[0001] Die Erfindung betrifft eine Spinnmaschine weist eine Vielzahl nebeneinander, im Abstand
einer Spindelteilung angeordneter Spinnstellen auf, wobei jede Spinnstelle mindestens
einen Faserführer zum Führen eines Faserverbundes, ein Streckwerk zum Verstrecken
des Faserverbundes, eine nach dem Streckwerk angeordnete Verdichtungseinrichtung zur
Verdichtung des verstreckten Faserverbundes sowie eine Spindel zur Erzeugung eines
Garnes auf, wobei der Faserverbund in dem Streckwerk mittels eines Ausgangswalzenpaares
mit Ober- und Unterwalze geklemmt ist und der Verdichtungseinrichtung zugeführt wird,
und der verstreckte Faserverbund im wirksamen Bereich der Verdichtungseinrichtung
verdichtet und danach mittels einer Klemmwalze geklemmt ist sowie ein Hohlprofil und
einen Riemen zur Verwendung in einer derartigen Spinnmaschine.
[0002] Gattungsgemäße Spinnmaschinen mit Faserführer werden auch Kompaktspinnmaschinen genannt.
Ein Faserverbund, auch Lunte genannt, wird von einem oder mehreren Faserführern geführt
und in einem Streckwerk der Spinnstelle verstreckt. Nach dem Ausgangswalzenpaar des
Streckwerks wird der verstreckte Faserverbund einer insbesondere pneumatisch wirkenden
Verdichtungs- bzw. Kompaktiereinrichtung zugeführt. Der durch den Faserführer und
das Streckwerk geführte Faserverbund wird im Ausgangswalzenpaar mit einer Ober- und
einer Unterwalze und an der Verdichtungseinrichtung mit einer Klemmwalze auf einer
Siebwalze oder einem durch einen Saugschlitz besaugten Siebriemen oder perforierten
oder längsperforierten Riemen geklemmt. Nachdem der Faserverbund bei Spinnmaschinen
des Standes der Technik auf Grund der Position des Faserführers stets in der gleichen
Position dem Streckwerk und der Verdichtungseinrichtung zugeführt wird, ist im Lauf
der Zeit ein starker Verschleiß an den Oberwalzen des Ausgangswalzenpaares und der
Klemmwalze im Bereich der Verdichtungseinrichtung festzustellen. Oberwalze und Klemmwalze
müssen dementsprechend nach einer gewissen Laufdauer ausgebaut und neu geschliffen
oder gegen neue Walzen ausgewechselt werden. Dies ist kostenintensiv und zeitaufwändig.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit eine Spinnmaschine zu schaffen, bei
welcher die Standzeit der Oberwalze und der Klemmwalze verlängert wird.
[0004] Die Aufgabe wird gelöst mit einer Spinnmaschine und mit einem Hohlprofil sowie einem
Riemen mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche.
[0005] Eine erfindungsgemäße Kompaktspinnmaschine weist eine Vielzahl nebeneinander, im
Abstand einer Spindelteilung angeordneter Spinnstellen auf. Jede Spinnstelle beinhaltet
mindestens einen Faserführer zum Führen eines Faserverbundes, bevor dieser in das
Streckwerk einläuft oder sich in diesem befindet. Weiter ist ein Streckwerk zum Verstrecken
des Faserverbundes vorgesehen. Im Anschluss an das Streckwerk folgt eine Verdichtungseinrichtung
zur Verdichtung des verstreckten Faserverbundes sowie eine Spindel zur Erzeugung eines
Garnes. Der Faserverbund wird in dem Streckwerk mittels eines Ausgangswalzenpaares
mit Ober- und Unterwalze geklemmt und der Verdichtungseinrichtung zugeführt. Im wirksamen
Bereich der Verdichtungseinrichtung (Verdichtungszone) wird der verstreckte Faserverbund
verdichtet und am Ende oder nach der Verdichtungszone mittels einer Klemmwalze geklemmt.
[0006] Erfindungsgemäß ist der Faserführer, beispielsweise der Einlauftrichter am Streckwerkseingang,
insbesondere der Faserführer, welcher der Verdichtungseinrichtung entgegen der Faserlaufrichtung
gesehen am Nächsten angeordnet ist, und zumindest ein Teil des wirksamen Bereichs
der Verdichtungseinrichtung (Verdichtungszone) in einem vorbestimmten und im Wesentlichen
gleichen Abstand versetzt zur Spindelteilung bzw. Spindellinie (SL) angeordnet. Der
Faserführer ist dabei insbesondere auf eine Eintrittsebene der Verdichtungseinrichtung,
beispielsweise eines Verdichtungsschlitzes einer Saugeinrichtung ausgerichtet. Alternativ
oder zusätzlich ist die Oberwalze des Ausgangswalzenpaares und/oder die Klemmwalze
in ihrer axialen Richtung versetzt zur Spindelteilung bzw. Linie der Spindelteilung
bzw. Spindellinie SL angeordnet.
[0007] Unter dem Begriff Spindelteilung bzw. Linie der Spindelteilung wird, wie auch aus
den später erläuterten Ausführungsbeispielen ersichtlich ist, die Position der Spindelmitte
einer jeden Spinnstelle verstanden. Die Spindelmitte entspricht wiederum der Spindellinie
SL. Die Spindelteilung gibt den Abstand der Spindelmitten benachbarter Spindeln der
Spinnmaschine wieder. Benachbarte Spinnstellen mit deren Spindellinien SL sind in
der Regel symmetrisch zur Mittellinie M angeordnet. Versetzt zur Spindelteilung ST
bzw. versetzt zur Spindellinie SL bedeutet somit, dass ein Abstand zur Linie der Spindelteilung
vorhanden ist. Dadurch ergibt sich auch ein Abstand zur Spindelmitte bzw. Spindellinie
SL. Der Abstand zur Mittellinie M unterscheidet sich durch diesen Versatz somit von
dem Abstand zwischen der Linie der Spindelteilung ST und der Mittellinie M.
