(19)
(11) EP 2 860 034 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
24.08.2016  Patentblatt  2016/34

(21) Anmeldenummer: 14183119.8

(22) Anmeldetag:  02.09.2014
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B41F 33/00(2006.01)

(54)

Druckmaschine

Printing press

Presse


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 19.09.2013 DE 102013015617

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
15.04.2015  Patentblatt  2015/16

(73) Patentinhaber: Heidelberger Druckmaschinen AG
69115 Heidelberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Kündgen, Rolf
    76669 Bad Schönborn (DE)
  • Merkel, Gerd
    69234 Dielheim (DE)
  • Postels, Michael
    69221 Dossenheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A1- 10 040 519
DE-U- 7 141 941
DE-B1- 1 918 173
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Vorliegende Erfindung betrifft eine Druckmaschine, umfassend einen ersten Zylinder mit einem ersten Zahnrad, einen zweiten Zylinder mit einem zweiten Zahnrad und eine Stelleinrichtung zum Verstellen des zweiten Zylinders und des zweiten Zahnrads relativ zu dem ersten Zylinder und dem ersten Zahnrad aus einer ersten Zylinderstellung, in der das erste Zahnrad und das zweite Zahnrad im Eingriff miteinander sind, in eine zweite Zylinderstellung, in der das erste Zahnrad und das zweite Zahnrad außer Eingriff miteinander sind.

    [0002] In DE10040519A1 ist eine solche Druckmaschine beschrieben. Bei dieser Druckmaschine des Standes der Technik ist ein verstellbar gelagertes Bogenleitelement vorhanden, welches bei in die zweite Zylinderstellung verstelltem zweiten Zylinder durch einen Stellantrieb derart zwischen den ersten Zylinder und den zweiten Zylinder verstellt ist, dass es den ersten Zylinder im Bereich eines Druckspalts überdeckt, den der erste Zylinder und der zweite Zylinder zusammen im Druckbetrieb bilden. Als mögliche Ausbildungen des Bogenleitelements sind ein Leitblech, ein Leitbügel, ein Leitrechen, ein Blaskasten, ein Blasbügel, ein Blasrechen, ein blasender Leitbügel und ein blasender Leitrechen genannt.

    [0003] Die Ausbildungen als Bügel oder Rechen belegen, dass das Bogenleitelement hier nicht zum Schutz des ersten Zylinders oder zum Schutz vor dem ersten Zylinder vorgesehen ist. Beispielsweise hat der Rechen zwischen seinen Zinken Zwischenräume, durch welche hindurch von oben Gegenstände auf den ersten Zylinder fallen könnten. Ein solcher herunterfallender Gegenstand könnte ein Steckschlüssel oder Reinigungswerkzeug sein, mit welchem der Bediener während des Druckbetriebes am sich oberhalb des ersten Zylinders befindlichen zweiten Zylinder arbeitet, wenn dieser für die Bearbeitung des laufenden Druckauftrags nicht erforderlich ist. Ein Schutz des ersten Zylinders ist also nicht gegeben. Andererseits ist auch kein Schutz vor dem ersten Zylinder gegeben. Der Bediener könnte bei seinen während des Druckbetriebs am zweiten Zylinder auszuführenden Wartungsarbeiten unabsichtlich durch die Zwischenräume zwischen den Zinken des Rechens hindurchgreifen und dabei mit dem rotierenden ersten Zylinder in Kontakt kommen, was zu schweren Verletzungen führen kann.

    [0004] In DE1918173B ist eine Druckmaschine beschrieben, bei der eine stangenförmige Fingerschutzeinrichtung über ein Getriebe mit einer Exzenterbuchsenlagerung derart verbunden ist, dass bei dem Verstellen des zweiten Zylinders aus einer ersten Zylinderstellung in eine zweite Zylinderstellung zwangsweise die Fingerschutzeinrichtung aus einer ersten Schutzstellung in eine zweite Schutzstellung verstellt wird. Das Getriebe ist als ein Kurvengetriebe ausgebildet.

