Gebiet der Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Messer für eine Zerkleinerungsvorrichtung
zum Zerkleinern von beispielsweise Gewerbeabfall, Industrieabfall und/oder Hausabfall
und einen Messerhalter zur Befestigung eines solchen Messers an dem Rotor einer Zerkleinerungsvorrichtung.
Stand der Technik
[0002] Gewerbeabfall, Industrieabfall, Hausabfall etc., beispielsweise (Hart-)Kunststoff,
Textilien, Verbundstoffe, Gummi oder Althölzer (wie Paletten und Spanplatten), bedürfen
vor ihrer endgültigen Entsorgung oder insbesondere vor der Rückführung in den Wertstoffkreislauf
der Zerkleinerung. Zur Zerkleinerung sind in dem Stand der Technik Ein- oder Mehrwellen
- Zerkleinerer bekannt, welche beispielsweise durch Radlader, Gabelstapler oder Förderbänder
über einen Trichter zur Materialaufgabe beschickt werden.
[0003] Ein zentrales Element einer herkömmlichen Zerkleinerungsvorrichtung stellt eine Rotoreinheit
dar, welche einen Rotor umfasst, der mit Messern bestückt ist. Die Messer sind beispielsweise
durch Verschrauben an Messerträgern befestigt, die in Messertaschen eingeschweißt
oder angeschraubt sein können, wobei die Messertaschen im Rotormantel eingefräst sind.
Die Zerkleinerung des aufgegebenen Materials erfolgt im Allgemeinen zwischen den mit
dem Rotor rotierenden Messern und stationären, d.h. nicht rotierenden, Gegenmessern
(Statormessern, Abstreifkämmen).
[0004] Die Messer weisen typischerweise Spitzen und Schneidkanten auf, die beim Zerkleinerungsvorgang
einer hohen Abnutzung unterliegen. Figur 1 veranschaulicht ein Messer des Stands der
Technik. Das Messer weist vier Spitzen 1, 2, 3 und 4 auf, in denen jeweilige Schneidkanten
5 zusammenlaufen. Die Schneidkanten sind in dem gezeigten Beispiel des Stands der
Technik konkav ausgebildet. Das Messer ist dazu ausgebildet, an einer Auflagefläche
6 an einem Messerhalter befestigt zu werden. Eine zentrale Bohrung 7 ist zum Einführen
eines Befestigungsmittels zum austauschbaren Befestigen des Messers an einem Messerhalter
vorgesehen. Ein solches Messer wird mit einer der Spitzen 1, 2, 3 oder 4 voran am
Umfang eines Rotors an einem entsprechenden Messerhalter befestigt. Da die Messer
häufig aus gehärtetem Stahl oder z.B. aus Hartmetall bestehen, ist es wichtig, dass
eine optimale Auflage (Kontakt) zwischen dem Messerhalter und dem Messer gegeben ist.
Ist dies nicht der Fall kann es zu Messerbrüchen kommen.
[0005] Im Verlauf des Zerkleinerungsvorgangs wird nicht nur diese Spitze (beispielsweise
Spitze 1), sondern es werden auch die anliegenden Schneidkanten 5, die in diesen Spitze
zusammenlaufen, abgenutzt. Nach einer gewissen Betriebsdauer wird daher das Messer,
derart gedreht dass nunmehr eine andere, der ersten gegenüberliegende Spitze(beispielsweise
Spitze 2) zum Einsatz kommt. Wiederum werden zusätzlich zu der Spitze die darin zusammenlaufenden
Schneidkanten 5, die also diese Spitze mit ausbilden, beansprucht.
[0006] Es wäre nun wünschenswert, wenn nach Abnutzung der anderen Spitze (beispielsweise
von Spitze 2), eine weitere Spitze (etwa Spitze 3 oder Spitze 4) nach entsprechender
Drehung des Messers im Messerhalter zum Einsatz kommen könnte. In der Tat wird einem
wie in Figur 1 ausgebildetes Messer euphemistisch eine 4-fache Verwendbarkeit zugeschrieben.
