[0001] Die Erfindung betrifft einen Brenner mit einem mit Zuführungen für Brennstoff und
Oxidationsmittel ausgerüsteten Brennergehäuse, das im bestimmungsgemäßen Einbauzustand
mit einer Brennerspitze in eine Reaktionszone hineinragt und dem eine Kühleinrichtung
zum Kühlen der Brennerspitze zugeordnet ist.
[0002] Bei derartigen Brennern handelt es sich beispielsweise um außenmischende Brenner,
über die ein flüssiger, fester oder gasförmiger Brennstoff sowie ein sauerstoffhaltiges
Gas in voneinander strömungstechnisch getrennten Zuführungen in eine Reaktionszone
(Brennraum) geführt, miteinander vermischt und gezündet werden. Um das Brennermaterial
vor den meist sehr hohen Temperaturen im Brennraum zu schützen, sind die Brenner mit
einer Kühleinrichtung versehen, bei denen ein Kühlmedium durch Kühlkanäle geführt
wird, die die in die Reaktionszone hineinragenden Teile des Brennermantels durchziehen.
Als Kühlmedium kommt dabei in der Regel Kühlwasser zum Einsatz, wie beispielsweise
in der
WO 00/70102 A1 beschrieben. Bei diesem Gegenstand ist der Brennermantel eines Brenners mit einem
die Austrittsdüsen der Reaktionsmedien radial umgebenden wasserführenden Trakt ausgerüstet,
der über Zu- und Ableitungen mit einem Kühlwasserkreislauf in Strömungsverbindung
steht.
[0003] Durch den vergleichsweise kalten Brennermantel wassergekühlter Brenner ergeben sich
jedoch eine Reihe von Nachteilen. Liegt die Temperatur des Brennermantels unterhalb
des Taupunkts von aggressiven Komponenten des Rauchgases, können diese auf der Oberfläche
des Brennermantels kondensieren und zu Korrosionen führen. Beispielsweise führt im
Abgas enthaltenes Schwefeldioxid zur Bildung von schwefliger Säure, durch deren Einwirkung
die Brennerlebensdauer deutlich verkürzt wird. Durch die hohe Temperaturdifferenz
zwischen Abgas und Brennermantel wird zudem dem Prozess viel Energie entzogen, das
zudem in nachfolgenden Schritten auch dem Kühlwasser wieder entzogen werden muss.
Schließlich besteht die Gefahr, dass im Schadensfall Wasser in den Brennraum eindringen
und dort aufgrund der raschen Expansion des sich bildenden Wasserdampfs eine Explosion
herbeiführen kann.
[0004] Es hat daher bereits Versuche gegeben, auch bei hohen Temperaturen im Brennraum auf
eine Wasserkühlung zu verzichten. So wird beispielsweise in der
EP1 736 706 A2 vorgeschlagen, den in den Brennraum hineinragenden Teil des Brenners mit einem Brennermantel
aus Feuerfestmaterial auszurüsten. Aus der
DE 29 512 230 U ist bekannt, die in die Reaktionszone hineinragenden Teile des Brenners mit einem
metallischen Schutzmantel auszurüsten, hinter dem quer zur Feuerungsrichtung ein Kühlluftstrom
geführt wird. Nach der Lehre der
DE 2 916 635 C3 wird der Sauerstoffstrahl eines Brenners in Rotation versetzt und kühlt als Rotationsstrahl
dabei auch den Brennermantel, wodurch auf eine Wasserkühlung verzichtet werden können
soll. All diese Gegenstände weisen jedoch eine gegenüber einer Wasserkühlung wesentlich
geringere Kühlleistung auf, sodass der Einsatz wassergekühlter Brenner für viele Anwendungsfälle
als unverzichtbar angesehen wird.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine leistungsfähige Kühlung eines
gattungsgemäßen Brenners auch bei hohen Temperaturen im Brennraum ohne Zuhilfenahme
von Kühlwasser zu ermöglichen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch einen Brenner mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1, gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden in den Unteransprüchen beansprucht.
