Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Antriebseinheit eines Kraftfahrzeuges, insbesondere eine
Antriebseinheit mit regulierbarer Luftansaugleitung.
Bisheriger Stand der Technik
[0002] Derzeit werden Kraftfahrzeuge außer Ausnahmen mit Kolbenverbrennungsmotoren angetrieben,
die als Kraftstoff ein Gemisch aus flüssigem Brennstoff und der Luft nutzen, wobei
die Luft aus der Umgebung entnommen wird. Der Zustand der Umgebung ist unterschiedlich,
gekennzeichnet durch die sehr unterschiedliche Temperatur, den Staubgehalt, das Vorkommen
von Schneeflocken und insbesondere durch den Wassertropfengehalt. Die Wassertropfen
verschiedener Größe sind bei oder auch nach Regen, wenn die regennasse Fahrbahn zum
Beispiel knapp nach dem Regen befahren wird, in der umgebenden Luft enthalten. Bei
der Fahrt auf einer regennassen Fahrbahn entstehen die Wassertropfen in der Luft so,
dass die Wasserschicht aus der Fahrbahn durch das rotierende Reifenprofil aufgenommen
und durch die Fliehkraft in die Luft geschleudert wird. Bei diesem Prozess spült das
Wasser die Fahrbahn und schwemmt die Schmutzpartikel aus, was auch die aus der Umgebung
der Fahrbahn aufgewehten Kieselsandkörner sein können, so dass der Wassernebel über
der Fahrbahn neben dem Wasser auch weitere Schmutzpartikel enthält.
[0003] Da die Leistung der Verbrennungsmotoren durch die Temperatur der Ansaugluft beeinflusst
wird, indem bei niedrigeren Temperaturen in der Regel die Motorleistung höher und
die Wärmebelastung des Motors geringer ist, werden bestehende Fahrzeuge im vorderen
Karosseriebereich mit der Ansaugluftzufuhr ausgestattet, damit die anprallende kalte
Luft vor dem Fahrzeug aufgefangen wird. Da der vordere Bereich der Karosserie, gekennzeichnet
durch den Kühlergrill und die vordere Stoßstange, aus aerodynamischen Gründen niedrig
ist, liegt auch die Ansaugluftzufuhr niedrig über der Fahrbahn, also im Bereich mit
hohem Gehalt des verschmutzten Wassernebels. Dies führt letztendlich dazu, dass im
angeführten Fall, also beim Fahren auf einer nassen Fahrbahn, große Mengen von Wassertropfen,
die gefährliche Schmutzpartikel enthalten, in die Ansaugleitung eindringen.
[0004] Die Konstruktion der modernen Fahrzeuge zeichnet sich deshalb durch den Einsatz von
Abscheidern der Wassertropfen und weiterer Schmutzpartikeln am Einlass der Ansaugleitung
aus, um durch die Nutzung verschiedener physikalischen Grundsätze, zum Beispiel der
Fliehkraft, die Wassertropfen und weiteren Schmutz womöglich abzuscheiden. Trotz guter
Wirksamkeit dieser Maßnahmen dringen beachtliche Mengen insbesondere der Wassertropfen
weiterhin in die Ansaugleitung, wo sie sich durch die Einwirkung der Motoransaugung
bewegen, bis sie in der Filtereinlage des Ansaugfilters abgefangen werden. Diese Filtereinlagen
sind durchwegs aus hochdichtem Zellstoff gefertigt, um die mikroskopischen Schmutzpartikeln
in der Ansaugluft abzufangen, sodass die Filtereinlage nach längerer Zeit im normalen
Betrieb an ihrer Einlassseite erhebliche Menge der genannten Partikeln aufweist. Wird
die Einlassfläche der Filtereinlage dann mit Wassertropfen wie oben beschrieben getroffen,
werden die Wassertropfen anfangs durch ihre Saugfähigkeit abgefangen, jedoch bei massiver
Tropfenzufuhr, zum Beispiel bei längerer Fahrt im Regen, wird die Filtereinlage örtlich
gesättigt und das weitere zugeführte Wasser in Richtung zur Motoransaugung durchdringen.
Bei dieser Durchdringung kann das Wasser die Filtereinlage ausspülen und so die kieselhaltige
Mikropartikel in die feine Motormechanik einschleppen, mit einer verheerenden Schleifwirkung
an den wichtigen Motorenteilen, wie Kolben, Kolbenringe, Zylinderbuchsen usw. Zweite
unerwünschte Wirkung des in das Ansaugrohr des Motors durchdringenden Wassers ist
die mögliche Beschädigung des elektronischen Sensors für die Ansaugluftmengenmessung.
Während bei der ersten Art der Beschädigung, der abrasiven Wirkung der Mikropartikel,
die verheerende Wirkung allmählich vorgeht, wird die Beschädigung des elektronischen
Sensors mit seinem sofortigen Funktionsausfall begleitet.
