[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kontaktelement für Hochspannungs-Gleichstromschalter,
ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Kontaktelements sowie die Verwendung des
Kontaktelements in einem Hochspannungs-Gleichstromschalter.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Kontaktelemente und Verbindungsstellen für Hochspannungs-Gleichstromkreise (100 -
1000 V) sind potentielle Schwachstellen bzgl. Plasmaüberschlägen. Aufgrund der Ausbildung
stationärer elektrischer Felder ist eine Plasmaausbildung bei Gleichströmen kritischer
im Vergleich zu den alternierenden Wechselstromfeldern, die eine Plasmaausbildung
erschweren. Plasmaüberschläge sollten vermieden werden, da diese ein erhebliches Sicherheitsrisiko
darstellen und eine Ursache von Kurzschlüssen sein können, mit der Gefahr eines Totalausfalls
des elektrischen Systems und ggf. eines Brandschadens. Dieses gilt unabhängig von
der jeweiligen Gleichstromquelle (Batterien, Brennstoffzellen oder Wechselstrom-Gleichrichtung).
[0003] Derzeit eingesetzte Kontaktelemente bzw. Verbindungsstellen sind vorwiegend aus Wechselstromkreisen
bekannt. Die bekannten Kontaktmaterialien sind z.B. Silber/Zinnoxid, welche sich für
die Verwendung bei Strömen bis 50A eignen. Hochstromschalter auf der anderen Seite
sind Plasmaschalter, wie diese z.B. in Kraftwerken zum Einsatz kommen. Für Hochspannungs-Gleichstromschalter
werden üblicherweise elektronische Schaltelemente verwendet. Es ist jedoch in solchen
Kreisen erforderlich zusätzlich mechanische oder plasmabasierte Schalter mit kompletter
galvanischer Abtrennung einzusetzen.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Kontaktelement bzw. eine Verbindungsstelle
zur Verfügung zu stellen, das/die in einem Hochspannungs-Gleichstromschalter verwendet
werden kann und im Vergleich zu herkömmlichen Kontaktelementen bzw. Verbindungsstellen
eine geringere Ausbildung von Plasmaüberschlägen erzielt wird, die zu einem geringeren
Sicherheitsrisiko führt. Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein
Verfahren zur Herstellung eines solchen Kontaktelements für Hochspannungs-Gleichstromschalter
zur Verfügung zu stellen. Insbesondere soll dieses Verfahren einen niedrigen Fertigungsaufwand
aufweisen.
Zusammenfassung der Erfindung
[0007] Ein erster Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist dementsprechend ein Kontaktelement
für Hochspannungs-Gleichstromschalter, das Kontaktelement umfassend
- a) eine Matrix aus einem ersten Material ausgewählt aus der Gruppe umfassend Kupfer,
Silber, Palladium, Platin, Wolfram, Molybdän, Rhenium, Nickel, Gold und Legierungen
von diesen, und
- b) eine in der Matrix verteilte Fremdphase aus einem zweiten Material, wobei das zweite
Material Kohlenstoff ist und ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend Fullerene, Kohlenstoff-Nanotubes,
Graphen, Graphit und Gemische von diesen,
wobei das Kontaktelement eine Porosität von ≤ 1.0 Vol.-%, bezogen auf das Gesamtvolumen
des Kontaktelements, aufweist.
[0008] Das erfindungsgemäße Kontaktelement ist zur Verwendung in einem Hochspannungs-Gleichstromschalter
geeignet. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Kontaktelement eine stark reduzierte
Neigung zur Ausbildung von Plasmaüberschlägen bzw. keine Plasmaüberschläge aufweist
und so ein geringes Sicherheitsrisiko bietet.
[0009] Beispielsweise umfasst das Kontaktelement die Matrix in einer Menge von 75.0 bis
99.9 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements, und/oder das Kontaktelement
umfasst die Fremdphase in einer Menge von 0.1 bis 25.0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht
des Kontaktelements.
[0010] Beispielsweise ist die Fremdphase homogen in der Matrix verteilt.
[0011] Beispielsweise umfasst die in der Matrix verteilte Fremdphase Nanopartikel mit einem
Durchmesser in einem Bereich von 100.0 bis 1000.0 nm, bevorzugt in einem Bereich von
100.0 bis 750.0 nm und weiter bevorzugt in einem Bereich von 100.0 bis 500.0 nm.
[0012] Beispielsweise weist das Kontaktelement eine Porosität von ≤ 0.5 Vol.-% und bevorzug
≤ 0.1 Vol.-%, bezogen auf das Gesamtvolumen des Kontaktelements, auf.
[0013] Beispielsweise ist das Kontaktelement ein thermisch gespritztes Kontaktelement.
[0014] Beispielsweise weist das Kontaktelement eine Schichtdicke zwischen 100.0 µm und 5.0
mm, bevorzugt zwischen 200.0 µm und 3.0 mm, weiter bevorzugt zwischen 250.0 µm und
2.0 mm und insbesondere zwischen 300.0 µm und 1.0 mm auf.
[0015] Die vorliegende Erfindung stellt ferner ein Verfahren zur Herstellung eines Kontaktelements
für Hochspannungs-Gleichstromschalter, das Verfahren umfassend
- a) Bereitstellen eines ersten Materials ausgewählt aus der Gruppe umfassend Kupfer,
Silber, Palladium, Platin, Wolfram, Molybdän, Rhenium, Nickel, Gold und Legierungen
von diesen,
- b) Bereitstellen eines zweiten Materials, wobei das zweite Material Kohlenstoff ist
und ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend Fullerene, Kohlenstoff-Nanotubes, Graphen,
Graphit und Gemische von diesen,
- c) Inkontaktbringen des ersten Materials aus Schritt a) mit dem zweiten Material aus
Schritt b) zur Herstellung einer Vorlegierung umfassend das erste Material und das
zweite Material, und
- d) Thermisches Spritzen der in Schritt c) erhaltenen Vorlegierung zur Herstellung
des Kontaktelements umfassend eine Matrix aus dem ersten Material und eine in der
Matrix verteilte Fremdphase aus dem zweiten Material.
[0016] Beispielsweise umfasst das erste Material in Schritt a) Partikel mit einem Durchmesser
in einem Bereich von 5.0 bis 100.0 µm, bevorzugt in einem Bereich von 5.0 bis 50.0
µm und weiter bevorzugt in einem Bereich von 5.0 bis 25.0 µm und/oder das zweite Material
in Schritt b) umfasst Nanopartikel mit einem Durchmesser in einem Bereich von 100.0
bis 1000.0 nm, bevorzugt in einem Bereich von 100.0 bis 750.0 nm und weiter bevorzugt
in einem Bereich von 100.0 bis 500.0 nm.
