(19)
(11) EP 2 871 370 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.05.2015  Patentblatt  2015/20

(21) Anmeldenummer: 14185252.5

(22) Anmeldetag:  18.09.2014
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F15B 13/04(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 15.10.2013 DE 102013220748

(71) Anmelder: ROBERT BOSCH GMBH
70442 Stuttgart (DE)

(72) Erfinder:
  • Amrhein, Jan
    Rochester Hills, MI Michigan 483093574 (US)
  • Hirn, Adrian
    70439 Stuttgart (DE)
  • Knapper, Steffen
    71665 Vaihingen/Enz (DE)

(74) Vertreter: Maiß, Harald 
Bosch Rexroth AG Patentabteilung Postfach 11 64
97419 Schweinfurt
97419 Schweinfurt (DE)

   


(54) Ventilanordnung


(57) Offenbart ist eine Ventilanordnung mit einem Hauptventi (l8) und einer Individualdruckwaage (22) die gemeinsam zur Versorgung eines Verbrauchers dienen, wobei mehrere derartige Ventilanordnungen zur Versorgung mehrere Verbraucher mit lastdruckunabhängiger Durchflussverteilung vorgesehen sind. Dem entsprechend sind die Individualdruckwaagen (22) stromab der Hautventils (18) angeordnet und von einem Steuerdruck einer übergeordneten Load-Sensing-Kanal (35) in Schließrichtung beaufschlagt, während sie vom hinter der Hauptventil (18) abgegriffene Versorgungsdruck (34) in Öffnungsrichtung beaufschlagt sind. Dabei ist im Druckwaagenventilschieber (24) zur Abfuhr von Leckage des Hauptventils - insbesondere wenn dies als Schieberventil ausgeführt ist - ein Rückschlagventil (42) vorgesehen, dessen Öffnungsrichtung vom Ausgang der Druckwaage (22) zum Load-Sensing-Kanal (35) gerichtet ist, und das unabhängig von der Position des Druckwaagenventilkörpers (24) stets verbunden ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Ventilanordnung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und eine Steueranordnung mit derartigen Ventilanordnungen.

[0002] Aus dem Stand der Technik sind Ventilanordnungen bekannt, die meistens in einem einstückigen scheibenartigen Gehäuse angeordnet sind und zur Versorgung eines hydraulischen Verbrauchers dienen. Dabei werden bei mobilen Arbeitsmaschinen wie zum Beispiel bei Baggern mehrere derartiger Ventilanordnungen zu einer Steueranordnung gruppiert, die somit verschiedenen Verbraucher der mobilen Arbeitsmaschine versorgt und steuert. Dazu wird die Steueranordnung von einer Verstellpumpe versorgt. Da die Verstellpumpe alle Verbraucher versorgen muss, geschieht dies in Abhängigkeit eines Load-Sensing-Drucks einer Load-Sensing-Leitung, die sich durch alle Ventilanordnungen der Steueranordnung erstreckt. Darin herrscht stets der höchste Lastdruck aller Verbraucher.

[0003] Gemäß dem Prinzip der lastunabhängigen Durchflussverteilung (LUDV) hat jede Ventilanordnung eine stromab ihrer Zumessblende angeordnete Individual-Druckwaage, die in Öffnungsrichtung von dem Druck nach der jeweiligen Zumessblende und in Schließrichtung vom (für die Steueranordnung einheitlichen) höchsten Lastdruck der Load-Sensing-Leitung beaufschlagt wird.

[0004] In der Veröffentlichung "LUDV-Steuerblock in Scheibenbauweise", RD 64125 vom Februar 2011 der Anmelderin und in der US 5,305,789 sind derartige Ventilanordnungen gezeigt. Dabei wird das vom Pumpenanschluss zum Verbraucher geführte Druckmittel zunächst durch eine Zumessblende eines Hauptventils, dann über die nach geschaltete Druckwaage und von dort über einen Brückenkanal noch einmal zum Hauptventil geführt, damit dort eine Versorgung eines der beiden Arbeitsanschlüsse gewählt werden kann. In einer ganz geöffneten Stellung eines Druckwaagenventilkörpers wird eine zusätzliche Verbindung zwischen einer ersten Verbindungsleitung, welche die Zulaufblende mit der Zumessblende verbindet, und der Load-Sensing-Leitung hergestellt. Da nur diejenige Druckwaage ganz geöffnet ist an der der maximale Lastdruck anliegt, liegt auf Grund der genannten zusätzlichen Verbindung in der Load-Sensing-Leitung der maximale Lastdruck an. Der Druckwaagenventilkörper wird in Öffnungsrichtung mit dem Druck der ersten Verbindungsleitung belastet, die stromab der Zumessblende angeordnet ist.

