsdruckmaschine hat
- einen Zylinder, der zumindest in einem Bereich mehr oder weniger elektrisch leitfähig
ist,
- Mittel zum drehbaren Lagern des Zylinders um seine Zylinderachse und
- mindestens eine Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung an den elektrisch
leitfähigen Bereich,
- die eine elektrisch leitfähige, zum Zylinder koaxiale Welle oder Achse und
- mindestens einen zum Zylinder koaxialen Gleitring aus elektrisch leitfähigem sowie
flexiblem Material aufweist, der auf der Welle oder Achse gleitend aufsitzt,
- wobei die elektrisch leitfähige Welle drehfest mit dem Zylinder verbunden ist und
elektrisch mit dem elektrisch leitfähigen Bereich des Zylinders verbunden ist, der
Gleitring ortsfest angeordnet ist und mit einer elektrischen Spannungsversorgung verbindbar
ist
- oder der Gleitring drehfest mit dem Zylinder verbunden ist und elektrisch mit dem
elektrisch leitfähigen Bereich verbunden ist und die Achse ortsfest angeordnet ist
und mit einer elektrischen Spannungsversorgung verbindbar ist.
[0011] Bei dem erfindungsgemäßen Presseur wird die elektrische Spannung über mindestens
eine Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung zugeführt, die eine elektrisch
leitfähige, zum Zylinder koaxiale Welle oder Achse und mindestens einen zum Zylinder
koaxialen Gleitring aus elektrisch leitfähigem sowie flexiblen Material aufweist,
der auf der Welle oder Achse gleitend aufsitzt. Falls der Presseur eine Welle aufweist,
ist diese drehfest mit dem Zylinder und elektrisch mit dem elektrisch leitfähigen
Bereich des Zylinders verbunden. Der Gleitring ist bei dieser Erfindungsvariante ortsfest
angeordnet und mit einer elektrischen Spannungsversorgung verbindbar. Die elektrische
Spannung gelangt vom Gleitring auf die drehende Welle und von der Welle auf das elektrisch
leitfähige Material des Zylinders, um zwischen Presseur und Druckzylinder ein elektrisches
Feld zu bilden. Weist der Presseur eine ortsfeste Achse auf, ist der Gleitring drehfest
mit dem Zylinder und elektrisch mit dem elektrisch leitfähigen Bereich verbunden.
Bei dieser Erfindungsvariante ist die ortsfeste Achse mit der elektrischen Spannungsversorgung
verbindbar. Über die Achse gelangt die elektrische Spannung durch den mit dem Zylinder
drehenden Gleitring zum elektrisch leitfähigen Bereich am Umfang des Zylinders, so
dass sich zwischen Presseur und Druckzylinder das elektrische Feld ausbildet. Diese
Spannungszuführung ist besonders kostengünstig und arbeitet sehr zuverlässig. Insbesondere
kann die Abnutzung des Gleitringes gering gehalten werden, da dieser eine Linienberührung
oder Flächenberührung mit der Welle oder Achse aufweisen kann. Wenn der Gleitring
zugleich als Dichtung für ein Fluid dient, wird seine Abnutzung zudem durch die Schmierwirkung
des Fluids herabgesetzt. Zudem kann der Gleitring mittels kostengünstiger Standardbauteile
verwirklicht werden. Ferner kann der Gleitring selbst nachstellende Eigenschaften
aufweisen, insbesondere wenn er aus einem elastischen Material besteht. Infolgedessen
kann der Gleitring Verschleiß kompensieren. Die Mittel zum drehbaren Lagern des Zylinders
sind bevorzugt vom Zylinder oder von einem Gestell oder Rahmen aus Metall isoliert,
damit die Ladung nicht vom Zylinder zur Masse abfließt.
[0012] Gemäß einer Ausgestaltung sitzt der Gleitring auf dem Umfang und/oder der Stirnseite
der Welle oder Achse auf. Insbesondere kann er in Radialrichtung gegen den Umfang
der Welle oder Achse drücken oder in Axialrichtung gegen die Stirnseite der Welle
oder Achse drücken. Die gewählte Konstruktion kann von den baulichen Gegebenheiten
des mit der Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung auszurüstenden Presseurs
abhängig gemacht werden.
