[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufbereitung von grubenfeuchter Rohbraunkohle,
insbesondere zur thermischen Verwertung in einem Kraftwerkskessel, wobei die Rohbraunkohle
zunächst vorgebrochen und anschließend in wenigstens einer Mahleinrichtung zerkleinert
sowie einer nachgeschalteten Trocknung zugeführt wird und wobei die Trocknung in einer
Wirbelschicht unter Verwendung wenigstens eines indirekt beheizten Wirbelschichttrockners
durchgeführt wird, welcher mit Dampf als Fluidisierungsmedium betrieben wird.
[0002] Ein Verfahren zum Trocknen von wasserhaltiger Braunkohle in einer Wirbelschicht ist
beispielsweise aus der
DE 29 01 723 C2 bekannt.
[0003] Bei dem dort beschriebenen Wirbelschichttrocknungsverfahren ist vorgesehen, die Einsatzkohle
mittels eines Schneckenförderers dem Wirbelschichttrockner zuzuführen
[0004] Das aus der zuvor erwähnten Druckschrift bekannte Verfahren soll zum Trocknen von
klumpenförmigen Materialien geeignet sein, deren Größe im Bereich von beispielsweise
0,3 cm bis 10 cm liegt. Hierzu wird das zu trocknende Material, beispielsweise Braunkohle,
in einem dichteren Material wie beispielsweise Quarzsand in Wirbelung gebracht. Das
Verfahren erfordert, dass das getrocknete Feststoffmaterial in Verbindung mit einem
Teil des teilchenförmigen aufwirbelbaren Materials entfernt wird und dass das Feststoffmaterial
und das aufwirbelbare Material voneinander getrennt werden, so dass das abgeschiedene
aufwirbelbare Material wieder in das Wirbelbett zurückgeführt wird. Das Verfahren
ist aufwendig und nicht ohne Weiteres praktisch umsetzbar.
[0005] Ein anderes Verfahren zum Trocknen von Braunkohle, insbesondere zur Verwendung in
einem Kraftwerkskessel, ist beispielsweise aus der
DE 196 20 047 A1 bekannt. Dieses Verfahren wird ausschließlich mit Braunkohle als Feststoff sowie
mit Dampf als Fluidisierungsmedium betrieben. Die dem Trockner zuzuführende Braunkohle
wird zum Zwecke der Fluidisierung im Wirbelbett verhältnismäßig fein aufgemahlen,
beispielsweise auf einem mittleren Korndurchmesser d
50 von etwa 1 mm.
[0006] Je nach Beschaffenheit der Braunkohle kann ein solcher Wirbelschichttrocknungsprozess
in einer stationären Wirbelschicht verhältnismäßig stabil und störungsfrei ablaufen.
[0007] Wie dies bereits in der
DE 29 01 723 C2 beschrieben ist, hängt dies im Wesentlichen von der Fluidisierbarkeit des Feststoffs
in dem Wirbelschichttrockner ab. Die strömungsmechanischen Vorgänge innerhalb einer
stationären Wirbelschicht sind äußerst komplex und nur begrenzt simulierbar. In einer
von der Anmelderin betriebenen Pilotanlage haben sich je nach aufzugebendem Massenstrom
von Zeit zu Zeit Störungen der Mischungsdynamik ergeben. In der Folge solcher Störungen
bilden sich Ablagerungen von Rohbraunkohle bevorzugt auf den Wärmetauschern des Wirbelschichttrockners.
Dadurch verschlechtert sich der Wärmeübergang, die Leistung des Trockners vermindert
sich signifikant, schlimmstenfalls kollabiert die Wirbelschicht.
[0008] Die
DE 10 2010 003 612 A1 betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Trocknen von Braunkohle, das das
Zumischen des aus dem Brüden des Wirbelschichttrockners abgeschiedenen Kohlenstaubs
und/oder das Zumischen der dem Wirbelschichttrockner entnommenen, getrockneten Kohle
zu der zu trocknenden Kohle vorsieht, bevor diese dem Wirbelschichttrockner zugeführt
wird. Das Verfahren sieht eine Regelung derart vor, dass der rückgeführte Anteil des
aus dem Brüden abgeschiedenen Kohlenstaubs und/oder der aus dem Wirbelschichtrockner
ausgetragenen Kohle derart eingestellt wird, dass die dem Trockner zuzuführende, zu
trocknende Kohle oder die aus dem Wirbelschichttrockner ausgetragene, getrocknete
Kohle einen bestimmten, gewünschten Wassergehalt aufweist.
[0009] Versuche mit Wirbelschichttrocknern bei verschiedensten Durchsatzleistungen haben
gezeigt, dass die Fluidisierbarkeit von Rohbraunkohle nicht nur von der Auslastung
des Wirbelschichttrockners, sondern auch von der Art und Zusammensetzung der Rohbraunkohle
abhängig ist.
[0010] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Aufbereitung von
grubenfeuchter Rohbraunkohle unter Verwendung wenigstens eines indirekt beheizten
Wirbelschichttrockners bereitzustellen, welches einen im Wesentlichen stabilen und
störungsfreien Wirbelschichtbetrieb auch bei hoher Durchsatzleistung auch bei verschiedenartigsten
Einsatzkohlen gewährleistet.
