[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Präzisionsschneiden
von Werkstücken in einer Presse nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Mit der
DE 10 2005 045 454 B4 ist eine Presse und ein Verfahren zum Hartschneiden bekannt geworden, bei dem in
einem Pressenwerkzeug mindestens ein Distanzelement vorgesehen ist, das einen festen
Anschlag für die Pressenbewegung bildet. Die Presse arbeitet mit Ober- und Unterwerkzeugen,
die jeweils über eine hydraulische Druckbeaufschlagung angetrieben sind, was mit dem
Nachteil verbunden ist, dass die Ober- und Unterwerkzeuge mit getrennten Ölkreisläufen
versorgt werden müssen.
[0003] In einer anderen Ausgestaltung dieser Druckschrift sind die Krafterzeuger für die
Erzeugung der Anpresskraft der Ober- und Unterwerkzeuge aus mechanischen Federelementen
gebildet. Ein aktives Pressenwerkzeug ist damit jedoch nicht gegeben. Diese Pressenwerkzeuge
arbeiten nur passiv, und zwar entsprechend dem Hub zwischen dem Pressenstößel und
dem Pressentisch.
[0004] Die genannten Federelemente sind demnach passiv ausgebildet, das heißt, sie sind
ungesteuert und erzeugen nur eine bestimmte Andruckkraft, ohne dass eine Steuerung
gezeigt ist, wie die Andruckkraft geregelt wird, um eine bestimmte Steuerung oder
Regelung der Pressenwerkzeuge zu erreichen.
[0005] Mit dem Gegenstand der
DE 199 08 603 C1 ist eine weitere Presse bekannt geworden, die ein Schneiden mit konstanter Einschnitttiefe
erreicht.
[0006] Beim Unterwerkzeug ist der Gegenstempel mit einer Ausstoßfeder abgestützt. Der Unterstempel
hat im Übrigen einen Endanschlag im Unterwerkzeug; demnach wird das Werkstück gegen
einen festen Anschlag des Gegenhalters im Unterwerkzeug geschnitten.
[0007] Wegen der ungesteuerten Ausstoßfeder, deren Federkennlinie nicht beeinflussbar ist,
besteht der Nachteil, dass beim Öffnen der Presse die Ausstoßfeder im Gegenhalter
in Richtung auf den Niederhalter im Werkzeugoberteil drückt, und damit den Stanzabfall
in die ursprünglich ausgestanzte Platine wieder hineinbefördert.
[0008] Es fehlt demnach an einer gesteuerten Bewegung der den Gegenhalter vorspannenden
Krafteinheit.
[0009] Mit der
EP 0 131 770 A1 ist allgemein das Prinzip des Feinschneidens mit einer Ringzacke gezeigt, die vom
Niederhalter in das Werkstück eingeprägt wird.
[0010] Zwar verwendet die
DD 293 752 A5 ein Federpaket im Bereich des Werkzeugunterteils, es handelt sich jedoch um einen
ungesteuerten Krafterzeuger, der nicht in der Lage ist, gesteuert den Stanzabfall
aus dem Arbeitsbereich der Presse zu entfernen.
[0011] Zusammenfassend kann der genannte Stand der Technik in Pressen unterteilt werden,
die mit hydraulischen Antriebselementen arbeiten, was mit dem Nachteil verbunden ist,
dass mit der Führung der Hydraulikkreisläufe und der dazugehörenden Ventile ein großer
Aufwand mit hohen Kosten verbunden ist.
[0012] Der zweite Teil der Druckschriften bezieht sich auf rein mechanisch arbeitende Pressen,
bei denen jedoch die Pressenwerkzeuge hydraulisch angetrieben sind. Dies ist insbesondere
aus der
DE 10 2005 045 454 B4 zu entnehmen.
[0013] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Präzisionsschneiden
von Werkstücken in einer Presse so weiterzubilden, dass das Präzisionsschneiden mit
geringerem Aufwand in jeglicher beliebigen Presse mit beliebiger Pressenkinematik
eingesetzt werden kann.