[0013] Der Gleitring kann ein komplett umlaufender Ring sein oder aus einem oder mehreren
Ringsegmenten bestehen. Bei Ausführung aus einem oder mehreren Segmenten kann er auch
als "Segmentring" bezeichnet werden.
[0014] Die Welle oder Achse besteht gemäß einer Ausgestaltung aus Stahl oder aus einem anderen
Metall.
[0015] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist die Welle oder Achse zumindest in dem Bereich
poliert, an dem der Gleitring anliegt. Hierdurch wird die Abnutzung des Gleitringes
vermindert und der Kontakt zwischen Gleitring und Welle oder Achse verbessert.
[0016] Die Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung kann so ausgebildet sein,
dass sie allein über mindestens einen Gleitring die Welle oder Achse kontaktiert.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung umfasst die Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen
Spannung einen mit Abstand von der Welle oder Achse konzentrisch zur Zylinderachse
angeordneten Stator oder Rotor, einen Hohlraum zwischen der Welle und dem Stator oder
der Achse und dem Rotor ein elektrisch leitfähiges Fluid in den Hohlraum und dichtet
der mindestens eine Gleitring den Hohlraum auf mindestens einer Seite ab. Diese Ausgestaltung
umfasst eine Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung auf ein Fluidübertragungssystem,
wie es beispielsweise in der
DE 20 2005 016 974 U1 oder der
EP 1 780 011 A1 beschrieben ist. Das elektrisch leitfähige Fluid ist z.B. ein Öl oder Fett. Ein geeignetes
elektrisch leitfähiges Walzlagerschmierfett wird z.B. von der Firma Klüber Lubrication
München KG, Geisenhauerstrasse 7, 8379 München, Deutschland unter der Handelsbezeichnung
Klüberlektrik B42-72 angeboten. Der Gleitring stellt die Zuführung der elektrischen
Spannung sicher, falls die Übertragung mittels des elektrisch leitfähigen Fluids unwirksam
ist, beispielsweise weil das Fluid aus dem Hohlraum ausgelaufen ist.
[0017] Der Stator ist bevorzugt kreiszylindrisch, falls die Spannungsübertragung über das
elektrisch leitfähige Fluid auf den Umfang der Welle erfolgt. Dementsprechend ist
der Rotor bevorzugt kreiszylindrisch, wenn die Spannungsübertragung auf den Umfang
der Achse erfolgt. In diesen Fällen wird bevorzugt der Hohlraum zwischen Stator und
Rotor durch Gleitringe an beiden Enden des Hohlraumes abgedichtet. Erfolgt die Spannungsübertragung
auf eine kreisscheibenförmige Stirnseite der Welle, ist der Stator bevorzugt ebenfalls
kreisscheibenförmig. Wird die Spannung auf eine kreisscheibenförmige Stirnseite der
Achse übertragen, so ist auch der Rotor bevorzugt kreisscheibenförmig gestaltet. In
diesen Fällen kann der Hohlraum zwischen Welle oder Achse und Stator oder Rotor außen
durch einen einzigen Gleitring abgedichtet sein. In allen genannten Fällen können
auch mehrere Gleitringe unmittelbar nebeneinander angeordnet sein, um den Hohlraum
auf einer Seite mehrfach abzudichten, die Zuführung der elektrischen Spannung abzusichern
um den Übergangswiderstand zu verringern.
[0018] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ist der Gleitring ein Simmerring aus elektrisch
leitfähigem sowie flexiblem Material. Simmerringe mit den vorbezeichneten Eigenschaften
stehen zur Verfügung. Sie sind beispielsweise aus Teflon oder einem anderen Kunststoff
mit Graphit-, Kohlefaser- oder Rußeinlagerungen gebildet. Geeignete Simmerringe werden
beispielsweise von der Firma ... unter der Handelsbezeichnung ... angeboten.
