[0001] Die Erfindung betrifft einen Seitenfaltenbeutel aus einem Kunststoffgewebeverbund.
[0002] Der Seitenfaltenbeutel umfasst eine Frontwand, eine Rückwand und zwischen der Frontwand
und der Rückwand angeordnete Seitenfalten, die durch Faltkanten mit der Frontwand
und Rückwand verbunden sind. Der Seitenfaltenbeutel ist aus einem Kunststoffgewebeverbund
gefertigt, der eine Polymerfolie an der Beutelaußenseite sowie ein mit der Polymerfolie
verbundenes Gewebe aus Polymerbändchen an der Beutelinnenseite aufweist. Das Gewebe
und die Polymerfolie an der Beutelaußenseite sind flächig miteinander verbunden und
bilden einen festen Kunststoffgewebeverbund. Der flachliegende Seitenfaltenbeutel
ist an einem Ende dadurch verschlossen, dass ein Abschnitt der Frontwand sowie Seitenfaltenabschnitte,
die zwischen dem Abschnitt der Frontwand und der Rückwand angeordnet sind, unter Bildung
einer Bodenfalte auf die Rückwand umgefaltet und mit dieser verbunden sind. Die Front-
und Rückwand bilden gleichwertige Beutelflächen. Die Bezeichnung dieser Beutelflächen
als "Frontwand" und "Rückwand" soll das leichtere Verständnis der erfindungsgemäßen
Lehre ermöglichen und soll keine sachliche Einschränkung darstellen. Zum leichteren
Verständnis der beanspruchten technischen Lehre wird im Rahmen der Offenbarung der
Erfindung diejenige Beutelfläche, auf die bei der Ausbildung der Bodenfläche Folienabschnitte
umgefaltet und befestigt werden, als "Rückwand" bezeichnet.
[0003] Der flachliegende Seitenfaltenbeutel kann an dem offenen Ende befüllt werden und
wird nach der Befüllung verschlossen. Der befüllte Seitenfaltenbeutel ist als Verpackungsbeutel
insbesondere für schüttfähige Füllgüter wie pelletierte Tiernahrung, Einstreu für
Tiere oder ähnliche Materialien vorgesehen. Der Seitenfaltenbeutel ist durch die Verwendung
eines Kunststoffgewebeverbundes insbesondere für Großgebinde geeignet, die ein erhebliches
Füllvolumen und ein erhebliches Füllgewicht aufweisen. Entsprechende Seitenfaltenbeutel
werden in der Praxis auch als Seitenfaltensäcke bezeichnet, wobei diese Begriffe im
Rahmen der vorliegenden Erfindung nicht unterschieden werden.
[0004] Seitenfaltenbeutel aus ein- oder mehrlagigen Folien, die nicht durch ein Gewebe verstärkt
sind, weisen häufig eine Bodenfläche auf, die durch Siegelnähte geformt ist. Die Siegelnähte
erstrecken sich von einer Faltkante an Längsseiten der Front- oder Rückwand unter
einem schrägen Winkel in Richtung der Bodenfalte. Die Siegelnähte, die auch als Ecksiegelungen
bezeichnet werden, bewirken, dass sich der Boden des Seitenfaltenbeutels besser zu
einer ebenen Bodenfläche ausformt, wenn der Seitenfaltenbeutel mit einem Produkt befüllt
wird.
[0005] Seitenfaltenbeutel, die aus einem Kunststoffgewebeverbund gefertigt sind, weisen
in der Praxis keine Siegelnähte zur Ausformung des Bodens auf, da die beutelinnenseitige
Gewebefläche sich nicht oder nur schlecht siegeln lässt. Zur Erzeugung einer Siegelnaht
sind hohe Siegeltemperaturen notwendig, wobei die Gefahr besteht, dass durch Einbringen
einer zu großen Wärmeenergie die Polymerstruktur und Orientierung der Polymerbändchen
des Gewebes zerstört wird. Ein weiteres Problem für die Anbringung von Siegelnähten
zwischen den Flanken der Seitenfalten und der angrenzenden Frontwand oder Rückwand
ist der schlechte Kontakt der zu verbindenden Flächen aufgrund ihrer Gewebestruktur.