[0011] Die Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0012] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufbereitung von grubenfeuchter Rohbraunkohle,
insbesondere zur thermischen Verwertung in einem Kraftwerkskessel, wobei die Rohbraunkohle
zunächst vorgebrochen und anschließend in wenigstens einer Mahleinrichtung zerkleinert
sowie einer nachgeschalteten Trocknung zugeführt wird, wobei die Trocknung in einer
Wirbelschicht unter Verwendung wenigstens eines indirekt beheizten Wirbelschichttrockners
durchgeführt wird, welcher mit Dampf als Fluidisierungsmedium betrieben wird, wobei
die Rohbraunkohle als Schüttgut mit einem mittleren Korndurchmesser d
50 von maximal 2 mm in die Wirbelschicht abgeworfen wird und wobei aus der getrockneten
Braunkohle hinter dem Wirbelschichttrockner ein Teilstrom abgezweigt und der Rohbraunkohle
vor der Trocknung zugemischt wird.
[0013] Die Sicherstellung der Korngrößenverteilung kann beispielsweise über die Beeinflussung
der Drehzahl eines oder mehrerer dem Wirbelschichttrockner vorgeschalteter Mühlen
erfolgen. Als Mühlen finden beispielsweise Schlagradmühlen Anwendung, die je nach
Drehzahl einen anderen Mahlfeinheitsgrad erzielen. Die Überprüfung der Korngrößenverteilung
erfolgt durch Siebung und hierzu kann täglich oder auch chargenweise eine Probennahme
vorgesehen sein. Die Proben werden im Labor durch Siebklassierung kontrolliert. Alternativ
kann die Korngrößenverteilung auch volumetrisch über ein online-Verfahren gemessen
werden.
[0014] Für die Stabilität der Wirbelschicht ist es in erster Linie wichtig, dass der Überkornanteil
(> 2 mm) nicht zu groß wird, was sonst die Stabilität der Wirbelschicht beeinträchtigen
könnte.
[0015] Die Sicherstellung der Korngrößenverteilung kann alternativ auch dadurch erfolgen,
dass der Mahlung der getrockneten Braunkohle eine Siebklassierung nachgeschaltet wird,
wobei der Überkornanteil abgesiebt und einer Nachmahlung unterzogen wird.
[0016] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass grubenfeuchte Rohbraunkohle in
Abhängigkeit von ihrer Herkunft ein unterschiedliches kohäsives Verhalten aufweisen,
welches mehr oder wenigster großen Einfluss auf die Fluidisierbarkeit der Kohle hat.
[0017] Bekanntlich ist Rohbraunkohle als bergmännisch gewonnenes Naturprodukt in Bezug auf
Wassergehalt, Kohlenstoffanteil sowie Mineralzusammensetzung je nach Herkunft verschieden.
Bestimmte Eigenschaften der Rohbraunkohle müssen bei der Verwendung als gegeben in
Kauf genommen werden.
[0018] Versuchsweise konnte die Anmelderin herausfinden, dass die Fluidisierbarkeit der
Rohbraunkohle in engem Zusammenhang mit deren Fließfähigkeit steht und dass sich die
Fließfähigkeit der Rohbraunkohle überraschenderweise durch Beimischung von Trockenbraunkohle
der gleichen Kohlensorte positiv beeinflussen lässt.
[0019] Erfindungsgemäß ist demnach vorgesehen der zu trocknenden Rohbraunkohle die gleiche
Kohlensorte in Form von Trockenbraunkohle vor dem Trocknungsvorgang zuzugeben.
[0020] Die Stabilität des Aufbereitungsverfahrens gemäß der Erfindung, insbesondere die
Stabilität der Wirbelschicht innerhalb des Wirbelschichttrockners lässt sich überraschenderweise
dadurch verbessern, dass ein Teil der getrockneten Braunkohle innerhalb des Prozesses
im Kreislauf gefahren wird, so dass auf diese Art und Weise auch schlecht oder nicht
fluidisierbare Rohbraunkohle bei gleichzeitig verhältnismäßig hoher Durchsatzleistung
im Wirbelschichttrockner problemlos eingesetzt und getrocknet werden kann.
[0021] Das Problem der Fluidisierbarkeit der Wirbelschicht hängt auch von der Auslastung
des Wirbelschichttrockners ab. Störungen der Wirbelschicht können insbesondere bei
einer hohen Auslastung des Wirbelschichttrockners auftreten.
[0022] Vorzugsweise wird die Mischung aus Rohbraunkohle und rückgeführter Trockenbraunkohle
bei dem Verfahren gemäß der Erfindung über eine Zellenradschleuse in den unter leichtem
Überdruck stehenden Wirbelschichttrockner eingeschleust, oberhalb der Wirbelschicht
aufgegeben und auf die Wirbelschicht verteilt.
[0023] Besonders bevorzugt ist vorgesehen, der Rohbraunkaule einen Anteil von Trockenbraunkohle
zwischen 10 und 30 ma%, vorzugsweise zwischen 10 und 20 ma% bezogen auf die gesamte
Schüttung zuzumischen.
