[0001] Die Erfindung betrifft eine Sicherungsvorrichtung für Profilzylinder, wie sie aus
der
DE 42 72 448 C2 bekannt ist.
[0002] Wohnungstüren weisen heutzutage meist einen als Einsteckschloss ausgebildeten Schlosskasten
auf, der in die schlossseitige Stirnseite des Türblattes eingesetzt wird und dort
mittels einer über den Schlosskasten herausragenden Blende verschraubt wird. Durch
den Schlosskasten erstreckt sich eine PZ-Öffnung zum Durchstecken eines genormten
Profilzylinders. Bei den üblichen Türschlössern wird der Profilzylinder mittels einer
in dem Schlosskasten von der schlossseitigen Stirnseite aus - also durch die Blende
hindurch - geführte Sicherungsschraube gesichert.
[0003] Eine derartige Sicherungsschraube ist nur dann zugänglich, wenn die Tür geöffnet,
also entriegelt ist.
[0004] Nun gibt es aber auch Situationen, in denen nicht berechtigte Personen Zugriff auf
die geöffnete Tür haben. Diese können den Profilzylinder sehr leicht durch Entfernen
der Sicherungsschraube entfernen und austauschen.
[0005] Ein Profilzylinderaustausch kann auch z.B. durch Personen, die einen Schlüssel für
die Tür haben - z.B. Mieter - ausgetauscht werden. Ein Eigentümer der Wohnung kann
dann mit seinem eigenen Schlüssel keinen Zutritt mehr zur Wohnung erlangen.
[0006] Zum Lösen dieses Problems schlägt die
DE 42 27 448 C2 eine Schlosssicherung für Sicherheits-Schließzylinder im Schlosskasten einer Tür
vor, wobei die
[0007] Sicherungsschraube durch einen gewindelosen Stift ersetzt wird, der fest mit einem
Einsteckschloss gekoppelt wird und insbesondere daran angeschweißt wird.
[0008] Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, eine Sicherungsvorrichtung für Profilzylinder
weiter hinsichtlich Handhabung und Sicherheit sowie einfacher Montage und Herstellbarkeit
zu verbessern.
[0009] Zum Lösen dieser Aufgabe wird eine Sicherungsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches
1 vorgeschlagen.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0011] Ein mit einer solchen Sicherungsvorrichtung versehenes Türschloss sowie eine damit
versehene Tür sind Gegenstände der Nebenansprüche.
[0012] Die Erfindung schafft eine Sicherungsvorrichtung zum Sichern eines Profilzylinders
an einem Türschloss gegen unbefugten Austausch des Profilzylinders, umfassend: einen
am Türschloss angebrachten oder anzubringenden Lagerkörper mit einer Gewindeöffnung
für eine Sicherungsschraube zum Durchführen durch eine Durchgangsbohrung des Profilzylinders,
eine Sicherungsschraube zum Durchführen durch die Durchgangsbohrung und zum Einschrauben
in die Gewindeöffnung, und ein Sicherungsschloss zum Versperren eines Zugangs zu der
Sicherungsschraube, wenn diese in die Gewindeöffnung eingeschraubt ist.
[0013] Es ist bevorzugt, dass die Sicherungsschraube als Madenschraube mit Werkzeugangriff
eingeführt ist und das Sicherungsschloss zum Versperren des Zugangs zu dem Werkzeugangriff
bei eingeschraubter Madenschraube ausgebildet ist.
[0014] Es ist bevorzugt, dass der Gegenlagerkörper als Gegenlager für das Sicherungsschloss
ausgebildet ist.
[0015] Es ist bevorzugt, dass der Gegenlagerkörper eine an der Riegelseite des Türschlosses
mündend anzuordnende Einbringöffnung zum Einbringen der Sicherungsschraube aufweist,
und dass das Sicherungsschloss als Einsteckschloss zum Versperren der Einbringöffnung
ausgebildet ist.
