[0001] Die Erfindung betrifft eine Ventilanordnung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 und eine Steueranordnung mit derartigen Ventilanordnungen.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Ventilanordnungen bekannt, die meistens in einem einstückigen
scheibenartigen Gehäuse angeordnet sind und zur Versorgung eines hydraulischen Verbrauchers
dienen. Dabei werden bei mobilen Arbeitsmaschinen wie zum Beispiel bei Baggern mehrere
derartiger Ventilanordnungen zu einer Steueranordnung gruppiert, die somit verschiedenen
Verbraucher der mobilen Arbeitsmaschine versorgt und steuert. Dazu wird die Steueranordnung
von einer Verstellpumpe versorgt. Da die Verstellpumpe alle Verbraucher versorgen
muss, geschieht dies in Abhängigkeit eines Load-Sensing-Drucks einer Load-Sensing-Leitung,
die sich durch alle Ventilanordnungen der Steueranordnung erstreckt. Darin herrscht
stets der höchste Lastdruck aller Verbraucher.
[0003] Gemäß dem Prinzip der lastunabhängigen Durchflussverteilung (LUDV) hat jede Ventilanordnung
eine stromab ihrer Zumessblende angeordnete Individual-Druckwaage, die in Öffnungsrichtung
von dem Druck nach der jeweiligen Zumessblende und in Schließrichtung vom (für die
Steueranordnung einheitlichen) höchsten Lastdruck der Load-Sensing-Leitung beaufschlagt
wird.
[0004] In der Veröffentlichung "LUDV-Steuerblock in Scheibenbauweise", RD 64125 vom Februar
2011 der Anmelderin und in der
US 5,305,789 sind derartige Ventilanordnungen gezeigt. Dabei wird das vom Pumpenanschluss zum
Verbraucher geführte Druckmittel zunächst durch eine Zumessblende eines Hauptventils,
dann über die nach geschaltete Druckwaage und von dort über einen Brückenkanal noch
einmal zum Hauptventil geführt, damit dort eine Versorgung eines der beiden Arbeitsanschlüsse
gewählt werden kann. In einer ganz geöffneten Stellung eines Druckwaagenventilkörpers
wird eine zusätzliche Verbindung zwischen einer ersten Verbindungsleitung, welche
die Zulaufblende mit der Zumessblende verbindet, und der Load-Sensing-Leitung hergestellt.
Da nur diejenige Druckwaage ganz geöffnet ist an der der maximale Lastdruck anliegt,
liegt auf Grund der genannten zusätzlichen Verbindung in der Load-Sensing-Leitung
der maximale Lastdruck an. Der Druckwaagenventilkörper wird in Öffnungsrichtung mit
dem Druck der ersten Verbindungsleitung belastet, die stromab der Zumessblende angeordnet
ist.
[0005] Nachteilig an derartigen Ventilanordnungen ist, dass Druckmittel vom Pumpenanschluss
über die Zumessblende in die erste Verbindungsleitung lecken kann. Dadurch wird der
Druckwaagenventilkörper der Druckwaage so lange in Öffnungsrichtung verschoben, bis
diese Leckage über die zusätzliche Verbindung der Druckwaage in die Load-Sensing-Leitung
entlastet wird. Der Druckwaagenventilkörper bleibt dann in dieser Stellung stehen,
wenn der Druck in der Load-Sensing-Leitung gering ist, also wenn kein Verbraucher
betätigt ist. Für ein optimales Ansprechverhalten des über die Ventilanordnung versorgten
Verbrauchers soll der Druckwaagenventilkörper aber in der Stellung stehen bleiben,
in der er einen minimalen Öffnungsquerschnitt zwischen der ersten Verbindungsleitung
und dem Ausgang der Druckwaage gegeben ist (Nullüberdeckung).
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Ventilanordnung mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 und durch eine Steueranordnung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 9.
[0007] Die beanspruchte Ventilanordnung dient zur Versorgung eines hydraulischen Verbrauchers
und hat eine Zumessblende mit einem Hauptschieber und eine stromab der Zumessblende
angeordneten Druckwaage, die über eine erste als Zulaufleitung dienende Verbindungsleitung
mit der Zumessblende verbundenen ist, und deren Druckwaagenventilkörper in Öffnungsrichtung
vom Druck der Verbindungsleitung und in Schließrichtung vom Lastdruck einer Load-Sensing-Leitung
beaufschlagt ist. Damit ist die Ventilanordnung für eine übergeordnete Steueranordnung
geeignet, die mehrere Verbraucher nach dem Prinzip der lastunabhängigen Durchflussverteilung
(LUDV) versorgt. Bei der erfindungsgemäßen Ventilanordnung ist ein Ausgang der Druckwaage
über ein federbelastetes Rückschlagventil mit der Load-Sensing-Leitung verbunden.
[0008] Über das erfindungsgemäße Rückschlagventil zwischen dem Ausgang der Druckwaage und
dem Load-Sensing-Kanal können Leckagen von der ersten Verbindungsleitung über die
geöffnete Druckwaage, über den Ausgang der Druckwaage und über das erfindungsgemäße
Rückschlagventil in die Load-Sensing-Leitung abfließen, sofern kein Verbraucher betätigt
ist. Die Druckwaage öffnet sich dabei gerade soweit, dass sich die gewünschte Nullüberdeckung
in einer Druckregelverbindung zwischen dem ersten Verbindungskanal und dem Ausgang
ergibt. Damit ist der Druckwaagenventilkörper ideal positioniert. Wird nun die Zumessblende
(wieder) geöffnet, erfolgt bei getriebenen Lasten am Verbraucher ein unmittelbarer
Druckaufbau in der Load-Sensing-Leitung, da sich die Druckwaage weiter öffnet, und
dabei das Druckmittel eines Druckraumes, der zwischen dem Druckwaagenventilkörper
und einem Gehäuseabschnitt (zum Beispiel einer Verschlussschraube) angeordnet ist,
in die Load-Sensing-Leitung schiebt. Bei treibenden Lasten wie zum Beispiel dem Stiel
an einem Bagger wird das Druckmittel von der Verstellpumpe zum Verbraucher durch die
initial geschlossene Druckwaage gedrosselt, und nicht wie bei initial geöffneter Druckwaage
ungedrosselt durchgeleitet. Dadurch läuft der entsprechende Verbraucher langsamer
los und ist damit dynamisch ähnlicher den getriebenen Lasten, die von der Dynamik
des Load-Sensing-Signals und der Verstellpumpe abhängig sind. Ein weiterer Vorteil
besteht darin, dass bei einer Gruppierung mehrer Ventilanordnungen (z.B. als Ventilscheiben)
in einem Block über das jeweilige Rückschlagventil die Load-Sensing-Auswahl auch ohne
(aus dem Stand der Technik bekannte) Wechselventile gegeben ist. Ein weiterer Vorteil
ist darin zu sehen, dass diese Lösung während der Inbetriebnahme oder noch später
für einzelne Verbraucher (zum Beispiel Baggerfunktionen) nachgerüstet werden kann.
[0009] Bei einer bevorzugten Weiterbildung ist der Druckwaagenventilkörper über eine schwache
Feder in Schließrichtung beaufschlagt. Damit kann die Druckwaage auch derart verbaut
werden, dass die Schließrichtung gegen die Schwerkraft des Druckwaagenventilkörpers
gerichtet ist.
[0010] Bei einer kompakt bauenden Weiterbildung ist das Rückschlagventil im Druckwaagenventilkörper
angeordnet.
[0011] Wenn der Druckwaagenventilkörper in seiner Öffnungsstellung eine zusätzliche Verbindung
von der ersten Verbindungsleitung zur Load-Sensing-Leitung aufsteuert, kann auf diesem
Druckmittelströmungspfad der Lastdruck des über die erfindungsgemäße Ventilanordnung
versorgten Verbrauchers, der in der ersten Verbindungsleitung ansteht, über die Load-Sensing-Leitung
der Ventilanordnung an eine übergeordnete Load-Sensing-Leitung einer übergeordneten
Steueranordnung gemeldet werden, so dass diese keine Load-Sensing-Wechselventile benötigt.
Insbesondere kann durch die zusätzliche Verbindung die Veränderung des Druckmittelstroms
bei Lastübernahme reduziert werden. Das LS-Signal der Ventilanordnung mit dem größten
Lastdruck wird dann von der Druckwaage abgegriffen, der Druckabfall über die Druckwaage
verringert dadurch nicht das LS-Signal. Die zusätzliche Verbindung kann bei einem
oder mehreren Ventilanordnungen (Ventilscheiben) im Block eingesetzt werden.
[0012] Bei einer vorrichtungstechnisch einfachen Ausgestaltung kann die zusätzliche Verbindung
von einer Längsbohrung und von einer Querbohrung im Druckwaagenventilkörper gebildet
sein.
[0013] Der Ausgang der Druckwaage ist vorzugsweise über eine zweite als Zulaufleitung dienende
Verbindungsleitung zu einem Eingang eines die Zumessblende umfassenden Hauptventils
zurückgeführt.
[0014] Vorzugsweise ist die zweite Verbindungsleitung eine verzweigte Brückenleitung, die
den Ausgang der Druckwaage mit zwei Eingängen des Hauptventils verbindet. So kann
über das Hauptventil wahlweise einer von zwei Arbeitsanschlüssen der Ventilanordnung
oder des Hauptventils versorgt werden.
[0015] Bei einer bevorzugten Weiterbildung sind das Hauptventil und die Druckwaage in einem
gemeinsamen Gehäuse angeordnet. Dann kann der Druckwaagenventilkörper senkrecht zum
Hauptschieber angeordnet werden.
[0016] Eine oder einige oder vorzugsweise alle genannten Leitungen der erfindungsgemäßen
Ventilanordnung können von jeweiligen Kanälen in dem Gehäuse gebildet sein.
[0017] Die erfindungsgemäße Steueranordnung dient zur Versorgung von mindestens zwei hydraulischen
Verbrauchern. Sie hat vorzugsweise eine Verstellpumpe oder auch eine Konstantpumpe
(z.B. bei Baggerladern) und für jeden Verbraucher eine vorbeschriebene Ventilanordnung,
deren jeweilige Load-Sensing-Leitung an eine übergeordnete Load-Sensing-Leitung der
Steueranordnung angeschlossen ist. In der übergeordneten Load-Sensing-Leitung und
in den einzelnen daran angeschlossenen untergeordneten Load-Sensing-Leitungen wirkt
stets der höchste Lastdruck aller von der Pumpe versorgten Verbraucher oder ein davon
abgeleiteter Druck. Dies wird über die jeweiligen Rückschlagventile der Ventilanordnungen
erreicht oder über eine Verbindung, die vom Druckwaagenventilkörper der Ventilanordnung
des lasthöchsten Verbrauchers aufgesteuert wird.
[0018] Die Steueranordnung kann als Ventilblock ausgebildet sein, in dem die Gehäuse der
einzelnen Ventilanordnungen als Ventilscheiben ausgebildet sind und aneinander anliegen.
[0019] Bei einer besonders bevorzugten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Steueranordnung
ist vor oder hinter dem Rückschlagventil jeder Ventilanordnung eine erste Drossel
angeordnet, und zwischen der übergeordneten Load-Sensing-Leitung und einer Tankleitung
der Steueranordnung ist eine zweite Drossel angeordnet. Dadurch ist der Druck in der
Load-Sensing-Leitung niedriger als am Ausgang der jeweiligen Druckwaage, so dass der
dem lasthöchsten Verbraucher zugeordnete Druckwaagenventilkörper auch dann in der
Öffnungsstellung bleibt, wenn insbesondere in der von der Druckwaage gesteuerten Druckregelverbindung
zwischen der ersten Verbindungsleitung und dem Ausgang der Druckwaage entgegen gesetzt
wirkende Strömungskräfte auftreten.
[0020] Dabei kann ein Stromregelventil vorgesehen sein, das die zweite Drossel umfasst.
[0021] Im Folgenden wird anhand der Figuren ein Ausführungsbeispiel der Erfindung detailliert
beschrieben. Es zeigen
Figur 1 einen Schaltplan einer Steueranordnung mit mehreren erfindungsgemäßen Ventilanordnungen;
Figur 2 einen Schaltplan einer der Ventilanordnungen aus Figur 1; und
Figur 3 die Ventilanordnung aus Figur 2 in einer geschnittenen Darstellung.
[0022] Figur 1 zeigt einen Schaltplan einer Steueranordnung mit mehreren erfindungsgemäßen
Ventilanordnungen 1. Jede Ventilanordnung 1 hat zwei Arbeitsanschlüsse A, B, an die
jeweils ein bidirektional betreibbarer (nicht gezeigter) hydraulischer Verbraucher
angeschlossen werden kann. Dazu bilden die Ventilanordnungen 1 eine gemeinsame Pumpenleitung
2, eine gemeinsame Tankleitung 4 und eine gemeinsame übergeordnete Load-Sensing-Leitung
6 aus. Die drei Leitungen 2, 4, 6 sind von einem jeweiligen durchgängigen gemeinsamen
Kanalabschnitt gebildet. Die Leitungen 2, 4, 6 sind durch ein Verschlusselement 12
verschlossen, das am Gehäuse der letzten Ventilanordnung 1 anliegt.
[0023] Ein Eingangselement 8 verbindet einen Ausgangsanschluss einer Verstellpumpe 10 über
Pumpenanschlüsse P mit der Pumpenleitung 2. Das Eingangselement 8 verbindet weiterhin
einen Tank T über Tankanschlüsse T mit der Tankleitung 4.
[0024] Wie mit Bezug zur Figur 2 genauer erläutert wird, herrscht in der Load-Sensing-Leitung
6 stets der höchste Lastdruck aller durch die verschiedenen Ventilanordnungen 1 versorgten
Verbraucher. Dieser höchste Lastdruck wird über die Load-Sensing-Leitung 6 des Eingangselements
an die Verstellpumpe 10 gemeldet und dient dort zur Regelung ihres Fördervolumens.
Dabei ist in der Steueranordnung gemäß Figur 1 eine lastdruckunabhängige Durchflussverteilung
(LUDV) realisiert, so dass bei Mangelversorgung alle Verbraucher mit reduzierter Druckmittelmenge
versorgt werden.
[0025] Die übergeordnete Load-Sensing-Leitung 6 des Eingangselements 8 ist über eine Drossel
16 mit dem Tankanschluss T des Eingangselements 8 verbunden. Diese dient dazu, die
Steueranordnung zu entlasten, wenn die Durchflussmenge Null ist. Dies ist z.B. der
Fall, wenn alle Ventilanordnungen 1 in ihrer neutralen Position sind.
[0026] Figur 2 zeigt einen Schaltplan einer der erfindungsgemäßen Ventilanordnung 1 aus
Figur 1. Sie hat ein als 6/3-Wegeventil ausgebildetes Hauptventil 18 mit einem stufenlos
verstellbaren Hauptschieber 20 und eine als 3/3-Wegeventil ausgebildete Druckwaage
22 mit einem stufenlos verstellbaren Druckwaagenventilkörper 24. Bei einer Verstellung
des Hauptschiebers 20 des Hauptventils 18 aus der in Figur 2 gezeigten geschlossenen
Mittelstellung wird eine Zumessblende 26 für dem an die Arbeitsanschlüsse A, B angeschlossenen
Verbraucher aufgesteuert, so dass Druckmittel von der Pumpenleitung 2 über das Hauptventil
18, über eine erste Verbindungsleitung 28, über die zumindest teilweise aufgesteuerte
Druckwaage 22, über deren Ausgang 29, über die als Rückführleitung dienende zweite
Verbindungsleitung 30 und über ein Lasthalteventil 32 zurück zum Hauptventil 18 strömen
kann. Dort wird durch die Stellung des Hauptschiebers 20 bestimmt, zu welchem der
beiden Arbeitsanschlüsse A, B das Druckmittel weiter strömt.
[0027] Der Druckwaagenventilkörper 24 ist in Öffnungsrichtung über eine Steuerleitung 34
mit dem Druck der ersten Verbindungsleitung 28 beaufschlagt, während er in Schließrichtung
über eine untergeordnete Load-Sensing-Leitung 35 mit dem Druck der übergeordneten
Load-Sensing-Leitung 6 beaufschlagt ist. Ebenfalls in Schließrichtung wirkt eine vergleichsweise
schwache Feder 36.
[0028] Bei der Steueranordnung gemäß Figur 1 mit den Ventilanordnungen 1 gemäß Figur 2 wird
der höchste Lastdruck aller Verbraucher über das jeweilige Rückschlagventil 42 und
zusätzlich dadurch in die übergeordnete Load-Sensing-Leitung 6 gemeldet, dass jede
Druckwaage 22 in ihrer Öffnungsstellung 38 ein Verbindung 39 von der ersten Verbindungsleitung
28 zur untergeordneten Load-Sensing-Leitung 35 aufsteuert.
[0029] Erfindungsgemäß ist zwischen dem Ausgang 29 der Druckwaage 22 bzw. der zweiten Verbindungsleitung
30 und der untergeordneten Load-Sensing-Leitung 35 ein Entlastungskanal 40 vorgesehen.
In diesem sind ein durch eine Feder vorgespanntes Rückschlagventil 42 und eine Drossel
44 vorgesehen. Die Öffnungsrichtung des Rückschlagventils 42 ist vom Ausgang 29 bzw.
von der zweiten Verbindungsleitung 30 zur Load-Sensing-Leitung 35 gerichtet.
[0030] Wenn im Betrieb der erfindungsgemäßen Ventilanordnung 1 ihr Hauptventil 18 in die
in Figur 2 gezeigte geschlossene Mittelstellung geschaltet ist und dabei Druckmittel
vom Pumpenanschluss P in die erste Verbindungsleitung 28 leckt, verstellt sich der
Druckwaagenventilkörper 24 gerade soweit, dass sich eine Nullüberdeckung in einer
mittleren Druckregelverbindung 46 einstellt und die Leckage über den Ausgang 29, über
die Drossel 44 und über das Rückschlagventil 42 abfließen kann. Damit steht der Druckwaagenventilkörper
24 der Druckwaage 22 bei einem erneuten Aufsteuern der Zumessblende 26 über den Hauptschieber
20 in optimaler Ausgangsposition.
[0031] Figur 3 zeigt die erfindungsgemäße Ventilanordnung 1 in einer geschnittenen Darstellung.
Dabei erstreckt sich das Hauptventil 18 in Figur 3 waagerecht, während die Druckwaage
22 in einer Querbohrung aufgenommen ist und mit einer Verschlussschraube 48 verschlossen
ist. Das Hauptventil 18, dessen Hauptschieber in Figur 3 nicht dargestellt ist, und
die Druckwaage 22 sind in einem gemeinsamen Gehäuse 50 angeordnet.
[0032] Vom Pumpenanschluss P strömt das Druckmittel über die Zumessblende 26 und über die
erste Verbindungsleitung 28 zur Druckwaage 22, deren Druckwaagenventilkörper 24 in
Figur 3 in seiner geschlossenen Position gezeigt ist. Bei einer Öffnungsbewegung des
Druckwaagenventilkörpers 24 gegen die Feder 36, die ihrerseits an der Verschlussschraube
48 abgestützt ist, wird eine Verbindung von der ersten Verbindungsleitung 28 zum Ausgang
29 aufgesteuert, so dass das Druckmittel über die zweite Verbindungsleitung 30, die
als verzweigter Brückenkanal zum Hauptventil 18 zurückführt, strömen kann. Da die
Zumessblende 26 bidirektional geöffnet werden kann, kann über den (in Figur 3 nicht
gezeigten) Hauptschieber auch ausgewählt werden, über welchen Abschnitt des Brückenkanals
30 und über welche Seite des Hauptventils 18 das Druckmittel stromab der Druckwaage
22 weiter geführt wird. Dem entsprechend wird entweder der Arbeitsanschluss A oder
der Arbeitsanschluss B mit der Druckwaage 22 verbunden während der andere Arbeitsanschluss
B oder A zum Tankanschluss T geöffnet wird.
[0033] Der Druckwaagenventilkörper 24 ist etwa kreiszylindrisch ausgebildet und hat bei
diesem Ausführungsbeispiel einen exzentrisch einen Kanal, der die zusätzliche Verbindung
39 bildet. Ein Querbohrungsabschnitt der Verbindung 39 ist derart angeordnet, dass
bei einer maximalen Öffnung der Druckwaage 22 der erste Verbindungskanal 28 und damit
der Eingang der Druckwaage 22 mit der untergeordneten Load-Sensing-Leitung 35 verbunden
wird. Dies geschieht, wenn die betroffene Ventilanordnung 1 den lasthöchsten Verbraucher
versorgt. Dies ist eine Option. Das Rückschlagventil 42 ist ausreichend für die Meldung
des LS-Signals. Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Lastdruck der ersten Verbindungsleitung
28 in die Load-Sensing-Leitung 35 gemeldet wird, so dass dieser Lastdruck als höchster
Lastdruck der gesamten Steueranordnung (vgl. Figur 1) gilt.
[0034] Konzentrisch im Druckwaagenventilkörper 24 ist das federvorgespannte Rückschlagventil
42 angeordnet, dessen Eingang durch eine Querbohrung mit dem Ausgang 29 der Druckwaage
22 und dessen Ausgang in einem Load-Sensing-Druckraum angeordnet ist, der zwischen
der Stirnseite des Druckwaagenventilkörpers 24 und der Verschlussschraube 48 gebildet
ist, und der mit der untergeordneten Load-Sensing-Leitung 35 verbunden ist. Dabei
ist der Eingang der Querbohrung derart am Druckwaagenventilkörper 24 angeordnet, dass
die Verbindung über den Entlastungskanal 40 und über das Rückschlagventil 42 unabhängig
von der Position des Druckwaagenventilkörpers 24 stets gegeben ist.
[0035] Offenbart ist eine Ventilanordnung mit einem Hauptventil und einer Individualdruckwaage
die gemeinsam zur Versorgung eines Verbrauchers dienen, wobei mehrere derartige Ventilanordnungen
zur Versorgung mehrere Verbraucher mit lastdruckunabhängiger Durchflussverteilung
vorgesehen sind. Dem entsprechend sind die Individualdruckwaagen stromab der Hautventils
angeordnet und von einem Steuerdruck einer übergeordneten Load-Sensing-Kanal in Schließrichtung
beaufschlagt, während sie vom hinter der Hauptventil abgegriffene Versorgungsdruck
in Öffnungsrichtung beaufschlagt sind. Dabei ist im Druckwaagenventilschieber zur
Abfuhr von Leckage des Hauptventils - insbesondere wenn dies als Schieberventil ausgeführt
ist - ein Rückschlagventil vorgesehen, dessen Öffnungsrichtung vom Ausgang der Druckwaage
zum Load-Sensing-Kanal gerichtet ist, und das unabhängig von der Position des Druckwaagenventilkörpers
stets verbunden ist.
Bezugszeichenliste
[0036]
- 1
- Ventilanordnung
- 2
- Pumpenleitung
- 4
- Tankleitung
- 6
- (übergeordnete) Load-Sensing-Leitung
- 8
- Eingangselement
- 10
- Verstellpumpe
- 12
- Verschlusselement
- 16
- Drossel
- 18
- Hauptventil
- 20
- Hauptschieber
- 22
- Druckwaage
- 24
- Druckwaagenventilkörper
- 26
- Zumessblende
- 28
- erste Verbindungsleitung
- 29
- Ausgang
- 30
- zweite Verbindungsleitung, Brückenkanal
- 32
- Lasthalteventil
- 34
- Steuerleitung
- 35
- (untergeordnete) Load-Sensing-Leitung
- 36
- Feder
- 38
- Öffnungsstellung
- 39
- Verbindung
- 40
- Entlastungskanal
- 42
- Rückschlagventil
- 44
- Drossel
- 46
- Druckregelverbindung
- 48
- Verschlussschraube
- 50
- Gehäuse
- A, B
- Arbeitsanschluss
- LS
- Load-Sensing-Anschluss
- P
- Pumpenanschluss
- T
- Tank, Tankanschluss
1. Ventilanordnung zur Versorgung eines hydraulischen Verbrauchers mit einer einen Hauptschieber
(20) aufweisenden Zumessblende (26) und mit einer stromab der Zumessblende (26) über
eine erste Verbindungsleitung (28) verbundenen Druckwaage (22), deren Druckwaagenventilkörper
(24) in Öffnungsrichtung vom Druck der ersten Verbindungsleitung (28) und in Schließrichtung
vom Lastdruck einer Load-Sensing-Leitung (6, 35) beaufschlagt ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ausgang (29) der Druckwaage (22) über ein Rückschlagventil (42) mit der Load-Sensing-Leitung
(35) verbunden ist.
2. Ventilanordnung nach Anspruch 1, wobei der Druckwaagenventilkörper (24) über eine
Feder (36) in Schließrichtung beaufschlagt ist.
3. Ventilanordnung nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Rückschlagventil (42) im Druckwaagenventilkörper
(24)angeordnet ist.
4. Ventilanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei über den Druckwaagenventilkörper
(24) in seiner Öffnungsstellung (38) eine Verbindung (39) von der ersten Verbindungsleitung
(28) zur Load-Sensing-Leitung (6, 35) aufgesteuert ist.
5. Ventilanordnung nach Anspruch 4, wobei die Verbindung (39) von einer Bohrung im Druckwaagenventilkörper
(24) gebildet ist.
6. Ventilanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Ausgang (29) der
Druckwaage (22) über eine zweite Verbindungsleitung (30) mit einem Eingang eines die
Zumessblende (26) umfassenden Hauptventils (18) verbunden ist.
7. Ventilanordnung nach Anspruch 6, wobei die zweite Verbindungsleitung (30) eine Brückenleitung
ist, die die den Ausgang (29) der Druckwaage (22) mit zwei Eingängen des Hauptventils
(18) verbindet.
8. Ventilanordnung nach Anspruch 6 oder 7, wobei das Hauptventil (18) und die Druckwaage
(22) in einem gemeinsamen Gehäuse (50) angeordnet sind.
9. Steueranordnung zur Versorgung mindestens zweier hydraulischer Verbraucher mit einer
Verstellpumpe (10) und mit zumindest zwei Ventilanordnungen (1) gemäß einem der vorhergehenden
Ansprüche, deren jeweilige Load-Sensing-Leitung (35) an eine übergeordnete Load-Sensing-Leitung
(6) angeschlossen ist, in der der höchste Lastdruck der Verbraucher wirkt.
10. Steueranordnung nach Anspruch 9, wobei vor oder hinter dem Rückschlagventil (42) eine
erste Drossel (44) angeordnet ist, und wobei zwischen der übergeordneten Load-Sensing-Leitung
(6) und einer Tankleitung (T) eine zweite Drossel (16) angeordnet ist.
11. Ventilanordnung nach Anspruch 10 mit einem Stromregelventil, das die zweite Drossel
(16) umfasst.