[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Abdeckplatte zum Abdichten einer Fuge zwischen
einer Radscheibe und einem in einer Schaufelfußnut der Radscheibe angeordneten Schaufelfuß
einer Laufschaufel.
[0002] Es ist im Stand der Technik bekannt, die Fuge zwischen der Radscheibe und dem Schaufelfuß
mittels blechförmiger Dichtelemente abzudichten. Die
WO 002007028703 A1 zeigt dazu eine Anordnung zur Axialsicherung von Laufschaufeln in einem Rotor mit
einem Wellenbund, an dessen Außenumfang in Axialrichtung des Rotors verlaufende Laufschaufelhaltenuten
vorgesehen sind. An einer stirnseitigen Seitenfläche des Wellenbundes ist im Bereich
der Haltenuten ein Vorsprung angeordnet, in dem eine radial nach außen offene umlaufende
Nut vorgesehen ist. Jeder Laufschaufel ist eine Sicherungsnut zugeordnet. Zur axialen
Sicherung der Laufschaufel ist jeweils ein in die umlaufende Nut und in die Sicherungsnut
eingreifendes, blechförmiges Dichtelement vorgesehen. Alle Dichtelemente bilden in
Umfangsrichtung einen stirnseitigen Dichtring. Zur Sicherung der Dichtelemente gegen
eine Verschiebung in Umfangsrichtung umfasst mindestens eines der Dichtelemente einen
an diesen befestigten Blechstreifen. Der Blechstreifen ist am radial inneren Ende
des Dichtelementes angebracht, L-artig geformt stützt sich an der Rotorscheibe ab.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Anordnung
zur Abdichtung der Fuge zwischen der Radscheibe und dem Schaufelfuß bereitzustellen.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe mit einer Abdeckplatte nach Anspruch 1, einer Laufschaufel
nach Anspruch 3, einer Radscheibe nach Anspruch 4, einem Bolzen nach Anspruch 5 sowie
einer Gasturbine nach Anspruch 9. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind
in den Unteransprüchen angegeben und in der Beschreibung beschrieben.
[0005] Die erfindungsgemäße Abdeckplatte zum Abdichten einer Fuge zwischen einer Radscheibe
und einem in einer Schaufelfußnut der Radscheibe angeordneten Schaufelfuß einer Laufschaufel
umfasst eine obere Abdeckplattenstirnseite zum Einschub in eine obere Nut der Laufschaufel
sowie eine der oberen Abdeckplattenstirnseite gegenüber angeordnete untere Abdeckplattenstirnseite
zum Einschub in eine untere Nut der Radscheibe. Erfindungsgemäß weist die Abdeckplatte
an der oberen Abdeckplattenstirnseite eine Ausformung zum Eingriff in eine Tasche
der oberen Nut auf.
[0006] Mit der Ausformung ist vorteilhaft eine Umfangssicherung für die Abdeckplatte geschaffen.
Die Abdeckplatte ist durch die formschlüssig in die Tasche der oberen Nut greifende
Ausformung in einfacher und effektiver Weise gegen ein Verschieben gesichert.
[0007] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Abdeckplatte weist diese
an der unteren Abdeckplattenstirnseite eine Aussparung auf.
[0008] Durch die Aussparung hindurch kann die Abdeckplatte zusätzlich mit einem Bolzen gesichert
werden.
[0009] Die erfindungsgemäße Laufschaufel umfasst eine Schaufelplattform, ein oberhalb der
Schaufelplattform angeordnetes Schaufelblatt und einen unterhalb der Schaufelplattform
angeordneten Schaufelfuß. Mit der an einer Schaufelfußstirnseite über den Schaufelfuß
kragenden Schaufelplattform ist eine Auskragung gebildet. In der Auskragung ist eine
längs zur Schaufelfußstirnseite verlaufende, nach unten in Richtung des Raums unterhalb
der Schaufelplattform offene obere Nut angeordnet. Erfindungsgemäß weist die obere
Nut eine Tasche auf, wobei mit der Tasche eine Nutbreite der oberen Nut entlang einer
Taschenlänge der Tasche vergrößert ist.
