[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Sicherheitsetikett zum Nachweis eines erstmaligen
Öffnens eines Behältnisses. Die vorliegende Erfindung betrifft ferner ein Behältnis,
das mit einem solchen Sicherheitsetikett versehen ist.
[0002] In der heutigen Zeit ist eine vermehrte Tendenz festzustellen, dass hochwertige und
besonders teure Produkte sehr häufig kopiert werden. Neben dem wirtschaftlichen Schaden,
der dem Hersteller der Originalprodukte dabei entsteht, kommt erschwerend hinzu, dass
diese Kopien in der Regel auch qualitativ sehr häufig von geringerer Qualität sind.
Ein Käufer, der eine solche minderwertige Fälschung erwirbt und dabei der Meinung
ist, ein Originalprodukt gekauft zu haben, wird daher von der geringen Qualität des
Produkts enttäuscht sein. Da der Käufer jedoch nicht sofort erkennen kann, dass es
sich um eine Fälschung und nicht um das Produkt des Originalherstellers handelt, wird
er die minderwertige Qualität dem Originalhersteller zurechnen. Somit entsteht dem
Originalhersteller neben den wirtschaftlichen Schaden auch noch ein beträchtlicher
Imageschaden.
[0003] Handelt es sich bei der Fälschung darüber hinaus um ein sicherheitsrelevantes Produkt,
wie zum Beispiel eine Fahrzeugbremse oder um ein Produkt der Medizin, so besteht neben
den wirtschaftlichen Schaden auch eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben. Daher
sind die Hersteller von hochwertigen Originalprodukten darauf bedacht, dass die potentiellen
Käufer schnell und einfach ein Originalprodukt von einer vermeintlichen Kopie unterscheiden
können.
[0004] Um dem entgegenzuwirken versuchen manche Fälscher ihre billigen und minderwertigen
Plagiate in den Originalverpackungen des hochwertigen Produktes zu vertreiben. Hierzu
kann unter anderem beobachtet werden, dass solche Fälscher versuchen in den Besitz
von bereits verwendeten Originalverpackungen zu kommen. Anschließend wird diese Originalverpackung
mit einem minderwertigen Plagiat bestückt, erneut verschlossen und in den Handel gegeben.
[0005] Aufgrund der Originalverpackung kann daher ein Käufer oder Anwender auf den ersten
Blick den Eindruck erhalten, es handele sich bei dem erworbenen minderwertigen Plagiat
um das Originalprodukt. Die Fälscher sind dabei sehr darauf bedacht, das Äußere der
Originalverpackung so aussehen zu lassen, als wäre die Originalverpackung zuvor noch
nie geöffnet worden.
[0006] Um einem Käufer oder Anwender die Gewissheit zu geben, ein hochwertiges Originalprodukt
in den Händen zu halten, sind die Hersteller von Originalprodukten darauf bedacht,
dass die Originalverpackungen nicht unbemerkt erneut verwendet werden können. Hierzu
ist es zielführend, dass die Originalverpackung beim erstmaligen Öffnen eine solche
Modifikation erfährt, dass sie entweder gar nicht weiterverwendet werden kann, oder
dass zumindest das optische Erscheinungsbild der Verpackung unwiderruflich modifiziert
wird.
[0007] Um dies einerseits mit relativ einfachen und kostengünstigen Mitteln zu bewerkstelligen,
aber andererseits auch einen hohen Sicherheitsstandard zu gewährleisten, bietet es
sich an, die Originalverpackung an ihrer Öffnung so zu versiegeln, dass das Siegel
beim Öffnen eine unwiderrufliche mechanische oder optische Veränderung erfährt.