[0005] Nachteilig an derartigen Ventilanordnungen ist, dass Druckmittel vom Pumpenanschluss über die Zumessblende in die erste Verbindungsleitung lecken kann. Dadurch wird der Druckwaagenventilkörper der Druckwaage so lange in Öffnungsrichtung verschoben, bis diese Leckage über die zusätzliche Verbindung der Druckwaage in die Load-Sensing-Leitung entlastet wird. Der Druckwaagenventilkörper bleibt dann in dieser Stellung stehen, wenn der Druck in der Load-Sensing-Leitung gering ist, also wenn kein Verbraucher betätigt ist. Für ein optimales Ansprechverhalten des über die Ventilanordnung versorgten Verbrauchers soll der Druckwaagenventilkörper aber in der Stellung stehen bleiben, in der er einen minimalen Öffnungsquerschnitt zwischen der ersten Verbindungsleitung und dem Ausgang der Druckwaage gegeben ist (Nullüberdeckung).

[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Ventilanordnung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 und durch eine Steueranordnung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 9.

[0007] Die beanspruchte Ventilanordnung dient zur Versorgung eines hydraulischen Verbrauchers und hat eine Zumessblende mit einem Hauptschieber und eine stromab der Zumessblende angeordneten Druckwaage, die über eine erste als Zulaufleitung dienende Verbindungsleitung mit der Zumessblende verbundenen ist, und deren Druckwaagenventilkörper in Öffnungsrichtung vom Druck der Verbindungsleitung und in Schließrichtung vom Lastdruck einer Load-Sensing-Leitung beaufschlagt ist. Damit ist die Ventilanordnung für eine übergeordnete Steueranordnung geeignet, die mehrere Verbraucher nach dem Prinzip der lastunabhängigen Durchflussverteilung (LUDV) versorgt. Bei der erfindungsgemäßen Ventilanordnung ist ein Ausgang der Druckwaage über ein federbelastetes Rückschlagventil mit der Load-Sensing-Leitung verbunden.

[0008] Über das erfindungsgemäße Rückschlagventil zwischen dem Ausgang der Druckwaage und dem Load-Sensing-Kanal können Leckagen von der ersten Verbindungsleitung über die geöffnete Druckwaage, über den Ausgang der Druckwaage und über das erfindungsgemäße Rückschlagventil in die Load-Sensing-Leitung abfließen, sofern kein Verbraucher betätigt ist. Die Druckwaage öffnet sich dabei gerade soweit, dass sich die gewünschte Nullüberdeckung in einer Druckregelverbindung zwischen dem ersten Verbindungskanal und dem Ausgang ergibt. Damit ist der Druckwaagenventilkörper ideal positioniert. Wird nun die Zumessblende (wieder) geöffnet, erfolgt bei getriebenen Lasten am Verbraucher ein unmittelbarer Druckaufbau in der Load-Sensing-Leitung, da sich die Druckwaage weiter öffnet, und dabei das Druckmittel eines Druckraumes, der zwischen dem Druckwaagenventilkörper und einem Gehäuseabschnitt (zum Beispiel einer Verschlussschraube) angeordnet ist, in die Load-Sensing-Leitung schiebt. Bei treibenden Lasten wie zum Beispiel dem Stiel an einem Bagger wird das Druckmittel von der Verstellpumpe zum Verbraucher durch die initial geschlossene Druckwaage gedrosselt, und nicht wie bei initial geöffneter Druckwaage ungedrosselt durchgeleitet. Dadurch läuft der entsprechende Verbraucher langsamer los und ist damit dynamisch ähnlicher den getriebenen Lasten, die von der Dynamik des Load-Sensing-Signals und der Verstellpumpe abhängig sind. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass bei einer Gruppierung mehrer Ventilanordnungen (z.B. als Ventilscheiben) in einem Block über das jeweilige Rückschlagventil die Load-Sensing-Auswahl auch ohne (aus dem Stand der Technik bekannte) Wechselventile gegeben ist. Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, dass diese Lösung während der Inbetriebnahme oder noch später für einzelne Verbraucher (zum Beispiel Baggerfunktionen) nachgerüstet werden kann.

