GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Handwerkzeugmaschine für bohrende, meißelnde
oder kombiniert bohrend meißelnde Werkzeuge. Die Handwerkzeugmaschine beinhaltet ein
Schlagwerk, vor dessen Rückschlagen der Anwender durch vibrationsdämpfende Entkopplungen
zwischen dem Schlagwerk und einem Handgriff geschützt ist.
[0002] Bei einer Handwerkzeugmaschine deren Schwerpunkt außerhalb der Arbeitsachse liegt,
ergibt sich mit den längs der Arbeitsachse wirkenden Rückschläge zudem ein Drehmoment
um den Schwerpunkt.
US 8,443,912 und
US 7,987,921 befassen sich mit dieser Problematik und schlagen vor, den Handgriff um den Schwerpunkt
drehbar aufzuhängen, damit das Drehmoment nicht auf den Handgriff einwirken kann.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
[0003] Die erfindungsgemäße Handwerkzeugmaschine hat eine Werkzeugaufnahme zum Aufnehmen
eines meißelnden, bohrenden oder bohrend meißelnden Werkzeugs und ein Schlagwerk.
Das Schlagwerk ist in einem Maschinengehäuse angeordnet. Ein Handgriff ist längs einer
zu der Arbeitsachse geneigten, um wenigstens 70 Grad geneigten oder senkrecht Griffachse
orientiert und mit drei Aufhängungen an dem Maschinengehäuse angelegt. Die erste Aufhängung
ist näher an der Arbeitsachse als die zweite Aufhängung angeordnet. Die dritte Aufhängung
ist gegenüber der ersten Aufhängung und der zweiten Aufhängung längs der Arbeitsachse,
z.B. in Schlagrichtung versetzt angeordnet. Die zweite Aufhängung hat einen längs
der Griffachse verlaufenden Hebelarm. Das erste Ende des Hebelarms ist an einem von
Maschinengehäuse und Handgriff befestigt. Eine Führung ist an dem anderen von Maschinengehäuse
und Handgriff befestigt. Das zweite Ende des Hebelarms ist in der Führung auf eine
zu der Arbeitsachse geneigten oder senkrechten Bahn gezwungen gegen eine Federeinrichtung
auslenkbar.
[0004] Die Anordnung der drei Aufhängungen ist insbesondere für eine Handwerkzeugmaschine
geeignet, deren Schwerpunkt außerhalb der Arbeitsachse liegt. Die erste Aufhängung
kann näher an der Arbeitsachse angeordnet sein als die zweite Aufhängung.
[0005] Die zweite Aufhängung isoliert mittels der Führung die Vibrationsdämpfung entlang
der Griffachse von einer erforderlichen Anbindung längs der Arbeitsachse. Die Federeinrichtung
und der Hebelarm können unabhängig voneinander ausgelegt werden, um die Vibrationsdämpfung
in den einzelnen Richtungen zu optimieren. Eine Ausgestaltung sieht vor, das zweite
Ende des Hebelarms zu weiteren Entkopplung mit einem Drehlager zu versehen. Der Hebelarm
kann als Blattfeder ausgebildet sein, welche geometrisch bedingt eine hohe Steifigkeit
längs der Griffachse und eine geringe Steifigkeit längs der Arbeitsachse aufweist.
[0006] Eine Ausgestaltung sieht vor, dass die dritte Aufhängung ein in einer linearen Führung
parallel zu Arbeitsachse verschiebbares Drehlager aufweist, dessen Drehachse senkrecht
auf einer Ebene aufgespannt von der Arbeitsachse und der Griffachse steht. Die dritte
Aufhängung ermöglicht dem Handgriff sich zum Dämpfen des Rückschlags längs der Arbeitsachse
frei zu bewegen. Das Drehlager verringert die Übertragung des Drehmoments der Handwerkzeugmaschine
um ihren Schwerpunkt. Die Führung ermöglicht nur ein zu der Arbeitsachse paralleles
Verschieben des Maschinengehäuses gegenüber dem Handgriff. Das Drehlager ergänzt den
translatorischen Freiheitsgrad der Führung um einen rotatorischen Freiheitsgrad, die
Drehachse des Drehlagers bleibt jedoch innerhalb der Führung. Andere translatorische
oder rotatorische Bewegungen sind durch die dritte Aufhängung gehemmt.
