[0001] Die Erfindung betrifft ein Beschichtungsverfahren, bei dem zuerst eine Schicht aufgebracht
wird und diese mittels Umschmelzen umgewandelt wird.
[0002] Das Kaltgasspritzen ist ein Beschichtungsverfahren, bei dem der Beschichtungswerkstoff
in Pulverform mit sehr hoher Geschwindigkeit von 1000m/s bis 2500m/s auf ein Substrat
aufgetragen wird. Dazu wird ein auf wenige hundert Grad aufgeheiztes Prozessgas durch
Expansion in einer Lavaldüse auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigt und anschließend
werden die Pulverpartikel in den Gasstrahl injiziert. Der injizierte Pulverwerkstoff
wird dabei auf eine so große Geschwindigkeit beschleunigt, dass dieser im Vergleich
zu anderen thermischen Spritzverfahren auch ohne vorangehendes An- oder Aufschmelzen
beim Aufprall auf das Substrat eine relativ dichte und fest haftende Schicht bildet.
Die kinetische Energie zum Zeitpunkt des Aufpralls reicht für ein vollständiges Aufschmelzen
der Partikel aber nicht aus, so dass es zu keiner metallurgischen Verbindung mit dem
Grundwerkstoff kommt.
[0003] Das Laserstrahl-Umschmelzen zeichnet sich durch exakte Energieeinbringung in ein
Material aus, so dass eine gewünschte Umschmelztiefe exakt eingestellt werden kann.
Aufgrund der großen Abkühlgeschwindigkeiten und des räumlich kleinen Schmelzvolumens
beim Laserstrahl-Umschmelzen werden die Erstarrungsprozesse vornehmlich durch eine
vom Schmelzbadrand her begünstigte Keimbildung eingeleitet. Dies führt dazu, dass
speziell Poren aus den umgeschmolzenen Bereichen entfernt werden und bei Nickelbasis-Superlegierungen
das Gefüge nahezu porenfrei erstarrt. Zudem können durch die lokal großen Wärmegradienten
spezielle Gefügestrukturen eingestellt werden.
[0004] Es ist daher Aufgabe der Erfindung ein Verfahren aufzuzeigen, das verbesserte Eigenschaften
für die Anbindung der Schichten untereinander und/oder an das Substrat aufweist.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1.
[0006] In den Unteransprüchen sind weitere vorteilhafte Maßnahmen aufgelistet, die beliebig
miteinander kombiniert werden können, um weitere Vorteile zu erzielen.
[0007] Der Vorteil der Erfindung erlaubt ein großflächiges Beschichten und lokales Umschmelzen
an Stellen, wo nur bestimmte, verbesserte Werkstoffeigenschaften erwünscht sind.
[0008] Durch die Kombination von Beschichtungsverfahren und Umschmelzverfahren können bekannte
Beschichtungsverfahren verwendet werden, die durch das Umschmelzverfahren verbesserte
Eigenschaften aufweisen.
[0009] Es zeigt die Figur schematisch den Ablauf des Verfahrens.
[0010] Vorgeschlagen wird eine Kombination der Verfahren thermisches Spritzen/Kaltgasspritzen
und Umschmelzen. Mittels thermischem Spritzen/Kaltgasspritzen wird eine Schichtlage
auf einen Grundwerkstoff aufgetragen. Anschließend wird durch Umschmelzen die Schicht
so umgeschmolzen, dass entweder eine metallurgische Anbindung an den Grundwerkstoff
erzielt wird und/oder spezielle Gefügeeigenschaften eingestellt werden.
[0011] Folgende Gefügeeigenschaften können somit gezielt verändert werden:
- die Dichte des aufgetragenen Materials wird durch die Reduktion der Poren vergrößert,
entsprechend nimmt somit auch die thermischen Leitfähigkeit zu;
- durch das Umschmelzen vergrößert sich die Kornstruktur, wodurch bessere Kriecheigenschaften
erzielt werden;
- durch richtungsabhängiges Umschmelzen können die Werkstoffeigenschaften (wie insbesondere
Kriechfestigkeit) gezielt in eine Richtung verbessert werden, da die Körner in Verfahrrichtung
der Laserstrahlung erstarren.
[0012] Durch ein weiteres Auftragen von Schichten mittels Kaltgasspritzen oder anderen thermischen
Spritzverfahren und anschließendem Umschmelzen können zudem Gradientenschichten aufgebaut
werden.