Seitenfaltenbeutel aus Kunststoffgewebeverbundmaterialien, die ohne Ecksiegelungen
an der Bodenfläche ausgebildet sind, haben nach der Befüllung eine optisch schlechte
Bodenausformung. Die schlechte Bodenausformung hat auch negative Einflüsse auf das
Gebindevolumen, da sich der Füllstand erhöht, wenn der Boden sich nicht richtig aufstellt
und dies durch eine höhere Beutelhöhe berücksichtigt werden muss. Das Problem tritt
insbesondere bei flachliegenden Seitenfaltenbeuteln mit tiefen Seitenfalten auf, die
nach der Befüllung quaderförmige Verpackungen bilden.
[0006] Um an Seitenfaltenbeuteln, die aus einem Kunststoffgewebeverbund gefertigt sind,
Siegelnähte zum Ausformen der Bodenfläche anbringen zu können, muss das Gewebe vollflächig
oder zumindest abschnittsweise mit einer siegelfähigen Beschichtung versehen werden,
die beispielsweise durch eine Extrusionsbeschichtung oder durch Aufbringen eines Hotmelt-Klebstoffes
erzeugt wird. Die Verwendung von beschichteten Gewebe aus monoaxial verstreckten Polymerbändchen
und einer Beschichtung aus einem siegelfähigen Polymer zur Herstellung von Säcken
ist aus
EP 2 188 438 B1 bekannt. Die Beschichtung der Gewebefläche eines Kunststoffgewebeverbundmaterials
zur Verbesserung der Siegeleigenschaften ist fertigungstechnisch aufwendig und erfordert
einen zusätzlichen und mit entsprechenden höheren Kosten verbundenen Materialeinsatz.
[0007] Aus
US 4 373 979 ist es bekannt, ein Gewebe aus Polymerbändchen durch Ultraschallschweißen mit einer
Polymerfläche zu verbinden. Am Beispiel eines Seitenfaltenbeutels wird beschrieben,
dass das Ultraschallschweißverfahren eingesetzt werden kann, um das Ende eines Folienschlauches
zu verschließen. Die durch Ultraschallschweißen erzeugten Schweißpunkte sind in mehreren
Reihen angeordnet, die sich quer zur Längsrichtung des Folienschlauches erstrecken.
Dabei ist der Abstand zwischen den Schweißpunkten so gewählt, dass jedes Polymerbändchen
des Gewebes von einem Schweißpunkt erfasst wird.
[0008] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen aus einem
Kunststoffgewebeverbund gefertigten Seitenfaltenbeutel so auszubilden, dass er nach
der Befüllung eine ebene und standfeste Bodenfläche aufweist.
[0009] Gegenstand der Erfindung und Lösung dieser Aufgabe ist ein Seitenfaltenbeutel nach
Anspruch 1.
[0010] Die Erfindung setzt einen Seitenfaltenbeutel aus einem Kunststoffgewebeverbund voraus
mit einer Frontwand, einer Rückwand und zwischen der Frontwand und der Rückwand angeordneten
Seitenfalten, die durch Faltkanten mit der Frontwand und der Rückwand verbunden sind.
Ein Abschnitt der Frontwand sowie Seitenfaltenabschnitte, die zwischen dem Abschnitt
der Frontwand und der Rückwand angeordnet sind, sind unter Bildung einer Bodenfalte
auf die Rückwand umgefaltet und mit dieser verbunden. Der durch Falten einer ebenen
Materialbahn herstellbare Seitenfaltenbeutel besteht aus einem Kunststoffgewebeverbund,
der eine Polymerfolie an der Beutelaußenseite sowie ein mit der Polymerfolie verbundenes
Gewebe aus Polymerbändchen an der Beutelinnenseite aufweist. Die Polymerfolie und
das Gewebe sind fest miteinander verbunden und bilden einen festen Verbund. Das Gewebe
ist unbehandelt und weist an der Beutelinnenseite keine siegelfähige Beschichtung
auf. Erfindungsgemäß sind die beutelinnenseitige Gewebefläche der Seitenfalten mit
der benachbarten Gewebefläche der Frontwand oder Rückwand durch Eckschweißnähte verbunden,
die sich von einer Faltkante an Längsseiten der Front- oder Rückwand unter einem schrägen
Winkel in Richtung der Bodenfalte erstrecken. Für die Erfindung wesentlich ist, dass
die Eckschweißnähte eine durch Ultraschallschweißen erzeugte Struktur mit einer Rasterung
aus einer Vielzahl von punktförmigen oder linienförmigen Schweißstellen aufweisen.