[0017] Das zweite Material ist Kohlenstoff und ist ausgewählt aus der Gruppe umfassend Fullerene,
Kohlenstoff-Nanotubes, Graphen, Graphit und Gemische von diesen.
[0018] Beispielsweise wird das erste Material in einer Menge von 75.0 bis 99.9 Gew.-%, bezogen
auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements, bereitgestellt wird und/oder das zweite
Material in einer Menge von 0.1 bis 25.0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des
Kontaktelements, bereitgestellt.
[0019] Beispielsweise erfolgt das Inkontaktbringen in Schritt c) durch Vermahlen des ersten
Materials mit dem zweiten Material.
[0020] Beispielsweise erfolgt das thermische Spritzen in Schritt d) durch Kaltgasspritzen
oder Plasmaspritzen oder Flammspritzen.
[0021] Ebenso betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung des Kontaktelements in einem
Hochspannungs-Gleichstromschalter. Beispielsweise in einem elektrischen Leistungsantrieb,
bevorzugt in einem Luftfahrzeug.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
[0022] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kontaktelement für Hochspannungs-Gleichstromschalter,
das Kontaktelement umfassend
- a) eine Matrix aus einem ersten Material ausgewählt aus der Gruppe umfassend Kupfer,
Silber, Palladium, Platin, Wolfram, Molybdän, Rhenium, Nickel, Gold und Legierungen
von diesen, und
- b) eine in der Matrix verteilte Fremdphase aus einem zweiten Material, wobei das zweite
Material Kohlenstoff ist und ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend Fullerene, Kohlenstoff-Nanotubes,
Graphen, Graphit und Gemische von diesen,
wobei das Kontaktelement eine Porosität von ≤ 1.0 Vol.-%, bezogen auf das Gesamtvolumen
des Kontaktelements, aufweist.
[0023] Ein Erfordernis der vorliegenden Erfindung ist demnach, dass das Kontaktelement eine
Matrix aus einem ersten Material ausgewählt aus der Gruppe umfassend Kupfer, Silber,
Palladium, Platin, Wolfram, Molybdän, Rhenium, Nickel, Gold und Legierungen von diesen
umfasst.
[0024] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst, vorzugsweise besteht,
das erste Material aus Molybdän oder Kupfer.
[0025] In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst das erste Material
Silber oder Gold oder Palladium. Beispielsweise umfasst das erste Material Silber
oder Gold, vorzugsweise Silber.
[0026] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht das erste Material aus
Silber oder Gold oder Palladium. Beispielsweise besteht das erste Material aus Silber
oder Gold, vorzugsweise Silber. Eine Matrix aus einem ersten Material umfassend, vorzugsweise
bestehend aus, Silber hat insbesondere den Vorteil, dass ein Kontaktelement umfassend
eine solche Matrix eine hohe elektrische Leitfähigkeit aufweist.
[0027] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst das erste Material eine
Legierung, wobei das Basismetall ausgewählt ist aus einem der oben genannten Elemente.
Dementsprechend umfasst die Legierung vorzugsweise ein erstes Element ausgewählt aus
der Gruppe umfassend Kupfer, Silber, Palladium, Platin, Wolfram, Molybdän, Rhenium,
Nickel und Gold als Basismetall. Weiterhin umfasst die Legierung mindestens ein zweites
Element oder eine zweite Verbindung ausgewählt aus der Gruppe umfassend Palladium,
Wolfram, Wolframcarbid, Carbid, Nickel, Nickelcarbid, Ruthenium, Iridium, SilberKupfer,
SilberNickel, Cobalt, Kupfer, Kohlenstoff, Silber und Gemische von diesen. Hierbei
ist festzuhalten, dass sich das erste Element chemisch von dem zweiten Element oder
der zweiten Verbindung unterscheidet. Beispielsweise, ist das erste Element der Legierung,
d.h. das Basismetall, Silber, ist das zweite Element oder die zweite Verbindung der
Legierung ausgewählt aus der Gruppe umfassend Palladium, Wolfram, Wolframcarbid, Carbid,
Nickel, Nickelcarbid, Ruthenium, Iridium, SilberKupfer, SilberNickel, Cobalt, Kupfer,
Kohlenstoff und Gemische von diesen.
[0028] Ist das zweite Element der Legierung Kohlenstoff, ist der Kohlenstoff vorzugsweise
ausgewählt aus der Gruppe umfassend Fullerene, Kohlenstoff-Nanotubes, Graphen, Graphit
und Gemische von diesen.
[0029] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst die Matrix eine Legierung
wie beispielsweise Ag-Pd, Ag-Cd, AgC, Ag-WC, Ag-WC-C, Ag-Ni, AgNiC, AgCu, Ag-W, Au-Ni,
Au-Co, AuAg, AuAgCu, AuAgNi, Pd-Ag, PdCu, PdRu, Ptlr, PtRu, PtW, W-Cu, Cu-W, Cu-Ag
etc.
[0030] Umfasst das erste Material eine Legierung, umfasst die Legierung das erste Element
vorzugsweise in einer Menge von 50.0 bis 97.0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht
der Legierung. Beispielsweise umfasst die Legierung das erste Element in einer Menge
von 60.0 bis 95.0 Gew.-% oder in einer Menge von 70.0 bis 90.0 Gew.-%, bezogen auf
das Gesamtgewicht der Legierung. Zusätzlich oder alternativ umfasst die Legierung
das zweite Element oder die zweite Verbindung in einer Menge von 3.0 bis 50.0 Gew.-%,
bezogen auf das Gesamtgewicht der Legierung. Beispielsweise umfasst die Legierung
das zweite Element oder die zweite Verbindung in einer Menge von 5.0 bis 40.0 Gew.-%
oder in einer Menge von 10.0 bis 30.0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Legierung.
[0031] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst die Matrix eine Legierung
wie beispielsweise AgNi10, AgNi15, AgNi40, AgCu3, AgCu10, AgCu20, AgCu28, AgPd30,
AgPd50, PdCu15 oder PdCu40.
[0032] Die Menge der Matrix in dem Kontaktelement kann in einem weiten Bereich variieren.
[0033] Insbesondere umfasst das Kontaktelement die Matrix in einer Menge von 75.0 bis 99.9
Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements. Beispielsweise umfasst
das Kontaktelement die Matrix in einer Menge von 75.0 bis 90.0 Gew.-%, bezogen auf
das Gesamtgewicht des Kontaktelements. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
umfasst das Kontaktelement die Matrix in einer Menge von 80.0 bis 90.0 Gew.-%, bezogen
auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements.