    [0005] Auf das zuletzt genannte Dokument nimmt DE7141941U1 Bezug, worin ebenfalls eine stangenförmige Fingerschutzeinrichtung über ein Getriebe mit einer Exzenterbuchsenlagerung derart verbunden ist, dass bei dem Verstellen des zweiten Zylinders aus einer ersten Zylinderstellung in eine zweite Zylinderstellung zwangsweise die Fingerschutzeinrichtung aus einer ersten Schutzstellung in eine zweite Schutzstellung verstellt wird. Hier handelt es sich bei dem ersten Zylinder um einen Gegendruckzylinder, bei dem zweiten Zylinder um einen Gummituchzylinder und bei der zweiten Zylinderstellung um die Druck-ab-Stellung.

    [0006] Es ist bekannt, dass Gegendruckzylinder und Gummituchzylinder mit Zahnrädern ausgestattet sein können; es ist aber ebenso bekannt, dass der Eingriff des Zahnrads des Gummituchzylinders in das Zahnrad des Gegendruckzylinders erhalten bleibt, wenn der Gummituchzylinder in seine Druck-ab-Stellung verstellt wird. Der Stellweg beim Verstellen des Gummituchzylinders in die Druck-ab-Stellung ist so kurz, dass bei besagtem Verstellen das Zahnrad des Gummituchzylinders nicht außer Eingriff mit dem Zahnrad des Gegendruckzylinders kommt.

    [0007] Weiterer Stand der Technik ist in DE19944117A und DE19603666A1 beschrieben.

    [0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine weitere Druckmaschine zu schaffen.

    [0009] Diese Aufgabe wird durch eine Druckmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

    [0010] Die erfindungsgemäße Druckmaschine umfasst:
    • einen ersten Zylinder mit einem ersten Zahnrad,
    • einen zweiten Zylinder mit einem zweiten Zahnrad,
    • eine Stelleinrichtung zum Verstellen des zweiten Zylinders und des zweiten Zahnrads relativ zu dem ersten Zylinder und dem ersten Zahnrad aus einer ersten Zylinderstellung, in der das erste Zahnrad und das zweite Zahnrad im Eingriff miteinander sind, in eine zweite Zylinderstellung, in der das erste Zahnrad und das zweite Zahnrad außer Eingriff miteinander sind,
    • eine stangenförmige oder spindelförmige Fingerschutzeinrichtung,
    • ein verstellbar gelagertes, flächiges Schutzelement zum Schutz des ersten Zylinders und/oder zum Schutz vor dem ersten Zylinder,
    • ein Getriebe, über welches die Stelleinrichtung mit der Fingerschutzeinrichtung derart verbunden ist,
    dass bei dem Verstellen des zweiten Zylinders aus der ersten Zylinderstellung in die zweite Zylinderstellung zwangsweise die Fingerschutzeinrichtung aus einer ersten Schutzstellung in eine zweite Schutzstellung verstellt wird,
    wobei bei in die zweite Zylinderstellung verstelltem zweiten Zylinder das Schutzelement zwischen den ersten Zylinder und den zweiten Zylinder verstellt ist.

    [0011] Ein Vorteil ist, dass die Merkmale der erfindungsgemäßen Druckmaschine besonders gut in einem Lackierwerk der Druckmaschine angewendet werden können.

    [0012] In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Druckmaschine genannt.

    [0013] Bei einer Weiterbildung überdeckt, während der zweite Zylinder in die zweite Zylinderstellung verstellt ist, das Schutzelement den ersten Zylinder im Bereich eines Druckspalts, den der erste Zylinder und der zweite Zylinder zusammen im Druckbetrieb bilden.

    [0014] Bei einer weiteren Weiterbildung ist ein Stellantrieb, z. B. ein Elektromotor oder ein pneumatischer oder hydraulischer Arbeitszylinder, zum Verstellen des Schutzelements vorhanden.

    [0015] Bei einer weiteren Weiterbildung ist eine Steuereinrichtung vorhanden, die den Stellantrieb in Abhängigkeit von einer Ansteuerung der Stelleinrichtung derart ansteuert, dass automatisch das Schutzelement zwischen den ersten Zylinder und den zweiten Zylinder verstellt wird, wenn der zweite Zylinder in die zweite Zylinderstellung verstellt wird.