[0014] Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist die Erfindung durch ein Verfahren und eine
Vorrichtung nach den Gegenständen der unabhängigen Ansprüche 1, 4 und 9 gekennzeichnet.
[0015] Nach dem Gegenstand des Anspruchs 1 besteht das Verfahren darin, dass in einer Presse
ein oder mehrere Presswerkzeuge angeordnet sind, von denen mindestens eines als Präzisionsschneidwerkzeug
ausgebildet ist, welches in Abhängigkeit von der Bewegung des Pressenstößels ein vom
Pressenstößel angetriebenes Werkzeugoberteil aufweist, das mit einem Niederhalter
und einem Schneidstempel ausgerüstet ist und gegen ein Unterwerkzeug arbeitet, dessen
Gegenhalter auf einem Kraftspeicher abgestützt ist, dessen Druckkraft durch einen
Druckspeicher und ein mit dem Druckspeicher verbundenes Rückschlagventil veränderbar
ist.
[0016] Mit der gegebenen technischen Lehre ergibt sich der Vorteil, dass als Kraftspeicher
zur Abstützung des Gegenhalters bevorzugt ein mechanischer Kraftspeicher in der Form
eines Tellerfederpaketes verwendet wird. Dies ist mit dem Vorteil verbunden, dass
auf einen Hydraulikkolben und eine dazu gehörende Hydraulikpumpe, Ölspeicher und andere
hydraulische Antriebs- und Steuerelemente verzichtet werden kann.
[0017] Es wird in einer bevorzugten Ausgestaltung ein mechanisch wirkendes Federpaket (Tellerfederpaket)
als den Gegenhalter abstützendes Element verwendet, dessen Kraftkennlinie durch einen
Druckspeicher und ein mit dem Druckspeicher zusammenwirkendes Rückschlagventil veränderbar
ist.
[0018] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf ein Präzisionsschneidwerkzeug zum Feinschneiden
unter Verwendung einer Ringzacke beschränkt, es können beliebige Schneid- oder Stanzoperationen
(also nicht nur Feinschneidoperationen) auch ohne Verwendung einer Ringzacke durchgeführt
werden.
[0019] Bekannterweise ist das Feinschneiden ein Fertigungsverfahren zum spanlosen Trennen
und, wahlweise, gleichzeitigen Umformen von Metall. Es erlaubt die Fertigung hochpräziser
Teile. Im Gegensatz zum normalen Stanzen wird beim Feinschneiden das Rohmaterial der
Schnittkontur folgend mittels einer sogenannten Ringzacke festgehalten. Erst dann
schneidet ein Stempel mit der gewünschten Form das Metall. In Verbindung mit einem
wesentlich verringerten Schneidspalt (ca. 0,5 % der Blechdicke) erreicht man einen
zylindrischen Schnittanteil von bis zu 100 % der Blechdicke. Wahlweise können in weiteren
Schritten innerhalb des gleichen Arbeitsganges Umformungen oder Prägungen am Metall
vorgenommen werden. Deshalb wird immer mehr von Feinschneiden / Umformen gesprochen.
[0020] Hierauf ist die Erfindung nicht beschränkt. Die Erfindung erlaubt ein Präzisionsschneidwerkzeug,
mit dem auch ein einfaches Stanzen von Material mithilfe einer Schneidmatrize durchgeführt
werden kann.
[0021] Ebenso können andere Umformvorgänge mit dem erfindungsgemäßen Präzisionsschneidwerkzeug
durchgeführt werden, sodass sich der Begriff "Präzisionsschneidwerkzeug" nach der
Erfindung in allgemeiner Form auf ein Feinschneiden / Stanzen / Umformen bezieht.
Alle drei Möglichkeiten sind in Kombination untereinander oder in Alleinstellung mit
dem erfindungsgemäßen Präzisionsschneidwerkzeug vorgesehen.