Vorteilhaft ist eine Rasterung aus einer Vielzahl hintereinander und nebeneinander
angeordneter Schweißpunkte. Durch eine lokale Verbindung an einer Vielzahl von Schweißpunkten
oder Linien, die beispielsweise parallel ausgerichtet sind oder sich kreuzen, ist
die Nahtfestigkeit der Eckschweißnähte in Längs- und Querrichtung der Eckschweißnähte
gleichmäßig. Insbesondere tritt an den Nahtkanten der Eckschweißnähte keine signifikante
Versprödung auf, wie dies oft beim Heißsiegeln von Polymerfolien unter Verwendung
von Heißsiegelbacken beobachtet werden kann.
[0011] Die Eckschweißnähte erstrecken sich zweckmäßig bis zur Bodenfalte. Dabei sind die
Eckschweißnähte so ausgerichtet, dass sie mit der Bodenfalte einen Winkel zwischen
30° und 60° einschließen. Gemäß einer bevorzugten Ausführung der Erfindung begrenzen
die Eckschweißnähte mit der Bodenfalte und einer randseitigen Faltkante jeweils eine
gleichschenklige Dreieckfläche.
[0012] Das Gewebe des Kunststoffgewebeverbundes kann insbesondere aus einem Geflecht aus
bändchenförmigen Polymerstreifen bestehen. Die Polymerstreifen des Geflechtes weisen
in Beutellängsrichtung und in Beutelquerrichtung vorzugsweise eine Breite zwischen
2 mm und 5 mm auf, wobei die sich in Beutellängsrichtung und in Beutelquerrichtung
erstreckenden Polymerstreifen des Geflechtes insbesondere auch im Wesentlichen dieselbe
Breite aufweisen können.
[0013] Die Eckschweißnähte sind zweckmäßig 2 mm bis 10 mm breit, wobei die Rasterung 10
bis 500 Schweißpunkte bezogen auf eine Fläche von 100 mm
2 umfassen kann. Die Schweißpunkte der Eckschweißnähte sind vorzugsweise auf parallelen
Linien angeordnet, die unter einem Winkel von 45° zur Längserstreckung der Eckschweißnähte
ausgerichtet sind. Auf jeder Linie sind dabei mindestens drei Schweißpunkte in äquidistanten
Abständen nebeneinander angeordnet.
[0014] Der Kunststoffgewebeverbund ist üblicherweise aus polyolefinischen Komponenten gefertigt,
wobei die Polymerfolie an der Beutelaußenseite vorzugsweise eine Polypropylenfolie
ist und insbesondere aus einem biaxial orientierten Polypropylen (BOPP) besteht. Alternativ
kann die Polymerfolie an der Beutelaußenseite auch aus einem Polyester oder Polyamid
(OPET, OPA) bestehen. Das Gewebe an der Beutelinnenseite weist monoaxial verstreckte
Polymerbändchen auf, die miteinander verwebt sind und oberflächlich verschweißt sein
können. Das Gewebe weist dann Orientierungen in Längs- und Querrichtung auf.