    [0016] Bei einer weiteren Weiterbildung ist das Getriebe ein Koppelgetriebe oder ein Viergelenkgetriebe. Ein Koppelgetriebe hat eine Koppel, die an jedem Ende ein Drehgelenk aufweist. Die Koppel ist über das eine Drehgelenk mit einer Schwinge gelenkig verbunden und über das andere Drehgelenk mit einer weiteren Schwinge. Das Viergelenkgetriebe ist eine spezielle Form des Koppelgetriebes. Die Ausbildung des Getriebes als Koppelgetriebe hat gegenüber der aus dem Stand der Technik (DE1918173B) bekannten Ausbildung als Kurvengetriebe den Vorteil einer besseren Eignung für große Formatbreiten der Druckmaschine. Bei einer grossen Formatbreite würde das Kurvengetriebe zum Verkanten und Verklemmen neigen.
    Die Gefahr eines solchen Verklemmens besteht bei dem Koppelgetriebe nicht, weil die Drehgelenke des Koppelgetriebes robust sind.

    [0017] Bei einer weiteren Weiterbildung ist das Schutzelement eine Schutzplatte, eine Schutzschale oder ein Schutzrollladen.

    [0018] Bei einer weiteren Weiterbildung ist die Stelleinrichtung eine Lagerung des zweiten Zylinders oder ein Teil dieser Lagerung.

    [0019] Bei einer weiteren Weiterbildung ist die Lagerung ein Exzenterbuchsenlager. Die Lagerung kann auch eine andere Exzenterlagerung oder ein Polygonlager sein.

    [0020] Bei einer weiteren Weiterbildung ist der erste Zylinder ein Gegendruckzylinder zum Transportieren von Bogen und der zweite Zylinder ein Auftragszylinder zum Auftragen von Farbe oder Lack auf die transportierten Bogen.

    [0021] Konstruktiv und funktionell vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich auch aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und der dazugehörigen Zeichnung, in welcher zeigen:

    Figuren 1a und 1b ein Lackierwerk einer Druckmaschine und

    Figuren 2a und 2b eine Modifikation des Ausführungsbeispiels aus den Figuren 1a, 1b.



    [0022] Figuren 1a und 1b zeigen ausschnittsweise eine Druckmaschine 1 für den planographischen Offsetdruck auf Bogen. In dem Ausschnitt ist ein Lackierwerk 2 der Druckmaschine 1 schematisch dargestellt. Das Lackierwerk 2 umfasst einen ersten Zylinder 3 und einen zweiten Zylinder 4. Der erste Zylinder 3 ist ein Gegendruckzylinder mit Greifern zum Transportieren der Bogen. Der zweite Zylinder 4 ist ein Auftragszylinder zum Auftragen der Beschichtungsflüssigkeit (Lack) auf den transportierten Bogen. Auf den zweiten Zylinder 4 ist dazu ein Gummituch oder eine Druckplatte aufgespannt.

    [0023] Der zweite Zylinder 4 ist in einer Lagerung gelagert, die als Stelleinrichtung 5 zum Verstellen des zweiten Zylinders 4 relativ zum ersten Zylinder 3 dient. Die Stelleinrichtung 5 ist ein Exzenterbuchsenlager.

    [0024] Mittels der Stelleinrichtung 5 kann der zweite Zylinder 4 in eine erste Zylinderstellung mit einem Abstand zum ersten Zylinder 3 verstellt werden. Die erste Zylinderstellung wird als Druck-Ab-Stellung bezeichnet und ist zeichnerisch nicht dargestellt. In der ersten Zylinderstellung befindet sich ein erstes Zahnrad 17 des ersten Zylinders 3 noch im Eingriff mit einem zweiten Zahnrad 18 des zweiten Zylinders 4. Das erste Zahnrad 17 ist mit dem ersten Zylinder 3 koaxial angeordnet und drehfest verbunden. Das zweite Zahnrad 18 ist mit dem zweiten Zylinder 4 koaxial angeordnet und drehfest verbunden. Die Zahnräder 17, 18 sitzen fest auf Achszapfen der Zylinder 3, 4.

