[0001] Die vorliegend zu Grunde liegende Erfindung betrifft insbesondere eine Benetzungsanlage
für Brandschutzsysteme sowie ein Verfahren zur Brandbekämpfung.
[0002] Brandschutzsysteme und -einrichtungen und entsprechende Verfahren sind bekannt sowohl
für Gebäude, siehe
EP 1 293 230 A1, als auch für Verkehrsmittel, wie beispielsweise Flugzeuge. Im Unterschied zu Gebäuden,
ist die Bereitstellung eines effektiven Brandschutzes insbesondere in Flugzeugen dahingehend
erschwert, dass auf Grund der eingeschränkten Raumund Gewichtsverhältnisse Löschmittel,
insbesondere Flüssiglöschmittel nicht in unbeschränktem Maße bereitgestellt bzw. mitgeführt
werden können.
[0003] Insbesondere aus den vorgenannten Gründen ist es besonders bei Flugzeugen wünschenswert,
Brandschutzsysteme vorhalten zu können, welche einerseits hinsichtlich des Gesamtgewichts
optimiert sind, und welche andererseits dennoch einen vergleichsweise effektiven und
effizienten Brandschutz ermöglichen.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher insbesondere, eine Möglichkeit bereitzustellen,
für Flugzeuge ein besonders effektives und effizientes, und gleichzeitig gewichtsoptimiertes
Brandschutzsystem bereitstellen zu können. Insbesondere sollen eine Benetzungsanlage
für entsprechende Brandschutzsysteme bzw. Brandlöschanlagen, eine Brandschutzanlage
sowie ein und Verfahren zur Brandbekämpfung zur Verfügung gestellt werden.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale der Ansprüche 1, 8 und 10 Ausgestaltungen
der Erfindung ergeben sich insbesondere aus den Merkmalen der jeweils abhängigen Ansprüche.
[0006] Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere eine Benetzungsanlage bzw. Benetzungseinheit
für Brandschutzanlagen oder Brandschutzsysteme, welche ausgebildet und eingerichtet
ist zur Benetzung eines vorgegebenen, beschränkten bzw. geschlossenen, insbesondere
durch zumindest einen Raum definierten, Löschvolumens mit einem Flüssiglöschmittel,
insbesondere einer Löschflüssigkeit, bevorzugt Löschwasser bzw. mit organischen und/oder
anorganischen Salzen versetztes Löschwasser oder -mittel, wobei die Benetzungsanlage
derart ausgelegt und eingerichtet ist, dass in einer reinen Flüssig-Gas-Löschmaßnahme,
insbesondere einer reinen Wasser-Gas-Löschphase, in einem definierten Betriebsbereich,
die Konzentration des Löschgases im beschränkten bzw. geschlossenen Löschvolumen unterhalb
der Löschkonzentration verbleibt. Insbesondere soll die Benetzungsanlage derart dimensioniert
bzw. skaliert sein, dass bei reiner Flüssig-Gas-Löschung im Betriebsbereich, die Konzentration
des Löschgases in dem korrelierten Löschvolumen unterhalb der Löschkonzentration verbleibt.
Vom Betriebsbereich sollen insbesondere Randbedingungen und Parameter, insbesondere
Umgebungsparameter wie beispielsweise Luftdruck, Temperatur usw., umfasst werden,
unter welchen die Benetzungsanlage im Benutzungsfall betrieben wird.
[0007] Mit anderen Worten wird bei der Benetzungseinheit erreicht, dass beim Löschbetrieb
der Benetzungseinheit bei reiner Flüssig-Gas-Löschung, d.h. in einer Löschmaßnahme,
in welcher über die Benetzungseinheit ein Löschflüssigkeits-Gas-Gemisch in das Löschvolumen
eingeleitet wird, durch das Löschflüssigkeits-Gas-Gemisch gerade so viel Löschgas
in das Löschvolumen eingetragen wird, dass die Löschkonzentration unterschritten bleibt.
[0008] Für die vorgeschlagene Benetzungsanlage ergibt sich insbesondere diese an das vorgegebene
Löschvolumen, beispielsweise ein Fracht- oder sonstiger Raum in einem Flugzeug, so
angepasst ist, insbesondere mit diesem derart korreliert ist, dass der erfindungsgemäße
Betrieb möglich ist, bei welchem bei reiner Löschflüssigkeit-Gas-Gemisch basierter
Löschung die Löschkonzentration unterschritten bleibt.
[0009] Die Einleitung von Löschgas in das Löschvolumen zum Zwecke der Erreichung der Löschkonzentration
kann durch gesonderte Löscheinheiten erfolgen, die beispielsweise so ausgebildet sein
können, dass unabhängig von der Benetzungsanlage bzw. Benetzungseinheit, Löschgas
in das Löschvolumen eingeleitet werden kann.
[0010] Die Kombination aus Benetzungsanlage und Löschvolumen, bzw. dem zumindest einen,
das Löschvolumen definierenden Raum, kann als feuergeschützte bzw. brandgeschützte
Raumeinheit definiert werden, wobei die Benetzungsanlage an das Löschvolumen, d.h.
den zumindest einen Raum, derart angepasst ist, so dass bei einer Löschung mit Flüssig-Gas-Gemisch
in das Löschvolumen hinein, die Konzentration an Löschgas im Löschvolumen unterhalb
der Löschkonzentration verbleibt. Dies soll insbesondere dann gelten, wenn das Löschvolumen,
wie beispielsweise ein Frachtraum oder ein sonstiger Raum, durch einen von Wänden
umschlossenen Raum bzw. ein durch Wände umschlossenes, bzw. eingeschlossenes oder
abgeschlossenes Volumen ausbilden. Die Raumeinheit kann mehrere voneinander getrennte,
durch Wände umschlossene, Räume bzw. Einzel-Räume, oder Volumina aufweisen. In diesem
Fall ist die Benetzungsanlage bevorzugt derart ausgelegt, dass die Bedingung, dass
die Konzentration an Löschgas unterhalb der Löschkonzentration verbleibt für jeden
der Einzel-Räume gilt.
[0011] Wie bereits erwähnt kann das Löschvolumen durch einen oder mehrere, beschränkte,
insbesondere geschlossene, Räume oder durch einen einzigen Raum definiert sein. Bei
dem oder den Räumen kann es sich insbesondere um einen oder mehrere Frachträume in
einem Flugzeug handeln.
[0012] Die Benetzungsanlage bzw. Benetzungseinheit ist dazu ausgebildet und eingerichtet,
das vorgegebene Löschvolumen, z.B. einen oder mehrere mit dem Brandschutzsystem gegen
Brände gesicherte Räume, zumindest teilweise zu benetzen. Mit anderen Worten, die
Benetzungsanlage ist insbesondere dazu ausgebildet, die Löschflüssigkeit in das Löschvolumen
einzuleiten, um das Innere des Löschvolumens und/oder darin befindliche Gegenstände
zumindest teilweise zu benetzen. Durch eine Benetzung mit Löschflüssigkeit kann im
Brandfall eine vergleichsweise rasche, zumindest teilweise Löschung erreicht werden
und/oder es kann die Ausbreitung eines entstandenen Brands zumindest eingedämmt werden,
wobei durch die Löschflüssigkeit eine, insbesondere deutliche, Abkühlung des Löschvolumens
erreicht werden kann.
[0013] Die vorgeschlagene Benetzungsanlage ist insbesondere derart skalierbar ausgelegt,
dass diese in ihrem Gesamtaufbau an unterschiedliche Größen und Eigenschaften des
Löschvolumens, insbesondere des einen oder der mehreren Räume des Löschvolumens, angepasst
werden kann. In einer jeweiligen Umsetzung ist eine Benetzungsanlage in ihrer jeweiligen
Funktion auf das zu löschende Volumen, d.h. ein vorgegebenes Löschvolumen, hin skaliert,
und an das vorgegebene Löschvolumen angepasst.
[0014] Die vorgeschlagene Benetzungsanlage umfasst einen, d.h. zumindest einen, zur Bevorratung
des Flüssiglöschmittels ausgebildeten Flüssiglöschmitteltank. Ferner umfasst die Benetzungsanlage
einen, d.h. zumindest einen, zur bedruckten Bevorratung von Löschgas ausgebildeten
Druckgasspeicher. Der Druckgasspeicher kann beispielsweise eine, d.h. zumindest eine,
Druckgas-Flasche umfassen, in welcher das Löschgas unter Druck gespeichert ist. Bei
dem Löschgas handelt es sich um ein Gas, welches einen Stickeffekt erzeugt, d.h. die
Sauerstoffkonzentration im löschenden Volumen reduziert. Bei dem Löschgas kann es
sich insbesondere um ein Inertgas, wie z.B. Stickstoff, handeln.
[0015] Die Benetzungsanlage umfasst des Weiteren ein Leitungssystem, welches dazu ausgebildet
und eingerichtet ist ein Flüssig-Gas-Gemisch, umfassend zumindest ersten Anteil an
Flüssiglöschmittel und einen zweiten Anteil an Löschgas, in das Löschvolumen über
zumindest eine Austrittsöffnung einzuleiten. Die Austrittsöffnung kann insbesondere
Bestandteil des Leitungssystems angesehen werden.
[0016] Bei der vorgeschlagenen Benetzungsanlage sind der Flüssiglöschmitteltank und der
Druckgasspeicher über das Leitungssystem miteinander verbunden. Die Verbindung des
Druckgasspeichers und des Flüssiglöschmitteltanks kann insbesondere derart sein, dass
der Flüssiglöschmitteltank direkt mit einem Teilbereich, insbesondere einem in sich
abgeschlossenen Teilvolumen, des gesamten Druckgasspeichers, verbunden ist. In diesem
Fall kann der vom Teilvolumen nicht umfasste Volumenbereich des Druckgasspeichers
mit dem Leitungssystem verbunden sein, ohne dass dieser Volumenbereich, insbesondere
direkt, mit dem Flüssiglöschmitteltank verbunden ist.
[0017] Der Flüssiglöschmitteltank und der Druckgasspeicher sind ferner derart ausgebildet,
dass diese einen zur Erzeugung des Flüssig-Gas-Gemisches, insbesondere aus einem ersten
Anteil Flüssiglöschmittel und einem zweiten Anteil Löschgas, eingerichteten und ausgebildeten,
der zumindest einen Austrittsöffnung vorgeschalteten Mischpunkt des Leitungssystems
speisen. Insbesondere kann der Mischpunkt mit dem Druckgasspeicher verbunden sein,
so dass diesem direkt von Druckgasspeicher Löschgas zugeführt werde kann. Ferner kann
der Mischpunkt mit dem Flüssiglöschmitteltank so verbunden sein, dass diesem Flüssiglöschmittel,
druckbeaufschlagt durch dessen Verbindung mit dem Druckgasspeicher, direkt zugeführt
werden kann.
[0018] Der Mischpunkt kann so ausgebildet und ausgelegt sein, dass in diesem vom Druckgasspeicher
zugeführtes Löschgas und vom Flüssiglöschmittelspeicher zugeführtes Flüssiglöschmittel
in einem vorgegebenen Verhältnis gemischt werden. Insbesondere kann der Mischpunkt
so ausgelegt sein, dass im Betrieb der Benetzungsanlage in eine zwischen Mischpunkt
und Austrittsöffnung befindliche Löschleitung des Leitungssystems ein 2-Phasen-Gemisch
aus Löschgas und Flüssiglöschmittel, bevorzugt mit einer vorgegebenen Zusammensetzung,
eingeleitet wird. Mit anderen Worten kann das im Mischpunkt erzeugte Flüssig-Gas-Gemisch
über die Löschleitung, die einen Zweig des Leitungssystem ausbilden kann, der Austrittsöffnung
zugeleitet wird, von wo aus das Gemisch in das Löschvolumen eingeleitet werden kann.
[0019] Entsprechend der Erfindung ist die Benetzungsanlage, insbesondere der Flüssiglöschmitteltank,
der Druckgasspeicher und der Mischpunkt, derart ausgebildet und ausgelegt und ausgebildet,
dass in einer reinen Flüssig-Gas-Löschmaßnahme, insbesondere bei ausschließlichem
Einleiten des Flüssig-Gas-Gemisches, im definierten bzw. vorgegebenen Betriebsbereich
die Konzentration des Löschgases im Löschvolumen unterhalb der Löschkonzentration
verbleibt.
[0020] Unter dem definierten bzw. vorgegebenen Betriebsbereich soll dabei insbesondere ein
Betrieb unter den folgenden Randbedingungen im Löschvolumen verstanden werden: Druck:
0,75 bis 1,10 bar, Temperatur: -40 bis +70°C.
[0021] Bevorzugt handelt es sich bei der Flüssig-Gas-Löschmaßnahme im Betriebsbereich auch
um einen Betrieb, bei welchem dem Löschvolumen kontinuierlich das Flüssig-GasGemisch
zugeführt wird, insbesondere über eine Dauer bis zur vollständigen bzw. nahezu vollständigen
Leerung des Flüssiglöschmitteltanks.
[0022] Mit einer derart ausgelegten Benetzungsanlage kann eine besonders effektive und effiziente
Einleitung des Flüssiglöschmittels und Benetzung des Löschvolumens erreicht werden,
wobei die Gesamtmenge an Löschgas bzw. Inertgas im vergleich zu bekannten Systemen
deutlich reduziert werden kann. Die Verwendung eines geringeren Volumens an Löschgas,
insbesondere derart, dass die Löschgaskonzentration nicht erreicht wird, kann bewirken,
dass die durch (adiabatische) Expansion des Löschgases aus dem Druckgasspeicher erzeugte
Expansionskälte, die mit dem Löschgas in das Leitungssystem eingetragen wird, auf
einem Maß gehalten werden kann so dass das Flüssiglöschmittel, insbesondere Löschwasser,
während der Flüssig-Gas-Löschmaßnahme nicht einfriert. Anders ausgedrückt kann im
Betriebsbereich in einer Flüssig-Gas-Löschmaßnahme, insbesondere bei vollständiger
Leerung des Flüssiglöschmitteltanks in das Löschvolumen bei kontinuierlicher Löschflüssigkeit-Gas-Gemisch
Erzeugung, eine durch Expansionskälte des Löschgases im Flüssig-Gas-Gemisch hervorgerufene
Eisbildung vermieden werden. Durch Expansionskälte verursachte Vereisungen können
dazu führen, dass das Leitungssystem und/oder Auslassöffnungen bzw. Austrittsöffnungen
verstopfen, insbesondere vereisen und/oder zufrieren, so dass die Benetzung unterbrochen
würde. Dies würde insbesondere im Bereich der Luftfahrt einen schwerwiegenden Mangel
darstellen.
[0023] Wird hingegen die Menge an Löschgas, die dem Flüssiglöschmittel im Mischpunkt zugemischt
wird so gewählt, dass die Löschkonzentration im Löschvolumen nicht erreicht wird,
so können wegen der für die Benetzung als solche verwendeten vergleichsweise geringen
Mengen an Löschgas, d.h. bei der Flüssig-Gas-Löschmaßnahme, im Betriebsbereich Vereisungen
sicher vermieden werden.
[0024] Um im Löschvolumen dennoch eine Löschgas-Konzentration zu erreichen, die im Bereich
der Löschkonzentration bzw. oberhalb der Löschkonzentration liegt, kann bei der vorgeschlagenen
Benetzungsanlage vorgesehen sein, dass Löschgas über ein separates Leitungssystem
oder ein separates Leitungssegment und/oder über separate GasAustrittsöffnungen, z.B.
Gasdüsen, in das Löschvolumen eingeleitet wird. Demzufolge kann zusätzlich zu der
reinen Flüssig-Gas-Löschmaßnahme eine dieser überlagerte und/oder nachgeschaltete
reine Gas-Löschmaßnahme vorgesehen sein, durch welche die jeweilige Löschkonzentration
an Löschgas im Löschvolumen eingestellt werden kann.
[0025] In Ausgestaltungen kann vorgesehen sein, dass das das Leitungssystem zumindest ein,
dem Mischpunkt vorgeschaltetes Druck- und/oder Volumenbegrenzungselement umfasst,
durch welches der Druck, bzw. die Druckverteilung, und/oder der Volumenstrom des Löschgases
derart eingestellt ist, dass die Konzentration des Löschgases im Löschvolumen während
der reinen Flüssig-Gas-Löschmaßnahme oder -Phase unterhalb der Löschkonzentration
verbleibt. Das Druck- oder Volumenbegrenzungselement kann entsprechend der Größe des
Löschvolumens gewählt und/oder eingestellt, werden. Insbesondere ist so eine vergleichsweise
einfache Skalierung auf unterschiedliche Löschvolumina möglich.
[0026] In Ausgestaltungen kann vorgesehen sein, dass das zumindest eine Druck- und/oder
Volumenbegrenzungselement, beispielsweise eine Drossel, derart ausgebildet ist, dass
das Flüssig-Gas-Gemisch eine Zusammensetzung aus 50 Gew.% bis 70 Gew.% Flüssiglöschmittel
und 30 Gew.% bis 50 Gew.% Löschgas aufweist, so dass beispielsweise in der Flüssig-Gas-Löschmaßnahme
pro Kubikmeter Löschvolumen 80g bis 300g Löschwasser gemischt mit 60g bis 230g Stickstoff
eingeleitet werden können. In einer beispielhaften Ausgestaltung können hier z.B.
bei sparsamer Löschung 80g Löschwasser zusammen mit 60g Stickstoff pro m
3 eingeleitet werden. Bei moderater Löschung können beispielsweise 170g Löschwasser
zusammen mit 120g Stickstoff pro m
3 eingeleitet werden. Um eine noch gesteigerte Löschwirkung zu erreichen können pro
m
3 beispielsweise 300g Löschwasser zusammen mit 230g Stickstoff eingeleitet werden.
Insbesondere für die genannten Löschmodalitäten wird die Löschkonzentration an Löschgas
im Löschvolumen nicht erreicht, und es hat sich für die genannten Modalitäten gezeigt,
dass im Betriebsbereich eine durch Expansionskälte verursachte Vereisung bzw. Eisbildung
im Leitungssystem vermieden werden kann.
[0027] In Ausgestaltungen kann vorgesehen sein, dass das zumindest eine Druck- und/oder
Volumenbegrenzungselement derart ausgebildet ist, dass der Löschgasdruck im Leitungssystem
im Bereich zwischen 8 bar und 30 bar liegt. Solche Drücke haben sich für die hierin
vorgeschlagenen Löschbedingungen unter reduzierte Stickstoffzufuhr bei der Flüssig-Gas-Löschung
als besonders vorteilhaft erwiesen, insbesondere dahingehend, dass eine vorteilhafte
Gas-Löschflüssigkeits-Durchmischung erreicht wird.
[0028] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass des Weiteren ein mit dem Druckgasspeicher verbundenes,
vom Leitungssystem verschiedenes, weiteres Leitungssystem vorhanden ist. Das weitere
Leitungssystem kann in entsprechenden Ausgestaltungen derart ausgebildet und eingerichtet
sein, dass über Gas-Auslassöffnungen ausschließlich Löschgas in das Löschvolumen eingeleitet
wird bzw. werden kann. Das weitere Leitungssystem kann insbesondere dazu verwendet
werden, um zeitlich parallel, zeitlich überlappend und/oder zeitlich nacheinander
bezüglich der mit dem weiter oben beschriebenen Leitungssystem ausgeführten reinen
Flüssig-Gas-Löschmaßnahme die Konzentration des Löschgases auf die Löschkonzentration
anzuheben, und, zumindest für einen gewissen Zeitraum auf Löschkonzentration zu halten.
Über das weitere Leitungssystem können vergleichsweise größere Mengen an Löschgas
eingeleitet werden.
[0029] Durch die Trennung des weiteren Leitungssystems vom Löschflüssigkeits-basierten Flüssig-Gas-Leitungssystem
kann erreicht werden, dass die bei der reinen Gas-Löschung erzeugte Expansionskälte
nicht ins Leitungssystem der Flüssig-Gas-Löschmaßnahme eingetragen wird. So können
beispielsweise Vereisungen und/oder Eisbildung im Flüssig-Gas-System und damit verbundene
Teil-Systemausfälle vermieden werden.
[0030] In weiteren Ausgestaltungen kann vorgesehen sein, dass der Druckgasspeicher zumindest
zwei Druckgastanks umfasst, wobei das Leitungssystem, insbesondere auch der Flüssiglöschmitteltank,
von einem ersten Druckgastank gespeist sein können, und wobei das weitere Leitungssystem
von einem separaten, mit dem ersten Druckgastank nicht verbundenen, zweiten Druckgastank
gespeist ist. Ein Vorteil der Trennung der beiden Löschmodalitäten, d.h. reine Gas-Löschung
und reine Flüssig-Gas-Löschung, ist, dass die einzelnen Löschmaßnahmen, d.h. Gas-Löschung
und Flüssig-Gas-Löschung, im Wesentlichen unabhängig voneinander eingeleitet und/oder
beendet werden können. Für den Fall dass eines der Teilsysteme ausfällt, ist durch
das andere System weiterhin eine Eindämmung oder Löschung des Feuers möglich. Für
die Gaslöschung gibt es andere optimale Düsen-Positionen als für Wassernebel. Wassernebeldüsen
sollten an der Decke des Löschvolumens in gleichmäßigen Abständen angebracht werden,
um eine gleichmäßige Verteilung des Wassernebels im Volumen zu erreichen. Gas-Auslassöffnungen
hingegen sollten möglichst entfernt von Leckagequellen wie Frachttüren oder Druckausgleichsöffnungen
installiert werden, sodass die Verweildauer des Gases im Löschvolumen möglichst lang
ist. Die Trennung von Wassernebel- und Gas- Auslassöffnungen, wie es mit der hierin
vorgeschlagenen Architektur möglich ist, erlaubt jeweils eine optimierte Positionierung
jeweiliger Auslassöffnungen für Gas und Löschflüssigkeit entsprechend der physikalischen
Wirkungsweise der Löschmittel. Ferner ist zu bemerken, dass für den Fall, dass das
Löschvolumen aus mehreren getrennten Teilvolumina besteht, für unterschiedliche Teilvolumina
unterschiedliche Löschmaßnahmen eingeleitet werden können. Ein weiterer Vorteil der
Umsetzung eines Systems mit den beiden voneinander unabhängig betreibbaren Löschmaßnahmen
ist, dass verbesserte thermodynamische Effekte im Löschvolumen erreicht werden können,
insbesondere kann erreicht werden, dass eine verbesserte Verteilung des Löschgases
im Löschvolumen erzielt wird. Insbesondere ist es möglich, dass Anzahl und Position
bzw. Lage der Austrittsöffnungen und Auslassöffnungen für das Flüssig-Gas-Gemisch
einerseits und das Löschgas andererseits entsprechend der jeweiligen Gegebenheiten
des Löschvolumens gewählt und angepasst werden können. Das Vorsehen der beiden unabhängig
betreibbaren Löschmaßnahmen verbessert durch Redundanz ferner die Systemsicherheit
und -zuverlässigkeit.
[0031] In weiteren Ausgestaltungen der Benetzungsanlage kann vorgesehen sein, dass der Druckgasspeicher
mehrere untereinander verbundene Druckgastanks umfasst, welche gemeinsam das Leitungssystem,
den Flüssiglöschmitteltank und das weitere Leitungssystem speisen. Solche Ausgestaltungen
sind insbesondere dann von Vorteil, wenn eine den jeweiligen Skalierungserfordernissen
entsprechende Aufteilung in unterschiedliche Druckgastanks nicht, oder nur mit Aufwand,
möglich ist. Bei Verwendung eines einheitlichen Druckgasspeichers, insbesondere in
Form untereinander verbundener Druckgastanks, kann durch geeignete Positionierung
und Auslegung von Druck- und/oder Volumenbegrenzungselementen erreicht werden, dass
für die reine Flüssig-Gas-Löschung im Betriebsbereich die weiter oben beschriebene
Bedingung erreicht wird, d.h. dass die Löschkonzentration nicht erreicht wird, bzw.
dass die Konzentration des Löschgases im Löschvolumen unter der Löschkonzentration
verbleibt.
[0032] Bei zumindest teilweise gleichzeitiger Ausführung der reinen Gas-Löschung und der
reinen Flüssig-Gas-Löschung kann die Löschkonzentration auch schon vor Ende der Flüssig-Gas-Löschung
erreicht werden. Jedoch wird die Löschkonzentration, entsprechend der zu Grunde liegenden
Erfindung, nicht durch die reine Flüssig-Gas-Löschung erzeugt.
[0033] In Ausgestaltungen kann vorgesehen sein, dass der Flüssiglöschmitteltank einen diesem
zugeordneten gesonderten Druckgasspeicher zur druckbeaufschlagten Einbringung des
Flüssiglöschmittels in das Leitungssystem umfasst. In diesem Fall kann der Mischpunkt
von einem anderen Druckgastank gespeist werden. Der dem Flüssiglöschmitteltank zugeordnete
Druckgastank kann so ausgelegt sein, dass der Flüssiglöschmitteltank druckbeaufschlagt
vollständig geleert werden kann.
[0034] Die hierin vorgeschlagene Benetzungsanlage kann insbesondere Brandschutzanlagen verwendet
werden. So kann, entsprechend dem Patentanspruch 8 eine Brandschutzanlage, insbesondere
zur Verwendung und Installation in Flugzeugen, eine Brandschutzanlage entsprechend
einer der vorweg beschriebenen Ausgestaltungen umfassen.
[0035] In Ausgestaltungen kann die Brandschutzanlage des Weiteren eine Gaslöschanlage umfassen,
welche dazu ausgebildet sein kann, ausschließlich Löschgas in das Löschvolumen einzuleiten,
derart, dass im Löschvolumen eine zumindest Brandhemmende Löschkonzentration an Löschgas
erreicht wird.
[0036] Wegen Vorteilen und vorteilhaften Wirkungen der Brandschutzanlage wird auf die Ausführungen
zur Benetzungsanlage verwiesen, die hier entsprechend gelten sollen.
[0037] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Brandlöschung bzw. Brandbekämpfung
in einem Löschvolumen in Flugzeugen, unter Verwendung der hierin vorgeschlagenen Benetzungsanlage
bzw. Brandschutzanlage. Als Löschvolumina kommen bei Flugzeugen insbesondere ein oder
mehrere Frachträume in Frage.
[0038] Bei dem Verfahren kann in einer Brandbekämpfungsmaßnahme ein Flüssig-Gas-Gemisch
aus Flüssiglöschmittel, insbesondere Löschwasser bzw. mit organischen und/oder anorganischen
Salzen versetztes Löschwasser oder Flüssiglöschmittel, und Löschgas in das Löschvolumen
eingeleitet werden, wobei die Einleitung des Flüssig-Gas-Gemisches derart eingestellt
ist, dass durch die reine Flüssig-Gas-Löschung im Betriebsbereich die Konzentration
des Löschgases im Löschvolumen unterhalb der Löschkonzentration des Löschgases verbleibt,
d.h. dass die Löschkonzentration durch die reine Flüssig-Gas-Löschmaßnahme nicht erreicht
wird. Auf diese Weise kann eine ausreichende Benetzung des Löschvolumens mit Flüssiglöschmittel
erreicht werden. Darüber hinaus kann erreicht werden, dass im Betriebsbereich eine
Eisbildung bzw. Vereisung von Flüssiglöschmittel, insbesondere Löschwasser, im und/oder
am Leitungssystem der Benetzungsanlage vermieden wird. Wegen Vorteilen und vorteilhaften
Wirkungen des Verfahrens wird auf obige Ausführungen verwiesen.
[0039] Zum Begriff und zur Bedeutung des Begriffs Löschvolumen wird auf die Ausführungen
weiter oben verwiesen. Insbesondere kann das Löschvolumen durch einen oder mehrere,
durch Wände ein- oder umschlossene Räume gebildet sein. Ebenfalls wird bezüglich des
Begriffs "Betriebsbereich" auf die weiter oben angegebene Beschreibung verwiesen,
die hier entsprechend gilt.
[0040] Erfindungsgemäß wird zeitgleich, zeitlich überlappend und/oder zeitlich nach der
Brandbekämpfungsmaßnahme eine weitere Brandbekämpfungsmaßnahme eingeleitet und/oder
aktiviert, in welcher über ein weiteres Leitungssystem ausschließlich Löschgas in
das Löschvolumen eingeleitet wird.
[0041] Die Anwendung der reinen Löschgas-basierten Löschung auch während der Flüssig-Gas-Löschmaßnahme,
widerspricht nicht der obigen Beschreibung der Erfindung. Denn erfindungsgemäß wird
vorgeschlagen, dass die Benetzungsanlage so eingestellt und ausgebildet ist, dass
im Betriebsbereich für die reine Flüssig-Gas-Löschung die Löschkonzentration an Löschgas
nicht erreicht wird. Die so eingestellte Benetzungsanlage wird entsprechend betrieben
wenn zeitgleich oder zeitlich überlappend über das weitere Leitungssystem zusätzlich
Löschgas in das Löschvolumen eingeleitet wird.
[0042] Mithin kann bei dem erfindungsgemäßen Löschverfahren vorgesehen sein, dass über die
Flüssig-Gas-Löschung eine Benetzung des Löschvolumens erfolgt, während über die reine
Gas-basierte Löschung die Konzentration an Löschgas auf die Löschgaskonzentration
erhöht werden kann. Nach Eintrag des gesamten Flüssiglöschmittelvorrats in das Löschvolumen
kann eine rein Löschgas-basierte Löschung fortgesetzt werden, beispielsweise indem
über das weitere Leitungssystem, oder über das weitere Leitungssystem und das für
die Flüssig-Gas-Löschung, insbesondere Wasser-Gas-Löschung, vorgesehene Leitungssystem
Löschgas in das Löschvolumen eingeleitet wird, so dass die Löschkonzentration zu einem
gewissen Zeitpunkt erreicht und nach diesem Zeitpunkt aufrecht erhalten werden kann.
[0043] Ausgestaltungen des Verfahrens ergeben sich insbesondere auch aus dem Ausgestaltungen
der hierin vorgeschlagenen Benetzungsanlage bzw. der hierin vorgeschlagenen Brandschutzanlage.
[0044] Beispielhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden nachfolgend anhand konkreter Ausführungsbeispiele
in Verbindung mit den anliegenden Figuren beschrieben. Es zeigen
- FIG. 1
- einen schematischen Aufbau einer beispielhaften ersten Ausführungsform einer hierin
vorgeschlagenen Brandschutzeinrichtung für Flugzeuge;
- FIG. 2
- einen schematischen Aufbau einer beispielhaften Ausführungsform einer hierin vorgeschlagenen
Benetzungsanlage;
- FIG. 3
- einen schematischen Aufbau einer beispielhaften zweiten Ausführungsform einer hierin
vorgeschlagenen Brandschutzeinrichtung, umfassend die Benetzungsanlage nach FIG. 2;
- FIG. 4
- einen schematischen Aufbau einer beispielhaften dritten Ausführungsform einer hierin
vorgeschlagenen Brandschutzeinrichtung;
- FIG: 5
- einen schematischen Aufbau einer beispielhaften vierten Ausführungsform einer hierin
vorgeschlagenen Brandschutzeinrichtung.
[0045] Sofern sich aus der nachfolgenden Beschreibung nichts Gegenteiliges ergibt sind gleiche
oder funktionsgleiche Elemente in den Figuren mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet.
[0046] FIG. 1 zeigt einen schematischen Aufbau einer beispielhaften Ausführungsform einer
hierin vorgeschlagenen Brandschutzeinrichtung 1 für Flugzeuge, insbesondere für Löschvolumina
oder Räume in Flugzeugen wie beispielsweise Frachträume, Aufenthaltsräume, Kabinen
usw..
[0047] Bei einer Brandschutzeinrichtung im Sinne der vorliegenden Erfindung kann es sich
insbesondere um eine Einrichtung handeln, mit welcher entstehende oder bereits entstandene
Brände oder Feuer unterdrückt bzw. gelöscht werden kann/können, bzw. mit welcher der
Entstehung und/oder Ausbreitung von Bränden und/oder Feuer entgegengewirkt werden
kann.
[0048] Die Brandschutzeinrichtung kann zumindest einen Flüssiglöschmitteltank 2 bzw. Löschwassertank
umfassen, welcher dazu ausgebildet ist, ein flüssiges Löschmittel, d.h. ein Flüssiglöschmittel,
insbesondere Löschwasser, aufzunehmen und vorzuhalten.
[0049] Unter einem Flüssiglöschmittel soll insbesondere verstanden werden ein Medium welches
in flüssiger bzw. flüssig-fließfähiger Form zur Löschung bzw. Unterdrückung von Bränden
geeignet ist. Bei dem Flüssiglöschmittel kann es sich insbesondere um ein flüssiges
Löschmittel der Brandklasse A handeln. Unter Umständen kann das Flüssiglöschmittel
auch ein Medium der Brandklasse B sein oder umfassen. Als Flüssiglöschmittel kommt
in Ausgestaltungen der Erfindung insbesondere Wasser oder Wasser mit Zusätzen in Betracht.
Mögliche Zusätze entsprechender Ausgestaltungen sind insbesondere organische und/oder
anorganische Salze, wie z. B. CaCl
2, CH
3COOK, CHKO
2.
[0050] Die Brandschutzeinrichtung kann ferner mit einer Löschgasquelle 4, 5, insbesondere
einer Inertgasquelle, ausgestattet sein, welche dazu ausgebildet sein kann, ein Löschgas
druckbeaufschlagt bereitzustellen, zu erzeugen oder zu bevorraten. Die Löschgasquelle
4, 5 kann ausgebildet sein, zur Bereitstellung, Erzeugung und/oder bzw. zur bevorrateten
Bereitstellung eines inertisierenden Gases.
[0051] Der Begriff inertisierend soll dabei insbesondere bedeuten, dass das Löschgas zumindest
eine Brand- bzw. Feuerhemmende und/oder - unterdrückende Wirkung aufweist. Bei dem
inertisierenden Gas kann es sich beispielsweise um Stickstoffgas oder auch um sauerstoffarmes
Gasgemisch handeln. Bei dem inertisierenden Gas bzw. Inertgas kann es sich um Stickstoff
oder um ein sonstiges, sauerstoffarmes Gas handeln. Jedenfalls sollte das inertisierende
Gas dazu geeignet sein, den Sauerstoffgehalt in einem brand- und/oder feuergefährdeten
Raum zumindest unter den für Verbrennungsreaktionen erforderlichen Sauerstoffgehalt
abzusenken.
[0052] Die Inertgasquelle kann in Ausgestaltungen insbesondere eine Druckgasquelle, beispielsweise
einen Druckspeicher bzw. Druckgasspeicher, beispielsweise in Form einer oder mehrerer
Druckgasflaschen 4, umfassen. Weiterhin ist es möglich, dass die Inertgasquelle in
Ausgestaltungen eine oder mehrere Einrichtungen zur kontinuierlichen Erzeugung von
inertisierendem Gas umfasst, oder an eine solche Einrichtung angeschlossen ist.
[0053] Die vorgeschlagene Brandschutzeinrichtung 1 kann in Ausgestaltungen des Weiteren
zumindest ein mit einem Ausgang der Inertgasquelle verbundenes erstes Leitungssystem
6 umfassen. Das erste Leitungssystem 6 kann dazu ausgebildet und eingerichtet sein,
das inertisierende Gas der zumindest einen Inertgasquelle (4, 5) über einen ersten
Leitungszweig 9 in zumindest einen Raum 11 des Flugzeugs einzuleiten.
[0054] Zur Einleitung des inertisierenden Gases in den Raum kann das erste Leitungssystem
6 an den im jeweiligen Raum mündenden Leitungsenden Auslassöffnungen 10 umfassen,
die dazu ausgelegt sind, das inertisierende Gas in den jeweiligen Raum 11 einzuleiten.
Durch die Einleitung des Inertgases kann im jeweiligen Raum 11 eine Atmosphäre erzeugt,
eingestellt und/oder aufrecht erhalten werden, die zumindest brand- und/oder feuerhemmend
wirkt.
[0055] Die Begasung des Raums mit inertisierendem Gas, insbesondere in einem extra dazu
ausgelegten Leitungssystem, ist eine, mit dem vorgeschlagenen System umsetzbare und
besonders effektive Möglichkeit zur raschen Bekämpfung bzw. Unterdrückung von Brand-
und/oder Feuersituationen an Bord eines Flugzeugs oder eines anderen Verkehrsmittels.
Es kann, wie bereits weiter oben hingewiesen wurde, erreicht werden, dass die Flüssig-Gas-basierte
Löschung im Wesentlich ohne technische Schwierigkeiten durchgeführt werden kann.
[0056] Neben dem ersten Leitungssystem kann die Brandschutzeinrichtung in Ausgestaltungen
des Weiteren ein zweites Leitungssystem 7 umfassen, an welches der Flüssiglöschmitteltank
2 angeschlossen ist und/oder in welches der Flüssiglöschmitteltank 2 integriert ist.
Das zweite Leitungssystem 7 kann mit dem Ausgang der Inertgasquelle 4, 5 über einen
zweiten Leitungszweig 13 des ersten Leitungssystems 6 gekoppelt oder verbunden sein.
Das zweite Leitungssystem 7 ist dazu ausgebildet, ein 2-Phasen-Gemisch aus Flüssiglöschmittel
und inertisierendem Gas in den zumindest einen Raum bzw. Löschvolumen 11, insbesondere
Frachtraum, einzuleiten.
[0057] Das zweite Leitungssystem 7 ist insbesondere vom ersten Leitungssystem 6 gesondert
oder verschieden ausgebildet, obgleich beide Leitungssysteme 6, 7 miteinander gekoppelt
sind. Die Leitungssysteme 6, 7 können so ausgebildet und miteinander gekoppelt sein
bzw. werden, dass in einer Löschmaßnahme lediglich inertisierendes Gas, lediglich
das 2-Phasen-Gemisch oder gleichzeitig inertisierendes Gas über das erste Leitungssystem
6 und das 2-Phasen-Gemisch über das zweite Leitungssystem 7 in den Löschvolumen 11
eingeleitet werden kann.
[0058] Die Kopplung der Inertgasquelle 4, 5 mit dem zweiten Leitungssystem 7 kann insbesondere
derart ausgestaltet sein, dass ein Flüssig-Gas-Gemisch mit vorgegebenem Mischungsverhältnis
in den Löschvolumen 11 eingeleitet werden kann. Insbesondere kann das Mischungsverhältnis
derart eingestellt sein, dass bei alleiniger Löschung mit dem Flüssig-Gas-Gemisch
im Betriebsbereich die Löschkonzentration des Löschgases im Löschvolumen 11 nicht
erreicht wird. Beispielsweise kann ein Mischpunkt, eine Mischkammer bzw. eine 2-Phasen-Mischeinheit
so eingestellt oder ausgebildet sein, dass sich in der der 2-Phasen-Mischeinheit nachgeschalteten
Löschmittelleitung eine turbulente 2-Phasenströmung ausbildet, die gerade so viel
Löschgas enthält, dass die Löschkonzentration im Betriebsbereich nicht erreicht wird,
und dennoch eine zufriedenstellende Verteilung der Löschflüssigkeit bzw. des Löschwassers
im Löschvolumen 11 erreicht werden kann.
[0059] Ein Mischpunkt 17, eine Mischkammer bzw. Mischeinheit zur Erzeugung des 2-Phasen-Gemisches
kann bei der vorgeschlagenen Brandschutzeinrichtung 1 in einem Leitungssegment zwischen
Flüssiglöschmitteltank 2 und Auslassöffnungen 18 angeordnet sein, wobei der Mischpunkt
bevorzugt in Nähe, weiter bevorzugt in unmittelbarer Nähe, des Flüssiglöschmitteltank
2 angeordnet sein kann.
[0060] Insgesamt ist das zweite Leitungssystem 7, insbesondere die Verbindung bzw. Kopplung
zwischen Inertgassystem und Flüssiglöschmittel derart eingestellt und ausgebildet,
dass sich in dem, dem Mischpunkt 17, der Mischkammer bzw. der Mischeinheit nachgeschalteten
Leitungsabschnitt eine 2-Phasen-Strömung ausbildet.
[0061] Wie bereits erwähnt kann die Durchmischung von Löschgas und Flüssiglöschmittel bzw.
Löschwasser im Mischpunkt derart erfolgen, dass in dem dem Mischpunkt nachgeschalteten
Leitungsabschnitt des zweiten Leitungssystems 7 eine 2-Phasen-Strömung, d.h. eine
Strömung aus Löschmitteltröpfchen, vorliegt. Dies kann dadurch erreicht werden, dass
im Vergleich zu bekannten Systemen die Menge an Löschgas derart reduziert ist, dass
die oben genannte Bedingung erreicht wird, d.h. dass die Löschkonzentration nicht
erreicht wird. Mit einer verringerten Menge an Löschgas kann insbesondere die in das
zweite Leitungssystem 7 eingetragene Expansionskälte, die bei Expansion des Löschgases
aus dem Druckgasspeicher entsteht, verringert werden, so dass beim Löschwasser Eisbildung
und Vereisung im Betriebsbereich vermieden werden können.
[0062] Durch die nebeneinander bestehenden Möglichkeiten der druckbeaufschlagten Einleitung
des Inertgases und der Einleitung des 2-Phasen-Gemisches in den Raum kann eine besonders
effiziente, mit vergleichsweise geringem Löschmitteleinsatz durchführbare Feuer- und/oder
Brandbekämpfung erreicht werden.
[0063] Insbesondere durch die Erzeugung einer 2-Phasen-Strömung und die Zufuhr der 2-Phasen-Strömung
über die Auslassöffnungen in den oder die jeweils betroffenen Räume kann eine vergleichsweise
gute und feine Verteilung, Zerstäubung und Vernebelung des Flüssiglöschmittels erreicht
werden, so dass Brand- und/oder Feuerherde vergleichsweise effektiv und effizient
unterdrückt bzw. bekämpft werden können.
[0064] Zur Einstellung eines geeigneten Gemisches aus Flüssiglöschmittel und Löschgas kann
die Brandschutzeinrichtung 1 in Ausgestaltungen eine entsprechende Steuerung und/oder
Regelung umfassen, welche dazu ausgelegt ist, ein geeignetes Mischungsverhältnis einzustellen
derart, dass sich dem Mischpunkt nachgeschaltet eine 2-Phasen-Strömung im zweiten
Leitungssystem einstellt. Insbesondere können zur Einstellung eines geeigneten Mischungsverhältnisses
speziell ausgebildete Drosseln zur Einstellung des Flüssig-Gas-Gemisches vorhanden
sein.
[0065] Die vorgeschlagene Brandschutzeinrichtung 1 kann mit vergleichsweise geringen Drücken
im Bereich zwischen 8 und 30 bar im Leitungssystem betrieben werden. Insbesondere
bei solchen Drücken kann erreicht werden, dass sich im zweiten Leitungssystem 7 eine
2-Phasen-Strömung aus dem Flüssiglöschmittel ausbildet. Abgesehen davon kann bei Leitungssystemen
und weiteren Komponenten der Brandschutzeinrichtung 1 gegenüber Systemen, die mit
wesentlich höheren Drücken (insbesondere 100 bar und mehr) arbeiten, Gewicht eingespart
werden. Ferner sei erwähnt, dass die geringeren Drücke einen geringeren Aufwand im
Hinblick auf Berstsicherheit und dergleichen erfordern.
[0066] Insgesamt wird ersichtlich, dass die vorweg beschriebene Brandschutzeinrichtung 1
die Möglichkeit für eine gewichts- und raum-optimierte Brandbekämpfung bietet, welche
insbesondere für den Einsatz an Bord von Flugzeugen und anderen Transportmitteln geeignet
ist.
[0067] In Ausgestaltungen kann der zweite Leitungszweig 13 einerseits dazu ausgebildet und
eingerichtet sein, im Einsatzfalle den Flüssiglöschmitteltank mit Druck zu beaufschlagen.
Hierzu kann eine erste Zweigleitung 14 des zweiten Leitungszweigs 13 über eine Gasdrossel
15, beispielsweise eine Blende, mit dem inneren Volumen des Flüssiglöschmitteltanks
2 verbunden sein. Die Druckbeaufschlagung und der Anschluss des zweiten Leitungszweigs
13 an den Flüssiglöschmitteltank 2 kann insbesondere derart ausgebildet sein, dass
im Einsatzfalle das Flüssiglöschmittel 3 aus dem Flüssiglöschmitteltank 2 gedrückt
bzw. gepresst werden kann.
[0068] Andererseits kann der zweite Leitungszweig 13 auch dazu ausgebildet und eingerichtet
sein, inertisierendes Gas für die Erzeugung des 2-Phasen-Gemisches bereitzustellen
bzw. einem Mischpunkt 17, einer Mischkammer oder einer Mischeinheit zuzuführen. Hier
kann der zweite Leitungszweig 13, insbesondere eine zweite Zweigleitung 16, über eine
zweite Gasdrossel 15 mit dem Mischpunkt 17 verbunden sein. Der Mischpunkt 17 ist,
wie weiter oben bereits diskutiert, dem Flüssiglöschmitteltank 2 nach- und den Auslassöffnungen
18 vorgeschaltet.
[0069] Über die Gasdrosseln 15 kann insbesondere das Mischungsverhältnis zwischen Flüssiglöschmittel
3 und Löschgas im Mischpunkt eingestellt bzw. beeinflusst werden. Insbesondere kann
über die Gasdrossel 15 der Volumen- bzw. Massestrom an Flüssiglöschmittel 3 zum Mischpunkt
17 eingestellt werden, und es kann der Druck und/oder Volumenstrom des inertisierenden
Gases zum bzw. im Mischpunkt 17 eingestellt werden.
[0070] In Ausgestaltungen kann die Inertgasquelle einen Druckgasbehälter, insbesondere eine
oder mehrere Druckgasflaschen 4, und/oder ein an Bord des Flugzeugs vorhandenes Inertgaserzeugungssystem
umfassen. Das Volumen und/oder die Anzahl der Druckgasbehälter kann/können je nach
Anforderungen und Gegebenheiten der mit Brandschutzmaßnahmen zu versehenden Räume,
wie Raumvolumen und Dauer einer Brandbekämpfungsmaßnahme, Leckage-/Luftaustauschrate
und in Abhängigkeit der Leistungsfähigkeit des Inertgaserzeugungssystems variieren
bzw. entsprechend skaliert sein.
[0071] Bei der vorgeschlagenen Brandschutzeinrichtung 1 kann insbesondere ein zweistufiger
bzw. ein 2-phasiger Brandbekämpfungsablauf durchgeführt werden.
[0072] In einer Löschmaßnahme kann durch Aktivierung bzw. öffnen eines oder mehrerer Gasventile
20 des/der Druckgasbehälter inertisierendes Gas, beispielsweise Stickstoff, über das
erste Leitungssystem 6 in den jeweiligen Löschvolumen 11 oder die jeweiligen Löschvolumen
11 eingeleitet werden, wodurch insbesondere der Sauerstoffgehalt der Luft reduziert
werden kann, beispielsweise auf einen Gehalt von unter 12 %, was oberhalb der Löschkonzentration
liegt. Gleichzeitig kann über das zweite Leitungssystem 7 das Gemisch aus Flüssiglöschmittel
und Löschgas eingeleitet werden, um etwaige Brand- oder Flammherde unter die Entzündungstemperatur
zu kühlen. Die zeitliche Reihenfolge der Löschmaßnahmen kann entsprechend der jeweiligen
Anforderungen gewählt werden. Insbesondere können beide Löschmaßnahmen gleichzeitig
angestoßen werden, und nach Verbrauch des Flüssiglöschmittels 3 kann die Einleitung
von Löschgas in den/die Löschvolumen 11 fortgesetzt werden, um die Konzentration über
der Löschkonzentration zu halten.
[0073] In Varianten kann vorgesehen sein, dass Ausgänge des Druckgasbehälters 4 und des
Inertgaserzeugungssystems 5 in einem Kreuzungspunkt des ersten Leitungssystems 6 miteinander
verbunden sind. So kann das erste Leitungssystem 6 und indirekt auch das zweite Leitungssystem
7, sowohl über den oder die Druckgasbehälter 4 als auch über das Inertgaserzeugungssystem
5 mit Löschgas versorgt bzw. beaufschlagt werden.
[0074] In weiteren Varianten kann vorgesehen sein, dass das Inertgaserzeugungssystem 5 gegenüber
dem ersten Leitungssystem 6 durch ein Rückschlagventil 22 gesichert ist. Konkret kann
vorgesehen sein, dass dem Inertgaserzeugungssystem 5 nachgeschaltet und dem Kreuzungspunkt
vorgeschaltet, das Rückschlagventil 22 vorhanden ist, so dass ein Rückfluss von Löschgas
oder gar Flüssiglöschmittel 3 vom ersten Leitungssystem 6 und/oder zweiten Leitungssystem
7 zum Inertgaserzeugungssystem 5 unterbunden werden kann.
[0075] Bevorzugt ist der Druckgasquelle 4 nachgeschaltet ein zur Druckeinstellung des Löschgases
ausgebildetes Reduzierventil bzw. ein Druckminderer 21 vorhanden. Das Reduzierventil
ist bevorzugt dem Kreuzungspunkt 8, in welchem die Druckgasflasche/n 4 und das Inertgaserzeugungssystem
5 miteinander verbunden sind, vorgeschaltet. Eine entsprechend aufgebaute Brandschutzeinrichtung
1 kann insbesondere die bei Flugzeugen erforderlichen Sicherheitsstandards erfüllen.
[0076] Zur Aktivierung der Inertgasquelle, insbesondere der Druckgasflasche 4 und/oder des
Inertgaserzeugungssystems 5, d.h. zur Aufschaltung der Inertgasquelle auf das erste
und/oder zweite Leitungssystem 6, 7 zur Einspeisung von inertisierendem Gas, können
jeweils Automatikventile vorhanden sein, die im Notfall bzw. Einsatzfall eine vergleichsweise
rasche Aufschaltung der Inertgasquelle an das erste und/oder zweite Leitungssystem
6, 7 ermöglichen. Insbesondere können die Automatikventile derart ausgebildet sein,
dass diese im Notfall automatisch öffnen und/oder fernausgelöst geöffnet werden können.
Bei den Automatikventilen kann es sich insbesondere um pyrotechnische Ventile 20 handeln,
die insbesondere auch über längere Zeitspannen hinweg vergleichsweise zuverlässig
sind.
[0077] In Ausgestaltungen kann zwischen den Gas-Auslassöffnungen 10, die zur Einleitung
des inertisierenden Gases in den/die Räume 11 vorgesehen sind, und der Inertgasquelle
4, 5 zumindest ein erstes Schalt- und Verteilventil 12 vorhanden sein. Das Verteilventil
12 kann so ausgebildet sein, dass im Einsatzfall diejenige oder diejenigen Gas-Auslassöffnungen
10 bzw. diejenige Gruppe von Gas-Auslassöffnungen 10 oder derjenige Leitungsstrang
mit einer oder mehreren Gas-Auslassöffnungen 10 selektiv ausgewählt und beschaltet
werden kann, welche/r mit inertisierendem Gas beaufschlagt werden soll/en.
[0078] In Ausgestaltungen kann vorgesehen sein, dass zwischen der zumindest einen Auslassöffnung
18 und dem Flüssiglöschmitteltank 2 ein zweites Schalt- und Verteilventil 19 vorhanden
ist. Das zweite Schalt- und Verteilventil 19 kann dazu eingerichtet sein, im Einsatzfall
diejenige oder diejenigen Auslassöffnungen 18 bzw. Gruppe von Auslassöffnungenn 18
oder einen Leitungsstrang mit einer oder mehreren Auslassöffnungen 18 selektiv auszuwählen
und zu beschalten, welche mit dem 2-Phasen-Gemisch beaufschlagt werden soll/en.
[0079] Die Beschaltung der Gas-Auslassöffnungen 10 und/oder Auslassöffnungen 18 kann in
Ausgestaltungen derart eingerichtet sein, dass in Abhängigkeit von der Gefahrensituation
im Einsatzfall in einem oder mehreren Bereichen des Flugzeugs unter Aktivierung der
vorgeschlagenen Brandschutzeinrichtung 1 Brandbekämpfungsmaßnahmen, insbesondere automatisiert,
eingeleitet und durchgeführt werden.
[0080] Es zeigt sich insbesondere, dass die vorweg beschriebene Brandschutzeinrichtung 1
und Ausgestaltungen derselben ein effektives und effizientes, und gleichzeitig gewichtsoptimiertes
Brandschutzsystem für Flugzeuge, insbesondere Verkehrsflugzeuge darstellt.
[0081] Mit der vorgeschlagenen Brandschutzeinrichtung 1 kann ein Verfahren zur Brandbekämpfung
in einem oder mehreren Räumen eines Flugzeugs insbesondere entsprechend der nachfolgenden
Beschreibung durchgeführt werden.
[0082] In einer Löschmaßnahme kann über die Auslassöffnungen 18 das 2-Phasen-Gemisch aus
Flüssiglöschmittel 3 und inertisierendem Gas in einen oder mehrere, von Brand und/oder
Feuer betroffene Räume 11 des Flugzeugs eingeleitet werden.
[0083] Gleichzeitig, zeitlich versetzt dazu oder zeitlich anschließend kann in einer weiteren
Löschmaßnahme inertisierendes Gas über das erste Leitungssystem 6 und die GasAuslassöffnungen
10 in den oder die jeweiligen Räume eingeleitet werden.
[0084] Insbesondere bei gleichzeitiger Einleitung des inertisierenden Gases über das erste
Leitungssystem 6 und des 2-Phasen-Gemisches, über das zweite Leitungssystem 7, kann
eine vergleichsweise schnelle Brandbekämpfung und -Unterdrückung erreicht werden.
Durch die Begasung mit inertisierendem Gas, insbesondere Stickstoff und/oder einem
anderen sauerstoffarmen Gas, über das erste Leitungssystem 7 kann der Sauerstoffgehalt
im jeweiligen Raum abgesenkt werden, z.B. auf weniger als 12%, so dass die Löschkonzentration
erreicht wird um den Ablauf von Verbrennungsreaktionen zu unterbinden. Durch die Einleitung
des 2-Phasen-Gemisches kann u.a. eine Absenkung der Temperatur von Flamm- oder Brandherden
unter die Entzündungstemperatur erreicht werden.
[0085] Das Verfahren kann insbesondere derart ausgelegt sein, dass die Flüssig-Gas-Löschmaßnahme
über Zeiträume von einigen Minuten ausgedehnt werden kann. Beschränkend für die Dauer
der Flüssig-Gas-Löschmaßnahme ist insbesondere die Menge an Flüssiglöschmittel 3 und/oder
die Menge an vorgehaltenem Inertgas. Die Gas-Löschmaßnahme kann so ausgelegt sein,
dass die inertisierende Atmosphäre in dem oder den Räumen bis hin zu einigen Stunden
aufrechterhalten werden kann. In der Gas-Löschmaßnahme wird das Inertgas bevorzugt
aus dem Inertgaserzeugungssystem 5 entnommen, während in der Flüssig-Gas-Löschmaßnahme
das Inertgas bevorzugt aus der Druckgasbevorratung 4 entnommen wird.
[0086] Mit dem vorgeschlagenen 2-stufigen bzw. 2-phasigen Verfahren kann ein vergleichsweise
effektiver und effizienter sowie auch schlagkräftiger Brandschutz an Bord von Flugzeugen
erreicht werden.
[0087] In Ausgestaltungen des Verfahrens kann die Aktivierung der Brandschutzeinrichtung
1 durch eine pyrotechnische Aktivierungseinheit, z.B. die pyrotechnischen Ventile
20, erfolgen.
[0088] In Ausgestaltungen des Verfahrens kann weiterhin vorgesehen sein, dass in einer 2-Phasen-Mischeinheit
das Flüssiglöschmittel 3 und das inertisierende Gas derart vermischt werden, dass
sich in einem der 2-Phasen-Mischeinheit nachgeschalteten Leitungsabschnitt des zweiten
Leitungssystems eine 2-Phasen-Strömung aus Löschmitteltröpfchen in einem Volumenstrom
aus inertisierendem Gas ausbildet.
[0089] In Varianten kann vorgesehen sein, dass die 2-Phasen-Strömung derart generiert wird,
dass eine mittlere Tröpfchengröße, d. h. mittlerer Tröpfchendurchmesser am Austrittsort
(Auslassöffnung 18), im Bereich zwischen 10 und 100 µm erzeugt wird.
[0090] In Ausgestaltungen des Verfahrens kann vorgesehen sein, dass an den Auslassöffnungen
18 während der Einleitung des 2-Phasen-Gemisches ein vorgegebener, im Wesentlichen
konstanter Ausgangsdruck herrscht bzw. eingestellt ist. Beispielsweise kann der Druck
im Bereich zwischen 8 und 15 bar oder zwischen 8 und 30 bar liegen. Mit Einstellung
eines konstanten Ausgangsdrucks kann eine besonders vorteilhafte, insbesondere gleichmäßige,
Verteilung der Löschmittel-Tröpfchen in den jeweiligen Räumen 11 erreicht werden.
[0091] Es zeigt sich insbesondere, dass das vorgeschlagene 2-stufige Verfahren in Kombination
mit der hierin ebenfalls vorgeschlagenen Brandschutzeinrichtung 1 eine besonders effektive
und effiziente Möglichkeit der Brandbekämpfung in Flugzeugen bietet.
[0092] Insbesondere bei Verwendung von Wasser als Flüssiglöschmittel kann zur Vermeidung
von Vereisung oder gar dem einfrieren des Flüssiglöschmitteltanks, beispielsweise
bei längeren Bodenstandzeiten, eine (in den Figuren nicht gezeigte) Heizung installiert
sein. Die Heizung ist, sofern vorhanden, bevorzugt derart ausgelegt, dass das Tankvolumen
innerhalb einer vorgegebenen Zeitdauer, beispielsweise im Bereich von 30 Minuten,
aufgetaut werden kann. Möglich wäre auch, dem Flüssiglöschmittel einen Vereisungsschutz
beizumischen. Eine weitere Alternative, ein Einfrieren des Tanks bei längeren BodenStandzeiten
zu vermeiden, ist, den Flüssiglöschmitteltank mit dem Frischwassersystem zu koppeln,
derart dass der Flüssiglöschmitteltank zusammen mit dem Frischwasser vor längeren
Bodenstandzeiten geleert und vor Flugbeginn wieder befüllt werden kann, wodurch ein
Einfrieren zumindest während längerer Bodenstandzeiten vermieden werden kann.
[0093] FIG. 2 zeigt einen schematischen Aufbau einer beispielhaften Ausführungsform einer
hierin vorgeschlagenen Benetzungsanlage. Die Benetzungsanlage 23 umfasst einen Flüssiglöschmitteltank
2 und eine zur druckbeaufschlagten Bereitstellung eines Löschgases, insbesondere Inertgases,
ausgebildete Druckgasflasche 4. Hierbei soll erwähnt werden, dass auch mehrere Flüssiglöschmitteltanks
2 und/oder mehrere Druckgasflaschen 4 vorhanden sein können, die insbesondere jeweils
untereinander verbunden sein können.
[0094] Die Druckgasflasche 4 ist über eine erste Löschgasleitung 24 und eine zwischengeschaltete
Gasdrossel mit dem Flüssiglöschmitteltank 2 verbunden. Auf diese Weise kann das im
Flüssiglöschmitteltank 2 enthaltene Flüssiglöschmittel 3, insbesondere in definierter
Weise, aus dem Flüssiglöschmitteltank 2 gedrückt werden.
[0095] Die Druckgasflasche 4 ist über die erste Löschgasleitung 24 und eine davon abzweigende
zweite Löschgasleitung 25 mit einer Auslassöffnung 18 verbunden. Optional kann in
der ersten Löschgasleitung 24 der Druckgasflasche unmittelbar nachgeschaltet noch
ein Druckregler 26 eingebaut sein. Der Flüssiglöschmitteltank 2 ist über eine Löschmittelleitung
27 mit dem Mischpunkt 17 verbunden.
[0096] In der zweiten Löschgasleitung 25 sind in Strömungsrichtung des Löschgases nacheinander
eine Gasdrossel 15 und ein Mischpunkt 17 vorhanden. Über die beiden Drosseln 15 kann/können
die Menge, bzw. Volumina, an Löschgas und Flüssiglöschmittel, die dem Mischpunkt zugeführt
werden, eingestellt werden.
[0097] Die Benetzungsanlage 23 ist auf ein vorgegebenes Löschvolumen skaliert, und insbesondere
sind die Drosseln 15 und der Mischpunkt 17 derart eingerichtet, dass das Löschgas-zu-Flüssiglöschmittel-Verhältnis
so eingestellt ist, dass bei einem Betrieb der Benetzungsanlage 23 im Betriebsbereich,
d.h. bei Einleitung des 2-Phasen-Gemisches in das Löschvolumen, d.h. in einen oder
mehrere Räume, die Löschkonzentration an Löschgas im Löschvolumen nicht erreicht wird,
d.h. dass die Konzentration an Löschgas unter der Löschkonzentration verbleibt. Hieraus
ergeben sich insbesondere die weiter oben beschriebenen Vorteile.
[0098] FIG. 3 zeigt einen schematischen Aufbau einer beispielhaften zweiten Ausführungsform
einer hierin vorgeschlagenen Brandschutzeinrichtung 1, umfassend die Benetzungsanlage
23 nach FIG. 2. Neben der wie in FIG. 2 beschriebenen Benetzungsanlage 23 umfasst
die Brandschutzeinrichtung 1 des Weiteren eine Gaslöschanlage 28, die funktionell
mit der Benetzungsanlage 23 gekoppelt ist. Wie bereits beschrieben, kann durch die
Benetzungsanlage 23 das 2-Phasen-Gemisch in den/die Räume 11 bzw. das Löschvolumen
eingeleitet werden. Aufgrund der vergleichsweise geringen Menge an Löschgas, die dem
Flüssiglöschmittel zugemischt wird, insbesondere um Vereisungen zumindest zu vermeiden,
wird die Konzentration an Löschgas bei der Flüssig-Gas-Löschung durch die Benetzungsanlage
23 nicht erreicht.. Um die Löschgaskonzentration dennoch zu erreichen, und diese auch
nach der Flüssig-Gas-Löschung aufrecht zu erhalten, ist die Gaslöschanlage 28 vorhanden,
die dazu vorgesehen ist, Löschgas in den/die Räume einzuleiten. Durch die Kombination
und funktionelle Kopplung der Benetzungsanlage 23 mit der Gaslöschanlage 28 kann eine
besonders sichere und zuverlässige Brandbekämpfung erreicht werden.
[0099] Die Gaslöschanlage 28 umfasst im vorliegenden Beispiel eine Druckgasflasche 4, die
über eine dritte Löschgasleitung 29 mit der Gas-Auslassöffnungen 10 verbunden ist.
Optional können zwischen Ausgang der Druckgasflasche 4 und Gas-Auslassöffnungen 10
ein Druckregler 26 und/oder eine Gasdrossel 15 vorhanden sein.
[0100] FIG. 4 zeigt einen schematischen Aufbau einer beispielhaften dritten Ausführungsform
einer hierin vorgeschlagenen Brandschutzeinrichtung 1. Die Brandschutzeinrichtung
der dritten Ausführungsform unterscheidet sich von der der zweiten Ausführungsform
nach FIG. 3, darin, dass das die Benetzungsanlage 23 und die Gaslöschanlage 28 aus
einem, oder optional auch mehreren, Druckgasflaschen 4 gemeinsam gespeist werden.
Dabei ist die dritte Gasleitung 29 mit der ersten Löschgasleitung 24 verbunden bzw.
gekoppelt. Zur Einstellung der dem Mischpunkt 17, der Auslassöffnung 18 und der Gas-Auslassöffnungen
10 zugeführten Mengen bzw. Volumina an Löschgas bzw. Flüssiglöschmittel kann die Benetzungsanlage
1 in den ersten bis dritten Löschgasleitungen 24, 25, 29 diverse Drosseln 15 und/oder
Druckregler 26 umfassen.
[0101] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist der ersten Löschgasleitung 24 ein Druckregler
26 vorgeschaltet, und in der ersten 24 und zweiten Löschgasleitung 25 sind dem Druckregler
26 nachgeschaltet Drosseln 15 vorhanden. Diese Anordnung und Leitungsführung entspricht
der nach FIG. 2 und FIG. 3.
[0102] Bei der Gaslöschanlage 28 kann in der dritten Löschgasleitung 29 zwischen Druckgasflasche
4 bzw. erster Löschgasleitung 24 und der Gas-Auslassöffnungen 10 optional ein Druckregler
26 und/oder eine Gasdrossel 15 vorgesehen sein. Sofern beide Elemente vorhanden sind,
kann die Gasdrossel 15 dem Druckregler 26 in Strömungsrichtung des Löschgases vorgeschaltet
sein.
[0103] FIG: 5 zeigt einen schematischen Aufbau einer beispielhaften vierten Ausführungsform
einer hierin vorgeschlagenen Brandschutzeinrichtung 1. Die Brandschutzeinrichtung
1 nach der vierten Ausführungsform umfasst, wie die zweiten und dritten Ausführungsformen,
eine als Benetzungseinheit 23 arbeitende Untereinheit und eine als Gaslöschanlage
28 arbeitende Untereinheit. Die beiden Untereinheiten entsprechen in ihrer generellen
Funktion den zweiten und dritten Ausführungsformen. In der vorliegenden Ausführungsform
sind die beiden Untereinheiten im Bereich der gasführenden Leitungen miteinander gekoppelt,
was nachfolgend noch genauer beschrieben wird.
[0104] Die als Benetzungseinheit 23 arbeitende Untereinheit umfasst einen Druckgastank 4,
der über einen optionalen Druckregler 26 und über eine Gasdrossel 15 mit dem Flüssiglöschmitteltank
2 über die erste Löschgasleitung 24 verbunden ist. Anstelle eines einzelnen Druckgastanks
4 können auch mehrere miteinander verbundene Druckgastanks 4 bei der Benetzungseinheit
23 vorhanden sein. Der Flüssiglöschmitteltank 2 ist über die Löschmittelleitung 27
mit dem Mischpunkt 17 verbunden, so dass bei Bedruckung des Flüssiglöschmitteltank
2 mit Löschgas aus dem Druckgastank 4 der Benetzungseinheit 23 dem Mischpunkt 17 das
Flüssiglöschmittel 3 zugeführt werden kann.
[0105] Die als Gaslöschanlage 28 arbeitende Untereinheit umfasst einen Druckgastank 4 zur
druckbeaufschlagten Bevorratung und Bereitstellung von Löschgas. An Stelle des einen
Druckgastanks können auch mehrere miteinander verbundene Druckgastanks vorhanden sein.
Dem Druckgastank 4 ist ein Druckregler 26 nachgeschaltet, von welchem aus einerseits
die Gas-Auslassöffnungen 10 über eine optionale Gasdrossel 15 gespeist ist, und andererseits
über eine Gasdrossel 15 der Mischpunkt 17 gespeist ist. Das bedeutet, dass der der
Gaslöschanlage 28 zugeordnete Druckgastank 4 durch verschiedene Leitungszweige sowohl
mit der Gas-Auslassöffnungen 10 als auch mit dem Mischpunkt 17 verbunden ist, und
diese im Betrieb mit Löschgas speist.
[0106] Die Gasdrosseln 15 und, sofern vorhanden Druckregler 26, sind so ausgebildet und
eingerichtet, dass die weiter oben beschriebenen erfindungsgemäßen Wirkungen erreicht
werden, d.h. dass die Flüssiglöschmittel-Löschgas-basierte Löschung als solche unter
Betriebsbereich nicht dazu führt, dass die Löschkonzentration für das Löschgas erreicht
wird.
[0107] Bei der Ausgestaltung nach FIG. 5 werden die Gas-Auslassöffnungen 10 und der Mischpunkt
17 gleichzeitig mit Löschgas gespeist. Demzufolge erfolgt bei Aktivierung der Brandschutzanlage
1, insbesondere bereits bei Aktivierung der als Benetzungsanlage 23 arbeitenden Untereinheit,
eine Beaufschlagung des Löschvolumens, d.h. des Raums 11, mit Löschgas aus der Gas-Auslassöffnungen
10 und dem 2-Phasen-Gemisch aus der Auslassöffnungen 18.
[0108] Insbesondere aus obiger Beschreibung wird deutlich, dass die hierin vorgeschlagene
Benetzungsanlage 23 und eine damit ausgestattete Brandschutzeinrichtung 1, sowie auch
das vorgeschlagene Verfahren zur Brandbekämpfung die der Erfindung zu Grunde liegende
Aufgabe lösen.
Bezugszeichenliste
[0109]
- 1
- Brandschutzeinrichtung
- 2
- Flüssiglöschmitteltank
- 3
- Flüssiglöschmittel
- 4
- Druckgasflasche
- 5
- Einrichtung zur Inertgaserzeugung
- 6
- erstes Leitungssystem
- 7
- zweites Leitungssystem
- 8
- Ausgang
- 9
- erster Leitungszweig
- 10
- Gas-Auslassöffnung
- 11
- Löschvolumen
- 12
- erstes Verteilventil
- 13
- zweiter Leitungszweig
- 14
- erste Zweigleitung
- 15
- Gasdrossel
- 16
- zweite Zweigleitung
- 17
- Mischpunkt
- 18
- Auslassöffnung
- 19
- zweites Verteilventil
- 20
- pyrotechnisches Ventil
- 21
- Druckminderer
- 22
- Rückschlagventil
- 23
- Benetzungsanlage
- 24
- erste Löschgasleitung
- 25
- zweite Löschgasleitung
- 26
- Druckregler
- 27
- Löschmittelleitung
- 28
- Gaslöschanlage
- 29
- dritte Löschgasleitung
1. Benetzungsanlage (23) für Brandschutzsysteme (1), ausgebildet und eingerichtet zur
Benetzung eines vorgegebenen Löschvolumens (11) mit Flüssiglöschmittel (3), umfassend
- einen zur Bevorratung des Flüssiglöschmittels (3) ausgebildeten Flüssiglöschmitteltank
(2),
- einen zur bedruckten Bevorratung von Löschgas ausgebildeten Druckgasspeicher (4),
- ein Leitungssystem (7; 24, 25) ausgebildet zur Einleitung eines Löschflüssigkeits-Gas-Gemisches
in das Löschvolumen (11) über zumindest eine Austrittsöffnung (18),
wobei
der Flüssiglöschmitteltank (2) und Druckgasspeicher (4)
- über das Leitungssystem (24) miteinander verbunden sind und
- einen zur Erzeugung des Löschflüssigkeit-Gas-Gemisches ausgebildeten und der zumindest
einen Austrittsöffnung (18) vorgeschalteten Mischpunkt (17) des Leitungssystems (7;
24, 25) speisen,
dadurch gekennzeichnet dass, die Benetzungsanlage ein mit dem Druckgasspeicher (4) verbundenes, vom Leitungssystem
(7,24,25) verschiedenes, weiteres Leitungssystem (29) umfasst, welches dazu ausgebildet
und eingerichtet ist über Gas-Auslassöffnungen (10) ausschließlich Löschgas in das
Löschvolumen (11) einzuleiten, und
das Leitungssystem (7; 24, 25) derart ausgebildet und ausgelegt ist, dass in einer
reinen Flüssig-Gas-Löschmaßnahme in einem definierten Betriebsbereich die Konzentration
des Löschgases im Löschvolumen (11) unterhalb der Löschkonzentration verbleibt.
2. Benetzungsanlage (23) nach Anspruch 1, wobei das Leitungssystem (7; 24, 25) zumindest
ein, dem Mischpunkt (17) vorgeschaltetes Druck- und/oder Volumenbegrenzungselement
(15, 26) umfasst, durch welches der Druck und/oder Volumenstrom des Löschgases derart
eingestellt ist, dass die Konzentration des Löschgases im Löschvolumen (11) bei reiner
Flüssig-Gas-Löschung im Betriebsbereich unterhalb der Löschkonzentration verbleibt.
3. Benetzungsanlage (23) nach Anspruch 2, wobei das zumindest eine Druck- und/oder Volumenbegrenzungselement
(15, 26) derart ausgebildet ist, dass das Löschflüssigkeits-Gas-Gemisch eine Zusammensetzung
aus 50 Gew.% bis 70 Gew.% Löschflüssigkeit und 30 Gew.% bis 50 Gew.% Löschgas aufweist.
4. Benetzungsanlage (23) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das zumindest eine Druck-
und/oder Volumenbegrenzungselement (15, 26) derart ausgebildet ist, dass der Löschgasdruck
im Leitungssystem zwischen 8 bar und 30 bar liegt.
5. Benetzungsanlage (23) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Druckgasspeicher
(4) zumindest zwei Druckgastanks (4) umfasst, wobei das Leitungssystem (7, 24, 25)
von einem ersten Druckgastank (4) gespeist ist, und das weitere Leitungssystem (29)
von einem separaten zweiten Druckgastank (4) gespeist ist.
6. Benetzungsanlage (23) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Druckgasspeicher
(4) mehrere untereinander verbundene Druckgastanks (4) umfasst, welche gemeinsam das
Leitungssystem (7, 24,25), den Flüssiglöschmitteltank (2) und das weitere Leitungssystem
speisen (29).
7. Benetzungsanlage (23) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Flüssiglöschmitteltank
(2) einen diesem zugeordneten gesonderten Druckgasspeicher (4) zur druckbeaufschlagten
Einbringung des Flüssiglöschmittels in das Leitungssystem (7, 24, 25) umfasst.
8. Brandschutzanlage (1) umfassend eine Benetzungsanlage (23) nach einem der Ansprüche
1 bis 7.
9. Brandschutzanlage (1) nach Anspruch 8, umfassend des Weiteren eine Gaslöschanlage
(28), welche dazu ausgebildet ist, ausschließlich Löschgas in das Löschvolumen (11)
einzuleiten derart, dass im Löschvolumen (11) eine zumindest brandhemmende Löschkonzentration
an Löschgas erreicht wird.
10. Verfahren zur Brandbekämpfung in einem Löschvolumen (11) in Flugzeugen, unter Verwendung
einer Benetzungsanlage (23) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 oder einer Brandschutzanlage
(1) nach einem der Ansprüche 8 oder 9, wobei in einer Brandbekämpfungsmaßnahme über
ein Leitungssystem (7; 24, 25) ein Flüssig-Gas-Gemisch aus Flüssiglöschmittel und
Löschgas in das Löschvolumen (11) eingeleitet wird, wobei die Einleitung des Flüssig-Gas-Gemisches
derart eingestellt ist, dass durch die reine Flüssig-Gas-Löschung in einem definierten
Betriebsbereich die Konzentration des Löschgases im Löschvolumen (11) unterhalb der
Löschkonzentration des Löschgases verbleibt, wobei in einer weiteren Brandbekämpfungsmaßnahme,
der zeitgleich, zeitlich überlappend und/oder zeitlich nach der Brandbekämpfungsmaßnahme
verlaufen kann, über ein weiteres Leitungssystem (6; 29) ausschließlich Löschgas in
das Löschvolumen (11) eingeleitet wird.
1. Wetting system (23) for fire protection systems (1), designed and equipped for wetting
a predetermined extinguishing volume (11) with liquid extinguishant (3), comprising
- a liquid extinguishant tank (2) designed for storing the liquid extinguishant (3),
- a compressed gas accumulator (4) designed for the pressurized storage of extinguishing
gas,
- a piping system (7; 24, 25) designed for introducing a liquid extinguishant-gas
mixture into the extinguishing volume (11) via at least one discharge opening (18),
wherein
the liquid extinguishant tank (2) and compressed gas accumulator (4)
- are interconnected via the piping system (24) and
- feed a mixing point (17) of the piping system (7; 24, 25) which is designed for
generating the liquid extinguishant-gas mixture and is connected upstream of the at
least one outlet opening (18),
characterized in that the wetting system comprises an additional piping system (29) which is connected
to the compressed gas accumulator (4) and is different from the piping system (7;
24, 25), and which is designed and equipped for exclusively introducing extinguishing
gas into the extinguishing volume (11) via gas outlet openings (10), and
the piping system (7; 24, 25) is designed and laid out in such a way that in a pure
liquid-gas extinguishing measure within a defined operating envelope the concentration
of extinguishing gas in the extinguishing volume (11) remains below the extinguishing
concentration.
2. Wetting system (23) according to Claim 1, wherein the piping system (7; 24, 25) comprises
at least one pressure- and/or volume-limiting element (15, 26) which is, or are, connected
upstream of the mixing point (17) and by means of which the pressure and/or volumetric
flow of the extinguishing gas is, or are, adjusted in such a way that the concentration
of extinguishing gas in the extinguishing volume (11) in the case of a pure liquid-gas
extinguishing within the operating envelope remains below the extinguishing concentration.
3. Wetting system (23) according to Claim 2, wherein the at least one pressure- and/or
volume-limiting element (15, 26) is, or are, designed in such a way that the extinguishing
liquid-gas mixture has a composition consisting of 50 wt% to 70 wt% of extinguishing
liquid and 30 wt% to 50 wt% of extinguishing gas.
4. Wetting system (23) according to one of Claims 1 to 3, wherein the at least one pressure-
and/or volume-limiting element (15, 26) is, or are, designed in such a way that the
extinguishing gas pressure in the piping system lies between 8 bar and 30 bar.
5. Wetting system (23) according to one of Claims 1 to 4, wherein the compressed gas
accumulator (4) comprises at least two compressed gas tanks (4), wherein the piping
system (7, 24, 25) is fed from a first compressed gas tank (4) and the additional
piping system (29) is fed from a separate, second compressed gas tank (4).
6. Wetting system (23) according to one of Claims 1 to 4, wherein the compressed gas
accumulator (4) comprises a plurality of interconnected compressed gas tanks (4) which
together feed the piping system (7, 24, 25), the liquid extinguishant tank (2) and
the additional piping system (29).
7. Wetting system (23) according to one of Claims 1 to 4, wherein the liquid extinguishant
tank (2) comprises a separate compressed gas accumulator (4) associated with this
for the pressurized introduction of the liquid extinguishant into the piping system
(7, 24, 25).
8. Fire protection system (1) comprising a wetting system (23) according to one of Claims
1 to 7.
9. Fire protection system (1) according to Claim 8, furthermore comprising a gas extinguishing
system (28) which is designed for exclusively introducing extinguishing gas into the
extinguishing volume (11) in such a way that an at least fire-retarding extinguishing
concentration of extinguishing gas is achieved in the extinguishing volume (11).
10. Method for firefighting in an extinguishing volume (11) in aircraft, using a wetting
system (23) according to one of Claims 1 to 7 or a fire protection system (1) according
to either of Claims 8 and 9, wherein in one firefighting measure a liquid-gas mixture
consisting of liquid extinguishant and extinguishing gas is introduced via a piping
system (7; 24, 25) into the extinguishing volume (11), wherein the introduction of
the liquid-gas mixture is adjusted in such a way that by means of the pure liquid-gas
extinguishing within a defined operating envelope the concentration of extinguishing
gas in the extinguishing volume (11) remains below the extinguishing concentration
of the extinguishing gas, wherein in a further firefighting measure, which can proceed
at the same time, in a temporally overlapping manner and/or temporally after the fire
fighting measure, extinguishing gas is exclusively introduced via an additional piping
system (6; 29) into the extinguishing volume (11).
1. Installation d'arrosage (23) pour des systèmes de protection contre l'incendie (1),
réalisée et prévue pour arroser un volume d'extinction prédéfini (11) avec un agent
extincteur fluide (3), comprenant
- un réservoir d'agent extincteur fluide (2) réalisé de manière à stocker l'agent
extincteur fluide (3),
- un accumulateur de gaz sous pression (4) réalisé pour stocker du gaz extincteur
sous pression,
- un système de conduites (7 ; 24, 25) réalisé pour introduire un mélange de gaz et
de liquide extincteur dans le volume d'extinction (11) par le biais d'au moins une
ouverture de sortie (18),
le réservoir d'agent extincteur fluide (2) et l'accumulateur de gaz sous pression
(4)
- étant connectés l'un à l'autre par le biais du système de conduites (24) et
- alimentant un point de mélange (17) du système de conduites (7 ; 24, 25) réalisé
pour générer le mélange de gaz et de liquide extincteur et monté en amont de l'au
moins une ouverture de sortie (18),
caractérisée en ce que l'installation d'arrosage comprend un système de conduite supplémentaire (29) connecté
à l'accumulateur de gaz sous pression (4), différent du système de conduites (7, 24,
25), lequel est réalisé et prévu pour introduire par le biais d'ouvertures de sortie
de gaz (10) exclusivement du gaz extincteur dans le volume d'extinction (11), et
le système de conduites (7 ; 24, 25) est réalisé et conçu de telle sorte que dans
une mesure d'extinction de gaz fluide pure, dans une plage de fonctionnement définie,
la concentration du gaz extincteur dans le volume d'extinction (11) reste en dessous
de la concentration d'extinction.
2. Installation d'arrosage (23) selon la revendication 1, dans laquelle le système de
conduites (7 ; 24, 25) comprend au moins un élément de limitation de pression et/ou
de volume (15, 26) monté en amont du point de mélange (17), par le biais duquel la
pression et/ou le débit volumique du gaz extincteur est ajusté(e) de telle sorte que
la concentration du gaz extincteur dans le volume d'extinction (11), pour une extinction
à gaz fluide pure, reste dans la plage de fonctionnement en dessous de la concentration
d'extinction.
3. Installation d'arrosage (23) selon la revendication 2, dans laquelle l'au moins un
élément de limitation de pression et/ou de volume (15, 26) est réalisé de telle sorte
que le mélange de gaz et de liquide extincteur présente une composition constituée
de 50 % en poids à 70 % en poids de liquide extincteur et de 30 % en poids à 50 %
en poids de gaz extincteur.
4. Installation d'arrosage (23) selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, dans
laquelle l'au moins un élément de limitation de pression et/ou de volume (15, 26)
est réalisé de telle sorte que la pression de gaz extincteur dans le système de conduites
soit située entre 8 bar et 30 bar.
5. Installation d'arrosage (23) selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, dans
laquelle l'accumulateur de gaz sous pression (4) comprend au moins deux réservoirs
de gaz sous pression (4), le système de conduites (7, 24, 25) étant alimenté par un
premier réservoir de gaz sous pression (4) et le système de conduite supplémentaire
(29) étant alimenté par un deuxième réservoir de gaz sous pression séparé (4).
6. Installation d'arrosage (23) selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, dans
laquelle l'accumulateur de gaz sous pression (4) comprend plusieurs réservoirs de
gaz sous pression connectés les'uns aux autres (4) qui alimentent ensemble le système
de conduites (7, 24, 25), le réservoir d'agent extincteur fluide (2) et le système
de conduite supplémentaire (29).
7. Installation d'arrosage (23) selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, dans
laquelle le réservoir d'agent extincteur fluide (2) comprend un accumulateur de gaz
sous pression séparé (4) associé à celui-ci pour introduire sous pression l'agent
extincteur fluide dans le système de conduites (7, 24, 25).
8. Installation de protection contre l'incendie (1) comprenant une installation d'arrosage
(23) selon l'une quelconque des revendications 1 à 7.
9. Installation de protection contre l'incendie (1) selon la revendication 8, comprenant
en outre une installation d'extinction à gaz (28) qui est réalisée pour introduire
exclusivement du gaz extincteur dans le volume d'extinction (11) de telle sorte qu'une
concentration d'extinction au moins ignifuge en gaz extincteur soit obtenue dans le
volume d'extinction (11).
10. Procédé pour lutter contre l'incendie dans un volume d'extinction (11) dans des aéronefs,
utilisant une installation d'arrosage (23) selon l'une quelconque des revendications
1 à 7 ou une installation de protection contre l'incendie (1) selon l'une quelconque
des revendications 8 ou 9, dans lequel, dans une mesure de lutte contre l'incendie,
par le biais d'un système de conduites (7 ; 24, 25), un mélange de gaz et de fluide
constitué d'agent extincteur fluide et de gaz extincteur est introduit dans le volume
d'extinction (11), l'introduction du mélange de gaz et de fluide étant ajustée de
telle sorte que par l'extinction à gaz et fluide pur dans une plage de fonctionnement
définie, la concentration en gaz extincteur dans le volume d'extinction (11) reste
en dessous de la concentration d'extinction en gaz extincteur, et dans une mesure
de lutte contre l'incendie supplémentaire qui peut s'effectuer simultanément en plus
et/ou simultanément après la mesure de lutte contre l'incendie, exclusivement du gaz
extincteur étant introduit dans le volume d'extinction (11) par le biais d'un système
de conduite supplémentaire (6 ; 29).