[0008] Ein solcher Ansatz ist es, eine Originalverpackung, wie zum Beispiel eine Faltschachtel,
an ihrer Öffnung mit einem Siegeletikett zu versehen, welches beim ersten Öffnen so
verändert wird, dass diese Veränderung unmittelbar wahrgenommen werden kann. Hierzu
kann beispielsweise zum Schutz des Öffnungsbereichs ein zweilagiges Etikett verwendet
werden, welches in der oberen Lage eine zickzack-förmige Einstanzung besitzt. Diese
obere Lage ist nur an den beiden Außenseiten mit der unteren Lage mittels Klebstoff
verklebt. Weiterhin besitzt die untere Lage eine Klebstoffbeschichtung, mit der das
Etikett über die Öffnung einer Verpackung, beispielsweise der oben genannten Faltschachtel,
geklebt werden kann. Damit die Spitzen der zickzack-förmigen Einstanzungen in der
oberen Lage dabei nicht abstehen, ist es jedoch erforderlich, dass diese Spitzen verklebt
werden.
[0009] Zum Öffnen der Verpackung muss nun dieses Siegeletikett durchschnitten werden. Dabei
fallen Teile der Spitze von dem Etikett ab, wodurch ein zweifelsfreier Öffnungsnachweis
erfolgt.
[0010] Aufgrund der erforderlichen Verklebung der Spitzen bei diesem Aufbau kann es jedoch
bei sehr sorgfältiger Öffnung passieren, dass die Teile der Spitzen nicht wie gewünscht
herausfallen. Und selbst wenn die Spitzen herausfallen, könnten sie von einem vermeintlichen
Fälscher aufgefangen und später wieder verwendet werden.
[0011] In diesem Falle könnte ein bösartiger Fälscher nun mittels einer dünnen, hoch transparenten
Klebefolie die Spitzen auf dem Etikett wieder so fixieren, dass zumindest bei einer
oberflächlichen Betrachtung das Siegel noch unversehrt erscheinen würde.
[0012] In der
JP 2002-042222 A ist ein Etikett mit mehreren Materiallagen dargestellt, die durch zwei voneinander
räumlich getrennte Klebstoffbereiche miteinander verbunden sind. Schwächungslinien
in den Materiallagen liegen innerhalb der mit Klebstoff beschichteten Abschnitte.
[0013] Es besteht daher der Wunsch nach einem Sicherheitsetikett, bei dem ein solcher Manipulationsversuch
zuverlässig verhindert oder zumindest sichtbar gemacht werden kann.
[0014] Dies wird durch ein erfindungsgemäßes Sicherheitsetikett zum Nachweis eines erstmaligen
Öffnens eines Behältnisses erreicht. Das Sicherheitsetikett umfasst eine erste bahnförmige
Etikettenlage mit einer Oberseite und einer Unterseite, eine zweite bahnförmige Etikettenlage
mit einer Oberseite und einer Unterseite und eine Schwächungslinie, die in die zweite
Etikettenlage eingebracht ist. Das Sicherheitsetikett umfasst ferner einen ersten
Klebstoffauftrag, der die Unterseite der ersten Etikettenlage und die Oberseite der
zweiten Etikettenlage an mindestens zwei voneinander räumlich getrennten Bereichen
miteinander verbindet. Weiterhin umfasst das Sicherheitsetikett einen zweiten Klebstoffauftrag,
der auf der Unterseite der zweiten Etikettenlage an mindestens zwei voneinander räumlich
getrennten Bereichen aufgetragen ist. Die zweite Etikettenlage ist auf der Oberseite
und der Unterseite im Bereich der Schwächungslinie klebstofffrei. Die Schwächungslinie
des Sicherheitsetiketts durchdringt die zweite Etikettenlage vollständig zwischen
deren Ober- und Unterseite. Des Weiteren sind die Schwächungslinien zickzackförmig
oder wellenförmig oder gekrümmt ausgebildet.
[0015] Ferner kann dem oben genannten Wunsch auch mit einem Behältnis nachgekommen werden,
wobei das Behältnis einem Verschlussbereich umfasst, der mit einem erfindungsgemäßen
Sicherheitsetikett gesichert ist.