[0007] Erfindungsgemäß kommt/kommen als Kühleinrichtung ein oder mehrere Wärmerohre zum
Einsatz, mit dem/denen die Wärme von der in die Reaktionszone hineinragende Brennerspitze
abgeführt und auf einen Wärmetauscher übertragen wird, der sich in einem weniger stark
von Hitze beaufschlagten Bereich innerhalb des Brennergehäuses oder außerhalb des
Brennergehäuses befindet. Als Wärmerohr wird hierbei ein geschlossenes System bezeichnet,
in welchem sich Wärmeübertragungsmedium befindet, das infolge der zugeführten Wärme
in einem hier als "Verdampfungszone" bezeichneten Bereich des Wärmerohrs verdampft,
wobei das Wärmerohr so ausgelegt ist, dass das Wärmeübertragungsmedium an einem von
der Verdampfungszone abgewandten Abschnitt des Wärmerohrs, hier als "Kondensationszone"
bezeichnet, durch Wärmetausch mit einem Kühlmedium kondensiert und innerhalb des Wärmerohres
zurückströmt. Gemäß der Lehre der Erfindung nimmt das Wärmeübertragungsmedium im Wärmerohr
im Bereich der Brennerspitze (Verdampfungszone) Wärme auf, verdampft und wird im gasförmigen
Zustand dem mit einemoder mehreren Wärmetauschern thermisch verbundenen Abschnitt
(Kondensationszone) zugeführt, in der es kondensiert und dabei Wärme an ein in dem
Wärmetauscher oder in den Wärmetauschern eingesetztes Kühlmedium abgibt. Als Kühlmedium
zum Aufnehmen der Wärme aus dem Wärmerohr kommt beispielsweise ein Gas, insbesondere
Luft, oder eine Flüssigkeit, beispielsweise Wasser, in Betracht. Ebenso kann die Wärme
aus dem Wärmerohr auf ein dem Brenner zugeführtes Reaktionsmedium, also Brennstoff
und/oder Oxidationsmittel, übertragen werden. Der erfindungsgemäße Brenner kommt somit
ohne einen durch die Brennerspitze geführten Kühlwasserkreislauf und die damit verbundenen
Probleme aus.
[0008] Bevorzugt sind dabei mehrere Wärmerohre mit ihren Verdampfungszonen im Innern des
Brennergehäuses, radial außenseitig um die Zuführungen für Brennstoff und Oxidationsmittel
herum und nahe der Außenoberfläche des Brennergehäuses in gleichen Winkelabständen
angeordnet, um eine effiziente Kühlwirkung zu erzielen; bei hohen, während des Betriebs
des Brenners eingetragenen Wärmemengen können auch mehrere Lagen an Wärmerohren vorgesehen
und/oder die Wärmerohre in axialer Richtung unterschiedlich tief im Brennergehäuse
aufgenommen sein.
[0009] Wärmerohre der hier genannten Art sind an sich bekannt und werden zum Beispiel in
den Patentschriften
US 3 229 759 B1,
US 3 532 159 B1,
DE 24 39 442 A1,
EP 0 040 255 A1 beschrieben. Nach der Lehre der
DE 24 39 442 A1 lassen sich Wärmerohre derart einstellen, dass sie eine Ventilfunktion bei der Wärmeübertragung
haben. Je nach Siede- bzw. Kondensationstemperatur des eingesetzten Wärmeübertragungsmedium
wird gewährleistet, dass eine Wärmeübertragung erst oberhalb einer vorgegebenen Temperatur
erfolgt. Im Rahmen der Erfindung eingesetzten Wärmerohre können auch die Form einer
geschlossenen Schleife oder eines Ringes haben, in der bzw. dem das Wärmeübertragungsmedium
von einer Verdampfungszone in eine Kondensationszone und zurück durch einen Kreislauf
geführt wird, wie beispielsweise in der
EP 0 040 255 A1 gezeigt. All diese Varianten sind auch im Rahmen der Erfindung einsetzbar.
