[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Galvanonanlage mit mehreren Bädern, mit mindestens
einem Warenträger für die Aufnahme von zu behandelnder Ware und mit einer Transportvorrichtung
für den Transport des mindestens einen Warenträgers zu den einzelnen Bädern, die Transportvorrichtung
weist mindestens einen Hub-Transportwagen auf, es ist eine lösbare Kupplungsvorrichtung
vorgesehen, die zwischen Hub-Transportwagen und Warenträger angeordnet ist, der Hub-Transportwagen
weist eine Einhausung auf, die ein Bad übergreift, haubenförmig ausgebildet ist und
nur nach unten offen ist. Sie bezieht sich weiterhin auf ein Verfahren zum Betreiben
einer solchen Anlage.
[0003] Derartige Galvanoanlagen bestehen aus einer Reihe von Bädern. Zu diesen gehören Behandlungsbäder
und ggf. auch Spülbäder. In diese Bäder werden in die zu behandelnden Waren eingetaucht.
In den Bädern erfolgt ein Schritt des gesamten Behandlungsprozesses.
[0004] Die Waren werden von einem Warenträger aufgenommen. Es ist mindestens ein Warenträger
vorgesehen. An den Warenträger wird die Ware angehängt, angeklemmt, als Schüttgut
in eine Aufnahmevorrichtung des Warenträgers eingefüllt und anderweitig vom Warenträger
aufgenommen. Die Warenträger sind so ausgebildet und bemessen, dass die Ware in die
Bäder eingetaucht werden kann.
[0005] Diese Warenträger werden mithilfe der Transportvorrichtung zwischen den einzelnen
Stationen verfahren, jedes Bad bildet eine Station. Die Transportvorrichtung hat mindestens
einen Hub-Transportwagen, der über die Bäder frei beweglich ist. Zum Transport eines
Warenträgers fährt ein solcher Hub-Transportwagen zu dem betreffenden Bad, hebt den
dort liegenden Warenträger aus dem Bad heraus, fährt dann bis über das im Prozess
folgende Bad und senkt den Warenträger in dieses ab. Danach steht der Hub-Transportwagen,
im folgenden Wagen genannt, wieder für andere Aufgaben zur Verfügung. Es können mehrere
Wagen vorgesehen sein.
[0006] Um eine lösbare Verbindung zwischen Warenträger und Wagen herzustellen, ist eine
lösbare Kupplungsvorrichtung zwischen Wagen und Warenträger vorgesehen. Diese ist
nach dem Stand der Technik ausgeführt, beispielsweise mechanisch oder elektromagnetisch.
[0007] Schließlich weist die Galvanoanlage mindestens eine Einhausung auf. Üblicherweise
sind ein Wagen und eine Einhausung zu einer Einheit zusammengefasst. Die Einhausung
ist haubenförmig. Sie ist nur nach unten hin offen. Sie ist so bemessen, dass sie
die einzelnen Bäder übergreift und mehr oder weniger dicht mit dem oberen Rand eines
Bades abschließt. Die Einhausung ist so bemessen, dass sie in ihrem Innenraum einen
Warenträger mit seiner Ware vollständig aufnehmen kann.
[0008] Häufig sind die Bäder, insbesondere die Behandlungsbäder, mit einer sogenannten Einrichtung
zur Randabsaugung versehen. Diese saugt die Luft über der Oberfläche mit hoher Geschwindigkeit
in ein Entlüftungssystem ab. Dadurch können Schadstoffe nicht bzw. nur in zulässigen
Konzentrationen in die Raumluft des Raums gelangen, in dem sich die Galvanoanlage
befindet. Die abzusaugende Luftmenge kann durch automatisch betätigte Deckel, die
dem Bad zugeordnet sind, oder durch andere Maßnahmen verringert werden. Weiterhin
sind häufig Auffangschalen vorgesehen. Wenn ein Warenträger aus einem Bad heraus bewegt
ist, wird mindestens eine Auffangschale unter den Warenträger bewegt, so dass abtropfende
Flüssigkeit von dieser aufgefangen und nicht beim weiteren Transport in andere Bäder
gelangen kann. Derartige Auffangschalen sind vorzugsweise der Einhausung zugeordnet
und ermöglichen es, diese nach unten mehr oder weniger vollständig abzuschließen.
Sie sind in der o.g.
