(19)
(11) EP 2 873 807 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
20.05.2015  Patentblatt  2015/21

(21) Anmeldenummer: 13193327.7

(22) Anmeldetag:  18.11.2013
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F01D 5/30(2006.01)
F01D 11/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71) Anmelder: Siemens Aktiengesellschaft
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Dungs, Sascha, Dr.
    46485 Wesel (DE)
  • Kolk, Karsten, Dr.
    45479 Mülheim a.d. Ruhr (DE)
  • Schröder, Peter
    45307 Essen (DE)

   


(54) Abdeckplatte, Laufschaufel, Radscheibe, Bolzen und Gasturbine


(57) Eine Abdeckplatte (18) zum Abdichten einer Fuge zwischen einer Radscheibe (17) und einem in einer Schaufelfußnut der Radscheibe (17) angeordneten Schaufelfuß (15) einer Laufschaufel (14). Die Abdeckplatte (18) umfasst eine obere Abdeckplattenstirnseite (25) zum Einschub in eine obere Nut (20) der Laufschaufel (14) sowie eine der oberen Abdeckplattenstirnseite (25) gegenüber angeordnete untere Abdeckplattenstirnseite (26) zum Einschub in eine untere Nut (41) der Radscheibe (17). Erfindungsgemäß weist die Abdeckplatte (18) an der oberen Abdeckplattenstirnseite (25) eine Ausformung (23) zum Eingriff in eine Tasche (21) der oberen Nut (20) auf.
Zugehörige Laufschaufel, Radscheibe, Bolzen und Gasturbine.







Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Abdeckplatte zum Abdichten einer Fuge zwischen einer Radscheibe und einem in einer Schaufelfußnut der Radscheibe angeordneten Schaufelfuß einer Laufschaufel.

[0002] Es ist im Stand der Technik bekannt, die Fuge zwischen der Radscheibe und dem Schaufelfuß mittels blechförmiger Dichtelemente abzudichten. Die WO 002007028703 A1 zeigt dazu eine Anordnung zur Axialsicherung von Laufschaufeln in einem Rotor mit einem Wellenbund, an dessen Außenumfang in Axialrichtung des Rotors verlaufende Laufschaufelhaltenuten vorgesehen sind. An einer stirnseitigen Seitenfläche des Wellenbundes ist im Bereich der Haltenuten ein Vorsprung angeordnet, in dem eine radial nach außen offene umlaufende Nut vorgesehen ist. Jeder Laufschaufel ist eine Sicherungsnut zugeordnet. Zur axialen Sicherung der Laufschaufel ist jeweils ein in die umlaufende Nut und in die Sicherungsnut eingreifendes, blechförmiges Dichtelement vorgesehen. Alle Dichtelemente bilden in Umfangsrichtung einen stirnseitigen Dichtring. Zur Sicherung der Dichtelemente gegen eine Verschiebung in Umfangsrichtung umfasst mindestens eines der Dichtelemente einen an diesen befestigten Blechstreifen. Der Blechstreifen ist am radial inneren Ende des Dichtelementes angebracht, L-artig geformt stützt sich an der Rotorscheibe ab.

[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Anordnung zur Abdichtung der Fuge zwischen der Radscheibe und dem Schaufelfuß bereitzustellen.

[0004] Gelöst wird diese Aufgabe mit einer Abdeckplatte nach Anspruch 1, einer Laufschaufel nach Anspruch 3, einer Radscheibe nach Anspruch 4, einem Bolzen nach Anspruch 5 sowie einer Gasturbine nach Anspruch 9. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben und in der Beschreibung beschrieben.

[0005] Die erfindungsgemäße Abdeckplatte zum Abdichten einer Fuge zwischen einer Radscheibe und einem in einer Schaufelfußnut der Radscheibe angeordneten Schaufelfuß einer Laufschaufel umfasst eine obere Abdeckplattenstirnseite zum Einschub in eine obere Nut der Laufschaufel sowie eine der oberen Abdeckplattenstirnseite gegenüber angeordnete untere Abdeckplattenstirnseite zum Einschub in eine untere Nut der Radscheibe. Erfindungsgemäß weist die Abdeckplatte an der oberen Abdeckplattenstirnseite eine Ausformung zum Eingriff in eine Tasche der oberen Nut auf.