[0013] In der Figur ist schematisch der Ablauf des Verfahrens gezeigt.
[0014] Es wird eine Komponente 1 hergestellt.
[0015] Die Komponente 1 ist vorzugsweise eine Turbinenkomponente und weist ein Substrat
4 vorzugsweise aus einer nickel- oder kobaltbasierten Superlegierung auf.
[0016] Auf die Oberfläche 5 des Substrats 4 wird eine erste Schichtlage 7' mittels eines
Materialstrahls 10 aufgebracht.
[0017] Dies kann durch Kaltgasspritzen oder andere thermische Spritzverfahren wie HVOF,
LPPS, APS, VPS, SPS, SPPS erfolgen. Hier wird in nicht einschränkender Weise im Folgenden
das Kaltgasspritzen erwähnt.
[0018] In einem weiteren Schritt wird mittels eines Schweißstrahls 13, insbesondere eines
Laserstrahls 13, die zuerst aufgebrachte Schichtlage 7' umschmolzen, wobei ebenfalls
höchstens ein Teil des Substrats 4 mit aufgeschmolzen wird. Dabei wird eine umgeschmolzene
Schicht 16 erzeugt.
[0019] In einem weiteren Schritt kann eine weitere kaltgasgespritzte Schichtlage 7" auf
die umgeschmolzene Schicht 16 aufgebracht werden, die 7" dann wiederum umgeschmolzen
wird.
[0020] Dabei wird die untenliegende Schichtlage 7' insbesondere nur teilweise in einem oberen
Bereich wieder mit aufgeschmolzen.
[0021] Ebenso ist es möglich (nicht dargestellt), zuerst zwei kaltgasgespritzte Schichtlagen
7', 7" aufzutragen und diese beide umzuschmelzen, da die Umschmelztiefe des Schweißstrahls
13 oft größer sein kann als die Beschichtungsdicken der Schichtlagen 7', 7".
[0022] Das Umschmelzen kann großflächig erfolgen, d.h. es werden die kompletten Schichtlagen
7', 7" umgeschmolzen oder es findet nur ein lokales Umschmelzen an Stellen statt,
wo bestimmte Werkstoffeigenschaften erwünscht sind, wie insbesondere Porenfreiheit
oder eine gewisse Härte oder eine bestimmte Kornstruktur, die bessere Kriecheigenschaften
aufweisen.
[0023] Ebenso kann durch ein richtungsabhängiges Umschmelzen die Wärmestoffeigenschaft in
eine bestimmte Richtung verbessert werden.
[0024] Durch die Kombination von Beschichtungsverfahren und Umschmelzverfahren können bekannte
Beschichtungsverfahren verwendet werden, die durch das Umschmelzverfahren verbesserte
Eigenschaften aufweisen.
1. Verfahren
zum Herstellen einer Schicht (16, 16') auf einer Oberfläche (5) eines Substrats (4),
bei dem in einem ersten Schritt zumindest eine erste Schichtlage (7') aufgetragen
wird,
wobei die zumindest eine Schichtlage (7') in einem weiteren Verfahrensschritt umgeschmolzen
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
bei dem die erste Schichtlage (7') durch Kaltgasspritzen erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
bei dem die erste Schichtlage (7') durch ein thermisches Spritzverfahren hergestellt
wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
bei dem das Umschmelzverfahren durch einen Laserstrahl (13) erfolgt.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
bei dem die erste Schichtlage (7') direkt vor dem optionalen Aufbringen weiterer Schichtlagen
(7") umgeschmolzen wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche 1 bis 5,
bei dem zuerst zumindest zwei Schichtlagen (7', 7") aufgebracht werden,
die dann erstmalig zusammen umgeschmolzen werden.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
bei dem die Schichtlage (7') oder die Schichtlagen (7', 7") nur lokal umgeschmolzen
werden.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
bei dem auch das Substrat (4) höchstens teilweise umgeschmolzen wird.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
bei dem die Schritte von Auftragen von einer oder mehreren Schichtlagen (7', 7") und
Umschmelzen derer einmal, insbesondere mehrmals,
wiederholt wird.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
bei dem das Umschmelzen richtungsabhängig erfolgt, insbesondere durch Verkippen eines
Schweißstrahls (13) in eine Richtung gegenüber der Oberfläche (5).