[0019] Gemäß einer anderen Ausgestaltung ist der Gleitring ein Stopfbuchsring aus einem
elektrisch leitfähigen sowie flexiblen Material. Stopfbuchsringe mit den genannten
Eigenschaften stehen zur Verfügung. Es handelt sich hierbei beispielsweise um Stopfbuchsringe
aus Teflon oder einem anderen Kunststoff mit Einlagerungen aus Graphit, Kohlefasern
oder Ruß.
[0020] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung besteht der Gleitring aus einem elastischen
Material, so dass er selbst nachstellende Eigenschaften aufweist.
[0021] Bei einem Stopfbuchsring kann ein Nachstellen auch durch ein Federelement bewirkt
werden, das den Stopfbuchsring permanent gegen die Welle oder Achse drückt. Dementsprechend
kann auch bei einem Simmerring eine Nachstellung durch ein Federelement bewirkt werden.
[0022] Gemäß einer Ausgestaltung lagert die Welle, auf der der Gleitring aufsitzt, den Presseur
in einem ortsfesten Drehlager. Die Welle zum Lagern des Presseurs wird dann zugleich
als Kontaktelement für den Gleitring genutzt. Bei dieser Das Drehlager ist gemäß einer
Ausgestaltung in einem Gestell oder Rahmen elektrisch isoliert angeordnet.
[0023] Gemäß einer anderen Ausgestaltung ist die Welle, auf der der Gleitring aufsitzt,
eine mit der Stirnseite des Zylinders drehfest verbundene Welle, die konzentrisch
zu einer Welle oder Achse zum Lagern des Zylinders angeordnet ist. Diese Anordnung
kann bei einem Presseur mit einer Welle zum Lagern des Presseurs gewählt werden, falls
aus baulichen Gründen der Gleitring nicht auf die Welle zum Lagern des Presseurs aufgesetzt
werden kann. Ferner kann die mit der Stirnseite des Zylinders drehfest verbundene
Welle vorgesehen werden, wenn der Presseur auf einer Achse gelagert ist. Hierfür sind
zwischen Zylinder und Achse Drehlager angeordnet. Bevorzugt sind hierbei die Drehlager
gegenüber der Achse oder die Achse gegenüber einem Gestell oder Rahmen zum Lagern
des Presseurs isoliert, damit die Ladung nicht vom Zylinder nach Masse abfließt.
[0024] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist der Gleitring am Umfang in einem Haltering
eingebettet oder zwischen einem Anschlag auf der einen Seite und einem Montagering
auf der anderen Seite oder zwischen Montagering auf beiden Seiten eingespannt. Hierdurch
ist der Gleitring mit einer definierten Vorspannung fixierbar. Gemäß einer Ausgestaltung
sitzen mehrere nebeneinander angeordnete Gleitringe auf der Welle oder Achse auf.
Hierdurch kann das Risiko eines Ausfalls der Spannungszuführung vermieden werden,
da eine mehrfache Sicherheit für die Spannungsübertragung erreicht wird. Außerdem
kann hierdurch der Übergangswiderstand reduziert und die Ladungszufuhr verbessert
werden.
[0025] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist die Welle, auf der der Gleitring aufsitzt,
hohlzylindrisch. Diese Ausgestaltung kann beispielsweise gewählt werden, wenn eine
mit der Stirnseite des Zylinders drehfest verbundene Welle konzentrisch zu einer Welle
oder Achse zum Lagern des Zylinders angeordnet ist. Ferner kann gemäß einer weiteren
Ausgestaltung eine Drehdurchführung für Druckluft durch die hohlzylindrische Welle
hindurch erstreckt sein.Hierbei kann die hohlzylindrische Welle an der Stirnseite
einer Welle zum Lagern des Zylinders angeordnet sein. Die Drehdurchführung dient bei
einem Sleeve-System dafür, mittels Druckluft den Mantel des Presseurs aufzublähen,
um ihn gegen einen anderen Mantel auszutauschen.