Darstellung der Erfindung
[0005] Die Aufgabe wird durch eine Antriebseinheit mit regulierbarer Luftansaugung gelöst,
die im Motorraum mit einem luftzuggeschützten Bereich angeordnet ist und einen Verbrennungsmotor
mit Steuereinheit umfasst, der mit einem Ansaugfilter und weiter einem Abscheider
ausgestattet ist. Die Darstellung der Erfindung liegt darin, dass zum Ansaugfilter
ein Zweiwege-Luftteiler mit Schieber angeschlossen ist, der mit einem Stellglied verbunden
ist.
[0006] Der Zweiwege-Luftteiler weist einen mit dem Abscheider verbundenen Lufthaupteinlass,
einen mit dem luftzuggeschützten Bereich verbundenen geschützten Lufteinlass und einen
Luftaustritt auf, der mit dem Ansaugfilter des Verbrennungsmotors verbunden ist, sodass
bei normalen Betriebsbedingungen der Schieber die eine Stellung einnimmt, in der der
Lufthaupteinlass mit dem Luftaustritt verbunden ist und bei ungünstigen Betriebsbedingungen
der Schieber die andere Stellung einnimmt, in der der geschützte Lufteinlass mit dem
Luftaustritt verbunden ist.
[0007] Die Einstellung der entsprechenden Position des Schiebers ist dadurch sichergestellt,
dass das Stellglied mit der Steuereinheit verbunden ist, an die mindestens ein Sensor
der Betriebsbedingungen angeschlossen ist. Den Sensor der Betriebsbedingungen kann
ein Regensensor, Scheibenwischerschalter, Außentemperaturfühler oder Motortemperaturfühler
darstellen.
[0008] Als Stellglied kann ein elektrischer, pneumatischer oder hydraulischer Servomotor
sein.
Übersicht der Figuren der Zeichnungen
[0009] Die Erfindung wird anhand des Ausführungsbeispiels gemäß der beigefügten Zeichnung
näher erläutert, in der die Fig. 1 schematisch die Anordnung der Antriebseinheit mit
regulierbarer Luftansaugung in einer bevorzugten Ausführungsform zeigt.
Ausführungsbeispiel der Erfindung
[0010] Wie der Fig. 1 zu entnehmen ist, befindet sich im Motorraum
2 eine Antriebseinheit mit regulierbarer Luftansaugung
1, die aus einem Verbrennungsmotor
3 mit Steuereinheit
4 besteht, der einen Ansaugfilter
5 aufweist, zu dem über eine Rohrleitung
16 ein Zweiwege-Luftteiler
6 angeschlossen ist. Dieser umfasst einen Schieber
7, der mit einem Stellglied
8 verbunden ist, das als elektrischer, pneumatischer oder hydraulischer Servomotor
ausgeführt sein kann. Zur Steuereinheit
4 ist ein oder mehrere Sensoren der Betriebsbedingungen
9 angeschlossen, die die Betriebsbedingungen abfragen, wie zum Beispiel die Verschmutzung
der Außenluft mit Wassertropfen oder Schneeflocken, die Einschaltung des Scheibenwischerschalters,
die Außentemperatur oder Temperatur des Verbrennungsmotors
3. Die Antriebseinheit
1 umfasst weiter einen der geläufigen Konstruktion entsprechenden Abscheider
10 und einen luftzuggeschützten Bereich
11. Dieser kann zum Beispiel im Motorraum
2 oder an anderer Stelle angeordnet sein, wobei die Stelle so gewählt wird, damit in
den geschützten Einlass
13 keine Schmutzpartikel, wie die Wassertropfen und ähnliches, eindringen können. Der
Zweiwege-Luftteiler
6 hat zwei Lufteinlässe und zwar einen Lufthaupteinlass
12, der über ein Rohr
15 mit dem Abscheider
10 verbunden ist, und einen geschützten Lufteinlass
13, der mit dem luftzuggeschützten Bereich
11 verbunden ist, und weiter einen Luftaustritt
14, der über eine Rohrleitung
16 mit dem Ansaugfilter
5 des Verbrennungsmotors
3 verbunden ist.
[0011] Beim normalen Betrieb, wenn in der Umgebung keine unerwünschte Beimengungen wie Wassernebel,
höhere Mengen von Flugpartikeln oder Schnee vorhanden sind, was durch die entsprechenden
Sensoren der Betriebsbedingungen
9 wie zum Beispiel den Regensensor ermittelt wird, wird der Schieber
7 anhand des Signals der Steuereinheit
4 durch das Stellglied
8 so eingestellt, dass der Lufthaupteinlass
12 über das Rohr
15 mit dem Abscheider
10 verbunden ist und die Ansaugluft wird der anprallenden Luft zum Beispiel vor dem
Kühlergrill entnommen, während der luftzuggeschützte Einlass
13 durch den Schieber
7 geschlossen bleibt.
[0012] Falls sich der Zustand der Umgebung verändert, wenn zum Beispiel durch den Regensensor
9 ein erhöhter Wassergehalt in der ansaugenden Luft festgestellt wird, sendet die Steuereinheit
4 eventuell auch der Fahrzeugbediener einen Befehl zur Verstellung des Schiebers
7, sodass der Lufthaupteinlass
12 geschlossen und der geschützte Lufteinlass
13, der mit dem luftzuggeschützten Bereich
11 verbunden ist, geöffnet wird und in den geschützten Lufteinlass
13 keine Schmutzpartikeln wie zum Beispiel Wassertropfen eindringen.
[0013] Wie oben angeführt, kann die Steuerung der Position des Schiebers
7 alternativ aus anderen Parametern abgeleitet werden, zum Beispiel aus der Temperatur
der Fahrzeugumgebung und des Motors. Dies ermöglicht zum Beispiel eine schnellere
Erwärmung des Motors
3 beim Kaltstart mit positiver Auswirkung auf den Kraftstoffverbrauch und die Schadstoffemissionen.
[0014] Weitere Möglichkeit ist die andauernde Entnahme der Ansaugluft aus dem luftzuggeschützten
Bereich
11 zum Beispiel während der Fahrt bei sehr niedriger Umgebungstemperatur, wenn durch
ständig höhere Temperatur der Ansaugluft und vollständige Vermeidung der Eindringung
von Schneepartikeln in den Ansaugfilter
6 mögliche Fahrstörungen verhindert werden.
[0015] Weitere Möglichkeit ist die Proportionalsteuerung der Position des Schiebers
7, wenn zum Beispiel bei niedrigen Belastungen des Motors
3 der Schieber
7 partiell so verstellt wird, dass der Querschnitt zwischen dem Lufthaupteinlass
12 und dem Abscheider
10 verringert wird, um zum Beispiel die Lautstärke des Motors
3 zu senken.
Bezugszeichenliste
[0016]
- 1.
- Antriebseinheit mit regulierbarer Luftansaugung
- 2.
- Motorraum
- 3.
- Verbrennungsmotor
- 4.
- Steuereinheit
- 5.
- Ansaugfilter
- 6.
- Zweiwege-Luftteiler
- 7.
- Schieber
- 8.
- Stellglied
- 9.
- Sensor der Betriebsbedingungen
- 10.
- Abscheider
- 11.
- luftzuggeschützter Bereich
- 12.
- Lufthaupteinlass
- 13.
- geschützter Lufteinlass
- 14.
- Luftaustritt
- 15.
- Rohr
- 16.
- Rohrleitung
1. Antriebseinheit mit regulierbarer Luftansaugung (1), die im Motorraum (2) mit einem
luftzuggeschützten Bereich (11) angeordnet ist und einen Verbrennungsmotor (3) mit
Steuereinheit (4) umfasst, der mit einem Ansaugfilter (5) und weiter einem Abscheider
(10) ausgestattet ist, dadurch gekennzeichnet, dass zum Ansaugfilter (5) ein Zweiwege-Luftteiler (6) mit Schieber (7) angeschlossen ist,
der mit einem Stellglied (8) verbunden ist.
2. Antriebseinheit mit regulierbarer Luftansaugung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Zweiwege-Luftteiler (6) einen Lufthaupteinlass (12), der mit dem Abscheider (10)
verbunden ist, und einen geschützten Lufteinlass (13), der mit dem luftzuggeschützten
Bereich (11) verbunden ist, und einen Luftaustritt (14) aufweist, der mit dem Ansaugfilter
(5) des Verbrennungsmotors (3) verbunden ist, sodass bei normalen Betriebsbedingungen
der Schieber (7) die eine Stellung einnimmt, in der der Lufthaupteinlass (12) mit
dem Luftaustritt (14) verbunden ist und bei ungünstigen Betriebsbedingungen der Schieber
(7) die andere Stellung einnimmt, in der der geschützte Lufteinlass (12) mit dem Luftaustritt
(14) verbunden ist.
3. Antriebseinheit mit regulierbarer Luftansaugung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellglied (8) mit der Steuereinheit (4) verbunden ist, an die mindestens ein
Sensor der Betriebsbedingungen (9) angeschlossen ist.
4. Antriebseinheit mit regulierbarer Luftansaugung (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor der Betriebsbedingungen (9) der Regensensor (9') darstellt.
5. Antriebseinheit mit regulierbarer Luftansaugung (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor der Betriebsbedingungen (9) auch der Scheibenwischerschalter (9") darstellt.
6. Antriebseinheit mit regulierbarer Luftansaugung (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor der Betriebsbedingungen (9) der Außentemperaturfühler (9"') darstellt.
7. Antriebseinheit mit regulierbarer Luftansaugung (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor der Betriebsbedingungen (9) der Motortemperaturfühler (9"") darstellt.
8. Antriebseinheit mit regulierbarer Luftansaugung (1) nach den Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellglied (8) der elektrische Servomotor (9') darstellt.
9. Antriebseinheit mit regulierbarer Luftansaugung (1) nach den Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellglied (8) der pneumatische Servomotor (9') darstellt.
10. Antriebseinheit mit regulierbarer Luftansaugung (1) nach den Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellglied (8) der hydraulische Servomotor (9') darstellt.