[0015] Der untere Rand der Frontwand, der untere Rand der zur Frontwand benachbarten Flanke
der Seitenfalten, der untere Rand der zur Rückwand benachbarten Flanke der Seitenfalten
und der untere Rand der Rückwand sind zweckmäßig fächerförmig zueinander versetzt,
so dass die entlang der Bodenfalte umgefalteten Lagen des Kunststoffgewebeverbundes
jeweils einen Abschnitt aufweisen, der unmittelbar an der Rückwand anliegt und mit
der Rückwand vorzugsweise verklebt ist. Auf diese Weise erhält der Seitenfaltenbeutel
eine stabile Bodenfläche, die nach der Befüllung des Seitenfaltenbeutels eine im Wesentlichen
ebene und standfeste Bodenfläche bildet. Durch Verwendung eines Kunststoffgewebeverbundmaterials
eignet sich der erfindungsgemäße Seitenfaltenbeutel für große Gebinde und zur Verpackung
von Schüttgut mit einem großen Schüttgewicht.
[0016] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung erläutert. Es zeigen schematisch
- Fig. 1
- eine Ansicht auf die Frontwand eines flachliegenden Seitenfaltenbeutels,
- Fig. 2
- eine Ansicht auf die Rückwand des in Fig. 1 dargestellten Seitenfaltenbeutels,
- Fig. 3
- eine ausschnittsweise Darstellung der Beutelinnenfläche des in den Fig. 1 und 2 dargstellten
Seitenfaltenbeutels,
- Fig. 4
- eine vergrößerte Darstellung einer Eckschweißnaht zur Formgebung der Bodenfläche im
Falle einer Befüllung des Seitenfaltenbeutels,
- Fig. 5
- das Verfahrensprinzip zur Herstellung der in Fig. 4 dargestellten Eckschweißnaht,
- Fig. 6
- ein zu einer Verpackung geschlossener Seitenfaltenbeutel nach seiner Befüllung,
- Fig. 7
- ein Schnittkantenprofil der Folienlagen eines Seitenfaltenschlauches vor der Verklebung
der Folienlagen zu einer Bodenfläche,
- Fig. 8
- eine Ausführungsvariante des in Fig. 4 dargestellten Gegenstandes.
[0017] Die Fig. 1 und 2 zeigen einen flachgelegten Seitenfaltenbeutel mit einer Frontwand
1, einer Rückwand 2 und zwischen der Frontwand und der Rückwand angeordneten Seitenfalten
3, die durch Faltkanten 4 mit der Frontwand 1 und der Rückwand 2 verbunden sind. Der
Seitenfaltenbeutel wird aus einer ebenen Materialbahn durch Falten geformt. Ein Überlappungsbereich
5, der im Ausführungsbeispiel an der Rückwand 2 angeordnet ist, ist durch eine Verklebung
verschlossen. An seinem oberen Ende ist der Seitenfaltenbeutel offen und kann in Abfüllanlagen
mit einem schuttfähigen Füllgut befüllt werden. An seinem unteren Ende ist der Seitenfaltenbeutel
verschlossen, wobei das verschlossene Ende bei einer Befüllung des Seitenfaltenbeutels
eine ebene Bodenfläche bildet. Die Bodenfläche wird dadurch gebildet, dass ein Abschnitt
6 der Frontwand sowie Seitenfaltenabschnitte 7, die zwischen dem Abschnitt 6 der Frontwand
1 und der Rückwand 2 angeordnet sind, unter Bildung einer Bodenfalte 8 auf die Rückwand
2 umgefaltet und mit der Rückwand 2 verbunden werden.
[0018] Damit sich die Bodenfläche besser ausformt, wenn der Seitenfaltenbeutel befüllt wird,
sind Eckschweißnähte 9 vorgesehen, die sich von einer äußeren Faltkante 4 an Längsseiten
der Front- oder Rückwand 1, 2 unter einem schrägen Winkel in Richtung der Bodenfalte
8 erstrecken. Die Eckschweißnähte 9 können mit der Bodenfalte 8 einen Winkel α zwischen
30° und 60° einschließen. Im Ausführungsbeispiel und gemäß einer bevorzugten Ausführung
der Erfindung begrenzen die Eckschweißnähte 9 mit der Bodenfalte 8 und einer randseitigen
Faltkante 4 jeweils eine gleichschenklige Dreieckfläche.