[0034] Zusätzlich oder alternativ, umfasst das Kontaktelement die Fremdphase in einer Menge
von 0.1 bis 25.0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements. Beispielsweise
umfasst das Kontaktelement die Fremdphase in einer Menge von 10.0 bis 25.0 Gew.-%,
bezogen auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements. In einer Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung umfasst das Kontaktelement die Fremdphase in einer Menge von 10.0 bis 20.0
Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements.
[0035] Beispielsweise umfasst das Kontaktelement die Matrix in einer Menge von 75.0 bis
99.9 Gew.-% und die Fremdphase in einer Menge von 0.1 bis 25.0 Gew.-%, bezogen auf
das Gesamtgewicht des Kontaktelements. Beispielsweise umfasst das Kontaktelement die
Matrix in einer Menge von 75.0 bis 90.0 Gew.-% und die Fremdphase in einer Menge von
10.0 bis 25.0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements. In einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst das Kontaktelement die Matrix in
einer Menge von 80.0 bis 90.0 Gew.-% und die Fremdphase in einer Menge von 10.0 bis
20.0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements.
[0036] In einer Ausführungsform besteht das Kontaktelement aus der Matrix in einer Menge
von 75.0 bis 99.9 Gew.-% und der Fremdphase in einer Menge von 0.1 bis 25.0 Gew.-%,
bezogen auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements. Beispielsweise besteht das Kontaktelement
aus der Matrix in einer Menge von 75.0 bis 90.0 Gew.-% und der Fremdphase in einer
Menge von 10.0 bis 25.0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements.
In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht das Kontaktelement aus
der Matrix in einer Menge von 80.0 bis 90.0 Gew.-% und der Fremdphase in einer Menge
von 10.0 bis 20.0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements.
[0037] Ein weiteres Erfordenis der vorliegenden Erfindung ist, dass das Kontaktelement eine
in der Matrix verteilte Fremdphase aufweist. Dabei umfasst die Fremdphase ein zweites
Material ausgewählt aus der Gruppe umfassend Kohlenstoff. Die Verwendung von Kohlenstoff
als zweites Material hat den Vorteil, dass das erhaltene Kontaktelement einen hohen
Abbrandschutz aufweist und so eine gleichmäßige Abnutzung der Kontakte gewährleistet
ist.
[0038] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht das zweite Material aus
Kohlenstoff.
[0039] Ist dDas zweite Material ist Kohlenstoff und der Kohlenstoff ist ausgewählt aus der
Gruppe umfassend Fullerene, Kohlenstoff-Nanotubes, Graphen, Graphit und Gemische von
diesen.
[0040] Hierbei ist festzuhalten, dass sich das zweite Material chemisch von dem ersten Material
unterscheidet. Beispielsweise, ist das erste Material Wolfram, ist das zweite Material
ausgewählt aus der Gruppe umfassend Kohlenstoff.
[0041] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst das erste Material des
Kontaktelements Silber und das zweite Material ist ausgewählt aus der Gruppe umfassend
Kohlenstoff. Beispielsweise umfasst das erste Material des Kontaktelements Silber
und das zweite Material umfasst Kohlenstoff. Vorzugsweise besteht das erste Material
des Kontaktelements aus Silber und das zweite Material besteht aus Kohlenstoff.
[0042] Für das Kontaktelement ist es besonders vorteilhaft, wenn die Fremdphase homogen
in der Matrix verteilt ist.
[0043] Beispielsweise umfasst die in der Matrix verteilte Fremdphase Nanopartikel.
[0044] Unter "Nanopartikel" sind gemäß der vorliegenden Erfindung Partikel mit Teilchengrößen
im Nanometer- bis Mikrometerbereich zu verstehen. In einer Ausführungsform umfasst
die in der Matrix verteilte Fremdphase Nanopartikel mit einem Durchmesser in einem
Bereich von 100.0 bis 1000.0 nm. Beispielsweise umfasst die in der Matrix verteilte
Fremdphase Nanopartikel mit einem Durchmesser in einem Bereich von 100.0 bis 750.0
nm oder in einem Bereich von 100.0 bis 500.0 nm. Die Verwendung von Nanopartikeln
hat den Vorteil, dass dies zu einer homogeneren Verteilung der Fremdphase in der Matrix
beiträgt.
[0045] Gemäß der vorliegenden Erfindung weist das Kontaktelement eine Porosität von ≤ 1.0
Vol.-%, bezogen auf das Gesamtvolumen des Kontaktelements, auf. Eine geringe Porosität
ist vorteilhaft, da dies zur Verringerung oder Vermeidung einer Lichtbogenbildung
führt und das erhaltene Kontaktelement einen hohen Abbrandschutz aufweist und so ein
geringeres Sicherheitsrisiko bietet. Des Weiteren kann durch Aufmahlen von Graphit
auf den Matrixwerkstoff eine gleichmäßige Verteilung des Graphits in der Matrix erzielt
werden.
[0046] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist das Kontaktelement eine
Porosität von ≤ 0.5 Vol.-%, bezogen auf das Gesamtvolumen des Kontaktelements, auf.
Beispielsweise weist das Kontaktelement eine Porosität von ≤ 0.1 Vol.-%, bezogen auf
das Gesamtvolumen des Kontaktelements, auf.
[0047] Eine Porosität von ≤ 1.0 Vol.-%, bevorzugt ≤ 0.5 Vol.-% und weiter bevorzugt ≤ 0.1
Vol.-%, bezogen auf das Gesamtvolumen des Kontaktelements, in dem Kontaktelement wird
vorzugsweise erhalten, in dem dieses in einem thermischen Spritzverfahren hergestellt
wird. Demnach ist das erfinderische Kontaktelement vorzugsweise ein thermisch gespritztes
Kontaktelement.
[0048] Die Schichtdicke des Kontaktelements liegt in für diese Elemente typischen Bereichen.
Beispielsweise weist das Kontaktelement eine Schichtdicke zwischen 100.0 µm und 5.0
mm auf. In einer weiteren Ausführungsform weist das Kontaktelement eine Schichtdicke
zwischen 200.0 µm und 3.0 mm, weiter bevorzugt zwischen 250.0 µm und 2.0 mm und insbesondere
zwischen 300.0 µm und 1.0 mm auf.