DE 43 23 699 C1 beschrieben.
[0009] Wenn ein Warenträger aus einem Behandlungsbad herausgehoben wird, befindet sich an
dem Warenträger und insbesondere an der zu behandelnden Ware anhaftende Elektrolyt-
bzw. die Badflüssigkeit nun oberhalb des abgesaugten Badbereichs. Dämpfe und Schadstoffe
werden nun direkt in die Raumluft abgegeben. Dies kann durch eine Auffangschale nicht
vollständig vermieden werden. Um schädliche Auswirkungen zu vermeiden, insbesondere
die Konzentration von Schadstoffen in der Raumluft niedrig zu halten, beschränkt man
sich häufig darauf, die Raumluft genügend schnell zu erneuern, also ein ausreichend
leistungsfähiges Absaugsystem für die Raumluft vorzusehen.
[0010] Durch die Einhausung wird weitestgehend verhindert, dass Dämpfe und Schadstoffe frei
in die Raumluft abgegeben werden. Diese bleiben im Wesentlichen nur im Inneren der
Einhausung, können aber aus ihrer unteren Öffnung austreten. Es werden zwei bekannte
Methoden angewandt, um die Schadstoffe aus der Einhausung zu entfernen:
- a) Es wird Raumluft in die Einhausung hineingeblasen, gleichzeitig wird die Randabsaugung
des Bades, über dem der Wagen gerade steht, intensiviert. Dadurch werden die Dämpfe
aus der Einhausung in die Raumluft und über die vorhandene Ablufteinrichtung abgeführt.
- b) Die Einhausung des Wagens wird in der Station über dem Bad mit einem ortsfesten
Absaugstutzen verbunden. Hierzu hat die Einhausung einen speziellen Auslassstutzen,
der normalerweise verschlossen ist. Wenn sich der Transportwagen in der Station über
dem betreffenden Bad befindet, ist der Weg zum Absaugstutzen geöffnet und wird die
Luft aus der Einhausung durch den Absaugstutzen abgeführt. Zum Druckausgleich fließt
frische Luft durch die untere Öffnung der Einhausung nach.
[0011] Beide Systeme a) und b) haben den prinzipiellen Nachteil, dass der Luftaustausch
in der Einhausung nur stattfindet, solange sich der Wagen in der betreffenden Station
befindet. Dies ist aber in der Regel nur für eine kürzere Zeit der Fall, nämlich für
die Zeit des Heraushebens aus dem Behandlungsbad und des Ablaufens der herausgeschleppten
Flüssigkeit, in der Regel eine Zeitdauer von 10 bis maximal 30 Sekunden. Danach fährt
der Wagen zur nächsten Zielposition, also zu einer anderen Station, um den Warenträger
dort abzusenken.
[0012] Nur in der relativ kurzen Zeit kann eine Erneuerung der Luft stattfinden. Die Zeit
reicht meist nur zu einer Teilerneuerung der Luft in der Einhausung des Wagens aus.
[0013] Nachteilig ist dabei auch, dass während des Verfahrens des Wagens Schadstoffe aus
der Öffnung der Einhausung austreten können, auch wenn die Öffnung weitgehend verschlossen
ist, beispielsweise durch eine Auffangschale.
[0014] Schließlich ist nachteilig, dass sich schädliche Gase und andere Schadstoffe auf
Dauer in der Einhausung ansammeln können. Aufgrund der nicht vollständigen Erneuerung
der Luft in der Einhausung kann es zu erhöhten Konzentrationen kommen. Dies gilt beispielsweise
für die Ansammlung von Wasserstoff im Innenraum der Einhausung.
[0015] Hier setzt nun die Erfindung ein. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Nachteile
der vorbekannten Galvanoanlage zu vermeiden und diese dahingehend weiterzubilden,
dass eine gründlichere Erneuerung bzw. Reinigung der Luft im Innenraum der Einhausung
möglich ist, und dass eine Lufterneuerung nicht nur dann stattfindet, wenn sich die
Einhausung in einer Station befindet.