[0010] Als Brennstoffe sind für den erfindungsgemäßen Brenner gasförmige Brennstoffe, wie
beispielsweise Erdgas, ebenso geeignet wie zu einem Aerosol zerstäubte flüssige Brennstoffe
oder fluidisierte Feststoffpartikel (Stäube). Als Oxidationsmittel kann Luft oder
ein mit Sauerstoff angereichertes Gas zum Einsatz kommen, besonders bevorzugt eignet
sich reiner Sauerstoff mit einer Sauerstoffkonzentration von über 90 Vol.-%.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die vom Wärmerohr bzw. von
den Wärmerohren übertragene Wärme zur Vorwärmung von Brennstoff und/oder Oxidationsmittel
genutzt. Dazu ist die Kondensationszone des Wärmerohrs bzw. der Wärmerohre mit einem
Wärmetauscher thermisch verbunden, der in einer Zuleitung für Brennstoff oder für
Oxidationsmittel angeordnet ist. Es ist im Übrigen auch vorstellbar, die Kondensationszone
des Wärmerohrs bzw. der Wärmerohre über mehrere Wärmetauscher sowohl mit dem Oxidationsmittel
und/oder dem Brennstoff thermisch zu verbinden.
[0012] Alternativ oder ergänzend zur vorgenannten Verwendung der vom Wärmerohr bzw. von
den Wärmerohren übertragenen Wärme zur Vorwärmung von Brennstoff und/oder Oxidationsmittel
ist in einer weiterführenden Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, die Kondensationszone
des Wärmerohrs bzw. der Wärmerohre mit einem Wärmetauscher thermisch zu verbinden,
der von einem externen Kühlmedium durchströmt wird. Als "externes Kühlmedium" wird
hier ein Medium verstanden, das nicht im Rahmen des Verbrennungsprozesses im Reaktionsraum
eingesetzt wird. eingesetzt wird. Als externes Kühlmedium kommt insbesondere ein gasförmiges
oder flüssiges Kühlmedium zum Einsatz, wie beispielsweise Luft oder Wasser, wobei
das externe Kühlmedium auch seinerseits im Kreislauf geführt werden kann. Ist bereits
ein Wärmetauscher vorhanden, der die vom Wärmerohr übertragene Wärme auf ein Reaktionsmedium
(Brennstoff und/oder Oxidationsmittel) überträgt, kann ein zusätzlich am Wärmerohr
angeordneter, von einem externen Kühlmedium durchströmter Wärmetauscher auch dazu
genutzt werden, die Temperatur des vorgewärmten Reaktionsmediums zu steuern, indem
das externe Kühlmedium bei Bedarf, etwa in Abhängigkeit von der Temperatur des Reaktionsmediums
oder der Temperatur im Bereich der Brennerspitze, zugeschaltet wird. Im einfachsten
Fall kann ats "Wärmetauscher" im Übrigen auch ein Ventilator eingesetzt werden, der
die vom Wärmerohr gelieferte Wärme auf die Umgebungsluft überträgt.
[0013] Eine wieder andere Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass
der oder die mit der Kondensationszone/ mit den Kondensationszonen des Wärmerohrs/der
Wärmerohre thermisch verbundene/n Wärmetauscher innerhalb des Brennergehäuses angeordnet
ist/sind. Diese Ausgestaltung reduziert den baulichen Aufwand und ermöglicht den Einsatz
vergleichsweise kurzer Wärmerohre mit einer hohen Wärmeübertragungskapazität. Ein
solcher "interner" Wärmetauscher kann im Übrigen auch zusätzlich zu einem der vorgenannten
"externen" Wärmetauschern zum Einsatz kommen.
