[0001] Die Erfindung betrifft eine Kühlvorrichtung für eine elektrische Maschine, in der
ein Kühlmittel in Hohlräumen der elektrischen Maschine strömbar ist, wobei die Kühlvorrichtung
mindestens eine Reaktionskomponente umfasst, die unter Aufnahme von Wärme in einer
Reaktion zu mindestens einem komplementären Produkt umgewandelt wird. Die Erfindung
betrifft weiter eine elektrische Maschine umfassend die erfindungsgemäße Kühlvorrichtung.
[0002] Bekanntermaßen entstehen in elektrischen Maschinen, wie zum Beispiel Generatoren,
Verluste in Form von Wärme bei der Umwandlung von mechanischer in elektrischer Energie
und umgekehrt. Daher ist es erforderlich, aktive Bauteile, also jene, in denen Verluste
entstehen, möglichst effizient zu kühlen. Eine maximal zulässige Grenzwerttemperatur
für den Betrieb einer elektrischen Maschine ergibt sich aus den Isolierstoffklassen
der verwendeten Isolierstoffe, welche stromführende Bauteile untereinander und gegen
das Gehäuse elektrisch isolieren. Im laufenden Betrieb muss sichergestellt sein, dass
diese Grenzwerttemperaturen nicht überschritten werden. Andernfalls ist die erforderliche
Isolierung durch schnellere Alterung beeinträchtigt.
[0003] Darüber hinaus ist durch die entstehende Erwärmung der elektrischen Maschine die
maximale Leistung, mit der die elektrische Maschine betrieben werden kann, begrenzt.
Es besteht also ein Interesse daran, die elektrische Maschine möglichst effizient
zu kühlen.
[0004] Zur Kühlung werden in elektrischen Maschinen meist Kühlkreisläufe eingesetzt, die
durch einen thermodynamischen Kreisprozess die Wärme aus dem Inneren des Generators
bzw. der elektrischen Maschine abführen und typischerweise über einen Wärmetauscher
an ein zweites Medium abgeben. Durch eine geeignete Wahl der Hohlräume innerhalb der
elektrischen Maschine ergibt sich ein Strömungsnetzwerk in der elektrischen Maschine,
durch welches zu kühlende Bauteile der elektrischen Maschine, gekühlt werden können.
Das Strömungsnetzwerk legt mit seiner Geometrie ein Verhältnis von Kühlmittelmassenströmen
fest, die einzelne der aktiven Bauteile, zum Beispiel Rotor, Stator, Blechpaketendzonen,
dem Statorwicklungsbereich und/oder Blechpakete bzw. Laschen am Statorwicklungskopf
gekühlt werden. Für eine gegebene elektrische Maschine ist die Geometrie dieses Strömungsnetzwerks
festgelegt. Daraus ergibt sich, dass ebenso das Verhältnis der Kühlmittelmassenströme
zueinander festgelegt ist, woraus sich wiederum ein festgelegtes Verhältnis ergibt,
in dem einzelne der Bauteile gekühlt werden.
[0005] Im Stand der Technik ist es nicht möglich, dieses Verhältnis von Kühlmittelmassenströmen
und damit der an bestimmten aktiven Bauteilen verfügbaren Kühlleistung, zu beeinflussen.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung ist es, diese Nachteile im Stand der Technik zu überwinden,
wodurch die Kühlung einzelner Bauteile der elektrischen Maschine an unterschiedliche
Betriebszustände der Maschine angepasst werden kann und außerdem aufgrund der dadurch
effizienteren Kühlung eine höhere Wärmeentwicklung kompensiert werden kann, so dass
eine höhere Leistung der elektrischen Maschine möglich wird.
[0007] Durch eine effizientere Kühlung lässt sich ein Überschreiten der zulässigen Grenzwerttemperaturen
vermeiden. Dadurch wird zudem die Lebensdauer der elektrischen Maschine mit der erfindungsgemäßen
Kühlvorrichtung erhöht, da eine zusätzliche Beanspruchung durch zu hohe Temperaturen
vermieden wird.