[0009] Bei einer bevorzugten Weiterbildung ist der Druckwaagenventilkörper über eine schwache Feder in Schließrichtung beaufschlagt. Damit kann die Druckwaage auch derart verbaut werden, dass die Schließrichtung gegen die Schwerkraft des Druckwaagenventilkörpers gerichtet ist.

[0010] Bei einer kompakt bauenden Weiterbildung ist das Rückschlagventil im Druckwaagenventilkörper angeordnet.

[0011] Wenn der Druckwaagenventilkörper in seiner Öffnungsstellung eine zusätzliche Verbindung von der ersten Verbindungsleitung zur Load-Sensing-Leitung aufsteuert, kann auf diesem Druckmittelströmungspfad der Lastdruck des über die erfindungsgemäße Ventilanordnung versorgten Verbrauchers, der in der ersten Verbindungsleitung ansteht, über die Load-Sensing-Leitung der Ventilanordnung an eine übergeordnete Load-Sensing-Leitung einer übergeordneten Steueranordnung gemeldet werden, so dass diese keine Load-Sensing-Wechselventile benötigt. Insbesondere kann durch die zusätzliche Verbindung die Veränderung des Druckmittelstroms bei Lastübernahme reduziert werden. Das LS-Signal der Ventilanordnung mit dem größten Lastdruck wird dann von der Druckwaage abgegriffen, der Druckabfall über die Druckwaage verringert dadurch nicht das LS-Signal. Die zusätzliche Verbindung kann bei einem oder mehreren Ventilanordnungen (Ventilscheiben) im Block eingesetzt werden.

[0012] Bei einer vorrichtungstechnisch einfachen Ausgestaltung kann die zusätzliche Verbindung von einer Längsbohrung und von einer Querbohrung im Druckwaagenventilkörper gebildet sein.

[0013] Der Ausgang der Druckwaage ist vorzugsweise über eine zweite als Zulaufleitung dienende Verbindungsleitung zu einem Eingang eines die Zumessblende umfassenden Hauptventils zurückgeführt.

[0014] Vorzugsweise ist die zweite Verbindungsleitung eine verzweigte Brückenleitung, die den Ausgang der Druckwaage mit zwei Eingängen des Hauptventils verbindet. So kann über das Hauptventil wahlweise einer von zwei Arbeitsanschlüssen der Ventilanordnung oder des Hauptventils versorgt werden.

[0015] Bei einer bevorzugten Weiterbildung sind das Hauptventil und die Druckwaage in einem gemeinsamen Gehäuse angeordnet. Dann kann der Druckwaagenventilkörper senkrecht zum Hauptschieber angeordnet werden.

[0016] Eine oder einige oder vorzugsweise alle genannten Leitungen der erfindungsgemäßen Ventilanordnung können von jeweiligen Kanälen in dem Gehäuse gebildet sein.

[0017] Die erfindungsgemäße Steueranordnung dient zur Versorgung von mindestens zwei hydraulischen Verbrauchern. Sie hat vorzugsweise eine Verstellpumpe oder auch eine Konstantpumpe (z.B. bei Baggerladern) und für jeden Verbraucher eine vorbeschriebene Ventilanordnung, deren jeweilige Load-Sensing-Leitung an eine übergeordnete Load-Sensing-Leitung der Steueranordnung angeschlossen ist. In der übergeordneten Load-Sensing-Leitung und in den einzelnen daran angeschlossenen untergeordneten Load-Sensing-Leitungen wirkt stets der höchste Lastdruck aller von der Pumpe versorgten Verbraucher oder ein davon abgeleiteter Druck. Dies wird über die jeweiligen Rückschlagventile der Ventilanordnungen erreicht oder über eine Verbindung, die vom Druckwaagenventilkörper der Ventilanordnung des lasthöchsten Verbrauchers aufgesteuert wird.