[0022] Durch die Verwendung eines Druckspeichers, der lediglich in der Art eines Kolbens
auf das unterseitige Federpaket wirkt, besteht der Vorteil, dass auf Hydraulikkreisläufe,
eine Hydraulikpumpe, Hydrauliköl oder aufwendige Steuerelemente verzichtet werden
kann. Stattdessen handelt es sich um einen einfachen Druckspeicher, der nicht notwendigerweise
mit einem Hydrauliköl arbeitet. Es sind auch pneumatische Druckspeicher möglich. Demzufolge
kann auf eine aufwendige und reparaturanfällige Hochdruckpumpe verzichtet werden,
weil lediglich ein Druckspeicher vorhanden ist, der entsprechend den Arbeitstakten
der Presse abwechselnd gesteuert gefüllt oder entleert wird, und dann aufgrund der
selbsttätigen Zurückverformung (Entspannung) des Federpaketes in seinen ursprünglichen
Füllzustand übergeführt wird.
[0023] Das erfindungsgemäße Präzisionsschneidwerkzeug ist demnach nicht von den Antriebselementen
der Presse abhängig. Es arbeitet vollkommen autonom, was bedeutet, dass die Presse
selbst nach einem beliebigen Verfahren arbeiten kann. Es kann sich demnach um eine
hydraulische oder um eine mechanische oder um eine servomotorisch angetriebene Presse
oder um anderweitige Antriebskinematiken einer Presse handeln, die bei der vorliegenden
Erfindung keinerlei Rolle spielen, weil die Antriebselemente der Presse völlig unabhängig
von den Antriebselementen des Präzisionsschneidwerkzeuges sind.
[0024] Demnach ergibt sich mit den Merkmalen der Erfindung erstmals der Vorteil, dass das
Präzisionsschneidwerkzeug in beliebige Pressen mit beliebigen Antriebsprinzipien eingesetzt
werden kann, und nicht von der Art der Presse abhängt. Anstatt eines üblichen Werkzeuges
in einer Presse kann demnach als weiteres Werkzeug das autonom arbeitende Präzisionsschneidwerkzeug
nach der Erfindung verwendet werden. Es kann modulartig mit anderen Werkzeugen in
den Pressenraum eingebaut werden, ohne auf die Kinematik und den Antrieb der Presse
selbst angewiesen zu sein.
[0025] Wichtig bei der Erfindung ist demnach, dass dem Gegenhalter des Unterwerkzeuges ein
bevorzugt mechanisches Tellerfederpaket zugeordnet ist, das über einen Druckraum mit
einem Rückhaltemodul in Verbindung steht. Das Rückhaltemodul besteht bevorzugt aus
einem wiederaufladbaren Druckspeicher in Verbindung mit einem im Strömungsweg angeordneten
Rückschlagventil, dessen Öffnungs- und Schließzustand in Abhängigkeit vom Pressenhub
gesteuert wird.
[0026] Ein solches Rückhaltemodul bestehend aus dem Druckspeicher und dem steuerbaren Rückschlagventil
kann im Pressenwerkzeug selbst oder in einer beliebigen Entfernung vom Präzisionsschneidwerkzeug
- auch außerhalb der Presse - angeordnet sein. Beim Druckspeicher handelt es sich
um ein Druckgefäß, welches mit einem Druckmedium, wie zum Beispiel Luft, Gas oder
einem Hydraulikmedium (Wasser oder Öl), gefüllt ist und das einen Druck von etwa 100
bis 250 bar beherrschen sollte.
[0027] Wichtig bei diesem Druckmodul ist, dass die Druckkraft des dort gespeicherten Druckmediums
ausreicht, der Federkraft des Federpaketes entgegenzuwirken, um dieses in einer bestimmten
Verfahrensstellung des Präzisionsschneidwerkzeuges zurückzuhalten.
[0028] Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus dem
Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen
Patentansprüche untereinander.
[0029] Alle in den Unterlagen, einschließlich der Zusammenfassung offenbarten Angaben und
Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung, werden
als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber
dem Stand der Technik neu sind.
[0030] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden
Zeichnungen näher erläutert. Hierbei gehen aus den Zeichnungen und ihrer Beschreibung
weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der Erfindung hervor.