Es hat sich jedoch in der Praxis erwiesen, dass aufgrund der Abnutzung der beteiligten
Schneidkanten eine weitere Nutzung des Messers, nachdem die eine und die andere Spitze
(beispielsweise Spitzen 1 und 2) abgenutzt wurden, keine zufriedenstellende Zerkleinerung
mehr gewährleisten kann. Eine weitere Drehung des Messers, diesmal um 90°, erweist
sich also nicht mehr als wirtschaftlich und so bleiben die übrigen zwei der vier Spitzen
(beispielsweise Spitzen 3 und 4) im Allgemeinen ungenutzt.
[0007] Es liegt somit der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Messer für eine
Zerkleinerungsvorrichtung, das eine tatsächliche Mehrfachverwendbarkeit mithilfe von
mehr als zwei Spitzen erlaubt, und einen Messerhalter für ein solches Messer bereitzustellen.
Beschreibung der Erfindung
[0008] Die oben genannte Aufgabe wird durch ein Messer für eine Zerkleinerungsvorrichtung
gemäß Anspruch 1 gelöst, wobei das Messer genau zwei Grundflächen und zumindest drei
Seitenflächen und eine Mehrzahl an Spitzen (wobei die Mehrzahl gleich der Anzahl der
Seitenflächen ist) aufweist. In jeder Spitze läuft ein Paar von zwei Schneidkanten
zusammen und es befindet sich zumindest eines der Paare von Schneidkanten und somit
eine der Mehrzahl an Spitzen auf einer der zwei Grundflächen und ein anderes der Paare
von Schneidkanten und somit eine andere der Mehrzahl an Spitzen auf der anderen der
zwei Grundflächen des Messers. Die Schneidkanten stellen zumindest Teile der Kanten
der jeweiligen Seitenflächen dar. Dadurch dass Spitzen und entsprechend die jeweiligen
die Spitzen bildenden Schneidkanten auf verschiedenen Grundflächen ausgebildet sind,
wird die im Stand der Technik nachteilige übermäßige Abnutzung von Schneidkanten bei
Drehung der zur Zerkleinerung vorgesehen Messer vermieden. Wenn nacheinander zwei
Spitzen einer der Grundflächen verwendet werden, werden dabei Schneidkanten der anderen
Grundfläche während des Zerkleinerungsvorgangs im Wesentlichen nicht in Mitleidenschaft
gezogen.
[0009] Bei der Zerkleinerungsvorrichtung kann es sich um eine Abfallzerkleinerungsvorrichtung
zur Zerkleinerung industrieller Abfälle und/oder von Agrarabfällen handeln. Die Abfallzerkleinerungsvorrichtung
kann zur Zerkleinerung von Holzabfällen, Textilien, Teppichen, Kautschukreifen, etc.
ausgebildet sein. Das Messer kann aus gehärtetem Stahl, beispielsweise gehärtetem
Werkzeugstahl bestehen. Es versteht sich, dass die Spitzen auch in abgerundeter Form
vorgesehen sein können.