[0014] Als Kühlmedium im Wärmerohr/in den Wärmerohren kann jedes in handelsüblichen Wärmerohren
verwendete Wärmeübertragungsmedium zum Einsatz kommen. Im Hinblick auf die besonderen
Anforderungen in der Brennertechnologie empfiehlt es sich aber, ein Wärmeübertragungsmedium
einzusetzen, das es ermöglicht, die Außenwand des Brennergehäuses im Bereich der Brennerspitze
während des Einsatzes des Brenners auf eine Temperatur zu halten, die oberhalb des
Taupunktes von korrosiv wirkenden Bestandteilen in der Atmosphäre liegt, die in der
Atmosphäre im Reaktionsraum enthaltenden sind. Insbesondere bei Einsätzen des erfindungsgemäße
Brenners in Feuerungen in der chemischen Industrie oder bei der thermischen Abfallverwertung
treten im Abgas aggressive Gaskomponenten wie beispielsweise Halogene, Stickoxide,
Schwefeloxide oder Säuren auf, die bei konventionellen, mit Wasser gekühlten Brennern
auf der Oberfläche des Brennermantels kondensieren und dort in kurzer Zeit zu erheblichen
Beschädigungen führen können. Durch die Erfindung wird der Einsatz von Wärmeübertragungsmedien
in den Wärmerohren ermöglicht, deren Siedepunkt über dem Siedepunkt von Wasser liegt,
wie beispielsweise Thermalöle mit einer Siedetemperatur zwischen 150°C bis 300°C,
bevorzugt zwischen 200°C bis 250°C, oder flüssige Metalle bzw. Metalllegierungen mit
Siedetemperaturen zwischen 600°C und 800°C. Dadurch wird zugleich die minimale Temperatur
auf der Oberfläche des in den Reaktionsraum hineinragenden Teils des Brenners (Brennerspitze)
während des Brennerbetriebs entsprechend erhöht und damit die Kondensation von zumindest
einigen der korrosiven Bestandteile der Reaktionsraumatmosphäre auf der Oberfläche
des Brennermantels wirkungsvoll vermieden. Zudem wird der Energieverbrauch beim Einsatz
des Brenners (im Vergleich zu wassergekühlten Brennern gleicher Leistung) gesenkt.
[0015] Grundsätzlich ist die Erfindung sowohl für Brenner geeignet, die mit Luft als Oxidationsmittel
arbeiten, wie auch für Brenner, die dazu mit Sauerstoff angereicherte Luft (mit einem
Sauerstoffanteil von über 21 Vol.-%) oder reinen Sauerstoff (mit einem Sauerstoffanteil
von >95 Vol.-%) einsetzen, und Brenner, bei denen der Sauerstoffgehalt des eingesetzten
Oxidationsmittels variabel eingestellt werden kann. Der erfindungsgemäße Brenner ist
in einer Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen einsetzbar, insbesondere in der Schmelzmetallurgie,
bei Feuerungen in der Chemie, der Abfallverwertung oder in Glasschmelzöfen.
[0016] Anhand der Zeichnung soll nachfolgend ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher
erläutert werden. Die einzige Zeichnung (Fig. 1) zeigt schematisch den Aufbau eines
erfindungsgemäßen Brenners im Längsschnitt.
[0017] Der Brenner 1 umfasst ein im wesentlichen zylinderförmiges (in der Zeichnung nur
abschnittsweise dargestelltes) Brennergehäuse 2, in dem ein zentraler Brennstoffkanal
3 angeordnet ist. Der Brennstoffkanal 3 ist über eine Brennstoffzuleitung 4 mit einer
hier nicht gezeigten Quelle für Brennstoff strömungsverbunden. Koaxial zum Brennstoffkanal
3 ist im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ein ringförmiger Kanal 6 für Oxidationsmittel
angeordnet. Anstelle einer koaxialen Anordnung von Brennstoffkanal 3 und Oxidationsmittelkanals
6 sind im Übrigen im Rahmen der Erfindung auch andere Brennerbauformen vorstellbar,
etwa mehrere radial außenseitig am Brennstoffkanal 3 in gleichmäßigen Winkelabständen
angeordnete Oxidationsmittelkanäle, oder innerhalb eines Brennergehäuses parallel
nebeneinander angeordnete Zuführungen für Brennstoff und Oxidationsmittel. Der Oxidationsmittelkanal
6 wird über eine Oxidationsmittelzuleitung 7 mit einem Oxidationsmittel, beispielsweise
Luft oder Sauerstoff, aus einer hier nicht gezeigten Quelle versorgt. In seinem bestimmungsgemäßen
Einbauzustand ragt der Brenner 1 mit seiner Brennerspitze 8 in einen metallurgischen
Reaktionsraum 9, beispielsweise eine Brennkammer, ein. Der Brenner umfasst des Weiteren
eine hier nicht gezeigte Zündeinrichtung zum Zünden des sich vor der Brennerspitze
8 im Reaktionsraum 9 bildenden Brennstoff-Oxidationsmittelgemisches. Der Brenner 1
kann in gleichfalls hier nicht gezeigter Weise innerhalb einer Abgasleitung aufgenommen
sein, durch welche die sich bei der Reaktion des Brennstoffs mit dem Oxidationsmittel
bildenden Brenngase aus dem Reaktionsraum 9 abgeführt werden.