[0006] Mit der Ausformung ist vorteilhaft eine Umfangssicherung für die Abdeckplatte geschaffen. Die Abdeckplatte ist durch die formschlüssig in die Tasche der oberen Nut greifende Ausformung in einfacher und effektiver Weise gegen ein Verschieben gesichert.

[0007] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Abdeckplatte weist diese an der unteren Abdeckplattenstirnseite eine Aussparung auf.

[0008] Durch die Aussparung hindurch kann die Abdeckplatte zusätzlich mit einem Bolzen gesichert werden.

[0009] Die erfindungsgemäße Laufschaufel umfasst eine Schaufelplattform, ein oberhalb der Schaufelplattform angeordnetes Schaufelblatt und einen unterhalb der Schaufelplattform angeordneten Schaufelfuß. Mit der an einer Schaufelfußstirnseite über den Schaufelfuß kragenden Schaufelplattform ist eine Auskragung gebildet. In der Auskragung ist eine längs zur Schaufelfußstirnseite verlaufende, nach unten in Richtung des Raums unterhalb der Schaufelplattform offene obere Nut angeordnet. Erfindungsgemäß weist die obere Nut eine Tasche auf, wobei mit der Tasche eine Nutbreite der oberen Nut entlang einer Taschenlänge der Tasche vergrößert ist.

[0010] Damit ist eine Laufschaufel bereitgestellt, die eine zur Abdeckplatte korrespondierende Gestalt aufweist. Die Ausformung der Abdeckplatte kann in die Tasche der Laufschaufel hineinragen und ein Verschieben der Abdeckplatte verhindern.

[0011] Die erfindungsgemäße Radscheibe umfasst eine mit Schaufelfußnuten zur Aufnahme von Schaufelfüßen von Laufschaufeln versehene Mantelfläche. Die Radscheibe weist eine in der Mantelfläche angeordnete, umlaufende, radial nach außen offene untere Nut auf. Erfindungsgemäß ist zumindest an einer der Schaufelfußnuten, angrenzend an die untere Nut ein Vorsprung mit einem Bolzenloch zur Aufnahme eines Bolzens angeordnet.

[0012] Durch die Möglichkeit durch das Bolzenloch einen Bolzen zu positionieren, kann die Abdeckplatte zusätzlich gegen ein ungewolltes Verschieben in Umfangsrichtung gesichert werden. Zudem kann mit der Montage des Bolzens ein festerer Sitz der Abdeckplatte erreicht werden, wodurch auch die Abdichtung verbessert wird.

[0013] Der erfindungsgemäße Bolzen weist eine von einer Bolzenvorderseite bis zu einer Bolzenhinterseite reichende Bolzenlänge auf. Erfindungsgemäß umfasst der Bolzen ein Oberteil und ein Unterteil, wobei der Bolzen mit dem Oberteil und dem Unterteil auf seiner gesamten Bolzenlänge geteilt ist.

[0014] Durch den Aufbau aus mehreren Teilen kann der Bolzen eine über seine Bolzenlänge unterschiedlich ausgeformte Kontur aufweisen und trotzdem montierbar sein, da die Teile nacheinander in ihre Einbauposition gebracht werden können. Dem zuerst eingebrachten Teil steht beim Einbringen mehr Platz zur Verfügung.

[0015] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Bolzens weist das Oberteil eine Nase auf.

[0016] Mit der Nase kann das Oberteil in seiner Einbauposition formschlüssig hinter die Abdeckplatte greifen. Ein ungewolltes Verschieben des Oberteils in der Einbauposition ist dadurch verhindert.

[0017] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Bolzens weisen das Oberteil eine Oberteilunterseite und das Unterteil eine Unterteiloberseite auf. Die Oberteilunterseite ist in der Weise korrespondierend zur Unterteiloberseite geformt, dass das Oberteil und das Unterteil zueinander in Richtung der Bolzenlänge verschiebbar sind. Insbesondere sind das Oberteil und das Unterteil dazu mit einer Nut-Feder-Kombination versehen.

[0018] Die Positionierung des Unterteils gegenüber dem Oberteil ist damit erleichtert, da das Unterteil beim Einschieben unter das Oberteil durch die korrespondierenden Konturen geführt wird. Ein seitliches Abweichen ist nicht möglich. Damit wird zudem eine korrekte Positionierung der Bolzenteile in der gewünschten Endposition gewährleistet.

[0019] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Bolzens weist das Oberteil oder das Unterteil an der Bolzenvorderseite eine Vertiefung auf.

[0020] Damit wird es ermöglicht, das Oberteil und das Unterteil leicht gegeneinander zu Verstemmen, wobei das Verstemmen einen kostengünstigen Verfahrensschritt darstellt. Die Montage des Bolzens ist somit einfach und kostengünstig ermöglicht.

[0021] Die erfindungsgemäße Abdeckplatte, die erfindungsgemäße Laufschaufel, die erfindungsgemäße Radscheibe und der erfindungsgemäße Bolzen sind insbesondere in eine Gasturbine integriert. Dabei ist die Abdeckplatte mit ihrer oberen Abdeckplattenstirnseite in der oberen Nut der Laufschaufel und mit ihrer unteren Abdeckplattenstirnseite in der unteren Nut der Radscheibe und mit ihrer Ausformung in der Tasche der oberen Nut angeordnet. Zudem ist die Abdeckplatte mittels des im Bolzenloch der Radscheibe und in der Aussparung der Abdeckplatte angeordneten Bolzens fixiert.

[0022] Der Gasturbine kommen somit die Vorteile der einzelnen Bauteile zugute. Mit der erfindungsgemäßen Anordnung ist eine Gasturbine mit sicher und fest sitzenden Abdeckplatten bereitgestellt.

[0023] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der Zeichnungen und der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
FIG 1
eine erfindungsgemäße Gasturbine,
FIG 2
eine erfindungsgemäße Laufschaufel,
FIG 3
eine erfindungsgemäße Abdeckplatte,
FIG 4
einen erfindungsgemäßen Bolzen,
FIG 5
ein Oberteil des erfindungsgemäßen Bolzens,
FIG 6
ein Unterteil des erfindungsgemäßen Bolzens und
FIG 7
eine Einbausituation.


[0024] In der FIG 1 ist eine erfindungsgemäße Gasturbine 10 in einer beispielhaften Ausgestaltung skizziert. Die gezeigte Gasturbine 10 umfasst eine Turbine 11 in der wenigstens eine Laufschaufelreihe mit mehreren Laufschaufeln 14 angeordnet ist. Die gezeigte Turbine 11 weist vier Laufschaufelreihen auf. Die Laufschaufeln 14 sind Teil eines Rotors 12, der um eine Rotationsachse 13 drehbar angeordnet ist. Die Laufschaufeln 14 sind an einer Radscheibe 17 befestigt.

[0025] In der FIG 2 ist eine erfindungsgemäße Laufschaufel 14 in einer beispielhaften Ausgestaltung skizziert. Die erfindungsgemäße Laufschaufel 14 umfasst eine Schaufelplattform 43, ein Schaufelblatt 16 und ein Schaufelfuß 15. Das Schaufelblatt 16 ist dabei oberhalb der Schaufelplattform 43 und der Schaufelfuß 15 ist dabei unterhalb der Schaufelplattform 43 angeordnet. Das Schaufelblatt 16 und der Schaufelfuß 15 sind an der Schaufelplattform 43 befestigt. Das Schaufelblatt 16 und die Schaufelplattform 43 und der Schaufelfuß 15 sind zusammen insbesondere als ein monolithischer Körper ausgebildet.