[0007] Die dritte Aufhängung kann vorteilhaft auf der Höhe des Zwischenschlägers angeordnet
werden. Das Schlagwerk hat auf der Arbeitsachse in Schlagrichtung aufeinanderfolgend
angeordnet einen Schläger und einen Zwischenschläger. Der Zwischenschläger liegt zwischen
Schläger und Werkzeug. Der Zwischenschläger liegt von dem Handgriff aus betrachtet
längs der Arbeitsachse typischerweise deutlich hinter dem Schwerpunkt. Mit der Anordnung
der dritten Aufhängung außerhalb des Schwerpunkts können für schwere, handgehaltene
Bohr- und Meißelhammer von z.B. 10 kg Vibrationen stärker reduziert werden als bei
einer Aufhängung an dem Schwerpunkt.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0008] Die nachfolgende Beschreibung erläutert die Erfindung anhand von exemplarischen Ausführungsformen
und Figuren. In den Figuren zeigen:
Fig. 1 einen Meißelhammer
Fig. 2 eine Aufhängung
Fig. 3 eine Aufhängung
[0009] Gleiche oder funktionsgleiche Elemente werden durch gleiche Bezugszeichen in den
Figuren indiziert, soweit nicht anders angegeben.
AUSFÜHRUNGSFORMEN DER ERFINDUNG
[0010] Fig. 1 zeigt als Beispiel einer meißelnden Handwerkzeugmaschine schematisch einen
Meißelhammer
1. Der Meißelhammer
1 hat eine Werkzeugaufnahme
2, in welche ein Schaftende
3 eines Werkzeug, z.B. eines des Meißels
4, eingesetzt werden kann. Einen primären Antrieb des Meißelhammers
1 bildet ein Motor
5, welcher ein Schlagwerk
6 und optional eine Abtriebswelle antreibt. Ein Anwender kann den Meißelhammer
1 mittels eines Handgriffs
7 führen und mittels eines Systemschalters
8 den Meißelhammer
1 in Betrieb nehmen. Ein Zusatzgriff
9 ist um oder nahe der Werkzeugaufnahme
2 angeordnet. Im Betrieb schlägt der Meißelhammer
1 den Meißel
4 kontinuierlich in Schlagrichtung
10 längs der Arbeitsachse
11 in einen Untergrund. Die Werkzeugaufnahme
2 kann zusätzlich von dem Motor
5 um die Arbeitsachse
11 drehend angetrieben sein.
[0011] Das Schlagwerk
6 ist beispielsweise ein pneumatisches Schlagwerk
6. Ein Erreger
12 und ein Schläger
13 sind in dem Schlagwerk
6 längs der Arbeitsachse
11 in einem Führungsrohr
14 beweglich geführt. Der Erreger
12 ist über einen Exzenter
15 oder einen Taumelfinger an den Motor
5 angekoppelt und zu einer periodischen, linearen Bewegung gezwungen. Eine Luftfeder
gebildet durch eine pneumatische Kammer
16 zwischen Erreger
12 und Schläger
13 koppelt eine Bewegung des Schlägers
13 an die Bewegung des Erregers
12 an. Der Schläger
13 überträgt mittelbar über einen im Wesentlichen während des Betriebs ruhenden Zwischenschläger
17 einen Teil seines Impuls auf den Bohrmeißel
4.
[0012] Der Motor
5, das Schlagwerk
6 und weitere Antriebskomponenten des Meißelhammers
1 sind in einem zusammenhängenden, einteiligen oder mehrteiligen Maschinengehäuse
18 angeordnet. Ein Schwerpunkt
19 des Maschinengehäuses
18 mit den Antriebskomponenten
5, 6 liegt aufgrund der außeraxialen Anordnung des Motors
5 außerhalb der Arbeitsachse
11 auf der Seite des Motors
5. Eine Motorachse
20 liegt außerhalb der Arbeitsachse
11, die beiden Achsen
11, 20 spannen einen Ebene, nachfolgend Hauptebene, auf. Die beiden Achsen
11, 20 können zueinander geneigt, z.B. senkrecht sein.
[0013] Der Handgriff
7 hat eine zu greifende Griffstange
21, deren Achse
22 (Griffachse) weitgehend senkrecht zu der Arbeitsachse
11 ist. Die Griffachse
22 liegt vorzugsweise in der Hauptebene mit der Arbeitsachse
11 und der Motorachse
20. Die Griffstange
21 ist in Schlagrichtung
10 vor dem Schlagwerk
6 angeordnet. Die Arbeitsachse
11 verläuft durch die Griffstange
21, so dass der Anwender eine Anpresskraft auf der Arbeitsachse
11 in den Meißelhammer
1 folglich in den Meißel
4 einleiten kann. Die Griffstange
21 kann bezogen auf die Arbeitsachse
11 asymmetrisch angeordnet sein. Eine Mitte der Griffstange
21 ist längs der Griffachse
22 von der Arbeitsachse
11 in Richtung zu dem Schwerpunkt
19 verschoben. Beispielsweise kann die Mitte längs der Griffachse
22 auf der Höhe des Schwerpunkts
19 liegen. Die Griffstange
21 kann eine an die Handfläche angepasste ergonomische Oberfläche aufweisen.
[0014] Der beispielhafte Handgriff
7 hat eine Gehäuseschale
23. Die Gehäuseschale
23 umschließt das gesamte Maschinengehäuse
18, abgesehen von einer Öffnung für die Werkzeugaufnahme
2 und ggf. von kleineren Durchbrüchen für Bedienelemente und Belüftungsöffnungen.
[0015] Der Handgriff
7 ist mit drei Aufhängungen
24, 25, 26 an dem Maschinengehäuse
18 befestigt. Die drei Aufhängungen
24, 25, 26 ermöglichen ein Führen des Maschinengehäuses
18 mittels des Handgriffs
7. Die Aufhängungen
24, 25, 26 vermitteln die Bewegungen in der Hauptebene von dem Maschinengehäuse
18 an den Handgriff
7, und vice versa. Eine Bewegung senkrecht zu der Hauptebene ist vorzugsweise durch
eine der Aufhängungen
24, 25, 26 oder zu der Hauptebene parallel verlaufende, einander berührende Flächen von Maschinengehäuse
18 und Handgriff
7 gehemmt.
[0016] Die erste Aufhängung
24 ist nahe der Arbeitsachse
11 angeordnet. Bei der beispielhaften Ausführung ist die erste Aufhängung
24 auf der von dem Schwerpunkt
19 abgewandten Seite der Arbeitsachse
11. Die erste Aufhängung
24 ist vorzugsweise in Schlagrichtung
10 vor dem Maschinengehäuse
18 angeordnet. Die erste Aufhängung
24 hat vorzugsweise eine reine Kraftkopplung, zumindest in den zu der Hauptebene parallelen
Ebenen.
[0017] Der Handgriff
7 ist in der ersten Aufhängung
24 längs der Arbeitsachse
11 gegenüber dem Maschinengehäuse
18 beweglich. Anschläge
27, 28 in und entgegen der Schlagrichtung
10 begrenzen die Bewegung auf eine Hubhöhe
29. Der Handgriff
7 kann sich ferner längs der Griffachse
22 in der ersten Aufhängung
24 gegenüber dem Maschinengehäuse
18 bewegen.
[0018] Die erste Aufhängung
24 beinhaltet ein Federelement
30, das eine Anpresskraft parallel zu der Arbeitsachse
11 zwischen dem Handgriff
7 und dem Maschinengehäuse
18 vermittelt. Beispielsweise kann eine Schraubenfeder parallel zu der Arbeitsachse
11 orientiert zwischen dem Maschinengehäuse
18 und dem Handgriff
7 eingespannt sein. Die Schraubenfeder ist zum Übermitteln der hohen Anpresskraft bevorzugt.
Das Federelement
30 kann aus mehreren parallel orientierten Schraubenfedern zusammengesetzt sein. Die
beispielhafte Schraubenfeder ist an einem Ende längs der Griffachse
22 fixiert, hier das sich längs der Arbeitsachse
11 an dem Maschinengehäuse
18 abstützende Ende. Das andere Ende, hier das sich an dem Handgriff
7 abstützende Ende, kann längs der Griffachse
22 gleiten Alternativ kann die Schraubenfeder an beiden Enden fixiert sein, hierbei
sollte die Quersteifigkeit aufgrund der gewählten Federgeometrie gegenüber der Längssteifigkeit
der Schraubenfeder gering gewählt sein.
[0019] Das Federelement
30 und die erste Aufhängung
24 können vorzugsweise nur eine geringe Kraft längs der Griffachse
22 verglichen zu einer Kraft längs der Arbeitsachse
11 vermitteln. Die Federsteifigkeit der beispielhaften Schraubenfeder quer zu der Arbeitsachse
11 ist um wenigstens eine Größenordnung geringer als ihre Federsteifigkeit längs der
Arbeitsachse
11.
[0020] Das Federelement
30 kann mit einer Vorspannung längs der Arbeitsachse
11 derart versehen sein, dass der Handgriff
7 entgegen der Schlagrichtung
10 von dem Maschinengehäuse
18 wegdrückt ist.