[0016] Diese Aufgabe wird ausgehend von der Galvanoanlage der eingangs genannten Art durch
eine Galvanoanlage gemäß dem Gegensand der Ansprüche 1 bis 7 gelöst. Bei dieser Galvanoanlage
wird die Luft, die sich in der Einhausung befindet, nicht zu einem externen System
hin abgesaugt, sondern durch den Luftreiniger selbst gereinigt. Die Reinigung erfolgt
also vor Ort und genau an der Stelle, wo die Schadstoffe anfallen. Das Volumen einer
Einhausung ist in der Regel nicht sehr groß. Der Luftreiniger muss daher nicht sehr
groß ausgelegt werden, er kann verhältnismäßig klein sein. Die Effizienz ist hoch,
denn die Schadstoffe werden gleich bei Abgabe an die Umgebung und damit bei höchster
Konzentration erfasst. Die Schadstoffe werden schon an der Quelle erfasst. Sie können
nicht erst an die Raumluft entweichen, insbesondere können sie sich nicht erst mit
Raumluft vermischen, wodurch ihre Konzentration verringert wird. Es ist deshalb eine
sehr viel geringere Rate der Raumlufterneuerung für die gesamte Galvanoanlage notwendig.
Es wird somit erheblich eingespart an Aufwand und Energie für die Raumluftanlage.
[0017] Durch den Ventilator wird die Luft aus dem Innenraum der Einhausung in den Luftreiniger
gefördert. Die Reinigung der Luft kann nun nach den üblichen Methoden, wie sie im
Stand der Technik bekannt sind, erfolgen, beispielsweise durch Tropfenabscheider und/oder
durch Luftwäscher. Letzterer kann mit Hilfe von Wasser und/oder chemischen Lösungen
arbeiten. Der Luftreiniger wird den jeweiligen Erfordernissen angepasst. Bei unterschiedlichen
Galvanounterlagen sind daher unterschiedliche Luftreiniger möglich.
[0018] Luftreiniger bzw. -wäscher sind beispielsweise aus
DE 41 39 737 A1,
DE 20 2011 051 407 U1,
DE 10 2009 030 119 A1,
DE 10 2005 025 922 A1,
DE 699 30 956 T2,
DE 698 29 805 T2 bekannt. Der Luftreiniger weist zumindest ein Filter auf. Der Luftreiniger kann photokatalytisch
arbeiten, er kann einen Ionisator aufweisen, er kann mit einer Düse, insbesondere
Venturidüse ausgestattet sein, er kann einen Ozongenerator aufweisen. Der Ventilator
kann im Luftreiniger eingebaut sein. Vorzugsweise wird ein Luftreiniger verwendet,
wie er für die Reinigung der Raumluft der Galvanoanlage eingesetzt wird, allerdings
in einer kleineren Ausführung des Luftreinigers, also angepasst an das deutlich kleinere
Volumen in der Umhausung im Vergleich zum Raumvolumen.
[0019] Durch die beschriebene Galvanoanlage wird eine kontinuierliche Reinigung der Luft
innerhalb der Einhausung möglich. Eine zeitliche Beschränkung, wie sie bei den Systemen
nach dem Stand der Technik gegeben ist, besteht nicht mehr. Damit aber kann auch der
Ablauf der Anlage optimiert werden. Die Verweilzeit eines Warenträgers, der aus einem
Bad herausgehoben wurde, in der Station und damit oberhalb des Bades, kann verringert
werden. Die Transportgeschwindigkeit, mit der die Transportvorrichtung einen Warenträger
von einem Bad zu einem anderen Bad transportiert, kann optimiert werden, da während
des Transportes eine Luftreinigung stattfindet. Es können beispielsweise auch langsamere
Transportgeschwindigkeiten verwendet werden.
[0020] Bei Galvanoanlagen, bei denen es zu einer Kondensation heißer Dämpfe kommt, kann
der Einhausung auch eine Kühleinrichtung zugeordnet werden. Diese kann mit dem Luftreiniger
kombiniert sein, sie kann aber auch eine separate Einrichtung sein.
[0021] In einigen Prozessschritten von Galvanoanlagen kann Wasserstoffgas entstehen, das
auch in die Einhausung gelangen kann, es kann sich in der Einhausung anreichern. Dabei
kann es zu Konzentrationen kommen, die explosionsfähig sind.