[0031] Es zeigen:
Figur 1: schematisiert dargestellte Presse mit einer Anzahl von Pressenwerkzeugen
Figur 2: das Präzisionsschneidwerkzeug nach Figur 1 in einer vergrößerten Darstellung
Figur 3: die Stellung 0 des Schneidwerkzeuges
Figur 4: die Stellung 1 des Schneidwerkzeuges
Figur 5: die Stellung 2 des Schneidwerkzeuges
Figur 6: die Stellung 3 des Schneidwerkzeuges
Figur 7: die Stellung 4 des Schneidwerkzeuges
Figur 8: die Stellung 5 des Schneidwerkzeuges
Figur 9: die Stellung 6 des Schneidwerkzeuges
[0032] In Figur 1 ist allgemein dargestellt, dass eine Presse 1 beliebiger Art ein Pressengestell
2 aufweist, in dessen Pressenöffnung 3 ein Pressenstößel 4 über beliebige Antriebselemente
5 in den Pfeilrichtungen 6 bewegbar angeordnet ist.
[0033] Als Beispiel sind in der Öffnung des Pressengestells 2 eine Anzahl von Pressenwerkzeugen
angeordnet; die Art und Anzahl der Pressenwerkzeuge ist beliebig. Es kann lediglich
ein einziges Pressenwerkzeug, aber auch eine Vielzahl von Pressenwerkzeugen in der
Öffnung 3 des Pressengestells 2 angeordnet sein.
[0034] Als Beispiel ist im vorliegenden Fall angegeben, dass das erste Pressenwerkzeug aus
einem Werkzeugoberteil 8 mit einem dazugehörenden Werkzeugunterteil 12 besteht.
[0035] Das Werkzeugunterteil 12 ist jeweils auf der Oberseite des Pressentisches 7 befestigt.
Das zweite Pressenwerkzeug besteht aus dem Werkzeugoberteil 9 und dem Werkzeugunterteil
13, das dritte Pressenwerkzeug besteht aus dem Werkzeugoberteil 10 und dem Werkzeugunterteil
14. In der Zeichnung nach Figur 1 ist die Durchlaufrichtung des in der Presse 1 in
Folgeschritten zu bearbeitenden Werkstückes dargestellt. Es wird zunächst im Werkzeug
8, 12 bearbeitet, gelangt dann mit dem nächsten Arbeitstakt in das Werkzeug 9, 13
und mit dem dritten Arbeitstakt in das Werkzeug 10, 14.
[0036] Wichtig bei der Erfindung ist, dass als ein weiteres Werkzeug - entweder in Alleinstellung
oder in Kombination mit anderen Werkzeugen - ein erfindungsgemäßes Präzisionsschneidwerkzeug
17 im Pressengestell 2 angeordnet ist. Es besteht aus einem Werkzeugoberteil 11 und
einem auf dem Pressentisch 7 angeordneten Werkzeugunterteil 15. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
ist das Präzisionsschneidwerkzeug 17 am Schluss der Bearbeitungskette, auf der rechten
Seite des Pressengestells 2, angeordnet.
[0037] Hierauf ist die Erfindung nicht beschränkt. Das Präzisionsschneidwerkzeug 17 kann
in Alleinstellung in einer Presse 1 eingebaut sein oder in einer beliebigen Reihenfolge
sich mit den Pressenwerkzeugen 8, 12; 9, 13; 10, 14 abwechseln. Es können auch mehr
als ein Präzisionsschneidwerkzeug 17 angeordnet sein.
[0038] Wesentlich bei der Erfindung ist nun, dass das Werkzeugunterteil 15 des Präzisionsschneidwerkzeuges
17 aktiv arbeitet, das heißt, es hat ein aktives Rückhaltemodul 34, das in der Lage
ist, den Gegenhalter 24 (siehe Figur 2) in einer bestimmten Pressenstellung zurückzuhalten,
um ein Auswerfen des Abfalls 23 zu ermöglichen.
[0039] Dies wird anhand der Figur 2 näher erläutert.