[0008] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung wird bewirkt, dass der Faserverbund "außermittig"
durch das Streckwerk und/oder die Verdichtungseinrichtung verläuft. Der Faserverbund
wird dabei gemäß einer ersten Variante deutlich versetzt zur Spindelteilung bzw. Linie
der Spindelteilung bzw. Spindelmitte oder Spindellinie SL durch das Streckwerk und/oder
den wirksamen Bereich der Verdichtungseinrichtung gefördert. Deutlich versetzt bedeutet,
dass Verschleißstellen an den oder der Walze/n vorzugsweise mit einem Abstand zur,
in jedem Fall aber so weit neben der Spindelteilung bzw. Spindellinie entstehen, dass
später durch einen Umbau an einer anderen Stelle der Walze/n ein weiterer Verschleiß
entstehen kann. In einer zweiten Variante der Erfindung sind die Oberwalze und/oder
die Klemmwalze derart zur Spindelteilung bzw. Spindellinie versetzt, dass der Faserverbund
ebenso deutlich insbesondere neben der Mittellinie der Walze/n verläuft. Durch einen
Umbau können auch in diesem Fall die Verschleißmarken an einer anderen Stelle der
Walze/n entstehen und die Walze/n mehrfach neuwertig verwendet werden.
[0009] Die Oberwalze und/oder die Klemmwalze werden bei beiden Varianten außermittig von
dem Faserverbund kontaktiert. Der Verschleiß der Oberwalze und der Klemmwalze erfolgt
somit ebenfalls außermittig. Wird die Oberwalze und/oder die Klemmwalze einer ersten
Spinnstelle mit jener einer zweiten Spinnstelle, an welcher der Faserverbund die Oberwalze
und/oder die Klemmwalze anders als bei der ersten Spinnstelle kontaktiert, ausgetauscht,
so findet die Kontaktierung des Faserverbundes mit der Oberwalze bzw. Klemmwalze an
einer anderen Stelle statt. Oberwalze und Klemmwalze sind an dieser Stelle noch nicht
verschlissen und können so im neuwertigen Zustand ein zweites Mal eingesetzt werden.
Die Nutzungsdauer der Oberwalze und der Klemmwalze wird somit im Wesentlichen verdoppelt.
Erreicht wird dies dadurch, dass die Position der Oberwalze und/oder der Klemmwalze
entweder in herkömmlicher Weise beibehalten wird, d.h. dass diese entsprechend der
Spindelteilung in der Regel mittig ausgerichtet sind oder die Walze/n in axialer Richtung
versetzt angeordnet sind. Im Gegensatz zum Stand der Technik wird der Verlauf des
Faserverbundes durch das Streckwerk und die Klemmwalze in Bezug auf die Walze/n deutlich
versetzt eingestellt. Somit kann eine mehrfache Nutzung der Oberwalze und/oder der
Klemmwalze erzielt werden.
[0010] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung weist die Verdichtungseinrichtung
einen insbesondere schräg zur Laufrichtung des Faserverbundes angeordneten Saugschlitz
mit einem darüber angeordneten Siebriemchen, einem Riemchen mit einer Perforation,
insbesondere einer Längsperforation oder einer Siebwalze auf. Der Saugschlitz kann
auch parallel zur Spindelteilung verlaufen. Er kann eine andere als eine übliche rechteckige
Form aufweisen. Der Saugschlitz kann dabei den Bereich definieren, durch den das Siebriemchen,
der perforierte bzw. längsperforierte Riemen oder die Siebwalze besaugt wird.
[0011] Erfindungsgemäße Kompaktspinnmaschinen können dementsprechend mit verschiedenen Einrichtungen
zum Kompaktieren des verstreckten Faserverbundes ausgestattet sein. So kann entweder
über dem Saugschlitz ein Siebriemchen oder ein perforiertes bzw. längsperforiertes
Riemchen angeordnet sein, welches einerseits den Faserverbund ansaugt, aber andererseits
auch verhindert, dass Fasern in dem Saugschlitz eingesaugt werden. In einer alternativen
Ausführung ist der Saugschlitz innerhalb einer Siebwalze angeordnet, welche grundsätzlich
dieselbe Aufgabe wie das Siebriemchen erfüllt.
[0012] Die Verdichtungszone kann auch durch die Perforation des Riemchens oder der Siebwalze
gebildet werden, beispielsweise durch nur einen Teilbereich des Riemchens oder der
Siebwalze, der besaugt werden kann. Dieser Teilbereich kann durch eine besaugbare,
luftdurchlässige Fläche des Siebriemchens bzw. der Siebwalze erfolgen, wobei andere
Flächen des Siebriemchens bzw. der Siebwalze beispielsweise durch kalandrieren oder
anderweitiges Verschließen oder gar nicht erst Schaffen von Öffnungen dicht ausgeführt
sind. Bei längsperforierten Riemchen verläuft eine Zone einzelner Löcher in Längsrichtung
des Riemchens. Diese längsperforierte Zone kann ebenso wie die besaugbare Zone des
Siebriemchens, perforierten Riemens oder der Siebwalze seitlich zu einer Mittellinie
des Riemens bzw. der Siebwalze versetzt sein. Der wirksame Bereich der Verdichtungseinrichtung
ist somit durch den Saugschlitz und/oder die Längsperforation und/oder einen besaugbaren
Bereich des Riemchens bzw. der Siebwalze gebildet.
[0013] Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführung der Erfindung ist in einer ersten
Gruppe von Spinnstellen der Abstand des Faserführers und zumindest ein Teil des wirksamen
Bereichs der Verdichtungseinrichtung von der Spindelteilung unterschiedlich zu dem
einer zweiten Gruppe von Spinnstellen ausgeführt, so dass Abnutzungen der Oberwalze
und/oder der Klemmwalze in den Spinnstellengruppen unterschiedlich sind. Unterscheiden
können sich die Faserführer und die Verdichtungseinrichtung insbesondere durch ihren
Abstand von der Spindelteilung. Es kann aber auch alternativ oder zusätzlich die Ausrichtung,
d.h. die Neigung des Saugschlitzes und/oder die Form des Saugschlitzes in der ersten
Gruppe von Spinnstellen unterschiedlich zu denen einer zweiten Gruppe von Spinnstellen
sein. Hierdurch wird bei einem Wechsel der Oberwalze und/oder der Klemmwalze von einer
Spinnstelle der ersten Gruppe zu einer Spinnstelle der zweiten Gruppe die Oberwalze
bzw. Klemmwalze an einer anderen Stelle als zuvor von dem Faserverbund beaufschlagt
und somit im Laufe der Zeit verschlissen. Die Oberwalze und die Klemmwalze können
hierdurch mehrfach verwendet werden, ohne dass der Faserverbund über die verschlissene
Walze zu laufen hat. Die Ausrichtung des Saugschlitzes kann hierbei sowohl in der
Neigung zur Faserlaufrichtung, also beispielsweise einem anderen Winkel, insbesondere
aber durch eine spiegelbildlich ausgebildete Neigung des Saugschlitzes ausgeführt
sein. In einer weiteren Alternative kann die axiale Anordnung der Oberwalze des Ausgangswalzenpaares
und/oder der Klemmwalze je nach Spinnstellengruppe unterschiedlich sein. Auch hierbei
wird der Verschleiß andernorts erzeugt werden und die Walze ist mehrfach verwendbar.