[0026] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der anliegenden Zeichnungen von Ausführungsbeispielen
näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- einen Presseur mit einer Welle, einem Drehlager und einer Einrichtung zum Zuführen
einer elektrischen Spannung mit einem die Welle umgebenden Stator und auf dem Umfang
der Welle sitzenden Simmeringen eines Fluidübertragungssystems im teilweisen Längsschnitt;
- Fig. 2
- einen Presseur mit einer Welle und einer Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen
Spannung mit einer die Welle umgebenden Stator und einem auf dem Umfang der Welle
aufsitzenden Simmerring im teilweisen Längsschnitt;
- Fig. 3
- einen Presseur mit einer Welle und einer Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen
Spannung mit einem die Welle umgebenden Stator und einer Gruppe auf dem Umfang der
Welle aufsitzenden Simmerringen im teilweisen Längsschnitt;
- Fig. 4
- einen Presseur mit einer Welle und einer Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen
Spannung mit einem an der Stirnseite der Welle befestigten Rotor, einem den Rotor
umgebenden Stator und einem auf dem Umfang des Rotors aufsitzendem Simmerring und
einer Drehdurchführung für Druckluft im teilweisen Längsschnitt;
- Fig. 5
- einen Presseur mit einer Welle und einer Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen
Spannung mit einem an der Stirnseite der Welle befestigten Rotor, einem diesen umgebenden
Stator und auf dem Rotor aufsitzenden Simmerringen und einem elektrisch leitfähigen
Fluid im teilweisen Längsschnitt.
[0027] Bei der nachfolgenden Erläuterung verschiedener Ausführungsbeispiele sind übereinstimmende
bzw. im Wesentlichen übereinstimmende Bauelemente mit denselben Bezugsziffern bezeichnet,
wobei Unterschiede durch einen nachfolgenden Punkt und unterschiedliche Ziffer hinter
dem Punkt gekennzeichnet sind.
[0028] Gemäß Fig. 1 hat ein Presseur 1.1 einen Zylinder 2, der einen metallischen Zylinderkern
3 und eine gummielastische, elektrisch halbleitende Schicht 4 am Außenumfang aufweist.
Die Schicht 4 besteht beispielsweise aus Gummi mit eingelagerten Ruß-, Kohlefaser-
oder Graphitpartikeln. Ferner hat der Presseur 1 eine fest mit dem Zylinderkern 3
verbundene Welle 5 aus Stahl, die beidseitig in Drehlagern in Form von Radialkugellagern
6 gelagert ist. Die Kugellager 6 sind innen einerseits an einer Radialschulter der
Welle 5 abgestützt und andererseits an einem in eine Nut der Welle eingesetzten Sprengring
gegen axiale Verlagerung gesichert. Die Kugellager 6 sind außen in Lagerschalen 7
aus elektrisch isolierendem Material und die Lagerschalen 7 in einem Lagerschalenträger
8 gelagert, der mit einem nicht gezeigten Maschinenrahmen verbunden ist. Die Lagerschalen
7 haben einen Flansch 7.1 an einem Ende eines zylindrischen Abschnittes 7.2.
[0029] Dem Umfang der Welle 5 ist eine Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung
9.1 zugeordnet. Diese weist einen innen kreiszylindrischen Stator 10 auf, der auf
der Seite des Zylinderkerns 3 mittels nicht gezeigter Schrauben am Lagerschalenträger
8 befestigt ist. Innen hat der Stator 10 zwei kreiszylindrische Abschnitte 10.1, 10.2,
zwischen denen ein Durchmessersprung 10.3 vorhanden ist. Der Abschnitt 10.2 hat einen
größeren Durchmesser als der Abschnitt 10.1 und dazwischen ist ein Durchmessersprung
10.3 vorhanden.
[0030] In dem kreiszylindrischen Abschnitt 10.1 mit dem großen Durchmesser sitzt eine weitere
isolierende Lagerschale 11, die sich teilweise in die angrenzende Lagerschale 7 hinein
erstreckt. Die weitere Lagerschale 11 liegt mit einem weiteren Flansch 11.1 am Durchmessersprung
10.3 an. Der Flansch 11.1 ist am Ende eines zylindrischen Abschnittes 11.2 angeordnet.
[0031] Am Innenumfang des zylindrischen Abschnittes 11.2 sind ein Simmerring 12 aus elektrisch
leitfähigem Material, der innen am Umfang der Welle 5 aufsitzt, ein elektrisch leitfähiger
Ring 13, z.B. aus Metall, der einen kleinen Abstand von der Welle aufweist, und ein
weiterer Simmerring 14 aus elektrisch leitfähigem Material, der innen am Umfang der
Welle 5 aufsitzt, angeordnet. Diese Anordnung ist auf der anderen Seite an einem zur
Welle 5 koaxialen, kreiszylindrischen Stützabschnitt 15.1 an der Seite einer Stützscheibe
15.2 abgestützt, die sich auf der anderen Seite am Drehlager 6 abstützt. Durch Verschrauben
des Stators mit dem Lagerschalenträger sind das Wellenlager und die Simmerringe sowie
der Metallring in den gezeigten Positionen gesichert.
[0032] Zwischen dem elektrisch leitfähigen Ring 13, den Simmerringen 12, 14 und dem Umfang
der Welle 5 ist ein Hohlraum 16 vorhanden, der mit einem elektrisch leitfähigen Fett
gefüllt ist.
[0033] Der Stator 10 hat ein radiales Einsteckloch 17 für einen elektrischen Steckverbinder
18 einer elektrischen Spannungsversorgung. Die weitere Lagerschale 11 und der Ring
13 weisen damit fluchtende Einstecklöcher 19, 20 auf. Die Einstecklöcher 19, 20 der
weiteren Lagerschale 11 und des Ringes 13 sind so bemessen, dass ein endseitiger Zapfen
21 des Steckverbinders 18 klemmend einsteckbar ist. Der Zapfen 21 kann für eine gute
Kontaktierung mit federnden Segmenten ausgestattet.
[0034] Von der elektrischen Spannungsversorgung wird über den Steckverbinder 18 eine elektrische
Spannung an den Ring 13 aus elektrisch leitendem Material herangeführt. Von dem Ring
13 aus gelangt die Spannung über die Simmerringe 12, 14 und das elektrisch leitfähige
Fett an den Umfang der Welle 5. Durch die Welle 5 wird die Spannung über den Zylinderkern
3 an die Schicht 4 des Presseurs 1.1 weitergeleitet.
[0035] Die Ausführung von Fig. 2 unterscheidet sich von der vorbeschriebenen dadurch, dass
die Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung 9.2 nur einen Simmerring
14 aufweist. Somit wird die mittels des Steckverbinders 18 an den Ring 13 angelegte
Spannung einer Spannungsversorgung durch den elektrisch leitfähigen Simmerring 14
auf den Umfang der Welle 5 und von dort über den Zylinderkern 3 auf die äußere Schicht
4 des Presseurs 1.2 übertragen. Diese Ausführung weist keinen Hohlraum mit einem elektrisch
leitfähigen Fluid auf.
[0036] Der Presseur 1.3 von Fig. 3 unterscheidet sich von dem vorbeschriebenen dadurch,
dass die Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung 9.3 drei nebeneinander
angeordnete Simmerringe 14.1, 14.2, 14.3 aus elektrisch leitfähigem Material aufweist.
Zwischen benachbarten Simmerringen 14.1, 14.2, 14.3 sind Distanzringe 22.1, 22.2 angeordnet.
Die Distanzringe 22.1, 22.2 bestehen ebenfalls aus Metall oder einem anderen elektrisch
leitfähigen Material.