[0016] Es ist bevorzugt, dass die Sicherungsvorrichtung derart ausgebildet ist, dass im
verriegelten Zustand ein Abstand zwischen der Sicherungsschraube und dem Sicherungsschloss
vorhanden ist.
[0017] Gemäß einem weiteren Aspekt schafft die Erfindung ein Türschloss mit einer Profilzylinderaufnahme
zur Aufnahme eines genormten Profilzylinders mit einer Sicherungsvorrichtung einer
der zuvor genannten Ausgestaltungen.
[0018] Gemäß einem weiteren Aspekt schafft die Erfindung eine Tür, insbesondere Haustür
oder Wohnungseingangstür sowie sonstige als Außenabschluss einer Wohn- oder Geschäftsgebäudeeinheit
verwendbare Tür mit einem derartigen Türschloss.
[0019] Anstelle einer einstückigen Einheit aus gewindelosem Stift mit daran befestigtem
Einsteckschloss ist bei der Erfindung eine Sicherungsschraube vorgesehen, deren Zugang
durch ein Sicherungsschloss versperrbar ist.
[0020] Durch einen Gewindeeingriff der Sicherungsschraube lässt sich der Profilzylinder
fest und spielfrei sichern, so dass die Sicherungsvorrichtung hinsichtlich der Festlegung
des Profilzylinders gleich funktional wie die üblichen Türschlösser ohne zusätzliche
Profilzylindersicherung mit Gewindestift sind.
[0021] Weiter können hierzu industriell in Großserie hergestellte Einsteckschlösser als
Sicherungsschlösser verwendet werden, so dass keine zusätzlichen Herstellmaßnahmen
zum Herstellen der Sicherungsstifteinheit mehr notwendig sind.
[0022] Mit der erfindungsgemäßen Sicherungsvorrichtung wird das Problem gelöst, dass ein
unberechtigtes Austauschen und Entfernen eines Profilzylinders verhindert wird. Kommt
es z.B. in einem Mietshaus zu einem unberechtigten Austauschen oder Entfernen eines
Profilzylinders, kommt der Besitzer mit seinem Schlüssel für seinen Profilzylinder
nicht mehr in sein Eigentum.
[0023] Anstelle einer Spezialeinheit wird bei der Erfindung auf in industrieller Großserie
erhältliche Einzeleinheiten zurückgegriffen. Hierdurch ist eine Sicherungsvorrichtung
sehr einfach und kostengünstig aufbaubar und lässt sich in der breiten Masse höchst
kostengünstig herstellen. Hierdurch können Hausbesitzer sehr einfach ihr Eigentum
gegen unberechtigtes Aussperren sichern.
[0024] In bevorzugter Ausgestaltung wird eine Zylinderbefestigungsschraube durch einen absperrbaren
Zylinder gesichert.
[0025] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen
näher erläutert. Darin zeigt:
- Fig. 1
- eine geschnittene Darstellung eines als Einsteckschloss ausgebildeten Türschlosses
mit Profilzylinder und Sicherungsvorrichtung;
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung eines Sicherungsschlosses der Sicherungsvorrichtung
und einer Sicherungsschraube der Sicherungsvorrichtung;
- Fig. 3
- eine perspektivische Darstellung vergleichbar zu Fig. 2, jedoch mit in das Sicherungsschloss
eingestecktem Schlüssel;
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf das Türschloss von Fig. 1 von der Blende bzw. der Riegelseite
her gesehen mit in dem Sicherungsschloss eingestecktem Schlüssel;
- Fig. 5
- eine Seitenansicht auf das mit der Sicherungsvorrichtung versehene Türschloss, wobei
der Profilzylinder zur besseren Darstellung noch weggelassen worden ist;
- Fig. 6
- eine Gesamtansicht des Türschlosses mit Sicherungsvorrichtung wie bei Fig. 5 unter
Weglassung des Profilzylinders;
- Fig. 7
- eine Ansicht von vorne auf die Riegelseite der Blende mit dem Sicherungsschloss gesehen;
und
- Fig. 8
- eine Gesamtansicht auf das Türschloss von der Riegelseite aus gesehen.
[0026] In den beigefügten Figuren ist eine Sicherungsvorrichtung 10 zum Sichern eines Profilzylinders
12 an einem Türschloss 14 dargestellt.
[0027] Das Türschloss 14 ist als Einsteckschloss 16 ausgebildet und weist einen Schlosskasten
18 mit einer genormten PZ-Öffnung 19 für den Profilzylinder 12 und eine Blende 20
auf. Die Blende 20 ragt außenseitig über den Schlosskasten 18 vor und dient zur Befestigung
des eingesteckten Türschlosses 14 an der Riegelseite eines Türblatts (nicht dargestellt).
[0028] Die Blende 20 weist eine Öffnung für einen Riegel 22, eine Öffnung für einen Schnäpper
24 und eine Einführöffnung 26 für eine Sicherungsschraube 34 zum Sichern des Profilzylinders
12 auf.
[0029] In dem Schlosskasten 18 ist ein Gegenlagerkörper 28 angeordnet, der den schmaleren
Bereich der PZ-Öffnung 19 umfasst und in diesem Bereich eine quer zu der PZ-Öffnung
19 angeordnete Gewindebohrung 30 für die Sicherungsschraube 34 aufweist.
[0030] Die Gewindebohrung 30 ist derart ausgebildet, dass die Sicherungsschraube 34 bei
Einschrauben in die Gewindebohrung 30 eine in einem genormten
[0031] Profilzylinder 12 im schmaleren Bereich bekanntermaßen vorgesehene Durchgangsöffnung
durchgreift und somit den Profilzylinder sichert.
[0032] Die Sicherungsschraube ist als Madenschraube 36 mit Werkzeugangriff 38 ausgebildet
und kann durch ein entsprechendes in die Einführöffnung 26 eingreifendes Werkzeug
gedreht werden, um sie in der Gewindebohrung 30 einzuführen oder herauszudrehen.
[0033] Die Einführöffnung 26 greift durch die Blende 20 und setzt sich weiter als Zylinderöffnung
41 in dem Gegenlagerkörper 28 fort. Die Zylinderöffnung 41 ist konzentrisch zu der
Gewindebohrung 30 ausgebildet und ist vorzugsweise vom Durchmesser her größer als
die Gewindebohrung 30. Weiter ist im Übergang zwischen der Zylinderöffnung 41 und
der Gewindebohrung 30 eine Kegelform bzw. ein konischer Übergangsbereich ausgebildet,
so dass die einzuführende Sicherungsschraube 34 selbst zentriert wird.
[0034] Die Zylinderöffnung 41 ist derart ausgebildet, dass ein industriell hergestelltes,
zur Sicherung von üblichen Bart-Schlüssel-Schlössern dienendes Steckschloss 42 eingeführt
werden kann. Der Gegenlagerkörper 28 weist im Bereich der Zylinderöffnung 41 außerdem
einen Gegenlagereingreifbereich 43 für eine Verriegelungszunge 46 des Steckschlosses
42 auf.
[0035] Die Einführöffnung 26 ist zum Einführen des Steckschlosses 42 mit Verriegelungszunge
46 in der Entriegelungsstellung schlüssellochartig ausgebildet.
[0036] Zum Anbringen des Türschlosses 14 wird der Schlosskasten 18 in die Schlossaufnahmeöffnung
des Türblattes gesteckt und das Türschloss 14 wird mittels der Blende 20 an der schlossseitigen
Stirnseite des Türblattes verschraubt. Der Profilzylinder 12 wird von der Seite her
in die PZ-Öffnung 19 eingebracht und durch Einführen der Sicherungsschraube 34 in
die Einführöffnung 26 und durch Eindrehen der Sicherungsschraube 34 mittels des Werkzeuges
in der Gewindebohrung 30 gesichert. Fig. 5 zeigt, wie die Sicherungsschraube 34 die
durch die PZ-Öffnung 19 unterbrochene Gewindebohrung 30 überbrückt und somit den -
hier nicht dargestellten - Profilzylinder sichert.