    [0025] Mittels der Stelleinrichtung 5 kann der zweite Zylinder 4 in eine zweite Zylinderstellung mit einem größeren Abstand zum ersten Zylinder 3 als in der ersten Zylinderstellung verstellt werden. Die zweite Zylinderstellung ist in Figur 1a dargestellt und wird als Passivstellung bezeichnet. Die zweite Zylinderstellung dient für Druckaufträge, bei denen die Bogen nur in Offsetdruckwerken der Druckmaschine 1 bedruckt werden und dabei das Lackierwerk 2 durchlaufen, ohne darin bedruckt zu werden. Die zweite Zylinderstellung dient auch als Wartungsstellung, z.B. zum Reinigen des zweiten Zylinders 4. In der zweiten Zylinderstellung ist das zweite Zahnrad 18 des zweiten Zylinders 4 außer Eingriff mit dem ersten Zahnrad 17 des ersten Zylinders 3 und ist ein Schutzelement 19 in Form einer Schutzplatte durch einen Stellantrieb 21 in einen Druckspalt 20 zwischen den beiden Zylindern 3, 4 hinein verstellt sein. Das Schutzelement (19) könnte auch eine Schutzschale oder ein Schutzrolladen sein. Der Stellantrieb 21 ist ein Elektromotor, der ein Ritzel trägt, das in eine Zahnstange am Schutzelement 19 eingreift. Der Stellantrieb 21 könnte auch ein pneumatischer oder hydraulischer Arbeitszylinder sein. Der Stellantrieb 21 ist durch eine elektronische Steuerungseinrichtung 22 angesteuert.

    [0026] Mittels der Stelleinrichtung 5 kann der zweite Zylinder 4 in eine dritte Zylinderstellung mit Kontakt zu den Bogen auf dem ersten Zylinder 3 verstellt werden, die in Figur 1b dargestellt ist und als Druck-An-Stellung bezeichnet wird.

    [0027] Die beiden Zylinder 3, 4 bilden einen keilförmigen Einlaufzwickel 6 in Zylinderdrehrichtung vor dem Druckspalt 20 und einen Auslaufzwickel 7 nach dem Druckspalt 20. Im Einlaufzwickel 6 ist eine Fingerschutzeinrichtung 8 angeordnet, welche ein elektrisches Signal gibt, wenn der Bediener mit seiner Hand zu stark gegen die Fingerschutzeinrichtung 7 drückt. Die Fingerschutzeinrichtung 8 ist eine Stange oder eine Spindel und erstreckt sich mit dem zweiten Zylinder 4 parallel über dessen gesamte Länge. Die Fingerschutzeinrichtung 8 ist durch einen elektrischen Schalter oder Taster überwacht, welcher anspricht, wenn die Fingerschutzeinrichtung 8 durch äußere Einwirkung, z.B. die Hand des Bedieners, aus ihrer Schutzstellung gedrängt wird. Der Schalter schließt oder öffnet einen Stromkreis, wodurch das Signal an eine Steuereinrichtung gegeben wird. Die Steuereinrichtung empfängt das Signal und setzt infolgedessen den Motor still, welcher die Zylinder 3, 4 rotiert. Dadurch wird verhindert, dass der Bediener durch die rotierenden Zylinder 3, 4 verletzt wird.

    [0028] Um dies sicherzustellen, muss zwischen der Fingerschutzeinrichtung 8 und dem zweiten Zylinder 4 ein bestimmter Abstand vorhanden sein, der nicht überschritten werden darf. Dieser Abstand ist nicht nur in der ersten Zylinderstellung und der dritten Zylinderstellung des zweiten Zylinders 4 erforderlich, sondern auch in der zweiten Zylinderstellung.

    [0029] Deshalb ist ein Getriebe 9 vorhanden, über welches die Fingerschutzeinrichtung 8 mit der Stelleinrichtung 5 gekoppelt ist. Beim Verstellen des zweiten Zylinders 4 aus der zweiten in die dritte Stellung wird automatisch die Fingerschutzeinrichtung 8 mit verstellt, so dass der zulässige Maximalabstand zwischen der Fingerschutzeinrichtung 8 und der Umfangsfläche des zweiten Zylinders 4 nicht überschritten wird.

    [0030] Das Getriebe 9 ist ein Koppelgetriebe, speziell ein Viergelenkgetriebe. Das Getriebe 9 umfasst eine Antriebsschwinge 10, die über ein erstes Drehgelenk 11 mit dem Gestell verbunden ist. Die Antriebsschwinge 10 ist über ein zweites Drehgelenk 12 mit einer Koppel 15 verbunden, die über ein drittes Drehgelenk 13 mit einer Abtriebsschwinge 16 verbunden ist, welche über ein viertes Drehgelenk 14 mit dem Gestell verbunden ist. In dem zweiten Drehgelenk 12 ist der zweite Zylinder 4 gelagert, wobei die Antriebsschwinge 10 durch die Exzentrizität der Exzenterbuchse der Stelleinrichtung 5 gebildet wird. In dem dritten Drehgelenk 13 ist die Fingerschutzeinrichtung 8 gelagert.