[0049] Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung eines Kontaktelements
für Hochspannungs-Gleichstromschalter. Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung
eines Kontaktelements für Hochspannungs-Gleichstromschalter wie vorstehend beschrieben,
umfasst mindestens die Schritte:
- a) Bereitstellen eines ersten Materials ausgewählt aus der Gruppe umfassend Kupfer,
Silber, Palladium, Platin, Wolfram, Molybdän, Rhenium, Nickel, Gold und Legierungen
von diesen,
- b) Bereitstellen eines zweiten Materials, wobei das zweite Material Kohlenstoff ist
und ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend Fullerene, Kohlenstoff-Nanotubes, Graphen,
Graphit und Gemische von diesen,
- c) Inkontaktbringen des ersten Materials aus Schritt a) mit dem zweiten Material aus
Schritt b) zur Herstellung einer Vorlegierung umfassend das erste Material und das
zweite Material, und
- d) Thermisches Spritzen der in Schritt c) erhaltenen Vorlegierung zur Herstellung
des Kontaktelements umfassend eine Matrix aus dem ersten Material und eine in der
Matrix verteilte Fremdphase aus dem zweiten Material.
[0050] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht das Verfahren zur Herstellung
eines Kontaktelements für Hochspannungs-Gleichstromschalter aus den Schritten:
- a) Bereitstellen eines ersten Materials ausgewählt aus der Gruppe umfassend Kupfer,
Silber, Palladium, Platin, Wolfram, Molybdän, Rhenium, Nickel, Gold und Legierungen
von diesen,
- b) Bereitstellen eines zweiten Materials, wobei das zweite Material Kohlenstoff ist
und ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend Fullerene, Kohlenstoff-Nanotubes, Graphen,
Graphit und Gemische von diesen,
- c) Inkontaktbringen des ersten Materials aus Schritt a) mit dem zweiten Material aus
Schritt b) zur Herstellung einer Vorlegierung umfassend das erste Material und das
zweite Material, und
- d) Thermisches Spritzen der in Schritt c) erhaltenen Vorlegierung zur Herstellung
des Kontaktelements umfassend eine Matrix aus dem ersten Material und eine in der
Matrix verteilte Fremdphase aus dem zweiten Material.
[0051] Dieses Verfahren bietet im Vergleich zu den bisher üblichen schmelzmetallurgischen
und pulvermetallurgischen Verfahren den Vorteil, dass eine aufwendige Herstellung
von Vorprodukten, wie z.B. Sinterblöcken, und deren aufwendige Weiterverarbeitung
durch Walzen, Ziehen und/oder Strangpressen entfallen. Des Weiteren kann das Kontaktelement
direkt auf dem verwendeten Träger aufgespritzt werden, so dass das Auflöten des Kontaktelements
auf dem entsprechenden Träger bzw. das Stanzen und Prägen zur Herstellung von Einzelteilen
entfällt. Das vorliegende Verfahren weist daher nur einen geringen Fertigungsaufwand
auf. Weiterhin ist ein Vorteil von gespritzten Kontaktelementen im Vergleich zu stranggepressten
Kontaktelementen, dass Zwischenglühschritte entfallen, um die Kaltverfestigungen,
die durch hohe Verformungs- und Reckgrade entstehen, wieder aufzulösen, damit das
Material wieder "fließfähig" wird. Beim Spritzverfahren entfallen diese Schritte,
da das Kontaktelement generativ Lage für Lage aufgebaut wird und dies nicht durch
Umformschritte mit Werkzeugen erfolgt.
[0052] In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst Schritt a) das
Bereitstellen eines ersten Materials wie oben beschrieben.
[0053] Ein Erfordernis der vorliegenden Erfindung ist demnach, dass ein erstes Material
ausgewählt aus der Gruppe umfassend Kupfer, Silber, Palladium, Platin, Wolfram, Molybdän,
Rhenium, Nickel, Gold und Legierungen von diesen bereitgestellt wird.
[0054] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst, vorzugsweise besteht,
das erste Material aus Molybdän oder Kupfer.
[0055] In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst das erste Material
Silber oder Gold oder Palladium. Beispielsweise umfasst das erste Material Silber
oder Gold, vorzugsweise Silber.
[0056] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht das erste Material aus
Silber oder Gold oder Palladium. Beispielsweise besteht das erste Material aus Silber
oder Gold, vorzugsweise Silber.
[0057] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst das erste Material eine
Legierung, wobei das Basismetall ausgewählt ist aus einem der oben genannten Elemente.
Dementsprechend umfasst die Legierung vorzugsweise ein erstes Element ausgewählt aus
der Gruppe umfassend Kupfer, Silber, Palladium, Platin, Wolfram, Molybdän, Rhenium,
Nickel und Gold als Basismetall. Weiterhin umfasst die Legierung mindestens ein zweites
Element oder eine zweite Verbindung ausgewählt aus der Gruppe umfassend Palladium,
Wolfram, Wolframcarbid, Carbid, Nickel, Cobalt, Kupfer, Kohlenstoff, Silber und Gemische
von diesen. Hierbei ist festzuhalten, dass sich das erste Element chemisch von dem
zweiten Element oder der zweiten Verbindung unterscheidet. Beispielsweise, ist das
erste Element der Legierung, d.h. das Basismetall, Silber, ist das zweite Element
oder die zweite Verbindung der Legierung ausgewählt aus der Gruppe umfassend Palladium,
Wolfram, Wolframcarbid, Carbid, Nickel, Nickelcarbid, Ruthenium, Iridium, SilberKupfer,
SilberNickel, Cobalt, Kupfer, Kohlenstoff und Gemische von diesen.
[0058] Ist das zweite Element der Legierung Kohlenstoff, ist der Kohlenstoff vorzugsweise
ausgewählt aus der Gruppe umfassend Fullerene, Kohlenstoff-Nanotubes, Graphen, Graphit
und Gemische von diesen.
[0059] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst die Legierung beispielsweise
Ag-Pd, Ag-Cd, AgC, Ag-WC, Ag-WC-C, Ag-Ni, AgNiC, AgCu, Ag-W, Au-Ni, Au-Co, AuAg, AuAgCu,
AuAgNi, Pd-Ag, PdCu, PdRu, Ptlr, PtRu, PtW, W-Cu, Cu-W, Cu-Ag etc.
[0060] Umfasst das erste Material eine Legierung, umfasst die Legierung das erste Element
vorzugsweise in einer Menge von 50.0 bis 97.0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht
der Legierung. Beispielsweise umfasst die Legierung das erste Element in einer Menge
von 60.0 bis 95.0 Gew.-% oder in einer Menge von 70.0 bis 90.0 Gew.-%, bezogen auf
das Gesamtgewicht der Legierung. Zusätzlich oder alternativ umfasst die Legierung
das zweite Element oder die zweite Verbindung in einer Menge von 3.0 bis 50.0 Gew.-%,
bezogen auf das Gesamtgewicht der Legierung. Beispielsweise umfasst die Legierung
das zweite Element oder die zweite Verbindung in einer Menge von 5.0 bis 40.0 Gew.-%
oder in einer Menge von 10.0 bis 30.0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Legierung.