[0040] Figur 2 zeigt, dass im Werkzeugoberteil 11 ein oder mehrere Aufnahmen für ein Federpaket
18 angeordnet sind. Bei dem jeweiligen Federpaket handelt es sich bevorzugt um Tellerfedern.
Statt derartiger Tellerfedern können auch andere Kraftspeicher verwendet werden, wie
zum Beispiel Hydraulikelemente, mechanische Federn, wie zum Beispiel Schraubendruckfedern,
Spiral- oder Keilfedern oder dergleichen.
[0041] Die Federpakete 18 wirken über zugeordnete Druckelemente auf einen Niederhalter 20.
Direkt mit dem Werkzeugoberteil 11 ist ein Schneidstempel 19 verbunden.
[0042] Der Schneidstempel 19 wirkt mit seinen Schneidkanten auf eine am Werkzeugunterteil
15 befestigte Schneidmatrize 22. Dazwischen ist ein Werkstück 21 angeordnet, das ein
mittiges Abfallstück ausbildet, das nach erfolgtem Ausschneiden des Werkstückes 21
als Abfall 23 gesteuert aus dem Pressenraum entfernt werden soll.
[0043] Im Werkzeugunterteil 15 ist ein Gegenhalter 24 angeordnet, der einen Hydraulikkolben
25 an seiner Unterseite trägt, der mit einer Druckplatte 29 in einen Hydraulikzylinder
eingreift. Oberhalb der Druckplatte 29 ist ein Druckraum 32 ausgebildet, der unter
dem Druck eines Druckspeichers 28 steht, wobei ein steuerbares Rückschlagventil 27
flüssigkeits- oder luftleitend mit dem Druckraum 32 verbunden ist.
[0044] Des Weiteren können auch Werkzeugober- und Werkzeugunterteil in Ihrer Funktion getauscht
sein, was ein Schneiden nach oben mit Auswurf nach unten bedeuten würde. Ebenso kann
der in mit 23 bezeichnete Abfall das Werkstück und 21 den Abfall je nach Bauteilausbildung
darstellen.
[0045] Die Druckplatte 29 ist an der Unterseite durch einen Kraftspeicher abgestützt, der
im bevorzugten Ausführungsbeispiel als Tellerfederpaket 26 ausgebildet ist. Hierauf
ist die Erfindung nicht beschränkt.
[0046] Statt einem Tellerfederpaket können sämtliche anderen hydraulischen, pneumatischen
oder mechanischen Kraftspeicher verwendet werden. Es wird jedoch die Verwendung eines
Federpaketes 26 bevorzugt, weil keinerlei hydraulischen Antriebselemente, Hochdruckpumpen
oder dergleichen verwendet werden müssen. Das führt dazu, dass das Werkzeugunterteil
15 mithilfe des aus dem Druckspeicher 28 und dem Rückschlagventil 27 gebildeten Rückhaltemodul
34 aktiv arbeitet und nicht vom Pressenhub der Presse 1 abhängig ist.
[0047] In den Figuren 3 bis 9 ist ein vollständiger Arbeitsablauf beim Betrieb des Präzisionsschneidwerkzeuges
17 dargestellt.
[0048] In der Figur 3 ist die Stellung 0 gezeigt. Der Pressenstößel 4 befindet sich in seinem
OT und der Pressenraum ist geöffnet. Das Werkstück 21 liegt frei auf dem Werkzeugunterteil
15, und das Rückhaltemodul 34 ist geschlossen, was bedeutet, dass der Druckspeicher
28 gefüllt ist und unter Druck steht, wobei das Rückschlagventil 27 geschlossen ist.
Dies wird durch die durchgezogene Linie mit dem Schließzustand 30 dargestellt.
[0049] In der Stellung 1 nach Figur 4 fährt der Pressestößel 4 in Pfeilrichtung 6 nach unten
und schließt den Pressenraum. Dadurch setzt der Niederhalter 20 auf dem Werkstück
21 auf, und der Schneidstempel 19 liegt auf der Oberseite des Werkstückes 21 auf.