[0008] Die erfindungsgemäße Kühlvorrichtung für eine elektrische Maschine umfasst Hohlräume,
in denen ein Kühlmittel innerhalb der elektrischen Maschine strömbar ist. Die Kühlvorrichtung
umfasst weiter mindestens eine Reaktionskomponente, die unter Aufnahme von Wärme in
einer Reaktion zu mindestens einem komplementären Produkt umgewandelt wird. Bevorzugt
ist die Reaktion eine endotherme Reaktion, da heißt es wird Wärme aufgenommen. Dadurch
ergibt sich eine Kühlung der Kühlvorrichtung und damit auch der elektrischen Maschine.
[0009] Es kann bevorzugt sein, dass die Reaktion oberhalb einer Zieltemperatur einsetzt
und/oder von Katalysatoren unterstützt wird. Dadurch lässt sich zum einen erreichen,
dass die zusätzliche Kühlung aufgrund der endothermen Reaktion erst oberhalb einer
Grenztemperatur einsetzt, um ab dieser Temperatur einen zusätzlichen Kühleffekt bereitzustellen.
Weiter kann der Kühleffekt verstärkt werden durch die Verwendung von Katalysatoren,
welche die Reaktion begünstigen.
[0010] Bevorzugt kann die Reaktionskomponente an einer Fläche der elektrischen Maschine
angebracht sein. Es ist bevorzugt, dass es sich bei dieser Fläche um eine solche Fläche
handelt, die hohen thermischen Beanspruchungen im Betrieb der elektrischen Maschine
ausgesetzt sind. Daraus ergibt sich vorteilhaft, dass insbesondere solche Flächen
und Bestandteile der elektrischen Maschine aufgrund der Reaktion gekühlt werden, die
einer hohen thermischen Belastung ausgesetzt sind. Es kann also insbesondere eine
gezielte Kühlung der stark thermisch beanspruchten Flächen und Abschnitte erfolgen.
[0011] Bevorzugt kann die Kühlvorrichtung gemäß der Erfindung derart gestaltet sein, dass
das Kühlmittel die mindestens eine Reaktionskomponente und/oder das mindestens eine
komplementäre Produkt umfasst. Diese Ausführungsform der Kühlvorrichtung ist von Vorteil,
da sich für solche Konstellationen eine einfache Erweiterung bestehender elektrischer
Maschinen um die erfindungsgemäße Kühlvorrichtung realisieren lässt.
[0012] Bevorzugt kann die Kühlvorrichtung Ammoniak als Reaktionskomponente umfassen und
die Reaktion eine Zerlegung des Ammoniaks umfassen.
[0013] Weiter bevorzugt kann das komplementäre Produkt Stickstoff N
2 und/oder Wasserstoff umfassen. Vorteilhaft wird dabei die zusätzliche Kühlung aufgrund
der Reaktion durch bekannte Materialien, insbesondere Ammoniak erreicht.
[0014] Weiter bevorzugt kann das mindestens eine komplementäre Produkt in einer Rückreaktion
unter Abgabe von Wärme in die mindestens eine Reaktionskomponente umgewandelt werden.
Ein Reaktionssystem, das eine Rückreaktion unter Abgabe von Wärme bereitstellt, erleichtert
die Realisierung von Kreisprozessen, da das komplementäre Produkt, welches die aufgenommene
Wärme enthält, in der Rückreaktion die gespeicherte Wärme zumindest teilweise wieder
abgibt, wodurch die Reaktionskomponente wieder zur Verfügung steht.
[0015] Weiter bevorzugt kann die Rückreaktion in einem Kreisprozess ablaufen und die durch
die Rückreaktion umgewandelte mindestens eine Reaktionskomponente der elektrischen
Maschine wieder zugeführt werden. Vorteilhaft steht dadurch die Reaktionskomponente
erneut zur Aufnahme von Wärme und der damit verbundenen Kühlung der elektrischen Maschine
zur Verfügung.
[0016] Die mindestens eine Reaktionskomponente kann vorteilhaft Methanol umfassen, das durch
die Reaktion aufgespalten wird. Vorzugsweise kann das komplementäre Produkt der Reaktionskomponente
Methanol, Methanal HCHO, Kohlenmonoxid CO und/oder elementaren Wasserstoff H
2 umfassen.
[0017] Weiter bevorzugt kann die mindestens eine Reaktionskomponente ein Metallhydrid umfassen,
bevorzugt Calciumhydrid CaH
2, und die Reaktion eine Dehydrierung des Methallhydrids sein.
[0018] In einer Ausführungsform der Kühlvorrichtung umfasst das mindestens eine komplementäre
Produkt Wasserstoff, elementaren Wasserstoff H
2 und/oder ein Metallhydroxid, insbesondere Calciumhydroxid Ca(OH)
2.
[0019] Gemäß einer Ausführungsform der Kühlvorrichtung kann die Reaktion mindestens eine
Reaktionskomponente bevorzugt ein Metallhydroxid und/oder ein Salzhydrat umfassen
und die Reaktion eine Dehydratisierung des Metallhydroxids und/oder des Salzhydrats
umfassen. Weiter bevorzugt können die komplementären Produkte Wasser umfassen.
[0020] Weiter bevorzugt kann die Reaktionskomponente ein Metallcarbonat, insbesondere Calciumcarbonat
CaCO
3 umfassen, wobei die Reaktion eine Decarboxylierung umfasst. Das heißt es wird eine
Carboxylgruppe bei Ablaufen der Reaktion aus der Reaktionskomponente abgespalten.
[0021] Weiter bevorzugt kann die Reaktionskomponente ein Salzammoniat umfassen, wobei die
Reaktion eine Abspaltung von Ammoniak umfasst. Das heißt es wird beim Ablaufen der
Reaktion Ammoniak abgespalten.
[0022] Weiter bevorzugt kann die mindestens eine Reaktionskomponente ein Zeolith umfassen,
und die Reaktion eine Adsorption von vorzugsweise Wasser an dem Zeolith umfassen.
Dabei ist von Vorteil, dass die Adsorption mit der Aufnahme von Wärme verbunden ist.
[0023] In einem zweiten Aspekt offenbart die vorliegende Erfindung eine elektrische Maschine
umfassend eine Kühlvorrichtung gemäß einem der vorherigen Ansprüche, die elektrische
Maschine weiter umfassend einen Stator und einen Rotor.
[0024] Weiter bevorzugt ist die elektrische Maschine ein Generator oder ein Elektromotor.
[0025] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung,
so wie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher
verständlich im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele.
[0026] In bekannten Generatoren und elektrischen Maschinen beruht die Kühlung auf einem
strömenden Medium (Gas oder Flüssigkeit), das die entstehende Wärme durch Konvektion
abführt. Die Kühlung von kritischen Bauteilen wird durch entsprechende Anpassung der
Strömungswiderstände in diesen Bereichen verstärkt. Dabei sollen im Folgenden unter
kritischen Bauteilen solche Bauteile der elektrischen Maschine verstanden werden,
die einer hohen thermischen Belastung ausgesetzt sind.
[0027] Die Erfindung schlägt daher vor, zu einer Wärmeabfuhr, das heißt zu einer Kühlung
Stoffe einzusetzen, die als Reaktionskomponenten an lokalen Heißstellen endotherm
reagieren, das heißt Wärme aufnehmen und so eine Kühlung der elektrischen Maschine
bewirken. Die Reaktionskomponenten werden bei der chemischen Reaktion in mindestens
ein komplementäres Produkt umgewandelt.
[0028] In Betracht kommt beispielsweise die thermochemische Speicherung von Wärme in reversiblen
Feststoff-Gasreaktionen nach dem Schema:

[0029] So reagiert die Reaktionskomponente AB endotherm zu einem komplementären Produkt,
das die Komponenten A und B umfasst. Dabei läuft die Zersetzung endotherm ab, das
heißt mit anderen Worten der Komplex AB wird mit der abzuführenden Wärme beladen.
Die komplementären Produkte A und B können wiederum als Rückreaktion der Gleichgewichtsreaktion
zu der Reaktionskomponente AB reagieren, was jedoch in der Regel exotherm geschieht,
so dass die in den komplementären Produkten A und B gespeicherte Wärme unter Bildung
der Reaktionskomponente AB freigegeben wird.
[0030] Die Erfindung schlägt weiter vor, die mindestens eine Reaktionskomponente im obigen
Fall den Komplex bzw. die Verbindung AB dem Kühlmittel zuzufügen. Dadurch wird die
Kühlleistung des Kühlmittels weiter erhöht. Vorteilhaft bei der thermochemischen Speicherung
von Wärme ist die hohe Dichte mit der sich Wärme speichern lässt. Darüber hinaus ist
bekannt, dass die thermochemische Speicherung sich über einen weiten Temperaturbereich
anwenden lässt, der sich von unterhalb Umgebungstemperatur bis zu 1000°C erstreckt.
Mögliche Reaktionssysteme sind Metallhydroxide und/oder Metalloxide, die zu Metallhydraten
und/oder Metallhydriden reagieren.
[0031] Die mindestens eine Reaktionskomponente kann Metallhydride umfassen, die dehydriert
werden. Das bedeutet, die Reaktion unter Abgabe von Wärme ist eine Aufspaltung der
Reaktionskomponente, in der Wasserstoff, insbesondere elementarer Wasserstoff, frei
wird. Solche Reaktionen sind dem Fachmann bekannt. Zum Beispiel könnte Calciumhydrid
CaH
2 dehydriert werden zu Calciumhydroxid Ca(OH)
2. Dem Fachmann ist bekannt, dass entsprechende Reaktionen mit Metallhydriden als die
mindestens eine Reaktionskomponente möglich sind; so dass darauf an dieser Stelle
nicht eingegangen werden muss.
[0032] In einer weiteren Ausführungsform kann die mindestens eine Reaktionskomponente ein
Metallhydroxid sein, zum Beispiel Calciumhydroxid, das in einer Dehydratisierung in
die komplementären Produkte zerfällt, wobei eines der komplementären Produkte Wasser
ist, denn bei der Dehydratisierungsreaktion wird aus einem Molekül Wasser abgespalten.
Sofern eine solche Dehydratisierung endotherm abläuft, ist sie für die Verwendung
im Zusammenhang mit der Kühlvorrichtung der vorliegenden Erfindung interessant, da
sich dadurch ein entsprechender Kühlungseffekt erreichen ließe.
[0033] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann die mindestens eine Reaktionskomponente
ein Metallcarbonat, zum Beispiel Calciumcarbonat CaCO
3 umfassen und die Reaktion eine Decarboxylierung sein. Bei einer solchen Decarboxylierungsreaktion
wird aus der Reaktionskomponente ein Kohlenstoffdioxidmolekül abgespalten. Sofern
diese Reaktion endotherm abläuft, ist sie zur Verwendung in der erfindungsgemäßen
Kühlvorrichtung nützlich. Dem Fachmann sind weitere Metallcarbonate bekannt, die unter
einer endothermen Reaktion decarboxyliert werden.
[0034] Weiterhin kann die Reaktion eine Adsorption oder Desorption von Gasen oder Flüssigkeiten,
insbesondere von Ammoniak oder Wasser an Silikaten, vor allem an Silikagel, Molekularsieben
und Zeolithen sowie an Aktivkohle sein.
[0035] Ein Beispiel für die reversible Einlagerung eines Fluids an einem Kristallgitter
ist die Hydratation bzw. Dehydratation von Magnesiumsulfat gemäß MgSO
4 × 7 H
2O ⇒ MgSO
4 + 7 H
2O. Weitere Beispiele sind die entsprechenden Reaktionen von Calciumchloriddihydrat,
Kupfersulfat-Pentahydrat, Kupfersulfat-Monohydrat, Calciumsulfatdihydrat oder Calciumsulfathalbhydrat.
[0036] Die Dehydratation von Kupfersulfat-Pentahydrat und Calciumsulfat-Dihydrat kann je
nach Temperaturführung auf der Stufe des Mono- bzw. Halbhydrats gestoppt oder bis
zum Anhydrat bzw. Anhydrid unter Abspaltung des gesamten Kristallwassers durchgeführt
werden.
[0037] Als Beispiel für eine reversible chemische Reaktion sei die Reaktion von CaO + H
2O ⇒ Ca(OH)
2 genannt. Analog kann die Umsetzung auch mit Magnesiumoxid erfolgen. Des Weiteren
kommt auch die Decarboxylierung von Metallcarbonaten insbesondere von Alkali- und
Erdalkalimetallcarbonaten in Frage, zum Beispiel Calciumoxid + CO
2 ⇒ CaCO
3.
[0038] Eine weitere Möglichkeit eröffnet sich in der reversiblen Desoxygenierung von Metalloxiden,
insbesondere von Alkali-und Erdalkalimetalloxiden ½ K
2O + % O
2 ⇒ KO
2 bzw. BaO + ½ O
2 ⇒ BaO
2. Chemische Reaktionen haben gegenüber den genannten Kristallwassereinlagerungen oder
den reinen Physisorptionen an Feststoffen in der Regel den Vorteil, dass sie größere
Energiemengen pro mol des Feststoffs aufnehmen bzw. freisetzen können. So verläuft
die oben dargestellte Reaktion von Calciumoxid mit Wasser stark exotherm unter Freisetzung
von etwa δH= - 100 kJ/mol. Auf diese Weise können verhältnismäßig große Energiemengen
in einer geringen Menge an Feststoff gespeichert werden, wodurch sich die Kühlvorrichtung
der vorliegenden Erfindung mit einer geringeren Baugröße realisieren lässt. Bei der
erwähnten Reaktion von Calciumoxid unter Einwirkung von Wasser zu Calciumhydroxid
wird durch Reaktion des Calciumoxids mit Wasser H
2O als Reaktionsfluid, das heißt als weitere Reaktionskomponente, zu einem komplementären
Produkt Calciumhydroxid Ca(OH)
2 Energie an die Umgebung abgegeben. Es ist jedoch ebenso möglich, dass bei dieser
Reaktion Energie von der Umgebung aufgenommen wird, das heißt, dass diese Reaktion
endotherm verläuft.
[0039] Als solche komplementäre Produkte zur Bildung der Reaktionskomponente und der weiteren
Reaktionskomponente kommt beispielsweise LiO
2, NaO
2, KO
2, Li
2O
2, Na
2O
2, K
2O
2, Mg(OH)
2, MgSO
4 × 7 H
2O, Ca(OH)
2, CaCO
3, CaSO
4 × 2 H
2O, CaCl
2 × 2 H
2O, BaCO
3, DaO
2, CoSO
4 × 5 H
2O, Mg(NH
2)
2 und deren Mischungen in Frage. Als Reaktionskomponente, die mit einem Fluid als der
weiteren Reaktionskomponente reagiert, wie oben dargestellt, kommt insbesondere Li
2O, Na
2O, K
2O, MgO, CaO, BaO, CaSO
4, CaSO
4 × 0,5 H
2O, MgSO
4, CaCl
2 × H
2O, CuSO
4 × H
2O, CoSO
4, Mg
3N
2 oder Mischungen hiervon in Betracht. Als weitere Reaktionskomponente in Form eines
Reaktionsfluids, die mit der Reaktionskomponente zu Reaktion zu bringen ist, kommt
beispielsweise H
2O, CO
2, CO, O
2, Cl
2, Ba
2NH
3 oder Mischungen von diesen zum Einsatz. Dabei kann dem Reaktionsfluid, das heißt
der weiteren Reaktionskomponente auch eine Wärme übertragende Funktion z.B. in Form
eines Wärmetauschers zukommen. Bei den beschriebenen Reaktionen ist von Vorteil, dass
das Reaktionsfluid, das heißt die weitere Reaktionskomponente, über die für das Kühlmittel
vorgesehenen Leitungen und/oder Hohlräume in die Kühlvorrichtung der elektrischen
Maschine gefördert bzw. aus der Kühlvorrichtung entfernt wird. Dazu kann zum Beispiel
feuchte Luft aus der Umgebung in die Kühlvorrichtung eingebracht werden für den Fall,
dass Wasser für das Ablaufen der Reaktion benötigt wird. Ohne Einschränkung kann die
Reaktionskomponente und/oder die weitere Reaktionskomponente in Form des Reaktionsfluids
weiter ein Kühlmittel umfassen, das im Inneren der Kühlvorrichtung strömt. Mit anderen
Worten können also die Reaktionskomponente und/oder die weitere Reaktionskomponente
in dem Kühlmittel enthalten sein bzw. mit diesem durch die Hohlräume der Kühlvorrichtung
strömen.
[0040] Dieses zusätzliche Kühlmittel ist vorzugsweise nicht an der Reaktion beteiligt und
erleichtert den Wärmeübergang zum Wärmetauscher. In Betracht kommen als Kühlmittel
reaktionsträge Gase mit einer großen Wärmekapazität wie Edelgase, beispielsweise Argon,
Stickstoff, Schwefelhexafluorid, Distickstoffmonoxid, Luft oder Mischungen hiervon.
In einer weiteren Ausführungsform umfasst das Kühlmittel die Reaktionskomponente wie
beschrieben und/oder das komplementäre Produkt. Dabei ist durch ausreichende Strömung
des Kühlmittels dafür zu sorgen, dass nur die endotherme Reaktion zu dem komplementären
Produkt innerhalb der elektrischen Maschine erfolgt, während die exotherme Reaktion
außerhalb der Kühlvorrichtung der elektrischen Maschine erfolgen soll.
[0041] In einer weiteren Ausführungsform kann die mindestens eine Reaktionskomponente Ammoniak
umfassen und die Reaktion eine Zerlegung des Ammoniaks sein. Für die Zerlegung des
Ammoniaks als Reaktion können die komplementären Produkte Stickstoff und/oder Wasserstoff
umfassen.
[0042] Bei den oben beschriebenen Festkörperreaktionen mit einem Fluid als der weiteren
Reaktionskomponente, kann das mindestens eine komplementäre Produkt in einer Rückreaktion
unter Abgabe der gespeicherten Wärme in die mindestens eine Reaktionskomponente umgewandelt
werden. Weiter kann in der Rückreaktion auch das oben beschriebene Reaktionsfluid
gebildet werden. Derartige Reaktionen sind von Interesse, um die Reaktion und die
Rückreaktion in einem Kreisprozess ablaufen zu lassen und die mindestens eine, durch
die Rückreaktion umgewandelte Reaktionskomponente der elektrischen Maschine bzw. der
Kühlvorrichtung zuzuführen, so dass die mindestens eine Reaktionskomponente erneut
zur Wärmeaufnahme bereit steht.
[0043] In einer anderen Ausführungsform kann die Reaktionskomponente an einer Oberfläche
der Kühlvorrichtung und damit der elektrischen Maschine bereitgestellt werden, wodurch
die Kühlung lokal auf die entsprechende Fläche der Kühlvorrichtung bzw. der elektrischen
Maschine beschränkt wird. So lässt sich örtlich begrenzt ein zusätzlicher Kühleffekt
erzeugen, der durch Kontakt mit der mindestens einen Reaktionskomponente, dem Reaktionsfluid,
und/oder dem Kühlmittel zustande kommt.
[0044] Ein Beispiel der Adsorptions- bzw. Desorptionsreaktionen ist die Adsorption bzw.
Desorption von Wasser am Zeolith, wodurch ein Kühlungseffekt entsteht.
[0045] In einem weiteren Aspekt der Erfindung lehrt die Erfindung eine elektrische Maschine
mit einem Stator und einem Rotor, welche die erfindungsgemäße Kühlvorrichtung umfasst.
Die elektrische Maschine ist dabei ein Elektromotor oder ein Generator.
[0046] Obwohl die Erfindung im Detail durch bevorzugte Ausführungsformen beschrieben und
näher illustriert wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
1. Kühlvorrichtung für eine elektrische Maschine, in der ein Kühlmittel in Hohlräumen
der elektrischen Maschine strömbar ist, die Kühlvorrichtung umfassend mindestens eine
Reaktionskomponente, die unter Aufnahme von Wärme in einer Reaktion zu mindestens
einem komplementären Produkt umgewandelt wird.
2. Kühlvorrichtung gemäß Anspruch 1,
wobei die Reaktion oberhalb einer Zieltemperatur einsetzt und/oder von Katalysatoren
unterstützt wird.
3. Kühlvorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Reaktionskomponente
an einer Fläche bzw. einem Abschnitt der elektrischen Maschine und/oder einer Fläche
bzw. einem Abschnitt der Kühlvorrichtung angebracht ist, die vorzugsweise hohen thermischen
Beanspruchungen ausgesetzt ist.
4. Kühlvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Kühlmittel die Reaktionskomponente und/oder das mindestens eine komplementäre
Produkt umfasst.
5. Kühlvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die mindestens eine Reaktionskomponente Ammoniak umfasst; und die Reaktion eine
Zerlegung des Ammoniaks umfasst.
6. Kühlvorrichtung gemäß Anspruch 5,
wobei das mindestens eine komplementäre Produkt Stickstoff N2 und/oder Wasserstoff H2 umfasst.
7. Kühlvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das mindestens eine komplementäre Produkt in einer Rückreaktion unter Abgabe
von Wärme in die mindestens eine Reaktionskomponente umwandelbar ist.
8. Kühlvorrichtung gemäß Anspruch 7,
wobei die Rückreaktion in einem Kreisprozess abläuft, und die durch die Rückreaktion
umgewandelte mindestens eine Reaktionskomponente der Kühlvorrichtung zuführbar ist.
9. Kühlvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die mindestens eine Reaktionskomponente Methanol umfasst, das aufgespalten wird,
wobei das komplementäre Produkt Methanal HCHO, Kohlenmonoxid CO und/oder elementaren
Wasserstoff H2 umfasst.
10. Kühlvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die mindestens eine Reaktionskomponente ein Metallhydrid, vorzugsweise Calciumhydrid
CaH2 umfasst, das durch die Reaktion dehydriert wird.
11. Kühlvorrichtung gemäß Anspruch 10,
wobei das mindestens eine komplementäre Produkt Wasserstoff und/oder ein Metallhydroxid,
insbesondere Calciumhydroxid Ca(OH)2 umfasst.
12. Kühlvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die mindestens Reaktionskomponente ein Metallhydroxid und/oder ein Salzhydrat
ist, und die Reaktion eine Dehydratisierung umfasst,
wobei die komplementären Produkte Wasser umfassen.
13. Kühlvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die mindestens eine Reaktionskomponente ein Metallcarbonat, insbesondere Calciumcarbonat
CaCO3 umfasst, und die Reaktion eine Decarboxylierung umfasst.
14. Kühlvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die mindestens eine Reaktionskomponente ein Salzammoniat umfasst, und die Reaktion
eine Abspaltung von Ammoniak umfasst.
15. Kühlvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die mindestens eine Reaktionskomponente ein Zeolith umfasst, und die Reaktion
eine Adsorption eines Stoffes, vorzugsweise Wasser an das Zeolith umfasst.
16. Elektrische Maschine umfassend eine Kühlvorrichtung gemäß den vorhergehenden Ansprüchen,
die elektrische Maschine weiter umfassend einen Stator und einen Rotor.
17. Elektrische Maschine gemäß Anspruch 16,
wobei die elektrische Maschine ein Generator und/oder ein Elektromotor ist.