[0037] Anschließend an die Befestigung des Profilzylinders 12 wird das als Sicherungsschloss
40 wirkende Steckschloss 42 mit dem eingesteckten Steckschlossschlüssel 48 in der
Entriegelungsstellung durch die Einführöffnung 26 eingesteckt und anschließend wird
der Steckschlossschlüssel 48 gedreht, so dass die Verriegelungszunge 46 den Gegenlagereingreifbereich
43 hintergreift und somit das Steckschloss 42 in der Zylinderöffnung 41 fest sichert.
Anschließend wird der Steckschlossschlüssel 48 abgezogen und es ergibt sich die in
Fig. 7 dargestellte Konfiguration. Der Zugriff auf den Werkzeugangriff 48 der Sicherungsschraube
34 ist durch das Sicherungsschloss 40 verwehrt und kann nur durch den Steckschlossschlüssel
48 wieder freigelegt werden.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 10
- Sicherungsvorrichtung
- 12
- Profilzylinder
- 14
- Türschloss
- 16
- Einsteckschloss
- 18
- Schlosskasten
- 19
- PZ-Öffnung
- 20
- Blende
- 22
- Riegel
- 24
- Schnäpper
- 26
- Einführöffnung
- 28
- Gegenlagerkörper
- 30
- Gewindebohrung
- 34
- Sicherungsschraube
- 36
- Madenschraube
- 38
- Werkzeugangriff
- 40
- Sicherungsschloss
- 41
- Zylinderöffnung
- 42
- Steckschloss
- 43
- Gegenlagereingreifbereich
- 44
- Abstand
- 46
- Verriegelungszunge
- 48
- Steckschlossschlüssel
1. Sicherungsvorrichtung (10) zum Sichern eines Profilzylinders (12) an einem Türschloss
(14) gegen unbefugten Austausch des Profilzylinders (12), umfassend: einen am Türschloss
(14) angebrachten oder anzubringenden Lagerkörper (28) mit einer Gewindeöffnung (30)
für eine Sicherungsschraube (34) zum Durchführen durch eine Durchgangsbohrung des
Profilzylinders (12),
eine Sicherungsschraube (34) zum Durchführen durch die Durchgangsbohrung und zum Einschrauben
in die Gewindeöffnung (30), und
ein Sicherungsschloss (40) zum Versperren eines Zugangs zu der Sicherungsschraube
(34), wenn diese in die Gewindeöffnung (30) eingeschraubt ist.
2. Sicherungsvorrichtung (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sicherungsschraube (34) als Madenschraube (36) mit Werkzeugangriff (38) eingeführt
ist und das Sicherungsschloss (40) zum Versperren des Zugangs zu dem Werkzeugangriff
(38) bei eingeschraubter Madenschraube (36) ausgebildet ist.
3. Sicherungsvorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gegenlagerkörper (28) als Gegenlager für das Sicherungsschloss (40) ausgebildet
ist.
4. Sicherungsvorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gegenlagerkörper (28) eine an der Riegelseite des Türschlosses (14) mündend anzuordnende
Einbringöffnung (26) zum Einbringen der Sicherungsschraube (34) aufweist, und dass
das Sicherungsschloss (40) als Einsteckschloss (16) zum Versperren der Einbringöffnung
(26) ausgebildet ist.
5. Sicherungsvorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie derart ausgebildet ist, dass im verriegelten Zustand ein Abstand (44) zwischen
der Sicherungsschraube (34) und dem Sicherungsschloss (40) vorhanden ist.
6. Türschloss (14) mit einer Profilzylinderaufnahme zur Aufnahme eines genormten Profilzylinders
(12), gekennzeichnet durch eine Sicherungsvorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche.
7. Tür, insbesondere Haustür oder Wohnungseingangstür oder sonstige als Außenabschluss
einer Wohn- oder Geschäftsgebäudeeinheit verwendbare Tür, gekennzeichnet durch ein Türschloss (14) nach Anspruch 6.