[0021] Die zweite Aufhängung
25 ist längs der Griffachse
22 gegenüber der ersten Aufhängung
24 versetzt angeordnet. Bei der bevorzugten Ausführung ist die zweite Aufhängung
25 auf der von dem Schwerpunkt
19 zugewandten Seite der Arbeitsachse
11. Die zweite Aufhängung
25 hat vorzugsweise eine reine Kraftkopplung, zumindest in den zu der Hauptebene parallelen
Ebenen.
[0022] Die zweite Aufhängung
25 vermittelt eine querverlaufende Kraft senkrecht zu der Arbeitsachse
11 zwischen dem Handgriff
7 und dem Maschinengehäuse
18. Die zweite Aufhängung
25 kann eine Kraft parallel zu der Arbeitsachse
11 zwischen dem Maschinengehäuse
18 und dem Handgriff
7 ausüben und vermitteln. Die zweite Aufhängung
25 ist vorzugsweise in Schlagrichtung
10 vor dem Maschinengehäuse
18 angeordnet.
[0023] Die zweite Aufhängung
25 beinhaltet einen Hebelarm
31, dessen erstes Ende
32 an dem Handgriff
7 starr befestigt ist und dessen zweites Ende
33 in einer Führung
34 längs einer Bahn beweglich aufgehängt ist. Die Führung
34 ist an dem Maschinengehäuse
18 befestigt. Die zweite Aufhängung
25 kann ebenfalls mit der Führung
34 an dem Handgriff
7 und dem ersten Ende
31 des Hebelarms
31 an dem Maschinengehäuse
18 befestigt werden.
[0024] Der Hebelarm
31 ist im Wesentlichen längs der Griffachse
22 orientiert. Der Hebelarm
31 ist z.B. zwischen 70 Grad und 90 Grad gegenüber der Arbeitsachse
11 geneigt. Das an dem Handgriff
7 befestigte, hier erste Ende
32, ist näher an der Arbeitsachse
11 angeordnet als das zweite Ende
33. Der Hebelarm
31 ist vorzugsweise als Blattfeder ausgebildet. Der Hebelarm
31 ist nahezu steif in einer Richtung parallel zu der Griffachse
22, also unter Druck- und Zugbelastung. Hingegen ist der Hebelarm
31 elastisch nachgiebig parallel zu der Arbeitsachse
11, also bei einer biegenden Belastung.
[0025] Die Bahn
36 der Führung
34 ist beispielsweise geradlinig und gegenüber der Arbeitsachse
11 geneigt. Vorzugsweise liegt die Neigung der Führung
34 gegenüber der Achse
22 zwischen 45 Grad und 90 Grad, beispielsweise zwischen 70 Grad und 90 Grad. Bei längs
der Bahn
36 verlaufenden relativen Bewegungen des Maschinengehäuses
18 gegenüber dem Handgriff
7 kann das geführte Ende
33 des Hebelarms
31 gezwungen auf die Bahn
36 diesen Bewegungen folgen. Die Bahn kann wie dargestellt geradlinig sein. Eine gekrümmte
Bahn
36 kann vorteilhaft sein, um bei Federbewegungen durch die Vorschubkraft und durch die
dynamischen Einfederungen den rechten Winkel zwischen der Arbeitsachse
3 und der Griffachse
22 möglichst zu erhalten. Beispielsweise hat die Führung
34 einen Schlitten
37, dessen Außenabmessung senkrecht zu der Bahn
36 gleich der Innenabmessung
38 der Führung
34 ist. Das aufgehängte Ende
33 kann in der Führung
34 um eine durch das Ende
33 verlaufende, zu der Hauptebene senkrechte Drehachse
39 verschwenkbar aufgehängt sein. Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführung ist der
Schlitten
37 mit einem Drehlager
40 versehen, an dem das Ende
33 drehbar aufgehängt ist.
[0026] Die zweite Aufhängung
25 kann eine Federeinrichtung
41 beinhalten, welche eine rücktreibende Kraft gegen eine Auslenkung des geführten Endes
33 aus einer Grundstellung bewirkt. Damit wird die Auslenkung des Schlittens
37 gegenüber der Führung
34 bei hohen Kräften entlang der Griffachse
22 gering gehalten und damit die Führungseigenschaften des Bohr- oder Meißelhammers
verbessert. Die Federeinrichtung
41 kann beispielsweise Federn aus einem Elastomer
42, Schaumstoff, Blattfedern oder Schraubenfedern enthalten. Der Einsatz progressiver
Federelemente bietet den Vorteil, dass bei hohen Kräften entlang der Griffachse
22 die Funktion auch bei geringem Spaltmaß zwischen Gehäuseschale
23 und Maschinegehäuse
18 erfüllt wird. Die Federeinrichtung
41 kann wie dargestellt räumlich in der Führung
34 angeordnet, oder außerhalb der Führung
34 angeordnet sein.
[0027] Aufgrund der Führung
34 ist die Federeinrichtung
41 nur längs der Bahn
36 belastet und kann entsprechend unabhängig ausgelegt sein. Eine auf die zweite Aufhängung
25 wirkende Kraft, z.B. aufgrund eines an dem Schwerpunkt
19 angreifenden Drehmoments, teilt die Führung
34 in eine erste Komponente längs der Bahn
36 und eine zweite Komponente parallel zu der Arbeitsachse
11. Die Federeinrichtung
41 dämpft die erste Komponente, während der Hebelarm
31 im Wesentlichen hierauf keinen Einfluss nimmt. Der Hebelarm
31 kann die zweite Komponente dämpfen. Eine parallel zu der Arbeitsachse
11 wirkende Federkonstante des Hebelarms
31 kann um eine Größenordnung geringer als eine parallel zu der Arbeitsachse
11 wirkende Federkonstante des Federelement
30 der ersten Aufhängung
24 sein. Die zweite Komponente wird daher hauptsächlich über die erste Aufhängung
24 zwischen Maschinengehäuse
18 und Handgriff
7 vermittelt.
[0028] Der Hebelarm
31 kann mit einer Vorspannung versehen sein, welche den Handgriff
7 in Schlagrichtung
10 zu dem Maschinengehäuse
18 zieht. Die Vorspannung des Hebelarms
31 wirkt somit der Vorspannung in der ersten Aufhängung
24 entgegen. Die Vorspannung des Hebelarms
31 ist vorzugsweise aufgehoben, wenn der Anwender die Handwerkzeugmaschine im Betrieb
in Schlagrichtung
10 um zwischen 25 % und 75 % der Hubhöhe
29 andrückt, was im Normalbetrieb der Fall ist. Durch die Vorspannung kann der Spalt
zwischen Gehäuseschale
23 und Maschinegehäuse
18 in Arbeitsrichtung klein gehalten werden, was Bauraum spart.
[0029] Die dritte Aufhängung
26 ist längs der Arbeitsachse
11 auf der Höhe des Zwischenschlägers
17 angeordnet. Der Schwerpunkt
19 des Maschinengehäuses
18 liegt in Schlagrichtung
10 vor der dritten Aufhängung
26, typischerweise um mehr als 20 % der Distanz der ersten Aufhängung
24 zu der dritten Aufhängung
26 entfernt. Vorzugsweise liegt die dritte Aufhängung
26 in einer Ebene mit der Arbeitsachse
11. Die dritte Aufhängung
26 verbindet das Maschinengehäuse
18 über ein in eine lineare Führung
35 eingesetztes Drehlager
43 mit dem Handgriff
7. Eine Drehachse
44 des Drehlagers
43 steht senkrecht auf der Hauptebene, welche von der Arbeitsachse
11 und der Griffachse
22 aufgespannt sind. Die Drehachse
44 ist in Schlagrichtung
10 versetzt zu dem Schwerpunkt
19 des Maschinengehäuses
18. Die lineare Führung
35 verläuft parallel zu der Arbeitsachse
11. Das Maschinengehäuse
18 ist somit parallel zu der Arbeitsachse
11 und um die Drehachse
44 schwenkbar gegenüber dem Handgriff
7 beweglich.
[0030] Die lineare Führung
35 kann beispielsweise durch eine zu der Arbeitsachse
11 parallel verlaufende längliche Nut in dem Maschinengehäuse
18 gebildet sein. Die Nut hat beispielsweise eine Länge von 1 cm bis 2 cm, welche etwa
der Hubhöhe
29 der ersten Aufhängung
24 entspricht. Der Handgriff
7 hat beispielsweise einen zylindrischen Zapfen, welcher in die Nut eingreift. Der
Zapfen kann sich in der Nut um seine die Drehachse
44 bildende Achse drehen. Analog kann der Zapfen an dem Maschinengehäuse
18 und die Nut in dem Handgriff
7 vorgesehen sein.
[0031] Die dritte Aufhängung
26 kann durch einen Ring
45 an dem Handgriff
7 gebildet sein, in welchen das Maschinengehäuse
18 axial beweglich eingesetzt ist (Fig. 3). Die Innenfläche
46 des Rings
45 ist konvex gekrümmt. Das Maschinengehäuse
18 kann in dem Ring
45 hängend gegenüber diesem um die Drehachse
39 verkippen. Die Drehachse
39 verläuft durch die Mitte des Rings
45.
[0032] Die geschlossen Gehäuseschale
23 des Handgriffs
7 kann einen zylindrischen Abschnitt
47 nahe der Werkzeugaufnahme
2 aufweisen. Der Zusatzgriff
9 kann an dem zylindrischen Abschnitt
47 befestigt sein. Der Zusatzgriff
9 ist vorzugsweise ohne Werkzeug von der Gehäuseschale
23 lösbar, beispielsweise um den Zusatzgriff
9 neu gegenüber der Griffachse
22 zu orientieren. Der Zusatzgriff
9 ist mittelbar durch die drei Aufhängungen
24, 25, 26 des Handgriffs
7 an dem Maschinengehäuse
18 vibrationsgedämpft aufgehängt.
1. Handwerkzeugmaschine mit
einer Werkzeugaufnahme (2) zum Aufnehmen eines Werkzeugs (4) auf einer Arbeitsachse
(11),
einem Schlagwerk (6), welches auf der Arbeitsachse (11) einen Schläger (13) aufweist,
der in Schlagrichtung (10) auf das Werkzeug einwirkt,
einem Maschinengehäuse (18), in welchem das Schlagwerk (6) angeordnet ist,
einem Handgriff (7), der längs einer zu der Arbeitsachse (11) geneigte Griffachse
(22) orientiert ist, und der mit drei Aufhängungen (24, 25, 26) an dem Maschinengehäuse
(18) angelegt ist, wobei
die erste Aufhängung (24) näher an der Arbeitsachse (11) als die zweite Aufhängung
(25) angeordnet ist,
die dritte Aufhängung (26) ist gegenüber der ersten Aufhängung (24) und der zweiten
Aufhängung (25) längs der Arbeitsachse (11) versetzt angeordnet,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zweite Aufhängung (25) einen längs der Griffachse (22) verlaufenden Hebelarm (31),
dessen erstes Ende (32) an einem von Maschinengehäuse (18) und Handgriff (7) befestigt
ist, und eine Führung (34), die an dem anderen von Maschinengehäuse (18) und Handgriff
(7) befestigt ist, wobei ein zweites Ende (33) des Hebelarms (31) in der Führung (34)
auf eine zu der Arbeitsachse (11) geneigten oder senkrechten Bahn (36) gezwungen gegen
eine Federeinrichtung (41) auslenkbar ist, aufweist.
2. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebelarm (31) längs der Arbeitsachse (11) elastisch ausgebildet ist.
3. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebelarm (31) aus einer Blattfeder gebildet ist.
4. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebelarm (31) den Handgriff (7) in Schlagrichtung (10) zu dem Maschinengehäuse
(18) ziehend vorgespannt ist.
5. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der zwei Enden (32, 33) des Hebelarms (31) mit einem Drehlager (40)
versehen ist.
6. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Ende (33) des Hebelarms (31) um eine Drehachse (39) schwenkbar ist, welche
senkrecht auf einer von der Arbeitsachse (11) und der Griffachse (22) aufgespannten
Ebene steht.
7. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Aufhängung (24) ein Federelement (30) aufweist, das den Handgriff (7) entgegen
der Schlagrichtung (10) von dem Maschinengehäuse (18) wegdrückend vorgespannt ist.
8. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Aufhängung (26) eine zu der Arbeitsachse (11) parallele lineare Führung
(35) und ein in der linearen Führung (35) angeordnetes Drehlager (43) aufweist, dessen
Drehachse (44) senkrecht auf einer Ebene aufgespannt von der Arbeitsachse (11) und
der Griffachse (22) steht.
9. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitsachse (11) und die Drehachse (44) in einer Ebene liegen.
10. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Aufhängung (26) längs der Arbeitsachse (11) auf der Höhe eines Zwischenschlägers
(17) angeordnet ist.
11. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Ende (33) des Hebelarms (31) sich ein- oder beidseitig an einem Federelement
(38) abstützt
12. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass eines oder beide Federelemente (38) mit einer progressiver Federkennlinie ausgeführt
sind.