[0037] Eine mittels des Steckverbinders 18 einer Hochspannungsversorgung un den Ring 13
eingeleitete Spannung wird über die Distanzringe 22.1, 22.2 und Simmerringe 14.1,
14.2, 14.3 an den Umfang der Welle 5 übertragen und gelangt von dort über den Zylinderkern
3 an den Mantel 4 des Presseurs 1.3. Gegebenenfalls können die Hohlräume 16.1, 16.2
zwischen den Simmerringen mit einem elektrisch leitfähigen Fluid gefüllt werden. Hierdurch
kann gegebenenfalls die Lebensdauer der Simmerringe 14.1, 14.2, 14.3 erhöht werden,
da das Fluid eine Schmierung bewirkt, die den Verschleiß der Simmerringe vermindern
kann.
[0038] Bei der Ausführung von Fig. 4 ist die Welle 5 eines Presseurs 1.4 in Radialkugellagern
6 gelagert, die über eine isolierende Lagerschale 7 in einem nicht gezeigten Maschinenrahmen
abgestützt sind. Die Welle 5 hat eine zentrale Gewindebohrung 24 zum Zuführen von
Druckluft zum Zwecke des Austauschs einer Sleeve-Hülse am Mantel des Presseurs 1.4.
[0039] Eine Drehdurchführung 25 zum Einspeisen von Druckluft ist in die Gewindebohrung 24
in der Stirnseite der Welle 5 eingeschraubt.
[0040] Ferner ist ein Rotor 26 mit einem hohlzylindrischen Abschnitt 26.1 und einem Flansch
26.2 an einem Ende mittels Schrauben 27 an die Stirnseite der Welle 5 angeschraubt.
Der Rotor 26 ist aus einem elektrisch leitfähigen Material, insbesondere aus Stahl.
[0041] Der hohlzylindrische Abschnitt 26.1 des Rotors 26 ist von einem im Wesentlichen kreiszylindrischen
Stator 10 umgeben. Der Stator 10 besteht aus einem elektrisch isolierenden Material.
Er ist über Schrauben 27 an einer maschinenrahmenfesten Befestigungsplatte fixiert.
[0042] In den Stator 10 ist eine metallischer Ring 13 eingesetzt, die am Innenumfang des
Stators 10 mittels nicht gezeigter Mittel fixiert ist. Der Stator 10 und der Ring
13 weisen miteinander fluchtende Einstecklöcher 17, 20 auf, in die ein Steckverbinder
18 mit einem Kontaktzapfen 21 eingesetzt ist.
[0043] Zwischen dem Ring 13 und der Befestigungsplatte 28 ist ein Simmerring 14 aus elektrisch
leitfähigem Material eingeklemmt. Der Simmerring 14 hat eine starre, L-förmige Basis
29.1, wobei an dem zur Welle senkrechten Schenkel der Basis ein elastisch verformbarer
Abschnitt 29.2 des Simmerringes 14 in spitzwinkliger Ausrichtung zu diesem Schenkel
fixiert ist. Der Hohlraum 16 zwischen dem Ring 13 und dem Simmerring 14 kann zudem
mit einem elektrisch leitfähigen Fluid gefüllt sein.
[0044] Eine mittels des Steckverbinders 18 von einer Hochspannungsversorgung zugeführte
Spannung wird in den metallischen Ring 13 eingeleitet und gelangt über den Simmerring
14 und gegebenenfalls das elektrisch leitfähige Fluid auf den Mantel des zylindrischen
Abschnittes 26.1 des Rotors 26.
[0045] Vom Rotor 26 gelangt die Spannung über die Welle 5 und den Zylinderkern zum Mantel
des Presseurs 1.4.
[0046] Der Presseur 1.5 von Fig. 5 unterscheidet sich von dem vorbeschriebenen dadurch,
dass am Innenumfang des Stators 10 auf den beiden Seiten des Ringes 13 jeweils ein
Simmerring 29 aus elektrisch leitfähigem Material angeordnet ist. Der zusätzliche
Simmerring 29 stützt sich einerseits am Flansch des Stators 10 und andererseits an
dem Ring 13 ab.
1. Presseur einer Rotationsdruckmaschine mit
- einem Zylinder (2), der zumindest in einem Bereich (4) mehr oder weniger elektrisch
leitfähig ist,
- Mitteln zum drehbaren Lagern (6) des Zylinders um seine Zylinderachse und
- mindestens einer Einrichtung zum Zuführen einer elektrischen Spannung (9) an den
elektrisch leitfähigen Bereich (4),
- die eine elektrisch leitfähige, zum Zylinder (2) koaxiale Welle (5) oder Achse und
- mindestens einen zum Zylinder (2) koaxialen Gleitring (12, 14, 29) aus elektrisch
leitfähigem sowie flexiblem Material aufweist, der auf der Welle (5) oder Achse gleitend
aufsitzt,
- wobei entweder die elektrisch leitfähige Welle (5) drehfest mit dem Zylinder (2)
verbunden ist und elektrisch mit dem elektrisch leitfähigen Bereich des Zylinders
(2) verbunden ist, der Gleitring (12, 14, 29) ortsfest angeordnet ist und mit einer
elektrischen Spannungsversorgung verbindbar ist,
- oder der Gleitring (12, 14, 29) drehfest mit dem Zylinder (2) verbunden ist und
elektrisch mit dem elektrisch leitfähigen Bereich (4) verbunden ist und die Achse
ortsfest angeordnet ist und mit einer elektrischen Spannungsversorgung verbindbar
ist.
2. Presseur nach Anspruch 1, bei dem der Gleitring (12, 14, 29) auf dem Umfang und/oder
der Stirnseite der Welle (5) oder Achse aufsitzt.
3. Presseur nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die Welle (5) oder Achse aus Stahl besteht.
4. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem die Welle (5) oder Achse zumindest
in dem Bereich an dem der Gleitring (12, 14, 29) anliegt, poliert ist.
5. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem die Einrichtung zum Zuführen einer
elektrischen Spannung (9) einen mit Abstand von der Welle (5) oder Achse konzentrisch
zur Zylinderachse angeordneten Stator (10) oder Rotor (26) und einen Hohlraum (16)
zwischen der Welle (5) und dem Stator (10) oder der Achse und dem Rotor (26) aufweist,
ein elektrisch leitfähiges Fluid in dem Hohlraum (16) ist und der mindestens eine
Gleitring (12, 24, 29) den Hohlraum (26) auf mindestens einer Seite abdichtet.
6. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem der Gleitring (12, 14, 29) ein
Simmerring aus elektrisch leitfähigem sowie flexiblem Material ist.
7. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem der Gleitring ein Stopfbuchsring
aus einem elektrisch leitfähigen sowie flexiblen Material ist.
8. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem der Gleitring (12, 14, 29) aus
einem elastischen Material besteht.
9. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem die Welle (5), auf der der Gleitring
(12, 14, 29) aufsitzt, den Presseur in einem ortsfesten Drehlager (6) lagert.
10. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem die Welle, auf der der Gleitring
(12, 14, 29) aufsitzt, eine mit der Stirnseite des Zylinders (2) drehfest verbundene
Welle ist, die konzentrisch zu einer Welle (5) oder Achse zum Lagern des Zylinders
angeordnet ist.
11. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei dem der Gleitring (12, 14, 29) am
Umfang in einen Haltering eingebettet oder zwischen einem Anschlag auf der einen Seite
und einem Montagering auf der anderen Seite oder zwischen Montageringen (22) auf beiden
Seiten eingespannt ist.
12. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem mehrere nebeneinander angeordnete
Gleitringe (12, 14, 29) auf der Welle (5) oder Achse aufsitzen.
13. Presseur nach einem der Ansprüche 1 bis 12, bei dem die Welle, auf der der Gleitring
(12, 14, 29) aufsitzt, hohlzylindrisch ist.
14. Presseur nach Anspruch 14, bei dem eine Drehdurchführung (25) für Druckluft durch
die hohlzylindrische Welle (5) hindurch erstreckt ist.