[0010] Eine Anzahl an Spitzen ist auf der einen der zwei Grundflächen vorgesehen. Ist eine
dieser Spitzen nach Verwendung in einer Zerkleinerungsvorrichtung abgenutzt, kann
eine andere Spitze derselben Grundfläche durch eine entsprechende Drehung des Messers
um eine Achse, die senkrecht durch die beiden Grundflächen verläuft, zum Einsatz gebracht
werden. Schneidkanten, die in Spitzen auf der anderen Grundfläche des Messers zusammenlaufen,
werden hierbei nicht in Mitleidenschaft gezogen, da sie nicht in dem Zerkleinerungsprozess
eingreifen. Sind sämtliche Spitzen/Schneidkanten der einen Grundfläche des Messer
nach und nach abgenutzt, kann das Messer um eine Achse, die durch zwei der Seitenflächen
verläuft um 180° gedreht werden, und es können so Spitzen und Schneidkanten der anderen
der zwei Grundflächen zum Einsatz kommen. Hierdurch lässt sich, anders als im Stand
der Technik tatsächlich eine x-fache Verwendbarkeit des Messers erreichen, wobei x
die Zahl der Spitzen des Messers angibt. Beispielsweise kann das Messer genau vier
Spitzen aufweisen, und in diesem Fall sind zwei der vier Spitzen und die jeweiligen
in den Spitzen zusammenlaufenden Paare von Schneidkanten auf einer der zwei Grundflächen
ausgebildet und die zwei anderen der Spitzen und die jeweiligen in den zwei anderen
Spitzen zusammenlaufenden Paare von Schneidkanten auf der anderen der zwei Grundflächen
ausgebildet. Hierdurch wird eine 4-fache Verwendbarkeit des Messers ermöglicht. Dieses
ist insbesondere gewährleistet, wenn sich die zwei Spitzen auf der einen der zwei
Grundflächen gegenüberliegen und sich die anderen zwei Spitzen auf der anderen der
zwei Grundflächen gegenüberliegen. Beispielsweise kann das Messer im Wesentlichen
in Form eines Parallelepipeds (bestehend aus zwei Grundflächen und vier Seitenflächen),
insbesondere eines Quaders, ausgebildet sein. Die beiden Grundflächen können im Wesentlichen
parallel zueinander liegende im Wesentlichen quadratische Flächen bilden.
[0011] Beispielsweise kann in einem ersten Betriebsstadium eine erste Spitze auf einer der
Grundflächen eines quaderförmigen Messers zum Einsatz kommen, bis sie abgenutzt ist.
Danach wird das Messer in diesem Beispiel um 180° um eine Achse, die senkrecht durch
die beiden Grundflächen verläuft, gedreht, und es kommt die der ersten Spitze auf
derselben Grundfläche des Messers gegenüberliegende Spitze zu Einsatz, bis sie abgenutzt
ist. Nachfolgend wird in diesem Beispiel das Messer um 180° um eine Achse gedreht,
die senkrecht durch zwei Seitenflächen des quaderförmigen Messers verläuft. Somit
können die zwei sich diagonal auf der anderen der zwei Grundflächen gegenüberliegend
ausgebildeten Spitzen und die in diesen Spitzen zusammenlaufenden Schneidkanten nacheinander
zum Einsatz kommen. Insgesamt wird so gewährleistet, dass tatsächlich alle vier Spitzen
im Rahmen einer 4-fachen Verwendbarkeit des Messers zum Einsatz kommen.
[0012] Gemäß einer Weiterbildung handelt es sich bei dem erfindungsgemäßen Messer um ein
konkaves Messer, d.h. die Schneidkanten weisen in Seitenansicht des Messers zumindest
in einem Bereich ein konkaves Profil an einer der Kanten der jeweiligen Seitenfläche
auf. Im Allgemeinen können eines oder mehrere Paare von Schneidkanten konkav ausgebildet
sein. In Fall eines konkaven Messers sind also die Grundflächen nicht durchgängig
eben, sondern weisen zumindest in einer Seitenansicht ein konkaves Profil auf.
[0013] Das Messer jedes der oben beschriebenen Beispiele kann zur Befestigung in einem an
einem Rotor einer Zerkleinerungsvorrichtung befestigten Messerhalter ausgebildet sein.
Hierbei kann das Messer eine oder mehrere Bohrungen oder ein oder mehrere Gewinde
zur Aufnahme eines Befestigungsmittels zur Befestigung an dem Messerhalter aufweisen.
Das Befestigungsmittel kann insbesondere eine Schraube oder einen Bolzen oder Spannstift
umfassen. Alternativ kann das Messer dazu ausgebildet sein, dass es direkt an dem
Rotor befestigt wird.