[0019] Der in den Figuren dargestellte Seitenfaltenbeutel ist aus einem Kunststoffgewebeverbund
gefertigt. Der Kunststoffgewebeverbund ist zumindest zweilagig ausgebildet und weist
eine Polymerfolie 10 an der Beutelaußenseite sowie ein mit der Polymerfolie 10 verbundenes
Gewebe 11 aus Polymerbändchen 12, 13 an der Beutelinnenseite auf. Die Polymerfolie
10 ist mit dem Gewebe 11 fest verklebt. Der Kunststoffgewebeverbund ist beispielsweise
aus polyolefinischen Komponenten gefertigt.
[0020] Aus Fig. 3 geht hervor, dass das Gewebe 11 aus einem Geflecht aus bändchenförmigen
Polymerstreifen 12, 13 besteht, wobei die Polymerstreifen 12 in Beutellängsrichtung
und die Polymerstreifen 13 in Beutelquerrichtung beispielsweise eine Breite zwischen
2 mm und 5 mm aufweisen können. Im Ausführungsbeispiel haben die sich in Beutellängsrichtung
und in Beutelquerrichtung erstreckenden Polymerstreifen 12, 13 des Geflechtes im Wesentlichen
dieselbe Breite.
[0021] Die beutelinnenseitige Gewebefläche lässt sich nicht gut siegeln. Es wären hohe Siegeltemperaturen
notwendig, wobei die Gefahr bestünde, dass Orientierungen in den Polymerbändchen 12,
13 zerstört würden. Die Eckschweißnähte 9 werden erfindungsgemäß durch Ultraschallschweißen
erzeugt und weisen eine durch Ultraschallschweißen erzeugte Struktur mit einer Rasterung
aus einer Vielzahl hintereinander und nebeneinander angeordneter Schweißpunkte 14
auf. Die Schweißpunkte 14 verbinden die beutelinnenseitige Gewebefläche der Seitenfalten
3 mit der benachbarten Gewebefläche der Frontwand 1 oder Rückwand 2. Im Rahmen der
Erfindung liegt es auch, dass die durch Ultraschallschweißen erzeugte Struktur der
Eckschweißnähte als eine Anordnung aus linienförmigen Schweißstellen besteht, wobei
die Schweißlinien beispielsweise parallel ausgerichtet sind oder sich kreuzen.
[0022] Das Verfahrensprinzip zur Herstellung der Eckschweißnähte 9 durch Ultraschallschweißen
ist in Fig. 5 dargestellt. Mit Hilfe eines Generators wird hochfrequenter Wechselstrom
erzeugt und zu einem Ultraschallwandler übertragen, der daraus eine mechanische Ultraschallfrequenz
erzeugt. Die hochfrequenten mechanischen Schwingungen einer Sonotrode 15 werden unter
Druck auf die zu verbindenden Polymerflächen übertragen. Die Schwingungen verursachen
beim Ultraschallschweißen Molekular- und Grenzflächenreibung in der Fügezone. Dabei
entsteht die zum Schweißen notwendige Wärme, wobei das Polymermaterial an den Schweißpunkten
14 plastifiziert wird. Gemäß der Darstellung in Fig. 5 greift ein Widerlager 16 für
die Sonotrode 15 randseitig in die gespreizten Seitenfalten 3 ein. Die Ultraschallsiegelung
hat den Vorteil, dass die Schweißzeiten kurz sind und die thermische Energie weitestgehend
in den Kontaktbereichen entsteht, wodurch andere Laminatbereiche und insbesondere
die orientierten Polymerbändchen 12, 13 des Gewebes 11 mit weniger Wärme belastet
werden.
[0023] Die Eckschweißnähte 9 weisen entsprechend der Darstellung in Fig. 4 jeweils eine
Breite zwischen 2 mm und 10 mm auf, wobei die Rasterung zweckmäßig 10 bis 500 Schweißpunkte
14 bezogen auf eine Fläche von 100 mm
2 umfasst. Im Ausführungsbeispiel ist die Eckschweißnaht 9 ca. 4 mm breit und setzt
sich aus ca. 100 Schweißpunkten bezogen auf eine Fläche von 100 mm
2 zusammen. Der Darstellung in Fig. 4 ist auch zu entnehmen, dass die Schweißpunkte
14 der Eckschweißnähte 9 auf parallelen Linien 17 angeordnet sind, die unter einem
Winkel β von 45° zur Längserstreckung der Eckschweißnähte 9 ausgerichtet sind. Auf
jeder Linie 17 sind mindestens drei Schweißpunkte 14 in äquidistanten Abständen nebeneinander
angeordnet.
[0024] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 8 ist in mindestens einem durch eine Eckschweißnaht
9 begrenzten dreieckförmigen Beutelabschnitt 7' eine Entlüftungsöffnung 24 angeordnet.
Zwischen dem mit der Entlüftungsöffnung 24 versehenen Beutelabschnitt 7' und dem Füllraum
des Seitenfaltenbeutels ist ein Luftaustausch gewährleistet. Der Luftaustausch ist
durch Pfeile angedeutet. Im Ausführungsbeispiel ist der Luftaustausch möglich, weil
die Eckschweißnaht 9 einen Abstand zur Bodenfalte 8 und zur Faltkante 4 an der Längsseite
des Beutels einhält. Alternativ oder zusätzlich kann die Eckschweißnaht beispielsweise
unterbrochen sein, um den Luftaustausch zwischen dem dreieckförmigen Beutelabschnitt
7' und dem Füllraum des Seitenfaltenbeutels zu gewährleisten oder zu fördern.
[0025] Die Eckschweißnähte 9 bewirken beim Abfüllen des Seitenfaltenbeutels eine gute Bodenausformung.
Nach der Befüllung und dem Verschluss seines oberen Endes bildet der Seitenfaltenbeutel
eine im Wesentlichen quaderförmige Verpackung mit einer ebenen standfesten Bodenfläche,
wie dies in Fig. 6 dargestellt ist.
[0026] Der aus einem Kunststoffgewebeverbund gefertigte Seitenfaltenbeutel kann zur Verpackung
von schüttfähigen Füllgütern wie pelletierte Tiernahrung, Einstreu für Tiere oder
ähnliche Materialien eingesetzt werden und ist als Sack insbesondere für Großgebinde
geeignet, die ein erhebliches Füllvolumen und ein erhebliches Füllgewicht aufweisen.
Abgesehen davon, dass die Verpackung eine durch die Eckschweißnähte 9 gut ausgeformte
ebene Bodenfläche aufweist, muss die Bodenfläche bei der Befüllung und bei der Handhabung
des Sacks einer großen Belastung standhalten. Da die Gewebeflächen an der Beutelinnenseite
nicht siegelfähig sind, werden die Materiallagen vorzugsweise miteinander verklebt.
Im Hinblick auf eine feste Klebeverbindung ist es zweckmäßig, wenn die miteinander
zu einer Bodenfläche zu verklebenden Folienlagen ein Kantenprofil mit der in Fig.
7 dargestellten Kontur aufweisen. Der Darstellung in Fig. 7, die einen Blick auf die
Rückwand 2 zeigt, ist zu entnehmen, dass der untere Rand 18 der Frontwand 1, der untere
Rand 19 der zur Frontwand 1 benachbarten Flanke 20 der Seitenfalten 3, der untere
Rand 21 der zur Rückwand 2 benachbarten Flanke 22 der Seitenfalten 3 und der untere
Rand 23 der Rückwand 2 fächerförmig zueinander versetzt sind. Dadurch wird erreicht,
dass die entlang der Bodenfalte 8 umgefalteten Lagen des Kunststoffgewebeverbundes
jeweils einen Abschnitt aufweisen, der unmittelbar an der Rückwand 2 anliegt und mit
der Rückwand 2 verklebt oder verschweißt ist.