[0010] Damit ist eine Laufschaufel bereitgestellt, die eine zur Abdeckplatte korrespondierende
Gestalt aufweist. Die Ausformung der Abdeckplatte kann in die Tasche der Laufschaufel
hineinragen und ein Verschieben der Abdeckplatte verhindern.
[0011] Die erfindungsgemäße Radscheibe umfasst eine mit Schaufelfußnuten zur Aufnahme von
Schaufelfüßen von Laufschaufeln versehene Mantelfläche. Die Radscheibe weist eine
in der Mantelfläche angeordnete, umlaufende, radial nach außen offene untere Nut auf.
Erfindungsgemäß ist zumindest an einer der Schaufelfußnuten, angrenzend an die untere
Nut ein Vorsprung mit einem Bolzenloch zur Aufnahme eines Bolzens angeordnet.
[0012] Durch die Möglichkeit durch das Bolzenloch einen Bolzen zu positionieren, kann die
Abdeckplatte zusätzlich gegen ein ungewolltes Verschieben in Umfangsrichtung gesichert
werden. Zudem kann mit der Montage des Bolzens ein festerer Sitz der Abdeckplatte
erreicht werden, wodurch auch die Abdichtung verbessert wird.
[0013] Der erfindungsgemäße Bolzen weist eine von einer Bolzenvorderseite bis zu einer Bolzenhinterseite
reichende Bolzenlänge auf. Erfindungsgemäß umfasst der Bolzen ein Oberteil und ein
Unterteil, wobei der Bolzen mit dem Oberteil und dem Unterteil auf seiner gesamten
Bolzenlänge geteilt ist.
[0014] Durch den Aufbau aus mehreren Teilen kann der Bolzen eine über seine Bolzenlänge
unterschiedlich ausgeformte Kontur aufweisen und trotzdem montierbar sein, da die
Teile nacheinander in ihre Einbauposition gebracht werden können. Dem zuerst eingebrachten
Teil steht beim Einbringen mehr Platz zur Verfügung.
[0015] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Bolzens weist das Oberteil
eine Nase auf.
[0016] Mit der Nase kann das Oberteil in seiner Einbauposition formschlüssig hinter die
Abdeckplatte greifen. Ein ungewolltes Verschieben des Oberteils in der Einbauposition
ist dadurch verhindert.
[0017] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Bolzens weisen
das Oberteil eine Oberteilunterseite und das Unterteil eine Unterteiloberseite auf.
Die Oberteilunterseite ist in der Weise korrespondierend zur Unterteiloberseite geformt,
dass das Oberteil und das Unterteil zueinander in Richtung der Bolzenlänge verschiebbar
sind. Insbesondere sind das Oberteil und das Unterteil dazu mit einer Nut-Feder-Kombination
versehen.
[0018] Die Positionierung des Unterteils gegenüber dem Oberteil ist damit erleichtert, da
das Unterteil beim Einschieben unter das Oberteil durch die korrespondierenden Konturen
geführt wird. Ein seitliches Abweichen ist nicht möglich. Damit wird zudem eine korrekte
Positionierung der Bolzenteile in der gewünschten Endposition gewährleistet.
[0019] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Bolzens weist
das Oberteil oder das Unterteil an der Bolzenvorderseite eine Vertiefung auf.
[0020] Damit wird es ermöglicht, das Oberteil und das Unterteil leicht gegeneinander zu
Verstemmen, wobei das Verstemmen einen kostengünstigen Verfahrensschritt darstellt.
Die Montage des Bolzens ist somit einfach und kostengünstig ermöglicht.
[0021] Die erfindungsgemäße Abdeckplatte, die erfindungsgemäße Laufschaufel, die erfindungsgemäße
Radscheibe und der erfindungsgemäße Bolzen sind insbesondere in eine Gasturbine integriert.
Dabei ist die Abdeckplatte mit ihrer oberen Abdeckplattenstirnseite in der oberen
Nut der Laufschaufel und mit ihrer unteren Abdeckplattenstirnseite in der unteren
Nut der Radscheibe und mit ihrer Ausformung in der Tasche der oberen Nut angeordnet.
Zudem ist die Abdeckplatte mittels des im Bolzenloch der Radscheibe und in der Aussparung
der Abdeckplatte angeordneten Bolzens fixiert.
[0022] Der Gasturbine kommen somit die Vorteile der einzelnen Bauteile zugute. Mit der erfindungsgemäßen
Anordnung ist eine Gasturbine mit sicher und fest sitzenden Abdeckplatten bereitgestellt.
[0023] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der Zeichnungen und der nachfolgenden
Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
- FIG 1
- eine erfindungsgemäße Gasturbine,
- FIG 2
- eine erfindungsgemäße Laufschaufel,
- FIG 3
- eine erfindungsgemäße Abdeckplatte,
- FIG 4
- einen erfindungsgemäßen Bolzen,
- FIG 5
- ein Oberteil des erfindungsgemäßen Bolzens,
- FIG 6
- ein Unterteil des erfindungsgemäßen Bolzens und
- FIG 7
- eine Einbausituation.
[0024] In der FIG 1 ist eine erfindungsgemäße Gasturbine 10 in einer beispielhaften Ausgestaltung
skizziert. Die gezeigte Gasturbine 10 umfasst eine Turbine 11 in der wenigstens eine
Laufschaufelreihe mit mehreren Laufschaufeln 14 angeordnet ist. Die gezeigte Turbine
11 weist vier Laufschaufelreihen auf. Die Laufschaufeln 14 sind Teil eines Rotors
12, der um eine Rotationsachse 13 drehbar angeordnet ist. Die Laufschaufeln 14 sind
an einer Radscheibe 17 befestigt.
[0025] In der FIG 2 ist eine erfindungsgemäße Laufschaufel 14 in einer beispielhaften Ausgestaltung
skizziert. Die erfindungsgemäße Laufschaufel 14 umfasst eine Schaufelplattform 43,
ein Schaufelblatt 16 und ein Schaufelfuß 15. Das Schaufelblatt 16 ist dabei oberhalb
der Schaufelplattform 43 und der Schaufelfuß 15 ist dabei unterhalb der Schaufelplattform
43 angeordnet. Das Schaufelblatt 16 und der Schaufelfuß 15 sind an der Schaufelplattform
43 befestigt. Das Schaufelblatt 16 und die Schaufelplattform 43 und der Schaufelfuß
15 sind zusammen insbesondere als ein monolithischer Körper ausgebildet.
[0026] Die Schaufelplattform 43 kragt erfindungsgemäß an einer Schaufelfußstirnseite 44
über den Schaufelfuß 15 hinaus. Dadurch ist eine Auskragung 45 gebildet. Erfindungsgemäß
weist die Laufschaufel 14 in dieser Auskragung 45 eine obere Nut 20 auf. Die obere
Nut 20 verläuft im Wesentlichen parallel zur Schaufelfußstirnseite 44. Die obere Nut
20 weist eine Nutbreite 47 auf und ist nach unten offen. Die obere Nut 20 ist in Richtung
des Raums unterhalb der Schaufelplattform 43 offen. Im montierten Zustand ist die
obere Nut 20 radial, in Richtung der Drehachse 13 offen. Nach oben, in Richtung des
Raums oberhalb der Schaufelplattform 43, sowie nach hinten 49 und nach vorne 50 ist
die obere Nut 20 geschlossen. Im montierten Zustand aller Laufschaufeln 14 in der
Radscheibe 17 ist die obere Nut 20 radial umlaufend ausgebildet. In den Bereichen
zwischen den einzelnen Laufschaufeln 14 kann die umlaufende obere Nut 20 gegebenenfalls
von der Radscheibe 17 gebildet sein. Im montierten Zustand verläuft die Nutbreite
47 längs zur Drehachse 13. Die obere Nut 20 weist insbesondere einen im Wesentlichen
rechteckigen Querschnitt auf.
[0027] Die Richtungen nach vorne 50 und nach hinten 49 verlaufen im montierten Zustand längs
zur Drehachse 13. Nach hinten 49 entspricht im eingebauten Zustand in der Gasturbine
10 stromabwärts, nach vorne 50 entspricht stromaufwärts.
[0028] Die erfindungsgemäße Laufschaufel 14 weist in der oberen Nut 20 eine Tasche 21 auf.
Die Tasche ist insbesondere in der Mitte der Schaufelfußstirnseite 44 ausgebildet.
Die Tasche 21 kann nach hinten 49 oder nach vorne 50 ausgeformt sein. In der gezeigten
Ausgestaltung ist die Tasche nach hinten 49 ausgeformt. Die Tasche 21 weist eine bestimmte
Taschenlänge 48 auf. Die Taschenlänge 48 ist parallel zur oberen Nut 20 ausgebildet.
Im Bereich der Tasche 21 weist die obere Nut 20 erfindungsgemäß eine vergrößerte Nutbreite
47 auf.
[0029] In der FIG 3 ist eine erfindungsgemäße Abdeckplatte 18 in einer beispielhaften Ausgestaltung
skizziert. Die Abdeckplatte 18 ist insbesondere ein Blech. Die erfindungsgemäße Abdeckplatte
18 dient dem Abdichten einer Fuge zwischen der Radscheibe 17 und dem Schaufelfuß 15.
[0030] Die Abdeckplatte 18 weist eine obere Abdeckplattenstirnseite 25 und der oberen Abdeckplattenstirnseite
25 gegenüber angeordnet eine untere Abdeckplattenstirnseite 26 auf. Die obere Abdeckplattenstirnseite
25 ist zum Einschub in die obere Nut 20 der Laufschaufel 14 ausgebildet und die untere
Abdeckplattenstirnseite 26 ist zum Einschub in eine untere Nut 41 der Radscheibe 17
ausgebildet.
[0031] Die erfindungsgemäße Abdeckplatte 18 weist an der oberen Abdeckplattenstirnseite
25 eine Ausformung 23 auf. Die Ausformung 23 weist eine Gestalt auf, die zu der Gestalt
der Tasche 21 korrespondiert. Die Ausformung 23 und die Tasche 21 sind derart ausgebildet,
dass die Tasche 21 die Ausformung 23 aufnehmen kann. Die Tasche 21 weist im Wesentlichen
eine Negativform der Ausformung 23 auf. In der gezeigten Ausgestaltung ist die Ausformung
23 in Richtung einer Abdeckplattenhinterseite 27 gebildet, entsprechend der Ausgestaltung
der Tasche 21 der oberen Nut 20, welche gemäß FIG 2 nach hinten 49 ausgeformt ist.
Die Tasche 21 kann ebenso nach vorne 50 ausgebildet sein, dann ist die Ausformung
23 entsprechend in Richtung einer Abdeckplattenvorderseite 42 ausgebildet.
[0032] Die gezeigte Abdeckplatte 18 verfügt über Versteifungsrippen 24 an der Abdeckplattenhinterseite
27 zur Erhöhung der Steifigkeit der Abdeckplatte 18. Zudem weist die gezeigte Abdeckplatte
18 an der unteren Abdeckplattenstirnseite 26 eine Aussparung 28 auf. Durch diese Aussparung
28 kann die Abdeckplatte 18 mittels eines erfindungsgemäßen Bolzens 19 an ihrem Einbauort
fixiert werden.
[0033] In der FIG 4 ist der erfindungsgemäße Bolzen 19 in einer beispielhaften Ausgestaltung
skizziert. In der FIG 5 ist ein Oberteil 29 und in der FIG 6 ist ein Unterteil 30
des erfindungsgemäßen Bolzens 19 in jeweils einer beispielhaften Ausgestaltung näher
gezeigt.
[0034] Der erfindungsgemäße Bolzen 19 weist eine Bolzenvorderseite 35 und eine Bolzenhinterseite
36 auf. Von der Bolzenvorderseite 35 bis zur Bolzenhinterseite 36 erstreckt sich eine
Bolzenlänge 46.
[0035] Der Bolzen 19 besteht erfindungsgemäß aus mehreren Teilen 29, 30. Der erfindungsgemäße
Bolzen 19 umfasst das Oberteil 29 und das Unterteil 30. Dabei weist sowohl das Oberteil
29 wie auch das Unterteil 30 die Bolzenlänge 46 auf. Das Oberteil 29 und das Unterteil
30 teilen den gezeigten Bolzen 19 auf der gesamten Bolzenlänge 46 in zwei Teile. Dabei
sind das Oberteil 29 und das Unterteil 30 so zueinander angeordnet, dass das Oberteil
29 mit einer Oberteilunterseite 37 auf einer Unterteiloberseite 38 des Unterteils
30 aufliegt. Die Oberteilunterseite 37 ist insbesondere in der Weise korrespondierend
zur Unterteiloberseite 38 geformt, dass das Oberteil 29 und das Unterteil 30 zueinander
in Richtung der Bolzenlänge 46 verschiebbar sind. Dies wird insbesondere durch eine
Nut-Feder-Kombination erreicht. Bei dem gezeigten Bolzen 19 ist das Oberteil 29 mit
einer Bolzennut 31 gemäß FIG 5 und das Unterteil 30 mit einer Bolzenfeder 32 gemäß
FIG 6 versehen. Erfindungsgemäß sind auch andere Konturen der Oberteilunterseite 37
und der Unterteiloberseite 38 denkbar, die entlang der Bolzenlänge 46 gleich ausgeformt
sind, um eine Verschiebbarkeit längs der Bolzenlänge 46 gewährleisten zu können.
[0036] In der gezeigten Ausgestaltung des Bolzens 19 weist das Oberteil eine Nase 34 auf.
Die Nase 34 ragt aus der zylindrischen Kontur des Bolzens 19 hinaus. Die Nase 34 bildet
insbesondere einen Teil der Bolzenhinterseite 36. Die Nase 34 weist eine Nasenlänge
51 auf. Die Nasenlänge 51 verläuft längs zur Bolzenlänge 46. Die Nasenlänge 51 ist
kürzer als die Bolzenlänge 46. Insbesondere ist die Nasenlänge 51 kleiner als die
Hälfte der Bolzenlänge 46.
[0037] Zum Verstemmen der beiden Bolzenteile 29, 30 in der Montageposition des Bolzens 19
weist das gezeigte Oberteil 29 an der Bolzenvorderseite 35 eine Vertiefung 33 auf.
Es ist erfindungsgemäß auch denkbar, dass die Vertiefung 33 am Unterteil 30 angeordnet
ist. Durch eine bereichsweise plastische Verformung kann mit der Verstemmung ein Formschluss
zwischen den beiden Teilen 29, 30 längs der Bolzenlänge 46 erzeugt werden.
[0038] In der gezeigten Ausgestaltung weisen das Oberteil 29 und das Unterteil mehrere Anschrägungen
39 auf. Die Anschrägungen 39 dienen der besseren Montierbarkeit der Bolzenteile 29,
30. So weist das unter das Oberteil 29 zu schiebende Unterteil 30 eine Anschrägung
39 an der Bolzenvorderseite 36 auf. Eine Anschrägung 39 am hinteren Ende der Bolzenfeder
32 dient der Aufnahme des sich bei der Verstemmung verformenden Materials des Oberteils
29.
[0039] In der FIG 7 ist eine Einbausituation in einer beispielhaften Ausgestaltung skizziert.
Gezeigt werden die Radscheibe 17, die Laufschaufel 14, die Abdeckplatte 18 und der
Bolzen 19 im zusammengebauten Zustand in einer Schnittdarstellung. Der Schnitt verläuft
dabei längs zur Drehachse 13 auf der Breite der Tasche 21 der oberen Nut 20.
[0040] Die erfindungsgemäße Radscheibe 17 weist eine Mantelfläche auf, in der mehrere Schaufelfußnuten
zur Aufnahme der Schaufelfüße 15 der Laufschaufeln 14 auf. Die Radscheibe 17 besitzt
je Laufschaufel 14 eine Schaufelfußnut. Die Schaufelfußnuten sind dabei wie im Stand
der Technik üblich in der Mantelfläche im Wesentlichen quer zur Umfangsrichtung der
Radscheibe 17 eingebracht. Zur Montage der Laufschaufel 14 an der Radscheibe 17 wird
der Schaufelfuß 15 mit der Schaufelfußstirnseite 44 in die Schaufelfußnut geschoben.
Die Schaufelplattformoberseite schließt im montierten Zustand der Laufschaufel 14
bevorzugt bündig mit der Mantelfläche der Ringscheibe 17 ab.
[0041] Erfindungsgemäß ist in der Mantelfläche der Radscheibe 17 die untere Nut 41 angeordnet.
Die untere Nut 41 ist umlaufend und radial nach außen offen ausgebildet. Die Richtung
radial nach außen meint dabei wegführend vom Mittelpunkt der Radscheibe 17. Im zusammengebauten
Zustand ist die untere Nut 41 gegenüber der oberen Nut 20 angeordnet. Die offenen
Seiten der unteren Nut 41 und der oberen Nut 20 sind einander zugewandt.
[0042] Die erfindungsgemäße Radscheibe 17 weist zumindest an einer der Schaufelfußnuten,
angrenzend an die untere Nut 41 einen Vorsprung 40 auf, der mit einem Bolzenloch 22
versehen ist.
[0043] Das Bolzenloch 22 dient der Aufnahme des erfindungsgemäßen Bolzens 19 zum Fixieren
der erfindungsgemäßen Abdeckplatte 18 in ihrer Einbauposition. Dazu wird zuerst die
Abdeckplatte 18 an ihre Endposition gebracht, danach wird das Oberteil 29 des Bolzens
19 durch das Bolzenloch 22 der Radscheibe 17 und durch die Aussparung 28 der Abdeckplatte
18 geführt, sodass die Nase 34 hinter die Abdeckplatte 18 greift. Die Nase 34 füllt
den Zwischenraum zwischen den Abdeckplattenhinterseite 27 und der Schaufelfußstirnseite
44 aus. Nach dem Oberteil 29 wird das Unterteil 20 unter das Oberteil 29 durch das
Bolzenloch 22 der Radscheibe 17 und durch die Aussparung 28 der Abdeckplatte 18 geschoben.
Die Nut-Feder-Kombination des Bolzens 19 hilft dabei, das Oberteil 29 und das Unterteil
30 zueinander zu positionieren. Anschließend werden die Bolzenteile 29, 30 insbesondere
durch Verstemmen fixiert. Der Bolzen 19 ist formschlüssig befestigt. Das Oberteil
29 ist nach vorne 50 durch die Nase 34 formschlüssig befestigt. Das Unterteil 30 ist
nach vorne 50 durch das Verstemmen formschlüssig befestigt. In die übrigen Richtungen
ist der Formschluss durch den Schaufelfuß 15 und die radscheibe 17 hergestellt.
[0044] Sämtliche Abdeckplatten 18 ergeben im eingebauten Zustand aneinandergereiht ein Deckband.
Erfindungsgemäß ist es möglich, dass die Abdeckplatten 18 an ihren Seiten hier nicht
dargestellte Überlappungsbereiche aufweisen, wodurch die Dichtheit zwischen den Abdeckplatten
18 erhöht wird, da keine gerade durchgängige Fuge zwischen zwei Abdeckplatten 18 entsteht.
[0045] Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
1. Abdeckplatte (18) zum Abdichten einer Fuge zwischen einer Radscheibe (17) und einem
in einer Schaufelfußnut der Radscheibe (17) angeordneten Schaufelfuß (15) einer Laufschaufel
(14),
wobei die Abdeckplatte (18) eine obere Abdeckplattenstirnseite (25) zum Einschub in
eine obere Nut (20) der Laufschaufel (14) und eine der oberen Abdeckplattenstirnseite
(25) gegenüber angeordnete untere Abdeckplattenstirnseite (26) zum Einschub in eine
untere Nut (41) der Radscheibe (17) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Abdeckplatte (18) an der oberen Abdeckplattenstirnseite (25) eine Ausformung (23)
zum Eingriff in eine Tasche (21) der oberen Nut (20) aufweist.
2. Abdeckplatte (18) nach Anspruch 1,
wobei die Abdeckplatte (18) an der unteren Abdeckplattenstirnseite (26) eine Aussparung
(28) aufweist.
3. Laufschaufel (14) mit einer Schaufelplattform (43), einem oberhalb der Schaufelplattform
(43) angeordneten Schaufelblatt (16) und einem unterhalb der Schaufelplattform (43)
angeordneten Schaufelfuß (15),
wobei mit der an einer Schaufelfußstirnseite (44) über den Schaufelfuß (15) kragenden
Schaufelplattform (43) eine Auskragung (45) gebildet ist und in der Auskragung (45)
eine längs zur Schaufelfußstirnseite (44) verlaufende, nach unten in Richtung des
Raums unterhalb der Schaufelplattform 43 offene obere Nut (20) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die obere Nut (20) eine Tasche (21) aufweist,
wobei mit der Tasche (21) eine Nutbreite (47) der oberen Nut (20) entlang einer Taschenlänge
(48) der Tasche (21) vergrößert ist.
4. Radscheibe (17) mit einer mit Schaufelfußnuten zur Aufnahme von Schaufelfüßen (15)
von Laufschaufeln (14) versehenen Mantelfläche,
wobei die Radscheibe (17) eine in der Mantelfläche angeordnete, umlaufende, radial
nach außen offene untere Nut (41) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest an einer der Schaufelfußnuten, angrenzend an die untere Nut (41), ein Vorsprung
(40) mit einem Bolzenloch (22) zur Aufnahme eines Bolzens (19) angeordnet ist.
5. Bolzen (19) mit einer von einer Bolzenvorderseite (35) bis zu einer Bolzenhinterseite
(36) reichenden Bolzenlänge (46),
dadurch gekennzeichnet, dass
der Bolzen (19) ein Oberteil (29) und ein Unterteil (30) aufweist,
wobei mit dem Oberteil (29) und dem Unterteil (30) der Bolzen (19) auf seiner gesamten
Bolzenlänge (46) geteilt ist.
6. Bolzen (19) nach Anspruch 5,
wobei das Oberteil (29) eine Nase (34) aufweist.
7. Bolzen nach Anspruch 5 oder 6,
wobei das Oberteil (29) eine Oberteilunterseite (37) und das Unterteil (30) eine Unterteiloberseite
(38) aufweisen, wobei die Oberteilunterseite (37) in der Weise korrespondierend zur
Unterteiloberseite (38) geformt ist, dass das Oberteil (29) und das Unterteil (30)
zueinander in Richtung der Bolzenlänge verschiebbar sind.
8. Bolzen (19) nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
wobei das Oberteil (29) oder das Unterteil (30) an der Bolzenvorderseite (35) eine
Vertiefung (33) aufweist.
9. Gasturbine (10) mit einer Radscheibe (17) nach Anspruch 4,
einer in der Radscheibe (17) angeordneten Laufschaufel (14) nach Anspruch 3,
einer Abdeckplatte (18) nach Anspruch 1 oder 2 und
einem Bolzen (19) nach einem der Ansprüche 5 bis 8,
wobei die Abdeckplatte (18) mit ihrer oberen Abdeckplattenstirnseite (25) in der oberen
Nut (20) der Laufschaufel (14) und mit ihrer unteren Abdeckplattenstirnseite (26)
in der unteren Nut (41) der Radscheibe (17) und mit ihrer Ausformung (23) in der Tasche
(21) der oberen Nut (20) angeordnet ist und
wobei die Abdeckplatte (18) mittels des im Bolzenloch (22) der Radscheibe (17) und
in der Aussparung (28) der Abdeckplatte (18) angeordneten Bolzens (19) fixiert ist.