[0018] Die Steueranordnung kann als Ventilblock ausgebildet sein, in dem die Gehäuse der einzelnen Ventilanordnungen als Ventilscheiben ausgebildet sind und aneinander anliegen.

[0019] Bei einer besonders bevorzugten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Steueranordnung ist vor oder hinter dem Rückschlagventil jeder Ventilanordnung eine erste Drossel angeordnet, und zwischen der übergeordneten Load-Sensing-Leitung und einer Tankleitung der Steueranordnung ist eine zweite Drossel angeordnet. Dadurch ist der Druck in der Load-Sensing-Leitung niedriger als am Ausgang der jeweiligen Druckwaage, so dass der dem lasthöchsten Verbraucher zugeordnete Druckwaagenventilkörper auch dann in der Öffnungsstellung bleibt, wenn insbesondere in der von der Druckwaage gesteuerten Druckregelverbindung zwischen der ersten Verbindungsleitung und dem Ausgang der Druckwaage entgegen gesetzt wirkende Strömungskräfte auftreten.

[0020] Dabei kann ein Stromregelventil vorgesehen sein, das die zweite Drossel umfasst.

[0021] Im Folgenden wird anhand der Figuren ein Ausführungsbeispiel der Erfindung detailliert beschrieben. Es zeigen

Figur 1 einen Schaltplan einer Steueranordnung mit mehreren erfindungsgemäßen Ventilanordnungen;

Figur 2 einen Schaltplan einer der Ventilanordnungen aus Figur 1; und

Figur 3 die Ventilanordnung aus Figur 2 in einer geschnittenen Darstellung.



[0022] Figur 1 zeigt einen Schaltplan einer Steueranordnung mit mehreren erfindungsgemäßen Ventilanordnungen 1. Jede Ventilanordnung 1 hat zwei Arbeitsanschlüsse A, B, an die jeweils ein bidirektional betreibbarer (nicht gezeigter) hydraulischer Verbraucher angeschlossen werden kann. Dazu bilden die Ventilanordnungen 1 eine gemeinsame Pumpenleitung 2, eine gemeinsame Tankleitung 4 und eine gemeinsame übergeordnete Load-Sensing-Leitung 6 aus. Die drei Leitungen 2, 4, 6 sind von einem jeweiligen durchgängigen gemeinsamen Kanalabschnitt gebildet. Die Leitungen 2, 4, 6 sind durch ein Verschlusselement 12 verschlossen, das am Gehäuse der letzten Ventilanordnung 1 anliegt.

[0023] Ein Eingangselement 8 verbindet einen Ausgangsanschluss einer Verstellpumpe 10 über Pumpenanschlüsse P mit der Pumpenleitung 2. Das Eingangselement 8 verbindet weiterhin einen Tank T über Tankanschlüsse T mit der Tankleitung 4.

[0024] Wie mit Bezug zur Figur 2 genauer erläutert wird, herrscht in der Load-Sensing-Leitung 6 stets der höchste Lastdruck aller durch die verschiedenen Ventilanordnungen 1 versorgten Verbraucher. Dieser höchste Lastdruck wird über die Load-Sensing-Leitung 6 des Eingangselements an die Verstellpumpe 10 gemeldet und dient dort zur Regelung ihres Fördervolumens. Dabei ist in der Steueranordnung gemäß Figur 1 eine lastdruckunabhängige Durchflussverteilung (LUDV) realisiert, so dass bei Mangelversorgung alle Verbraucher mit reduzierter Druckmittelmenge versorgt werden.

[0025] Die übergeordnete Load-Sensing-Leitung 6 des Eingangselements 8 ist über eine Drossel 16 mit dem Tankanschluss T des Eingangselements 8 verbunden. Diese dient dazu, die Steueranordnung zu entlasten, wenn die Durchflussmenge Null ist. Dies ist z.B. der Fall, wenn alle Ventilanordnungen 1 in ihrer neutralen Position sind.

[0026] Figur 2 zeigt einen Schaltplan einer der erfindungsgemäßen Ventilanordnung 1 aus Figur 1. Sie hat ein als 6/3-Wegeventil ausgebildetes Hauptventil 18 mit einem stufenlos verstellbaren Hauptschieber 20 und eine als 3/3-Wegeventil ausgebildete Druckwaage 22 mit einem stufenlos verstellbaren Druckwaagenventilkörper 24. Bei einer Verstellung des Hauptschiebers 20 des Hauptventils 18 aus der in Figur 2 gezeigten geschlossenen Mittelstellung wird eine Zumessblende 26 für dem an die Arbeitsanschlüsse A, B angeschlossenen Verbraucher aufgesteuert, so dass Druckmittel von der Pumpenleitung 2 über das Hauptventil 18, über eine erste Verbindungsleitung 28, über die zumindest teilweise aufgesteuerte Druckwaage 22, über deren Ausgang 29, über die als Rückführleitung dienende zweite Verbindungsleitung 30 und über ein Lasthalteventil 32 zurück zum Hauptventil 18 strömen kann. Dort wird durch die Stellung des Hauptschiebers 20 bestimmt, zu welchem der beiden Arbeitsanschlüsse A, B das Druckmittel weiter strömt.

[0027] Der Druckwaagenventilkörper 24 ist in Öffnungsrichtung über eine Steuerleitung 34 mit dem Druck der ersten Verbindungsleitung 28 beaufschlagt, während er in Schließrichtung über eine untergeordnete Load-Sensing-Leitung 35 mit dem Druck der übergeordneten Load-Sensing-Leitung 6 beaufschlagt ist. Ebenfalls in Schließrichtung wirkt eine vergleichsweise schwache Feder 36.

[0028] Bei der Steueranordnung gemäß Figur 1 mit den Ventilanordnungen 1 gemäß Figur 2 wird der höchste Lastdruck aller Verbraucher über das jeweilige Rückschlagventil 42 und zusätzlich dadurch in die übergeordnete Load-Sensing-Leitung 6 gemeldet, dass jede Druckwaage 22 in ihrer Öffnungsstellung 38 ein Verbindung 39 von der ersten Verbindungsleitung 28 zur untergeordneten Load-Sensing-Leitung 35 aufsteuert.

[0029] Erfindungsgemäß ist zwischen dem Ausgang 29 der Druckwaage 22 bzw. der zweiten Verbindungsleitung 30 und der untergeordneten Load-Sensing-Leitung 35 ein Entlastungskanal 40 vorgesehen. In diesem sind ein durch eine Feder vorgespanntes Rückschlagventil 42 und eine Drossel 44 vorgesehen. Die Öffnungsrichtung des Rückschlagventils 42 ist vom Ausgang 29 bzw. von der zweiten Verbindungsleitung 30 zur Load-Sensing-Leitung 35 gerichtet.

[0030] Wenn im Betrieb der erfindungsgemäßen Ventilanordnung 1 ihr Hauptventil 18 in die in Figur 2 gezeigte geschlossene Mittelstellung geschaltet ist und dabei Druckmittel vom Pumpenanschluss P in die erste Verbindungsleitung 28 leckt, verstellt sich der Druckwaagenventilkörper 24 gerade soweit, dass sich eine Nullüberdeckung in einer mittleren Druckregelverbindung 46 einstellt und die Leckage über den Ausgang 29, über die Drossel 44 und über das Rückschlagventil 42 abfließen kann. Damit steht der Druckwaagenventilkörper 24 der Druckwaage 22 bei einem erneuten Aufsteuern der Zumessblende 26 über den Hauptschieber 20 in optimaler Ausgangsposition.

[0031] Figur 3 zeigt die erfindungsgemäße Ventilanordnung 1 in einer geschnittenen Darstellung. Dabei erstreckt sich das Hauptventil 18 in Figur 3 waagerecht, während die Druckwaage 22 in einer Querbohrung aufgenommen ist und mit einer Verschlussschraube 48 verschlossen ist. Das Hauptventil 18, dessen Hauptschieber in Figur 3 nicht dargestellt ist, und die Druckwaage 22 sind in einem gemeinsamen Gehäuse 50 angeordnet.

[0032] Vom Pumpenanschluss P strömt das Druckmittel über die Zumessblende 26 und über die erste Verbindungsleitung 28 zur Druckwaage 22, deren Druckwaagenventilkörper 24 in Figur 3 in seiner geschlossenen Position gezeigt ist. Bei einer Öffnungsbewegung des Druckwaagenventilkörpers 24 gegen die Feder 36, die ihrerseits an der Verschlussschraube 48 abgestützt ist, wird eine Verbindung von der ersten Verbindungsleitung 28 zum Ausgang 29 aufgesteuert, so dass das Druckmittel über die zweite Verbindungsleitung 30, die als verzweigter Brückenkanal zum Hauptventil 18 zurückführt, strömen kann. Da die Zumessblende 26 bidirektional geöffnet werden kann, kann über den (in Figur 3 nicht gezeigten) Hauptschieber auch ausgewählt werden, über welchen Abschnitt des Brückenkanals 30 und über welche Seite des Hauptventils 18 das Druckmittel stromab der Druckwaage 22 weiter geführt wird. Dem entsprechend wird entweder der Arbeitsanschluss A oder der Arbeitsanschluss B mit der Druckwaage 22 verbunden während der andere Arbeitsanschluss B oder A zum Tankanschluss T geöffnet wird.

[0033] Der Druckwaagenventilkörper 24 ist etwa kreiszylindrisch ausgebildet und hat bei diesem Ausführungsbeispiel einen exzentrisch einen Kanal, der die zusätzliche Verbindung 39 bildet. Ein Querbohrungsabschnitt der Verbindung 39 ist derart angeordnet, dass bei einer maximalen Öffnung der Druckwaage 22 der erste Verbindungskanal 28 und damit der Eingang der Druckwaage 22 mit der untergeordneten Load-Sensing-Leitung 35 verbunden wird. Dies geschieht, wenn die betroffene Ventilanordnung 1 den lasthöchsten Verbraucher versorgt. Dies ist eine Option. Das Rückschlagventil 42 ist ausreichend für die Meldung des LS-Signals. Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Lastdruck der ersten Verbindungsleitung 28 in die Load-Sensing-Leitung 35 gemeldet wird, so dass dieser Lastdruck als höchster Lastdruck der gesamten Steueranordnung (vgl. Figur 1) gilt.

[0034] Konzentrisch im Druckwaagenventilkörper 24 ist das federvorgespannte Rückschlagventil 42 angeordnet, dessen Eingang durch eine Querbohrung mit dem Ausgang 29 der Druckwaage 22 und dessen Ausgang in einem Load-Sensing-Druckraum angeordnet ist, der zwischen der Stirnseite des Druckwaagenventilkörpers 24 und der Verschlussschraube 48 gebildet ist, und der mit der untergeordneten Load-Sensing-Leitung 35 verbunden ist. Dabei ist der Eingang der Querbohrung derart am Druckwaagenventilkörper 24 angeordnet, dass die Verbindung über den Entlastungskanal 40 und über das Rückschlagventil 42 unabhängig von der Position des Druckwaagenventilkörpers 24 stets gegeben ist.

[0035] Offenbart ist eine Ventilanordnung mit einem Hauptventil und einer Individualdruckwaage die gemeinsam zur Versorgung eines Verbrauchers dienen, wobei mehrere derartige Ventilanordnungen zur Versorgung mehrere Verbraucher mit lastdruckunabhängiger Durchflussverteilung vorgesehen sind. Dem entsprechend sind die Individualdruckwaagen stromab der Hautventils angeordnet und von einem Steuerdruck einer übergeordneten Load-Sensing-Kanal in Schließrichtung beaufschlagt, während sie vom hinter der Hauptventil abgegriffene Versorgungsdruck in Öffnungsrichtung beaufschlagt sind. Dabei ist im Druckwaagenventilschieber zur Abfuhr von Leckage des Hauptventils - insbesondere wenn dies als Schieberventil ausgeführt ist - ein Rückschlagventil vorgesehen, dessen Öffnungsrichtung vom Ausgang der Druckwaage zum Load-Sensing-Kanal gerichtet ist, und das unabhängig von der Position des Druckwaagenventilkörpers stets verbunden ist.

