[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Tiefziehverpackungsmaschine gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 sowie auf ein Verfahren gemäß Anspruch 12.
[0002] Aus der
DE 1586180 ist eine Tiefziehverpackungsmaschine bekannt, die eine manuelle parallele Verstellung
der Kettenführungen zueinander offenbart, um den Abstand der Kettenführungen auf unterschiedliche
Folienbreiten anzupassen.
[0003] Die
DE 10 2008 016 243 A1 offenbart eine Tiefziehverpackungsmaschine mit einer mittels Pneumatikzylindern verstellbaren
Kettenführung im Bereich einer Einlegestrecke. Die Verstellung ist dazu vorgesehen,
die Folie quer zur Transportrichtung zu entspannen, um das Gewicht des in die in die
Folie geformten Mulden eingelegten Produkts möglichst genau zu ermitteln.
[0004] Tiefziehverpackungsmaschinen, die Polypropylen (PP)-Folien oder Polystyrol (PS)-Folien
als Unterfolie verarbeiten, weisen gelegentlich eine bereits werksseitig konvergierend
ausgerichtete Kettenführung wenigstens direkt nach der Formstation auf. Dies begründet
sich in der besonderen Eigenschaft von PP- und PS-Folien, die in der Formstation erwärmt
und in die Mulden hineingeformt werden, wobei das anschließende Abkühlen der PP-oder
PS-Folie ein Schrumpfen von 1% bis 2% der Folienbreite quer zur Transportrichtung
zur Folge hat. Ohne eine konvergierende Kettenführung wären die beidseitig angeordneten
Klammerketten als Folientransporteinrichtung nicht in der Lage, die in Querrichtung
verkürzte Folie zu halten. Die Konvergenz der Kettenführung ist entsprechend der zu
verarbeitenden Folie ausgeführt. Die Konvergenz der Kettenführung ist über Verstellbolzen,
die die Kettenführung mit dem Rahmen verbinden, in einem geringen Maß nachstellbar,
um eine möglichst homogene Querspannung bezüglich eines Folientyps entlang der Folie
in Transportrichtung einstellen zu können. Das Einstellen der Querspannung entlang
der Kettenführung ist schwierig und erfordert viel Gefühl und Erfahrung, da unter
anderem die Querspannung nicht messbar ist. Des Weiteren ist an diesen Verpackungsmaschinen
nachteilig, dass diese nur für PP- oder PS-Folien eingesetzt werden können, da die
Verarbeitung von Polyethylenterephthalat (PET)-, Polyamid (PA)- oder Polyethylen (PE)-Folien
eine durchgehend parallele Kettenführung benötigt, da diese Folien keinen oder kaum
einen Schrumpf nach dem Formprozess aufweisen. Eine Verarbeitung solcher nicht-schrumpfenden
Folien ist auf einer bekannten Tiefziehverpackungsmaschine mit einer wenigstens bereichsweise
konvergierend ausgerichteten Kettenführung nicht möglich.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Tiefziehverpackungsmaschine dahingehend
zu verbessern, dass sowohl schrumpfende Folien, wie PP- oder PS-Folien, als auch nicht
oder kaum schrumpfende Folien, wie PE-, PET- oder PA-Folien, verarbeitet werden können.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Tiefziehverpackungsmaschine mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren gemäß Anspruch 12. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0007] Die erfindungsgemäße Tiefziehverpackungsmaschine umfasst eine Formstation zum Formen
von Mulden in eine Unterfolie, eine Einlegestrecke und eine Siegelstation zum Verschließen
der mit Produkt gefüllten Mulden mit einer Deckelfolie, wobei die Unterfolie mittels
zweier beidseitig der Unterfolie angeordneter Klammerketten transportierbar ist und
die Klammerketten jeweils in einer Mehrzahl von Kettenführungsabschnitten geführt
sind, von denen wenigstens einige entlang einer oder beider Klammerketten quer zur
Produktionsrichtung verstellbar sind. Die erfindungsgemäße Tiefziehverpackungsmaschine
zeichnet sich dadurch aus, dass wenigstens einer von zwei gegenüberliegenden Kettenführungsabschnitten
mittels einer Steuerung und kraftbetriebener Aktoren verstellbar ist, wobei die zwei
gegenüberliegenden Kettenführungen wahlweise parallel zueinander oder zueinander konvergierend
ausrichtbar sind. Vorzugsweise sind beide gegenüberliegenden Kettenführungsabschnitte
zueinander konvergierend verstellbar. Dies ermöglicht eine Verarbeitung von schrumpfenden
und nicht-schrumpfenden Unterfolien ohne Umrüsten oder manuelle Tätigkeiten des Bedieners
an den Kettenführungsabschnitten. Dadurch wird die Flexibilität einer solchen Tiefziehverpackungsmaschine
gesteigert. Als "zueinander konvergierend" ist zu verstehen, dass sich ein Kettenführungsabschnitt
an den anderen annähert, wobei entweder ein Kettenführungsabschnitt parallel zur Produktionsrichtung
und der andere Kettenführungsabschnitt geneigt zur Produktionsrichtung ausgerichtet
ist, oder beide Kettenführungsabschnitt geneigt (d. h. nicht-parallel) zur Produktionsrichtung
ausgerichtet sind.
[0008] Vorzugsweise sind die verstellbaren Kettenführungsabschnitte nach, insbesondere direkt
nach der Formstation angeordnet, da in diesem Bereich die Unterfolie beim Abkühlen
nach und während des Formprozesses schrumpft und dieser Folienschrumpf durch die verstellbaren
Kettenführungsabschnitte ausgeglichen werden kann.
[0009] Die Aktoren weisen bevorzugt Pneumatikzylinder, Hubspindelantriebe oder Servomotoren
auf, um zum einen die Querspannung aufnehmen zu können und zum anderen flexible Verstellungen
der Kettenführungsabschnitte vornehmen zu können.
[0010] Dabei ist beim Einsatz von Pneumatikzylindern vorzugsweise wenigstens eine Hubbegrenzung
mittels einer einstellbaren Endlage vorgesehen. Die einstellbare Endlage ist bevorzugt
im oder am Pneumatikzylinder vorgesehen. Beispielsweise lässt sich eine Hubbegrenzung
über einen oder zwei Endlagenschalter, die berührungslos durch das Gehäuse die Stellung
des Kolbens erkennen, ausführen.
[0011] In einer besonders vorteilhaften Ausführung ist für die Aktoren ein Verstellbereich
von bis zu 12 mm vorgesehen, um sowohl schrumpfende und nicht-schrumpfende Folien
als auch unterschiedliche Folienbreiten verarbeiten zu können.
[0012] Bevorzugt sind mehrere in Produktionsrichtung aufeinanderfolgende Kettenführungsabschnitte
verstellbar, um entlang einer längeren Strecke einen gleichmäßigen konvergierenden
Verlauf einer Kettenführung erzeugen zu können.
[0013] In einer besonderen Ausführungsform ist die Steuerung dazu konfiguriert ist, die
Stellung der Aktoren in Rezepten abzuspeichern und bei einem Rezeptwechsel die verstellbaren
Kettenführungsabschnitte entsprechend zu verstellen, sodass die Tiefziehverpackungsmaschine
eine automatische Kettenführungsverstellung aufweist.
[0014] Vorzugsweise sind Sensoren vorgesehen, um eine Querspannung quer zur Produktionsrichtung
zu erfassen, die durch die Unterfolie auf die verstellbaren Kettenführungsabschnitte
wirkt, um die Aktoren bzw. die Kettenführungsabschnitte automatisch so zu verstellen,
dass eine vorgegebene Querspannung entlang der gesamten Kettenführung in der Tiefziehverpackungsmaschine
geregelt eingestellt werden kann. So kann eine Faltenbildung der Unterfolie vermieden
werden.
[0015] In einer alternativen Ausführungsform ist die Steuerung dazu konfiguriert, die Verstellung
der Kettenführungsabschnitte in Abhängigkeit der Leistungsaufnahme eines Transportantriebs
der Klammerketten auszuführen. Dies stellt eine einfache konstruktive Ausführung da,
da eine Information über Strom- oder Leistungsaufnahme bei Servoantrieben an den Servosteuerkarten
vorhanden und auch für die Steuerung auslesbar ist. Mittels einer Formel, eines Faktors
oder einer Tabelle kann die Umrechnung in der Steuerung auf eine durchschnittliche
Querspannung erfolgen.
[0016] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Betrieb einer Tiefziehverpackungsmaschine, die
in einer Produktionsrichtung nacheinander eine Formstation zum Formen von Mulden in
eine Unterfolie, eine Einlegestrecke und eine Siegelstation zum Verschließen der mit
Produkt gefüllten Mulden mit einer Deckelfolie umfasst, wobei die Unterfolie mittels
zweier beidseitig der Unterfolie angeordneter Klammerketten transportiert wird und
die Klammerketten jeweils in einer Vielzahl von Kettenführungsabschnitten geführt
werden, von denen entlang einer oder beider Klammerketten wenigstens einige Kettenführungsabschnitte
quer zur Produktionsrichtung verstellbar sind, sieht eine Steuerung vor. Diese Steuerung
verstellt wenigstens einen von zwei gegenüberliegenden Kettenführungsabschnitten mittels
kraftbetriebener Aktoren, sodass die zwei gegenüberliegenden Kettenführungen von einer
zueinander parallelen in eine zueinander konvergierende Ausrichtung gebracht werden.
Dadurch ist eine Verstellung der Kettenführung automatisch zwischen parallel ausgerichteten
und konvergierend zueinander orientierten Kettenführungen möglich, und somit sind
sowohl schrumpfende als auch nicht schrumpfende Unterfolien auf einer solchen Tiefziehverpackungsmaschine
verarbeitbar.
[0017] Die Verstellung der Kettenführungsabschnitte mittels der Steuerung wird vorzugsweise
in Abhängigkeit der auf die Kettenführungsabschnitte wirkenden Querspannung der Unterfolie
vorgenommen.
[0018] Die Querspannung kann mittels Sensoren oder alternativ mittelbar über die Leistungsaufnahme
des Transportantriebs der Klammerketten erfasst werden.
[0019] Vorzugsweise wird ein Bereich für die einzustellende Querspannung in der Steuerung
eingegeben und gespeichert, um ein automatisches Verstellen der Kettenführungsabschnitte
bei einem Wechsel von einer schrumpfenden auf eine nicht-schrumpfende Unterfolie und
umgekehrt zu ermöglichen.
[0020] Im Folgenden wird ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer
Zeichnung näher erläutert. Im Einzelnen zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Tiefziehverpackungsmaschine in einer schematischen Draufsicht
mit parallel eingestellten Kettenführungen,
- Fig. 2
- eine erfindungsgemäße Tiefziehverpackungsmaschine mit teilweise konisch eingestellten
Kettenführungen bei gleicher Folienbreite wie in Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Variante der erfindungsgemäßen Tiefziehverpackungsmaschine mit parallel eingestellten
Kettenführungen,
- Fig. 4
- eine erfindungsgemäße Tiefziehverpackungsmaschine mit teilweise konisch eingestellten
Kettenführungen bei unterschiedlicher Folienbreite als wie in Fig. 3,
- Fig. 5
- eine Detailansicht der verstellbaren Kettenführung aus Fig. 2 und
- Fig. 6
- eine Schnittansicht der verstellbaren Kettenführung aus Fig. 5 in Produktionsrichtung.
[0021] Gleiche Komponenten sind in den Figuren durchgängig mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0022] Fig. 1 zeigt schematisch dargestellt eine erfindungsgemäße Tiefziehverpackungsmaschine
1 mit einer Formstation 2 zum Formen von Mulden 3 in eine Unterfolie 4, einer Siegelstation
5 zum Siegeln einer strichliert dargestellten Deckelfolie 40 auf die Unterfolie 4
und einer Schneidstation 6 zum Vereinzeln der Verpackungen 7. In einer Produktionsrichtung
R stromabwärts der Formstation 2 ist eine Einlegestrecke 8 vorgesehen, die bis zur
Siegelstation 5 reicht. Entlang der Einlegestrecke 8 werden Produkte 30 manuell oder
automatisch in die Mulden 3 eingelegt.
[0023] Die Tiefziehverpackungsmaschine 1 weist ein Maschinengestell 9 mit zwei beidseitig
entlang der Produktionsrichtung R verlaufenden Seitenrahmen 10 auf. An jedem Seitenrahmen
10 ist eine Kettenführung vorgesehen, die jeweils eine Vielzahl von Kettenführungsabschnitten
11 aufweist. Diese führen eine in der Fig. 1 lediglich schmematisch angedeutete Klammerkette
12 pro Seitenrahmen 10, um die Unterfolie 4 zu ergreifen, sie von einer Folienrolle
13 abzuspulen und in Produktionsrichtung R durch die Tiefziehverpackungsmaschine 1
mittels eines gemeinsamen Transportantriebs 14 zu transportieren. Die Unterfolie 4
weist eine Folienbreite A auf und besteht beispielsweise aus PE, PA oder PET. Für
die Verarbeitung bzw. beim Transport dieser Unterfolien 4 sind die beidseitigen Kettenführungsabschnitte
11 parallel zueinander ausgerichtet und sorgen dabei für eine gleichmäßige Querspannung
F der Unterfolie 4 an den Kettenführungen, und die Unterfolie 4 kann faltenfrei durch
die Tiefziehverpackungsmaschine 1 transportiert werden.
[0024] In Fig. 2 ist die erfinderische Tiefziehverpackungsmaschine 1 mit konvergierend eingestellten
Kettenführungsabschnitten 11 gezeigt. Die Unterfolie 4 weist die gleiche ursprüngliche
Folienbreite A wie in Fig. 1 auf, aber die Unterfolie 4 besteht in diesem Fall aus
PS oder PP. Da die Unterfolie 4 in der Formstation 2 zum Tiefziehen stark erwärmt
wird, kommt es nach dem Formvorgang zu einem Abkühlen der Unterfolie 4 und es setzt
ein Schrumpfen der Folie von 1% bis 2% ein. Dies führt zu einer Verringerung der Folienbreite
A und auch zu einer Verringerung der Abmessungen der Mulden 3 selbst sowohl quer wie
längs zur Produktionsrichtung R.
[0025] Die durch die verringerte Folienbreite A' erhöhte Querspannung F kann einerseits
dazu führen, dass die Klammerketten 12 in parallel orientierten Kettenführungen, wie
in Fig. 1 dargestellt, die Unterfolie 4 nicht mehr halten und damit nicht mehr transportieren
könnten. Andererseits kann es zur Faltenbildung bei der Unterfolie 4 kommen, wenn
die Querspannung F zu groß wird. Um diesen Problemen entgegenzuwirken, werden Kettenführungsabschnitte
11 wenigstens im Bereich der Einlegestrecke 8 konvergierend bzw. konisch zueinander
verstellt, um den Schrumpf der Unterfolie 4 quer zur Produktionsrichtung R auszugleichen.
Die Bezeichnung "konvergierend" wird dadurch definiert, dass sich, wie in Fig. 2 gezeigt,
Kettenführung, die sich Produktionsrichtung R gesehen gegenüber liegen, in ihrem Abstand
B in Produktionsrichtung R auf einen Abstand B' annähern. Die Kettenführungsabschnitte
11 sind zueinander in der Unterfolientransportebene geneigt bzw. die Kettenführung
als gesamtes verjüngt sich in diesem Bereich. Denkbar ist aber auch, dass sich nur
die Kettenführungsabschnitte 11 von einer Seite zu der anderen neigen und somit beide
gegenüberliegende Kettenführungsabschnitte 11 zueinander geneigt und somit auch konvergierend
ausgerichtet sind.
[0026] Der konvergierende Verlauf der Kettenführung ist in dem Bereich vorgesehen, in dem
die Unterfolie 4 schrumpft. In den stromabwärts folgenden Bereichen, in denen es zu
keinem weiteren Schrumpf der Unterfolie 4 kommt, sind die Kettenführungsabschnitte
11 wieder parallel zueinander ausgerichtet und weisen einen entsprechend dem Schrumpf
verringerten Abstand B' auf.
[0027] Da sich die Mulden 3 durch den Schrumpf der Unterfolie 4 auch in ihren Abmessungen
zu etwas kleineren Mulden 3' verändern, sind die Werkzeuge der Siegelstation 5 und
der Schneidstation 6 auf die Mulden 3 angepasst. Eine in oder an einem Schaltschrank
15 vorgesehene Steuerung 16 steuert die in den Figuren 5 und 6 näher gezeigten Aktoren
17 an, um die Kettenführungsabschnitte 11 entsprechend zu verstellen. Dazu können
die Verstellpositionen aller Aktoren 17 in der Steuerung 16 gespeichert und Programmen
bzw. Rezepten zugeordnet werden. Die Aktoren 17 und deren Bewegungsrichtung sind in
Fig. 2 schematisch mit schwarzen Pfeilen dargestellt. Bei einem Folienwechsel zwischen
schrumpfenden und nicht schrumpfenden Unterfolien 4 wird die Tiefziehverpackungsmaschine
1 automatisch eingestellt. Dabei werden die Kettenführungsabschnitte 11 verstellt,
so dass beim Transport der Unterfolie 4 immer eine optimale Querspannung F vorhanden
ist.
[0028] Die Figuren 3 und 4 zeigen eine Variante, bei der die Tiefziehverpackungsmaschine
1 unterschiedliche Folienbreiten C, D mit unterschiedlichem Folienmaterial der Unterfolie
4 verarbeitet. In Fig. 3 ist die Unterfolie 4 beispielsweise eine Folie aus PE, PA
oder PET, also eine nicht-schrumpfende Folie mit einer Folienbreite C. In Fig. 4 ist
die Unterfolie 4 beispielsweise eine Folie aus PS oder PP, also eine schrumpfende
Folie mit einer Folienbreite D, wobei die Folienbreite D größer als die Folienbreite
C ist. Bei der Umstellung von einer nichtschrumpfenden Unterfolie 4 mit parallel zueinander
ausgerichteten Kettenführungsabschnitten 11 (Fig. 3) auf eine breitere, schrumpfende
Unterfolie 4 (Fig. 4) werden die Kettenführungsabschnitte 11 über die Steuerung 6
mittels der Aktoren 17 konvergierend verstellt. Im Unterschied zu Fig. 2 werden die
Kettenführungsabschnitte 11 im Bereich der Einlegestrecke 8 und stromaufwärts in der
Formstation 2 und davor nach außen verstellt, um die neue, breitere Unterfolie 4 aufnehmen
und mit einer optimalen Querspannung F und faltenfrei zu transportieren.
[0029] Fig. 5 zeigt einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 2 im Bereich der gestrichelten
Linie. Die Klammerkette 12 ist in den Kettenführungsabschnitten 11 geführt und hält
die Unterfolie 4. Die Aktoren 17 sind am Seitenrahmen 9 angebracht und mit einem Ende
eines Kettenführungsabschnitts 11 verbunden. Vorzugsweise weist jeder verstellbare
Kettenführungsabschnitt 11 an beiden Enden jeweils einen Aktor 17 auf. Der Aktor 17
ist in Fig. 5 schematisch als Pneumatikzylinder dargestellt. Der Aktor 17 kann in
den Fig. 1-5 aber auch einen Servomotor oder einen Hubspindelantrieb umfassen. Zwischen
dem Aktor 17 und dem Kettenführungsabschnitt 11 kann optional ein Sensor 18 vorgesehen
sein, der die Zugspannung misst, die der Querspannung F entspricht. Der Sensor 18
ist dann mit der Steuerung 16 verbunden, damit die Steuerung 16 die Aktoren 17 so
verstellen kann, dass alle verstellbaren Kettenführungsabschnitte 11 so eingestellt
werden, dass entlang der Produktionsrichtung R weitestgehend eine einheitliche Querspannung
F auf die Unterfolie 4 wirkt.
[0030] Fig. 6 zeigt eine Schnittansicht der Fig. 5 entgegen der Produktionsrichtung R. Der
Pneumatikzylinder des Aktors 17 umfasst zwei an der Außenseite angebrachte und einstellbare
Endlagenschalter 19, über die der Weg des Kolbens 20 begrenzt wird. Am Kolbenende
ist der Sensor 18 vorgesehen, der wiederum mit dem Kettenführungsabschnitt 11 verbunden
ist. Die Klammerkette 12 weist Klammern 21 a und 21 b auf, die die Unterfolie 4 einklemmen.
Die Klemmkraft wird über eine Feder 22 erzeugt.
[0031] Alternativ kann als einstellbare Endlage 19 auch eine Stellschraube an einer oder
beiden Stirnseiten des Pneumatikzylinders 17 vorgesehen sein. Bei einem Einsatz eines
Hubspindelantriebs, eines Linearantriebs oder eines Servoantriebs als Aktor können
mechanisch einstellbare Endlagen 19 entfallen und mittels eines Wegmesssystems die
Lage der Kettenführungsabschnitte 11 bzw. die Stellung des Aktors 17 an die Steuerung
16 übermittelt werden. Die Steuerung 16 kann wiederum die Verstellung der Aktoren
17 ohne einen Bediener ausführen.
[0032] Die Materialangabe bei Folien, wie PP-, PS-, PE-, PET- oder PA-Folien, stellt keine
Beschränkung auf speziell dieses Folien dar, sondern es handelt sich lediglich um
sehr verbreitete, am Markt übliche Folien.
1. Tiefziehverpackungsmaschine (1), umfassend eine Formstation (2) zum Formen von Mulden
(3) in eine Unterfolie (4), eine Einlegestrecke (8) und eine Siegelstation (5) zum
Verschließen der mit Produkt (30) gefüllten Mulden (3) mit einer Deckelfolie (40),
wobei die Unterfolie (4) mittels zweier beidseitig der Unterfolie (4) angeordneter
Klammerketten (12) transportierbar ist und die Klammerketten (12) in einer Mehrzahl
von Kettenführungsabschnitten (11) geführt sind, von denen wenigstens einige entlang
einer oder beider Klammerketten (12) quer zur Produktionsrichtung (R) verstellbar
sind, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer von zwei einander gegenüberliegenden Kettenführungsabschnitten (11)
mittels einer Steuerung (16) und kraftbetriebener Aktoren (17) verstellbar ist, wobei
die zwei gegenüberliegenden Kettenführungsabschnitte (11) zueinander konvergierend
ausrichtbar sind.
2. Tiefziehverpackungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die verstellbaren Kettenführungsabschnitte (11) nach, insbesondere direkt nach der
Formstation (2) angeordnet sind.
3. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aktoren (17) Pneumatikzylinder, Hubspindelantriebe oder Servomotoren aufweisen.
4. Tiefziehverpackungsmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Aktoren (17) Pneumatikzylinder sind und wenigstens eine Hubbegrenzung mittels
einer einstellbaren Endlage (19) vorgesehen ist.
5. Tiefziehverpackungsmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die einstellbare Endlage (19) im oder am Pneumatikzylinder vorgesehen ist.
6. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verstellbereich für die Aktoren (17) von bis zu 12 mm vorgesehen ist.
7. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere in Produktionsrichtung (R) aufeinanderfolgende Kettenführungsabschnitte (11)
verstellbar sind.
8. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (16) dazu konfiguriert ist, die Stellung der Aktoren (17) in Rezepten
abzuspeichern und bei einem Rezeptwechsel die verstellbaren Kettenführungsabschnitte
(11) entsprechend zu verstellen.
9. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Sensoren (18) vorgesehen sind, um eine Zugspannung (F) quer zur Produktionsrichtung
(R) zu erfassen, die durch die Unterfolie (4) auf die verstellbaren Kettenführungsabschnitte
(11) wirkt.
10. Tiefziehverpackungsmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren (18) jeweils zwischen einem Aktor (17) und einem Kettenführungsabschnitt
(11) angeordnet sind.
11. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (16) dazu konfiguriert ist, die Verstellung der Kettenführungsabschnitte
(11) in Abhängigkeit der Leistungsaufnahme eines Transportantriebs (14) der Klammerketten
(12) auszuführen.
12. Verfahren zum Betrieb einer Tiefziehverpackungsmaschine (1), die in einer Produktionsrichtung
(R) nacheinander eine Formstation (2) zum Formen von Mulden (3) in eine Unterfolie
(4), eine Einlegestrecke (8) und eine Siegelstation (2) zum Verschließen der mit Produkt
(30) gefüllten Mulden (3) mit einer Deckelfolie (40) umfasst, wobei die Unterfolie
(4) mittels zweier beidseitig der Unterfolie (4) angeordneter Klammerketten (12) transportiert
wird und die Klammerketten (12) jeweils in einer Mehrzahl von Kettenführungsabschnitten
(11) geführt sind, von denen wenigstens einige entlang einer oder beider Klammerketten
(12) quer zur Produktionsrichtung (R) verstellbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerung (16) vorgesehen ist, die wenigstens einen von zwei einander gegenüberliegenden
Kettenführungsabschnitten (11) mittels kraftbetriebener Aktoren (17) verstellt, sodass
die zwei gegenüberliegenden Kettenführungsabschnitte (11) zueinander konvergierend
ausgerichtet werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellung der Kettenführungsabschnitte (11) mittels der Steuerung (16) in Abhängigkeit
einer auf die Kettenführungsabschnitte (11) wirkenden Querspannung (F) der Unterfolie
(4) erfolgt.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Querspannung (F) mittels Sensoren (18) erfasst wird.
15. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Querspannung (F) mittelbar über die Leistungsaufnahme eines Transportantriebs
(14) der Klammerketten (12) erfasst wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass ein Bereich für die einzustellende Querspannung (F) in der Steuerung (16) eingegeben
und gespeichert wird.