[0001] Die Erfindung betrifft eine Haargestaltungsvorrichtung nach Anspruch 1 mit einem
Gehäuse mit gelenkig miteinander verbundenen Armen und einer Anzahl von in den Armen
integrierten Behandlungselementen mit Wärmequellen, wobei die Arme und die Behandlungselemente
einen mindestens auf zwei Seiten begrenzten Behandlungsabschnitt definieren. Die Haargestaltungsvorrichtung
kann zur temporären Haarumformung, insbesondere zur Haarglättung oder Lockenbildung,
eingesetzt werden. Herkömmliche Haargestaltungsvorrichtungen sind zum Beispiel Haarglätter
mit Platten als Behandlungselemente oder im Wesentlichen runde Lockenstäbe, bei denen
die Haare jeweils mittels Wärmezufuhr und unter Zug umgeformt werden.
[0002] Die
DE 201 19 133 U1 beschreibt einen konventionellen Haarformer mit einer optional integrierten Dampferzeugungseinrichtung
zum dampfunterstützten Haarformen. An einem zangenartigen Haarformer kann ein Wassertank
angebracht werden, der die für die Dampferzeugung notwendige Flüssigkeit enthält.
Über in Wärmeplatten integrierte Dampfaustrittsöffnungen wird Wasserdampf an die Haarsträhnen
abgegeben, um ein gleichmäßigeres Haarformen bzw. Haarglätten zu ermöglichen.
[0003] Das Dokument
EP2397045 A1 offenbart eine Haargestaltungsvorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Aufgabe
der Erfindung ist es, eine Haargestaltungsvorrichtung vorzusehen, mit der eine schonende
Haarumformung erzielt wird.
[0004] Diese Aufgabe wird durch eine Haargestaltungsvorrichtung gemäß Oberbegriff mit den
in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.
[0005] Die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung für die Anwendung zur Haarumformung
wird in Anspruch 1 beschrieben. Sie umfasst u.a. eine Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung
zur Feuchteregulierung, d.h. insbesondere zur Verringerung des Wasserverlusts des
Haares. Der Prozess der Haarumformung benötigt neben hohen Temperaturen auch eine
gewisse Wechselwirkungszeit, bei der die im Haarumformungsbereich des Geräts platzierten
Haarsträhnenabschnitte mit den heißen Kontaktflächen in Kontakt stehen. Hierbei kommt
es zu Wasserverlusten auf Grund von Verdunstung von im Haar absorbierten Wassermolekülen.
Der regelmäßig auftretende, bei konventionellen Haargestaltungsvorrichtungen häufig
drastische Wasserverlust, wird erfindungsgemäß durch die Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung
verhindert. Die Erfindung wendet sich also davon ab, separate Wasserbehälter zur Befeuchtung
des Haares vorzusehen. Sie verfolgt vielmehr das Prinzip, die oder wenigstens ein
Teil der dem Haar bei der Haarumformung entzogenen Feuchtigkeit am Entweichen aus
dem Behandlungsabschnitt zu hindern. Damit wird ein wesentlich geringerer technischer
Aufwand betrieben als bei herkömmlichen Haarformern und die Bedienung der Haargestaltungsvorrichtung
wird vereinfacht.
[0006] Um ein Entweichen der Feuchtigkeit zu verhindern oder wenigstens deutlich zu reduzieren,
ist der Behandlungsabschnitt als ein im Wesentlichen abgeschlossener Raum ausgebildet.
Er ist nicht vollständig abgeschlossen, weil die behandelte Haarsträhne hindurchreicht
und eine gewisse Verbindung zur Umgebung mit einem gewissen Luftaustausch bewirkt.
Erfindungsgemäß wird jedoch der Luftaustausch weitgehend, wenn auch nicht vollständig
verhindert. In dem insoweit nach außen hin abgeschlossenen Behandlungsabschnitt reichert
sich bei fortlaufender Behandlung der dem Haar entzogenen Wasserdampf an. Bei zunehmender
Sättigung mit Wasserdampf sinkt die Verdampfungsrate und es wird mit der Zeit dem
Haar zunehmend weniger Feuchte entzogen. Das Haar trocknet demzufolge weniger stark
aus, und der natürliche Feuchtigkeitsgehalt des Haars kann vorteilhafterweise besser
aufrecht erhalten werden. Denn Haar mit mehr Feuchtigkeit ist elastischer und neigt
weniger zu Haarbruch und Spliss.
[0007] Bei einer Behandlung besteht zwischen den beiden Armen bzw. ihren im Wesentlichen
einander gegenüberliegenden Behandlungselementen ein Spalt bzw. Schlitz im Behandlungsabschnitt,
durch den hindurch die Haarsträhne verläuft. In einer bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung umfasst die Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung
mindestens an einer Seite des Spalts ihn nach außen hin abschließende flexible Gummilippen
als Feuchtigkeitsrückhalteelemente. Sie sind im Wesentlichen senkrecht zur Oberfläche
der Behandlungselemente angeordnet. Da die Haarsträhnen in der Regel senkrecht zu
den in den Armen des Gehäuses angeordneten Behandlungselementen liegen, können die
ebenfalls senkrecht dazu angeordneten Feuchtigkeitsrückhalteelemente diesen Spalt
weitgehend abschließen. Abschließen bedeutet, dass Wasserdampf weitgehend daran gehindert
wird, aus dem Spalt und an den Feuchtigkeitsrückhalteelementen vorbei auszutreten.
Die Feuchtigkeitsrückhalteelemente können an nur einem Arm oder an beiden Armen befestigt
sein, so dass die Haarsträhnen zwischen den Feuchtigkeitsrückhalteelementen zum Liegen
kommen. Sind sie nur an einer Seite der Vorrichtung angebracht, dann vorzugsweise
an derjenigen, an der die behandelte Haarsträhne den Behandlungsabschnitt verlässt.
Laut der Erfindung umfasst die Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung eine Anzahl von den
Behandlungsabschnitt im Wesentlichen umlaufenden flexiblen Gummilippen als Feuchtigkeitsrückhalteelemente.
Umlaufend heißt, dass bei einem rechteckigen Behandlungsabschnitt Feuchtigkeitsrückhalteelemente
an allen vier Seiten des Behandlungsabschnittes vorgesehen sind. Sie sind zweckmäßigerweise
in voller Länge der jeweiligen Seiten ausgebildet und stoßen an den Ecken an das jeweils
benachbarte Feuchtigkeitsrückhaltelement oder sind gestaffelt und überlagern bzw.