[0016] Es ist ein Ansatz der vorliegenden Erfindung, ein Sicherheitsetikett so zu gestalten,
dass bei einem Öffnungsversuch einer Verpackung solche Teile des Etiketts, die beim
Aufkleben des Etiketts auf die Verpackung über dem bestimmungsgemäßen Öffnungsbereich
der Verpackung liegen, zuverlässig freigegeben werden und für einen späteren Manipulationsversuch
nicht mehr zur Verfügung stehen, wenn das Etikett an dem bestimmungsgemäßen Öffnungsbereich
der Verpackung durchschnitten wird. Der Aufbau des erfindungsgemäßen Sicherheitsetiketts
ist daher so ausgestaltet, dass durch Einstanzungen vordefinierte Teile des Sicherheitsetiketts
vollkommen klebstofffrei angeordnet sind. Diese Teile fallen nach dem Durchschneiden
zuverlässig heraus.
[0017] Eine weitere Folienlage oberhalb der beschriebenen Einstanzungen gewährleistet dabei,
dass ein vermeintlicher Fälscher keinen unmittelbaren Zugang zu den Einstanzungen
hat und somit die Einstanzungen und die herausfallenden Teile vor äußeren Manipulationen
geschützt sind.
[0018] Dadurch, dass die Schwächungslinie des Sicherheitsetiketts die zweite Etikettenlage
vollständig zwischen der Oberseite und der Unterseite durchdringt, kann sichergestellt
werden, dass nach dem Öffnen einige der durchschnittenen Teile sicher herausfallen
und das Etikett somit den Öffnungsversuch zuverlässig anzeigt. Besonders geeignet
ist hierzu ein zickzackförmiger Verlauf der Schwächungslinie.
[0019] In einer Ausführungsform ist die Schwächungslinie eine Einstanzung in der zweiten
Etikettenlage. Durch eine solche Einstanzung kann auf einfache Weise eine zuverlässige
Trennung der zweiten Materialbahn erfolgen.
[0020] Eine Ausführungsform des Sicherheitsetiketts umfasst eine zweite Etikettenlage mit
mindestens zwei Außenkanten, wobei die Schwächungslinie von einer Außenkante zu einer
anderen Außenkante verläuft. Somit ist sichergestellt, dass die zweite Materialbahn
zwischen diesen beiden Außenkanten vollständig durchtrennt ist und beim Öffnungsversuch
aufgrund des Durchschneidens zuverlässig einige Teile herausfallen können.
[0021] Dadurch, dass die zweite Etikettenlage auf der Oberseite und der Unterseite im Bereich
der Schwächungslinie klebstofffrei ist, kann zuverlässig gewährleistet werden, dass
die durchschnittenen Teile nicht weiter haften bleiben, sondern zuverlässig herausfallen.
[0022] In einer speziellen Ausführungsform ist die erste Etikettenlage zumindest teilweise
transparent. Dies ermöglicht eine zuverlässige Kontrolle durch die transparente Etikettenlage
hindurch auf die darunter liegende zweite Etikettenlage und damit eine Kontrolle eines
möglichen Manipulationsversuches. Ferner ist vorzugsweise die zweite Etikettenlage
opak, wodurch ein guter Kontrast eine schnelle und zuverlässige Kontrolle ermöglicht.
[0023] In einer Ausführungsform ist die zweite Etikettenlage zumindest teilweise bedruckt.
Somit können auf dem Etikett ergänzend weitere Hinweise angebracht werden.
[0024] In einer speziellen Ausführungsform umfasst das Sicherheitsetikett ferner eine Anfasslasche.
Vorzugsweise ist diese Anfasslasche mit der ersten Etikettenlage verbunden. Somit
kann eine besonders komfortable Öffnung einer in einem solchen Etikett versehenen
Verpackung erfolgen.
[0025] Im Folgenden wird das erfindungsgemäße Sicherheitsetikett anhand der beigefügten
Figuren näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1: die schematische Darstellung eines Querschnitts durch eine Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Sicherheitsetiketts;
Figur 2: eine schematische Darstellung einer Draufsicht auf eine Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Sicherheitsetiketts;
Figur 3: eine schematische Darstellung eines Behältnisses, das mit einem erfindungsgemäßen
Sicherheitsetikett versiegelt wurde;
Figur 4: eine schematische Darstellung einer Draufsicht eines Sicherheitsetiketts
das zum Öffnen durchschnitten wurde; und
Figur 5: eine schematische Darstellung einer alternativen Ausführungsform eines Sicherheitsetiketts.