[0018] Der Brenner 1 ist mit einer Kühleinrichtung ausgerüstet, mittels der während des
Betriebs des Brenners 1 die hohe thermische Belastung des Brennergehäuses 2 im Bereich
der Brennerspitze 8 abgemildert wird. Die Kühleinrichtung umfasst mehrere radial außenseitig
am Oxidationsmittelkanal 6 in gleichen Winkelabständen angeordnete Wärmerohre, von
denen im Ausführungsbeispiel lediglich die Wärmerohre 11, 12 gezeigt sind. Bei den
Wärmerohren 11, 12 handelt es sich um geschlossene Fluidsysteme, in denen ein Wärmeübertragungsmedium
zwischen einer Verdampfungszone 13, 14, in der das Medium verdampft und dabei Wärme
aus der Umgebung aufnimmt, und einer Kondensationszone 16, 17, in der das Medium kondensiert
und dabei Wärme an die Umgebung abgibt, fluktuiert. In Ausführungsbeispiel befinden
sich die Verdampfungszone 13 des Wärmerohrs 11 und die Verdampfungszone14 des Wärmerohrs
12 im Bereich der Brennerspitze 8, in dem während des Betriebs des Brenners 1 eine
besonders hohe Wärmebelastung auftritt. Die Kondensationszone 16 des Wärmerohrs 11
und die (hier aus Gründen der Übersichtlichkeit nur durch eine gestrichelte Linie
angedeutete) Kondensationszone 17 des Wärmetauschers 12 befindet sich im Ausführungsbeispiel
außerhalb des Brennergehäuses 2. Im Bereich der Kondensationszonen 16, 17 der Wärmerohre
11, 12 sind zwei Wärmetauscher 18, 19 vorgesehen, die mit den Kondensationszonen 16,
17 thermisch verbunden sind. Über den Wärmetauscher 11 ist das in den Wärmerohren
11, 12 vorliegende Wärmeübertragungsmedium thermisch mit dem über die Oxidationsmittelzuleitung
7 herangeführtem Oxidationsmittel verbunden und über den Wärmetauscher 12 mit einem
externen Kühlmedium, beispielsweise Luft oder Wasser, das bei Bedarf über eine Kühlmediumsleitung
21 herangeführt wird. Über Ventile 22, 23, 24 in den Zuleitungen 4, 7, 21 kann der
Zufluss des jeweiligen Mediums eingestellt bzw. geregelt werden.
[0019] Beim Betrieb des Brenners 1 wird das Ventil 22 geöffnet und Brennstoff, beispielsweise
Erdgas, Öl oder fluidisierter Kohlestaub, strömt über die Brennstoffzuleitung 4 und
den Brennstoffkanal 3 in den Reaktionsraum 9 ein. Gleichzeitig wird das Ventil 23
geöffnet und Oxidationsmittel, beispielsweise Sauerstoff oder Luft, strömt über die
Oxidationsmittelleitung 7 und den Oxidationsmittelkanal 6 gleichfalls in den Reaktionsraum
9 ein. Das sich dabei im Reaktionsraum 9 vor der Mündung der Brennerspitze 8 sich
bildende Brennstoff/Sauerstoff-Gemisch wird gezündet und führt zur Ausbildung einer
(hier nicht gezeigten) Flamme im Reaktionsraum 9.