[0024] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass der Anteil der zurückgeführten Trockenbraunkohle
in Abhängigkeit der Menge der der Wirbelschicht zugeführten Rohbraunkohle geregelt
wird. Eine Regelung kann derart vorgesehen sein, dass ein bestimmtes Mengenverhältnis
von Trockenbraunkohle zu Rohbraunkohle eingestellt wird und die Trockenbraunkohle
entsprechend dosiert wird. In Abhängigkeit von der eingestellten Anlagenlast kann
die zurückgeführte Trockenbraunkohlemenge bei konstantem Verhältnis automatisch angepasst
werden.
[0025] Unter einer Regelung im Sinne der vorliegenden Anmeldung ist eine automatisierte
Regelung zu verstehen, für die eine entsprechende Prozessleittechnik vorgesehen ist.
[0026] Die Rohbraunkohle kann einen schwankenden Wassergehalt/Feuchtigkeitsgehalt von bis
zu 65 ma% aufweisen. Der Wassergehalt der aus dem Wirbelschichttrockner abgezogenen
Trockenbraunkohle wird im hygroskopischen Bereich bei konstantem Systemdruck durch
die Wirbelschichttemperatur bzw. durch den Verlauf der Desorptionsisobaren bestimmt.
Die aus dem Wirbelschichttrockner abgezogene Trockenbraunkohle kann einen mittleren
Korndurchmesser d
50 von 0,4 mm bis 0,8 mm, bevorzugt von 0,1 mm bis 0,4 mm, gegebenenfalls auch von 0,1
mm bis 0,2 mm aufweisen. Der Feuchtigkeitsgehalt der Trockenbraunkohle kann zwischen
10 ma% und 15 ma%, bevorzugt etwa zwischen 15 ma% und 18 ma% betragen. Der Überdruck
innerhalb des Wirbelschichttrockners kann bis zu 10 bar betragen. Auch kann der Feuchtigkeitsgehalt
der Trockenbraunkohle zwischen 8 und 20 ma%, bevorzugt zwischen 10 und 16 ma% betragen.
[0027] Wie bereits vorstehend erwähnt, wird der Wirbelschichttrockner bevorzugt mit Dampf
als Heizmedium indirekt beheizt. Ein Teil des Trocknerbrüdens oder alternativ Fremddampf
aus einem gekoppelten Kraftwerksprozess kann zur Fluidisierung des Wirbelbetts bzw.
der Rohbraunkohle innerhalb des Wirbelschichttrockners verwendet werden.
[0028] Die abgezweigte Trockenbraunkohle kann unter Verwendung wenigstens einer Mischeinrichtung
mit der Rohbraunkohle vor Aufgabe in den Wirbelschichttrockner innig vermischt werden.
Eine solche Vermischung ist nicht unter allen Umständen erforderlich, verbessert jedoch
die Adhäsion feiner Trockenkohlepartikel an den Partikeln der eingesetzten feuchten
Rohbraunkohle signifikant.
[0029] Beispielsweise kann die Trockenbraunkohle hinter dem Wirbelschichttrockner gekühlt
und einer Nachmahlung unterzogen werden, wobei ein Teilstrom an Trockenbraunkohle
hinter der Nachmahlung abgezweigt wird.
[0030] Es ist selbstverständlich auch möglich, die zurückzuführende Trockenbraunkohle unmittelbar
hinter dem Wirbelschichttrockner abzuzweigen, günstiger ist jedoch eine Kühlung und
Nachmahlung, so dass beispielsweise die Trockenbraunkohle mit einer durchschnittlichen
Korngröße d
50 von 0 mm bis 1 mm der Rohbraunkohle zugegeben wird. Die Korngrößenverteilung kann
ebenfalls volumetrisch durch Siebklassierung ermittelt werden, sodass bei abweichender
Korngrößenverteilung die Nachmahlung entsprechend vorgenommen werden kann.
[0031] Die rückgeführte Trockenbraunkohle kann der Rohbraunkohle zwischen zwei Mahlstufen
oder hinter einer letzten Mahlstufe zugemischt werden. Selbstverständlich ist es auch
möglich, die rückgeführte Trockenbraunkohle der Rohbraunkohle vor einer ersten Mahlung
zuzuführen.
[0032] In diesem Falle ist bereits durch eine gemeinsame Vermahlung von Rohbraunkohle und
Trockenbraunkohle eine innige Vermischung gewährleistet, so dass gegebenenfalls separate
Mischeinrichtungen entbehrlich sind. Im Sinne einer verhältnismäßig effektiven bzw.
energieeffizienten Verfahrensführung ist es jedoch sinnvoll, so wenig wie möglich
Trockenbraunkohle in Kreislauf zu führen und den Weg der zurückzuführenden bzw. mitzuführenden
Trockenbraunkohle zu kurz wie möglich zu halten. Dabei sollte allerdings auch Gesichtspunkten
des Explosionsschutzes Rechnung getragen werden. Aus letzterem Grund ist es zweckmäßig
und sinnvoll, die rückgeführte Trockenbraunkohle hinter einer Feinmahlung der Rohbraunkohle
dieser aufzugeben und beispielsweise mittels statischen oder dynamischen Mischeinrichtungen
in der Zuführung zum Wirbelschichttrockner eine Vermischung mit der Rohbraunkohle
durchzuführen. Eine Vermischung kann beispielsweise auch über eine herkömmliche Fördereinrichtung
durchgeführt werden.