Bezugszeichenliste



[0036] 
1
Ventilanordnung
2
Pumpenleitung
4
Tankleitung
6
(übergeordnete) Load-Sensing-Leitung
8
Eingangselement
10
Verstellpumpe
12
Verschlusselement
16
Drossel
18
Hauptventil
20
Hauptschieber
22
Druckwaage
24
Druckwaagenventilkörper
26
Zumessblende
28
erste Verbindungsleitung
29
Ausgang
30
zweite Verbindungsleitung, Brückenkanal
32
Lasthalteventil
34
Steuerleitung
35
(untergeordnete) Load-Sensing-Leitung
36
Feder
38
Öffnungsstellung
39
Verbindung
40
Entlastungskanal
42
Rückschlagventil
44
Drossel
46
Druckregelverbindung
48
Verschlussschraube
50
Gehäuse
A, B
Arbeitsanschluss
LS
Load-Sensing-Anschluss
P
Pumpenanschluss
T
Tank, Tankanschluss



Ansprüche

1. Ventilanordnung zur Versorgung eines hydraulischen Verbrauchers mit einer einen Hauptschieber (20) aufweisenden Zumessblende (26) und mit einer stromab der Zumessblende (26) über eine erste Verbindungsleitung (28) verbundenen Druckwaage (22), deren Druckwaagenventilkörper (24) in Öffnungsrichtung vom Druck der ersten Verbindungsleitung (28) und in Schließrichtung vom Lastdruck einer Load-Sensing-Leitung (6, 35) beaufschlagt ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ausgang (29) der Druckwaage (22) über ein Rückschlagventil (42) mit der Load-Sensing-Leitung (35) verbunden ist.
 
2. Ventilanordnung nach Anspruch 1, wobei der Druckwaagenventilkörper (24) über eine Feder (36) in Schließrichtung beaufschlagt ist.
 
3. Ventilanordnung nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Rückschlagventil (42) im Druckwaagenventilkörper (24)angeordnet ist.
 
4. Ventilanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei über den Druckwaagenventilkörper (24) in seiner Öffnungsstellung (38) eine Verbindung (39) von der ersten Verbindungsleitung (28) zur Load-Sensing-Leitung (6, 35) aufgesteuert ist.
 
5. Ventilanordnung nach Anspruch 4, wobei die Verbindung (39) von einer Bohrung im Druckwaagenventilkörper (24) gebildet ist.
 
6. Ventilanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Ausgang (29) der Druckwaage (22) über eine zweite Verbindungsleitung (30) mit einem Eingang eines die Zumessblende (26) umfassenden Hauptventils (18) verbunden ist.
 
7. Ventilanordnung nach Anspruch 6, wobei die zweite Verbindungsleitung (30) eine Brückenleitung ist, die die den Ausgang (29) der Druckwaage (22) mit zwei Eingängen des Hauptventils (18) verbindet.
 
8. Ventilanordnung nach Anspruch 6 oder 7, wobei das Hauptventil (18) und die Druckwaage (22) in einem gemeinsamen Gehäuse (50) angeordnet sind.
 
9. Steueranordnung zur Versorgung mindestens zweier hydraulischer Verbraucher mit einer Verstellpumpe (10) und mit zumindest zwei Ventilanordnungen (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, deren jeweilige Load-Sensing-Leitung (35) an eine übergeordnete Load-Sensing-Leitung (6) angeschlossen ist, in der der höchste Lastdruck der Verbraucher wirkt.
 
10. Steueranordnung nach Anspruch 9, wobei vor oder hinter dem Rückschlagventil (42) eine erste Drossel (44) angeordnet ist, und wobei zwischen der übergeordneten Load-Sensing-Leitung (6) und einer Tankleitung (T) eine zweite Drossel (16) angeordnet ist.
 
11. Ventilanordnung nach Anspruch 10 mit einem Stromregelventil, das die zweite Drossel (16) umfasst.
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente