[0001] Die Erfindung betrifft eine Schreibtisch-Sitzvorrichtung umfassend ein Grundgestell
mit einem Fußkreuz und eine Sitzstruktur mit einer Sitzfläche und einer Rückenlehne.
[0002] Als Schreibtisch-Sitzvorrichtungen werden im Zusammenhang mit der Anmeldung Sitzvorrichtungen
bezeichnet, bei welchen eine Höhe der Sitzfläche, Abmessungen und dergleichen auf
die Benutzung an einem Schreibtisch optimiert ist. Derartige Schreibtisch-Sitzvorrichtungen
werden im Zusammenhang mit der Anmeldung auch als Büro-Arbeitsstuhl oder kurz Bürostuhl
bezeichnet. Anforderungen an derartige Sitzvorrichtungen sind beispielsweise in DIN
EN 1335 festgelegt.
[0003] Aus
FR 958 120 A sind Sitzvorrichtungen mit einer verschwenkbaren, eine Sitzfläche und eine Rückenlehne
umfassenden Sitzstruktur bekannt, bei welchen eine Schwenkachse oberhalb einer Sitzfläche
zumindest annähernd im Bereich eines Schwerpunkts einer Sitzstruktur angeordnet ist.
[0004] Aus dem nachveröffentlichten Dokument
WO2013/167822 A1 sind Sitzvorrichtungen bekannt, welche um einen Schwerpunkt aus einer Sitzstellung
in eine Liegestellung verschwenbar sind.
[0005] In den letzten Jahren hat sich durch zahlreiche wissenschaftliche Studien die Erkenntnis
verfestigt, dass die Leistungsfähigkeit eines Berufstätigen mit einem langen Arbeitstag
durch einen kurzen Schlaf, oft als Tagschlaf oder Kraftnickerchen (Engl. "Power napping")
bezeichnet, deutlich gesteigert werden kann. Es ist daher bekannt, sogenannte Schlafräume
in einem Büro vorzusehen. Weiter sind Vorrichtungen bekannt, mit welchem sich ein
Arbeitstisch oder ein Bürostuhl in eine Liegevorrichtung für einen kurzen Schlaf umrüsten
lassen. Ein derartiges Umrüsten ist jedoch in der Regel mit einem großen Aufwand verbunden,
sodass der hohe Umrüstaufwand dem Ziel entgegenstehen, einen kurzen Schlaf dem Arbeitenden
in einer kurzen Ruhepause zu ermöglichen.
[0006] Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, eine Schreibtisch-Sitzvorrichtung zu schaffen,
welche eine Nutzung in einer Liegestellung ermöglicht, ohne dass hierfür ein hoher
Umrüstaufwand erforderlich ist.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Schreibtisch-Sitzvorrichtung umfassend ein Grundgestell
mit einem Fußkreuz, das Rollen aufweist, und eine Sitzstruktur mit einer Sitzfläche
und einer Rückenlehne, wobei eine Schwenkmechanik vorgesehen ist, mittels der die
Sitzstruktur an dem Grundgestell um eine horizontale Schwenkachse zwischen einer Arbeits-
und einer Liegestellung verschwenkbar gelagert ist, wobei die Schwenkachse bezüglich
des Grundgestells ortsfest oberhalb der Sitzfläche zumindest annähernd im Bereich
eines Schwerpunkts der Sitzstruktur samt einer bestimmungsgemäß die Sitzstruktur nutzenden
Person angeordnet ist, wobei das Fußkreuz Rollen umfasst, mittels welchen die Sitzvorrichtung
verfahrbar ist, und wobei die Sitzstruktur eine zwischen einer Gebrauchsposition und
einer Verstauposition verstellbare Beinauflage umfasst.
[0008] Die Bein- oder Fußauflage ermöglicht ein Ablegen der Unterbeine und/oder der Füße
in einer Liegestellung. In der Gebrauchsposition ist die Beinauflage in einer Ausgestaltung
in einer Ebene mit der Sitzfläche. In einer anderen Ausgestaltung ist die Beinauflage
bezüglich der Sitzfläche in der Gebrauchsposition abgewinkelt. Die Beinauflage ist
in einer Ausgestaltung mit dem Schwenkmechanismus der Sitzstruktur gekoppelt, sodass
beim Verschwenken der Sitzstruktur in die Liegestellung die Beinauflage in die Gebrauchsposition
verstellt wird. In anderen Ausgestaltungen sind die Verstellbewegungen der Sitzstruktur
und der Beinauflage nicht gekoppelt, sodass beispielsweise die Beinauflage auch in
der Arbeitsstellung in eine Gebrauchsposition gebracht werden kann.
[0009] In der Arbeitsstellung ist die Sitzvorrichtung ohne Einschränkungen an einem Schreibtisch
nutzbar. Eine Verschwenkbewegung ist mindestens zwischen der Arbeits- und der Liegestellung
möglich. Dabei ist in einer Ausgestaltung auch ein Verschwenken in eine beliebige
Zwischenposition möglich. Durch die Anordnung der Schwenkachse im Schwerpunkt wirken
keine Drehmomente aufgrund der Schwerkraft auf die Sitzstruktur ein. Die Lage der
Sitzstruktur ist somit in jeder Schwenkstellung der Sitzstruktur um die Schwenkachse,
auch als Neigestellung bezeichnet, stabil. Damit ist es möglich, auf aufwendige Feststellmechanismen
zu verzichten. In einer Ausgestaltung sind jedoch zusätzliche Feststellmechanismen
zur Fixierung der Sitzstruktur in einer gewünschten Neigestellung vorgesehen.
[0010] Eine Verschwenkbewegung der Sitzstruktur ist mit geringem Kraftaufwand, beispielsweise
durch Abstützung an einer Armlehne der Sitzvorrichtung möglich. Die Verschwenkbewegung
wird daher in einer Ausgestaltung manuell durch einen Nutzer eingeleitet und ausgeführt.
In einer anderen Ausgestaltung ist mindestens ein Antrieb und/oder eine Bremse vorgesehen,
um die Sitzstruktur zu verschwenken und/oder in einer bestimmten Position zu arretieren.
Die Verschwenkposition über die Maximalstellungen, d. h. über die Arbeitsstellung
und/oder über die Liegestellung hinaus, ist in vorteilhaften Ausgestaltungen durch
Anschläge verhindert. Aufgrund der Anordnung der Schwenkachse oberhalb der Sitzfläche
ist ein Überschlagen der Sitzstruktur selbst bei einem Ausfall der Bremsen und/oder
ohne Begrenzung sicher verhindert. Da der Schwerpunkt der Sitzstruktur - ggf. mit
einer bestimmungsgemäß die Sitzstruktur nutzenden Person - bei einer Verschwenkbewegung
zumindest annähernd ortsfest verbleibt, besteht auch keine Gefahr eines Kippens der
Sitzvorrichtung um eine Aufstellpunkt des Fußkreuz beim Verschwenken.
[0011] Die Schwenkbewegung um die zumindest annähernd im Schwerpunkt liegende Schwenkachse
führt auch dazu, dass bei einer Verschwenkbewegung sich ein Gefühl der Entspannung
bei einer die Sitzvorrichtung nutzenden Person einstellt.
[0012] Weiter ist einer Ausgestaltung vorgesehen, dass die Sitzstruktur und das Grundgestell
höhenverstellbar verbunden sind, beispielsweise mittels einer Gasdruckfeder-Einrichtung.
Da bei einer Schwenkbewegung zwischen der Arbeits- und der Liegestellung keine Verschiebung
der Schwenkachse relativ zu dem Grundgestell erfolgt, wird trotz einer Höhenverstellbarkeit
der Sitzstruktur relativ zu dem Grundgestell von einer ortsfesten Schwenkachse gesprochen.
In einer weiteren Ausgestaltung ist zwischen der Sitzvorrichtung und dem Grundgestell
eine Wippmechanik für ein dynamisches Sitzen in der Arbeitsstellung vorgesehen. Der
Schwerpunkt der Sitzstruktur, gegebenenfalls samt einer die Sitzstruktur bestimmungsgemäß
nutzenden Person, ist je nach Gewicht der Sitzfläche und/oder Rückenlehne und damit
deren Einfluss auf die Schwerpunktslage für eine Vielzahl an möglichen Nutzern nahezu
gleich. Um eine Anpassung an verschiedene Personen zu ermöglichen, sind in einer Ausgestaltung
Ausgleichsgewichte vorgesehen.
[0013] In einer Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die Sitzstruktur einen Sitzstrukturträger
umfasst. Der Sitzstrukturträger dient als Halteeinrichtung für die Sitzfläche und
die Rückenlehne. Dabei ist in einer vorteilhaften Ausgestaltung die Sitzfläche und/oder
die Rückenlehne relativ zu der Schwenkachse verstellbar und in mindestens zwei unterschiedlichen
Positionen fixierbar an dem Sitzstrukturträger gelagert. Durch die Verstellbarkeit
der Sitzfläche und/oder der Rückenlehne relativ zu der Schwenkachse ist eine Justierung
der Sitzvorrichtung für einen bestimmten Anwendungsfall durch Verlagerung des Schwerpunkts
in die Schwenkachse möglich.
[0014] In einer weiteren Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die Sitzfläche und die Rückenlehne
für eine Übertragung einer Verstellbewegung der Rückenlehne auf die Sitzfläche verbunden
sind. Dabei sind in einer Ausgestaltung die Sitzfläche und die Rückenlehne starr miteinander
verbunden. Als "starre Verbindung" wird eine mechanische Verbindung bezeichnet, bei
welchen die Bauteile idealerweise keine Relativbewegung zueinander ausführen. In anderen
Ausgestaltungen sind die Sitzfläche und die Rückenlehne elastisch verbunden, sodass
über einen kleinen, definierbaren Winkelbereich eine Relativbewegung zwischen der
Sitzfläche und der Rückenlehne möglich ist. Dadurch ist beispielsweise bei einer Nutzung
der Sitzvorrichtung in einer Arbeitsstellung eine Ausgleichsbewegung möglich. In einer
weiteren Ausgestaltung ist vorgesehen, dass zumindest bei einem Verschwenken der Sitzstruktur
um die Schwenkachse die Sitzfläche und die Rückenlehne starr verbunden sind, um eine
Relativbewegung zwischen Sitzfläche und Rückenlehne bei einem Verschwenken um die
Schwenkachse und damit eine Verlagerung des Schwerpunkts bei einem Verschwenken zu
verhindern. Die starre Verbindung wird dabei in einer Ausgestaltung durch eine geeignete
Vorrichtung automatisch bei der Verschwenkbewegung um die Schwenkachse bewirkt. In
anderen Ausgestaltungen ist vorgesehen, dass die Teile manuell durch einen Nutzer
verbunden werden. Dabei ist in einer Ausgestaltung vorgesehen, dass erst nach einer
starren Verbindung der Teile eine Schwenkbewegung um die Schwenkachse freigegeben
ist.
[0015] In einer Ausgestaltung der Schreibtisch-Sitzvorrichtung umfasst die Schwenkmechanik
zwei dem Grundgestell zugeordnete, seitlich der Sitzstruktur angeordnete Stützelemente
und zwei der Sitzstruktur zugeordnete, an den Stützelementen schwenkbar gelagerte
Schwingen. Als der "Sitzstruktur zugeordnet" wird im Zusammenhang mit der Anmeldung
sowohl eine mechanische Verbindung der Schwingen mit Teilen der Sitzstruktur, insbesondere
mit dem Sitzstrukturträger, als auch eine einteilige Ausgestaltung der Schwingen mit
Teilen der Sitzstruktur, insbesondere mit dem Sitzstrukturträger, bezeichnet. In einer
Ausgestaltung sind zwei dem Grundgestell zugeordnete seitliche Armlehnen vorgesehen,
wobei die Armlehnen als Stützelemente fungieren, an welchen die Schwingen schwenkbar
angelenkt sind.
[0016] In einer anderen Ausgestaltung der Schreibtisch-Sitzvorrichtung umfasst die Schwenkmechanik
mindestens zwei konzentrisch angeordnete Bogenführungen. Je nach gewünschtem Schwenkwinkel
werden mindestens zwei konzentrisch angeordnete, geschlossene Kreisführungen oder
offene Bogenführungen, im Folgenden unter Bogenführungen zusammengefasst, vorgesehen.
Die Bogenführungen sind auf Rollen oder in Gegenführungen verschieblich gelagert,
sodass die Sitzstruktur eine Schwenkbewegung um die Achse vollführt, die durch die
beiden Mittelpunkte definiert ist. In vorteilhaften Ausgestaltungen ist dabei vorgesehen,
dass die zwei Bogenführungen der Sitzstruktur zugeordnet sind und in einer dem Grundgestell
zugeordneten Gegenführung verschieblich gelagert sind. In einer Ausgestaltung ist
ein Verlauf der Biegelinie der zwei Bogenführungen für eine Verschwenkbewegung optimiert
ist. Die zwei Bogenführungen sind zu diesem Zweck in einer Ausgestaltung als Kreisbogenführungen
gestaltet. In einer anderen Ausgestaltung weisen die Bogenführungen eine Biegelinie
auf, welche abschnittsweise von einer Kreisbahn abweicht. Durch geeignete Wahl der
Biegelinie ist in einer Ausgestaltung ein Kraftaufwand zu Beginn einer Verschwenkbewegung
aus der Arbeitsstellung und/oder aus der Liegestellung erhöht. Alternativ oder zusätzlich
ist durch geeignete Wahl der Biegelinie in einer anderen Ausgestaltung vorgesehen,
dass die Sitzstruktur ohne äußere Krafteinwirkung in die Arbeitsstellung und/oder
in die Liegestellung gezwungen ist. Der Verlauf der Biegelinie ist durch den Fachmann
ohne Schwierigkeiten geeignet wählbar, wobei der Schwerpunkt zumindest annähernd ortsfest
verbleibt.
[0017] In noch einer anderen Ausgestaltung der Schreibtisch-Sitzvorrichtung umfasst die
Schwenkmechanik zwei Gelenkeinrichtungen, von denen jede mindestens einen Oberarm
und einen um eine Armachse drehbar an den Oberarm angelenkten Unterarm aufweist, wobei
der Oberarm um eine Basisachse drehbar an dem Grundgestell angelenkt ist, der Unterarm
um eine Endachse drehbar an der Sitzstruktur angelenkt ist, die Basisachse, die Armachse
und die Endachse jeder Gelenkeinrichtung einander in jeweils einem Zentralpunkt schneiden
und die Verbindungslinie der Zentralpunkte die Schwenkachse definiert. In einer Ausgestaltung
sind weitere Arme, die um weitere Armachsen, die durch den Zentralpunkt gehen, drehbar
sind, vorgesehen, wobei der Unterarm nicht direkt oder unmittelbar an der Sitzstruktur
angelenkt ist, sondern die Sitzstruktur zwischen den beiden letzten Armen der zwei
Gelenkeinrichtungen, drehbar um deren beiden Endachsen gelagert ist. Eine derartige
Schwenkmechanik erlaubt ein Verschwenken um eine nicht körperlich realisierte Schwenkachse.
Die Schwenkmechanik ist zu der Schwenkachse versetzt angeordnet. In vorteilhaften
Ausgestaltungen ist die Schwenkmechanik platzsparend unterhalb der Sitzfläche angeordnet,
ohne dass es hierfür zu einer Beeinträchtigung der Nutzung in der Arbeitsstellung
kommt. Zudem ist es möglich, ein Design der Sitzstruktur zu schaffen, welches nicht
durch die Schwenkmechanik erzwungen ist.
[0018] In einer Weiterbildung sind die beiden Gelenkeinrichtungen symmetrisch bezüglich
der Symmetrieebene zwischen den beiden Zentralpunkten aufgebaut. Dies ist wegen der
einfachen Lagerhaltung und Konstruktion beim Bau und der Wartung vorteilhaft, doch
ist dies nicht notwendig. In vorteilhaften Ausgestaltungen ist jedoch zumindest vorgesehen,
dass die Endachsen in einer gemeinsamen Normalebene zur Schwenkachse verlaufen und/oder
dass die Basisachsen in einer gemeinsamen Ebene liegen.
[0019] In einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass die Beinauflage verschwenkbar an der
Sitzstruktur angelenkt ist. Dabei ist in einer Ausgestaltung die Beinauflage um eine
an einem vorderen Ende der Sitzfläche angeordnete Achse verschwenkbar angelenkt. Ein
Verschwenken erfolgt dabei in einer Ausgestaltung mittels eines Klappmechanismus mit
einem von der Sitzfläche nach unten abragenden Stopper-Element, welches die Beinauflage
in einer Liegestellung der Sitzstruktur entgegen der Schwerkraft in einer Gebrauchsposition
hält.
[0020] In einer alternativen Ausgestaltung ist die Beinauflage in einem Schubfach verschieb-
und abklappbar gelagert. Dabei ist die Beinauflage in einer Ausgestaltung mittels
einer Zwangskraft belastet, welche bei einem Ausziehen der Beinauflage aus dem Schubfach
ein Abklappen bewirkt. Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, die
in den Zeichnungen schematisch dargestellt sind. Für gleiche oder ähnliche Bauteile
werden in den Zeichnungen einheitliche Bezugszeichen verwendet. Als Teil eines Ausführungsbeispiels
beschriebene oder dargestellte Merkmale können ebenso in einem anderen Ausführungsbeispiel
verwendet werden, um eine weitere Ausführungsform der Erfindung zu erhalten.
[0021] In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung einer Schreibtisch-Sitzvorrichtung gemäß einem ersten
Ausführungsbeispiel;
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung einer Stützstruktur der Schreibtisch-Sitzvorrichtung
gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Seitenansicht der Schreibtisch-Sitzvorrichtung gemäß Fig. 1;
- Fig. 4
- eine perspektivische Darstellung einer Sitzstruktur der Schreibtisch-Sitzvorrichtung
gemäß Fig. 1 mit zwei Schwingen;
- Fig. 5
- eine perspektivische Darstellung einer Schreibtisch-Sitzvorrichtung gemäß einem zweiten
Ausführungsbeispiel;
- Fig. 6
- eine Seitenansicht der Schreibtisch-Sitzvorrichtung gemäß Fig. 5;
- Fig. 7
- ein Detail Z der Seitenansicht der Schreibtisch-Sitzvorrichtung gemäß Fig. 5;
- Fig. 8
- eine Seitenansicht der einer Schreibtisch-Sitzvorrichtung gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel;
- Fig. 9
- eine Rückansicht der Schreibtisch-Sitzvorrichtung gemäß Fig. 8;
- Fig. 10
- eine perspektivische Darstellung der Schreibtisch-Sitzvorrichtung gemäß Fig. 8;
- Fig. 11
- ein Detail XI der Schreibtisch-Sitzvorrichtung gemäß Fig. 10;
- Fig. 12
- eine Seitenansicht einer Schreibtisch-Sitzvorrichtung gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel
in einer Arbeitsstellung;
- Fig. 13
- eine Seitenansicht der Schreibtisch-Sitzvorrichtung gemäß Fig. 12 nach Ausziehen einer
Beinauflage und
- Fig. 14
- eine Seitenansicht der Schreibtisch-Sitzvorrichtung gemäß Fig. 12 in einer Liegestellung.
[0022] Die Fig. 1 und 3 zeigen schematisch eine Schreibtisch-Sitzvorrichtung 1 gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel in einer perspektivischen Darstellung bzw. einer Seitenansicht.
Fig. 2 und 4 zeigen Teile der Schreibtisch-Sitzvorrichtung 1 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel.
Die Fig. 5 und 6 zeigen eine perspektivische Darstellung beziehungsweise eine Seitenansicht
einer Schreibtisch-Sitzvorrichtung 101 gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel. Fig.
7 zeigt ein Detail Z gemäß Fig. 5.
[0023] Die Fig. 8 bis 10 zeigen schematisch eine Schreibtisch-Sitzvorrichtung 201 gemäß
einem dritten Ausführungsbeispiel in einer Seitenansicht, einer Rückansicht beziehungsweise
einer perspektivischen Darstellung. Fig. 11 zeigt ein Detail XI der Schreibtisch-Sitzvorrichtung
201 gemäß den Fig. 8 bis 10.
[0024] Die Fig. 12 bis 13 zeigen schematisch eine Schreibtisch-Sitzvorrichtung 301 gemäß
einem vierten Ausführungsbeispiel in drei Seitenansichten. Die Schreibtisch-Sitzvorrichtung
1, 101, 201, 301 weisen teilweise gleiche oder ähnliche Bauteile auf. Für diese Bauteile
werden einheitliche Bezugszeichen verwendet. Im Folgenden werden zunächst diese Bauteile
beschrieben.
[0025] Die Schreibtisch-Sitzvorrichtungen 1, 101, 201 umfassen jeweils ein Grundgestell
2 mit einem Fußkreuz 20 und eine Sitzstruktur 3 mit einer Sitzfläche 30 und einer
Rückenlehne 31. An dem Fußkreuz 20 sind in den dargestellten Ausführungsbeispielen
Rollen 21 vorgesehen.
[0026] Die Schreibtisch-Sitzvorrichtungen 1, 101, 201 umfassen weiter jeweils eine Schwenkmechanik
4, 104, 204, mittels welcher die Sitzstruktur 3 um eine horizontale Schwenkachse I
zwischen einer in den Fig. 3, 6, 8 und 9 dargestellten Arbeitsstellung und einer in
Fig. 1, 5 und 10 dargestellten Liegestellung verschwenkbar gelagert ist. Die Schwenkachse
I ist jeweils bezüglich des Grundgestells 2 ortsfest oberhalb der Sitzfläche 30 angeordnet,
wobei eine Lage der Schwenkachse I so gewählt ist, dass die Schwenkachse I zumindest
annähernd im Bereich eines Schwerpunkts der Sitzstruktur 3 samt einer nicht dargestellten,
bestimmungsgemäß die Sitzstruktur 3 nutzenden Person angeordnet ist.
[0027] Die Sitzstruktur 3 umfasst in den dargestellten Ausführungsbeispielen jeweils einen
Sitzstrukturträger 32, an welchem die Sitzfläche 30 befestigt ist. Die Rückenlehne
31 und die Sitzfläche 30 sind in den dargestellten Ausführungsbeispielen mittels eines
Winkels 33 starr miteinander verbunden. Die Sitzfläche 30 ist in einer Ausgestaltung
verstellbar an dem Sitzstrukturträger 32 gelagert. Dadurch ist es möglich, einen Schwerpunkt
der Sitzstruktur 3 unter Berücksichtigung einer die Sitzstruktur nutzenden Person
relativ zu der Schwenkachse I zu verschieben, sodass der Schwerpunkt in der Schwenkachse
I zu liegen kommt. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Sitzfläche 30
und Rückenlehne 31 starr mit dem Sitzstrukturträger 32 verbunden.
[0028] Die in den Fig. 1 bis 11 dargestellten Schreibtisch-Sitzvorrichtungen 1, 101, 201
umfassen weiter jeweils eine Beinauflage 7, auf welcher in der Liegestellung gemäß
den Fig. 1, 5 und 10 die Unterschenkel oder die Füße eines nicht dargestellten Nutzers
ablegbar sind. Die Beinauflage 7 ist - wie beispielsweise in Fig. 3, 6 oder 8 erkennbar
ist - in der Arbeitsstellung in eine Position unterhalb der Sitzfläche 30 verstaut.
Die Beinauflage 7 ist mittels zwei Führungsschienenpaaren 70, 71 relativ zu der Sitzfläche
30, in einer zumindest annähernd parallel zu der Sitzfläche angeordneten Ebene verschieblich
gelagert. Dabei ist jeweils eine Führungsschiene 70 an dem Sitzstrukturträger 32 angebracht.
An einem Ende der zweiten, relativ zu der ersten verschiebbaren Führungsschiene 71
ist die Beinauflage 7 verschwenkbar angelenkt. Ein Verstellmechanismus für die Beinauflage
7 umfasst weiter einen Hebel 72, auf welchen eine Zwangskraft mittels einem in den
Figuren nicht dargestellten Element aufgebracht wird. Durch die Zwangskraft wird die
Beinauflage 7 bei einem Ausfahren der Führungsschienen 71 in die in Fig. 1 dargestellte,
gegenüber der Sitzfläche 30 angewinkelte Stellung um die Schwenkachse 73 verschwenkt.
[0029] Die in den Fig. 12 bis 14 dargestellte Schreibtisch-Sitzvorrichtungen 301 umfasst
ebenfalls eine Beinauflage 307, auf welcher in der Liegestellung gemäß den Fig. 13
die Unterschenkel oder die Füße eines nicht dargestellten Nutzers ablegbar sind. Auch
die Beinauflage 307 ist - wie in Fig. 12 erkennbar ist - in der Arbeitsstellung in
eine Position unterhalb der Sitzfläche 30 verstaubar. Wie in Fig. 13 erkennbar ist,
ist für einen Gebrauch die Beinauflage 307 aus der Verstauposition ausziehbar. Die
Beinauflage 307 ist mittels eines Zapfens 371 in einer an dem Sitzstrukturträger 32
angebrachten Führungsschiene 370 verschieblich gelagert und in der ausgezogenen Position
um den Zapfen 371 verschwenkbar. Der Beinauflage 307 ist weiter ein Klappmechanismus
374 zugeordnet. Der Klappmechanismus 374 umfasst ein von der Sitzfläche 30 nach unten
abragendes Stopper-Element 375, welches mit einem an der Rückseite der Beinauflage
307 angeordnetem Anschlag 376 zusammenwirkt. Mittels zwei Hebeln 377, 378 wird das
Stopper-Element 375 beim Verschwenken der Sitzstruktur 3 ausgestellt, sodass die Beinauflage
307 um den Zapfen 371 verschwenkt.
[0030] Die bei den vier Ausführungsbeispielen vorgesehenen Schwenkmechaniken 4, 104, 204
werden im Folgenden beschrieben.
[0031] Gemäß dem ersten in den Fig. 1 bis 4 dargestellten Ausführungsbeispiel und dem vierten
in den Fig. 12 bis 14 dargestellten Ausführungsbeispiel umfasst die Schwenkmechanik
4 zwei dem Grundgestell 2 zugeordnete, seitlich der Sitzstruktur 3 angeordnete Stützelemente
40, welche einteilig als U-förmige Stützstruktur 400 ausgebildet ist.
[0032] Die Stützstruktur 400 ist im Detail in Fig. 2 dargestellt. Die U-förmige Stützstruktur
400 umfasst eine Basis 41 und zwei von der Basis abragenden als Stützelemente 40 fungierenden
Schenkel. Mittels der Basis 41 ist die Stützstruktur 400 mit dem Grundgestell über
Schrauben 42 und eine Trägerplatte 43 fest verbunden. Die Stützstruktur 400 ist bei
dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 bis 4 gegenüber dem Fußkreuz 20 mittels einer
bekannten Gasdruckfedereinrichtung 5 höhenverstellbar gelagert. An der Stützstruktur
400 sind in dem Ausführungsbeispiel zwei Armlehnen 6 mittels Schrauben 60 befestigt.
[0033] Die Schwenkmechanik 4 umfasst weiter zwei Schwingen 44, welche der im Detail in Fig.
4 dargestellten Sitzstruktur 3 zugeordnet sind. Die Schwingen 44 sind mittels zwei
Schwenklagern 45 verschwenkbar um die Schwenkachse I an der Stützstruktur 400 angeordnet.
In einer abgewandelten Ausgestaltung umfasst die Stützstruktur 400 einen Lochkranz
für eine Anbindung der Schwingen. Dadurch ist es möglich, die Schwingen 44 in unterschiedlichen
Positionen an der Stützstruktur 400 anzuordnen, um so eine Lage der Schwenkachse I
zu variieren.
[0034] Die dargestellte Stützstruktur 400 umfasst zwei Anschläge 46, 47, mittels welchen
eine Maximalbewegung der Sitzstruktur 3 relativ zu dem Grundgestell 2 in der dargestellten
Ausführungsform begrenzt ist. Wie in Fig. 1 erkennbar ist, wirkt dabei ein in Radialrichtung
näher an der Schwenkachse I angeordneter Anschlag 47 mit der Schwinge 44 zusammen,
um ein Verschwenkbewegung über die Liegestellung hinaus zu verhindern. Die Anordnung
der Anschläge 46, 47 ist jedoch lediglich beispielhaft und von einem Fachmann geeignet
wählbar.
[0035] Wie in Fig. 4 erkennbar ist, sind die Schwingen 44 mittels einer Schraubverbindung
34 an dem Sitzstrukturträger 32 befestigt. Alternativ oder zusätzlich zu der oben
beschriebenen, abgewandelten Ausgestaltung einer Stützstruktur 400 mit einem Lochkranz
für eine Anbindung der Schwingen 44 ist es denkbar, die Schwingen in unterschiedlichen
Positionen an dem Sitzstrukturträger 32 anzuordnen, um so eine Lage der Schwenkachse
I zu variieren.
[0036] Die in den Fig. 5 bis 7 dargestellte Schwenkmechanik 104 umfasst zwei konzentrisch
angeordnete Bogenführungen 140, welche in dem dargestellten Ausführungsbeispiel mechanisch
mit dem Sitzstrukturträger 32 verbunden sind. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel
sind die Bogenführungen 140 in den Bereich der Rückenlehne 31 verlängert. Die Bogenführungen
140 stützen somit die Rückenlehne 31 ab. Gleichzeitig ist eine ästhetisch ansprechende
Struktur geschaffen.
[0037] Fig. 7 zeigt ein Detail Z gemäß Fig. 5. Wie in Fig. 7 erkennbar ist, sind die Bogenführungen
140 jeweils in einer Gegenführung 141 mit drei Rollen 142 verschieblich gelagert.
Die Gegenführung 141 ist dem Grundgestell 2 zugeordnet und mittels einem Bügel 143
an dem Grundgestell 2 gelagert. Der Bügel 143 ist gegenüber dem Fußkreuz 20 in vorteilhaften
Ausgestaltungen höhenverstellbar gelagert. Die Sitzvorrichtung 101 umfasst weiter
zwei Armlehnen 6, welche ebenfalls mit dem Grundgestell 2 mittels Seitenplatten 61
und mittels des Bügels 143 verbunden sind. Die Seitenplatten 61 dienen in dem in Fig.
5 bis 7 dargestellten Ausführungsbeispiel auch als Gehäuse für die Gegenführungen
141, wobei in der Darstellung gemäß Fig. 5 die Armlehne 6 gegenüber der Gegenführung
141 versetzt dargestellt ist, sodass die Gegenführung 141 sichtbar ist.
[0038] Die in Fig. 8 bis 10 dargestellte Schwenkmechanik 204 umfasst zwei Gelenkeinrichtungen
8, wobei eine Gelenkeinrichtung 8 in Fig. 11 im Detail dargestellt ist. Die Gelenkeinrichtungen
8 umfassen jeweils einen Oberarm 80 und einen drehbar an den Oberarm angelenkten Unterarm
81. Der Oberarm 80 und der Unterarm 81 sind dabei um eine schematisch dargestellte
Armachse 82 drehbar aneinander angelenkt. Der Oberarm 80 ist weiter um eine schematisch
dargestellte Basisachse 83 an dem Grundgestell 2 angelenkt. Genauer ist der Oberarm
80 an einem dem Grundgestell 2 zugeordneten Bügel 243 angebracht. Der Unterarm 81
ist um eine Endachse 84 drehbar an der Sitzstruktur 3, genauer an dem Sitzstrukturträger
32 angelenkt. Die Basisachse 83, die Armachse 82 und die Endachse 84 schneiden einander
in einem schematisch eingezeichneten Zentralpunkt 85. Eine Verbindungslinie der zwei
Zentralpunkte 85 definiert die Schwenkachse I.
[0039] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die beiden Gelenkeinrichtungen 8 gleichartig
und symmetrisch bezüglich der in Fig. 9 eingezeichneten Symmetrieebene II zwischen
den Zentral punkten 85 aufgebaut.
[0040] Die zwei Gelenkeinrichtungen 8 ermöglichen eine um die Schwenkachse I verschwenkbare
Lagerung, wobei die Schwenkmechanik 204 beabstandet zu der Schwenkachse I angeordnet
ist. Dadurch ist es möglich, die Bauteile der Schwenkmechanik 204 unterhalb der Sitzfläche
30 und beanstandet zu einem Nutzungsbereich der Armauflagen 6 anzuordnen. Dadurch
ist eine Gefahr von Verletzungen aufgrund von im Bereich der Schwenkmechanik 204 eingeklemmten
Körperteilen des Nutzers besonders gering.
[0041] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel umfasst jede Gelenkeinrichtung zwei Arme,
nämlich einen Oberarm 80 und einen Unterarm 81. In anderen Ausgestaltungen sind weitere
"Arme" vorgesehen, die jeweils um eine weitere Achse drehbar angelenkt sind, wobei
auch alle weiteren Achsen durch den Zentralpunkt 85 gehen. Vorteilhaft an derartigen
Anordnungen ist, dass es möglich wird, die Arme kurz auszubilden und daher an beengte
Platzverhältnisse eine gute Anpassung zu ermöglichen. In wieder anderen Ausgestaltungen
sind mehr als zwei Gelenkeinrichtungen 8 vorgesehen, wobei ein Zentralpunkt der zusätzlichen
Gelenkeinrichtungen in der Schwenkachse I liegt.
[0042] Die Basisachsen 83 sind an dem Bügel 243 angeordnet und damit unbeweglich zueinander
angeordnet. Ebenso sind die zwei Endachsen 84 an dem gemeinsamen Sitzstrukturträger
32 und damit unbeweglich zueinander angeordnet. Eine Ausrichtung der Basisachse 83,
der Armachse 82 und der Endachse 84 und eine Länge des Oberarms 80 und/oder des Unterarms
81 sind in weiten Grenzen frei wählbar. Damit ist es möglich, die Zentralpunkte 85
gezielt in einen gewünschten Bereich in Abhängigkeit beispielsweise eine Masse der
Sitzstruktur zu legen, nur die seitliche Auslenkung, die pro Winkeleinheit erfolgt,
setzt hier Grenzen.
[0043] In der Ausführungsform gemäß den Fig. 8 bis 10 weist der Verstellmechanismus für
die Beinauflage 7 weiter ein Sperrelement 75 auf. Die Beinauflage 7 ist mittels der
zwei Führungsschienenpaaren 70, 71 relativ zu der Sitzfläche 30 verschieblich gelagert,
wobei eine Zwangskraft auf Beinauflage 7 aufgebracht wird, welche die Beinauflage
7 in die ausgefahrene Gebrauchsposition zwingt. Das Sperrelement 75 hält die Beinauflage
7 entgegen der Zwangskraft in der Verstauposition. Durch Lösen des Sperrelements 75
wird die Beinauflage halbautomatisch ausgefahren. Die Beinauflage 7 ist in dem in
Fig. 8 bis 10 dargestellten Ausführungsbeispiel ohne Polster gestaltet, sodass ein
besonders platzsparendes Verstauen möglich ist.
[0044] In allen dargestelltem Ausgestaltungen erfolgt eine Verstellbewegung zwischen der
Arbeitsstellung und der Liegestellung manuell. Ein Nutzer kann sich zu diesem Zweck
beispielsweise an den Armstützen abstützen und durch ein Zurücklehnen eine Verschwenkbewegung
in die Liegestellung einleiten. In anderen Ausgestaltungen umfasst die der Schwenkmechanik
einen Antrieb oder mehrere Antriebe. Die Antriebe sind dabei entsprechend der Schwenkmechanik
geeignet wählbar.
[0045] In einer Ausgestaltung ist eine Zeitschaltuhr mit einer Aufweckfunktion vorgesehen,
wobei nach Ablauf einer definierten Zeitspanne ein Nutzer geweckt wird. In einer Ausführungsform
ist zu diesem Zweck vorgesehen, dass bei Ablauf der Zeitspanne eine Zwangskraft aufgebracht
wird, mittels welcher eine Rückstellung der Sitzstruktur 3 aus der Liegestellung in
die Arbeitsstellung erfolgt. Die Zwangskraft ist in einer Weiterbildung durch einen
Antrieb, in einer anderen Ausgestaltung mittels einer Feder, welche nach Ablauf der
Zeitspanne gelöst wird, aufgebracht.
[0046] Die für die Realisierung der einzelnen Schwenkmechaniken 4, 104, 204 benötigten Materialien,
wie Edelstahl, Aluminium und entsprechend robuster Kunststoff stehen auf dem Gebiete
der Herstellung von Sitzvorrichtungen dem Fachmann ausreichend zur Verfügung, in Kenntnis
der Erfindung ist es für ihn kein Problem, diese entsprechend auszuwählen und zu dimensionieren.
1. Schreibtisch-Sitzvorrichtung umfassend ein Grundgestell (2) mit einem Fußkreuz (20)
und eine Sitzstruktur (3) mit einer Sitzfläche (30) und einer Rückenlehne (31), wobei
eine Schwenkmechanik (4, 104, 204) vorgesehen ist, mittels der die Sitzstruktur (3)
an dem Grundgestell (2) um eine horizontale Schwenkachse (I) zwischen einer Arbeits-
und einer Liegestellung verschwenkbar gelagert ist, und wobei die Schwenkachse (I)
bezüglich des Grundgestells (2) ortsfest oberhalb der Sitzfläche (30) zumindest annähernd
im Bereich eines Schwerpunkts der Sitzstruktur (3) samt einer bestimmungsgemäß die
Sitzstruktur (3) nutzenden Person angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Fußkreuz (20) Rollen (21) vorgesehen sind, mittels welchen die Schreibtisch-Sitzvorrichtung
verfahrbar ist, und dass die Sitzstruktur (3) eine zwischen einer Gebrauchsposition
und einer Verstauposition verstellbare Beinauflage (7, 307) umfasst.
2. Schreibtisch-Sitzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sitzstruktur (3) einen Sitzstrukturträger (33) umfasst, wobei die Sitzfläche
(30) und/oder die Rückenlehne (31) relativ zu der Schwenkachse (I) verstellbar und
in mindestens zwei unterschiedlichen Positionen fixierbar an dem Sitzstrukturträger
(33) gelagert ist.
3. Schreibtisch-Sitzvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sitzfläche (30) und die Rückenlehne (31) für eine Übertragung einer Verstellbewegung
der Rückenlehne (31) auf die Sitzfläche (30) starr verbunden sind.
4. Schreibtisch-Sitzvorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkmechanik (4) zwei dem Grundgestell (2) zugeordnete, seitlich der Sitzstruktur
(3) angeordnete Stützelemente (40) und zwei der Sitzstruktur (3) zugeordnete, an den
Stützelementen (40) schwenkbar gelagerte Schwingen (44) umfasst.
5. Schreibtisch-Sitzvorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkmechanik (104) mindestens zwei konzentrisch angeordnete Bogenführungen
(140) umfasst.
6. Schreibtisch-Sitzvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Bogenführungen (140) der Sitzstruktur (3) zugeordnet sind und in einer dem
Grundgestell (2) zugeordneten Gegenführung (141) verschieblich gelagert sind.
7. Schreibtisch-Sitzvorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verlauf der Biegelinie der zwei Bogenführungen (140) für eine Verschwenkbewegung
optimiert ist.
8. Schreibtisch-Sitzvorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkmechanik (204) zwei Gelenkeinrichtungen (8) umfasst, von denen jede mindestens
einen Oberarm (80) und einen um eine Armachse (82) drehbar an den Oberarm angelenkten
Unterarm (81) aufweist, wobei der Oberarm (80) um eine Basisachse (83) drehbar an
dem Grundgestell (2) angelenkt ist, der Unterarm (81) um eine Endachse (84) drehbar
an der Sitzstruktur angelenkt ist, die Basisachse (83), die Armachse (82) und die
Endachse (84) jeder Gelenkeinrichtung (8) einander in jeweils einem Zentralpunkt (85)
schneiden und die Verbindungslinie der zwei Zentralpunkte (85) die Schwenkachse (I)
definiert.
9. Schreibtisch-Sitzvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Gelenkeinrichtungen (8) symmetrisch bezüglich der Symmetrieebene (II)
zwischen den beiden Zentralpunkten (85) aufgebaut sind.
10. Schreibtisch-Sitzvorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Endachsen (85) in einer gemeinsamen Normalebene zur Schwenkachse (I) verlaufen.
11. Schreibtisch-Sitzvorrichtung nach Anspruch 7, 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Basisachsen (83) in einer gemeinsamen Ebene liegen.
12. Schreibtisch-Sitzvorrichtung nach einem der vorangegangen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beinauflage (7, 307) verschwenkbar an der Sitzstruktur (3) angelenkt ist.
13. Schreibtisch-Sitzvorrichtung nach einem der vorangegangen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beinauflage (7, 307) in einem Schubfach verschieb- und abklappbar gelagert ist.
1. A desk chair device comprising a base frame (2) with a pedestal (20) and a chair structure
(3) with a seat (30) and a backrest (31), a pivot mechanism (4, 104, 204) being provided,
by means of which the chair structure (3) is mounted on the base frame (2) in order
to be pivotable about a horizontal pivot axis (I) between a work position and a reclining
position, and the pivot axis (I) being arranged with respect to the base frame (2)
in a fixed position above the seat (30) at least approximately in the region of a
center of gravity of the chair structure (3) together with a person using the chair
structure (3) as intended, characterized in that the pedestal (20) is provided with casters (21) by means of which the desk chair
device can be moved around, and in that the chair structure (3) comprises a legrest (7, 307) which can be displaced between
a use position and a stowed position.
2. The desk chair device according to claim 1, characterized in that the chair structure (3) comprises a chair structure support (33), wherein the seat
(30) and/or the backrest (31) is/are mounted such that it/they can be adjusted relative
to the pivot axis (I) and attached to the chair structure support (33) in at least
two different positions.
3. The desk chair device according to claim 1 or 2, characterized in that the seat (30) and the backrest (31) are rigidly connected in order to transfer a
displacement movement of the backrest (31) to the seat (30).
4. The desk chair device according to claim 1, 2 or 3, characterized in that the pivot mechanism (4) comprises two support elements (40) which are assigned to
the base frame (2) and are arranged at the side of the chair structure (3), and two
cranks (44) which are assigned to the chair structure (3) and are mounted on the support
elements (40) such that they can be made to pivot.
5. The desk chair device according to claim 1, 2 or 3, characterized in that the pivot mechanism (104) comprises at least two curved guides (140) which are arranged
concentrically.
6. The desk chair device according to claim 5, characterized in that the two curved guides (140) are assigned to the chair structure (3) and are mounted
displaceably in a counterstay (141) assigned to the base frame (2).
7. The desk chair device according to claim 5 or 6, characterized in that a profile of the bending line of the two curved guides (140) is optimized for a pivoting
movement.
8. The desk chair device according to claim 1, 2 or 3, characterized in that the pivot mechanism (204) comprises two articulation devices (8), each of which has
at least one upper arm (80) and one lower arm (81) which is articulated to the upper
arm such that it can be made to rotate about an arm axis (82), wherein the upper arm
(80) is articulated to the base frame (2) such that it can be made to rotate about
a base axis (83), the lower arm (81) is articulated to the chair structure such that
it can be made to rotate about an end axis (84), the base axis (83), the arm axis
(82) and the end axis (84) of each articulation device (8) intersect with each other
in each case at a central point (85) and the line connecting the two central points
(85) defines the pivot axis (I).
9. The desk chair device according to claim 8, characterized in that the two articulation devices (8) are constructed symmetrically with respect to the
plane of symmetry (II) between the two central points (85).
10. The desk chair device according to claim 8 or 9, characterized in that the end axes (85) run in a common normal plane in relation to the pivot axis (I).
11. The desk chair device according to claim 7, 8 or 9, characterized in that the base axes (83) lie in a common plane.
12. The desk chair device according to any one of the preceding claims, characterized in that the legrest (7, 307) is articulated to the chair structure (3) such that it can be
made to pivot.
13. The desk chair device according to any one of the preceding claims, characterized in that the legrest (7, 307) is mounted such that it can be pushed and folded into a drawer.
1. Dispositif de siège à table d'écriture, comprenant un châssis (2) avec un pied à branches
(20) et une structure de siège (3) avec une surface de siège (30) et un dossier (31),
un mécanisme de pivotement (4, 104, 204) étant prévu, au moyen duquel la structure
de siège (3) est supportée de manière à pouvoir pivoter sur le châssis (2) autour
d'un axe de pivotement horizontal (I) entre une position de travail et une position
couchée, et l'axe de pivotement (I) étant disposé fixement par rapport au châssis
(2) au-dessus de la surface de siège (30), avec une personne utilisant la structure
de siège (3) de manière conforme, au moins approximativement dans la région d'un centre
de gravité de la structure de siège (3), caractérisé en ce que des roulettes (21) sont prévues sur le pied à branches (20), au moyen desquelles
le dispositif de siège à table d'écriture peut être déplacé, et en ce que la structure de siège (3) comprend un appui pour les jambes (7, 307) pouvant être
déplacé entre une position d'utilisation et une position de rangement.
2. Dispositif de siège à table d'écriture selon la revendication 1, caractérisé en ce que la structure de siège (3) comprend un support de structure de siège (33), la surface
de siège (30) et/ou le dossier (31) pouvant être réglés par rapport à l'axe de pivotement
(I) et étant supportés sur le support de structure de siège (33) de manière à pouvoir
être fixés dans au moins deux positions différentes.
3. Dispositif de siège à table d'écriture selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la surface de siège (30) et le dossier (31) sont connectés rigidement en vue d'un
transfert d'un mouvement de réglage du dossier (31) à la surface de siège (30).
4. Dispositif de siège à table d'écriture selon la revendication 1, 2 ou 3, caractérisé en ce que le mécanisme de pivotement (4) comprend deux éléments de support (40) associés au
châssis (2), disposés latéralement par rapport à la structure de siège (3) et deux
bras oscillants (44) supportés de manière pivotante sur les éléments de support (40)
et associés à la structure de siège (3).
5. Dispositif de siège à table d'écriture selon la revendication 1, 2 ou 3, caractérisé en ce que le mécanisme de pivotement (104) comprend au moins deux guides courbes (140) disposés
concentriquement.
6. Dispositif de siège à table d'écriture selon la revendication 5, caractérisé en ce que les deux guides courbes (140) sont associés à la structure de siège (3) et sont supportés
de manière déplaçable dans un guide conjugué (141) associé au châssis (2).
7. Dispositif de siège à table d'écriture selon la revendication 5 ou 6, caractérisé en ce qu'une allure de la ligne de courbure des deux guides courbes (140) est optimisée en
vue d'un mouvement de pivotement.
8. Dispositif de siège à table d'écriture selon la revendication 1, 2 ou 3, caractérisé en ce que le mécanisme de pivotement (204) comprend deux dispositifs d'articulation (8), chacun
présentant au moins un bras supérieur (80) et un bras inférieur (81) articulé au bras
supérieur de manière à pouvoir tourner autour d'un axe de bras (82), le bras supérieur
(80) étant articulé au châssis (2) de manière à pouvoir tourner autour d'un axe de
base (83), le bras inférieur (81) étant articulé à la structure de siège de manière
à pouvoir tourner autour d'un axe d'extrémité (84), l'axe de base (83), l'axe de bras
(82) et l'axe d'extrémité (84) de chaque dispositif d'articulation (8) se coupant
au niveau d'un point central respectif (85) et la ligne de connexion des deux points
centraux (85) définissant l'axe de pivotement (I).
9. Dispositif de siège à table d'écriture selon la revendication 8, caractérisé en ce que les deux dispositifs d'articulation (8) sont construits de manière symétrique par
rapport au plan de symétrie (II) entre les deux points centraux (85).
10. Dispositif de siège à table d'écriture selon la revendication 8 ou 9, caractérisé en ce que les axes d'extrémité (85) s'étendent dans un plan commun perpendiculaire à l'axe
de pivotement (I).
11. Dispositif de siège à table d'écriture selon la revendication 7, 8 ou 9, caractérisé en ce que les axes de base (83) se situent dans un plan commun.
12. Dispositif de siège à table d'écriture selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'appui pour les jambes (7, 307) est articulé à la structure de siège (3) de manière
pivotante.
13. Dispositif de siège à table d'écriture selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'appui pour les jambes (7, 307) est supporté de manière déplaçable et rabattable
dans un tiroir.