[0014] Vorteilhafterweise umfasst eine Spinnstellengruppe zwei benachbarte Spinnstellen
oder mehrere Spinnstellen einer Sektion. Der Wechsel von Oberwalze und/oder Klemmwalze
kann somit zwischen zwei benachbarten Spinnstellen erfolgen. Alternativ ist auch der
Wechsel von einer Sektion zur anderen Sektion möglich.
[0015] In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist zusätzlich zum Anfangsbereich der
Verdichtungszone auch der Endbereich des wirksamen Bereichs der Verdichtungseinrichtung
außerhalb der Spindelteilung angeordnet. Hierdurch ist der Verlauf des Faserverbundes
auch im Bereich der Klemmwalze im Vergleich zu anderen Spinnstellengruppen stärker
versetzt. Der Verschleiß der Klemmwalze ist somit an einem deutlich von der Spindelteilung
beabstandeten axialen Bereich der Klemmwalze, wodurch die Verwendung der Klemmwalze
ein weiteres Mal an einer anderen axialen Stelle der Klemmwalze erfolgt, welche zuvor
nicht mit Fasern beaufschlagt wurde.
[0016] Vorzugsweise ist der Faserführer stationär angeordnet. Eine seitliche Verstellung
des Abstandes des Faserverbundes von der Spindelteilung erfolgt somit insbesondere
während des Spinnens nicht.
[0017] Ist der Faserführer changierend angeordnet und befindet sich der Changierbereich
außerhalb der Spindelteilung, so wird die Ausgangsoberwalze und die Klemmwalze weniger
stark bei einer der Einstellungen belastet. Wesentlich ist aber auch hier, dass bei
einer Änderung der Position durch einen Austausch der Oberwalze und/oder der Klemmwalze
die Verschleißstellen an einer anderen axialen Stelle der Oberwalze und/oder der Klemmwalze
erfolgt.
[0018] Sind die Faserführer einer Spinnstellengruppe miteinander verbunden und gemeinsam
in Bezug auf die Spindelteilung einstellbar, so ist eine schnelle Verstellung für
die gesamte Spinnstellengruppe möglich, wodurch gegebenenfalls mehrere axiale Bereiche
der Oberwalze und der Klemmwalze beaufschlagt werden können.
[0019] In einer besonders bevorzugten Ausführung der Erfindung sind mehrere benachbarte
Saugschlitze in oder mittels eines Aufsatzes an einem Hohlprofil angeordnet. Die benachbarten
Saugschlitze können entweder gleich oder unterschiedlich in bzw. an dem Hohlprofil
ausgeführt sein. Es ist aber auch möglich, dass verschiedene Teilabschnitte des Hohlprofils
zur Anwendung kommen, wobei in einem ersten Teilabschnitt Saugschlitze einer erste
Ausrichtung und/oder Form und in einem zweiten Teilabschnitt Saugschlitze einer anderen
Ausrichtung und/oder Form angeordnet sind.
[0020] Das Hohlprofil kann einer oder mehreren Spinnstelle/n zugeordnet sein. So kann beispielsweise
ein durchgehendes Saugrohr vorgesehen sein, an welchem eines oder mehrere der Hohlprofile
besaugbar angeordnet ist/sind. In diesem Fall kann das Hohlprofil zum Beispiel zwei
benachbarten Spinnstellen zugeordnet sein, die mittels eines gemeinsamen Belastungsarms
und Walzenträgerträgers die benachbarten Faserverbunde verstreckt und verdichtet.
[0021] Vorzugsweise ist der Faserverbund mittels der Klemmwalze im Bereich des Saugschlitzes
auf dem Siebriemchen oder perforierten bzw. längsperforierten Riemchen und dem Hohlprofil
oder auf der Siebwalze geklemmt. Die Klemmwalze kann allerdings auch in einem geringen
Abstand von wenigen Millimetern von dem Saugschlitz angeordnet sein.
[0022] Sind die Streckwerke und die Klemmwalzen zweier benachbarter Spinnstellen an einem
gemeinsamen Belastungsarm angeordnet, so ist der Austausch der Oberwalzen und der
Klemmwalzen der beiden benachbarten Spinnstellen sehr einfach durchzuführen. Der Wechsel
erfolgt dabei paarweise und ermöglicht somit weitere Austauschvarianten.
[0023] Sind die Oberwalze und die Klemmwalze zweier benachbarter Spinnstellen als jeweilige
Walzenpaare in einem Walzenträger an dem gemeinsamen Belastungsarm angeordnet, so
können Oberwalze und Klemmwalze zweier Spinnstellen gleichzeitig ausgetauscht werden.
[0024] In einer besonders vorteilhaften Ausführung der Erfindung sind die Walzenträger mit
Oberwalze und Klemmwalze der ersten Spinnstellengruppe mit denen der zweiten Spinnstellengruppe
austauschbar. Oberwalze und Klemmwalze, welche beide an dem Walzenträger befestigt
sind, werden somit gemeinsam ausgewechselt. Der Walzenträger mit dem Oberwalzenpaar
und dem Klemmwalzenpaar kann somit aus der ersten Spinnstellengruppe oder von dem
ersten Belastungsarm entnommen werden und einem Belastungsarm bzw. einer zweiten Spinnstellengruppe
zugeordnet werden, welche einen anderen Versatz des Laufes des Faserverbundes zur
Spinnstellenteilung aufweist. Damit werden die Verschleißstellen auf der Oberwalze
und der Klemmwalze bei dem erneuten Einsatz in der zweiten Spinnstellengruppe nicht
mehr von dem Faserverbund beaufschlagt und Oberwalze und Klemmwalze können somit neuwertig
verwendet werden.