[0050] In dieser Stellung ist der Druckspeicher im Rückhaltemodul 34 geschlossen. In der
Stellung 2 fährt der Pressenstößel 4 nach Figur 5 weiter in Pfeilrichtung 6 nach unten,
wodurch der Schneidstempel 19 das Werkstück 21 durchtrennt und ein mittiges Abfallstück
23 ausbildet. Das Federpaket 18 wird dadurch vorgespannt. Der Niederhalter 20 klemmt
unter der Krafteinwirkung der Federpakete 18 das Werkstück 21 ein, bevor der Schneidstempel
19 die Schneidoperation am Werkstück 21 durchführt.
[0051] Mit dem nach unten fahrenden Gegenhalter 24 wird auch gleichzeitig der Hydraulikkolben
25 mit seiner Druckplatte 29 in den Hydraulikzylinder im Werkzeugunterteil 15 gefahren,
wodurch der Druckraum 32 expandiert, und somit das Druckmedium bei automatisch in
diesem Schließzustand offenem Rückschlagventil 27 aus dem Druckspeicher 28 ansaugt.
[0052] In der Stellung 3 nach Figur 6 ist der durchgeschnittene Zustand des Werkstücks dargestellt.
Der Abfall 23 liegt auf dem Gegenhalter 24 und der untere Totpunkt der Presse ist
damit erreicht. In diesem Zustand ist der maximale Füllzustand des Druckraumes 32
erreicht, und somit ist der Druckspeicher 28 maximal entleert. Das Rückschlagventil
27 geht in seinen Schließzustand 30. Dieser ist gegensätzlich zu dem in Figur 5 dargestellten
Offenzustand 31.
[0053] Bei dem Zurückfahren des Pressenstößels 4 in Pfeilrichtung 6' bleibt das Rückschlagventil
27 im Schließzustand 30; der Niederhalter 20 wird entlastet und der Schneidstempel
19 bewegt sich vom Abfall 23 weg. Dadurch entsteht eine Freistellung 33 im Bereich
des nun ausgeschnittenen Werkstückes 21.
[0054] In der Stellung 5 fährt der Pressenstößel 4 weiter in Pfeilrichtung 6' nach oben,
wodurch der Pressenraum vergrößert wird. Der Niederhalter 20 hat keinen Kontakt mehr
mit dem ausgeschnittenen Werkstück und dem ausgeschnittenen Abfall 23. Das Rückschlagventil
27 bleibt in seinem Schließzustand 30 geschlossen, und das fertig ausgeschnittene
Werkstück 21 wird in Pfeilrichtung 35 entfernt.
[0055] In der Stellung 6 nach Figur 9 bleibt der ausgeschnittene Abfall 23 auf der Oberseite
des Gegenhalters 24 liegen, der Pressenstößel 4 hat seinen oberen Totpunkt (OT) erreicht,
das Rückschlagventil 27 geht in seinen Offenzustand 36, der entgegengesetzt dem Flüssigkeitsfluss
nach Figur 5 ist; der Druckraum 32 wird nun durch die Federkraft des Federpaketes
26 langsam entleert; somit fließt das Öl im Offenzustand 36 zurück durch das offene
Rückschlagventil 27 in den Druckspeicher 28 zurück.
[0056] Dies hat zur Folge, dass der Gegenhalter 24 in seiner Ursprungsposition nach Stellung
0 gemäß Figur 3 hochfährt, und der Abfall 23 über der Schnittoberfläche liegt und
problemlos entnommen werden kann.
[0057] Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens und der das Verfahren ausübenden Vorrichtung
ist, dass die Werkzeugtechnologie des Präzisionsschneidwerkzeuges in eine beliebige
Pressenbauart untergebracht werden kann, ohne dass sie von den Pressenantriebselementen
selbst beaufschlagt oder abhängig sind. Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht
einen Glattschnittanteil von über 70% der vertikalen Schnittfläche, während beim normalen
Schneiden bekanntermaßen ein Glattschnittanteil von ca. 30% und 70 Bruchfläche in
der Schnittfläche realisierbar ist.