[0020] Die aus dem Brennraum 9 auf die Brennerspitze 8 und von dort auf das in den Verdampfungszonen
13, 14 der Wärmerohre 11, 12 vorliegende Wärmeübertragungsmedium übertragene Wärme
führt zum Verdampfen des Wärmeübertragungsmediums. Über hier nicht gezeigte Transportkanäle
innerhalb der Wärmerohre 11, 12 gelangt das Wärmeübertragungsmedium zur jeweiligen
Kondensationszone 16, 17, und gibt im Wärmetauscher 18 Wärme auf das in der Oxidationsmittelzuleitung
7 herangeführte Oxidationsmittel ab. Die von den Wärmerohren 11, 12 aufgenommene Wärme
dient auf diese Weise zur Vorwärmung des Oxidationsmittels; eine solche Vorwärmung
kann im Übrigen anstelle oder ergänzend zu einer (an sich bekannten und daher hier
nicht gezeigten) Vorwärmung des Oxidationsmittels mit Hilfe der aus der Reaktionszone
9 abgeführten Rauchgase erfolgen. Ebenso ist im Rahmen der Erfindung vorstellbar,
anstelle oder zusätzlich zu der Vorwärmung des Oxidationsmittels in gleicher Weise
auch eine Vorwärmung des Brennstoffs durchzuführen. Beim Wärmetausch mit dem Oxidationsmittel
im Wärmetauscher 18 kondensiert das Wärmeübertragungsmedium in den Kondensationszonen
16, 17 und wird als flüssiges Medium über hier gleichfalls nicht gezeigte Transportkanäle
zurück zur jeweiligen Verdampfungszone 16, 17 geleitet. Durch die Wahl eines geeigneten
Wärmeübertragungsmediums in den Wärmerohren 11, 12 kann die minimale Temperatur an
der Außenoberfläche der Brennerspitze 8 während des Betriebs des Brenners 1 eingestellt
werden. So beträgt die Siedetemperatur von Thermalöle (Mineralöle oder synthetische
Öle) ca. 150°C bis 300°C und die bestimmter Metalllegierungen (z.B. Na-K-Gemischen)
ca. 800°C. Der Brenner 1 kann daher bei erheblich höheren Betriebstemperaturen als
konventionelle, wassergekühlte Brenner gefahren werden. Insbesondere kann die Temperatur
auf der Außenoberfläche der Brennerspitze 8 auf einem Wert gehalten werden, der oberhalb
des Taupunkts von korrosiv wirkenden Bestandteilen der Atmosphäre im Reaktionsraum
9 ist.
[0021] Um eine hinreichende Kühlung der Brennerspitze 8 auch dann zu gewährleisten, wenn,
beispielsweise nach Beendigung des Brennerbetriebs, das Ventil 22 geschlossen und
kein Oxidationsmittel mehr durch die Oxidationsmittelzuleitung 7 geführt wird, sind
die Kondensationszonen 16, 17 der Wärmerohre 11, 12 an Wärmetauscher 19 mit einem
Kühlmedium thermisch verbindbar, das bei Bedarf über die Kühlmediumsleitung 21 durch
Öffnen des Ventils 23 und ggf. Einschalten einer hier nicht gezeigten Fördereinrichtung
herangeführt werden kann. Bei dem Kühlmedium handelt es sich beispielsweise um Umgebungsluft
oder um Wasser; Im einfachsten Fall handelt es sich bei dem Wärmetauscher 19 um einen
Ventilator, der Umgebungsluft auf die Außenfläche der Wärmerohre 11, 12 im Bereich
der Kondensatorzonen 16, 17 bläst. Sobald der Reaktionsraum 9 bzw. die Oberfläche
des Brennergehäuses 2 hinreichend abgekühlt ist, wird das Ventil 23 geschlossen.