[0014] Gemäß einer Weiterbildung weist das Messer in konkaver Ausführungsform eine Auflagefläche
im Bereich einer der Grundflächen auf, an der das Messer, insbesondere unter Verwendung
einer Unterlegplatte, an dem Messerhalter befestigt werden kann, und zumindest eine
der Spitzen ragt über die Auflagefläche (in Richtung senkrecht zur Grundfläche bzw.
zur Auflagefläche) hinaus (siehe auf detaillierte Beschreibung unten). Dadurch dass
eine Spitze senkrecht zur Grundfläche über die Auflagefläche hinausragen kann, kann
der konkave Bereich gegenüber einem Fall, in dem die Spitze nicht über die Auflagefläche
hinausragt, bei gleicher Krümmung vergrößert und somit die "Aggressivität" des Messers
erhöht werden.
[0015] Weiterhin wird ein mit dem Messer in Beziehung stehender, mit diesem zusammenwirkender
Messerhalter bereitgestellt, der zur Befestigung an einem Rotor einer Zerkleinerungsvorrichtung
und zur Befestigung eines Messers gemäß einem der vorher beschriebenen Beispiele ausgebildet
ist. Ein solcher Messerhalter kann zur Befestigung eines Messers mit Spitzen, die
über die Auflagefläche hinausragen, einen zentralen Bereich, in dem das Messer an
ihm befestigt wird, aufweisen, der gegenüber den peripheren Bereichen erhöht ist.
So kann der zentrale Bereich des Messerhalters einen zentralen Bereich eines konkaven
Messers kontaktieren, auch wenn die Spitzen des konkaven Messers senkrecht zu seinen
Grundflächen über die Grundflächen hinausragen.
[0016] Weiterhin wird eine Zerkleinerungsvorrichtung mit einem Rotor, der einen Rotormantel
umfasst, bereitgestellt, wobei der Rotormantel den genannten Messerhalter daran und/oder
darin befestigt aufweist und der Messerhalter ein Messer gemäß einem der vorher beschriebenen
Beispiele daran befestigt aufweist.
[0017] Außerdem wird ein Verfahren zum Befestigen eines Messers gemäß einem der oben beschriebenen
Beispiele an einem Messerhalter gemäß einem der oben beschriebenen Beispiele bereitgestellt,
das die Schritte des Bereitstellens einer Unterlegplatte und des Befestigens des Messers
an dem Messerhalter unter Verwendung der Unterlegplatte umfasst. Durch Vorsehen der
Unterlegplatte können Messer unterschiedlicher "Aggressivität" (s. unten) an dem Messerhalter
(mit der Unterlegplatte zwischen dem Messerhaltern und dem Messer) befestigt werden.
[0018] Weitere Merkmale und beispielhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden
nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es versteht sich, dass die Ausführungsformen
nicht den Bereich der vorliegenden Erfindung erschöpfen. Es versteht sich weiterhin,
dass einige oder sämtliche der im Weiteren beschriebenen Merkmale auch auf andere
Weise miteinander kombiniert werden können.
Figur 1 stellt ein Messer für eine Zerkleinerungsvorrichtung mit vier Spitzen gemäß
dem Stand der Technik dar.
Figur 2 stellt ein Messer für eine Zerkleinerungsvorrichtung mit vier Spitzen gemäß
einem Beispiel der vorliegenden Erfindung dar.
Figur 3 stellt ein weiteres Messer für eine Zerkleinerungsvorrichtung mit vier Spitzen
gemäß einem Beispiel der vorliegenden Erfindung dar, das mithilfe einer Unterlegplatte
an einem Messerhalter befestigt werden kann.
Figur 4 veranschaulicht die Eigenschaft der "Aggressivität" eines erfindungsgemäßen
Messers.
Figur 5 zeigt einen Rotor einer Zerkleinerungsvorrichtung mit Messerhaltern und Messern
gemäß einem Beispiel der vorliegenden Erfindung.
[0019] Ein Beispiel für ein erfindungsgemäßes Messer für eine Zerkleinerungsvorrichtung
ist in Figur 2 gezeigt. Das gezeigte konkave Messer weist vier Spitzen 11, 12, 13
und 14 auf. Das Messer hat im Wesentlichen die Form eines Quaders mit zwei Grundflächen
G und G' (eine davon ist in Draufsicht auf der linken Seite von Figur 2 gezeigt) und
vier Seitenflächen S.
[0020] Erfindungsgemäß sind nicht alle Spitzen 11, 12, 13 und 14 auf derselben Grundfläche
des Messers ausgebildet. In dem gezeigten Beispiel sind die einander gegenüberliegenden
Spitzen 11 und 12 auf einer der beiden Grundflächen G des quaderförmigen Messers und
die einander gegenüberliegenden Spitzen 13 und 14 auf der anderen der beiden Grundflächen
G' des quaderförmigen Messers ausgebildet. In den Spitzen 11, 12, 13 und 14 laufen
jeweilige konkave Schneidkanten 15 zusammen (siehe insbesondere die zweite Darstellung
von links der Figur 2). Jede Spitze wird durch zwei in ihr zusammenlaufende Schneidkanten
15 und eine in ihr mit den Schneidkanten zusammenlaufenden Kante, die von zwei Seitenflächen
S gebildet wird, gebildet. Auf der einer Spitze (entlang einer Kante, die von zwei
Seitenflächen S gebildet wird) auf einer gegenüberliegenden Grundfläche entsprechenden
Stelle befindet sich nicht wieder eine Spitze, sondern lediglich eine Ecke des Messers,
die nicht direkt für den Zerkleinerungsvorgang verwendet wird. In jeder Ecke laufen
in dem gezeigten Beispiel nicht konkave Bereiche der Ränder der Seitenflächen S zusammen.
Sind die Spitzen 11 und 12 auf der einen Grundfläche G ausgebildet, so befinden sich
an den entsprechenden Stellen der gegenüberliegenden Grundfläche G' Ecken, und sind
die Spitzen 13 und 14 auf der gegenüberliegenden Grundfläche G' ausgebildet, so befinden
sich auf der einen Grundfläche G an den entsprechenden Stellen Ecken.
[0021] Auf jeder Grundfläche ist ein Bereich als Auflagefläche 16 ausgebildet, an der das
Messer an einem Messerhalter befestigt werden kann. In dem gezeigten Beispiel ragen
die Spitzen (in Richtung einer Achse senkrecht durch die Grundflächen und parallel
zu den Seitenflächen) nicht über das Niveau der Auflageflächen 16 hinaus. Weiterhin
umfasst das Messer eine Bohrung 17, durch welche ein Befestigungsmittel, wie etwa
eine Schraube, zum Befestigung des Messers an einem Messerhalter eingeführt werden
kann. Im Betrieb kann etwa zunächst bis zur Abnutzung die Spitze 11 verwendet werden
und nach Abnutzung derselben durch Drehung des Messers in dem Messerhalter um 180°
um eine Achse, die senkrecht durch die beiden Grundflächen G, G' verläuft, die Spitze
12. Nach Abnutzung derselben kann das Messer um 90 ° um eine Achse, die senkrecht
durch die beiden Grundflächen G, G' verläuft, gedreht und um 180° um eine Achse, die
senkrecht durch zwei Seitenflächen S verläuft, gedreht (gewendet) werden, um die Spitze
13 oder 14 zum Einsatz zu bringen. Durch die Drehung der Messerspitzen um 90°, Vorderseite
gegenüber Rückseite, wird sichergestellt, dass auch nach dem Einsatz, z.B. der Vorderseite,
für die Verwendung der Rückseite noch eine optimale Auflagefläche gewährleistet ist.
Der Grund dafür ist der abnehmende Verschleiß von der Spitze hin zur Mitte (Bereich
des Messereingriffs).
[0022] Eine weitere Drehung um 180° um eine Achse, die senkrecht durch zwei Seitenflächen
S verläuft, bringt nach Abnutzung der dritten Spitze 13 oder 14 die verbleibende vierte
Spitze 14 oder 13 zum Einsatz. Die Schneidkanten der Spitzen 13 und 14 werden bei
Einsatz der Spitzen 11 und 12 nicht signifikant beansprucht. Somit kann tatsächlich
eine 4-fach Verwendbarkeit des Messers wirtschaftlich bereitgestellt werden.