[0033] Zweckmäßig ist es, wenn der Anteil der der Rohbraunkohle zugemischten Trockenbraunkohle
in Abhängigkeit der Adhäsionseigenschaften der Rohbraunkohle und/oder des Lastzustandes
des Wirbelschichttrockners variiert wird. Wie nachstehend noch erörtert wird, hat
sich herausgestellt, dass die Fließeigenschaft und die Adhäsionseigenschaft von Robraunkohle
zu einem wesentlichen Teil von der Komprimierbarkeit der Rohbraunkohle und somit von
der Schüttgutdichte der Rohbraunkohle in verdichtetem Zustand abhängig ist.
[0034] Zweckmäßigerweise erfolgt die Schüttung der Rohbraunkohle in die Wirbelschicht mittels
wenigstens einer oberhalb des Wirbelbetts angeordneten rotierenden Verteilerschurre,
vorzugsweise nach einer vorgegebenen Verteilung bezogen auf die Querschnittsfläche
des Wirbelschichttrockners.
[0035] Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen erläutert.
[0036] Es zeigen:
- Figur 1:
- eine schematische Darstellung des Verfahrensprinzips des Aufbereitungsverfahrens gemäß
der Erfindung, und
- Figur 2:
- ein Diagramm, in welchem die Schüttgutfestigkeit von Materialien unterschiedlicher
Fließfähigkeit in Abhängigkeit der Verfestigungsspannung dargestellt ist.
[0037] Es wird zunächst Bezug genommen auf das in Figur 1 dargestellte Verfahrensprinzip,
welches das Fließbild einer Wirbelschichttrocknungsanlage veranschaulicht, welche
beispielsweise an einen Kraftwerkskessel zur Verfeuerung von Braunkohle angeschlossen
sein kann.
[0038] Aus einem Braunkohletagebau wird beispielsweise vorgebrochene Rohbraunkohle mit einer
durchschnittlichen Körnung von 0 mm bis 80 mm einem Rohbraunkohlebunker 1 aufgegeben.
Aus dem Rohbraunkohlebunker 1 wird die Rohbraunkohle zwecks Feinmahlung in zwei hintereinander
angeordnete Mühlen auf eine durchschnittliche Körnung (d
50) von etwa 0 mm bis 2 mm aufgemahlen. Die Rohbraunkohle wird sodann unter Vermischung
mit Trockenbraunkohle, wie nachstehend noch beschrieben wird, einem Wirbelschichttrockner
3 aufgegeben. Der Wirbelschichttrockner 3 ist beispielsweise über entsprechende Wärmetauschereinbauten
indirekt mit Dampf beheizt. Die Dampfeinspeisung zur Beaufschlagung des Wärmetauschers
ist in der Verfahrensskizze (Fig. 1) mit dem Bezugszeichen 4 versehen. Der Wirbelschichttrockner
3 wird in bekannter Art und Weise unter leichtem Überdruck betrieben, wobei die Rohbraunkohle
über eine nicht dargestellte Zellenradschleuse sowie über eine im oberen Teil des
Wirbelschichttrockners 3 angeordnete Verteilerschurre auf das Wirbelbett aufgegeben
wird. Der aus dem Wirbelschichttrockner 3 abgezogene Brüden 5 wird nach Entstaubung
in einem Elektrofilter 6 verschiedenen anderen Verwendungen zugeführt. Dieser kann
beispielsweise an die Atmosphäre abgegeben werden. Dieser kann alternativ kondensiert
werden, wobei die Niedertemperaturwärme aus der Brüdenkondensation beispielsweise
in die Kesselspeisewasservorwärmung eines Kraftwerksprozesses eingekoppelt werden
kann. Der Brüden kann weiterhin alternativ verdichtet und zwecks Beheizung wieder
dem Wirbelschichttrockner 3 zugeführt werden. Die Energie aus dem Brüden kann auch
in einen ORC-Prozess (organic rankine cycle) eingekoppelt werden.
[0039] Ein Teilstrom 7 des Brüdens 5 wird jedenfalls dem Wirbelschichttrockner 3 als Fluidisierungsmedium
zugeführt. Die aus dem Wirbelschichttrockner 3 abgezogene Trockenbraunkohle 8 wird
zunächst in einem Kühler 9 abgekühlt, sodann in einer Mühle 10 nachgemahlen und einem
Trockenbraunkohlesilo 11 zugeführt. Mögliche Stellen der Entnahme von Trockenbraunkohle
aus dem zur thermischen Verwertung vorgesehenen Braunkohlenstrom sind mit E1 bis E4
gekennzeichnet, wobei E1 eine Entnahmestelle hinter dem Wirbelschichttrockner 3 und
vor dem Kühler 9 bezeichnet, E2 eine Entnahmestelle hinter dem Kühler 9 sowie vor
der Mühle 10 bezeichnet, E3 eine Entnahmestelle hinter einer Mühle 10 und vor dem
Trockenbraunkohlesilo 11 bezeichnet. E4 bezeichnet schließlich eine Entnahmestelle
hinter dem Trockenbraunkohlesilo 11.
[0040] Bevorzugt wird der rückzuführende Teilstrom der Trockenbraunkohle bei E4 entnommen,
da wegen der in dem Trockenbraunkohlesilo 11 vorgesehenen Bevorratung eine bessere
Dosierbarkeit des rückzuführenden Teilstroms gewährleistet ist.
[0041] Das Trockenbraunkohlesilo 11 kann austragsseitig mit einem Austragszellenrad versehen
sein, das mit variabler Drehzahl betreibbar ist. Über die Drehzahlsteuerung des Austragszellenrads
lässt sich die Trockenbraunkohlemenge dosieren, so dass sich ein Mengenverhältnis
zwischen zurückgeführter Trockenbraunkohlemenge und Rohbraunkohlemenge einstellen
lässt, in Abhängigkeit der Kohäsivität der Rohbraunkohle und/oder in Abhängigkeit
der Auslastung bzw. des Lastzustandes des Wirbelschichttrockners 3. Das Trockenbraunkohlesilo
11 kann zwei separate Trockenbraunkohleabzüge aufweisen, von denen einer für die Trockenbraunkohlerückführung
bzw. Trockenbraunkohlerückvermischung vorgesehen ist, der andere hingegen den Abzug
von Trockenbraunkohle als verwertbares Produkt des Trocknungsprozesses. Die Verwendung
von zwei separaten Abzügen hat insbesondere den reglungstechnischen Vorteil, dass
der nachfolgende Transportweg auch dazu verwendet werden kann, den Wirbelschichttrockner
3 vor dem Anfahren mit Trockenbraunkohle zu füllen. Vor einer ersten Aufgabe von Rohbraunkohle
bei Inbetriebnahme des Wirbelschichtrockners 3 ist es erforderlich, zunächst eine
Wirbelschicht mit Trockenbraunkohle 8 aufzubauen, da die Rohkohle wegen ihrer kohäsiven
Eigenschaften nicht fluidisierbar ist.
[0042] Ein weiterer Vorzug einer solchen Verschaltung ist, dass bei einem etwaigen Ausfall
von Rohkohlezufuhr eine Trockenbraunkohlerückführung den Staubaustrag aus der Wirbelschicht
ausgleichen kann und die Wirbelschicht sowie alle Regelkreise des Wirbelschichttrockners
normal weiterbetrieben werden können.
[0043] Die Positionen R1 bis R4 bezeichnen möglich Rückführstellen für die rückzuführende
Trockenbraunkohle, wobei die Rückführstelle R1 unmittelbar hinter dem Rohkohlenbunker
1 vorgesehen ist, die Rückführstelle R2 zwischen einer ersten und einer zweiten Mühle,
die Rückführstelle R3 hinter einer zweiten Mühle und vor dem Wirbelschichttrockner
3. Die Rückführstelle R4 ist unmittelbar vor dem Wirbelschichttrockner 3 vorgesehen.
[0044] Die Anmelderin hat überraschenderweise festgestellt, dass die Fließfähigkeit verschiedener
Rohkohlen im unmittelbaren Zusammenhang mit deren Fluidisierbarkeit im Wirbelbett
steht. Durch Zumischen von Trockenbraunkohle zu der schlecht fluidisierbaren Rohbraunkohle
lässt sich die Fließfähigkeit der in den Trocknungsprozess einzubringenden Rohbraunkohle
signifikant verbessern.
[0045] Zum Nachweis dieses Zusammenhangs hat die Anmelderin verschiedene Rohbraunkohlen
aus verschiedenen Tagebauen sowie jeweils aus diesen Rohkohlen erhaltene Trockenbraunkohle
hinsichtlich ihrer Fließeigenschaft untersucht. Die verschiedenen Kohleproben, nachstehend
der Einfachheit halber als Proben 1 bis 5 bezeichnet, sowie die daraus jeweils erhaltenen
Trockenbraunkohlen, nachstehend als TBK 1 bis TBK 5 bezeichnet, wurden jeweils Fließfähigkeitsuntersuchungen
unterzogen, wobei eine Fließfähigkeit als Verhältnis einer Verfestigungsspannung zu
einer Druckfestigkeit ermittelt wurde. Die Fließfähigkeit ergibt sich zu:
ff
c = σ
1 zu σ
c, wobei ff
c die Fließfähigkeit bezeichnet, σ
1 die Verfestigungsspannung und σ
c die Druckfestigkeit. Eine solche Fließfestigkeit lässt sich sowohl mittels bekanntem
einachsigen Druckversuch sowie mittels käuflich erwerblichen Ringschergeräten ermitteln.
Ein solches Ringschergerät ist beispielsweise von der Firma Dr. Dietmar Schulze Schüttgutmesstechnik
(Ringschergerät ST-XS) im Handel erhältlich. Diverse andere Arten von Ringschergeräten
stehen zur Verfügung.
[0046] Die Fließfestigkeit von Schüttgut lässt sich dabei wie folgt klassifizieren:
| ffc < 1 |
nicht fließend |
| 1 < ffc < 2 |
sehr kohäsiv bis nicht fließend |
| 2 < ffc < 4 |
kohäsiv |
| 4 < ffc < 10 |
leicht fließend |
| 10 < ffc |
frei fließend. |
[0047] Die Schüttgutfähigkeit σ
c in Abhängigkeit von der Verfestigungsspannung σ
1 für Bereiche unterschiedlicher Fließfähigkeit ist beispielsweise in Figur 2 dargestellt.
[0048] Die von der Anmelderin untersuchten Proben wurden bei einer Temperatur von ca. 19°C
bei einer Luftfeuchtigkeit von rund 30 % relative Luftfeuchtigkeit untersucht. Das
Ergebnis der Messungen zur Fließfähigkeit zeigt nachstehend Tabelle 1, wobei σ
c die Schüttgutfestigkeit bzw. Druckfestigkeit des Schüttgutes bezeichnet, nachdem
es mit der Spannung σ
1 verdichtet wurde, ff
c das Verhältnis von σ
1 zu σ
c bezeichnet, ρ
b in kg/m
3 die Schüttgutdichte bezeichnet, ϕ
e das Maß für den inneren Reibungswinkel des Schüttguts beim stationären Fließen, ϕ
lin den Steigungswinkel des als gerade angenäherten linearisierten Fließorts und ϕ
sf den inneren Reibungswinkel beim stationären Fließen bezeichnet.
Tabelle 1:
| Probe |
σ1 [Pa] |
σc [Pa] |
ffc [-] |
ρb [kg/m3] |
ϕe[°] |
ϕlin[°] |
ϕsf[°] |
| 1 |
4020 |
1703 |
2,4 |
530 |
48 |
37 |
40 |
| 2 |
4067 |
2320 |
1,8 |
501 |
53 |
36 |
42 |
| 2 |
3890 |
1946 |
2,0 |
504 |
49 |
35 |
40 |
| 4 |
4443 |
2007 |
2,2 |
554 |
49 |
37 |
42 |
| 5 |
4104 |
2096 |
2,0 |
529 |
50 |
35 |
41 |
| |
| TBK aus 1 |
4219 |
514 |
8,2 |
543 |
41 |
38 |
38 |
| TBK aus 2 |
4109 |
514 |
8,0 |
604 |
44 |
41 |
39 |
| TBK aus 3 |
4192 |
403 |
10,4 |
574 |
40 |
38 |
38 |
| TBK aus 4 |
4022 |
524 |
7,7 |
650 |
40 |
37 |
37 |
| TBK aus 5 |
4243 |
534 |
7,9 |
607 |
42 |
39 |
39 |
[0049] Für die Rohbraunkohlenproben 1 bis 5 ergibt sich, dass die Fließfähigkeit ff
c in Tabelle 1 für die betrachtete Verfestigungsspannung bei 1,8 bis 2,4 liegt. Damit
sind die Proben ohne Einfluss der Zeitverfestigung als kohäsiv bis sehr kohäsiv einzuordnen.
Die ungünstigste Fließfähigkeit liegt bei der Probe 2, die günstigste Fließfähigkeit
ergibt sich für die Probe 1, bezogen auf die Schüttgutfestigkeit σ
c von Probe 1 hat die Probe 2 eine um 1/3 größere Festigkeit.
[0050] Was die Trockenbraunkohle, Proben 6 bis 10, anbelangt, so ist die Fließfähigkeit
der Trockenbraunkohle deutlich günstiger als die der Rohbraunkohle.
[0051] Die Rohbraunkohlenbrobe 2 zeigt die ungünstigsten Fließeigenschaften. Der Rohbraunkohlenprobe
2 wurden nun verschiedene Anteile der Trockenbraunkohle TBK 2 (Trockenbraunkohle aus
der Probe 2) in Gewichtsanteilen von 5 %, 10 %, 15 % und 20 % zugemischt. Sodann wurde
die Mischung entsprechend auf ihre Fließfähigkeit untersucht, das Messergebnis ist
in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2:
| Anteil TBK |
σ1 [Pa] |
σc [Pa] |
ffc [-] |
ρb [kg/m3] |
ϕe[°] |
ϕlin [°] |
ϕsf[°] |
| 0% |
4067 |
2320 |
1,8 |
501 |
53 |
36 |
42 |
| 5% |
3780 |
2148 |
1,8 |
502 |
51 |
33 |
39 |
| 10% |
3935 |
1923 |
2,0 |
511 |
48 |
33 |
39 |
| 15% |
3780 |
1650 |
2,3 |
519 |
47 |
35 |
38 |
| 20% |
3758 |
1356 |
2,8 |
523 |
43 |
33 |
37 |
| 100% |
4109 |
514 |
8,0 |
604 |
44 |
41 |
39 |
[0052] Die Schüttgutdichte wurde sowohl im unverdichteten lockeren Zustand als auch nach
einer Verfestigung von ca. 4 kPa (Werte aus Tabelle 1) bestimmt. Die Schüttgutdichte
sowohl im unverdichteten Zustand als auch im verfestigten Zustand der Probe sowohl
für die Proben 1 bis 5 als auch für die Proben TBK 1 bis TBK 5 als auch für verschiedene
Mischungen ist in der nachstehend dargestellten Tabelle 3 aufgezeichnet.
Tabelle 3:
| Probe |
Schüttgutdichte ρb [kg/m3] bei Verfestigungsspannung |
| -> 0 kPa |
ca. 4 kPa |
| 1 |
433 |
530 |
| 2 |
380 |
501 |
| 3 |
410 |
504 |
| 4 |
467 |
554 |
| 5 |
447 |
529 |
| |
| TBK aus 1 |
453 |
453 |
| TBK aus 2 |
603 |
604 |
| TBK aus 3 |
574 |
574 |
| TBK aus 4 |
640 |
650 |
| TBK aus 5 |
604 |
607 |
| |
| 2 + 0 % TBK |
380 |
501 |
| 2 + 5 % TBK |
380 |
502 |
| 2 + 10 % TBK |
400 |
511 |
| 2 + 15 % TBK |
410 |
519 |
| 2 + 20 % TBK |
429 |
523 |
| 100 % TBK |
603 |
604 |
[0053] Die Probe 2 hat eine besonders niedrige Schüttgutdichte. Dies korrespondiert mit
der ungünstigen Fließfähigkeit für diese Probe, wie sie in Tabelle 1 angegeben ist.
Hat ein Schüttgut eine ungünstige Fließfähigkeit, so sind die Einzelpartikel nicht
mobil in der Schüttung, so verbleiben Hohlräume und die Schüttdichte ist gering. Folglich
sind die Proben kompressibel, so dass die Schüttgutdichte von der Belastung abhängt.
Die größte Kompressibilität ist ebenfalls bei der Probe 2 festzustellen.
[0054] Auch die Trockenbraunkohlen unterscheiden sich in der Schüttgutdichte merklich. Allerdings
ist kein Zusammenhang zwischen den Rohbraunkohlen und den Trockenbraunkohlen festzustellen,
eine geringe Schüttgutdichte der Rohbraunkohle bedeutet nicht unbedingt auch eine
geringe Schüttgutdichte der Trockenbraunkohle. Die Trockenbraunkohlen sind in dem
betrachteten Bereich der Verfestigungsspannung nur sehr gering bis messbar kompressibel.
[0055] Mit steigendem Anteil an Trockenbraunkohle nehmen sowohl die unverdichtete Schüttgutdichte
als auch die Schüttgutdichte unter einer Verfestigungsspannung von ca. 4 kPa zu. Dies
lässt sich mit der besseren Fließfestigkeit nach Zumischung der Trockenbraunkohle
dadurch erklären, dass eine günstigere Fließfähigkeit eine engere Packung mit geringerem
Hohlraumanteil und damit einer höheren Schüttdichte ermöglicht.
[0056] Im Ergebnis lässt sich feststellen, dass eine Zumischung von Trockenbraunkohle beispielsweise
zur Probe 2 die Fließfähigkeit der Mischung günstig beeinflusst.
Bezugszeichen
[0057]
- 1
- Rohbraunkohlenbunker
- 2
- Mühlen
- 3
- Wirbelschichttrockner
- 4
- Dampfeinspeisung
- 5
- Brüden
- 6
- Elektrofilter
- 7
- Teilstrom des Brüden
- 8
- Trockenbraunkohle
- 9
- Kühler
- 10
- Mühle
- 11
- Trockenbraunkohlesilo
- E1 - E4
- Entnahmestellen für Trockenbraunkohle
- R1 - R4
- Rückführstellen für Trockenbraunkohle
1. Verfahren zur Aufbereitung von grubenfeuchter Rohbraunkohle, insbesondere zur thermischen
Verwertung in einem Kraftwerkskessel, wobei die Rohbraunkohle zunächst vorgebrochen
und anschließend in wenigstens einer Mahleinrichtung zerkleinert sowie einer nachgeschalteten
Trocknung zugeführt wird, wobei die Trocknung in einer Wirbelschicht unter Verwendung
wenigstens eines indirekt beheizten Wirbelschichttrockners durchgeführt wird, welcher
mit Dampf als Fluidisierungsmedium betrieben wird, wobei die Rohbraunkohle als Schüttgut
mit einem mittleren Korndurchmesser von d50 von maximal 2 mm in die Wirbelschicht abgeworfen wird und wobei aus der getrockneten
Braunkohle hinter dem Wirbelschichttrockner ein Teilstrom abgezweigt und der Rohbraunkohle
vor der Trocknung zugemischt wird, wobei der Anteil der zurückgeführten Trockenbraunkohle
in Abhängigkeit der Menge der der Wirbelschicht zugeführten Rohbraunkohle geregelt
wird und/oder in Abhängigkeit der Schüttgutdichte der Rohbraunkohle im verdichteten
Zustand variiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Rohbraunkohle ein Anteil von zurückgeführter Trockenbraunkohle zwischen 10 ma%
und 30 ma%, vorzugsweise zwischen 10 ma% und 20 ma% bezogen auf die gesamte Schüttung
zugemischt wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die abgezweigte Trockenbraunkohle unter Verwendung wenigstens einer Mischeinrichtung
mit der Rohbraunkohle vor Aufgabe in den Wirbelschichttrockner innig vermischt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Trockenbraunkohle hinter dem Wirbelschichttrockner gekühlt und einer Nachmahlung
unterzogen wird und dass der Teilstrom der zurückzuführenden Trockenbraunkohle hinter
der Nachmahlung abgezweigt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Trockenbraunkohle der Rohbraunkohle zwischen zwei Mahlstufen oder hinter einer
letzten Mahlstufe zugemischt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vermischung von Rohbraunkohle und Trockenbraunkohle unter Verwendung von wenigstens
einer statischen Mischeinrichtung in einer Schüttgutzufuhr an den Wirbelschichttrockner
erfolgt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schüttung der Rohbraunkohle in die Wirbelschicht mittels wenigstens einer oberhalb
des Wirbelbetts angeordneten rotierenden Verteilerschurre, vorzugsweise nach einer
vorgegebenen Verteilung bezogen auf die Querschnittsfläche des Wirbelschichttrockners
durchgeführt wird.
1. Process for the beneficiation of pit-moist raw brown coal, in particular for thermal
utilization in a power station boiler, wherein the raw brown coal is firstly precrushed
and subsequently comminuted in at least one milling apparatus and passed to subsequent
drying, where the drying is carried out in a fluidized bed using at least one indirectly
heated fluidized-bed dryer which is operated using steam as fluidization medium, where
the raw brown coal is introduced as bulk material having an average particle diameter
d50 of not more than 2 mm into the fluidized bed and a substream is branched off from
the dried brown coal downstream of the fluidized-bed dryer and mixed into the raw
brown coal before drying, where the proportion of recirculated dry brown coal is regulated
as a function of the amount of raw brown coal introduced into the fluidized bed and/or
is varied as a function of the bulk density of the raw brown coal in the compacted
state.
2. Process according to Claim 1, characterized in that a proportion of recirculated dry brown coal in the range from 10% by mass to 30%
by mass, preferably from 10% by mass to 20% by mass, based on the total bed, is mixed
into the raw brown coal.
3. Process according to either Claim 1 or 2, characterized in that the dry brown coal branched off is intimately mixed with the raw brown coal using
at least one mixing apparatus before production into the fluidized-bed dryer.
4. Process according to any of Claims 1 to 3, characterized in that the dry brown coal is cooled and subjected to after-milling downstream of the fluidized-bed
dryer and in that the substream of the dry brown coal to be recirculated is branched off downstream
of the after-milling.
5. Process according to any of Claims 1 to 4, characterized in that the dry brown coal is mixed into the raw brown coal between two milling stages or
downstream of a last milling stage.
6. Process according to any of Claims 1 to 5, characterized in that mixing of raw brown coal and dry brown coal is carried out using at least one static
mixing apparatus in a bulk material feed line to the fluidized-bed dryer.
7. Process according to any of Claims 1 to 6, characterized in that the raw brown coal is poured into the fluidized bed by means of at least one rotating
distributor chute arranged above the fluidized bed, preferably according to a prescribed
distribution based on the cross-sectional area of the fluidized-bed dryer.
1. Procédé de traitement de lignite brut à l'humidité de la mine, notamment pour une
exploitation thermique dans une chaudière de centrale électrique, le lignite brut
étant tout d'abord pré-fragmenté, puis broyé dans au moins un dispositif de broyage
et introduit dans un séchage en aval, le séchage étant réalisé dans un lit fluidisé
en utilisant au moins un séchoir à lit fluidisé à chauffage indirect, qui est exploité
avec de la vapeur en tant que milieu de fluidisation, le lignite brut étant déversé
dans le lit fluidisé sous la forme d'un produit en vrac ayant un diamètre de grain
moyen d50 d'au plus 2 mm, et un courant partiel du lignite sec étant dévié après le séchoir
à lit fluidisé et mélangé avec le lignite brut avant le séchage, la proportion de
lignite sec recyclé étant ajustée en fonction de la quantité de lignite brut introduite
dans le lit fluidisé et/ou étant variée en fonction de la densité de produit en vrac
du lignite brut à l'état compacté.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une proportion de lignite sec recyclé comprise entre 10 % en masse et 30 % en masse,
de préférence entre 10 % en masse et 20 % en masse, par rapport au produit en vrac
total, est mélangée avec le lignite brut.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que le lignite sec dévié est mélangé intimement avec le lignite brut en utilisant au
moins un dispositif de mélange avant l'introduction dans le séchoir à lit fluidisé.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le lignite sec est refroidi après le séchoir à lit fluidisé et soumis à un broyage
secondaire, et en ce que le courant partiel du lignite sec recyclé est dévié après le broyage secondaire.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le lignite sec est mélangé avec le lignite brut entre deux étapes de broyage ou après
une dernière étape de broyage.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'un mélange de lignite brut et de lignite sec a lieu en utilisant au moins un dispositif
de mélange statique dans une alimentation de produit en vrac du séchoir à lit fluidisé.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le chargement en vrac du lignite brut dans le lit fluidisé est réalisé au moyen d'au
moins une goulotte de distribution rotative agencée au-dessus du lit fluidisé, de
préférence selon une distribution prédéterminée par rapport à la surface de section
transversale du séchoir à lit fluidisé.