[0022] Selbstverständlich ist es im Rahmen der Erfindung auch möglich, beide Wärmetauscher
18, 19 parallel zu betreiben. In diesem Fall wird stets ein Teil der Wärme auf das
vorzuwärmende Reaktionsmedium und der verbleibende Teil auf das Kühlmedium übertragen,
wobei die jeweiligen Anteile durch eine Steuerung des Kühlmediumszuflusses an Ventil
23 geregelt werden können.
[0023] Die Erfindung ist sowohl für Brenner geeignet, die mit Luft als Oxidationsmittel
arbeiten, als auch für Brenner, die Sauerstoff (mit einer Reinheit von <95 Vol.-%)
als Oxidationsmittel einsetzen.
Bezugszeichenliste:
[0024]
- 1.
- Brenner
- 2.
- Brennergehäuse
- 3.
- Brennstoffkanal
- 4.
- Brennstoffzuleitung
- 5.
- -
- 6.
- Oxidationsmittelkanal
- 7.
- Oxidationsmittelzuleitung
- 8.
- Brennerspitze
- 9.
- Reaktionsraum
- 10.
- -
- 11.
- Wärmerohr
- 12.
- Wärmerohr
- 13.
- Verdampfungszone
- 14.
- Verdampfungszone
- 15.
- -
- 16.
- Kondensationszone
- 17.
- Kondensationszone
- 18.
- Wärmetauscher
- 19.
- Wärmetauscher
- 20.
- -
- 21.
- Kühlmediumsleitung
- 22.
- Ventil
- 23.
- Ventil
- 24.
- Ventil
1. Brenner mit einem mit Zuführungen (3, 6) für Brennstoff und Oxidationsmittel ausgerüsteten
Brennergehäuse (2), das im bestimmungsgemäßen Einbauzustand mit einer Brennerspitze
(8) in eine Reaktionszone (9) hineinragt und dem eine Kühleinrichtung zum Kühlen der
Brennerspitze (8) zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet,
dass als Kühleinrichtung wenigstens ein Wärmerohr (11, 12) vorgesehen ist, das innerhalb
des Brennergehäuse (2) angeordnete, mit der Brennerspitze (8) thermisch verbundene
Verdampfungszone (13, 14) und eine mit wenigstens einem außerhalb der Reaktionszone
(9) angeordneten Wärmetauscher (18, 19) thermisch verbundene Kondensationszone (16,
17) aufweist.
2. Brenner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Wärmerohre (11, 12) vorgesehen sind, die mit ihren Verdampfungszonen (13,
14) im Innern des Brennergehäuse (2), radial außenseitig um die Zuführungen (3, 6)
für Brennstoff und Oxidationsmittel herum und nahe der Außenoberfläche des Brennergehäuses
(2) in gleichen Winkelabständen angeordnet sind.
3. Brenner nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kondensationszone/n (16, 17) des Wärmerohrs/der Wärmerohre (11, 12) über einen
Wärmetauscher (18) mit einer Zuleitung (4, 7) für dem Brenner zuzuführenden Brennstoff
und/oder Oxidationsmittel thermisch verbunden ist/sind.
4. Brenner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kondensationszone/n (16, 17) des Wärmerohrs/der Wärmerohre (11, 12) über einen
Wärmetauscher (19) mit einer Kühlmediumsleitung (21) für ein externen Kühlmedium thermisch
verbunden ist/sind.
5. Brenner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mit der Kondensationszone/den Kondensationszonen (16, 17) des Wärmerohrs/der
Wärmerohre (11, 12) thermisch verbundene Wärmetauscher (18, 19) innerhalb des Brennergehäuses
(2) angeordnet ist.
6. Brenner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dass als Kühlmedium im Wärmerohr/in
den Wärmerohren (11, 12) ein Thermalöl vorgesehen ist.
7. Brenner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Kühlmedium im Wärmerohr/in den Wärmerohren (11, 12) ein Metall oder Metallegierung
vorgesehen ist.
8. Brenner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Wärmerohr/die Wärmerohre (11, 12) mit einer Betriebstemperatur von über 150°C,
bevorzugt mit einer Betriebstemperatur von über 600°C betreibbar ist.
9. Brenner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Konzeption als Brennstoff/Sauerstoffbrenner.