[0058] Die dargestellte Konstruktion des Präzisionsschneidwerkzeuges ist im Vergleich zu
den üblichen, hydraulisch angetriebenen Präzisionsschneidwerkzeugen preiswerter, und
es können sehr hohe Hubzahlen mit über 80 Hüben pro Minute erreicht werden, was mit
hydraulisch angetriebenen Präzisionsschneidwerkzeugen nur mit wesentlich höherem Aufwand
und wesentlich höheren Kosten möglich ist.
[0059] Die Erfindung zeichnet sich demnach durch ein Präzisionsschneidwerkzeug aus, das
im Bereich seines Gegenhalters einen Hydraulikkolben aufweist, der mit einem Hydraulikzylinder
zusammenarbeitet, der an seiner einen Seite einen Druckraum für einen Druckspeicher
aufweist, und an seiner gegenüberliegenden Seite einen bevorzugt mechanischen Kraftspeicher
aufweist. Hierbei handelt es sich um ein autarkes Präzisionsschneidwerkzeug, welches
aktiv eine Rückhaltebewegung für den Gegenhalter in einem bestimmten Arbeitstakt durchführt,
ohne dass eine solche Bewegung von den Pressenelementen selbst abhängig ist.
[0060] Die Öffnungs- und Schließbewegung des Rückschlagventils wird von der Bewegung des
Pressenstößels 4 gesteuert. Hierzu können beliebige Steuerelemente verwendet werden,
wie zum Beispiel mechanische oder elektronische Wegmesselemente und dazugehörende
Regeleinrichtungen sowie eine elektronische Kopplung mit der Pressensteuerung, die
ebenfalls die Position des Pressenstößels auswertet. Das gesamte Präzisionsschneidwerkzeug
ist aufgrund seiner Minderzahl von bewegten Teilen wartungsarm, insbesondere weil
auf hydraulisch angetriebene Elemente verzichtet werden kann.
Zeichnungslegende
[0061]
- 1
- Presse
- 2
- Pressengestell
- 3
- Öffnung
- 4
- Pressenstößel
- 5
- Antriebselement
- 6
- Pfeilrichtung 6'
- 7
- Pressentisch
- 8
- Werkzeugoberteil
- 9
- Werkzeugoberteil
- 10
- Werkzeugoberteil
- 11
- Werkzeugoberteil
- 12
- Werkzeugunterteil
- 13
- Werkzeugunterteil
- 14
- Werkzeugunterteil
- 15
- Werkzeugunterteil
- 16
- Hinweispfeil
- 17
- Präzisionsschneidwerkzeug (aktiv)
- 18
- Federpaket
- 19
- Schneidstempel
- 20
- Niederhalter
- 21
- Werkstück
- 22
- Schneidmatrize
- 23
- Abfall
- 24
- Gegenhalter
- 25
- Hydraulikkolben
- 26
- Federpaket
- 27
- Rückschlagventil
- 28
- Druckspeicher
- 29
- Druckplatte
- 30
- Schließzustand
- 31
- Offenzustand
- 32
- Druckraum
- 33
- Freistellung
- 34
- Rückhaltemodul
- 35
- Pfeilrichtung
- 36
- Offenzustand
1. Verfahren zum Präzisionsschneiden von Werkstücken mit einer Presse (1), die aus einem
Pressengestell (2) besteht, in dessen Pressenöffnung (3) ein Pressenstößel (4) bewegbar
angetrieben ist, der gegen einen Pressentisch (7) arbeitet, wobei mindestens eines
der Pressenwerkzeug (8, 12; 9, 13; 10, 14; 11, 15; 17) als Schneidwerkzeug ausgebildet
ist, das mindestens aus einem Schneidstempel (19), einem Niederhalter (20), einer
Schneidmatrize (22) und einem Gegenhalter (24) besteht, wobei das Schneidwerkzeug
als Präzisionsschneidwerkzeug (17) arbeitet, dessen Werkzeugunterteil (15) aus einem
gesteuerten Rückhaltemodul (34) besteht, das den Gegenhalter (24) in einer bestimmten
Pressenstößelstellung zurück hält, um ein Auswerfen des Abfalls (23) zu ermöglichen
dadurch gekennzeichnet, dass der im Werkzeugunterteil (15) angeordnete Gegenhalter (24) auf einem Kraftspeicher
(25, 26, 29, 32) abgestützt ist, dessen Druckkraft durch einen Druckspeicher (28)
und ein mit dem Druckspeicher (28) verbundenes Rückschlagventil (27) veränderbar ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Präzisionsschneidwerkzeug (17) eine Rückhaltebewegung für den Gegenhalter (24)
in einem bestimmten Arbeitstakt durchführt, ohne dass eine solche Bewegung von den
Pressenelementen oder Werkzeugexternen aktiven Vorrichtungen (z. B. Hydraulikaggregat)
selbst abhängig ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein mechanisch wirkendes Tellerfederpaket oder andere mechanische Kraftspeicher (26)
als den Gegenhalter (24) abstützendes Element verwendet wird, dessen Kraftkennlinie
durch den Druckspeicher (28) und ein mit dem Druckspeicher (28) zusammenwirkendes
Rückschlagventil (27) und der Pressenstößelposition veränderbar ist.