[0061] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst die Matrix eine Legierung
wie beispielsweise AgNi10, AgNi15, AgNi40, AgCu3, AgCu10, AgCu20, AgCu28, AgPd30,
AgPd50, PdCu15 oder PdCu40.
[0062] Zusätzlich oder alternativ, weist das erste Material eine bestimmte Partikelgröße
auf. Gemäß dieser Ausführungsform umfasst das erste Material in Schritt a) Partikel
mit einem Durchmesser in einem Bereich von 5.0 bis 100.0 µm. Beispielsweise umfasst
das erste Material in Schritt a) Partikel mit einem Durchmesser in einem Bereich von
5.0 bis 50.0 µm oder von 5.0 bis 25.0 µm.
[0063] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht das erste Material in
Schritt a) aus Partikel mit einem Durchmesser in einem Bereich von 5.0 bis 100.0 µm.
Beispielsweise besteht das erste Material in Schritt a) aus Partikel mit einem Durchmesser
in einem Bereich von 5.0 bis 50.0 µm oder von 5.0 bis 25.0 µm.
[0064] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird das erste Material als Pulver
bereitgestellt.
[0065] Das erste Material wird vorzugsweise in einer Menge von 75.0 bis 99.9 Gew.-%, bezogen
auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements, bereitgestellt. Beispielsweise wird das
erste Material in einer Menge von 75.0 bis 90.0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht
des Kontaktelements, bereitgestellt. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
wird das erste Material in einer Menge von 80.0 bis 90.0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht
des Kontaktelements, bereitgestellt.
[0066] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht das zweite Material aus
Kohlenstoff.
[0067] Das zweite Material ist Kohlenstoff, und der Kohlenstoff ist vorzugsweise ausgewählt
aus der Gruppe umfassend Fullerene, Kohlenstoff-Nanotubes, Graphen, Graphit und Gemische
von diesen.
[0068] Zusätzlich oder alternativ, weist das zweite Material eine bestimmte Partikelgröße
auf. Gemäß dieser Ausführungsform umfasst das zweite Material in Schritt b) Nanopartikel.
Beispielsweise umfasst das zweite Material in Schritt b) Partikel mit einem Durchmesser
in einem Bereich von 100.0 bis 1000.0 nm. Beispielsweise umfasst das zweite Material
in Schritt b) Partikel mit einem Durchmesser in einem Bereich von 100.0 bis 750.0
nm oder von 100.0 bis 500.0 nm.
[0069] Es ist festzuhalten, dass sich das zweite Material chemisch von dem ersten Material
unterscheidet. Beispielsweise, wird Wolfram als erstes Material bereitgestellt, wird
als zweites Material ein Material ausgewählt aus der Gruppe umfassend Kohlenstoff
bereitgestellt.
[0070] Zusätzlich oder alternativ, wird das zweite Material in einer Menge von 0.1 bis 25.0
Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements, bereitgestellt. Beispielsweise
wird das zweite Material in einer Menge von 10.0 bis 25.0 Gew.-%, bezogen auf das
Gesamtgewicht des Kontaktelements bereitgestellt. In einer Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung wird das zweite Material in einer Menge von 10.0 bis 20.0 Gew.-%, bezogen
auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements, bereitgestellt.
[0071] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird das zweite Material als
Pulver bereitgestellt. Vorzugsweise wird das erste Material und das zweite Material
als Pulver bereitgestellt.
[0072] Wie bereits oben erwähnt, ist es besonders vorteilhaft, wenn die Fremdphase aus dem
zweiten Material, vorzugsweise homogen, in der Matrix, d.h. dem ersten Material, verteilt
ist. Dies wird insbesondere dadurch erzielt, dass das erste Material mit dem zweiten
Material zur Herstellung einer Vorlegierung umfassend das erste Material und das zweite
Material, vorzugsweise bestehend aus dem ersten Material und dem zweiten Material,
in Kontakt gebracht wird.
[0073] Eine Verteilung, vorzugsweise eine homogene Verteilung, der Fremdphase, d.h. dem
zweiten Material, in der Matrix, d.h. dem ersten Material, wird vorzugsweise dadurch
erzielt, dass das Inkontaktbringen des ersten Materials mit dem zweiten Material in
Schritt c) durch Vermahlen des ersten Materials mit dem zweiten Material erfolgt.
[0074] Verfahren zum Vermahlen von Materialien sind im Stand der Technik bekannt. Beispielsweise
kann das Vermahlen des ersten Materials mit dem zweiten Material in einer dafür geeigneten
Mühle, wie z.B. Attritormühle, Kugelmühle etc., erfolgen. Mit Hilfe dieses Schrittes
kann das zweite Material auf die Partikel des ersten Materials aufgerieben werden
und so zu einer homogenen Verteilung Fremdphase in der Matrix führen. Dies geschieht
üblicherweise bei Temperaturen von vorzugsweise nicht mehr als 100 °C für vorzugsweise
weniger als 10 Minuten. Beispielsweise erfolgt dies bei Raumtemperatur, d.h. ca. 18
bis 24 °C, für vorzugsweise weniger als 10 Minuten.
[0075] Alternativ kann das Inkontaktbringen des ersten Materials mit dem zweiten Material
in Schritt c) durch chemische Anbindung des zweiten Materials an das erste Material
über übliche Hilfsstoffe erfolgen. Solche sogenannten "Cladding-Verfahren" sind im
Stand der Technik bekannt.
[0076] Das Inkontaktbringen des ersten Materials mit dem zweiten Material in Schritt c)
dient insbesondere zur Herstellung einer Vorlegierung umfassend das erste Material
und das zweite Material, vorzugsweise bestehend aus dem ersten Material und dem zweiten
Material. Dabei ist festzuhalten, dass die in diesem Schritt erhaltene Vorlegierung
eine vorzugsweise homogene Verteilung des zweiten Materials in dem ersten Material
aufweist.
[0077] Gemäß Schritt d) der vorliegenden Erfindung wird die Vorlegierung zur Herstellung
des Kontaktelements thermisch gespritzt. Beispielsweise erfolgt das thermische Spritzen
durch Kaltgasspritzen oder Plasmaspritzen oder Flammspritzen.
[0078] Beispielsweise erfolgt das thermische Spritzen in Schritt d) durch Flammspritzen.
In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung erfolgt das Flammspritzen durch
Hochgeschwindigkeits-Flammspritzen. Flammspritzverfahren und Hochgeschwindigkeits-Flammspritzverfahren
sind im Stand der Technik bekannt. Insbesondere geschieht dies bei Temperaturen von
vorzugsweise mehr als 800°C. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
ist die Prozesstemperatur ≥ der Schmelztemperatur des zu verarbeitenden Pulverwerkstoffes.
[0079] Alternativ erfolgt das thermische Spritzen in Schritt d) durch Plasmaspritzen. Plasmaspritzverfahren
sind im Stand der Technik bekannt. Insbesondere geschieht dies im Normal- oder Niederdruckbereich.
Das thermische Spritzen im Niederdruckbereich hat den Vorteil, dass eine homogenere
Verteilung der Fremdphase, d.h. des zweiten Materials, in der Matrix, d.h. dem ersten
Material, erzielt werden kann. Wird das Plasmaspritzverfahren im Niederdruckbereich
ausgeführt, erfolgt dies vorzugsweise in einem Bereich von 0.01 bis 1 bar. Das Plasma
wird vorzugsweise dadurch erzeugt, dass durch einen innerhalb des Plasmabrenners kontinuierlich
brennenden Lichtbogen ein Prozessgas geführt wird. Als Prozessgas wird vorzugsweise
ein Gas ausgewählt aus der Gruppe umfassend Argon, Stickstoff, Helium, Wasserstoff
oder Gemische von diesen eingesetzt. Beispielsweise wird als Prozessgas eine Mischung
aus Argon und Helium und optional Stickstoff verwendet. Alternativ wird als Prozessgas
eine Mischung aus Argon und Wasserstoff und optional Stickstoff verwendet. Das Plasmaspritzverfahren
erfolgt bei Temperaturen von vorzugsweise mehr als 800 °C.
[0080] Alternativ erfolgt das thermische Spritzen in Schritt d) durch Kaltgasspritzen. Kaltgasspritzverfahren
sind im Stand der Technik bekannt. Dabei wird ein Schutzgas auf Überschallgeschwindigkeit
beschleunigt und die Vorlegierung umfassend das erste Material und das zweite Material
in den Gasstrahl injiziert. Dies führt dazu, dass die in den Gasstrahl injizierte
Vorlegierung auf eine so hohe Geschwindigkeit beschleunigt wird, dass ein vorangehendes
An- oder Aufschmelzen der Vorlegierung nicht erforderlich ist. Als Schutzgas wird
vorzugsweise ein Gas ausgewählt aus der Gruppe umfassend Stickstoff, Helium, Druckluft
oder Gemische von diesen eingesetzt. Beispielsweise wird als Schutzgas Druckluft verwendet.
Die Verwendung von Druckluft erfolgt vorzugsweise in einem Druckbereich von 30 bis
70 bar, beispielsweise in einem Druckbereich von 30 bis 60 bar. Alternativ wird als
Schutzgas eine Mischung aus Stickstoff und Helium verwendet. Das Kaltgasspritzen bietet
mehrere Vorteile. Zum einen werden Kontaktelemente mit einer sehr geringen Porosität
erhalten, vorzugsweise mit einer Porosität von ≤ 0.5 Vol.-% und weiter bevorzugt ≤
0.1 Vol.-%, bezogen auf das Gesamtvolumen des Kontaktelements. Zum anderen weisen
die so hergestellten Kontaktelemente eine sehr dichte Schicht mit einer hohen Härte
auf, mit denen zusätzlich eine hohe Haftung auf Trägerwerkstoffen erzielt werden kann.
Des Weiteren wird durch das Kaltgasspritzen eine Oxidation des ersten und/oder zweiten
Materials in der Vorlegierung vermieden. Ein weiterer Vorteil des Kaltgasspritzens
ist, dass ein Kontaktelement mit einem graduellen Anteil des zweiten Materials in
dem ersten Material hergestellt werden kann.
[0081] Aufgrund der Vorteile, die das erfindungsgemäße Kontaktelement bietet, betrifft die
vorliegende Erfindung auch die Verwendung des Kontaktelements in einem Hochspannungs-Gleichstromschalter.
In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird das Kontaktelement in einem
elektrischen Leistungsantrieb verwendet. Beispielsweise wird das Kontaktelement in
einem elektrischen Leistungsantrieb eines Luftfahrzeugs verwendet. Wie vorstehend
ausgeführt kann durch das erfindungsgemäße Kontaktelement die Ausbildung von Plasmaüberschlägen
stark reduziert werden bzw. das erfindungsgemäße Kontaktelement weist keine Plasmaüberschläge
auf. Dadurch wird das Sicherheitsrisiko bei Verwendung des Kontaktelements reduziert.
Beispiele
[0082] Ein Kontaktelement nicht gemäß der Erfindung umfassend eine Matrix aus Silber und
eine in der Matrix verteilte Fremdphase aus Zinn(II)-oxid wurde wie nachfolgend erläutert
hergestellt.
[0083] 80 Vol.-% Silberpulver und 20 Vol.-% Zinn(II)-oxidpulver, bezogen auf das Gesamtvolumen
der Mischung, wurden trocken durch Vermahlen gemischt. Die Mischung wurde mit Hilfe
einer Kaltgas-Spritzanlage mit 40 bar und Stickstoff als Prozessgas auf ein Kontaktträgerband
aus Kupfer aufgespritzt. Das Kupferträgerband wurde vor dem Aufspritzen der Silber/Zinn(II)-oxid-Mischung
zunächst geschliffen und dann gebürstet. Das Aufspritzen der Silber/Zinn(II)-oxid-Mischung
als Kontaktelement erfolgte zur homogeneren Verteilung der Fremdphase, d.h. Zinn(II)-oxid,
in der Silbermatrix unter Vakuum. Das erhaltene Kontaktelement wurde anschließend
ausgestanzt oder geprägt.
[0084] Die visuelle Überprüfung des Kontaktelementes mittels Schliffbildanalyse ergab, dass
das Kontaktelement eine Porosität von ≤ 1.0 Vol.-%, bezogen auf das Gesamtvolumen
des Kontaktelements, aufwies; siehe auch Fig. 1. Die Partikel der Fremdphase haben
einen Durchmesser von 5-35 µm. Ferner wurde für das Kontaktelement eine Haftung von
ca. 80 MPa auf dem Trägerband ermittelt, so dass eine sehr hohe Haftung auf dem Trägerwerkstoff
gegeben ist. Die Haftung wurde mittels der AQL-Methode (statistische Kontrolle) gemäß
Din 50014 bestimmt.
1. Kontaktelement für Hochspannungs-Gleichstromschalter, das Kontaktelement umfassend
a) eine Matrix aus einem ersten Material ausgewählt aus der Gruppe umfassend Kupfer,
Silber, Palladium, Platin, Wolfram, Molybdän, Rhenium, Nickel, Gold und Legierungen
von diesen, und
b) eine in der Matrix verteilte Fremdphase aus einem zweiten Material, wobei das zweite
Material Kohlenstoff ist und ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend Fullerene, Kohlenstoff-Nanotubes,
Graphen, Graphit und Gemische von diesen,
wobei das Kontaktelement eine Porosität von ≤ 1.0 Vol.-%, bezogen auf das Gesamtvolumen
des Kontaktelements, aufweist.
2. Das Kontaktelement gemäß Anspruch 1, wobei das Kontaktelement die Matrix in einer
Menge von 75.0 bis 99.9 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements,
umfasst und/oder das Kontaktelement die Fremdphase in einer Menge von 0.1 bis 25.0
Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements, umfasst.
3. Das Kontaktelement gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei die Fremdphase homogen in der Matrix
verteilt ist.
4. Das Kontaktelement gemäß einem der vorherigen Ansprüche, wobei die in der Matrix verteilte
Fremdphase Nanopartikel mit einem Durchmesser in einem Bereich von 100.0 bis 1000.0
nm, bevorzugt in einem Bereich von 100.0 bis 750.0 nm und weiter bevorzugt in einem
Bereich von 100.0 bis 500.0 nm umfasst.
5. Das Kontaktelement gemäß einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Kontaktelement
eine Porosität von ≤ 0.5 Vol.-% und bevorzugt ≤ 0.1 Vol.-%, bezogen auf das Gesamtvolumen
des Kontaktelements, aufweist.
6. Das Kontaktelement gemäß einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Kontaktelement
ein thermisch gespritztes Kontaktelement ist.
7. Das Kontaktelement gemäß einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Kontaktelement
eine Schichtdicke zwischen 100.0 µm und 5.0 mm, bevorzugt zwischen 200.0 µm und 3.0
mm, weiter bevorzugt zwischen 250.0 µm und 2.0 mm und insbesondere zwischen 300.0
µm und 1.0 mm aufweist.
8. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktelements für Hochspannungs-Gleichstromschalter,
das Verfahren umfassend
a) Bereitstellen eines ersten Materials ausgewählt aus der Gruppe umfassend Kupfer,
Silber, Palladium, Platin, Wolfram, Molybdän, Rhenium, Nickel, Gold und Legierungen
von diesen,
b) Bereitstellen eines zweiten Materials, wobei das zweite Material Kohlenstoff ist
und ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend Fullerene, Kohlenstoff-Nanotubes, Graphen,
Graphit und Gemische von diesen,
c) Inkontaktbringen des ersten Materials aus Schritt a) mit dem zweiten Material aus
Schritt b) zur Herstellung einer Vorlegierung umfassend das erste Material und das
zweite Material, und
d) Thermisches Spritzen der in Schritt c) erhaltenen Vorlegierung zur Herstellung
des Kontaktelements umfassend eine Matrix aus dem ersten Material und eine in der
Matrix verteilte Fremdphase aus dem zweiten Material.
9. Verfahren gemäß Anspruch 8, wobei das erste Material in Schritt a) Partikel mit einem
Durchmesser in einem Bereich von 5.0 bis 100.0 µm, bevorzugt in einem Bereich von
5.0 bis 50.0 µm und weiter bevorzugt in einem Bereich von 5.0 bis 25.0 µm umfasst
und/oder das zweite Material in Schritt b) Nanopartikel mit einem Durchmesser in einem
Bereich von 100.0 bis 1000.0 nm, bevorzugt in einem Bereich von 100.0 bis 750.0 nm
und weiter bevorzugt in einem Bereich von 100.0 bis 500.0 nm umfasst.
10. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 8 oder 9, wobei das erste Material
in einer Menge von 75.0 bis 99.9 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements,
bereitgestellt wird und/oder das zweite Material in einer Menge von 0.1 bis 25.0 Gew.-%,
bezogen auf das Gesamtgewicht des Kontaktelements, bereitgestellt wird.
11. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 8 bis 10, wobei das Inkontaktbringen
in Schritt c) durch Vermahlen des ersten Materials mit dem zweiten Material erfolgt.
12. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 8 bis 11, wobei das thermische
Spritzen in Schritt d) durch Kaltgasspritzen oder Plasmaspritzen oder Flammspritzen
erfolgt.
13. Verwendung eines Kontaktelements gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7 in einem Hochspannungs-Gleichstromschalter.
14. Verwendung gemäß Anspruch 13 in einem elektrischen Leistungsantrieb, bevorzugt in
einem Luftfahrzeug.
1. Contact element for a high-voltage direct-current switches, the contact element comprising
a) a matrix of a first material selected from the group comprising copper, silver,
palladium, platinum, tungsten, molybdenum, rhenium, nickel, gold and alloys thereof,
and
b) a foreign phase, distributed in the matrix, of a second material, the second material
being carbon and being selected from the group comprising fullerene, carbon nanotubes,
graphene, graphite and mixtures thereof,
wherein the contact element has a porosity of ≤ 1.0 % by volume based on the total
volume of the contact element.
2. Contact element according to claim 1, wherein the contact element comprises the matrix
in an amount of 75.0 to 99.9 % by weight based on the total weight of the contact
element, and/or the contact element comprises the foreign phase in an amount of 0.1
to 25.0 % by weight based on the total weight of the contact element.
3. Contact element according to either claim 1 or claim 2, wherein the foreign phase
is homogeneously distributed in the matrix.
4. Contact element according to any of the preceding claims, wherein the foreign phase
distributed in the matrix comprises nanoparticles having a diameter in a range of
100.0 to 1000.0 nm, preferably in a range of 100.0 to 750.0 nm and more preferably
in a range of 100.0 to 500.0 nm.
5. Contact element according to any of the preceding claims, wherein the contact element
has a porosity of ≤ 0.5 % by volume and preferably ≤ 0.1 % by volume based on the
total volume of the contact element.
6. Contact element according to any of the preceding claims, wherein the contact element
is a thermally sprayed contact element.
7. Contact element according to any of the preceding claims, wherein the contact element
has a layer thickness between 100.0 µm and 5.0 mm, preferably between 200.0 µm and
3.0 mm, more preferably between 250.0 µm and 2.0 mm and in particular between 300.0
µm and 1.0 mm.
8. Method producing a contact element for a high-voltage direct-current switch, the method
comprising
a) providing a first material selected from the group comprising copper, silver, palladium,
platinum, tungsten, molybdenum, rhenium, nickel, gold and alloys thereof,
b) providing a second material, the second material being carbon and being selected
from the group comprising fullerene, carbon nanotubes, graphene, graphite and mixtures
thereof,
c) bringing the first material from step a) into contact with the second material
from step b) to produce a master alloy comprising the first material and the second
material, and
d) thermally spraying the master alloy obtained in step c) to produce the contact
element comprising a matrix of the first material and a foreign phase, distributed
in the matrix, of the second material.
9. Method according to claim 8, wherein the first material in step a) comprises particles
having a diameter in a range of 5.0 to 100.0 µm, preferably in a range of 5.0 to 50.0
µm and more preferably in a range of 5.0 to 25.0 µm, and/or the second material in
step b) comprises nanoparticles having a diameter in a range of 100.0 to 1000.0 nm,
preferably in a range of 100.0 to 750.0 nm and more preferably in arrange of 100.0
to 500.0 nm.
10. Method according to either of the preceding claims 8 or 9, wherein the first material
is provided in an amount of 75.0 to 99.9 % by weight based on the total weight of
the contact element, and/or the second material is provided in an amount of 0.1 to
25.0 % by weight based on the total weight of the contact element.
11. Method according to any of the preceding claims 8 to 10, wherein the materials are
brought into contact in step c) by grinding the first material together with the second
material.
12. Method according to any of claims 8 to 11, wherein the thermal spraying in step d)
is provided by cold-gas spraying or plasma spraying.
13. Use of a contact element according to any of claims 1 to 7 in a high-voltage direct-current
switch.
14. Use according to claim 13 in an electrical power drive.
1. Élément de contact pour interrupteur haute tension à courant continu, l'élément de
contact comprenant :
a) une matrice composée d'un premier matériau choisi parmi le groupe comprenant du
cuivre, de l'argent, du palladium, du platine, du tungstène, du molybdène, du rhénium,
du nickel, de l'or et des alliages de ceux-ci, et
b) une phase étrangère répartie dans la matrice et composée d'un second matériau,
le second matériau étant du carbone et est choisi parmi le groupe comprenant du fullerène,
des nanotubes de carbone, du graphène, du graphite et des mélanges de ceux-ci,
dans lequel l'élément de contact présente une porosité de ≤ 1,0 % en volume par rapport
au volume total de l'élément de contact.
2. Élément de contact selon la revendication 1, dans lequel l'élément de contact comprend
la matrice dans une quantité de 75,0 à 99,9 % en poids par rapport au poids total
de l'élément de contact et/ou l'élément de contact comprend la phase étrangère dans
une quantité de 0,1 à 25,0 % en poids par rapport au poids total de l'élément de contact.
3. Élément de contact selon la revendication 1 ou 2, dans lequel la phase étrangère est
répartie de manière homogène dans la matrice.
4. Élément de contact selon une des revendications précédentes, dans lequel la phase
étrangère répartie dans la matrice comprend des nanoparticules ayant un diamètre compris
dans une plage de 100,0 à 1 000,0 nm de préférence dans une plage de 100,0 à 750,0
nm et encore plus préféré dans une plage de 100,0 à 500,0 nm.
5. Élément de contact selon une des revendications précédentes, dans lequel l'élément
de contact présente une porosité de ≤ 0,5 % en volume et de préférence ≤ 0,1 % en
volume par rapport au volume total de l'élément de contact.
6. Élément de contact selon une des revendications précédentes, dans lequel l'élément
de contact est un élément de contact pulvérisé par injection thermique.
7. Élément de contact selon une des revendications précédentes, dans lequel l'élément
de contact présente une épaisseur de couche comprise entre 100,0 µm et 5,0 mm, de
préférence entre 200,0 µm et 3,0 mm, encore plus préféré entre 250,0 µm et 2n0 mm
et en particulier entre 300.0 µm et 1,0 mm.
8. Procédé de fabrication d'un élément de contact pour interrupteur haute tension à courant
continu, le procédé consistant à :
a) fournir un premier matériau choisi parmi le groupe comprenant du cuivre, de l'argent,
du palladium, du platine, du tungstène, du molybdène, du rhénium, du nickel, de l'or
et des alliages de ceux-ci,
b) fournir un second matériau, le second matériau étant du carbone et est choisi parmi
le groupe comprenant du fullerène, des nanotubes de carbone, du graphène, du graphite
et des mélanges de ceux-ci,
c) amener en contact le premier matériau de l'étape a) avec le second matériau de
l'étape b) pour fabriquer un pré-alliage comprenant le premier matériau et le second
matériau, et
d) pulvériser par injection thermique le préalliage obtenu à l'étape c) pour fabriquer
l'élément de contact comprenant une matrice composée du premier matériau et une phase
étrangère répartie dans la matrice et composée d'un second matériau.
9. Procédé selon la revendication 8, dans lequel le premier matériau à l'étape a) comprend
des particules ayant un diamètre compris dans une plage de 5,0 à 100,0 µm, de préférence
dans une plage de 5,0 à 50,0 µm et encore plus préféré dans une plage de 5,0 à 25,0
µm et/ou le second matériau à l'étape b) comprend des nanoparticules ayant un diamètre
compris dans une plage de 100,0 à 1 000,0 nm de préférence dans une plage de 100,0
à 750,0 nm et encore plus préféré dans une plage de 100,0 bis 500,0 nm.
10. Procédé selon une des revendications précédentes 8 ou 9, dans lequel le premier matériau
est fourni dans une quantité de 75,0 à 99,9 % en poids, par rapport au poids total
de l'élément de contact, et/ou le second matériau est fourni dans une quantité de
0,1 à 25,0 % en poids, par rapport au poids total de l'élément de contact.
11. Procédé selon une des revendications précédentes 8 à 10, dans lequel le contact réalisé
à l'étape c) se fait par pulvérisation du premier matériau avec le second matériau.
12. Procédé selon une des revendications précédentes 8 à 11, dans lequel la pulvérisation
par injection thermique se fait à l'étape d) par une injection de gaz froids ou une
injection plasma ou une pulvérisation à la flamme.
13. Utilisation d'un élément de contact selon une des revendications 1 à 7 dans un interrupteur
haute tension à courant continu.
14. Utilisation selon la revendication 13 dans un entraînement de puissance électrique,
de préférence dans un aéronef.