1. Seitenfaltenbeutel aus einem Kunststoffgewebeverbund mit
einer Frontwand (1),
einer Rückwand (2) und
zwischen der Frontwand und der Rückwand angeordneten Seitenfalten (3), die durch Faltkanten
(4) mit der Frontwand (1) und der Rückwand (2) verbunden sind,
wobei der Kunststoffgewebeverbund eine Polymerfolie (10) an der Beutelaußenseite sowie
ein mit der Polymerfolie (10) verbundenes Gewebe (11) aus Polymerbändchen (12, 13)
an der Beutelinnenseite aufweist und wobei ein Abschnitt der Frontwand sowie Seitenfaltenabschnitte,
die zwischen dem Abschnitt (6) der Frontwand und der Rückwand (2) angeordnet sind,
unter Bildung einer Bodenfalte (8) auf die Rückwand (2) umgefaltet und mit dieser
verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass die beutelinnenseitige Gewebefläche der Seitenfalten (3) mit der benachbarten Gewebefläche
der Frontwand (1) oder Rückwand (2) durch Eckschweißnähte (9) verbunden sind, die
sich unter einem schrägen Winkel in Richtung der Bodenfalte (8) erstrecken, wobei
die Eckschweißnähte (9) eine durch Ultraschallschweißen erzeugte Struktur mit einer
Rasterung aus einer Vielzahl von punktförmigen oder linienförmigen Schweißstellen
aufweist.
2. Seitenfaltenbeutel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die durch Ultraschallschweißen erzeugte Struktur der Eckschweißnähte (9) eine Rasterung
aus einer Vielzahl hintereinander und nebeneinander angeordneter Schweißpunkte (14)
aufweist.
3. Seitenfaltenbeutel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Eckschweißnähte (9) sich bis zur Bodenfalte (8) oder nahe zur Bodenfalte (8)
erstrecken.
4. Seitenfaltenbeutel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Eckschweißnähte (9) mit der Bodenfalte (8) und einer randseitigen Faltkante (4)
jeweils eine gleichschenklige Dreieckfläche begrenzen.
5. Seitenfaltenbeutel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in mindestens einem durch eine Eckschweißnaht (9) begrenzten dreieckförmigen Beutelabschnitt
(7') eine Entlüftungsöffnung (24) angeordnet ist und dass zwischen dem mit der Entlüftungsöffnung
(24) versehenen Beutelabschnitt (7') und dem Füllraum des Seitenfaltenbeutels ein
Luftaustausch gewährleistet ist.
6. Seitenfaltenbeutel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe (11) aus einem Geflecht aus bändchenförmigen Polymerstreifen (12, 13)
besteht.
7. Seitenfaltenbeutel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerstreifen (12, 13) des Geflechtes in Beutellängsrichtung und in Beutelquerrichtung
eine Breite zwischen 2 mm und 5 mm aufweisen.
8. Seitenfaltenbeutel nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die sich in Beutellängsrichtung und in Beutelquerrichtung erstreckenden Polymerstreifen
(12, 13) des Geflechtes im Wesentlichen dieselbe Breite aufweisen.
9. Seitenfaltenbeutel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Eckschweißnähte (9) eine Breite zwischen 2 mm und 10 mm aufweisen, wobei die
Rasterung 10 bis 500 Schweißpunkte (14) bezogen auf eine Fläche von 100 mm2 umfasst.
10. Seitenfaltenbeutel nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Schweißpunkte (14) der Eckschweißnähte (9) auf parallelen Linien (17) angeordnet
sind, die unter einem Winkel von 45° zur Längserstreckung der Eckschweißnähte (9)
ausgerichtet sind, und dass auf jeder Linie (17) mindestens drei Schweißpunkte (14)
in äquidistanten Abständen nebeneinander angeordnet sind.
11. Seitenfaltenbeutel nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der untere Rand (18) der Frontwand (1), der untere Rand (19) der zur Frontwand benachbarten
Flanke (20) der Seitenfalten (3), der untere Rand (21) der zur Rückwand (2) benachbarten
Flanke (22) der Seitenfalten (3) und der untere Rand (23) der Rückwand (2) fächerförmig
zueinander versetzt sind, so dass die entlang der Bodenfalte (8) umgefalteten Lagen
des Kunststoffgewebeverbundes jeweils einen Abschnitt aufweisen, der unmittelbar an
der Rückwand (2) anliegt und mit der Rückwand (2) verklebt ist.