[0022] Durch eine Luftreinigung allein wird eine derartige Ansammlung von Wasserstoff nicht,
jedenfalls nicht vollständig vermieden. Um einer solchen Ansammlung entgegenwirken
zu können, wird vorgeschlagen, dass in solchen Fällen die gewaschene Luft teilweise
oder vollständig nach außen abgegeben wird und durch frische Umgebungsluft in der
Einhausung ersetzt wird. Je nach Anwendungsfall kann diese Abgabe direkt in die Umgebung
erfolgen oder aber über ein Abluftsystem, z.B. über spezielle Andockpunkte. Erfindungsgemäß
hat die Galvanoanlage eine Andockstation. Die Transportvorrichtung ist auch so ausgelegt,
dass sie für den Transport des mindestens einen Warenträgers zur Andockstation ausgelegt
ist. Diese Andockstation eignet sich besonders, um die Geräte der Einhausung, insbesondere
den Luftreiniger, mit Verbrauchsmaterial zu beschicken und verbrauchte Materialien
abzuleiten. Demgemäß ist an der Andockstation vorzugsweise mindestens eine Ablaufleitung
für Flüssigkeit vorgesehen, über sie werden verbrauchte Flüssigkeiten abgeleitet,
die von den Geräten der Einhausung gezielt an der Andockstation abgegeben werden.
Die Andockstation kann auch mindestens eine Abnahmevorrichtung für verbrauchte Feststoffe,
insbesondere Chemikalien, aufweisen, über die gezielt verbrauchte Feststoffe von der
Einhausung abgegeben werden, sobald sich diese in der Andockstation befindet. Weiterhin
kann die Einhausung in der Andockstation mit frischen Chemikalien bzw. Flüssigkeiten
versorgt werden, hierzu sind geeignete Zuführeinrichtungen vorgesehen. Die Einhausung
selbst hat entsprechende Mittel, um gesteuert in die Ablaufleitung bzw. in die Abnahmevorrichtung
verbrauchte Materialien abzugeben bzw. mindestens eine Einführeinrichtung, die mit
der Zuführeinrichtung zusammenwirkt, so dass frische Materialien der Einhausung zugeführt
werden können. Vorzugsweise hat die Einhausung einen Elektroanschluß und gegebenenfalls
einen Wasseranschluß.
[0023] Durch die Entfernung von Schadstoffen unmittelbar an der Quelle und in hoher Konzentration
wird die Raumluft im Raum der Galvanoanlage erheblich weniger belastet. Der Luftaustausch
im Raum der Galvanoanlage kann verringert werden. Damit können die zugehörigen lufttechnischen
Anlagen erheblich kleiner ausgeführt werden. Der Energieverbrauch der lufttechnischen
Anlage wird verringert. Der verkleinerte Luftaustausch bedeutet auch erheblich niedrige
Heizkosten.
[0024] Manche der abgegebenen Schadstoffe sind korrosiv und führen oft schon nach kurzer
Zeit zu Schäden an Einrichtungen und Gebäuden. Diese Schäden werden verringert bzw.
vermieden, da die Schadstoffe unmittelbar abgeführt werden. Ein Kontakt mit den anderen
Einrichtungen und Gebäuden wird daher weitgehend vermieden, jedenfalls deutlich verringert.
Weiterhin sind einige Schadstoffe gesundheitsschädlich. Da sie nun "an der Quelle"
entfernt werden, wird es deutlich einfacher, wie abzuführen und wie maximal zulässigen
Arbeitsplatzkonzentrationen nicht zu überschreiten. Erfindungsgemäß weist die Andockstation
mindestens eines der folgenden Merkmale, vorzugsweise zwei, drei oder mehr auf:
- a. mindestens eine Ablaufleitung für Flüssigkeiten,
- b. mindestens eine Abnahmevorrichtung für verbrauchte Feststoffe, insbesondere Chemikalien,
- c. mindestens eine Zuführeinrichtung für Feststoffe, insbesondere Chemikalien zur
Einhausung.
[0025] Vorzugsweise weist die Einhausung zusätzlich eine Kühleinrichtung auf. Vorzugsweise
ist mindestens einem der Bäder eine Einrichtung zur Randabsaugung zugeordnet.
[0026] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im Folgenden näher erläutert, dieses Ausführungsbeispiel
ist nicht einschränkend zu verstehen. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1:
- eine prinzipielle Darstellung in Seitenansicht der hier relevanten Teile einer Galvanoanlage
und
- Fig. 2:
- eine Darstellung wie Figur 1, jedoch für einen anderen Zustand der Galvanoanlage.
[0027] Die Galvanoanlage findet sich in einem Raum 20. Sie hat eine Anzahl von Bädern 22,
24, 26, die jeweils mit Flüssigkeiten unterschiedlicher Art befüllt sind, beispielsweise
mit Behandlungsflüssigkeit oder Spülflüssigkeit. Im linken Bad 22 befindet sich ein
Warenträger 28 mit daran gehaltener Ware 30, die hier durch drei längliche Streifen
dargestellt ist. Diese Ware 30 wird aktuell behandelt. Am oberen Rand des Behälters
des Bades 22 befindet sich eine umlaufende Einrichtung zur Randabsaugung 32. Oberhalb
dieser wiederum und auf dieser aufliegend befindet sich eine Einhausung 34, sie hat
die Form einer nach unten offenen Glocke bzw. einer Haube. Sie deckt das Bad 22 im
Wesentlichen nach oben hin ab. Der Ort, wo sich die Einhausung 34 befindet, wird auch
als Station bezeichnet. Es ist die zum Bad 22 zugehörige Station.
[0028] Oberhalb der Stationen der Galvanoanlage befindet sich eine Transportvorrichtung
36. Sie weist eine Schiene 38 und entlang dieser bewegbare Wagen 40 auf. Die Wagen
40 haben jeweils ein Zugmittel 42, insbesondere Seil, das unten in einem ersten Kupplungsteil
einer Kupplungsvorrichtung 44 endet. Das zugehörige zweite Kupplungsteil befindet
sich am Warenträger 28. Die Kupplungsvorrichtung 44 ist so ausgelegt, dass gezielt
und von einem Rechner oder Bediener gesteuert eine zugfeste Verbindung mit dem Warenträger
28 hergestellt und auch gelöst werden kann. Die Kupplungsvorrichtung 44 ist beispielsweise
elektromagnetisch oder mechanisch ausgeführt. Das Zugmittel 42 dient zugleich dazu,
die Einhausung 34 vertikal zu bewegen. Hierfür ist eine Schleppkupplung vorgesehen.
Im konkreten Fall wird sie dadurch gebildet, dass das erste Kupplungsteil unten an
einem Durchlass 46 der Einhausung 34 anschlägt, so dass bei weiterem Zug nach oben
auch die Einhausung 34 mitgenommen wird. In einer Alternative ist der Einhausung ein
eigenes Zugmittel, unabhängig von demjenigen für den Warenträger 28 zugeordnet.
[0029] Die Einhausung 34 hat einen Ventilator 48. Er ist so angeordnet, dass er mit einem
Innenraum der Einhausung 34 kommuniziert und Luft aus diesem Innenraum in Richtung
nach außen transportiert, hierzu wird auf die Pfeile 50 und 78 verwiesen. Der Ventilator
48 fördert die Luft in einen Luftreiniger 52, der ebenfalls mit der Einhausung 34
verbunden ist. Als Luftreiniger 52 wird eine aus dem Stand der Technik bekannte Einrichtung
eingesetzt, die in der Lage ist, die konkret bei der jeweiligen Galvanoanlage im Innenraum
der Einhausung 34 anfallenden gasförmigen Schadstoffe aus der Luft herauszuholen,
die Luft also entsprechend zu reinigen.
[0030] Der Luftreiniger 52 benötigt in der Regel flüssige und/oder feste Betriebsstoffe,
er verbraucht diese Betriebsstoffe und gibt sie als Verbrauchsstoffe ab. Hierzu sind
entsprechende Einrichtungen für die Zufuhr und Abgabe vorgesehen. Wie Figur 1, im
rechten Teil dieser Figur zeigt, ist eine ortsfeste Zuführeinrichtung 54 für die Zufuhr
fester und/oder flüssiger Betriebsmittel vorgesehen. Weiterhin ist eine Abnahmevorrichtung
56 ortsfest vorgesehen, sie dient der Ableitung von Feststoffen. Schließlich ist eine
Ablaufleitung 58 vorgesehen, sie dient der Ableitung von flüssigen, verbrauchten Materialien,
insbesondere Chemikalien. Am Luftreiniger 52 sind jeweils Stutzen vorgesehen, die
mit diesen Teilen 54-58 kuppeln können. Der Kupplungszustand ist hier für eine Andockstation
60 gezeigt, kann aber auch in anderen Positionen und Stationen der Einhausung 34 vorgesehen
sein.
[0031] Die Einhausung 34 weist einen normalerweise durch ein Schließmittel geschlossenen
Auslass 64 auf. Dieser koppelt in der Andockstation 60 mit einer Aufnahme 66. In der
gekoppelten Position ist das Schließmittel geöffnet. Auf diese Weise ist der Luftweg
aus dem Innenraum der Einhausung zu einer Absaugleitung 68 frei und kann die Luft
in der Einhausung ausgetauscht werden. Dadurch können Ansammlungen von Wasserstoff
und anderen Gasen in der Einhausung 34 abgebaut werden. Auch die anderen drei Anschlussmittel
für die Zuführeinrichtung 54, die Abnahmevorrichtung 56 und die Ablaufleitung 68 sind
ggf. so ausgeführt, dass sie normalerweise verschlossen sind, nur in der Andockstation
60 und nur auf einen Steuerungsbefehl hin werden die jeweiligen Zugänge geöffnet.
[0032] Die Andockstation 60 ist hier als separate Station ausgeführt. Bei ihr befindet sich
die Einhausung 34 auf einem Tisch 62. Die Andockposition ist keine Arbeitsposition,
sondern dient nur dem Service und der Wartung. Es ist möglich, eine Arbeitsposition
als Andockstation zu verwenden.
[0033] Das zweite Bad von links gesehen, das Bad 24, ist durch einen Deckel 70 verschlossen.
Unterhalb der Einhausung 34, die in Figur 2 gezeigt ist, befindet sich eine Auffangschale
72.
[0034] Über Leitungen 74 wird die Einhausung 34 mit elektrischer Spannung und/oder Wasser
versorgt, andere Versorgungsleitungen können ebenfalls vorgesehen sein. Verwendet
wird eine Gliederkette.
[0035] Die Einhausung 34 weist schließlich eine Kühleinrichtung 76 auf. Sie wird auf eine
geeignete, für den jeweiligen Prozess passende Kühltemperatur eingestellt. Sie dient
dazu, dass sich Dämpfe an ihr niederschlagen können. Die entsprechenden Flüssigkeiten
werden über geeignete Mittel abgeleitet.
[0036] Im Folgenden wird nun der Ablauf beschrieben:
[0037] In Figur 1 ist im linken Bad 22 der dortige Behandlungsschritt abgeschlossen, der
Warenträger 28 mit seiner Ware 30 soll wieder aus dem Bad 22 entnommen werden. Hierzu
ist die Einhausung 34 bereits über das Bad 22 gestülpt worden. Das Zugmittel 42 mit
dem ersten Kupplungsstück ist abgesenkt und ist kurz davor, mit dem zweiten Kupplungsteil
am Warenträger 28 einzukuppeln. Sobald dies geschehen ist, kann der Wagen 40 so betätigt
werden, dass das Zugmittel 42 nach oben bewegt wird. Es wird solange nach oben bewegt,
bis das erste Kupplungsstück mit seiner Oberseite an die Innenwand der Einhausung
34 ringsum den Durchlass 46 anschlägt. Ist dies erfolgt, wird auch die Einhausung
34 mit angehoben. Es kann nun die Auffangschale 72 unter die Öffnung der Einhausung
34 bewegt werden und kann die Einhausung 34 transportiert werden in die Position,
wie sie in Figur 2 dargestellt ist. Während dieses gesamten Vorgangs sind Ventilator
48 und Luftreiniger 52 für die jeweils erforderliche Zeitspanne in Betrieb, dadurch
wird die Luft, die sich im Innenraum der Einhausung 34 befindet, gereinigt. Die gereinigte
Luft wird im Sinne des Pfeils 78 wieder in den Innenraum hineingeblasen. Ggf. ist
auch die Kühleinrichtung 76 aktiv.
[0038] Ausgehend von dem Zwischenzustand, wie ihn Figur 2 zeigt, kann nun die Einhausung
34 über ein anderes Bad gefahren werden, beispielsweise über das Bad 26. Dort findet
dann eine Behandlung statt.
1. Galvanonanlage mit mehreren Bädern (22, 24, 26), mit mindestens einem Warenträger
(28) für die Aufnahme von zu behandelnder Ware (30) und mit einer Transportvorrichtung
(36) für den Transport des mindestens einen Warenträgers (28) zu den einzelnen Bädern
(22, 24, 26), die Transportvorrichtung (36) weist mindestens einen Hub-Transportwagen
(40) auf, es ist eine lösbare Kupplungsvorrichtung (44) vorgesehen, die zwischen Hub-Transportwagen
(40) und Warenträger (28) angeordnet ist, der Hub-Transportwagen (40) weist eine Einhausung
(34) auf, die haubenförmig ausgebildet ist, nur nach unten offen ist, und einen Ventilator
(48) und einen Luftreiniger (52) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Einhausung (34) ein Bad (22) übergreift, dass die Galvanoanlage eine Andockstation
(60) aufweist, dass die Transportvorrichtung (36) für den Transport des mindestens
einen Warenträgers (28) auch zur Andockstation (60) ausgebildet ist, und dass die
Andockstation (60) mindestens eines der folgenden Merkmale, vorzugsweise zwei oder
mehr aufweist:
a. mindestens eine Ablaufleitung (58) für Flüssigkeiten,
b. mindestens eine Abnahmevorrichtung (56) für verbrauchte Feststoffe, insbesondere
Chemikalien,
c. mindestens eine Zuführeinrichtung (54) für Feststoffe, insbesondere Chemikalien
zur Einhausung (34).
2. Galvanoanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftreiniger (52) einen Tropfenabscheider und/oder einen Luftwäscher, der vorzugsweise
mit einer Wasserstufe und/oder einer chemischen Stufe ausgerüstet ist, aufweist.
3. Galvanoanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einhausung (34) zusätzlich eine Kühleinrichtung aufweist.
4. Galvanoanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Bad (22) eine Einrichtung zur Randabsaugung (32) aufweist.
5. Galvanoanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Auffangschale vorgesehen ist, die sich im aktiven Zustand unter der
Öffnung der Einhausung (34) befindet.
6. Galvanoanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einhausung (34) einen normalerweise verschlossenen Auslass (64) aufweist, der
mit einer Aufnahme (66) verbindbar ist.
7. Galvanoanlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (66) von der Andockstation (60) gebildet wird und mit einer Absaugleitung
(68) verbunden ist.
8. Verfahren zum Betreiben einer Galvanoanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche
1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass Ventilator (48) und Luftreiniger (52) während eines Transports der Einhausung (34)
von einer Station zu einer anderen Station zumindest zeitweise in Betrieb sind.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur Abfuhr von Gas aus dem Innenraum der Einhausung (34) ein Auslass (64) geöffnet
wird und dann ein freier Weg für Gas aus der Einhausung (34) durch den Auslass (64)
und die Aufnahme (66) ausgebildet wird, so dass Gas aus der Einhausung (34) abtransportiert
werden kann, wobei vorzugsweise während des Abtransportes des Gases aus dem Innenraum
der Einhausung (34) der Luftreiniger (52) ausgeschaltet bleibt.
1. A galvanization plant with several baths (22, 24, 26), with at least one goods carrier
(28) for accommodating goods (30) to be treated, and with a transport device (36)
for transporting the at least one goods carrier (28) to the individual baths (22,
24, 26), the transport device (36) has at least one lifting transport carriage (40),
a releasable coupling device (44) is provided, which is arranged between the lifting
transport carriage (40) and the goods carrier (28), the lifting transport carriage
(40) has a housing (34), which is configured to be hood-shaped, is open only towards
the bottom, and has a fan (48) and an air purifier (52),
characterized in that the housing (34) reaches across a bath (22), that the galvanization plant has a docking
station (60), that the transport device (36) is configured for transporting the at
least one goods carrier (28) also to the docking station (60), and that the docking
station (60) has at least one, preferably two or more, of the following features:
a. at least one discharge pipe (58) for liquids,
b. at least one take-away device (56) for used-up solids, in particular chemicals,
c. at least one feeding device (54) for solids, in particular chemicals, to the housing
(34).
2. The galvanization plant according to claim 1, characterized in that the air purifier (52) has a droplet separator and/or an air washer preferably equipped
with a water stage and/or a chemical stage.
3. The galvanization plant according to any one of the preceding claims, characterized in that the housing (34) additionally comprises a cooling device.
4. The galvanization plant according to any one of the preceding claims, characterized in that at least one bath (22) comprises an edge extraction device (32).
5. The galvanization plant according to any one of the preceding claims, characterized in that at least one collecting tray is provided, which is located underneath the opening
of the housing (34) in the active state.
6. The galvanization plant according to any one of the preceding claims, characterized in that the housing (34) comprises a normally closed outlet (64) that can be connected to
a receiving portion (66).
7. The galvanization plant according to claim 6, characterized in that the receiving portion (66) is formed by the docking station (60) and is connected
to an extraction pipe (68).
8. A method for operating a galvanization plant according to any one of the preceding
claims 1 to 7, characterized in that the fan (48) and the air purifier (52) are operating at least temporarily during
the transport of the housing (34) from one station to another station.
9. The method according to claim 8, characterized in that an outlet (64) is opened for removing gas from the interior of the housing (34),
and then a free path for gas out of the housing (34) is formed through the outlet
(64) and the receiving portion (66), so that gas can be transported out of the housing
(34), wherein the air purifier (52) preferably remains switched off during the transport
of the gas out of the interior of the housing (34).
1. Installation de galvanisation comprenant une pluralité de bains (22, 24, 26), au moins
un support d'articles (28) destiné à recevoir des articles à traiter (30) et un dispositif
de transport (36) destiné à transporter ledit au moins un support d'articles (28)
vers les bains (22, 24, 26) individuels, ledit dispositif de transport (36) présente
au moins un chariot de transport élévateur (40), un dispositif d'accouplement (44)
amovible est prévu qui est disposé entre le chariot de transport élévateur (40) et
le support d'articles (28), le chariot de transport élévateur (40) comprend une enceinte
(34) qui est réalisée en forme de calotte, n'est ouverte que vers le bas et comprend
un ventilateur (48) et un purificateur d'air (52),
caractérisée par le fait que l'enceinte (34) recouvre un bain (22), que l'installation de galvanisation présente
un poste d'accostage (60), que le dispositif de transport (36) est réalisé pour transporter
ledit au moins un support d'articles (28) également vers le poste d'accostage (60)
et que ledit poste d'accostage (60) présente l'une au moins des caractéristiques suivantes,
de préférence deux ou plus:
a. au moins une conduite d'écoulement (58) pour liquides,
b. au moins un dispositif d'évacuation (56) pour matières solides usées, en particulier
substances chimiques,
c. au moins un dispositif d'amenée (54) pour matières solides, en particulier substances
chimiques, à ladite enceinte (34).
2. Installation de galvanisation selon la revendication 1, caractérisée par le fait que le purificateur d'air (52) comprend un séparateur de gouttes et/ou un laveur d'air
qui, de préférence, est équipé d'un étage d'eau et/ou d'un étage chimique.
3. Installation de galvanisation selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée par le fait que ladite enceinte (34) présente en sus un dispositif de refroidissement.
4. Installation de galvanisation selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée par le fait qu'un bain (22) au moins présente un dispositif pour l'aspiration de bord (32).
5. Installation de galvanisation selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée par le fait qu'au moins un bac de récupération est prévu qui, à l'état actif, est situé au-dessous
de l'ouverture de l'enceinte (34).
6. Installation de galvanisation selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée par le fait que l'enceinte (34) présente une sortie (64) qui est normalement fermée et qui peut être
reliée à un logement (66).
7. Installation de galvanisation selon la revendication 6, caractérisée par le fait que ledit logement (66) est formé par le poste d'accostage (60) et est relié à une conduite
d'aspiration (68).
8. Procédé pour faire fonctionner une installation de galvanisation selon l'une quelconque
des revendications précédentes 1 à 7, caractérisé par le fait que le ventilateur (48) et le purificateur d'air (52) sont en service au moins temporairement
pendant que l'enceinte (34) est transportée d'un poste à un autre poste.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé par le fait que, pour évacuer du gaz du volume intérieur de l'enceinte (34), une sortie (64) est
ouverte et, puis, un chemin libre pour le gaz hors de l'enceinte (34) à travers ladite
sortie (64) et le logement (66) est formé de sorte que du gaz peut être évacué de
l'enceinte (34), dans lequel, de préférence, le purificateur d'air (52) reste éteint
pendant que le gaz est évacué du volume intérieur de l'enceinte (34).