[0025] Eine weitere, besonders vorteilhafte Alternative besteht darin, dass das Oberwalzenpaar
und/oder das Klemmwalzenpaar in dem Walzenträger umschlagbar ausgeführt sind. Oberwalzenpaar
und/oder Klemmwalzenpaar verbleiben somit z.B. im selben Belastungsarm, werden aber
von der erste Spinnstelle des Belastungsarms der zweiten, benachbarten Spinnstelle
des Belastungsarms zugestellt. Auch hier wird wiederum bei einer anderen Durchlauflinie
des Faserverbandes in den beiden Spinnstellen die Belastung der Oberwalze und der
Klemmwalze an einer anderen Stelle erfolgen. Der komplette Austausch von Oberwalze
und Klemmwalze oder das überschleifen der Walzenbezüge kann somit verzögert werden.
[0026] Eine besonders vorteilhafte weitere Ausführung der Erfindung besteht darin, dass
der Belastungsarm und/oder der Walzenträger in axialer Richtung der Ober- und Klemmwalze
und quer zur Spindelteilung versetzbar sind. Auch hierbei wird die Verschleißstelle
der Walzen außermittig erfolgen. Bei einem Wechsel der Walze an eine Spinnstelle,
welche eine andere Einstellung aufweist, wird auch der Verschleiß an einer anderen
Stelle auf der Walze erfolgen, wodurch die Walze längere Zeit als üblich verwendet
werden kann.
[0027] Ein erfindungsgemäßes Hohlprofil dient zur Verwendung in einer Spinnmaschine mit
den zuvor beschriebenen Merkmalen. Ein Teil des Hohlprofils weist dabei einen oder
mehrere Saugschlitz/e auf, die sich hinsichtlich eines oder mehrerer anderer Saugschlitze
des Hohlprofils in Bezug auf ihren Abstand von der Spindelteilung und/oder ihre Ausrichtung
und/oder ihre Form unterscheiden. Das Hohlprofil kann beispielsweise entlang aller
Spinnstellen einer Maschinenseite verlaufen. Es kann aber auch unterteilt sein, so
dass es beispielsweise nur etwa einer Sektion mit acht Spinnstellen zugeteilt ist.
[0028] Auch ist es möglich, dass eine Saugleitung jede einzelne Spinnstelle oder ein Spinnstellenpaar
mit Unterdruck versorgt und an dieser Saugleitung das Hohlprofil für diese eine Spinnstelle
oder das Spinnstellenpaar angeordnet ist.
[0029] Die auf dem Hohlprofil in der Spinnmaschine angeordnete Klemmwalze einer Spinnstelle
kann somit mit einer anderen Spinnstelle ausgetauscht werden, welche einen anderen
Saugschlitz bzw. eine andere Position des Saugschlitzes aufweist. Nachdem sich der
Faserverbund stets im Bereich des Saugschlitzes befindet, ist dort auf der Walze der
größte Verschleiß zu erwarten. Der durch die Änderung der Position des Saugschlitzes
und damit des Faserverbundes kann somit der Verschleiß auf der Klemmwalze verteilt
werden, wodurch die Standzeit der Klemmwalze deutlich erhöht werden kann.
[0030] Ist das Hohlprofil in einzelne, unterschiedliche Teilabschnitte unterteilt, so können
diese Teilabschnitte ausgetauscht werden. Klemmwalze und/oder Oberwalze können hierdurch
in der ursprünglichen Spinnstelle verbleiben. Lediglich die Position des Faserverbundes
wird verändert.
[0031] Vorzugsweise ist jeder Teilabschnitt des Hohlprofils an einer Stanze der Spinnmaschine
befestigt. So kann jeder Teilabschnitt beispielsweise einer Sektion der Spinnmaschine
mit mehreren, beispielsweise acht Spinnstellen zugeordnet sein.
[0032] Ist das Hohlprofil an einer eine oder mehrere Spinnstellen mit Unterdruck versorgenden
Saugleitung angeordnet, so können bzgl. der einzelnen Spinnstellen oder beispielsweise
pro Spinnstellenpaar die Saugschlitze derart vorgesehen sein, dass in der beschriebenen
Weise eine unterschiedliche Belastung der Klemmwalzen erfolgt.
[0033] Ein erfindungsgemäßes Riemchen bzw. eine entsprechende Siebwalze dient zur Verwendung
in einer Spinnmaschine mit den zuvor beschriebenen
[0034] Merkmalen. Ein besaugbarer Bereich des Riemchens bzw. der Siebwalze ist in Form eines
siebartigen oder perforierten Abschnitts oder einer Längsperforation des Riemens bzw.
der Siebwalze seitlich zur Mittellinie des Riemens bzw. der Siebwalze versetzt. Damit
ist das Riemchen bzw. die Siebwalze dazu geeignet beispielsweise einen größeren Saugschlitz
einseitig für die Besaugung des Faserverbundes zu öffnen und einen anderen Bereich
zu verschließen. Der Faserverbund kann somit allein durch den Austausch der Riemchen
bzw. der Siebwalze und dem Zusammenwirken mit dem Faserführer den Faserverbund versetzt
zur Spindelteilung führen und damit einen einseitigen, unsymmetrischen Verschleiß
der Oberwalze und/oder der Klemmwalze bewirken.
[0035] Weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen
beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- die schematische Darstellung einer Seitenansicht einer Spinnstelle,
- Figur 2
- den seitlichen Versatz von Faserführer und Verdichtungseinrichtung,
- Figur 3
- den seitlichen Versatz der Oberwalze und Klemmwalze,
- Figur 4
- die Draufsicht auf eine schematische Darstellung acht benachbarter Spinnstellen,
- Figur 5a und b
- den Faserlauf bei umgeschlagenen Walzen,
- Figur 6a und b
- einen anderen Faserlauf bei umgeschlagenen Walzen,
- Figur 7a und b
- den Faserlauf bei unterschiedlich versetzten Verdichtungseinrichtungen,
- Figur 8a und b
- den Faserlauf bei anderen unterschiedlich angeordneten Verdichtungseinrichtungen,
- Figur 9a und b
- ein weiteres Ausführungsbeispiel unterschiedlich angeordneter Verdichtungseinrichtungen,
- Figur 10a und b
- ein weiteres Ausführungsbeispiel unterschiedlich angeordneter Verdichtungseinrichtungen,
- Figur 11
- ein Siebriemchen bzw. eine Siebwalze mit seitlich versetzter Siebzone und
- Figur 12
- ein längsperforiertes Riemchen bzw. eine Siebwalze mit seitlich versetzter Perforation
- Figur 13
- eine Saugleitung mit einem Hohlprofil für ein Spinnstellenpaar.
[0036] Figur 1 zeigt eine Seitenansicht einer Spinnstelle 1 in schematischer Darstellung.
Die Spinnstelle 1 weist ein Streckwerk 2, eine Verdichtungseinrichtung 3 und eine
Spindeleinheit 4 auf. Durch das Streckwerk 2 mit verschiedenen Walzenpaaren bzw. einem
Riemchenpaar, die Verdichtungseinrichtungen 3 und in die Spinneinheit 4 hinein wird
ein Faserverbund 5 gefördert und von einer Lunte zu einem Garn versponnen. Am Eintritt
des Streckwerks 2 ist ein Faserführer 6 bzw. Einlauftrichter angeordnet. In dem Streckwerk
2 können auch noch weitere Faserführer, die hier nicht dargestellt sind, angeordnet
sein. In Richtung des Faserlaufes des Faserverbundes 5 gesehen, ist der letzte angeordnete
Faserführer 6 maßgebend dafür, wie bzw. wo der Faserverbund 5 in die Verdichtungseinrichtung
3 einläuft bzw. aus dem Streckwerk 2 austritt. Am Ausgang des Streckwerks 2 ist ein
Ausgangswalzenpaar 7 mit einer Unterwalze 8 und einer Oberwalze 9 angeordnet. Im Anschluss
an das Ausgangswalzenpaar 7 ist die Verdichtungseinrichtung 3 mit einer Klemmwalze
10, einem Hohlprofil 11, einem Riemchen 12 und einer Umlenkführung 13 angeordnet.
Die Klemmwalze 10 ist in dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel mit einem Riemen
oder alternativ bspw. mit einem Getriebe über die Oberwalze 9 angetrieben und bewegt
dadurch das Riemchen 12 auf einem Teil der Oberfläche des Hohlprofils 11 und auf der
Umlenkführung 13. Im Bereich des Faserlaufs des Faserverbundes 5 ist in dem Hohlprofil
11 ein Saugschlitz 14 vorgesehen. In dem Hohlprofil 11 herrscht Unterdruck, wodurch
der Faserverbund 5 an mit Öffnungen versehene Riemchen 12 im Bereich des Saugschlitzes
14 angesaugt wird. Die Fasern des Faserverbandes 5 werden an dieser Stelle verdichtet.
[0037] Oberwalze 9 und Klemmwalze 10 sind über einen Walzenträger 15 mit einem Belastungsarm
16 verbunden. Der Belastungsarm 16 trägt die Oberwalzen bzw. das Oberriemchen und
die klemmwalzen 10 der Verdichtungseinrichtungen 3 zweier benachbarter Streckwerke
2 von benachbarten Spinnstellen 1. Oberwalze 9 und Klemmwalze 10 können aus dem Walzenträger
15 einzelnen entnommen und beispielsweise umgeschlagen werden. Dies bedeutet, dass
die Achsen der Oberwalze 9 und der Klemmwalze 10 um 180° um die Mittellinie des Belastungsarms
16 gedreht werden, so dass dann die Oberwalze 9 und die Klemmwalze 10 ihrer jeweils
benachbarten Spinnstelle 1 zugeordnet ist. Die beiden Spinnstellen 1 sind im Abstand
einer Spindelteilung voneinander beabstandet. Mittig zu der Spindelteilung ist die
Mittellinie des Belastungsarms 16 angeordnet.
[0038] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung eines von einer Spindellinie SL beabstandeten
Faserlaufs 20. Die Spindellinie SL bezeichnet den geradlinigen Verlauf durch das Streckwerk
2 bis in die Spinneinheit 4. Der Faserführer 6 ist in einem Abstand A von der Spindellinie
SL beabstandet. Auch der Eingangsbereich der Verdichtungseinrichtung 3, hier des Saugschlitzes
14, ist im Wesentlichen in diesem Abstand A von der Spindellinie SL beabstandet. Der
Abstand A muss dabei so groß sein, dass der auf der Oberwalze 9 entstehende Verschleiß
soweit von der Spindellinie SL beabstandet ist, dass bei einem Umschlagen der Oberwalze
9 der daraufhin entstehende Verschleiß beabstandet von dem zuerst entstandenen Verschleiß
erfolgt.
[0039] Eine Mittellinie M bezeichnet die Lage des Belastungsarms 16. An diesem Belastungsarm
16 sind die Oberwalzen 9 der beiden benachbarten Spinnstellen 1 und 1' befestigt.
Die benachbarten Oberwalzen 9 und Klemmwalzen 10 sind mittels einer Achse miteinander
verbunden. Die benachbarten Spindellinien SL sind in einem Abstand der Spindelteilung
ST angeordnet. Bei einem Umschlagen der Oberwalzenpaar 9 und der Klemmwalzen 10, d.h.
bei einem Drehen dieser Walzenpaare um die Mittellinie M gelangt die zuvor rechts
angeordnete Walze auf die linke Seite und umgekehrt. Hierdurch ist der Faserlauf 20
nach dem Umschlagen deutlich vom Faserlauf 20 vor dem Umschlagen auf der Oberwalze
9 bzw. der Klemmwalze 10 vorhanden. Der Verschleiß, welcher nach dem Umschlagen entsteht,
ist somit deutlich beabstandet von dem Verschleiß vor dem Umschlagen.
[0040] Figur 3 zeigt ähnlich wie in Figur 2 zwei benachbarte Spinnstellen eines Belastungsarms
16, dessen Mittellinie M eingezeichnet ist. Der Faserlauf 20 ist bei diesem Ausführungsbeispiel
in herkömmlicher Weise ausgeführt. Faserführer 6 ist dementsprechend in unmittelbarer
Nähe der Spindellinie SL angeordnet. Bei einer üblichen Anbauweise der Oberwalze 9
und der Klemmwalze 10 würde der Verschleiß in oder in unmittelbarer Nähe der Mittellinie
der Walzen entstehen. Auch bei einem Umschlagen der Walzen wäre der Verschleiß nicht
so weit beabstandet, dass er keinen Einfluss mehr auf den Faserverbund 5 nehmen würde.
Es ist dabei zu beachten, dass der Faserverbund 5 selbstverständlich nicht so schmal
wie die hier dargestellte Strichstärke ist, sondern eine gewisse seitliche Ausbreitung
hat. Außerdem ist der Verschleiß nicht nur linienförmig, sondern breitet sich in dem
Kunststoffbelag der Oberwalze 9 bzw. Klemmwalze 10 auch seitlich aus. Hierdurch wäre
bei einem Umschlagen der Walzen die Einflussnahme des ursprünglichen Verschleißes
auf den neuen Faserlauf so stark, dass ein Spinnen nahezu unmöglich wäre. Um dies
zu vermeiden, ist bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 3 ein seitlicher Versatz des
Oberwalzenpaares 9 und des Klemmwalzenpaares 10 vorgesehen. Der seitliche Versatz
ist in einem Abstand W von der Spindellinie SL vorgesehen. Dieser Abstand W ist wiederum
so, dass auch bei einem Umschlagen der Walzen um die Mittellinie M der erneute Verschleiß
bzw. der Fadenlauf 20 in einem Abstand auf der Walze 9 bzw. der Klemmwalze 10 entsteht,
welcher deutlich beabstandet von dem ursprünglichen Faserlauf 20 auf der Oberwalze
9 bzw. Klemmwalze 10 ist.
[0041] Wie der jeweilige Abstand A oder W sein muss, ist vom Einzelfall abhängig. So spielt
einerseits die Stärke des Faserverbandes 5 eine Rolle und andererseits auch das Material
Oberwalze 9 oder der Klemmwalzen 10. Die Größe der entsprechende Abstand ist, desto
sicherer kann sich der Fachmann sein, dass eine Einflussnahme der alten Verschleißspuren
auf den neuen Faserlauf 20 nicht stattfindet.
[0042] Während in Figur 2 der Saugschlitz 14 so schräg gestellt ist, dass er den Faserverbund
5 aus dem großen Abstand A des versetzten Faserlauf 20 zurück in den Bereich der Spindellinie
SL führt, ist in der Figur 3 der Saugschlitz 14 sehr steil gestellt, da der Faserlauf
20 in unmittelbarer Nähe der Spindellinie SL liegt.
[0043] Figur 4 zeigt die schematische Draufsicht auf vier Belastungsarme 16 mit acht Spindellinien
SL. Jeweils zwei Belastungsarmen 16 mit vier Spinnstellen 1 ist ein Hohlprofil 11.1
und 11.2 zugeordnet. In dem Hohlprofil 11.1 sind Saugschlitze 14 vorgesehen, welche
von rechts nach links geneigt sind. Der Faserlauf 20 ist hierbei auch durch eine entsprechende
Anordnung der Faserführer 6 rechts von der Spindellinie SL eingestellt. Die Walzen
werden dementsprechend auch rechts von ihrer mittleren Linie, welche mit der Spindellinie
SL übereinstimmt, von den Fasern beaufschlagt und an dieser Stelle entsprechend verschlissen.
Die beiden rechts dargestellten Belastungsarme 16 sind einem weiteren Teilabschnitt
des Hohlprofils 11, hier dem Hohlprofil 11.2 zugeordnet. Bei diesem Hohlprofil 11.2
sind die Saugschlitze 14 von links nach rechts orientiert. Dies entspricht dem Faserlauf
20, welcher hier durch die entsprechende Einstellung der Faserführer 6 links von der
Spindellinie SL verläuft. Die jeweiligen Faserführer 6 sind mit einer Verbindungsstange
21 verbunden, um sie gemeinsam einstellen zu können. Die Teilabschnitte der Hohlprofile
11.1 und 11.2 sind jeweils in einer Stanze 22 befestigt, welche eine Sektion der Spinnmaschine
abschließt. Oberwalze 9 und die hier nicht dargestellte Klemmwalze 10 können entweder
durch Umschlagen an demselben Belastungsarm 16 oder dem Belastungsarm 16, welcher
denselben Versatz des Faserlaufs 20 aufweist, ausgetauscht werden. Alternativ können
die Oberwalzenpaare 9 aber auch der benachbarten Sektion bei einem Austausch zugestellt
werden. Auch hier werden die neuen Verschleißstellen versetzt zu den vorherigen, alten
Verschleißstellen auftreten.
[0044] Bei den dargestellten Ausführungsbeispielen wird allerdings ein Umschlagen oder Versetzen
der Klemmwalzen 10 keinen wesentlichen Vorteil bringen. Auch wenn die Klemmwalzen
10 deutlich weniger verschleißen als die Oberwalzen 9, so ist der Faserlauf 20 hier
so unbedeutend versetzt, dass ein Umschlagen oder Versetzen der Klemmwalzen nicht
möglich sein wird oder zumindest keinen Vorteil bringen wird. In jedem Falle ist sicherzustellen,
dass die alten Verschleißstellen beim weiteren Spinnen nicht hinderlich sind.
[0045] Die folgenden Ausführungsbeispiele zeigen verschiedene Varianten der Einstellungen
der Saugschlitze 14 bzw. der Faserläufe 20.
[0046] In Figur 5a ist der Beginn des Saugschlitzes 14 zusammen mit dem Faserlauf 20 in
einem Abstand A nach rechts versetzt. Dies entspricht im Wesentlichen der Ausführung
der Figur 2. Bei einem Umschlagen der Oberwalze 9 werden die alten Verschleißmarken
entsprechend der gestrichelten Linie der Figur 5b links von der Spindellinie SL verlaufen.
Sie sind damit in einem Abstand A links von der Spindellinie SL angeordnet, während
der aktuelle Faserlauf 20 in einem Abstand A rechts von der Spindellinie SL ist. Ein
Umschlagen der Klemmwalze 10 ist bei diesem Ausführungsbeispiel nicht erforderlich,
da der Faserlauf 20 am Auslauf des Saugschlitzes 14 im Bereich der Spindellinie SL
ist. Er ist damit symmetrisch zur Mittellinie M und wird nach einem Umschlagen der
Klemmwalze 10 an derselben Stelle sein wie zuvor.
[0047] In den Ausführungsbeispielen der Figur 6a und 6b sind sowohl der Beginn als auch
das Ende des Saugschlitzes 14 von der Spindellinie SL beabstandet. Im Gegensatz zu
Figur 5 wird auch bei einem Umschlagen der Klemmwalze 10 ein seitlicher Versatz in
den Abständen A und a der Verschleißstellen entstehen, wie in der Figur 6b durch die
gestrichelte Linie an der Klemmwalze 10 darstellt ist.
[0048] Während bei den Figuren 6a und 6b der Abstand A des Faserlaufs 20 von der Spindellinie
SL im Bereich der Oberwalze 9 weiter entfernt ist (Abstand A) als bei der Klemmwalze
10 (Abstand a), zeigt das Ausführungsbeispiel der Figuren 7a und 7b einen Faserlauf
20, welcher im Bereich der Oberwalze 9 näher an der Spindellinie SL ist (Abstand a)
als im Bereich der Klemmwalzen 10 (Abstand A). Dementsprechend ist die Neigung der
Saugschlitze 14 in Laufrichtung des Faserverbundes 5 von der Spindellinie SL weg gerichtet.
Bei den beiden rechts dargestellten Spinnstellen ist im Bereich der Oberwalze 9 ein
größerer Abstand A des Faserlaufs 20 als im Bereich der Klemmwalzen 10 eingestellt.
Außerdem ist der Faserlauf 20 rechts von der Spindellinie SL angeordnet, während er
bei den beiden linken Spinnstellen links von der Spindellinie SL verläuft. Bei dieser
Anordnung der vier Spinnstellen ist es einerseits möglich durch ein Umschlagen der
Walzenpaare der Oberwalzen 9 und der Klemmwalzen 10 einen Versatz der Verschleißstellen
zu bewirken. Darüber hinaus ist es hier auch möglich, durch einen Tausch der Walzenpaare
von den beiden linken Spinnstellen zu den beiden rechten Spinnstellen auch einen Versatz
der Verschleißstellen auf den Walzen zu erzeugen.
[0049] In dem Ausführungsbeispiel der Figuren 8a und 8b sind vier Spinnstellen dargestellt,
bei welchen bei dem linken Belastungsarm die Saugschlitze 14 außerhalb der Spindellinie
SL liegen, während sie bei den beiden rechten Spinnstellen innerhalb der Spindellinie
SL angeordnet sind. Auch hierbei ist es einerseits möglich durch ein Umschlagen der
Walzenpaare den Verschleiß an einer anderen Stelle der Walzen zu erzeugen. Besser
ist es in diesem Ausführungsbeispiel die Walzenpaare des linken Belastungsarms mit
den Walzenpaaren des rechten Belastungsarms zu tauschten. Hierdurch werden die Verschleißstellen
deutlicher voneinander beabstandet sein und werden sich nicht gegenseitig beeinflussen.
[0050] In dem Ausführungsbeispiel der Figuren 9a und 9b ist ein V-förmiges Schlitzmuster
dargestellt. Während bei dem linken Belastungsarm die beiden Saugschlitze 14 voneinander
weg gerichtet sind, sind sie bei dem rechten Belastungsarm 16 aufeinander zu gerichtet.
Beide Male enden die Saugschlitze 14 im Bereich der Spindellinie SL, so dass ein Tausch
der Klemmwalzen 10 nicht hilfreich ist. Bei den Oberwalzenpaar 9 hingegen werden die
Verschleißstellen deutlich versetzt zueinander auftreten.
[0051] In dem Ausführungsbeispiel der Figuren 10a und 10b sind die Schlitzmuster paarweise
parallel. Bei dem linken Belastungsarm 16 sind die beiden zugeordneten Saugschlitze
14 in Faserlaufrichtung von rechts nach links geneigt. Im rechten Belastungsarm sind
die Saugschlitze 14 von links nach rechts gerichtet. Beide Male enden die Saugschlitze
14 im Bereich der Spindellinie SL und haben einen sehr kleinen Abstand a. Ein Tausch
der Klemmwalzen 10 wird hier wiederum keinen Vorteil bringen. Hingegen ein Wechsel
der Oberwalze 9 ist sowohl mit Umschlagen als auch mit einem Wechsel vom linken Belastungsarm
zum rechten Belastungsarm möglich.
[0052] Bei den Ausführungsbeispielen der Figuren 7-10 ist neben dem einzelnen Austausch
der Walzenpaare auch möglich den Walzenträger 15 des jeweiligen Belastungsarms 16
aus dem Belastungsarm 16 zu entnehmen und in den benachbart angedeuteten Belastungsarm
16 einzusetzen. Auch dies bewirkt, dass die Oberwalze 9 und oder Klemmwalzen 10 an
einer anderen Stelle von den Fasern beaufschlagt werden und dort einen erneuten Verschleiß
verursachen. Auch hierbei ist die Standzeit zumindest der Oberwalze 9 und in der Regel
auch der weniger belasteten Klemmwalzen 10 deutlich verlängert.
[0053] In Figur 11 ist ein Riemchen 12 bzw. eine Siebwalze dargestellt, welche/s seitlich
versetzt zur Mittellinie N eine Siebfläche 30 aufweist. Hierbei ist es möglich, dass
der Saugschlitz 14 eine größere Breite als die tatsächlich benötigte Breite hat. Gesaugt
wird allerdings nur in dem Bereich der Siebfläche 30, da die übrigen Bereiche des
Riemchens 12 bzw. der Siebwalze luftundurchlässig und damit nicht besaugbar sind.
[0054] Gleiches gilt bei dem Riemchen 12 bzw. der Siebwalze der Figur 12. Der Riemen 12
bzw. die Siebwalze der Figur 12 weist eine Längsperforation 31 auf, welche ebenfalls
seitlich versetzt zur Mittellinie N ist. Auch hierbei ist es möglich durch eine größere
Schlitzbreite den effektiv wirksamen Bereich der Besaugung des Faserverbundes 5 seitlich
versetzt einzuleiten. Selbstverständlich ist es auch möglich mehrere Reihen von Längsperforationen
an dem Riemchen 12' bzw. der Siebwalze anzuordnen.
[0055] In Figur 13 ist eine Saugleitung 40 dargestellt, welche mittels einer Zuleitung 41
mit dem Hohlprofil 11 verbunden ist. In dem Hohlprofil 11 sind zwei parallel zur Spindellinie
verlaufende Saugschlitze 14 angeordnet. Das Hohlprofil 11 ist in diesem Ausführungsbeispiel
für ein Spinnstellenpaar vorgesehen.
[0056] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt.
Kombinationen der einzelnen Ausführungsbeispiele sind im Rahmen der Patentansprüche
und der übrigen Offenbarung jederzeit möglich.
1. Spinnmaschine mit einer Vielzahl nebeneinander, im Abstand einer Spindelteilung (ST)
angeordneter Spinnstellen (1),
- wobei jede Spinnstelle (1) mindestens einen Faserführer (6) zum Führen eines Faserverbundes
(5),
- ein Streckwerk (2) zum Verstrecken des Faserverbundes (5),
- eine nach dem Streckwerk (2) angeordnete Verdichtungseinrichtung (3) zur Verdichtung
des verstreckten Faserverbundes (5) sowie
- eine in einer Spindellinie (SL) angeordneten Spindel zur Erzeugung eines Garnes
aufweist, und
- der Faserverbund (5) in dem Streckwerk (2) mittels eines Ausgangswalzenpaares (7)
mit Ober- und Unterwalze (8,9) geklemmt ist und der Verdichtungseinrichtung (3) zugeführt
wird, und
- der verstreckte Faserverbund (5) im wirksamen Bereich der Verdichtungseinrichtung
(3) verdichtet und mittels einer Klemmwalze (10) geklemmt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) der Faserführer (6), insbesondere der Faserführer (6), welcher der Verdichtungseinrichtung
(3) entgegen der Faserlaufrichtung gesehen am Nächsten angeordnet ist, und zumindest
ein Teil des wirksamen Bereichs der Verdichtungseinrichtung (3) in einem vorbestimmten
und im Wesentlichen gleichen Abstand (A)
und/oder
b) die Oberwalze (9) des Ausgangswalzenpaares (7) und/oder die Klemmwalze (10) in
ihrer axialen Richtung
versetzt zur Spindelteilung (ST) bzw. Spindellinie (SL) angeordnet sind.
2. Spinnmaschine nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdichtungseinrichtung (3) einen insbesondere schräg zur Laufrichtung des Faserverbundes
(5) angeordneten Saugschlitz (14) mit einem darüber angeordneten Siebriemchen (12),
einem Riemchen (12') mit einer Perforation, insbesondere einer Längsperforation oder
einer Siebwalze aufweist.
3. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der wirksame Bereich der Verdichtungseinrichtung (3) durch den Saugschlitz (14) und/oder
die Längsperforation (31) und/oder einen besaugbaren Bereich (30) des perforierten
Riemchens oder des Siebriemchens (12) oder der Siebwalze gebildet ist.
4. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass an der Spinnmaschine
- der Abstand des Faserführers (6) und zumindest ein Teil des wirksamen Bereichs der
Verdichtungseinrichtung (3) von der Spindelteilung (ST) bzw. Spindellinie (SL)
und/oder
- die Ausrichtung und/oder die Form der Saugschlitze (14) und/oder
- die axiale Anordnung der Oberwalze (9) des Ausgangswalzenpaares und/oder der Klemmwalze
(10)
in einer ersten Gruppe von Spinnstellen (1) unterschiedlich zu denen einer zweiten
Gruppe von Spinnstellen (1) ist, so dass Abnutzungen der Oberwalze (9) und/oder der
Klemmwalze (10) in den Spinnstellengruppen unterschiedlich sind.
5. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Spinnstellengruppe zwei benachbarte Spinnstellen (1) oder mehrere Spinnstellen
(1) einer Sektion umfasst.
6. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zum Anfangsbereich auch der Endbereich des wirksamen Bereichs der Verdichtungseinrichtung
(3) außerhalb der Spindelteilung (ST) bzw. Spindellinie (SL) angeordnet ist.
7. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Faserführer (6) stationär oder changierend und der Changierbereich außerhalb
der Spindelteilung (ST) bzw. Spindellinie (SL) angeordnet ist.
8. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserführer (6) einer Spinnstellengruppe miteinander verbunden und gemeinsam
in Bezug auf die Spindelteilung (ST) bzw. Spindellinie (SL) einstellbar sind.
9. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere benachbarte Saugschlitze (14) in oder an einem Hohlprofil (11) angeordnet
sind und/oder das Hohlprofil (11) einer oder mehreren Spinnstelle/n zugeordnet ist.
10. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Faserverbund (5) mittels der Klemmwalze (10) im Bereich des Saugschlitzes (14)
auf dem Siebriemchen (12) oder perforierten, insbesondere längsperforierten Riemchen
(12') und dem Hohlprofil (11) oder auf der Siebwalze geklemmt ist.
11. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Streckwerke (2) und die Klemmwalzen (10) zweier benachbarter Spinnstellen (1)
an einem gemeinsamen Belastungsarm (16) angeordnet sind und dass die Oberwalze (9)
und die Klemmwalze (10) zweier benachbarter Spinnstellen (1) als jeweilige Walzenpaare
in einem Walzenträger (15) an dem gemeinsamen Belastungsarm (16) angeordnet sind.
12. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenträger (15) mit Oberwalze (9) und Klemmwalze (10) der ersten Spinnstellengruppe
mit denen der zweiten Spinnstellengruppe austauschbar sind.
13. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberwalzenpaar und/oder das Klemmwalzenpaar in dem Walzenträger (15) umschlagbar
ausgeführt sind.
14. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Belastungsarm (16) und/oder der Walzenträger (15) in axialer Richtung der Ober-
und Klemmwalze (10) und quer zur Spindelteilung (ST) versetzbar ist.
15. Hohlprofil zur Verwendung in einer Spinnmaschine gemäß einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des Hohlprofils (11) einen oder mehrere Saugschlitz/e (14) aufweist, der/die
sich hinsichtlich eines oder mehrerer anderen/r Saugschlitz/es (14) des Hohlprofils
(11) in Bezug auf einen Abstand von der Spindelteilung (ST) bzw. Spindellinie (SL)
und/oder Ausrichtung und/oder Form unterscheidet/n.
16. Hohlprofil nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hohlprofil (11) in einzelne, unterschiedliche Teilabschnitte unterteilt ist und/oder
dass jeder Teilabschnitt an einer Stanze (22) der Spinnmaschine befestigt ist.
17. Riemchen zur Verwendung in einer Spinnmaschine gemäß einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass ein besaugbarer Bereich des Riemchens (12) in Form eines siebartigen oder perforierten
Abschnitts (30) oder einer Längsperforation (31) des Riemens (12) seitlich zur Mittellinie
(N) des Riemens (12) versetzt ist.
18. Siebwalze zur Verwendung in einer Spinnmaschine gemäß einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass ein besaugbarer Bereich der Siebwalze in Form eines siebartigen oder perforierten
Abschnitts (30) oder einer Längsperforation (31) der Siebwalze seitlich zur Mittellinie
(N) der Siebwalze versetzt ist.