    [0031] Wenn der zweite Zylinder 4 um das erste Drehgelenk 11 geschwenkt wird, um den zweiten Zylinder 4 von dem ersten Zylinder 3 weg zu verstellen, wird dabei die Fingerschutzeinrichtung 8 um das vierte Drehgelenk 14 geschwenkt. Bei der Verstellung des zweiten Zylinders 4 vom ersten Zylinder 3 weg würde ohne das Getriebe 9 sich die Fingerschutzeinrichtung 8 nicht bewegen und infolgedessen der Abstand zwischen der Fingerschutzeinrichtung 8 und dem zweiten Zylinder 4 sich in unerwünschter Weise vergrößern. Durch das Getriebe 9 ist sichergestellt, dass synchron mit der Bewegung des zweiten Zylinders 4 vom ersten Zylinder 3 weg eine Ausgleichsbewegung der Fingerschutzeinrichtung 8 erfolgt, wodurch letzterer dem zweiten Zylinder 4 nachgeführt wird. Hierbei wird die Fingerschutzeinrichtung 8 aus einer ersten Schutzstellung in eine zweite Schutzstellung verstellt. In beiden Schutzstellungen ist die Schutzfunktion einschließlich der sensorischen Überwachung (Schalter) wirksam.

    [0032] Das in den Figuren 2a und 2b gezeigte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von jenen in den Figuren 1a und 1b nur in folgender Eigenschaft: Das vierte Drehgelenk 14 liegt bei dem Ausführungsbeispiel gemäß der Figuren 1a und 1b außerhalb der Querschnittsfläche der Fingerschutzeinrichtung 8 und bei dem Ausführungsbeispiel gemäß der Figuren 2a und 2b innerhalb besagter Querschnittsfläche. Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß der Figuren 2a und 2b wird die Abtriebsschwinge 16 durch die Fingerschutzeinrichtung 8 selbst gebildet.

    [0033] Zeichnerisch nicht dargestellt ist eine weitere Modifikation, bei welcher die Abtriebsschwinge 16 doppelarrnig ausgebildet ist und am Ende des einen Armes das dritte Drehgelenk 13 angeordnet ist und am Ende des anderen Armes die Fingerschutzeinrichtung 8 angeordnet ist.

    Bezugszeichenliste



    [0034] 
    1
    Druckmaschine
    2
    Lackierwerk
    3
    Erster Zylinder
    4
    Zweiter Zylinder
    5
    Lagerung
    6
    Einlaufzwickel
    7
    Auslaufzwickel
    8
    Fingerschutzeinrichtung
    9
    Getriebe
    10
    Antriebsschwinge
    11
    Erstes Drehgelenk
    12
    Zweites Drehgelenk
    13
    Drittes Drehgelenk
    14
    Viertes Drehgelenk
    15
    Koppel
    16
    Abtriebsschwinge
    17
    Zahnrad
    18
    Zahnrad
    19
    Schutzelement
    20
    Druckspalt
    21
    Stellantrieb
    22
    Steuereinrichtung



    Ansprüche

    1. Druckmaschine, umfassend:

    - einen ersten Zylinder (3) mit einem ersten Zahnrad (17),

    - einen zweiten Zylinder (4) mit einem zweiten Zahnrad (18),

    - eine Stelleinrichtung (5) zum Verstellen des zweiten Zylinders (4) und des zweiten Zahnrads (18) relativ zu dem ersten Zylinder (3) und dem ersten Zahnrad (17)

    aus einer ersten Zylinderstellung, in der das erste Zahnrad (17) und das zweite Zahnrad (18) im Eingriff miteinander sind,
    in eine zweite Zylinderstellung, in der das erste Zahnrad (17) und das zweite Zahnrad (18) außer Eingriff miteinander sind, gekennzeichnet durch

    - eine stangenförmige oder spindelförmige Fingerschutzeinrichtung (8),

    - ein verstellbar gelagertes, flächiges Schutzelement (19) zum Schutz des ersten Zylinders (3) und/oder zum Schutz vor dem ersten Zylinder (3),

    - ein Getriebe (9), über welches die Stelleinrichtung (5) mit der Fingerschutzeinrichtung (8) derart verbunden ist,

    dass bei dem Verstellen des zweiten Zylinders (18) aus der ersten Zylinderstellung in die zweite Zylinderstellung zwangsweise die Fingerschutzeinrichtung (8) aus einer ersten Schutzstellung in eine zweite Schutzstellung verstellt wird,
    wobei bei in die zweite Zylinderstellung verstelltem zweiten Zylinder (4) das Schutzelement (19) zwischen den ersten Zylinder (3) und den zweiten Zylinder (4) verstellt ist.
     
    2. Druckmaschine nach Anspruch 1, wobei bei in die zweite Zylinderstellung verstelltem zweiten Zylinder (4) das Schutzelement (19) den ersten Zylinder (3) im Bereich eines Druckspalts (20), den der erste Zylinder (3) und der zweite Zylinder (4) zusammen im Druckbetrieb bilden, überdeckt.
     
    3. Druckmaschine nach Anspruch 1, wobei ein Stellantrieb (21) zum Verstellen des Schutzelements (19) vorhanden ist.
     
    4. Druckmaschine nach Anspruch 3, wobei der Stellantrieb (21) ein Elektromotor (21) oder ein pneumatischer oder hydraulischer Arbeitszylinder ist.
     
    5. Druckmaschine nach Anspruch 3, wobei eine Steuereinrichtung (22) vorhanden ist, die den Stellantrieb (21) in Abhängigkeit von einer Ansteuerung der Stelleinrichtung (5) derart ansteuert, dass automatisch das Schutzelement (19) zwischen den ersten Zylinder (3) und den zweiten Zylinder (4) verstellt wird, wenn der zweite Zylinder (4) in die zweite Zylinderstellung verstellt wird.
     
    6. Druckmaschine nach Anspruch 1, wobei das Getriebe (9) ein Koppelgetriebe (9) oder ein Vierdrehgelenkgetriebe.
     
    7. Druckmaschine nach Anspruch 1, wobei das flächige Schutzelement (19) eine Schutzplatte, eine Schutzschale, oder ein Schutzrollladen ist.
     
    8. Druckmaschine nach Anspruch 1, wobei die Stelleinrichtung (5) eine Lagerung (5) des zweiten Zylinders (4) ist.
     
    9. Druckmaschine nach Anspruch 8, wobei die Lagerung (5) ein Exzenterbuchsenlager (5) ist.
     
    10. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei der erste Zylinder (3) ein Gegendruckzylinder (3) zum Transportieren von Bogen und der zweite Zylinder (4) ein Auftragszylinder (4) zum Auftragen von Farbe oder Lack auf die transportierten Bogen ist.
     


    Claims

    1. Printing press comprising

    - a first cylinder (3) having a first gearwheel (17),

    - a second cylinder (4) having a second gearwheel (17),

    - an adjustment device (5) for adjusting the second cylinder (4) and the second gearwheel (18) relative to the first cylinder (3) and the first gearwheel (17) from a first cylinder position in which the first gearwheel (17) and the second gearwheel (17) mesh with one another,

    into a second cylinder position in which the first gearwheel (17) and the second gearwheel (18) are disengaged from one another,
    characterized by

    - a rod-shaped or spindle-shaped finger guard (8),

    - a flat protective element (19) mounted to be adjustable for protection of the first cylinder (3) and/or for protection against the first cylinder (3),

    - a transmission (9) connecting the adjustment device (5) and the finger guard (8) in such a way that

    when the second cylinder (18) is adjusted from the first cylinder position to the second cylinder position, the finger guard (8) is positively adjusted from a first protective position to a second protective position, wherein when the second cylinder (4) is adjusted to the second cylinder position, the protective element (19) is adjusted to be between the first cylinder (3) and the second cylinder (4).
     
    2. Printing press according to claim 1, wherein when the second cylinder (4) is in the second cylinder position, the protective element (19) covers the first cylinder (3) in the region of a printing nip (20) formed by the first cylinder (3) and the second cylinder (4) during a printing operation.
     
    3. Printing press according to claim 1, wherein an adjustment drive (21) for adjusting the protective element (19) is provided.
     
    4. Printing press according to claim 3, wherein the adjustment drive (21) is an electric motor (21) or a pneumatic or hydraulic operating cylinder.
     
    5. Printing press according to claim 3, wherein a control device (22) is provided for controlling the adjustment drive (21) as a function of an actuation of the adjustment device (5) in such a way that the protective element (19) is automatically adjusted to be between the first cylinder (3) and the second cylinder (4) when the second cylinder (4) is adjusted to the second cylinder position.
     
    6. Printing press according to claim 1, wherein the transmission (9) is a linkage (9) or a four-bar linkage.
     
    7. Printing press according to claim 1, wherein the flat protective element (19) is a protective plate, a protective shell, or a protective roller shutter.
     
    8. Printing press according to claim 1, wherein the adjustment device (5) is a bearing (5) of the second cylinder (4).
     
    9. Printing press according to claim 8, wherein the bearing (5) is an eccentric bush bearing (5).
     
    10. Printing press according to any one of claims 1 to 9, wherein the first cylinder (3) is an impression cylinder (3) for transporting sheets and the second cylinder (4) is a transfer cylinder for transferring ink or varnish to the transported sheets.
     


    Revendications

    1. Machine d'impression, comprenant :

    - un premier cylindre (3) avec une première roue dentée (17),

    - une second cylindre (4) avec une seconde roue dentée (18),

    - un dispositif de déplacement (5) pour le déplacement du second cylindre (4) et de la première roue dentée (18) par rapport au premier cylindre (3) et de la première roue dentée (17),

    depuis une première position de cylindre, dans laquelle la première roue dentée (17) et la second roue dentée sont engrenées entre elles,
    dans une seconde position du second cylindre, dans laquelle la première roue dentée (17) et la seconde roue dentée (18) ne sont plus engrenées entre elles, caractérisée par

    - un dispositif de protection de doigts (8) en forme de barre ou de tige (8),

    - un élément de protection (19) réglable, étendu pour la protection du premier cylindre (3) et/ou pour la protection du premier cylindre (3),

    un engrenage (9), par l'intermédiaire duquel le dispositif de déplacement (5) est relié au dispositif de protection de doigts (8) de sorte
    que pour le déplacement du second cylindre (4) dans la seconde position de cylindre, l'élément de protection (19) est déplacé entre le premier cylindre (3) et le second cylindre (4).
     
    2. Machine d'impression selon la revendication 1, pour le second cylindre (4) réglé dans la seconde position de cylindre, l'élément de protection (19) recouvrant le premier cylindre (3) dans la zone d'une fente de pression(20), que le second cylindre (4) et le second cylindre (4) ensemble en mode de pression.
     
    3. Machine d'impression selon la revendication 1, un entraînement de réglage (21) étant prévu pour le déplacement de l'élément de protection (19).
     
    4. Machine d'impression selon la revendication 3, l'entraînement de réglage (21) étant un moteur électrique (21) ou un cylindre de travail pneumatique ou hydraulique.
     
    5. Machine d'impression selon la revendication 3, un dispositif de commande (22) étant prévu, qui commande l'entraînement de réglage (21) en fonction d'une commande du dispositif de réglage (5) de sorte que l'élément de protection (19) est déplacé automatiquement entre le premier cylindre (3) et le second cylindre (4) quand le second cylindre (4) est déplacé dans la seconde position de cylindre.
     
    6. Machine d'impression selon la revendication 1, l'engrenage (9) étant un engrenage d'accouplement (9) ou un engrenage à quatre articulations.
     
    7. Machine d'impression selon la revendication 1, l'élément large de protection (19) étant une plaque de protection, une coque de protection ou un volet roulant.
     
    8. Machine d'impression selon la revendication 1, le dispositif de déplacement (5) étant un logement (5) du second cylindre (4).
     
    9. Machine d'impression selon la revendication 8, le logement (5) étant un roulement à billes ou à coussinet excentrique (5).
     
    10. Machine d'impression selon l'une des revendications 1 à 9, le premier cylindre (3) étant un cylindre de contre-pression (3) pour le transport de feuilles et le second cylindre (4) étant un cylindre encreur (4) pour l'application d'encre ou de vernis sur les feuilles transportées.
     




    Zeichnung











    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente