[0001] Die Erfindung bezieht sich auf Schienenfahrzeugwagenkästen für Schienenfahrzeuge,
bei denen zur Klimatisierung Luftkanalelemente vorgesehen sind.
[0002] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schienenfahrzeugwagenkasten anzugeben,
der sich kostengünstig fertigen lässt und eine ausreichende Stabilität aufweist.
[0003] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Schienenfahrzeugwagenkasten mit den
Merkmalen gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Schienenfahrzeugwagenkastens sind in Unteransprüchen angegeben.
[0004] Danach ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass zumindest ein Abschnitt einer Wagenkastenwand
des Schienenfahrzeugwagenkastens durch ein zur Luftführung geeignetes Luftkanalelement
innenwandseitig verstärkt ist.
[0005] Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugwagenkastens ist darin
zu sehen, dass bei diesem das oder die Luftkanalelemente, die zur Belüftung und/oder
Klimatisierung des Schienenfahrzeugs vorgesehen sind, eine Doppelfunktion aufweisen:
Zum einen dienen die Luftkanalelemente zur Führung von Luft, insbesondere klimatisierter
Luft, und üben somit die Funktion als Klimakanal aus. Zum anderen dienen sie - und
dies ist der erfinderische Gedanke - zur Stabilisierung der Wagenkastenwand; um diese
Verstärkungsfunktion zu gewährleisten, sind die Luftkanalelemente erfindungsgemäß
innenwandseitig an der Wagenkastenwand angebracht. Durch die innenwandseitige Verstärkung
der Wagenkastenwand durch die Luftkanalelemente wird wiederum erreicht, dass die Wagenkastenwand
im Bereich des oder der Luftkanalelemente weniger stabil bzw. leichter und mit weniger
Material hergestellt werden kann als dies ohne eine Integration der Luftkanäle der
Fall wäre. Durch die erfindungsgemäß vorgesehene konstruktive Integration der Luftkanalelemente
in die Wagenkastenwand können somit mit anderen Worten Material und Kosten gespart
werden, wobei die Stabilität der Wagenkastenwand dennoch gewährleistet bleibt.
[0006] Bezüglich der Ausgestaltung der Wagenkastenwand und der Integration des Luftkanalelements
wird es als vorteilhaft angesehen, wenn die Wagenkastenwand des Schienenfahrzeugwagenkastens
abschnittsweise einschalig und abschnittsweise doppelschalig ist und das Luftkanalelement
auf der Innenwandseite eines einschaligen Abschnitts der Wagenkastenwand angebracht
ist.
[0007] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Luftkanalelement auf der Innenwandseite des
einschaligen Abschnitts der Wagenkastenwand aufgeklebt ist. Ein Aufkleben des Luftkanalelements
lässt sich sehr einfach durchführen; darüber hinaus wird durch eine Klebeschicht eine
Kondensatbildung im Bereich der Schnittstelle zwischen Luftkanalelement und Wagenkastenwand
zuverlässig unterbunden, wodurch die Gefahr von Korrosion der Wagenkastenwand im Bereich
des Luftkanalelements signifikant reduziert wird.
[0008] Bezüglich der Ausgestaltung der Wagenkastenwand des Schienenfahrzeugwagenkastens
wird es außerdem als vorteilhaft angesehen, wenn zumindest ein Abschnitt der Wagenkastenwand
durch ein Strangpressprofilbauteil gebildet ist und das Luftkanalelement auf der Innenwandseite
des Strangpressprofilbauteils angebracht ist.
[0009] Vorzugsweise ist das Strangpressprofilbauteil abschnittsweise doppelwandig und abschnittsweise
einwandig. Im Falle einer solchen Ausgestaltung ist es besonders vorteilhaft, wenn
das Luftkanalelement auf der Innenwandseite eines einwandigen Wandabschnitts des Strangpressprofilbauteils
angebracht ist. Bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, dass
das Strangpressprofilbauteil zwei zueinander beabstandet angeordnete doppelwandige
Abschnitte aufweist, die jeweils einen außenliegenden Außengurt und einen mit dem
Außengurt über einen oder mehrere Zwischenstege verbundenen Innengurt aufweisen, zwischen
den zwei doppelwandigen Abschnitten ein durch einen Außengurt gebildeter, einwandiger
Abschnitt angeordnet ist und das Luftkanalelement auf der Innenwandseite des Außengurts
des einwandigen Wandabschnitts des Strangpressprofilbauteils angebracht ist.
[0010] Bezüglich der Anordnung des Luftkanalelements wird es als vorteilhaft angesehen,
wenn dieses zwischen zwei benachbarten Fensterbereichen des Schienenfahrzeugwagenkastens
angeordnet ist und sich die Längsrichtung des Luftkanalelements entlang der Stegrichtung
des Wandsteges (Fensterstiels) zwischen den Fensterbereichen, mit anderen Worten also
senkrecht, erstreckt.
[0011] Vorzugsweise besteht das Luftkanalelement insgesamt oder zumindest ein Teil des Luftkanalelements
aus einem Faserverbundwerkstoff.
[0012] Die Fasern des Faserverbundwerkstoffs sind mit Blick auf deren Stabilisierungswirkung
vorzugsweise - zumindest überwiegend - parallel zur Längsrichtung des Luftkanalelements
ausgerichtet.
[0013] Das Luftkanalelement weist bevorzugt zumindest eine auf dem Schienenfahrzeugwagenkasten
angebrachte Außenschale und eine mit der Außenschale verbundene Innenschale auf, die
dem Fahrzeuginneren zugewandt ist. Im Falle einer solchen mehrschaligen Ausgestaltung
des Luftkanalelements ist es vorteilhaft, wenn die Außenschale aus einem Material
mit einer geringeren thermischen Leitfähigkeit als das Material der Innenschale besteht.
[0014] Das Luftkanalelement weist bevorzugt ein rohrförmiges Gehäuse, insbesondere ein aus
einem faserverstärkten Verbundwerkstoff bestehendes Gehäuse, auf.
[0015] Das Gehäuse kann die von dem Luftkanalelement geführte Luft selbst führen. Alternativ
- und dies ist die bevorzugte Lösung - kann vorgesehen sein, dass innerhalb des Gehäuses
ein luftführender flexibler Luftschlauch angeordnet ist, dessen Längsrichtung sich
entlang der Längsrichtung des Gehäuses erstreckt, und die von dem Luftkanalelement
geführte Luft innerhalb des Luftschlauchs geführt wird.
[0016] Der Luftschlauch innerhalb des Luftkanalelements besteht vorzugsweise aus einem textilen
Material. Ein textiles Material weist den Vorteil auf, dass der Luftschlauch besonders
flexibel ist und sich damit besonders einfach und kostengünstig zu Wartungs- und/oder
Reparaturzwecken auswechseln lässt.
[0017] Mit Blick auf eine ausreichende Stabilität des Luftkanalelements, insbesondere mit
Blick auf die gewünschte innenwandseitige Verstärkung des Schienenfahrzeugwagenkastens
wird es als vorteilhaft angesehen, wenn das Luftkanalelement außenwandseitig mindestens
eine Sicke aufweist.
[0018] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert;
dabei zeigen beispielhaft
- Figur 1
- ein Ausführungsbeispiel für einen erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugwagenkasten in
einer Sicht von der Seite,
- Figur 2
- einen Abschnitt einer Wagenkastenwand des Schienenfahrzeugwagenkastens gemäß Figur
1 im Querschnitt,
- Figur 3
- ein Ausführungsbeispiel für ein Luftkanalelement, das mit einem innenliegenden Luftschlauch
ausgestattet ist,
- Figur 4
- ein Ausführungsbeispiel für ein Luftkanalelement, das mit einem innenliegenden Luftschlauch
ausgestattet ist und bei dem ein den Luftschlauch führendes rohrförmiges Gehäuse mit
Sicken versehen ist,
- Figur 5
- ein Ausführungsbeispiel für ein zweischaliges Luftkanalelement, das aus einer am Wagenkasten
befestigten Außenschale und einer an der Außenschale angebrachten Innenschale besteht,
und
- Figur 6
- ein Ausführungsbeispiel für einen flexiblen Luftschlauch, der bei den Luftkanalelementen
gemäß den Figuren 3 bis 5 eingesetzt werden kann.
[0019] In den Figuren werden der Übersicht halber für identische oder vergleichbare Komponenten
stets dieselben Bezugszeichen verwendet.
[0020] Die Figur 1 zeigt ein Schienenfahrzeug 10, dessen Schienenfahrzeugwagenkasten 20
Fensterbereiche 30 in Form von Aussparungen aufweist. Die Fensterbereiche 30 bzw.
die Aussparungen sind mit Fenstern 50 verschlossen.
[0021] Zwischen benachbarten Fensterbereichen 30 bzw. zwischen benachbarten Fenstern 50
erstrecken sich in vertikaler Richtung bzw. entlang der Pfeilrichtung P in Figur 1
Stegbereiche 60, die fachsprachlich auch als Fensterstiele bezeichnet werden.
[0022] In den Stegbereichen 60 sind an der Innenseite der Wagenkastenwand 40 Luftkanalelemente
70 derart angebracht, dass diese die Wagenkastenwand 40 des Schienenfahrzeugwagenkastens
20 innenwandseitig verstärken.
[0023] Die Figur 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel für das Luftkanalelement 70 gemäß Figur
1 näher im Detail, und zwar in einem Querschnitt senkrecht zur Längsrichtung des Schienenfahrzeugs
10. Es lässt sich erkennen, dass die Wagenkastenwand 40 abschnittsweise einschalig
und abschnittsweise doppelschalig ausgestaltet ist. In der Figur 2 ist ein oberer
doppelschaliger Abschnitt der Wagenkastenwand 40 mit dem Bezugszeichen 41 und ein
unterer doppelschaliger Abschnitt der Wagenkastenwand 40 mit dem Bezugszeichen 42
gekennzeichnet. Der obere doppelschalige Abschnitt 41 ist von dem unteren doppelschaligen
Abschnitt 42 durch einen einschaligen Abschnitt 43 getrennt.
[0024] Die beiden doppelschaligen Abschnitte 41 und 42 werden jeweils durch einen außenliegenden
Außengurt 100, einen innenliegenden Innengurt 110 sowie Zwischenstege 120 gebildet,
die den Innengurt 110 mit dem Außengurt 100 verbinden. Der einschalige Abschnitt 43
der Wagenkastenwand 40 umfasst lediglich einen Außengurt 140.
[0025] Wie sich in der Figur 2 erkennen lässt, ist das Luftkanalelement 70 im Bereich des
einschaligen Abschnitts 43 an der Wagenkastenwand 40 angebracht und derart in die
Wagenkastenstruktur integriert bzw. eingebettet, dass das Luftkanalelement 70 den
einschaligen Abschnitt 43 vollständig ausfüllt und sich sowohl an den unteren doppelschaligen
Abschnitt 42 als auch an den oberen doppelschaligen Abschnitt 41 spaltfrei anschließt.
Durch das Einbetten des Luftkanalelements 70 in die Struktur der Wagenkastenwand 40
wird erreicht, dass das Luftkanalelement 70 die mechanische Stabilität der Wagenkastenwand
40 im Bereich des einschaligen Abschnitts 43 erheblich verstärkt, so dass die Wagenkastenwand
40 im Bereich des einschaligen Abschnitts 43 dieselbe, zumindest annähernd dieselbe
mechanische Stabilität aufweist wie der untere doppelschalige Abschnitt 42 und der
obere doppelschalige Abschnitt 41.
[0026] Die Wagenkastenwand 40 bzw. der in der Figur 2 gezeigte Abschnitt der Wagenkastenwand
40 wird vorzugsweise durch ein Strangpressprofilbauteil 200 gebildet, das zumindest
den in der Figur 2 gezeigten oberen doppelschaligen Abschnitt 41, den einschaligen
Abschnitt 43 sowie den unteren doppelschaligen Abschnitt 42 umfasst. Die Strangpressrichtung
des Strangpressprofilbauteils 200 steht bei der Darstellung gemäß Figur 2 senkrecht
zur Bildebene.
[0027] Die Figur 2 zeigt darüber hinaus, dass das Luftkanalelement 70 einen oberen Anschluss
71 sowie einen unteren Anschluss 72 aufweist, mit denen das Luftkanalelement 70 an
ein oberes luftführendes Anschlusselement 210 sowie ein unteres luftführendes Anschlusselement
220 angeschlossen werden kann. Durch die Anschlüsse 71 und 72 kann Luft in das Luftkanalelement
70 eingespeist oder aus diesem ausgespeist werden. Die Figur 2 zeigt beispielhaft,
dass ein Luftstrom L von dem oberen Anschlusselement 210 in den oberen Anschluss 71
des Luftkanalelements 70 eingespeist werden kann und das Luftkanalelement 70 den Luftstrom
L zum unteren Anschluss 72 und damit zum unteren Anschlusselement 220 leitet. Alternativ
kann der Luftstrom auch anders herum gerichtet sein und von dem unteren Anschlusselement
220 in den unteren Anschluss 72 eingespeist werden, so dass der Luftstrom L durch
das Luftkanalelement 70 zum oberen Anschluss 71 und damit zum oberen Anschlusselement
210 gelangt.
[0028] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2 weist das Luftkanalelement 70 ein rohrförmiges
Gehäuse 73 auf, das die von dem Luftkanalelement 70 geführte Luft selbst führt. Das
rohrförmige Gehäuse 73 besteht vorzugsweise aus einem faserverstärkten Verbundwerkstoff,
um die Stabilität des Luftkanalelements 70 zu erhöhen und die oben bereits angesprochene
stabilisierende Wirkung des einschaligen Abschnitts 43 durch das Luftkanalelement
70 sicher zu gewährleisten.
[0029] Das Luftkanalelement 70 kann beispielsweise mittels einer Klebeschicht 80 an der
Innenseite des Außengurts 140 angeklebt sein.
[0030] Die Figur 3 zeigt eine alternative Ausgestaltung für ein Luftkanalelement 70, wie
es bei dem Schienenfahrzeug 10 bzw. dem Schienenfahrzeugwagenkasten 20 gemäß Figur
1 eingesetzt werden kann.
[0031] Das Luftkanalelement 70 weist ein rohrförmiges Gehäuse 73 auf, in dem ein Luftschlauch
74 angeordnet ist. Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 erfolgt
die Führung des Luftstroms L somit nicht durch das rohrförmige Gehäuse 73 selbst,
sondern statt dessen durch den Luftschlauch 74, der innerhalb des rohrförmigen Gehäuses
73 geführt bzw. gehalten wird.
[0032] Die Figur 3 zeigt darüber hinaus die Anordnung des Luftkanalelements 70 zwischen
den zwei Fensterbereichen 30 der Wagenkastenwand 40 näher im Detail.
[0033] Die Figur 4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel für ein Luftkanalelement 70, das
bei dem Schienenfahrzeug 10 bzw. dem Schienenfahrzeugwagenkasten 20 gemäß Figur 1
eingesetzt werden kann. Bei der Darstellung gemäß Figur 4 ist das Luftkanalelement
70 im Querschnitt dargestellt. Man erkennt, dass das Luftkanalelement 70 im einschaligen
Abschnitt 43 der Wagenkastenwand 40 bzw. am Außengurt 140 der Wagenkastenwand 40 angebracht
ist. Das Anbringen des Luftkanalelements 70 an dem Außengurt 140 kann beispielsweise
durch Kleben mittels einer Klebeschicht 80 erfolgen.
[0034] Das Luftkanalelement 70 gemäß Figur 4 weist ein äußeres rohrförmiges Gehäuse 73 sowie
einen im Inneren des Gehäuses 73 angeordneten Luftschlauch 74 zum Führen des Luftstroms
auf. Das rohrförmige Gehäuse 73 ist mit Sicken 300 versehen, durch die die mechanische
Belastbarkeit des Luftkanalelements 70 signifikant erhöht und dessen Eignung zur innenwandseitigen
Verstärkung der Wagenkastenwand 40 erheblich verbessert wird.
[0035] Die Figur 5 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel für ein Luftkanalelement 70, das
bei dem Schienenfahrzeugwagenkasten 20 gemäß Figur 1 eingesetzt werden kann. Das Luftkanalelement
70 gemäß Figur 5 ist zweischalig ausgestaltet und weist eine im Bereich des einschaligen
Abschnitts 43 der Wagenkastenwand 40 fest angebrachte Außenschale 400 und eine mit
der Außenschale 400 verbundene Innenschale 410 auf. Das Material der Außenschale 400
ist vorzugsweise derart gewählt, dass es eine ausreichende Wärmeisolation zwischen
der das Schienenfahrzeug 10 umgebenden Außenluft und der von dem Luftkanalelement
70 zwecks Klimatisierung des Schienenfahrzeugs 10 geführten Luft gewährleistet. Bevorzugt
besteht die Außenschale 400 aus einem Material mit einer geringeren thermischen Leitfähigkeit
als das Material der Innenschale 410.
[0036] Alternativ kann das Luftkanalelement 70 eine Außenschale aufweisen, die im Querschnitt
eine geschlossene Kontur bildet und deren Innenwand mit einem thermischen Dämmstoff,
insbesondere einem thermisch isolierenden Dämmschaum, verkleidet ist. Vorzugsweise
befindet sich der thermische Dämmstoff zumindest auf dem der Wagenkastenwand zugewandten,
also außen liegenden, Schalenabschnitt der Außenschale; der dem Fahrzeuginnenraum
zugewandete, also innen liegende, Schalenabschnitt der Außenschale kann mit einer
im Vergleich zum außen liegenden Abschnitt der Außenschale dünneren Dämmstoffschicht
ausgestattet oder alternativ auch dämmstofffrei sein.
[0037] Innerhalb des durch die Innenschale 410 und die Außenschale 400 gebildeten rohrförmigen
Gehäuses 73 befindet sich ein Luftschlauch 74, wie er auch bei den Ausführungsbeispielen
gemäß den Figuren 3 und 4 vorhanden ist. Zur Versteifung des rohrförmigen Gehäuses
73 sind Sicken 300 vorgesehen, die vorzugsweise zumindest auch auf der Innenschale
410 angeordnet sind.
[0038] Die Figur 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel für einen Luftschlauch 74, der bei den
Luftkanalelementen 70 gemäß den Figuren 1 bis 5 eingesetzt werden kann. Wie durch
einen Doppelpfeil mit dem Bezugszeichen F in der Figur 6 angedeutet ist, ist der Luftschlauch
74 flexibel und zumindest auch im Bereich seiner außenliegenden Anschlussstellen biegbar.
Eine solche Biegsamkeit ermöglicht einen gewissen Toleranzausgleich, wodurch der Anschluss
des Luftschlauchs 74 an äußeren Anschlüssen des Luftkanalelements 70, beispielsweise
an den Anschlüssen 71 und 72 des Luftkanalelements 70 gemäß Figur 2, vereinfacht wird.
[0039] Zusammengefasst können die oben im Zusammenhang mit den Figuren 1 bis 6 erläuterten
Ausführungsbeispiele eine oder mehrere der folgenden Eigenschaften und Vorteile aufweisen:
[0040] Ein Vorteil der oben beispielhaft beschriebenen Luftkanalelemente ist darin zu sehen,
dass diese unmittelbar bzw. spaltfrei auf der Wagenkastenwand 40 angebracht, beispielsweise
aufgeklebt, werden können, so dass die Korrosionsgefahr der Wagenkastenwand durch
Kondensatbildung im Bereich der Luftkanalelemente deutlich reduziert wird.
[0041] Bei den Ausführungsbeispielen gemäß den Figuren 1 bis 5 bestehen die Luftkanalelemente
bzw. deren rohrförmige Gehäuse vorzugsweise aus einem Faserverbundmaterial, bei dem
Fasern in einer Kunststoffmatrix eingebettet sind. Die Fasern sind zur Erhöhung der
Stabilität vorzugsweise entlang der Hauptlastrichtungen des Schienenfahrzeugwagenkastens
eingebettet. Geeignete Fasermaterialien zur Faserverstärkung der Luftkanalelemente
sind z. B. Glas, Kohle- oder Kevlar-Fasern oder eine beliebige Kombination dieser
Fasermaterialien.
[0042] Die Luftkanalelemente lassen sich beispielsweise aus sogenannten Organoblechen herstellen,
welche als Halbzeug in Form ebener Platten zur Verfügung stehen. Diese Platten bestehen
aus einer thermoplastischen Matrix mit darin eingebetteten Verstärkungsfasern. Die
Platten bzw. die Organobleche können in beheizten Pressen, ähnlich einer Tiefziehpresse
für metallische Bauteile, in die erforderliche geometrische Kontur umgeformt werden.
Auch können mehrere Organoblech-Halbschalen in Zwischenschritten zu komplexen Kammerprofilen
gefügt werden.
[0043] In Bereichen hoher Belastung, beispielsweise im Bereich der Fensterecken des Schienenfahrzeugwagenkastens
werden die Luftkanalelemente vorzugsweise durch zusätzliche Faserlagen verstärkt.
Im Falle der Herstellung der Luftkanalelemente aus Organoblechen können diese beispielsweise
mittels thermischer Fügeverfahren miteinander verschweißt werden. Hierbei wird die
thermoplastische Matrix aufgeschmolzen und die einzelnen Organobleche werden durch
Aufeinanderpressen der aufgeschmolzenen Bereiche miteinander verbunden. Die Anbindung
bzw. Verbindung der Luftkanalelemente mit der Wagenkastenwand erfolgt in diesem Falle
vorzugsweise mittels geeigneter Strukturklebstoffe.
[0044] Die Luftkanalelemente können in ihrem Inneren anstelle eines einzigen Luftkanals
auch mehrere (integrierte) Luftkanäle bzw. Klimakanäle enthalten. Zusätzlich kann
auch eine thermische und/oder akustische Isolation vorgesehen sein.
[0045] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Luftkanalelemente mit flexiblen Luftschläuchen,
insbesondere aus textilem Material, ausgestattet werden, da flexible Luftschläuche
zu Wartungs- und/oder Reparaturzwecken besonders leicht ausgewechselt werden können.
Textile Luftschläuche weisen darüber hinaus den Vorteil auf, dass sie Kondensat abführen
können.
[0046] Wie oben bereits erwähnt, ist es vorteilhaft, die Luftkanalelemente mit Stutzen oder
Flanschen oder dergleichen auszustatten, um einen einfachen Anschluss der Luftkanalelemente
an andere luftführende Elemente zu ermöglichen.
[0047] Obwohl die Erfindung im Detail durch bevorzugte Ausführungsbeispiele näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
1. Schienenfahrzeugwagenkasten (20),
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein Abschnitt einer Wagenkastenwand (40) des Schienenfahrzeugwagenkastens
(20) durch ein zur Luftführung geeignetes Luftkanalelement (70) innenwandseitig verstärkt
ist.
2. Schienenfahrzeugwagenkasten (20) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Wagenkastenwand (40) des Schienenfahrzeugwagenkastens (20) abschnittsweise einschalig
und abschnittsweise doppelschalig ist und
- das Luftkanalelement (70) auf der Innenwandseite eines einschaligen Abschnitts (43)
der Wagenkastenwand (40) angebracht ist.
3. Schienenfahrzeugwagenkasten (20) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Luftkanalelement (70) auf der Innenwandseite des einschaligen Abschnitts (43)
der Wagenkastenwand (40) aufgeklebt ist.
4. Schienenfahrzeugwagenkasten (20) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- zumindest ein Abschnitt der Wagenkastenwand (40) des Schienenfahrzeugwagenkastens
(20) durch ein Strangpressprofilbauteil (200) gebildet ist und
- das Luftkanalelement (70) auf der Innenwandseite des Strangpressprofilbauteils (200)
angebracht ist.
5. Schienenfahrzeugwagenkasten (20) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Strangpressprofilbauteil (200) abschnittsweise doppelwandig und abschnittsweise
einwandig ist und
- das Luftkanalelement (70) auf der Innenwandseite eines einwandigen Wandabschnitts
(43) des Strangpressprofilbauteils (200) angebracht ist.
6. Schienenfahrzeugwagenkasten (20) nach einem der voranstehenden Ansprüche 4-5,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Strangpressprofilbauteil (200) zwei zueinander beabstandet angeordnete doppelwandige
Abschnitte (41, 42) aufweist, die jeweils einen außenliegenden Außengurt (100) und
einen mit dem Außengurt (100) über einen oder mehrere Zwischenstege (120) verbundenen
Innengurt (110) aufweisen,
- zwischen den zwei doppelwandigen Abschnitten (41, 42) ein durch einen Außengurt
(100) gebildeter, einwandiger Abschnitt (43) angeordnet ist und
- das Luftkanalelement (70) auf der Innenwandseite des Außengurts (100) des einwandigen
Wandabschnitts (43) des Strangpressprofilbauteils (200) angebracht ist.
7. Schienenfahrzeugwagenkasten (20) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Luftkanalelement (70) zwischen zwei benachbarten Fensterbereichen (30) des Schienenfahrzeugwagenkastens
(10) angeordnet ist, und
- sich die Längsrichtung des Luftkanalelements (70) senkrecht erstreckt.
8. Schienenfahrzeugwagenkasten (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Luftkanalelement (70) insgesamt oder zumindest ein Teil des Luftkanalelements
(70) aus einem Faserverbundwerkstoff besteht.
9. Schienenfahrzeugwagenkasten (20) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Fasern des Faserverbundwerkstoffs - zumindest überwiegend
- parallel zur Längsrichtung des Luftkanalelements (70) ausgerichtet sind.
10. Schienenfahrzeugwagenkasten (20) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Luftkanalelement (70) eine Außenschale aufweist, die im Querschnitt eine geschlossene
Kontur bildet und deren Innenwand mit einem thermischen Dämmstoff, insbesondere einem
thermischen isolierenden Dämmschaum, verkleidet ist.
11. Schienenfahrzeugwagenkasten (20) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Luftkanalelement (70) zumindest eine auf dem Schienenfahrzeugwagenkasten (20)
angebrachte Außenschale (400) und eine mit der Außenschale (400) verbundene Innenschale
(410) aufweist, die dem Fahrzeuginneren zugewandt ist, und
- die Außenschale (400) aus einem Material mit einer geringeren thermischen Leitfähigkeit
als das Material der Innenschale (410) besteht.
12. Schienenfahrzeugwagenkasten (20) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Luftkanalelement (70) ein rohrförmiges Gehäuse (73), insbesondere ein aus einem
faserverstärkten Verbundwerkstoff bestehendes Gehäuse, aufweist, das die von dem Luftkanalelement
(70) geführte Luft selbst führt.
13. Schienenfahrzeugwagenkasten (20) nach einem der voranstehenden Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Luftkanalelement (70) ein rohrförmiges Gehäuse (73), insbesondere ein faserverstärktes
Gehäuse, aufweist, innerhalb dessen ein luftführender flexibler Luftschlauch (74)
angeordnet ist, dessen Längsrichtung sich entlang der Längsrichtung des Gehäuses (73)
erstreckt, und
- die von dem Luftkanalelement (70) geführte Luft innerhalb des Luftschlauchs (74)
geführt wird.
14. Schienenfahrzeugwagenkasten (20) nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet dass,
der Luftschlauch (74) aus einem textilen Material besteht.
15. Schienenfahrzeugwagenkasten (20) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet dass,
das Luftkanalelement (70) außenwandseitig mindestens eine Sicke (300) aufweist.