[0026] Die Schaufelplattform 43 kragt erfindungsgemäß an einer Schaufelfußstirnseite 44 über den Schaufelfuß 15 hinaus. Dadurch ist eine Auskragung 45 gebildet. Erfindungsgemäß weist die Laufschaufel 14 in dieser Auskragung 45 eine obere Nut 20 auf. Die obere Nut 20 verläuft im Wesentlichen parallel zur Schaufelfußstirnseite 44. Die obere Nut 20 weist eine Nutbreite 47 auf und ist nach unten offen. Die obere Nut 20 ist in Richtung des Raums unterhalb der Schaufelplattform 43 offen. Im montierten Zustand ist die obere Nut 20 radial, in Richtung der Drehachse 13 offen. Nach oben, in Richtung des Raums oberhalb der Schaufelplattform 43, sowie nach hinten 49 und nach vorne 50 ist die obere Nut 20 geschlossen. Im montierten Zustand aller Laufschaufeln 14 in der Radscheibe 17 ist die obere Nut 20 radial umlaufend ausgebildet. In den Bereichen zwischen den einzelnen Laufschaufeln 14 kann die umlaufende obere Nut 20 gegebenenfalls von der Radscheibe 17 gebildet sein. Im montierten Zustand verläuft die Nutbreite 47 längs zur Drehachse 13. Die obere Nut 20 weist insbesondere einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt auf.

[0027] Die Richtungen nach vorne 50 und nach hinten 49 verlaufen im montierten Zustand längs zur Drehachse 13. Nach hinten 49 entspricht im eingebauten Zustand in der Gasturbine 10 stromabwärts, nach vorne 50 entspricht stromaufwärts.

[0028] Die erfindungsgemäße Laufschaufel 14 weist in der oberen Nut 20 eine Tasche 21 auf. Die Tasche ist insbesondere in der Mitte der Schaufelfußstirnseite 44 ausgebildet. Die Tasche 21 kann nach hinten 49 oder nach vorne 50 ausgeformt sein. In der gezeigten Ausgestaltung ist die Tasche nach hinten 49 ausgeformt. Die Tasche 21 weist eine bestimmte Taschenlänge 48 auf. Die Taschenlänge 48 ist parallel zur oberen Nut 20 ausgebildet. Im Bereich der Tasche 21 weist die obere Nut 20 erfindungsgemäß eine vergrößerte Nutbreite 47 auf.

[0029] In der FIG 3 ist eine erfindungsgemäße Abdeckplatte 18 in einer beispielhaften Ausgestaltung skizziert. Die Abdeckplatte 18 ist insbesondere ein Blech. Die erfindungsgemäße Abdeckplatte 18 dient dem Abdichten einer Fuge zwischen der Radscheibe 17 und dem Schaufelfuß 15.

[0030] Die Abdeckplatte 18 weist eine obere Abdeckplattenstirnseite 25 und der oberen Abdeckplattenstirnseite 25 gegenüber angeordnet eine untere Abdeckplattenstirnseite 26 auf. Die obere Abdeckplattenstirnseite 25 ist zum Einschub in die obere Nut 20 der Laufschaufel 14 ausgebildet und die untere Abdeckplattenstirnseite 26 ist zum Einschub in eine untere Nut 41 der Radscheibe 17 ausgebildet.

[0031] Die erfindungsgemäße Abdeckplatte 18 weist an der oberen Abdeckplattenstirnseite 25 eine Ausformung 23 auf. Die Ausformung 23 weist eine Gestalt auf, die zu der Gestalt der Tasche 21 korrespondiert. Die Ausformung 23 und die Tasche 21 sind derart ausgebildet, dass die Tasche 21 die Ausformung 23 aufnehmen kann. Die Tasche 21 weist im Wesentlichen eine Negativform der Ausformung 23 auf. In der gezeigten Ausgestaltung ist die Ausformung 23 in Richtung einer Abdeckplattenhinterseite 27 gebildet, entsprechend der Ausgestaltung der Tasche 21 der oberen Nut 20, welche gemäß FIG 2 nach hinten 49 ausgeformt ist. Die Tasche 21 kann ebenso nach vorne 50 ausgebildet sein, dann ist die Ausformung 23 entsprechend in Richtung einer Abdeckplattenvorderseite 42 ausgebildet.

[0032] Die gezeigte Abdeckplatte 18 verfügt über Versteifungsrippen 24 an der Abdeckplattenhinterseite 27 zur Erhöhung der Steifigkeit der Abdeckplatte 18. Zudem weist die gezeigte Abdeckplatte 18 an der unteren Abdeckplattenstirnseite 26 eine Aussparung 28 auf. Durch diese Aussparung 28 kann die Abdeckplatte 18 mittels eines erfindungsgemäßen Bolzens 19 an ihrem Einbauort fixiert werden.