[0026] Figur 1 zeigt zunächst einen Querschnitt durch den Aufbau eines erfindungsgemäßen
Sicherheitsetiketts. Das Etikett umfasst dabei im Wesentlichen zwei bahnförmige Etikettenlagen
10 und 20 oder Etikettenbahnen 10 und 20. Vorzugsweise handelt es sich bei den beiden
Etikettenlagen 10 und 20 um Folien mit der gleichen Materialstärke. Für die beiden
Etikettenlagen 10 und 20 kann das gleiche Folienmaterial verwendet werden.
[0027] Die beiden bahnförmigen Etikettenlagen 10 und 20 besitzen dabei in Länge und Breite
annähernd die gleichen Abmessungen. In einer speziellen Ausführungsform sind die beiden
Etikettenlagen 10 und 20 gleich groß.
[0028] Die obere, erste Etikettenlage 10 wird dabei aus einer durchgängigen, unversehrten
Folie gebildet. In die untere, zweite Etikettenlagen 20 ist eine Schwächungslinie
50 eingebracht. Beispielsweise kann es sich bei dieser Schwächungslinie 50 um eine
Einstanzung handeln. Vorzugsweise durchdringt diese Einstanzung die zweite Etikettenlage
20 vollständig.
[0029] Die Schwächungslinie 50 kann, wie beispielsweise in Figur 2 dargestellt, einen zick-zack-förmigen
Verlauf haben, das heißt die Schwächungslinie umfasst eine Mehrzahl von geradlinigen
Abschnitten, von denen, mit Ausnahme des ersten und des letzten Abschnittes, an jedem
Endpunkt eines Abschnitts genau zwei Abschnitte aneinander stoßen. Die Endpunkte der
den zickzack-förmigen Verlauf bildenden Abschnitte sind längs der Außenkanten 23,
24 des Etiketts gesehen zueinander versetzt. Während ein Endpunkt in Vorwärtsrichtung
versetzt ist, ist der andere Endpunkt des gleichen Abschnitts nach rückwärts versetzt.
Aber auch andere Verläufe der Schwächungslinie 50 sind ebenso möglich. So kann die
Schwächungslinie 50 beispielsweise auch einen wellenförmigen oder einen gekrümmten
Verlauf haben.
[0030] Bei wellenförmigem Verlauf in Querrichtung von der einen Außenkanten 23 zur anderen
Außenkante 24 gesehen wechseln sich Wellenberge und Wellentäler im Verlauf der Schwächungslinie
von der einen Außenkante 23 zur anderen Außenkante 24 einander ab. Bei zickzack-förmigem
Verlauf wechselt sich eine in Vorwärtsrichtung längs einer der Außenkanten 23, 24
gerichtete Spitze mit einer in Rückwärtsrichtung längs dieser einen Außenkante 23,
24 gerichteten Spitze im Verlauf der Schwächungslinie von der einen Außenkante 23
zur anderen Außenkante 24 einander ab.
[0031] Vorzugsweise verläuft die Schwächungslinie 50 vollständig zwischen den zwei gegenüberliegenden
Außenkanten 23 und 24. In Figur 2 beispielsweise verläuft die Schwächungslinie 50
von der oberen Außenkante 23 zu der parallel verlaufenden unteren Außenkante 24. Der
erfindungsgemäße Aufbau lässt sich jedoch auch mit einer zweiten Folie 20 realisieren,
bei der die Schwächungslinie 50 vollständig im Inneren verläuft oder nur an einer
einzigen Außenkante 23 oder 24 endet.
[0032] Die beiden Etikettenlagen 10 und 20 sind möglichst deckungsgleich übereinander angeordnet,
so dass die Unterseite 12 der ersten Etikettenlage 10 auf der Oberseite 21 der zweiten
Etikettenlage 20 zu liegen kommt. Die beiden Etikettenlagen werden mittels eines starken
Klebstoffes 30 vorzugsweise unlösbar miteinander verbunden. Der Klebstoff 30 kann
stark haftend sein und ist zwischen den beiden Etikettenlagen 10 und 20 nur partiell
in dem Zwischenraum zwischen den beiden Etikettenlagen angeordnet. Zumindest ein Bereich
a oberhalb der Schwächungslinie 50 bleibt dabei klebstofffrei.
[0033] Figur 2 zeigt eine Draufsicht auf ein Sicherheitsetikett 1 und veranschaulicht dabei
insbesondere die Anordnung der Bereiche b mit dem Klebstoff 30. Der Klebstoff 30 wird
vorzugsweise in den beiden äußeren, räumlich voneinander getrennten Randbereichen
b aufgebracht, während der innere Bereich a, in dem sich auch die Schwächungslinie
50 befindet, klebstofffrei bleibt.
[0034] Vorzugsweise trennt der klebstofffreie Bereich a die beiden Klebstoffbereiche b in
zwei voneinander räumlich getrennte Bereiche. Eine erfindungsgemäße Funktion kann
jedoch prinzipiell auch erzielt werden, wenn zwischen den beiden Klebstoffbereichen
b eine oder mehrere schmale Verbindungen bestehen (nicht dargestellt).
[0035] Unterhalb der zweiten Etikettenlagen 20 ist auf der Unterseite 22 ferner noch ein
partieller Klebstoffauftrag 40 vorhanden. Auch bei diesen Klebstoffauftrag 40 bleibt
der innere Bereich a der zweiten Etikettenlagen 20 klebstofffrei. Vorzugsweise ist
auch dieser Klebstoffauftrag 40 analog zu dem ersten Klebstoffauftrag 30 nur in den
beiden voneinander räumlich getrennten äußeren Bereichen b angeordnet.
[0036] Zum Schutz des Klebstoffauftrags 40 kann dieser Klebstoffauftrag sowie die komplette
Unterseite der zweiten Etikettenbahn 20 mit einem Liner 60 abgedeckt werden. Dieser
Liner 60 wird vor der Applikation des Sicherheitsetiketts 1 wieder abgezogen und gibt
so den Klebstoff 40 frei, so dass das Sicherheitsetikett 1 an der gewünschten Position
aufgeklebt werden kann.
[0037] Figur 3 zeigt ein Behältnis 2, das mit einem erfindungsgemäßen Sicherheitsetikett
1 gesichert wurde. Das Etikett 1 übersiegelt den Verschlussbereich 200 des Behältnisses
2. Um das Behältnis 2, beispielsweise eine Faltschachtel oder Ähnliches, zu öffnen,
muss nun das Sicherheitsetikett 1 im Bereich a der Schwächungslinie 50 durchtrennt
werden.
[0038] Figur 4 veranschaulicht das Durchtrennen des oben beschriebenen Sicherheitsetiketts
1. Die Linie 100 stellt hierbei eine Schnittlinie dar, wie sie beim Durchtrennen des
Etiketts 1 zum Öffnen des Behältnisses 2 erforderlich ist. Durch diese Schnittlinie
100 entstehen nun mehrere freie Bereiche 110 in der unteren, zweiten Etikettenlagen
20, die einerseits durch die Schnittkante 100 und andererseits durch die Schwächungslinie
50 gebildet werden. Da diese freien Bereiche 110 keinerlei Verbindung mehr zum übrigen
Etikett 1 haben, fallen diese Elemente 110 beim Öffnen heraus. Das Fehlen dieser Teile
110 signalisiert daher zuverlässig das erstmalige Öffnen der Verpackung 2. Die freien
Bereiche 110 sind in der gezeigten Ausführung Dreiecke.
[0039] Eine Manipulation durch nachträgliches Wiedereinbringen dieser freien Elemente 110
ist aufgrund der relativ kleinen Größe dieser Elemente 110 sowie der darüber angeordneten
ersten Etikettenlagen 10 sehr aufwendig oder nahezu unmöglich. Daher kann ein Verschleiern
der Erstöffnung des Behältnisses zuverlässig verhindert werden. Das Etikett ist als
wirksamer Erstöffnungsnachweis gut geeignet.
[0040] Wird das Sicherheitsetikett 1, wie in Figur 3 dargestellt, so angebracht, dass die
Schwächungslinie 50 eine Außenkante 200 des Behältnisses 2 einmal oder mehrfach kreuzt,
so kann ein Manipulationsversuch sogar selbst dann nachgewiesen werden, wenn das Etikett
1 nicht durchschnitten wird, sondern auf andere Weise geöffnet würde.
[0041] Hierzu wird für die untere, zweite Etikettenlage 20 ein Folienmaterial aus einem
relativ steifen Kunststoff verwendet. Somit hat die untere Materiallage 20 das Bestreben
sich möglichst geradlinig auszurichten. Beim Entfernen der oberen Materiallage richten
sich daher die zunächst umgeknickten Elemente der unteren Materiallage 20 geradlinig
aus. Bei geeigneter Formgebung wird es daher anschließend unmöglich sein, diese ausgerichteten
Teile wieder in ihre ursprüngliche Position zurück zu bringen und die obere Materiallage
10 oder einen Ersatz hierfür darauf anzubringen.
[0042] Wenn das Etikett im Bereicht der Schwächungslinie über eine Kante geklebt ist, dann
ist die Steifigkeit des Kunststoffs der Etikettenlage 20 so zu wählen, dass der Kunststoff
sich nach dem Öffnen des Behältnisses entspannt und geradlinig oder tangential in
Fortsetzung der von der Oberfläche des Behältnisses vorgegebenen Richtung ausrichtet.
Die Etikettenlage 10 kann dem gegenüber aus einem Kunststoff gebildet sein, der eine
geringere oder gar wesentlich geringere Steifigkeit aufweist.
[0043] Bei dieser Konfiguration kann es daher vorteilhaft sein, das Etikett 1 an der oberen
Materiallage 10 noch mit einer zusätzlichen Anfasslasche 80 zu versehen, wie dies
beispielsweise in Figur 5 dargestellt ist. Ein Benutzer kann dann zum Öffnen des Gefäßes
die Anfasslasche 80 greifen und die obere Materiallage 10 abziehen. Da die untere
Materiallage 20 entlang der Schwächungslinie 50 bereits durchtrennt ist, lässt sich
das Gefäß daraufhin ohne zusätzliche Maßnahmen, wie beispielsweise das Durchschneiden
des Etiketts, öffnen.
[0044] Bei einem späteren Wiederverschließen des Gefäßes würde die untere Materiallage 20
im Bereich der Schnittlinie 50 unkontrolliert geknickt werden und nicht mehr in ihrem
ursprünglichen Originalzustand eingebracht werden können. Somit kann das vorherige
Öffnen des Gefäßes sicher nachgewiesen werden.
[0045] Um einem Benutzer die freie Sicht auf die untere Etikettenlage 20 zu ermöglichen
und dadurch erkennen zu können, ob die Elemente 110 aufgrund einer erstmaligen Öffnung
eine Veränderung erfahren haben, ist die obere Etikettenlage 10 vorzugsweise transparent
oder zumindest durchscheinend. Diese Transparenz ist mindestens im Bereich a der Schwächungslinie
50 erforderlich. Alternativ kann jedoch auch die komplette obere Folienlage 10 transparent
oder durchscheinend sein.
[0046] Darüber hinaus kann die obere Etikettenlage 10 auf der Oberseite 11 auch noch zusätzlich
mit einer Kennzeichnung, beispielsweise einem Aufdruck, versehen werden. Hierdurch
können dem Benutzer noch zusätzliche Informationen in Zusammenhang mit dem Produkt
oder auch mit dem Eröffnungsnachweis bereitgestellt werden. Um einen besseren Kontrast
für diese Kennzeichnung zu erhalten, kann die obere Folienlagen 10 außerhalb des Bereichs
a auch noch mit einer opake Grundierung versehen werden.
[0047] Weiterhin ist es für ein schnelles Überprüfen des Erstöffnungsnachweises hilfreich,
wenn die untere, zweite Etikettenlage 20 zumindest im Bereich a der Schwächungslinie
opak ist. Hierdurch kann dann ein Herausfallen der Elemente 110 besonders gut wahrgenommen
werden. Besonders hilfreich ist es hierzu auch, wenn die opake zweite Etikettenlage
20 einen farblichen Kontrast zu dem darunter befindlichen Behältnis 2 besitzt.
[0048] Eine Opazität der zweiten Folienlage 20 kann entweder durch Wahl eines geeigneten
nicht transparenten Materials erzielt werden oder alternativ auch durch Verwendung
einer transparenten Folienlage, die anschließend mit einer opaken Farbe versehen wird.
In letzterem Fall ist es ausreichend, die Folienlage 20 im Bereich der Schwächungslinie
50 mit dieser Farbe zu versehen.
[0049] Zusammenfassend betrifft die Erfindung ein Sicherheitsetikett, aus mehreren Folienlagen.
Zum Öffnen eines Gefäßes, das mit diesem Sicherheitsetikett versiegelt wurde, muss
das Etikett so durchschnitten werden, dass sich einige kleine Elemente aus dem Etikett
herauslösen und so ein sicherer optischer Nachweis für das Öffnen erfolgt.
1. Sicherheitsetikett zum Nachweis eines erstmaligen Öffnens eines Behältnisses, umfassend:
eine erste bahnförmige Etikettenlage (10) mit einer Oberseite (11) und einer Unterseite
(12);
eine zweite bahnförmige Etikettenlage (20) mit einer Oberseite (21) und einer Unterseite
(22);
eine Schwächungslinie (50), die in die zweite Etikettenlage (20) eingebracht ist;
einen ersten Klebstoffauftrag (30), der die Unterseite (12) der ersten Etikettenlage
(10) und die Oberseite (21) der zweiten Etikettenlage (20) an mindestens zwei voneinander
räumlich getrennten Bereichen (b) miteinander verbindet; und
einen zweiten Klebstoffauftrag (40), der auf der Unterseite (22) der zweiten Etikettenlage
(20) an mindestens zwei voneinander räumlich getrennten Bereichen aufgetragen ist,
dadurch gekennzeichnet dass die zweite Etikettenlage (20) auf der Oberseite (21) und der Unterseite (22) im Bereich
(a) der Schwächungslinie klebstofffrei ist, die Schwächungslinie (50) die zweite Etikettenlage
(20) vollständig zwischen der Oberseite (21) und der Unterseite (22) der zweiten Etikettenlage
(20) durchdringt und die Schwächungslinie (50) in der zweiten Etikettenlage (20) wellenförmig
oder zick-zack-förmig oder gekrümmt verläuft.
2. Sicherheitsetikett nach Anspruch 1, wobei die Schwächungslinie (50) eine Einstanzung
in die zweite Etikettenlage (20) ist.
3. Sicherheitsetikett nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die zweite Etikettenlage
(20) mindestens zwei Außenkanten (23, 24) besitzt und die Schwächungslinie von einer
Außenkante (23) zu einer anderen Außenkante (24) verläuft.
4. Sicherheitsetikett nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die erste Etikettenlage
(10) zumindest teilweise transparent ist.
5. Sicherheitsetikett nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die zweite Etikettenlage
(20) opak ist.
6. Sicherheitsetikett nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die zweite Etikettenlage
(20) bedruckt ist.
7. Sicherheitsetikett nach einem der Ansprüche 1 bis 6, das ferner eine Anfasslasche
(80) umfasst.
8. Sicherheitsetikett nach Anspruch 7, wobei die Anfasslasche (80) mit der ersten Etikettenlage
(10) verbunden ist.
9. Behältnis mit einem Verschlussbereich (200), wobei der Verschlussbereich (200) mit
einem Sicherheitsetikett (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 gesichert ist.
1. A safety label for proving a first-time opening procedure of a container, comprising:
a first web-shaped label layer (10) comprising an upper side (11) and an underside
(12);
a second web-shaped label layer (20) comprising an upper side (21) and an underside
(22);
a weakening line (50) incorporated in the second label layer (20);
a first glue application (30) which connects the underside (12) of the first label
layer (10) and the upper side (21) of the second label layer (20) to each other at
at least two areas (b) which are spatially separated from each other; and
a second glue application (40) which is applied on the underside (22) of the second
label layer (20) at at least two areas which are spatially separated from each other,
characterized in that
the second label layer (20) is free of any adhesive on the upper side (21) and the
underside (22) in the area (a) of the weakening line (50), the weakening line (50)
fully penetrates the second label layer (20) between the upper side (21) and the underside
(22) of the second label layer (20) and the weakening line (50) extends in the second
label layer (20) in a wavelike or zigzag-like or curved fashion.
2. The safety label according to claim 1, wherein the weakening line (50) is stamped
in the second label layer (20).
3. The safety label according to any of claims 1 or 2,
wherein the second label layer (20) comprises at least two outer edges (23, 24) and
the weakening line extends from the one outer edge (23) to the other outer edge (24).
4. The safety label according to any of claims 1 to 3,
wherein the first label layer (10) is at least partially transparent.
5. The safety label according to any of claims 1 to 4,
wherein the second label layer (20) is opaque.
6. The safety label according to any of claims 1 to 5,
wherein the second label layer (20) is provided with a printing.
7. The safety label according to any of claims 1 to 6, further comprising a grip tab
(80).
8. The safety label according to claim 7, wherein the grip tab (80) is connected to the
first label layer (10).
9. A container having a closure area (200), wherein the closure area (200) is provided
with a safety label (1) according to any of claims 1 to 8.
1. Étiquette de sécurité destinée à prouver une première ouverture d'un récipient, comprenant
:
une première couche d'étiquette (20) en forme de piste comprenant une face supérieure
(11) et une face inférieure (12) ;
une deuxième couche d'étiquette (20) en forme de piste comprenant une face supérieure
(21) et une face inférieure (22) ;
une ligne d'affaiblissement (50) qui est ménagée dans la deuxième couche d'étiquette
(20) ;
une première application de colle (30) qui relie entre elles la face inférieure (12)
de la première couche d'étiquette (10) et la face supérieure (21) de la deuxième couche
d'étiquette (20) au niveau d'au moins deux zones (b) séparées spatialement les unes
des autres ; et
une deuxième application de colle (40) qui est appliquée sur la face inférieure (22)
de la deuxième couche d'étiquette (20) au niveau d'au moins deux zones séparées spatialement
les unes des autres, caractérisée en ce que
la deuxième couche d'étiquette (20) est exempte de colle dans la zone (a) de la ligne
d'affaiblissement sur la face supérieure (21) et la face inférieure (22), la ligne
d'affaiblissement (50) traverse entièrement la deuxième couche d'étiquette (20) entre
la face supérieure (21) et la face inférieure (22) de la deuxième couche d'étiquette
(20) et la ligne d'affaiblissement (50) présente un tracé de forme ondulée ou en zigzag
ou courbe dans la deuxième couche d'étiquette (20).
2. Étiquette de sécurité selon la revendication 1, sachant que la ligne d'affaiblissement
(50) est une découpe par estampage dans la deuxième couche d'étiquette (20).
3. Étiquette de sécurité selon l'une des revendications 1 ou 2, sachant que la deuxième
couche d'étiquette (20) comporte au moins deux arêtes extérieures (23, 24) et la ligne
d'affaiblissement passe d'une arête extérieure (23) à une autre arête extérieure (24).
4. Étiquette de sécurité selon l'une des revendications 1 à 3, sachant que la première
couche d'étiquette (10) est au moins en partie transparente.
5. Étiquette de sécurité selon l'une des revendications 1 à 4, sachant que la deuxième
couche d'étiquette (20) est opaque.
6. Étiquette de sécurité selon l'une des revendications 1 à 5, sachant que la deuxième
couche d'étiquette (20) est imprimée.
7. Étiquette de sécurité selon l'une des revendications 1 à 6, laquelle comprend en outre
une languette de prise (80).
8. Étiquette de sécurité selon la revendication 7, sachant que la languette de prise
(80) est reliée à la première couche d'étiquette (10).
9. Récipient doté d'une zone d'obturation (200), sachant que la zone d'obturation (200)
est sécurisée au moyen d'une étiquette de sécurité (1) selon l'une des revendications
1 à 8.