[0023] Zur sicheren Befestigung des Messers an einem herkömmlichen Messerhalter, der nicht
speziell zur Befestigung eines solchen Messers ausgebildet ist, darf in dem in Figur
2 gezeigten Beispiel keine Spitze 11, 12, 13 und 14 in Richtung senkrecht zur Grundfläche
G, G' über die Auflagefläche 16 hinausragen. Um diese Einschränkung zu umgehen, kann
eine Unterlegplatte 28 vorgesehen sein, wie es in Figur 3 gezeigt ist. Das in Figur
3 gezeigte Messer ähnelt oder ist identisch mit dem Messer, das in Figur 2 gezeigt
ist, und umfasst vier Spitzen 21, 22, 23 und 24, Schneidkanten 25 und eine Bohrung
27. Die Befestigung kann aber über eine Unterlegplatte 28 erfolgen, so dass die Spitzen
21, 22, 23 und 24 in Richtung senkrecht zu den Grundflächen über die jeweiligen Auflageflächen
und senkrecht zu diesen hinausragen können. Eine formschlüssige Verbindung des Messers
mit einem herkömmlichen Messerhalter kann so über die Unterlegplatte 28 erfolgen.
[0024] Alternativ kann ein Messerhalter geeignet ausgebildet sein, ein Messer aufzunehmen,
bei dem die Spitzen 21, 22, 23 und 24 senkrecht zu den Grundflächen (der jeweiligen
Auflagefläche) über die jeweiligen Auflageflächen hinausragen. Ein solcher Messerhalter
weist einen Aufnahmebereich mit einem zentralen Bereich und einen peripheren Bereich
auf, wobei der zentrale Bereich, in dem das Messer an ihm in Kontakt mit demselben
befestigt wird, in Richtung zu dem aufzunehmenden Messer gegenüber dem peripheren
Bereich erhöht ist.
[0025] Durch Ausbilden des Messers derart, dass die Spitzen 21, 22, 23 und 24 senkrecht
zu den Grundflächen über die jeweiligen Auflageflächen hinausragen, kann die Effektivität
des Messers für die Zerkleinerung, die "Aggressivität", erhöht werden. Figur 4 veranschaulicht
das Maß A für die "Aggressivität". Bei gleicher Krümmung bedeutet ein längerer konkaver
Bereich bei gleicher Krümmung bzw. bei gleicher Länge des konkaven Bereichs eine größere
Krümmung der Schneidkante eine erhöhte "Aggressivität".
[0026] Die Unterlegplatte 28 stell den Vorteil bereit, dass Messer unterschiedlicher Aggressivität
an dem Rotor bzw. dem Messerhalter befestigt werden können. Auch können bei Verwendung
der Unterlegplatte 28 herkömmliche quaderförmige Messer im Austausch mit den erfiondungsgemäßen
Messern Verwendung finden.
[0027] Während in den obigen Beispielen Messer mit vier Spitzen beschrieben wurden, ist
die Anzahl der Spitzen (größer 2) prinzipiell beliebig. Spitzen einer der beiden verschiedenen
Grundflächen des Messers können nacheinander in Betrieb genommen werden und nachfolgend
können Spitzen der anderen der beiden verschiedenen Grundflächen des Messers nacheinander
in Betrieb genommen. Es versteht sich, dass die erfindungsgemäßen Ausführungsformen
für Messer und Messerhalter sowohl in Einwellen- wie Mehrwellenzerkleinerern Verwendung
finden können.
[0028] Figur 5 zeigt einen Rotormantel M eines Rotors einer Zerkleinerungsvorrichtung. In
dem Mantel M sind gefräste Taschen T vorgesehen, in denen Messerhalter 100 befestigt
werden. Die Messerhalter 100 können in den Taschen angeschweißt oder lösbar geschraubt
angebracht sein. An den Messerhaltern 100 sind mithilfe von Schrauben 150 Messer 200
befestigt. Die Messer können die oben beschriebenen Messer sein und die Messerhalter
100 zur Befestigung der oben beschriebenen Messer ausgebildet sein. Sind die Messerhalter
100 zur Befestigung von Messern mit erhöhter "Aggressivität" ausgebildet, d.h. zur
Befestigung von Messern mit Spitzen, die senkrecht zu den Grundflächen der Messer
über die jeweiligen Auflageflächen hinausragen, so können sie im zentralen Bereich
um die Bohrung herum, durch die die Schrauben 150 geführt werden, eine Erhöhung bezüglich
periphererer Bereiche aufweisen, um eine formschlüssige zuverlässige Befestigung der
Messer zu gewährleisten.
1. Messer für eine Zerkleinerungsvorrichtung, wobei
das Messer zwei Grundflächen und zumindest drei Seitenflächen und eine Mehrzahl an
Spitzen aufweist, wobei
in jeder Spitze ein Paar von Schneidkanten zusammenläuft, und wobei
sich zumindest eines der Paare von Schneidkanten und eine der Mehrzahl an Spitzen
auf einer der zwei Grundflächen befindet und sich zumindest ein anderes der Paare
von Schneidkanten und eine andere der Mehrzahl an Spitzen auf der anderen der zwei
Grundflächen befindet.
2. Das Messer gemäß Anspruch 1, wobei das Messer genau vier Spitzen aufweist und zwei
der vier Spitzen und die jeweiligen in den Spitzen zusammenlaufenden Paare von Schneidkanten
auf einer der zwei Grundflächen ausgebildet sind und die zwei anderen der Spitzen
und die jeweiligen in den anderen Spitzen zusammenlaufenden Paare von Schneidkanten
auf der anderen der zwei Grundflächen ausgebildet sind.
3. Das Messer gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei das Messer in Form eines Quaders mit zwei
Grundflächen und vier Seitenflächen ausgebildet ist.
4. Das Messer gemäß Anspruch 2 oder 3, in dem sich die zwei Spitzen auf der einen der
zwei Grundflächen diagonal gegenüberliegen und sich die anderen zwei Spitzen auf der
anderen der zwei Grundflächen diagonal gegenüberliegen.
5. Das Messer gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, in dem zumindest die Schneidkanten
eines der Paare von Schneidkanten konkav ausgebildet sind.
6. Das Messer gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Messer zur Befestigung
an einem an einem Rotor einer Zerkleinerungsvorrichtung befestigten Messerhalter oder
zur direkten Befestigung an einem Rotor einer Zerkleinerungsvorrichtung ausgebildet
ist.
7. Das Messer gemäß Anspruch 6, wobei das Messer eine im Zentrum befindliche Bohrung
zur Aufnahme eines Befestigungsmittels zur Befestigung an dem Messerhalter aufweist.
8. Das Messer gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Messer ein konkaves
Messer ist und eine Auflagefläche im Bereich einer der Grundflächen aufweist, an der
das Messer, insbesondere unter Verwendung einer Unterlegplatte, an dem Messerhalter
befestigt werden kann, und wobei zumindest eine der Spitzen über die Auflagefläche
in Richtung senkrecht zu einer Grundfläche hinausragt.
9. Messerhalter, der zur Befestigung an einem Rotor einer Zerkleinerungsvorrichtung und
zur Befestigung eines Messers gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche ausgebildet
ist.
10. Der Messerhalter gemäß Anspruch 9, der einen Aufnahmebereich zur Befestigung eines
Messers gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8 in direktem Kontakt mit demselben aufweist,
wobei der Aufnahmebereich einen zentralen und einen peripheren Bereich aufweist und
der zentrale Bereich gegenüber dem peripheren Bereich erhöht ist.
11. Zerkleinerungsvorrichtung mit
einem Rotor, der einen Rotormantel umfasst, wobei der Rotormantel einen Messerhalter
gemäß Anspruch 9 oder 10 daran und/oder darin befestigt aufweist, und wobei der Messerhalter
ein Messer gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8 daran befestigt aufweist.
12. Verfahren zum Befestigen eines Messers gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8 an einem
Messerhalter gemäß einem der Ansprüche 9 oder 10, mit Bereitstellen einer Unterlegplatte
und Befestigen des Messers an dem Messerhalter unter Verwendung der Unterlegplatte
zwischen dem Messer und dem Messerhalter.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Messer für eine Zerkleinerungsvorrichtung, wobei
das Messer zwei Grundflächen und zumindest drei Seitenflächen und eine Mehrzahl an
Spitzen und Ecken aufweist, wobei
in jeder Spitze ein Paar von Schneidkanten zusammenläuft,
die Ecken nicht direkt für den Zerkleinerungsvorgang verwendet werden;
sich zumindest eines der Paare von Schneidkanten und eine der Mehrzahl an Spitzen
auf einer der zwei Grundflächen befindet und sich zumindest ein anderes der Paare
von Schneidkanten und eine andere der Mehrzahl an Spitzen auf der anderen der zwei
Grundflächen derart befindet, dass jeweils eine Spitze auf einer der zwei Grundflächen
einer Ecke auf der anderen der zwei Grundflächen gegenüberliegt.
2. Das Messer gemäß Anspruch 1, wobei das Messer genau vier Spitzen aufweist und zwei
der vier Spitzen und die jeweiligen in den Spitzen zusammenlaufenden Paare von Schneidkanten
auf einer der zwei Grundflächen ausgebildet sind und die zwei anderen der Spitzen
und die jeweiligen in den anderen Spitzen zusammenlaufenden Paare von Schneidkanten
auf der anderen der zwei Grundflächen ausgebildet sind.
3. Das Messer gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei das Messer in Form eines Quaders mit zwei
Grundflächen und vier Seitenflächen ausgebildet ist.
4. Das Messer gemäß Anspruch 2 oder 3, in dem sich die zwei Spitzen auf der einen der
zwei Grundflächen diagonal gegenüberliegen und sich die anderen zwei Spitzen auf der
anderen der zwei Grundflächen diagonal gegenüberliegen.
5. Das Messer gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, in dem zumindest die Schneidkanten
eines der Paare von Schneidkanten konkav ausgebildet sind.
6. Das Messer gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Messer zur Befestigung
an einem an einem Rotor einer Zerkleinerungsvorrichtung befestigten Messerhalter oder
zur direkten Befestigung an einem Rotor einer Zerkleinerungsvorrichtung ausgebildet
ist.
7. Das Messer gemäß Anspruch 6, wobei das Messer eine im Zentrum befindliche Bohrung
zur Aufnahme eines Befestigungsmittels zur Befestigung an dem Messerhalter aufweist.
8. Das Messer gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Messer ein konkaves
Messer ist und eine Auflagefläche im Bereich einer der Grundflächen aufweist, an der
das Messer, insbesondere unter Verwendung einer Unterlegplatte, an dem Messerhalter
befestigt werden kann, und wobei zumindest eine der Spitzen über die Auflagefläche
in Richtung senkrecht zu einer Grundfläche hinausragt.
9. Messerhalter, der zur Befestigung an einem Rotor einer Zerkleinerungsvorrichtung und
zur Befestigung eines Messers gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche ausgebildet
ist und einen Aufnahmebereich zur Befestigung eines Messers gemäß einem der vorhergehenden
Ansprüche in direktem Kontakt mit demselben aufweist, wobei der Aufnahmebereich einen
zentralen und einen peripheren Bereich aufweist und der zentrale Bereich gegenüber
dem peripheren Bereich erhöht ist.
10. Zerkleinerungsvorrichtung mit
einem Rotor, der einen Rotormantel umfasst, wobei der Rotormantel einen Messerhalter
gemäß Anspruch 9 daran und/oder darin befestigt aufweist, und wobei der Messerhalter
ein Messer gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8 daran befestigt aufweist.
11. Verfahren zum Befestigen eines Messers gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8 an einem
Messerhalter gemäß Anspruch 9, mit Bereitstellen einer Unterlegplatte und Befestigen
des Messers gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8 an dem Messerhalter gemäß Anspruch 9
unter Verwendung der Unterlegplatte zwischen dem Messer und dem Messerhalter.