4. Presse zum Präzisionsschneiden von Werkstücken mit einem Pressengestell (2), in dessen
Pressenöffnung (3) ein Pressenstößel (4) bewegbar angetrieben ist, der gegen einen
Pressentisch (7) arbeitet, wobei mindestens eines der Pressenwerkzeug (8, 12; 9, 13;
10, 14; 11, 15; 17) als Schneidwerkzeug ausgebildet ist, das aus einem Schneidstempel
(19, einem Niederhalter (20) einer Schneidmatrize (22) und einem Gegenhalter (24)
besteht, dadurch gekennzeichnet, dass das Schneidwerkzeug als Präzisionsschneidwerkzeug (17) arbeitet, und dass der im
Werkzeugunterteil (15) angeordnete Gegenhalter (24) auf einem Kraftspeicher (25, 26,
29, 32) abgestützt ist, dessen Druckkraft durch einen Druckspeicher (28) und ein mit
dem Druckspeicher (28) verbundenes Rückschlagventil (27) veränderbar ist.
5. Presse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftspeicher als Federpaket (26) ausgebildet ist.
6. Presse nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenhalter (24) mit einer Kolben-Zylindereinheit (25, 29, 32) auf den Kraftspeicher
wirkt.
7. Presse nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Öffnungs- und Schließzustand des Rückschlagventils (27) in Abhängigkeit vom Pressenhub
bzw. Pressenstößeistellung gesteuert ist.
8. Presse nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenhalter (24) im Werkzeug an seiner Unterseite einen Hydraulikkolben (25)
trägt, der mit einer Druckplatte (29) in einen Hydraulikzylinder eingreift, wobei
oberhalb der Druckplatte (29) ein Druckraum (32) ausgebildet ist, der unter dem Druck
des Druckspeichers (28) steht, wobei das steuerbare Rückschlagventil (27) flüssigkeits-
oder luftleitend mit dem Druckraum (32) verbunden ist.
9. Präzisionsschneidwerkzeug (17) geeignet zum Einbau in einem Pressengestell (2), in
dessen Pressenöffnung (3) ein Pressenstößel (4) bewegbar angetrieben ist, der gegen
einen Pressentisch (7) arbeitet, das mindestens aus einem Schneidstempel (19, einem
Niederhalter (20) einer Schneidmatrize (22) und einem Gegenhalter (24) besteht, dadurch gekennzeichnet, dass der im Werkzeugunterteil (15) angeordnete Gegenhalter (24) auf einem Kraftspeicher
(25, 26, 29, 32) abgestützt ist, dessen Druckkraft durch einen Druckspeicher (28)
und ein mit dem Druckspeicher (28) verbundenes Rückschlagventil (27) veränderbar ist.
10. Präzisionsschneidwerkzeug (17) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftspeicher ein Federpaket, insbesondere ein Tellerfederpaket ist.