überlappen sich..Die Feuchtigkeitsrückhaltelemente können aus einzelnen Teilelementen
bestehen oder ein durchgehendes Element darstellen. Die Teilelemente eines Feuchtigkeitsrückhalteelements
können sich besser den unterschiedlichen Bewegungen der Haarsträhnen, wie z. B. Verformung
durch das Greifen der Haare oder während des Durchziehens der Haare beim Haarumformen
anpassen.
[0008] Die Feuchtigkeitsrückhalteelemente sind in sich flexibel ausgebildet. Flexibel heißt,
dass sie kompressibel sein und/oder sich elastisch verbiegen lassen können. Sie können
eine Art Vorhang bilden als flexible Gummilippen. Flexible Elemente sind für den Anwender
angenehm, da sie sich der Form der Haarsträhnen gut anpassen und zugleich den Spalt
effektiv abschließen. Als Materialien dafür können beispielsweise fluorhaltiger Kautschuk,
ethylen- und/oder propylenhaltige Kautschuke wie Ethylen-Propylen-Dien-Monomer (EPDM)
zum Einsatz kommen. Zusätzlich können an sich starre, aber schwenk- oder drehbar gelagerte
Feuchtigkeitsrückhalteelemente eingesetzt werden, z. B. Rollenelemente, lippenartige
(z.B. Gummilippen) oder kammartige Abtrennungselemente. Die mehr oder weniger starren
Elemente können sich unterschiedlich dicken Haarsträhnen anpassen und ebenfalls eine
effektive Abtrennung des Behandlungsraumes mit einer guten Rückhaltewirkung ausbilden.
Außerdem können sie aus wärmebeständigen und abriebfesten Materialien wie Kunststoffen
oder ähnlichem ausgebildet sein.
[0009] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann die Haargestaltungsvorrichtung
die Feuchteregulierung beim Haarumformen nicht nur durch das Zurückhalten der Feuchtigkeit
in dem Behandlungsabschnitt bewerkstelligen, sondern sie kann auch einen Teil der
bei der Haarumformung abgegebenen Feuchte an das Haar zurückgeben. Für eine Rückführung
abgegebenen Wassers können in einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Haargestaltungsvorrichtung eine erste Temperaturzone und eine zweite Temperaturzone
in dem Behandlungsabschnitt vorgesehen sein. Die erste Temperaturzone umfasst die
Behandlungselemente und weist eine höhere Temperatur als die zweite Temperaturzone
auf. In der ersten Temperaturzone wird dem Haar Wasser entzogen. Die zweite, kühlere
Temperaturzone dient dazu, dass entzogene Wasser zu kondensieren, zu sammeln und zum
Großteil dem Haar nach der Haarumformung wieder zurückzuführen. Hierzu kann in dem
Behandlungsabschnitt eine Art Kondensationsfläche ausgebildet sein, an der sich der
Wasserdampf niederschlägt. Zum Beispiel kann der Abstand der beheizbaren Behandlungselemente
und der Kondensationsflächen derart ausgestaltet sein, d. h. weit genug sein, dass
sie einen deutlichen Temperaturunterschied aufweisen. Ein Teil dieser zweiten Temperaturzone
kann beispielsweise durch die Feuchtigkeitsrückhalteelemente gebildet sein.
[0010] Die Temperatur der Behandlungselemente liegt bevorzugt bei mehr als 50 °C, weiter
bevorzugt bei mehr als 80°C, insbesondere bei etwa 90 bis 180 °C. Die Temperatur sollte
zur Vermeidung von Schädigungen der Haarstruktur bevorzugt auf nicht höher als 230°C,
bevorzugt nicht höher als 200 °C beschränkbar sein. Gesundes und natives Haar, also
solches, das noch nicht chemisch (z.B. mit Coloration, Dauerwellmittel, Relaxer, usw.)
behandelt oder exzessiven Hitzebehandlungen, z. B. durch Haartrockner, Glätteisen
und Lockenstab unterworfen wurde, besitzt bei den üblichen Umgebungsbedingungen und
Raumluftbedingungen einen Wassergehalt von ca. 15 % (für eine repräsentative Standardprobe).
Der Wassergehalt im Haar variiert primär in Abhängigkeit von der Luftfeuchte. Bei
sehr trockener Luft, wie sie beispielsweise im Winter bei kalten Temperaturen vorliegt,
liegt der Wassergehalt im Haar sehr viel niedriger als bei tropischen Witterungsverhältnissen.
Bei einem vollkommenen Durchnässen der Haare bzw. bei einer Luftfeuchtigkeit von 100
% stellt sich ein maximal möglicher Feuchtegehalt im Haar von ca. 30 % ein. Neben
den Umgebungsbedingungen spielen unter anderem auch die ethnische Herkunft, der pH-Wert
oder die kosmetische Vorbehandlung der Haare eine Rolle auf die Wasserabsorption von
Haar. Erfindungsgemäß spielt dies aber keine Rolle, da die erfindungsgemäß eingesetzte
Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung bei allen Proben einen signifikanten Effekt auf
die verbesserte Schonung der Haare bei der Haarumformung ergibt.
[0011] Versuche haben gezeigt, dass bei Verwendung eines Haarglätters mit einer Heiztemperatur
von 200 °C, einer Wechselwirkungszeit zwischen Haar und Heizplattenoberfläche von
1 bis 1,5 Sekunden und bei ca. 33 cm langen und ca. 650 Haaren umfassenden Haarsträhnen
ein effektiver Feuchtigkeitsverlust von bis zu 8,5 % feststellbar ist. Der effektive
Feuchtigkeitsverlust wird hierbei von der Haarmasse inkl. Wassergehalt berechnet.
Bei viermal so viel Haar umfassenden Haarsträhnen ergab sich unter den ansonsten gleichen
Versuchsparametern ein etwas geringerer Feuchtigkeitsverlust von bis zu 7 %. Die unterschiedlichen
Feuchtigkeitsverluste beruhen auf der unterschiedlichen Dicke der Haarsträhnen im
Behandlungsabschnitt. Da bei dickeren Haarsträhnen die komplette Durcherhitzung der
Haarsträhne mittels der Heizplatten mehr Wärmeenergie als bei dünnen Haarsträhnen
erfordert und partiell Überhitzungen unvermeidbar sind, ist durch die gleichzeitige
Verwendung von mehr Haaren im Behandlungsabschnitt trotz prozentual geringerem Feuchtigkeitsverlust
kein zweckmäßiges Konzept zur Schonung der Haare.
[0012] Die beiden vorstehend beschriebenen getrennt oder kombinierbar anwendbaren Prinzipien
der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung ermöglichen durch ein Zurückhalten
der Feuchtigkeit im Haar beziehungsweise durch eine optionale Rückführung der vorher
entzogenen Feuchtigkeit in das Haar auch bei dünnen Haarsträhnen eine zweckmäßige
Wärmeübertragung und kurze Kontaktzeit. Somit wird durch die erfindungsgemäße Haargestaltungsvorrichtung,
insbesondere wenn beide Prinzipien kombiniert eingesetzt werden, der Feuchtigkeitsverlust
gegenüber den herkömmlichen Haarglättern deutlich reduziert. Wird kein zusätzliches
Wasser von Außen hinzugefügt, liegen die Feuchtigkeitsverluste bei etwa 0 bis 6 %,
bevorzugt bei etwa 0 bis 5 %, weiter bevorzugt bei weniger als 3 %.
[0013] Bevorzugt kann die zweite Temperaturzone im Wesentlichen parallel zu der ersten Temperaturzone
und in Behandlungsrichtung nach dem Behandlungselement angeordnet sein. Dadurch kann
das kondensierte Wasser zum Großteil wieder an das Haar zurückgeführt werden. Es wird
zugleich eine verbesserte Feuchteregulierung ermöglicht. Vorteilhaft ist es, wenn
die zweite Temperaturzone in Haarbehandlungsrichtung sowohl vor als auch nach der
ersten Temperaturzone angeordnet ist. Durch diese Ausgestaltung kann eine von der
Anwendungsrichtung unabhängige Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung
erzielt werden. Das erleichtert dem Anwender die Anwendung, da er nicht auf eine richtungsgebundene
Handhabung des Geräts achten muss.
[0014] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die Haargestaltungsvorrichtung
gemäß der Erfindung ein Feuchtigkeitsrückführungselement, das separat oder einstückig
mit der Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung ausgebildet ist. Es kann bevorzugt in der
zweiten Temperaturzone, z. B. beim Verlassen des Behandlungsabschnittes, angeordnet
sein.
[0015] Um die Kondensationsfläche und damit die Kondensationswirkung zu vergrößern ist es
bevorzugt, das Gehäuse, z. B. die beiden Arme, derart zu verbreitern, dass in Behandlungsrichtung
vor und nach den beheizbaren Behandlungselementen zusätzliche Kondensationsflächen
angeordnet sind, über die das Haar nach dessen Behandlung streicht. Da dieser Bereich
des Gehäuses nicht beheizt ist, ist ein natürliches Temperaturgefälle vorhanden, so
dass sich Wasser an den kühleren Kondensationsflächen abscheidet. Durch das vorbeistreichende
Haar kann das kondensierte Wasser wieder an das Haar zurückgeführt werden. Somit ist
durch Anordnung von zusätzlichen Kondensationsflächen in der zweiten Temperaturzone
eine verbesserte Feuchteregulierung möglich. Um die Kondensation auf diesen zusätzlichen
Kondensationsflächen in der zweiten Temperaturzone zu verbessern, können Wärmebrücken
über den Arm, d. h. das Gehäuse, weitgehend unterbunden werden. So können zwischen
den Elementen der ersten Temperaturzone und denen der zweiten Temperaturzone thermische
Dämm- oder Isolierelemente, z. B. aus Isolierwolle oder in Form eines Luftspalts,
angebracht sein.
[0016] Alternativ oder zusätzlich kann die zweite Temperaturzone eine Kondensationsfläche
mit einer speziellen Oberflächenstruktur aufweisen. Durch eine Vergrößerung der Oberfläche,
z. B. durch eine Aufrauung im Mikrometerbereich und/oder durch eine Anordnung von
Vertiefungen oder Erhebungen, oder durch die Ausstattung mit einer hydrophoben Oberfläche
kann eine verbesserte Kondensationswirkung erzielt werden.
[0017] Für eine verbesserte Abgabe des kondensierten Wassers ist es vorteilhaft, wenn die
Kondensationsfläche auf gleichem Höhenniveau wie die beheizbare Behandlungsfläche
liegt. Dadurch kann der Kontakt zum vorbeistreichenden Haar sichergestellt werden.
Auf gleichem Niveau heißt, dass die das kondensierte Wasser abgebende Oberfläche in
den Ziehweg des zu behandelnden Haares hineinreicht und dort einen möglichst gleichmäßigen
Kontakt zum Haar erhält. Spezielle feuchtigkeitsrückführende Elemente, zum Beispiel
rollenartige oder schwammartige Feuchtigkeitsrückhalteelemente, können verhindern,
dass das vom Haar abgegebene Wasser nach außen hin verdampft. Zugleich können die
Elemente kondensiertes Wasser aufnehmen und an das vorbeistreichende Haar wieder abgeben.
Hierfür können die Rollen oder Schwämme aus einem geschlossen oder vorzugsweise offenporigen
Schaummaterial hergestellt sein, welches Wasser aufsaugen und bei Druck durch die
vorbeistreichenden Haare wieder abgeben kann. Der Druck kann entweder durch den beim
Haarumformen ausgeübten Anpressdruck durch den Anwender oder über separat, z.B. federvorgespannte
Rollen reguliert werden. Bei Rollen ist ein weiterer Vorteil, dass sich durch die
sich ständig ändernde Kontaktzone zwischen Rolle und Haarsträhne auf Grund der Drehung
der Rolle immer ein gewisser Temperaturgradient ergibt, der den Kondensationseffekt
verstärkt. Wenn Rollen verwendet werden, werden diese vorzugsweise zumindest an den
Längsseiten des Gerätes, d. h. anwendungsbezogen vor und/oder nach dem Behandlungsbereich
am Gehäuse angebracht. Die Rollen können zugleich die Funktion der Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung
in diesem Abschnitt erfüllen.
[0018] Für den vorstehenden Zweck können in den Kondensationsflächen bevorzugt solche Materialien
eingesetzt werden, die von sich aus oder durch eine spezielle Beschichtung wasserabweisende,
sogenannte hydrophobe, Eigenschaften aufweisen, da sie einen Abperleffekt des kondensierten
Wassers bewirken. Hydrophobe Oberflächen können beispielsweise durch wachs- und/oder
paraffinartige Oberflächenstrukturen und insbesondere Nanostrukturen erzeugt werden.
Aber auch durch eine entsprechende Strukturierung der Oberfläche des Materials selbst
können hydrophob ausgerüstete Feuchtigkeitsrückhalteelemente hergestellt werden. Durch
die hydrophobe Ausrüstung der vorzugsweise flexiblen Elemente gleiten die auf den
Elementen kondensierten Wassertropfen eher zum Haar hin ab.
[0019] Alternativ können die Oberflächen der Feuchtigkeitsrückhalteelemente hydrophil ausgerüstet
sein, um eine flächige Kondensation des Wasserdampfes auf den Elementen zu erleichtern.
Durch eine flächige Kondensation des Wassers kann ein zusätzlicher Feuchtigkeitsfilm
auf der Oberfläche bereitgestellt werden. Der Feuchtigkeitsfilm kann eine im Wesentlichen
gleichmäßige Benetzung der durch die Elemente nach deren Behandlung vorbeistreichenden
Haare bewirken. Dies führt zu einer verbesserten Feuchtigkeitsregulierung durch die
Rückführung wenigstens eines Teils des verdampften Wassers in das behandelte Haar.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform der Haargestaltungsvorrichtung gemäß der Erfindung
ist es für die Glättung von Haaren vorteilhaft, wenn die Haargestaltungsvorrichtung
einen im Wesentlich ebenen Behandlungsabschnitt, z.B. zwei glatte Platten als Behandlungselemente
aufweist. Die Behandlungselemente können dabei gleichzeitig als Klemmelemente eingesetzt
werden, durch welche eine für die Haarumformung zweckmäßige Zugkraft auf die im Behandlungsabschnitt
liegenden Haare ausgeübt werden kann. Für die Anwendung als Lockenwickler ist es dagegen
von Vorteil, wenn die Haargestaltungsvorrichtung einen im Wesentlich gekrümmten Behandlungsabschnitt
aufweist. In beiden Ausführungsformen kann die Oberfläche des Behandlungsabschnittes
auf beiden oder zumindest auf einer Seite glatt sein. Dies ist gerade bei der Haarumformung
von gelockten oder gekräuselten Haaren in im Wesentlichen glatte Haare zweckmäßig.
Alternativ kann der Behandlungsabschnitt eine strukturierte Oberfläche aufweisen,
insbesondere wenn gelockte und/oder gewellte Haarumformungen gewünscht sind.
[0021] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Haargestaltungsvorrichtung gemäß
der Erfindung kann sie eine im oder im Wesentlich benachbart zum Behandlungsabschnitt
angeordnete Zugkraftübertragungsvorrichtung mit einer Kontaktfläche zur Übertragung
von Zugkräften auf das im Behandlungsabschnitt umzuformende Haar umfassen. Durch die
Zugkraftübertragungsvorrichtung kann auf das umzuformende Haar eine für die Haarumformung
zweckmäßige Zugkraft ausgeübt werden. Die Zugkraft wird bevorzugt während der gesamten
Behandlungszeit, d.h. der für die Haarumformung bei gegebener Temperatur erforderlichen
Wechselwirkungszeit, auf die im Behandlungsabschnitt liegende Haarsträhne ausgeübt.
Beispielhaft anwendbare Zugkräfte zwischen Haaroberfläche und einer Zugkraftübertragungsvorrichtung
liegen zwischen etwa 2 bis 5 N, bevorzugt zwischen etwa 2 bis 3 N.
[0022] Die Zugkraftübertragung kann z. B. über Klemmlippen (z.B. aus Silikon, einem hochtemperaturbeständigen
Kunststoff, einer federnd gelagerten Metallschiene) erfolgen, die bevorzugt an einer
Seite des Geräts angebracht sind und zwischen denen die Haarsträhne während des Durchziehens
eingeklemmt wird. Damit der zu behandelnde Haarabschnitt während der Behandlung auf
Zug gehalten werden kann, sind die Klemmlippen bevorzugt in Zugrichtung (in der Regel
vom Kopf weg) der Vorrichtung auf der vom Kopf abgewandten Seite des Behandlungsabschnittes
angeordnet. Bei einer zangenartigen Konstruktion der Haargestaltungsvorrichtung mit
einem aus zwei Zangenenden gebildeten Behandlungsabschnitt können die Klemmlippen
zum Beispiel an der bei der Anwendung vom Kopf abgewandten Seite der Zangenenden angeordnet
sein.
[0023] Alternativ können bei einer zangenartigen Grundkonstruktion der Vorrichtung auch
die Zangenenden selbst, z. B. analog zu herkömmlichen Haarglätter mit Glättplatten,
als Zugkraftübertragungsvorrichtung ausgestaltet sein. Zusätzlich kann die Kontaktfläche
aus einem zugkrafterhöhenden Material (Kunststoff, gummierte Oberfläche, etc.) bzw.
aus in Form einer zugkrafterhöhenden, strukturierten Oberfläche (z.B. Rillen) ausgebildet
sein.
[0024] Wahlweise können die Zugkraftübertragungsvorrichtungen, z.B. die Glättplatten bzw.
Klemmlippen, auf eine Temperatur aufheizbar sein, die oberhalb Raumtemperatur liegt,
um den Haarumformprozess zusätzlich zu unterstützen.
[0025] Die vorstehende bevorzugte Ausführungsform der Haargestaltungsvorrichtung mit einer
Zugkraftübertragungsvorrichtung kann mit einer Durchzugsgeschwindigkeitsmesseinrichtung
ausgestattet sein. Derartige Vorrichtungen sind dem Fachmann bekannt. Die Durchzugsgeschwindigkeit
bestimmt die Wechselwirkungszeit der Haare mit der Wärmequelle. Wenn also die Durchzugsgeschwindigkeit
bekannt ist, kann darüber die für die jeweilige Haarumformung (temporär oder dauerhaft)
notwendige Leistung durch eine entsprechende Leistungsbestimmungsvorrichtung ermittelt
bzw. berechnet werden. Für den Fall, dass die Haare zu schnell durch den Behandlungsabschnitt
der Vorrichtung bewegt werden und trotz Volllast nicht mehr ausreichend Wärme in die
Haare gebracht wird, kann z.B. ein Warnsignal (z.B. akustisch, optisch oder haptisch)
aus einer Signalvorrichtung (z.B. Lautsprecher, Lampe, Diode, Vibrationselement, etc.)
ausgegeben werden. Somit wird dem Anwender signalisiert, dass bei zu schneller Anwendung
das Umformergebnis möglicherweise nicht mehr zufriedenstellend ausfällt.
[0026] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Haargestaltungsvorrichtung gemäß der Erfindung
weist diese austauschbare Behandlungselemente mit einer ebenen oder strukturierten
Oberfläche auf. Die austauschbaren Behandlungselemente können zum Beispiel in den
jeweiligen Arm des Gehäuses einsteckbare Platten mit unterschiedlicher Topographie
oder Dicke sein. Dadurch können in einem Gerät unterschiedliche Anwendungen ermöglicht
werden. Zum Beispiel können glatte Glättplatten eingesetzt werden, die eine Glättung
der Haare durch Aufbringung von Zug und gleichzeitigem Erhitzen zwischen den Glättplatten
erlauben. Bei Einsatz von gekrümmten Glättplatten oder strukturierten Glättplatten
können hingegen Locken oder gekrimpte Haarformen erhalten werden. Die Grundstruktur
des Geräts und insbesondere der Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung ist dabei von den
eingesetzten Behandlungselementen unabhängig. So kann je nach gewünschter Anwendung,
z.B. glatte Haarform oder Lockenform, das Ergebnis durch das jeweilige Behandlungselement
zusätzlich beeinflusst werden. Dies erhöht die Variabilität der Haargestaltungsvorrichtung,
weil der Anwender selbst bei jeder Anwendung individuell bestimmen kann, welche Anwendung
durchgeführt werden soll. Durch diese austauschbaren Behandlungselemente für die Vorrichtung
kann der Anwender z.B. entscheiden, ob er das Gerät gerade zum Glätten, Lockenwickeln
oder Krimpen nutzen möchte.
[0027] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Haargestaltungsvorrichtung
mit einem im oder am Gehäuse anbringbaren Behälter für den Haarumformungsprozess unterstützende
Substanzen und eine Anzahl von Substanzaufbringungselementen für das Aufbringen der
Substanz auf die Haare vor, während oder nach der Haarumformung ausstattbar. Der Behälter
kann auch fest im Gehäuse oder am Gehäuse integriert sein oder kann als Zubehörteil
nachgerüstet werden. Der Behälter kann dabei für die Aufbewahrung von Flüssigkeiten,
Gelen oder leicht abreibbare Feststoffen ausgelegt sein. Die bevorzugt eingesetzten
Substanzen sind den Umformprozess unterstützende chemische oder organische Verbindungen,
bevorzugt Verbindungen, welche an einer Stufe des vorstehend detaillierter beschriebenen
Haarumformprozesses eingreifen. Beispielhafte Substanzen sind Verbindungen, welche
die erneute Bindungsbildung der vorher durch die Hitzeeinwirkung aufgebrochenen Bindungen
unterstützen oder neue Bindungsbildungen, z. B. für eine dauerhafte Haarumformung,
ermöglichen. Solche Verbindungen sind zum Beispiel oxidativ wirkende Chemikalien oder
Substanzen mit einer funktionellen Thiolgruppe. Diese Verbindungen können auch in
Kombination, optional mit weiteren funktional ähnlichen Substanzen, eingesetzt werden.
[0028] Eine Anwendungsart einer vorstehend beschriebenen zangenartigen Haargestaltungsvorrichtung
mit zwei geraden Armen und darin integrierten Glättplatten ist das Erzeugen von Haarlocken.
Abhängig von der Kinetik des Prozesses sind prinzipiell zwei Wege denkbar, die hier
beispielhaft aufgeführt sind. Eine Anwendungsvariante entspricht dem "normalen" Lockenmachen
mit einem Haarglätter. Die Haare werden unter Zug durch den Behandlungsabschnitt und
anschließend über eine gerundete Struktur (z. B. das Haarglättergehäuse selbst) gezogen.
Dabei erhält das Haar beim Neuordnen der Bindungen eine Lockenform. Deshalb sieht
eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung einen
in Haarbehandlungsrichtung dem Behandlungsabschnitt folgenden Gehäuseabschnitt mit
konvexer Oberfläche zur Erzeugung von gelockten und/oder gewellten Haarumformungen
vor.
[0029] Bei einer weiteren Anwendungsvariante ist die Wechselwirkungszone schon mit einer
strukturierten Oberfläche ausgebildet und unterstützt das Erzeugen von Locken oder
Wellen. Nach Verlassen des Behandlungsabschnitts (z.B. in Form mit ebenen oder konkaven
Oberflächen) können die Haare wahlweise noch zusätzlich über strukturierte Oberflächen
geführt werden, um ggf. den Umformprozess zu unterstützen. Die strukturierten Oberflächen
lassen sich z.B. über eine entsprechende Formung des Gehäuses oder von Zubehörteilen
erzeugen.
[0030] Eine alternative Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung
umfasst einen Aufbau in Form eines herkömmlichen Lockenstabes. Dieser hat Arme mit
jeweils einem Behandlungsbereich mit einer konkaven und einer konvexen Oberfläche.
Hierbei kann der Abschnitt der Vorrichtung mit dem Behandlungsbereich mit der konvexen
Oberfläche zum Beispiel bezüglich des Griffs feststehend ausgebildet sein. Der Abschnitt
mit dem Behandlungsbereich mit der konkave Oberfläche kann zum Beispiel gegenüber
dem feststehenden Teil beweglich ausgebildet sein. Wenn er z. B. ähnlich wie bei einem
Lockenstab klappbar ausgebildet ist, kann man die Haarsträhnen einfacher dazwischen
platzieren, bevor im zusammengezwickten Zustand die Haarsträhne mit einer Ziehbewegung
vom Kopf weg unter Zuhilfenahme der gewünschten Erwärmung der Behandlungselemente
einem Umformprozess unterzogen wird. Dabei kann optional ein Zug auf die Haarsträhne
ausgeübt werden, um den Umformprozess zu unterstützen. Diese Variante erlaubt das
Erzeugen von Haarlocken, weil die Haarsträhne während der Behandlung um den feststehenden
Abschnitt der Vorrichtung herumgeführt ist und dadurch die Strähne in einer gekrümmten
Form bei der Haarumformung gehalten ist.
[0031] Das Prinzip der Erfindung wird im Folgenden anhand von Zeichnungen beispielshalber
noch näher erläutert, wobei die Figuren zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Draufsicht auf die Behandlungszone eines Armes eines konventionellen
Haarglätters,
- Figur 2
- eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung
gemäß einer ersten Ausführungsform,
- Figur 3
- eine schematische Draufsicht auf die Behandlungszone eines Armes einer erfindungsgemäßen
Haargestaltungsvorrichtung gemäß der ersten Ausführungsform,
- Figur 4
- eine Querschnitt einer erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung gemäß einer zweiten
Ausführungsform,
- Figur 5
- eine schematische Draufsicht auf die Behandlungszone eines Armes einer erfindungsgemäßen
Haargestaltungsvorrichtung gemäß einer dritten Ausführungsform,
- Figur 6
- einen Querschnitt eines Armes einer erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung gemäß
der dritten Ausführungsform,
- Figur 7
- einen Querschnitt eines Armes einer erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung gemäß
einer vierten Ausführungsform.
[0032] In der Figur 1 ist eine schematische Draufsicht auf die Behandlungszone eines Armes
eines konventionellen Haarglätters gezeigt. Der Haarglätter besitzt einen im Wesentlichen
rechteckigen Arm 2 mit abgerundeten Ecken und Kanten. Am vorderen Ende, dem Haarbehandlungsabschnitt
8, ist auf der einen Seite des Arms 2 ein Behandlungselement 4 vorgesehen, das zusammen
mit einem Behandlungselement auf einem gegenüberliegenden Arm (nicht gezeigt) im Wesentlichen
den Behandlungsabschnitt 8 definiert. Die beiden im Wesentlichen identisch aufgebauten
Arme 2 sind über ein Scharnier (nicht gezeigt) gelenkig miteinander verbunden, so
dass sie einen zangenartigen Haarglätter mit einem Spalt als Behandlungsabschnitt
ausbilden. Eine Haarsträhne wird bei der Behandlung durch den Spalt bzw. den Behandlungsabschnitt
hindurch gezogen.
[0033] Die Figur 2 zeigt eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung
10 gemäß einer ersten Ausführungsform. Die Haargestaltungsvorrichtung umfasst ein
Gehäuse 1 mit einem ersten Arm 2 und einem zweiten Arm 3, die gelenkig über ein Scharnier
6 miteinander verbunden sind. Im vorderen Bereich, d. h. in Öffnungsrichtung gelegen,
umfasst die Haargestaltungsvorrichtung 10 eine flexible Abtrennung in Form einer Gummilippe
als Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung 9. Die Gummilippe ist am oberen Arm 2 angebracht
und läuft um den gesamten Behandlungsabschnitt, der hinter der Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung
9 angeordnet ist. Für eine bessere Darstellung sind die beiden Arme 2, 3 unterschiedlich
eingefärbt und die entsprechend daran angebrachten Vorrichtungen in der gleichen Farbe
gehalten.
[0034] Die in der Figur 2 gezeigte Haargestaltungsvorrichtung gemäß der ersten Ausführungsform
ist in der Figur 3 in Form einer schematischen Draufsicht auf die Behandlungszone
8 eines Armes 2 im Detail gezeigt. Auf allen vier Seiten, umlaufend um die Behandlungszone
8 mit einem Behandlungselement 4, sind flexible Gummilippen als Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung
9 vorgesehen. Die Gummilippen 9 sind entweder einstückig (wie in der Figur 3 gezeigt)
ausgebildet oder stehen, falls sie gestückelt sind, an den Ecken des Behandlungsabschnittes
8 in direktem Kontakt mit dem jeweils benachbarten Element, so dass mit dem darunter
angeordneten zweiten Arm (nicht gezeigt) bei der Anwendung, d.h. mit geschlossenen
Armen, ein abgeschlossener Behandlungsabschnitt 8 ausgebildet wird.
[0035] Eine mehrstückige, also aus mehreren aneinander gefügten flexiblen Elementen bestehende
Ummantelung kann insofern zweckmäßig sein, als dass sich einzelne Elemente besser
den unterschiedlichen Bewegungen wie z.B. Verformung durch das Greifen der Haare oder
während des Durchziehens der Haare beim Glättvorgang anpassen können als ein einziges
flexibles Element, welches sich auf allen vier Seiten erstreckt und gleichzeitig um
vier Ecken geformt ist. Um den Behandlungsabschnitt 8 noch besser gegen die Umgebung
abzuschließen, kann am gegenüberliegenden Arm (nicht gezeigt) ebenfalls die flexible
Gummilippe angebracht sein.
[0036] Die Figur 4 zeigt einen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung
gemäß einer zweiten Ausführungsform mit einem oberen Arm 2 mit Behandlungselement
4 und einem unteren Arm 3 mit Behandlungselement 5. Zwischen den beiden Behandlungselementen
4, 5 ist der Behandlungsabschnitt 8 definiert, in den die Haarsträhne bei der Behandlung
eingelegt bzw. eingezogen wird. Den Behandlungsraum 8 nach außen hin schließen die
Feuchtigkeitsrückhalteelemente 19 ab. Diese dienen insgesamt als den Behandlungsraum
8 abschließende Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung 9.
[0037] Die auf beiden Seiten des Behandlungsraums 8 jeweils links angeordneten Feuchtigkeitsrückhalteelemente
19 sind dunkler dargestellt, um anzudeuten, dass diese am oberen Arm 2 angebracht
sind. Die jeweils anderen Feuchtigkeitsrückhalteelemente 19 (heller dargestellt) sind
am unteren Arm 3 angebracht. Dadurch kann der Behandlungsraum 8 noch besser als in
der ersten Ausführungsform abgeschlossen werden. Insbesondere weil die beiden Feuchtigkeitsrückhalteelemente
19 seitlich leicht versetzt angeordnet sind, können sie im geschlossenen Zustand den
jeweils gegenüberliegenden Arm berühren. Somit ergibt sich eine Art doppelte Wandung,
die noch zu einem besseren Rückhalt der Feuchtigkeit führt.
[0038] Auch wenn die Feuchtigkeitsrückhalteelemente 19 als Gummilippen beschrieben sind,
kann die gesamte Ummantelung aus einer Art einzelner Lamellen bestehen, was nicht
Teil der Erfindung ist. Vorteilhafterweise überlappen diese sich seitlich. Durch die
einzelnen Lamellen wird es möglich, dass die gesamte Ummantelung in sich flexibler
ist und sich hindurchgezogenen Haarsträhnen verbessert anpassen kann. Dadurch wird
eine solche Ummantelung des Behandlungsbereichs vom Anwender weniger störend empfunden.
[0039] Figur 5 zeigt eine schematische Draufsicht auf die Behandlungszone 8 eines Armes
2 einer erfindungsgemäßen Haargestaltungsvorrichtung gemäß einer dritten Ausführungsform.
Die Behandlungszone 8 ist von einer Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung 9 nach Anspruch
1 umgeben. In der Behandlungszone 8 sind das Behandlungselement 4 sowie in Behandlungsrichtung
davor und danach jeweils eine Kondensationsfläche 24 angeordnet.
[0040] Der Arm 2 der Haargestaltungsvorrichtung ist deshalb im Vergleich zu den herkömmlichen
Haarglättern deutlich verbreitert, so dass das heizbare Behandlungselement 4 und die
Kondensationsflächen 24 thermisch voneinander weitgehend getrennt vorliegen. Insbesondere
ist der Arm aus einem wenig wärmeleitenden Material ausgebildet, so dass die Kondensationsflächen
24 bei der Anwendung möglichst wenig Wärme durch direkte Übertragung über den Arm
2 übertragen bekommen. Somit verbleibt als Möglichkeit für die Wärmeübertragung die
direkte Übertragung der Wärme über den Luftspalt zwischen dem Behandlungselement 4
in der ersten Temperaturzone 21 und der Kondensationsfläche 24 in der zweiten Temperaturzone
22. Dies lässt sich aber nicht vermeiden.
[0041] In Figur 6 ist die gleiche Haargestaltungsvorrichtung gemäß der dritten Ausführungsform
in der Querschnittsansicht gezeigt. Hier erkennt man, dass die Kondensationsfläche
24 seitlich von dem heizbaren Behandlungselement 4 beabstandet ist, so dass keine
direkte Wärmeübertragung stattfindet. Der Luftspalt 26 fundiert als eine zusätzliche
Isolierung zwischen den beiden Elementen, so dass ein ausreichendes Temperaturgefälle
zwischen dem ersten Temperaturbereich und dem zweiten Temperaturbereich aufrechterhalten
werden kann.
[0042] In der Figur 7 ist ebenfalls ein Querschnitt eines Armes 2 einer Haargestaltungsvorrichtung
gemäß einer vierten Ausführungsform gezeigt. Auf dem Arm 2 sind im Behandlungsabschnitt
8 ein Behandlungselement 4 sowie eine Vertiefung 25 angeordnet. Die Vertiefung hat
eine geringere Temperatur als das beheizbare Behandlungselement 4 und dient dem Sammeln
von Wasser aus der Behandlungszone 8 mittels Kondensation. Zur Verbesserung der Kondensationsleistung
weist die Vertiefung 25 eine aufgeraute Oberfläche auf, um die Kondensationsfläche
zu vergrößern. Die Vertiefung dient zum Kondensieren des verdampften Wassers und zum
Sammeln des kondensierten Wassers. Bei Erreichung eines bestimmten Niveaus, z. B.
bei Erreichung eines Niveaus, das der die Vertiefung umgebenden Oberfläche entspricht,
kann das kondensierte Wasser wieder dem an der Vertiefung 24 vorbeistreichenden Haar
zur Verfügung gestellt werden. Dadurch dient die Vertiefung 24 gleichzeitig als Feuchtigkeitsrückführungselement.
Somit kann eine gezielte Feuchtigkeitsregulierung bei der Haarumformung erzielt werden.
[0043] Da es sich bei den vorstehend beschriebenen Haargestaltungsvorrichtungen um Ausführungsbeispiele
handelt, können sie in üblicher Weise vom Fachmann in einem weiten Umfang modifiziert
werden, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen, sofern diese Modifizierungen
in den Umfang der Ansprüche fallen. Insbesondere können diese Vorrichtungen nicht
nur zum Glätten der Haare wie bei einem Haarglätter verwenden werden, sondern sie
eignen sich auch für weitere Gestaltungsmethoden wie zum Beispiel Lockenwickeln, insbesondere
wenn sie entsprechende gerundete Oberflächen im Haarbehandlungsabschnitt aufweisen.
Weiterhin schließt die Verwendung der unbestimmten Artikel "ein" bzw. "eine" nicht
aus, dass die betreffenden Merkmale auch mehrfach vorhanden sein können. Auch die
Verwendung der Bezeichnungen "Mittel", "Element" und "System" schließt nicht aus,
dass ein solches Bauteil aus mehreren Komponenten aufgebaut ist.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0044]
- 1
- Gehäuse
- 2
- Arm
- 3
- Arm
- 4
- Behandlungselement
- 5
- Behandlungselement
- 6
- Scharnier
- 8
- Behandlungsabschnitt
- 9
- Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung
- 10
- Haargestaltungsvorrichtung
- 19
- Feuchtigkeitsrückhalteelement
- 21
- erste Temperaturzone
- 22
- zweite Temperaturzone
- 24
- Kondensationsfläche
- 25
- Vertiefung
- 26
- Luftspalt
1. Haargestaltungsvorrichtung (10) für die Anwendung zur Haarumformung umfassend:
- ein Gehäuse (1) mit gelenkig miteinander verbundenen Armen (2, 3) und einer Anzahl
in den Armen (2, 3) integrierter Behandlungselemente (4, 5) mit Wärmequellen, wobei
die Arme (2, 3) und die Behandlungselemente (4, 5) ein mindestens auf zwei Seiten
begrenzten Behandlungsabschnitt (8) definieren, und
- eine Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung (9), welche auf allen vier Seiten umlaufend
um eine Behandlungszone mit den Behandlungselementen (4, 5) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung (9) als flexible Gummilippen ausgebildet ist,
die entweder einstückig ausgebildet sind, oder, falls sie gestückelt sind, an den
Ecken des Behandlungsabschnittes (8) in direktem Kontakt mit dem jeweils benachbarten
Element stehen, so dass mit dem darunter angeordneten zweiten Arm bei der Anwendung,
d.h. mit geschlossenen Armen, ein abgeschlossener Behandlungsabschnitt (8) ausgebildet
wird.
2. Haargestaltungsvorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung
(9) mindestens an einer Seite eines zwischen den Armen (2, 3) gebildeten Spalt mit
dem Behandlungsabschnitt (8) nach außen hin die abgrenzenden flexiblen Gummilippen
als Feuchtigkeitsrückhalteelemente (19) umfasst.
3. Haargestaltungsvorrichtung nach Anspruch 2 wobei die Feuchtigkeitsrückhalteelemente
(19) vertikal schwenkbar an einem oder beiden Armen (2, 3) des Gehäuses angeordnet
sind.
4. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einer ersten
Temperaturzone (21) und einer zweiten Temperaturzone (22) in dem Behandlungsabschnitt
(8), wobei die erste Temperaturzone (21) die Behandlungselemente (4, 5) umfasst und
eine höhere Temperatur als die zweite Temperaturzone (22) aufweist und wobei die zweite
Temperaturzone (22) eine Kondensationsfläche (24) aufweist
5. Haargestaltungsvorrichtung nach Anspruch 4, wobei die zweite Temperaturzone (22) im
Wesentlichen parallel zu der ersten Temperaturzone (21) und in Behandlungsrichtung
nach dem Behandlungselement (4, 5) angeordnet ist.
6. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 oder 5, wobei die zweite Temperaturzone
(22) in Haarbehandlungsrichtung vor und nach der ersten Temperaturzone (21) angeordnet
ist.
7. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einem Feuchtigkeitsrückführungselement
(25), das separat oder einstückig mit der Feuchtigkeitsrückhaltevorrichtung (9) ausgebildet
ist.
8. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, wobei zwischen der ersten
Temperaturzone (21) und der zweiten Temperaturzone (22) ein thermisches Isolierelement
angebracht ist.
9. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6 oder 8, wobei die Kondensationsfläche
(24) eine Aufrauung im Mikrometerbereich und/oder eine Anordnung von Vertiefungen
oder Erhebungen und/oder eine Ausstattung mit einer hydrophoben Oberfläche umfasst.
10. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einer im oder
im Wesentlich benachbart zum Behandlungsabschnitt (8) angeordneten Zugkraftübertragungsvorrichtung
mit einer Kontaktfläche zur Übertragung von Zugkräften auf das im Behandlungsabschnitt
(8) umzuformende Haar.
11. Haargestaltungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einem der vorangehenden
Ansprüche mit austauschbaren Behandlungselementen (4, 5) mit einer ebenen oder strukturierten
Oberflächen.
1. Hair styling device (10) for use in hair shaping, comprising:
- a housing (1) with arms (2, 3) connected to one another in a hinged fashion and
a number of treatment elements (4, 5), integrated into the arms (2, 3), having heat
sources, wherein the arms (2, 3) and the treatment elements (4, 5) define a treatment
segment (8) delimited at least on two sides, and
- a moisture retaining device (9), which is arranged on all four sides so as to run
around a treatment zone with the treatment elements (4, 5),
characterised in that
the moisture retaining device (9) is embodied as flexible rubber lips, which are either
embodied in one piece, or, if they are cut into pieces, are in direct contact with
the respectively adjacent element at the corners of the treatment segment (8), so
that upon use, i.e. with closed arms, an enclosed treatment segment (8) is embodied
with the second arm arranged therebelow.
2. Hair styling device according to claim 1, wherein the moisture retaining device (9)
externally comprises the bordering flexible rubber lips as moisture retaining elements
(19) at least on one side of a gap, formed between the arms (2, 3), with the treatment
segment (8).
3. Hair styling device according to claim 2, wherein the moisture retaining elements
(19) are arranged vertically pivotably on one or both arms (2, 3) of the housing.
4. Hair styling device according to one of the preceding claims having a first temperature
zone (21) and a second temperature zone (22) in the treatment segment (8), wherein
the first temperature zone (21) comprises the treatment elements (4, 5) and has a
higher temperature than the second temperature zone (22) and wherein the second temperature
zone (22) has a condensation surface (24).
5. Hair styling device according to claim 4, wherein the second temperature zone (22)
is arranged substantially parallel to the first temperature zone (21) and in the treatment
direction downstream of the treatment element (4, 5).
6. Hair styling device according to one of claims 4 or 5, wherein the second temperature
zone (22) is arranged upstream and downstream of the first temperature zone (21) in
the hair treatment direction.
7. Hair styling device according to one of the preceding claims with a moisture restoring
element (25), which is embodied separately from or in one piece with the moisture
retaining device (9).
8. Hair styling device according to one of claims 4 to 6, wherein a thermal insulation
element is attached between the first temperature zone (21) and the second temperature
zone (22).
9. Hair styling device according to one of claims 4 to 6 or 8, wherein the condensation
surface (24) comprises a surface wrinkling in the micrometre range and/or an arrangement
of depressions or elevations and/or a layout with a hydrophobic surface.
10. Hair styling device according to one of the preceding claims having a traction force
transmission device, arranged in or substantially adjacent to the treatment segment
(8), with a contact surface for transmitting traction forces onto the hair to be shaped
in the treatment segment (8).
11. Hair styling device according to one of the preceding claims with one of the preceding
claims having exchangeable treatment elements (4, 5) with a flat or structured surface.
1. Dispositif de mise en forme des cheveux (10) pour une utilisation de mise en forme
des cheveux comprenant :
- un carter (1) avec des bras (2, 3) articulés l'un à l'autre et un nombre d'éléments
de traitement avec sources de chaleur (4, 5) intégrés aux bras (2, 3), dans lequel
les bras (2, 3) et les éléments de traitement (4, 5) définissent une section de traitement
(8) délimitée sur au moins deux côtés, et
- un dispositif de retenue d'humidité (9), disposé en périphérie sur l'ensemble des
quatre côtés autour d'une zone de traitement avec les éléments de traitement (4, 5),
caractérisé en ce que le dispositif de retenue d'humidité (9) est exécuté sous la forme de lèvres en caoutchouc
flexibles, lesquelles sont exécutées en une seule pièce ou, dans l'hypothèse où elles
se composent de plusieurs pièces, sont en contact direct avec l'élément voisin respectif
aux angles de la section de traitement (8), de sorte à constituer, lors de l'utilisation,
c'est-à-dire lorsque les bras sont fermés, avec les deux bras disposés en-dessous,
une section de traitement fermée (8).
2. Dispositif de mise en forme des cheveux selon la revendication 1, dans lequel le dispositif
de retenue d'humidité (9) englobe, au moins sur un côté d'une fente constituée entre
les bras (2, 3), par rapport à la section de traitement (8), vers l'extérieur les
lèvres en caoutchouc flexibles délimitantes sous la forme d'éléments de retenue d'humidité
(19).
3. Dispositif de mise en forme des cheveux selon la revendication 2, dans lequel les
éléments de retenue d'humidité (19) sont disposés en pivotement vertical sur un ou
les deux bras (2, 3) du carter.
4. Dispositif de mise en forme des cheveux selon l'une des revendications précédentes,
avec une première zone de température (21) et une deuxième zone de température (22)
dans la section de traitement (8), dans lequel la première zone de température (21)
englobe les éléments de traitement (4, 5) et présente une température supérieure à
celle de la deuxième zone de température (22) et dans lequel la deuxième zone de température
(22) présente une surface de condensation (24).
5. Dispositif de mise en forme des cheveux selon la revendication 4, dans lequel la deuxième
zone de température (22) est disposée essentiellement en parallèle à la première zone
de température (21) et, dans le sens de traitement, après l'élément de traitement
(4, 5).
6. Dispositif de mise en forme de cheveux selon l'une des revendications 4 ou 5, dans
lequel la deuxième zone de température (22) est disposée, dans le sens de traitement,
avant et après la première zone de température (21).
7. Dispositif de mise en forme des cheveux selon l'une des revendications précédentes,
avec un élément de retour d'humidité (25), exécuté distinctement ou en une seule pièce
avec le dispositif de retenue d'humidité (9).
8. Dispositif de mise en forme des cheveux selon l'une des revendications 4 à 6, dans
lequel un élément d'isolation thermique est disposé entre la première zone de température
(21) et la deuxième zone de température (22).
9. Dispositif de mise en forme des cheveux selon l'une des revendications 4 à 6 ou 8,
dans lequel la surface de condensation (24) englobe une rugosité de l'ordre du micromètre
et/ou une disposition de concavités ou de convexités et/ou un équipement avec une
surface hydrophobe.
10. Dispositif de mise en forme des cheveux selon l'une des revendications précédentes,
avec un dispositif de transmission de la force de traction disposé dans la section
de traitement (8) ou essentiellement dans le voisinage de celle-ci, avec une surface
de contact pour la transmission de forces de traction aux cheveux à mettre en forme
dans la section de traitement (8).
11. Dispositif de mise en forme des cheveux selon l'une des revendications précédentes
avec une des revendications précédentes, avec des éléments de traitement échangeables
(4, 5) présentant une surface plane ou structurée.