[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Fahrzeug mit einer Siebtrommel, mit einem der
Siebtrommel vorgelagerten, mit einem Abzugsband versehenen Aufgabebunker und mit einem
an den Aufgabebunker angeschlossenen Scheibensieb mit einem zugehörigen Förderband
für die ausgesiebte Fraktion.
[0002] Um insbesondere Schüttgüter vor Ort beispielsweise in eine Grob- und eine Feinfraktion
trennen zu können, sind fahrbare Trommelsiebe bekannt (
EP 1 577 023 A1,
EP 2 168 692 A1), bei denen die Siebtrommel gemeinsam mit einem vorgelagerten Aufgabebunker auf einem
Fahrzeug angeordnet sind. Der Boden des Aufgabebunkers wird durch ein Abzugsband gebildet,
das in den Aufgabebereich der Siebtrommel ragt, sodass das in den Aufgabebunker eingebrachte
Siebgut über das Abzugsband dosiert der Siebtrommel übergeben wird. Für die ausgesiebte
Feinfraktion ist ein seitlich zur Längsrichtung der Siebtrommel angeordnetes Austragsband
vorgesehen, während die Grobfraktion in axialer Richtung aus der Siebtrommel ausgefördert
wird. Die Baugröße dieser fahrbaren Trommelsiebe wird allerdings durch die maximal
zulässigen Fahrzeugabmessungen begrenzt, was zum Beispiel dazu führt, dass das seitlich
angeordnete Austragsband in Fahrzeuglängsrichtung in eine der Siebtrommel vorgelagerte
Transportstellung im Bereich des Aufgabebunkers verlagert werden muss, wenn das durch
die zulässige Fahrzeugbreite vorgegebene Platzangebot für einen maximalen Trommeldurchmesser
genützt werden soll. Die gedrängten Platzverhältnisse in Fahrzeuglängsrichtung lassen
außerdem den Einsatz einer zusätzlichen Siebeinrichtung auf dem Fahrzeug nicht zu,
sodass eine Auftrennung des Siebguts in eine Grob-, eine Mittel- und eine Feinfraktion
nicht möglich ist, obwohl eine solche zusätzliche Aufteilung des Siebguts in drei
Siebfraktionen häufig gewünscht wird.
[0003] Zur Absiebung eines Überkorns wurde bereits vorgeschlagen (
DE 203 09 857 U1) auf den Aufgabebunker einer Siebtrommel ein Scheibensieb aufzusetzen, über das das
Überkorn abgesiebt und mit Hilfe eines auf der von der Siebtrommel abgewandten Seite
an das Scheibensieb anschließenden Förderbands abgefördert werden kann. Durch das
Aufsetzen des Scheibensiebs auf den Aufgabebunker wird die Baulänge des Fahrzeugs
nicht wesentlich verlängert, insbesondere wenn das dem Scheibensieb zugehörige Förderband
in eine Transportstellung abklappbar angeordnet ist. Nachteilig ist allerdings, dass
das Siebgut zwingend dem Scheibensieb aufgegeben werden muss, selbst wenn es nicht
benötigt wird, und dass mit dem vorgeschalteten Scheibensieb die Funktion des Aufgabebunkers
als Zwischenspeicher verloren geht. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass das
Scheibensieb wegklappbar bzw. wegschwenkbar ausgebildet ist, um Störungen besser beseitigen
und Wartungsarbeiten einfacher vornehmen zu können.
[0004] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Fahrzeug mit einer Siebtrommel
so auszugestalten dass eine Aufteilung des Siebguts wahlweise in zwei oder drei Siebfraktionen
sichergestellt werden kann, ohne die zulässigen Fahrzeugabmessungen in einer Transportstellung
zu überschreiten.
[0005] Ausgehend von einem Fahrzeug der eingangs geschilderten Art löst die Erfindung die
gestellte Aufgabe dadurch, dass das Scheibensieb auf der der Siebtrommel gegenüberliegenden
Seite an den Aufgabebunker angeschlossen ist, dass sich das Förderband für die ausgesiebte
Fraktion unterhalb des Aufgabebunkers bis in den Aufgabebereich der Siebtrommel erstreckt
und dass der Aufgabebunker mit dem angeschlossenen Scheibensieb und dem zugehörigen
Förderband eine zum Teil in die Siebtrommel einschiebbare Baueinheit bildet.
[0006] Da bei einer Ausnutzung der zulässigen Fahrzeugbreite eine Siebtrommel mit einem
Durchmesser eingesetzt werden kann, der die zumindest teilweise Aufnahme des Aufgabebunkers
in der Siebtrommel erlaubt, kann durch das Einschieben des Aufnahmebunkers in die
Siebtrommel die Transportlänge des aus der Siebtrommel und dem Aufgabebunker zusammengesetzten
Trommelsiebs im Wesentlichen auf die axiale Trommellänge verkürzt werden, was Platz
schafft, an den Aufgabebunker auf der von der Siebtrommel abgekehrten Seite ein Scheibensieb
anzuschließen, sodass in der ausgefahrenen Arbeitsstellung ein zusätzliches Sieb zur
Verfügung steht und daher das Siebgut in drei Siebfraktionen aufgeteilt werden kann,
weil die durch das Scheibensieb ausgesiebte Fraktion mit Hilfe der Siebtrommel noch
einmal in zwei Fraktionen getrennt werden kann. Zu diesem Zweck ist die Siebtrommel
mit der über das Scheibensieb ausgesiebten Siebfraktion zu beaufschlagen, was in einfacher
Art mit einem Förderer sichergestellt werden kann, der sich unterhalb des Aufgabebunkers
bis in den Aufgabebereich der Siebtrommel erstreckt. Dieser Förderer bildet zusammen
mit dem Scheibensieb und dem Aufgabebunker eine Baueinheit, die über entsprechende
Führungen für die Transportstellung zum Teil in die Siebtrommel eingeschoben werden
kann. Für die Arbeitsstellung ist kein aufwendiges Umrüsten erforderlich. Die Baueinheit
aus Scheibensieb und Aufgabebunker ist ja lediglich aus der Siebtrommel in die Arbeitsstellung
auszuziehen.
[0007] Soll das Siebgut nur in zwei Siebfraktionen aufgeteilt werden, so besteht die Möglichkeit,
das Abzugsband des Aufgabebunkers umzusteuern, sodass das in den Aufgabebunker eingebrachte
Siebgut unmittelbar der Siebtrommel zugeführt wird. Eine andere Möglichkeit ergibt
sich, wenn das Scheibensieb um eine im Bereich seines Austragsendes verlaufende Querachse
hochschwenkbar gelagert wird, weil dann in der hochgeschwenkten Freistellung des Scheibensiebs
das Siebgut über das nur in einer Richtung anzutreibende Abzugsband des Aufgabebunkers
auf das darunterliegende Förderband des Scheibensiebs abgeworfen und über dieses Förderband
der Siebtrommel zugeführt wird. Es brauchen daher keine zusätzlichen Konstruktionsmaßnahmen
zum abwechselnden Stirnseitigen Abschluss des Aufgabebunkers getroffen zu werden.
[0008] Um auf die Siebwirkung des Scheibensiebs unabhängig vom Scheibenantrieb Einfluss
nehmen zu können, kann das Scheibensieb um eine im Bereich seines Aufgabeendes verlaufende
Querachse hochschwenkbar gelagert sein. Über den Anstieg des Scheibensiebs kann somit
der Förderwiderstand und in Abhängigkeit davon die Verweilzeit des Siebguts auf dem
Scheibensieb gesteuert werden.
[0009] Damit einerseits der Aufgabebunker mit ausreichend hohen Bunkerwänden versehen werden
kann und anderseits diese Bunkerwände nicht das Einschieben des Aufgabebunkers in
die Siebtrommel behindern, können die Wände des Aufgabebunkers zumindest im Bereich
der Eingriffslänge des Aufgabebunkers in die Siebtrommel abschwenkbar gelagert werden.
In der Arbeitsstellung können die Bunkerwände somit die Siebtrommel der Höhe nach
überragen.
[0010] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
- Fig. 1
- ein erfindungsgemäßes Fahrzeug mit einer Siebtrommel in einer schematischen Arbeitsstellung
in einer Seitenansicht,
- Fig. 2
- das Fahrzeug ausschnittsweise im Bereich des Aufgabebunkers und des Scheibensiebs
in einer abgewandelten Arbeitsstellung in einem schematischen Längsschnitt in einem
größeren Maßstab,
- Fig. 3
- eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung des Fahrzeugs in einer Arbeitsstellung für
den ausschließlichen Einsatz der Siebtrommel und
- Fig. 4
- einen Längsschnitt durch das Fahrzeug in der Transportstellung.
[0011] Das Fahrzeug gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel bildet ein Fahrgestell 1,
das zwei Achsen 2 aufweist und mit Hilfe einer Deichsel 3 an ein Zugfahrzeug angehängt
werden kann. Zur Bodenabstützung in der nicht angehängten Stellung ist das Fahrgestell
1 außerdem mit Stützrädern 4 versehen. Auf diesem Fahrgestell 1 ist in herkömmlicher
Weise über nicht dargestellte Lagerrollen eine Siebtrommel 5 drehbar gelagert, die
über einen vorgelagerten Aufgabebunker 6 mit dem jeweiligen Siebgut beschickt werden
kann. Die durch die Siebtrommel 5 ausgesiebte Unterkornfraktion wird über ein in Trommellängsrichtung
verlaufendes Aufnahmeband 7 einem Querförderer 8 zugeführt, über den die ausgesiebte
Siebfraktion abgeworfen wird. Die verbleibende Überkornfraktion wird in axialer Richtung
aus der Siebtrommel 5 ausgefördert und mit Hilfe eines anschließenden Austragförderers
9 abtransportiert.
[0012] Zum Unterschied zu herkömmlichen Fahrzeugen mit einer Siebtrommel 5 kann über den
Aufgabebunker 6 ein Scheibensieb 10 auf der der Siebtrommel 5 gegenüberliegenden Bunkerseite
mit dem in den Aufgabebunker 6 eingebrachten Siebgut beschickt werden. Das Abzugsband
11 des Aufgabebunkers 6 fördert dementsprechend das Siebgut gegensinnig zur herkömmlichen
Förderrichtung auf das Scheibensieb 10, in dessen Bereich eine Aufteilung des Siebgutes
in eine Über- und eine Unterkornfraktion erfolgt. Die Überkornfraktion wird am Austragsende
des Scheibensiebs 10 auf einen nicht dargestellten Austragsförderer abgeworfen, während
die Unterkornfraktion des Siebguts auf ein Förderband 12 fällt, das sich unterhalb
des Aufgabebunkers 6 in der Arbeitsstellung bis in den Aufgabebereich 13 der Siebtrommel
5 erstreckt. Die durch das Scheibensieb 10 ausgesiebte Unterkornfraktion wird demnach
durch die Siebtrommel 5 noch einmal in zwei Siebfraktionen aufgeteilt, sodass das
Siebgut in eine Grob-, Mittel- und Feinfraktion getrennt werden kann.
[0013] Wie die Fig. 1 bis 3 erkennen lassen, übersteigt die durch das Scheibensieb 10 verlängerte
Baulänge der Siebanlage die Fahrzeuglänge, sodass diese Baulänge der Siebanlage für
die Transportstellung verkürzt werden muss. Zu diesem Zweck bilden der Aufgabebunker
6 zusammen mit dem Scheibensieb 10 und dem Förderband 12 eine Baueinheit 14, die in
Fahrzeuglängsrichtung verschiebbar auf dem Fahrgestell 1 gelagert ist und mit Hilfe
eines Stelltriebs 15 aus der in den Fig. 1 bis 3 dargestellten Arbeitsstellung zum
Teil in die Siebtrommel 5 eingeschoben werden kann, wie dies die Fig. 4 zeigt. Dieser
Stelltrieb 15 ist im Ausführungsbeispiel als hydraulischer Stufenzylinder ausgebildet,
was jedoch nicht zwingend ist. Die Verschiebeführung für die Baueinheit 14 kann beispielsweise
seitliche Führungsschienen 16 der Baueinheit 14 umfassen, in die Lagerrollen 17 auf
dem Fahrgestell 1 eingreifen, wie dies in der Fig. 1 angedeutet ist.
[0014] Da die Bunkerwände 18 und 19 in der Gebrauchsstellung die Siebtrommel 5 der Höhe
nach überragen, sind diese Bunkerwände 18, 19 zumindest im Bereich der Eingriffslänge
des Aufgabebunkers 6 in die Siebtrommel 5 abschwenkbar gelagert. Die Schwenklager
20 für die seitlichen Bunkerwände 18 erlauben das Abschwenken dieser Bunkerwände 18
nach innen. Die stirnseitige Bunkerwand 19 kann über das Anlenklager 21 nach außen
verschwenkt werden.
[0015] Damit die sich aus dem vorgelagerten Scheibensieb 10 und der nachgeordneten Siebtrommel
5 zusammensetzende Siebanlage auch ohne den Einsatz des Scheibensiebs 10 betrieben
werden kann, wenn lediglich eine Aufteilung des Siebguts in eine Grob- und eine Feinfraktion
gefordert wird, kann das Scheibensieb 10 um eine im Bereich seines Austragsendes verlaufende
Querachse 22 hochgeschwenkt werden, wie dies der Fig. 3 entnommen werden kann. Zum
Hochschwenken des Scheibensiebs 10 dient ein Stelltrieb 23, beispielsweise in Form
eines Stellzylinders. In der hochgeschwenkten Stellung des Scheibensiebs 10 wird das
in den Aufgabebunker 6 eingebrachte Siebgut über das Abzugsband 11 des Aufgabebunkers
6 auf das Förderband 12 abgeworfen, über das es unter Umgehung des Scheibensiebs 10
dem Aufgabebereich 13 der Siebtrommel 5 zugeführt wird.
[0016] Das Scheibensieb 10 kann gemäß der Fig. 2, aber auch um eine im Bereich des Aufgabeendes
verlaufende Querachse 24 mit Hilfe eines Stelltriebs 25 verschwenkt werden. Mit dieser
Schwenkverstellung lässt sich der Förderwiderstand des Siebguts im Bereich des Scheibensiebs
10 den jeweiligen Anforderungen entsprechend einstellen, um über die Verweilzeit des
Siebguts im Bereich des Scheibensiebs 10 Einfluss auf das Siebergebnis nehmen zu können.
[0017] Dem Scheibensieb 10 ist im Bereich seines Aufgabeendes eine Verteilerwalze 26 zugeordnet,
um eine möglichst gleichmäßige Siebgutverteilung über die Arbeitsbreite des Scheibensiebs
10 zu erreichen.
1. Fahrzeug mit einer Siebtrommel (5), mit einem der Siebtrommel (5) vorgelagerten, mit
einem Abzugsband (11) versehenen Aufgabebunker (6) und mit einem an den Aufgabebunker
(6) angeschlossenen Scheibensieb (10) mit einem zugehörigen Förderband (12) für die
ausgesiebte Fraktion, dadurch gekennzeichnet, dass das Scheibensieb (10) auf der der Siebtrommel (5) gegenüberliegenden Seite an den
Aufgabebunker (6) angeschlossen ist, dass sich das Förderband (12) für die ausgesiebte
Fraktion unterhalb des Aufgabebunkers (6) bis in den Aufgabebereich (13) der Siebtrommel
(5) erstreckt und dass der Aufgabebunker (6) mit dem angeschlossenen Scheibensieb
(10) und dem zugehörigen Förderband (12) eine zum Teil in die Siebtrommel (5) einschiebbare
Baueinheit (14) bildet.
2. Fahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Scheibensieb (10) um eine im Bereich seines Austragsendes verlaufende Querachse
(22) hochschwenkbar gelagert ist.
3. Fahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Scheibensieb (10) um eine im Bereich seines Aufgabeendes verlaufende Querachse
(24) hochschwenkbar gelagert ist.
4. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bunkerwände (18, 19) des Aufgabebunkers (6) zumindest im Bereich der Eingriffslänge
des Aufgabebunkers (6) in die Siebtrommel (5) abschwenkbar gelagert sind.