[0033] In der FIG 4 ist der erfindungsgemäße Bolzen 19 in einer beispielhaften Ausgestaltung skizziert. In der FIG 5 ist ein Oberteil 29 und in der FIG 6 ist ein Unterteil 30 des erfindungsgemäßen Bolzens 19 in jeweils einer beispielhaften Ausgestaltung näher gezeigt.

[0034] Der erfindungsgemäße Bolzen 19 weist eine Bolzenvorderseite 35 und eine Bolzenhinterseite 36 auf. Von der Bolzenvorderseite 35 bis zur Bolzenhinterseite 36 erstreckt sich eine Bolzenlänge 46.

[0035] Der Bolzen 19 besteht erfindungsgemäß aus mehreren Teilen 29, 30. Der erfindungsgemäße Bolzen 19 umfasst das Oberteil 29 und das Unterteil 30. Dabei weist sowohl das Oberteil 29 wie auch das Unterteil 30 die Bolzenlänge 46 auf. Das Oberteil 29 und das Unterteil 30 teilen den gezeigten Bolzen 19 auf der gesamten Bolzenlänge 46 in zwei Teile. Dabei sind das Oberteil 29 und das Unterteil 30 so zueinander angeordnet, dass das Oberteil 29 mit einer Oberteilunterseite 37 auf einer Unterteiloberseite 38 des Unterteils 30 aufliegt. Die Oberteilunterseite 37 ist insbesondere in der Weise korrespondierend zur Unterteiloberseite 38 geformt, dass das Oberteil 29 und das Unterteil 30 zueinander in Richtung der Bolzenlänge 46 verschiebbar sind. Dies wird insbesondere durch eine Nut-Feder-Kombination erreicht. Bei dem gezeigten Bolzen 19 ist das Oberteil 29 mit einer Bolzennut 31 gemäß FIG 5 und das Unterteil 30 mit einer Bolzenfeder 32 gemäß FIG 6 versehen. Erfindungsgemäß sind auch andere Konturen der Oberteilunterseite 37 und der Unterteiloberseite 38 denkbar, die entlang der Bolzenlänge 46 gleich ausgeformt sind, um eine Verschiebbarkeit längs der Bolzenlänge 46 gewährleisten zu können.

[0036] In der gezeigten Ausgestaltung des Bolzens 19 weist das Oberteil eine Nase 34 auf. Die Nase 34 ragt aus der zylindrischen Kontur des Bolzens 19 hinaus. Die Nase 34 bildet insbesondere einen Teil der Bolzenhinterseite 36. Die Nase 34 weist eine Nasenlänge 51 auf. Die Nasenlänge 51 verläuft längs zur Bolzenlänge 46. Die Nasenlänge 51 ist kürzer als die Bolzenlänge 46. Insbesondere ist die Nasenlänge 51 kleiner als die Hälfte der Bolzenlänge 46.

[0037] Zum Verstemmen der beiden Bolzenteile 29, 30 in der Montageposition des Bolzens 19 weist das gezeigte Oberteil 29 an der Bolzenvorderseite 35 eine Vertiefung 33 auf. Es ist erfindungsgemäß auch denkbar, dass die Vertiefung 33 am Unterteil 30 angeordnet ist. Durch eine bereichsweise plastische Verformung kann mit der Verstemmung ein Formschluss zwischen den beiden Teilen 29, 30 längs der Bolzenlänge 46 erzeugt werden.

[0038] In der gezeigten Ausgestaltung weisen das Oberteil 29 und das Unterteil mehrere Anschrägungen 39 auf. Die Anschrägungen 39 dienen der besseren Montierbarkeit der Bolzenteile 29, 30. So weist das unter das Oberteil 29 zu schiebende Unterteil 30 eine Anschrägung 39 an der Bolzenvorderseite 36 auf. Eine Anschrägung 39 am hinteren Ende der Bolzenfeder 32 dient der Aufnahme des sich bei der Verstemmung verformenden Materials des Oberteils 29.

[0039] In der FIG 7 ist eine Einbausituation in einer beispielhaften Ausgestaltung skizziert. Gezeigt werden die Radscheibe 17, die Laufschaufel 14, die Abdeckplatte 18 und der Bolzen 19 im zusammengebauten Zustand in einer Schnittdarstellung. Der Schnitt verläuft dabei längs zur Drehachse 13 auf der Breite der Tasche 21 der oberen Nut 20.

[0040] Die erfindungsgemäße Radscheibe 17 weist eine Mantelfläche auf, in der mehrere Schaufelfußnuten zur Aufnahme der Schaufelfüße 15 der Laufschaufeln 14 auf. Die Radscheibe 17 besitzt je Laufschaufel 14 eine Schaufelfußnut. Die Schaufelfußnuten sind dabei wie im Stand der Technik üblich in der Mantelfläche im Wesentlichen quer zur Umfangsrichtung der Radscheibe 17 eingebracht. Zur Montage der Laufschaufel 14 an der Radscheibe 17 wird der Schaufelfuß 15 mit der Schaufelfußstirnseite 44 in die Schaufelfußnut geschoben. Die Schaufelplattformoberseite schließt im montierten Zustand der Laufschaufel 14 bevorzugt bündig mit der Mantelfläche der Ringscheibe 17 ab.

[0041] Erfindungsgemäß ist in der Mantelfläche der Radscheibe 17 die untere Nut 41 angeordnet. Die untere Nut 41 ist umlaufend und radial nach außen offen ausgebildet. Die Richtung radial nach außen meint dabei wegführend vom Mittelpunkt der Radscheibe 17. Im zusammengebauten Zustand ist die untere Nut 41 gegenüber der oberen Nut 20 angeordnet. Die offenen Seiten der unteren Nut 41 und der oberen Nut 20 sind einander zugewandt.

[0042] Die erfindungsgemäße Radscheibe 17 weist zumindest an einer der Schaufelfußnuten, angrenzend an die untere Nut 41 einen Vorsprung 40 auf, der mit einem Bolzenloch 22 versehen ist.

[0043] Das Bolzenloch 22 dient der Aufnahme des erfindungsgemäßen Bolzens 19 zum Fixieren der erfindungsgemäßen Abdeckplatte 18 in ihrer Einbauposition. Dazu wird zuerst die Abdeckplatte 18 an ihre Endposition gebracht, danach wird das Oberteil 29 des Bolzens 19 durch das Bolzenloch 22 der Radscheibe 17 und durch die Aussparung 28 der Abdeckplatte 18 geführt, sodass die Nase 34 hinter die Abdeckplatte 18 greift. Die Nase 34 füllt den Zwischenraum zwischen den Abdeckplattenhinterseite 27 und der Schaufelfußstirnseite 44 aus. Nach dem Oberteil 29 wird das Unterteil 20 unter das Oberteil 29 durch das Bolzenloch 22 der Radscheibe 17 und durch die Aussparung 28 der Abdeckplatte 18 geschoben. Die Nut-Feder-Kombination des Bolzens 19 hilft dabei, das Oberteil 29 und das Unterteil 30 zueinander zu positionieren. Anschließend werden die Bolzenteile 29, 30 insbesondere durch Verstemmen fixiert. Der Bolzen 19 ist formschlüssig befestigt. Das Oberteil 29 ist nach vorne 50 durch die Nase 34 formschlüssig befestigt. Das Unterteil 30 ist nach vorne 50 durch das Verstemmen formschlüssig befestigt. In die übrigen Richtungen ist der Formschluss durch den Schaufelfuß 15 und die radscheibe 17 hergestellt.

[0044] Sämtliche Abdeckplatten 18 ergeben im eingebauten Zustand aneinandergereiht ein Deckband. Erfindungsgemäß ist es möglich, dass die Abdeckplatten 18 an ihren Seiten hier nicht dargestellte Überlappungsbereiche aufweisen, wodurch die Dichtheit zwischen den Abdeckplatten 18 erhöht wird, da keine gerade durchgängige Fuge zwischen zwei Abdeckplatten 18 entsteht.

[0045] Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.


Ansprüche

1. Abdeckplatte (18) zum Abdichten einer Fuge zwischen einer Radscheibe (17) und einem in einer Schaufelfußnut der Radscheibe (17) angeordneten Schaufelfuß (15) einer Laufschaufel (14),
wobei die Abdeckplatte (18) eine obere Abdeckplattenstirnseite (25) zum Einschub in eine obere Nut (20) der Laufschaufel (14) und eine der oberen Abdeckplattenstirnseite (25) gegenüber angeordnete untere Abdeckplattenstirnseite (26) zum Einschub in eine untere Nut (41) der Radscheibe (17) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Abdeckplatte (18) an der oberen Abdeckplattenstirnseite (25) eine Ausformung (23) zum Eingriff in eine Tasche (21) der oberen Nut (20) aufweist.
 
2. Abdeckplatte (18) nach Anspruch 1,
wobei die Abdeckplatte (18) an der unteren Abdeckplattenstirnseite (26) eine Aussparung (28) aufweist.
 
3. Laufschaufel (14) mit einer Schaufelplattform (43), einem oberhalb der Schaufelplattform (43) angeordneten Schaufelblatt (16) und einem unterhalb der Schaufelplattform (43) angeordneten Schaufelfuß (15),
wobei mit der an einer Schaufelfußstirnseite (44) über den Schaufelfuß (15) kragenden Schaufelplattform (43) eine Auskragung (45) gebildet ist und in der Auskragung (45) eine längs zur Schaufelfußstirnseite (44) verlaufende, nach unten in Richtung des Raums unterhalb der Schaufelplattform 43 offene obere Nut (20) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die obere Nut (20) eine Tasche (21) aufweist,
wobei mit der Tasche (21) eine Nutbreite (47) der oberen Nut (20) entlang einer Taschenlänge (48) der Tasche (21) vergrößert ist.
 
4. Radscheibe (17) mit einer mit Schaufelfußnuten zur Aufnahme von Schaufelfüßen (15) von Laufschaufeln (14) versehenen Mantelfläche,
wobei die Radscheibe (17) eine in der Mantelfläche angeordnete, umlaufende, radial nach außen offene untere Nut (41) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest an einer der Schaufelfußnuten, angrenzend an die untere Nut (41), ein Vorsprung (40) mit einem Bolzenloch (22) zur Aufnahme eines Bolzens (19) angeordnet ist.
 
5. Bolzen (19) mit einer von einer Bolzenvorderseite (35) bis zu einer Bolzenhinterseite (36) reichenden Bolzenlänge (46),
dadurch gekennzeichnet, dass
der Bolzen (19) ein Oberteil (29) und ein Unterteil (30) aufweist,
wobei mit dem Oberteil (29) und dem Unterteil (30) der Bolzen (19) auf seiner gesamten Bolzenlänge (46) geteilt ist.
 
6. Bolzen (19) nach Anspruch 5,
wobei das Oberteil (29) eine Nase (34) aufweist.
 
7. Bolzen nach Anspruch 5 oder 6,
wobei das Oberteil (29) eine Oberteilunterseite (37) und das Unterteil (30) eine Unterteiloberseite (38) aufweisen, wobei die Oberteilunterseite (37) in der Weise korrespondierend zur Unterteiloberseite (38) geformt ist, dass das Oberteil (29) und das Unterteil (30) zueinander in Richtung der Bolzenlänge verschiebbar sind.
 
8. Bolzen (19) nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
wobei das Oberteil (29) oder das Unterteil (30) an der Bolzenvorderseite (35) eine Vertiefung (33) aufweist.
 
9. Gasturbine (10) mit einer Radscheibe (17) nach Anspruch 4,
einer in der Radscheibe (17) angeordneten Laufschaufel (14) nach Anspruch 3,
einer Abdeckplatte (18) nach Anspruch 1 oder 2 und
einem Bolzen (19) nach einem der Ansprüche 5 bis 8,
wobei die Abdeckplatte (18) mit ihrer oberen Abdeckplattenstirnseite (25) in der oberen Nut (20) der Laufschaufel (14) und mit ihrer unteren Abdeckplattenstirnseite (26) in der unteren Nut (41) der Radscheibe (17) und mit ihrer Ausformung (23) in der Tasche (21) der oberen Nut (20) angeordnet ist und
wobei die Abdeckplatte (18) mittels des im Bolzenloch (22) der Radscheibe (17) und in der Aussparung (28) der Abdeckplatte (18) angeordneten Bolzens (19) fixiert ist.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente