[0001] Die Erfindung betrifft eine Waffenplattform mit einer richtbaren Waffe und einer
Zurrvorrichtung zur Festlegung der Waffe sowie ein militärisches Fahrzeug mit einer
derartigen Waffenplattform.
[0002] Waffenplattformen weisen üblicherweise eine in Azimut und Elevation richtbare Waffe
auf. Um die Waffenplattformen zu einem bestimmten Einsatzort verbringen zu können,
ist es bekannt, Waffenplattformen entweder als festen Bestandteil eines militärischen
Fahrzeugs oder als eine Art lösbaren Rüstsatz auszubilden, der lösbar von einem Fahrzeug
aufgenommen wird. Im Einsatz können die Waffenplattformen dann vom Fahrzeug aus bedient
werden, wobei auch Waffenplattformen bekannt sind, die unabhängig von einem Fahrzeug
bedient werden können, beispielsweise als stationäre Waffenplattformen zum Schutz
von Feldlagern o. ä. Objekten.
[0003] Die
DE298838C offenbart ein Fahrgestell für Mittelpivotgeschütze mit einer Festlegung von Ausleger
und Geschützrohr. Die
FR2544062 offenbart den nächstliegenden Stand der Technik
Aus der
WO 03/025494 A1 ist eine Waffenplattform bekannt, welche auf einem militärischem Fahrzeug angeordnet
ist. Zum Transport der Waffenplattform mit dem Fahrzeug wird die als Waffenrohr ausgebildete
Waffe zunächst in eine Transportstellung überführt, in welcher sie eine definierte
Indexposition einnimmt. In dieser Transportstellung wird die Waffe dann durch eine
Zurrvorrichtung festgelegt, um unerwünschte Bewegungen der Waffe beim Transport zu
blockieren. Die Zurrvorrichtung wird hierzu manuell in eine Zurrstellung verbracht,
in welcher die Waffe durch die Zurrvorrichtung verzurrt ist und sich gegenüber dem
Fahrzeug nicht mehr bewegen lässt. Nachdem diese Vorbereitungen durchgeführt wurden,
kann die Waffenplattform dann auf sichere Weise zu ihrem Einsatzort transportiert
werden.
[0004] Am Einsatzort angekommen ist es dann erforderlich, die Waffe schussbereit zu machen,
wozu im Wesentlichen zwei Vorbereitungen zu treffen sind.
[0005] Zunächst muss die Verzurrung der Waffe gelöst werden. Hierzu wird die Zurrvorrichtung
aus der Zurrstellung manuell in eine Stellung verbracht, in welcher die Zurrvorrichtung
die Waffe freigibt, so dass die Waffe in Azimut und Elevation gerichtet werden kann.
[0006] Zudem ist es aufgrund der sich ergebenden Abschussreaktionskräfte erforderlich, die
Waffenplattform gegenüber dem Untergrund abzustützen, so dass die bei der Schussabgabe
auftretenden Kräfte kontrolliert in den Untergrund eingeleitet werden können. An der
aus der
WO 03/025494 A1 bekannten Waffenplattform ist hierzu eine Abstützvorrichtung mit mehreren Stützen
vorgesehen, welche jeweils aus einer hochstehenden Stellung in eine Abstützstellung
verschwenkt werden können, in der sie mit dem Untergrund in Kontakt stehen und damit
eine Abstützung der Waffenplattform gegenüber dem Untergrund ermöglichen.
[0007] In diesem Zusammenhang hat es sich als nachteilig herausgestellt, dass mehrere Vorbereitungen
separat getroffen werden müssen, um die Waffenplattform in Feuerbereitschaft oder
deren Transportstellung zu überführen. Denn es ergeben sich vergleichsweise lange
Rüstzeiten, was insbesondere dann von Nachteil sein kann, wenn der Einsatzort der
Waffenplattform nach einer Schussabgabe schnell gewechselt werden soll (sogenannte
"shoot and scoot"-Taktik).
[0008] Vor diesem Hintergrund stellt sich die Erfindung die A u fgabe , den Rüstaufwand
beim Umrüsten der Waffenplattform von deren Transportstellung in deren Feuerstellung
und umgekehrt zu reduzieren.
[0009] Bei einer Waffenplattform der eingangs genannten Art wird die Aufgabe dadurch gelöst,
dass die Zurrvorrichtung von einer Zurrstellung, in welcher die Waffe durch die Zurrvorrichtung
festgelegt ist, in eine Abstützstellung überführbar ist, in welcher die Zurrvorrichtung
eine Abstützung der Waffenplattform gegenüber dem Untergrund bildet.
[0010] Durch die Überführung der Zurrvorrichtung aus der der Transportsicherung dienenden
Zurrstellung in eine die Stabilität der Waffenplattform erhöhende und gleichzeitig
die Waffe freigebende Abstützstellung kann die Waffenplattform mit wenig Rüstaufwand
einsatz- bzw. transportbereit gemacht werden. Mit einer einzigen Maßnahme werden somit
zwei Dinge erledigt, nämlich das Lösen der Verzurrung und das Bereitstellen einer
Abstützung. In Umkehrung des Vorgangs kann die Waffenplattform durch Überführen der
Zurrvorrichtung aus der Abstützstellung in die Zurrstellung in einem Schritt transportbereit
gemacht werden, so dass es möglich ist, den Einsatzort der Waffenplattform nach erfolgter
Schussabgabe schnell verlassen zu können. Das Umrüsten der Waffenplattform von der
Transportstellung in die Feuerstellung und umgekehrt kann mit insgesamt weniger Rüstaufwand
erfolgen.
[0011] Gemäß der Erfindung weist die Zurrvorrichtung zwei separate Arm auf, welche in der
Zurrstellung zur Festlegung der Waffe an der Waffe anliegen. Über die in der Zurrstellung
stehenden Arme kann die Waffe in ihrer Transportstellung gehalten werden. Die Arme
können in der Zurrstellung von zwei gegenüberliegenden Seiten an der Waffe angreifen,
so dass die Bewegung der Waffe insbesondere durch Formschluss gehemmt wird. In der
Abstützstellung können sich die Arme auf dem Untergrund abstützen, so dass die Waffenplattform
einen sicheren Stand gegenüber dem Boden hat.
[0012] Für eine zuverlässige Verzurrung der Waffe ist es ferner vorteilhaft, wenn die Zurrvorrichtung
zwei Zurrbacken aufweist, welche die Waffe in der Zurrstellung zangenartig umgreifend
festlegen. Hierdurch kann die Waffe in der Transportstellung in vorteilhafter Weise
fixiert werden. Die Zurrbacken können an den Armen der Zurrvorrichtung insbesondere
im Bereich deren freier Enden angeordnet sein. Durch gegenläufiges Bewegen der Arme
können die Zurrbacken von der Abstützstellung, in welcher sie die Waffe freigeben,
in die Zurrstellung überführt werden. In der Zurrstellung ergibt sich ein fester Sitz
der Zurrbacken an der Waffe. Vorteilhaft ist es in diesem Zusammenhang, wenn die Form
der Zurrbacken derart an die Außenkontur der Waffe angepasst ist, dass die Zurrbacken
die Waffe in der Zurrstellung vollständig umschließen.
[0013] Von konstruktivem Vorteil ist eine Ausgestaltung, bei welcher die Arme der Zurrvorrichtung
durch Verschwenken um zwei parallel zueinander angeordnete Schwenkachsen von der Zurrstellung
in die Abstützstellung überführbar sind.
[0014] Bevorzugt sind die Arme der Zurrvorrichtung im Bereich zweier gegenüberliegender
Seiten der Waffenplattform schwenkbeweglich gelagert. Die Waffenplattform kann derart
auf einem Fahrzeug angeordnet werden, dass die Arme der Waffenplattform im Bereich
der Längsseiten des Fahrzeugs angelenkt sind, so dass sich in der Abstützstellung
eine breite, sich seitlich über die Fahrzeugkontur hinaus erstreckende Abstützung
der Waffenplattform ergibt.
[0015] Zum Schutz des Bedienpersonals hat sich eine Ausgestaltung als vorteilhaft erwiesen,
bei welcher die Zurrvorrichtung über einen Antrieb von der Transportstellung in die
Abstützstellung überführbar ist und umgekehrt. Über den Antrieb kann die Zurrvorrichtung
umgerüstet werden, ohne dass manuelle Tätigkeiten direkt an der Zurrvorrichtung erforderlich
wären. Es ist daher nicht erforderlich, dass sich Besatzungsmitglieder aus dem gegen
militärische Bedrohungen geschützten Innenraum der Waffenplattform bzw. des Fahrzeugs
begeben, um die Zurrvorrichtung von der Transportstellung in die Abstützstellung zu
überführen oder umgekehrt. Der Antrieb der Zurrvorrichtung, insbesondere der Arme
der Zurrvorrichtung, kann elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch sein.
[0016] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist die Waffe an einem Turm angeordnet,
welcher gegenüber einem Unterbau der Waffenplattform drehbar gelagert ist, wobei die
Zurrvorrichtung an dem Unterbau angeordnet ist, so dass der Turm über die Zurrvorrichtung
gegenüber dem Unterbau verzurrt werden kann.
[0017] Bevorzugt ist es ferner, wenn die Arme der Zurrvorrichtung eine Treppe aufweisen.
Die Treppe kann in der Abstützstellung einen Zugang zu der Waffenplattform oder dem
Fahrzeug ermöglichen, beispielsweise zu Wartungs- oder Inspektionszwecken.
[0018] Gemäß einer konstruktiven Ausgestaltung ist die Waffe als Waffenrohr bzw. als Rohrwaffe
ausgebildet. Über das Waffenrohr können Geschosse, insbesondere Artilleriegeschosse,
verschossen werden. Alternativ kann die Waffe nach Art eines Raketenwerfers, insbesondere
nach Art eines Mehrfachraketenwerfers, ausgebildet sein, über welchen Raketen gestartet
werden können.
[0019] Bei einem Fahrzeug der eingangs genannten Art wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass
die Zurrvorrichtung von einer Zurrstellung, in welcher die Waffe durch die Zurrvorrichtung
festgelegt ist, in eine Abstützstellung überführbar ist, in welcher die Zurrvorrichtung
eine Abstützung der Waffenplattform gegenüber dem Untergrund bildet.
[0020] Durch die Überführung der Zurrvorrichtung aus der der Transportsicherung dienenden
Zurrstellung in eine die Stabilität der Waffenplattform erhöhende und gleichzeitig
die Waffe freigebende Abstützstellung kann die Waffenplattform mit wenig Rüstaufwand
einsatz- bzw. transportbereit gemacht werden. Mit einer einzigen Maßnahme werden somit
zwei Dinge erledigt, nämlich das Lösen der Verzurrung und das Bereitstellen einer
Abstützung. In Umkehrung des Vorgangs kann die Waffenplattform durch Überführen der
Zurrvorrichtung aus der Abstützstellung in die Zurrstellung in einem Schritt transportbereit
gemacht werden, so dass es möglich ist, den Einsatzort der Waffenplattform nach erfolgter
Schussabgabe schnell verlassen zu können. Das Umrüsten der Waffenplattform von der
Transportstellung in die Feuerstellung und umgekehrt kann mit insgesamt weniger Rüstaufwand
erfolgen.
[0021] In konstruktiver Ausgestaltung des Fahrzeugs kann vorgesehen sein, dass die Waffenplattform
lösbar an dem Fahrzeug angeordnet ist, so dass die Waffenplattform missionsspezifisch
ausgewechselt werden kann. Alternativ ist es möglich, die Waffenplattform unlösbar
an dem Fahrzeug vorzusehen, wobei das Fahrzeug bei einer solchen Ausgestaltung nicht
für andere Einsatzzwecke, beispielsweise als Transportfahrzeug, verwendbar ist.
[0022] Sämtliche vorstehend im Zusammenhang mit der Waffenplattform beschriebenen Ausgestaltungen
können allein oder in Kombination auch bei dem Fahrzeug erfindungsgemäß Verwendung
finden.
[0023] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung sollen nachfolgend anhand eines in
den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels beschrieben werden. Darin zeigen:
- Fig. 1
- ein militärisches Fahrzeug mit einer Waffenplattform in perspektivischer Darstellung;
- Fig. 2
- das Fahrzeug aus Fig. 1 in einer Darstellung von vorne, wobei sich die Zurrvorrichtung
in der Abstützstellung befindet;
- Fig. 3
- das Fahrzeug aus Fig. 1 in einer Darstellung von vorne, wobei sich die Zurrvorrichtung
in der Zurrstellung befindet; und
- Fig. 4
- das Fahrzeug aus Fig. 1 in seitlicher Darstellung.
[0024] In der Fig. 1 ist ein als geländegängiges Radfahrzeug ausgebildetes militärisches
Fahrzeug 1 mit einer die Fahrzeugbesatzung aufnehmenden Fahrerkabine 2 abgebildet.
Die Fahrerkabine 2 kann gepanzert ausgebildet sein, so dass die sich innerhalb der
Fahrerkabine 2 befindenden Besatzungsmitglieder vor der Einwirkung von Geschossen
bzw. Minen und ähnlichen militärischen Bedrohungen geschützt sind.
[0025] Das Fahrzeug 1 weist ferner ein Fahrgestell 3 sowie eine im Bereich oberhalb des
Fahrgestells 3 angeordnete Waffenplattform 10 mit einer als Artilleriegeschütz ausgebildeten
Waffe 13 auf, auf deren Einzelheiten nachfolgen noch näher eingegangen werden wird.
Bei dem Artilleriegeschütz handelt es sich um eine Rohrwaffe 13, welche während der
Schussabgabe zur Ableitung der sich ergebenden Abschussreaktionskräfte abgestützt
werden muss, da die sich ergebenden Abschussreaktionskräfte von dem Fahrgestell 3
allein nicht aufgenommen werden können.
[0026] Die Waffenplattform 10 besteht aus einem plattformartigen Unterbau 11, welcher lösbar
mit dem Fahrzeug 1 verbunden ist, sowie einem gegenüber dem Unterbau 11 drehbar gelagerten
Turm 12, der oberhalb des Unterbaus 11 angeordnet ist. Der Turm 12 ist in einem Drehlager
14 aufgenommen, über welches der Turm 12 in azimutaler Richtung gerichtet werden kann.
In dem Turm 12 ist die Waffe 13 über ein weiteres Drehlager 15 in Elevation richtbar
gelagert. Die Waffe 13 kann über die Drehlager 14 und 15 sowie in den Figuren nicht
dargestellte entsprechende Richtantriebe in Azimut und Elevation gerichtet werden.
Der Turm 12 und der Unterbau 11 bilden insoweit eine Turmlafette.
[0027] In der in Fig. 1 dargestellten Position befindet sich die Waffe 13 in einer Indexstellung,
in welcher der Turm 12 bzw. die Rohrseelenachse R des Waffenrohres 13 parallel zur
Fahrzeuglängsachse L des Fahrzeugs 1 bzw. zur Längsachse L des Unterbaus 11 ausgerichtet
ist. In der Indexstellung nimmt die Waffenplattform 10 eine kompakte Stellung ein,
weshalb sich diese insbesondere für Überführungsfahrten oder Marschfahrten eignet,
vgl. auch Fig. 4.
[0028] Um unerwünschte Bewegungen oder Schwingungen der Waffe 13 beim Transport mit dem
Fahrzeug 1 zu verhindern, kann die Waffe 13, wie in Fig. 3 dargestellt, durch eine
Zurrvorrichtung 16 in ihrer Transportstellung festgelegt werden. Hierzu kann die Zurrvorrichtung
16 in eine Zurrstellung überführt werden, in welcher die Waffe 13 verzurrt ist.
[0029] Die Zurrvorrichtung 16 besteht aus zwei separaten Armen 17, welche spiegelsymmetrisch
zueinander angeordnet und mit einem Ende über Schwenklager 23 schwenkbeweglich an
dem Unterbau 11 der Waffenplattform 10 angelenkt sind. Die Arme 17 sind im Bereich
zweier gegenüberliegender Seiten der Waffenplattform 10 schwenkbeweglich gelagert.
Im Bezug auf das Fahrzeug 1 sind die Arme 17 im Bereich der Längsseiten des Fahrzeugs
1 angelenkt. In der Zurrstellung sind die Arme 17 derart ausgerichtet, dass sie sich
im Bereich oberhalb des Unterbaus 11 befinden und die Arme 17 an dem Waffenrohr 13
anliegen. Wie der Fig. 3 ferner zu entnehmen ist, sind die Arme 17 in der Zurrstellung
im Wesentlichen senkrecht ausgerichtet.
[0030] An den Armen 17 sind Zurrbacken 18 angeordnet, welche das Waffenrohr 13 in der Zurrstellung
nach Art einer Zange umgreifen und auf diese Weise in seiner Transportstellung festlegen.
Die Zurrbacken 18 sind jeweils im Bereich des freien Endes eines Arms 17 mit dem Arm
17 verbunden und stehen von dem jeweiligen Arm 17 in etwa rechtwinklig ab. Ferner
sind die Zurrbacken 18 nach Art von Platten ausgebildet, welche gegenüber den Armen
17 abgewinkelt angeordnet sind. An den Zurrbacken 18 ist an den vorderen Enden eine
kreissegmentförmige Rohraufnahme 18.1 vorgesehen, deren Kontur an die Außenkontur
des Waffenrohrs 13 angepasst ist, wodurch ein guter Sitz des Waffenrohrs 13 in den
Zurrbacken 18 erreicht wird. Gemäß dem Ausführungsbeispiel weist die Rohraufnahme
18.1 eine kreisbogenförmige Kontur auf, die an den kreisrunden Querschnitt des Waffenrohrs
13 angepasst ist. Die Zurrbacken 18 können über die Arme 17 um eine Schwenkachse S
verschwenkt werden, welche parallel zur Rohrseelenachse R des Waffenrohrs 13 in der
Transportstellung ausgerichtet ist.
[0031] Um die Waffenplattform 10 in einen Zustand der Einsatzbereitschaft zu überführen,
ist es erforderlich, einerseits die Verzurrung der Waffe 13 zu lösen, so dass die
Waffe 13 in Azimut und Elevation gerichtet werden kann. Zudem ist es erforderlich,
die Waffenplattform 10 gegenüber dem Untergrund abzustützen, so dass die bei der Schussabgabe
auftretenden Rückstoßkräfte kontrolliert in den Untergrund eingeleitet werden können.
Um den dabei anfallenden Rüstaufwand gering zu halten, ist die Zurrvorrichtung 16
bei der erfindungsgemäßen Waffenplattform 10 in eine Abstützstellung überführbar ausgebildet.
In der Abstützstellung ist die Verzurrung der Waffe 13 gelöst und die Zurrvorrichtung
16 bildet eine Abstützung der Waffenplattform 10 gegenüber dem Untergrund. Der Zurrvorrichtung
16 kommt insoweit eine Doppelfunktion zu. Durch Überführung der Zurrvorrichtung 16
von der der Transportsicherung dienenden Zurrstellung in eine die Stabilität der Waffenplattform
10 erhöhende Abstützstellung kann die Waffenplattform 10 in einem Vorgang einsatzbereit
gemacht werden, so dass sich eine besonders kurze Rüstzeit der Waffenplattform 10
ergibt.
[0032] In Umkehrung des Vorgangs kann die Waffenplattform 10 durch Verbringen der Zurrvorrichtung
16 aus der Abstützstellung in die Zurrstellung in einem Schritt transportfertig gemacht
werden, so dass es möglich ist, den Standort der Waffenplattform 10 nach erfolgter
Schussabgabe schnell zu verlassen.
[0033] Zur Überführung der Zurrvorrichtung 16 von der Zurrstellung gemäß Fig. 3 in die in
Fig. 2 dargestellte Abstützstellung sind die Arme 17 der Zurrvorrichtung 16 um die
beiden parallel zueinander ausgerichteten Schwenkachsen S verschwenkbar ausgebildet.
[0034] In der Abstützstellung bilden die Arme 17 Stützen. Hierzu weisen die Arme 17 jeweils
einen Stützfuß 21 mit einer plattenförmigen Oberfläche auf, über welche sich der Arm
17 flächig auf dem Untergrund abstützen kann. Darüber hinaus ist an dem Arm 17 eine
Treppe 19 vorgesehen, über welche der Zugang zu dem Unterbau 11 der Waffenplattform
10 ermöglicht wird, vgl. Fig. 2.
[0035] Zur Überführung der Zurrvorrichtung 16 von der Zurrstellung in die Abstützstellung
und umgekehrt ist an den Armen 17 der Zurrvorrichtung 16 jeweils ein Antrieb 20 vorgesehen,
über welchen die Arme 17 bewegt werden können. Der Antrieb 20 ist als Hydraulikzylinder
ausgebildet, alternativ kann jedoch auch ein Pneumatikzylinder oder ein elektrischer
Antrieb 20 Verwendung finden.
[0036] In der in Fig. 2 gezeigten Abstützstellung sind die Arme 17 im Wesentlichen schräg
nach unten gerichtet und liegen auf dem Untergrund auf. Hierbei kann das Fahrzeug
1 je nach Beschaffenheit des Untergrunds leicht angehoben sein, so dass sich die Räder
des Fahrzeugs 1 vom Boden abheben und die Waffenplattform 10 nur über die Arme 17
der Zurrvorrichtung 16 sowie eine weitere, am Fahrzeugheck angeordnete Abstützvorrichtung
22 gegenüber dem Untergrund abgestützt wird. Das Fahrzeug 1 wird durch die Zurrvorrichtung
16 und die Abstützvorrichtung 22 gewissermaßen aufgebockt.
[0037] Die heckseitige Abstützvorrichtung 22 kann nach Art eines Schließelements ausgebildet
sein, welches in einer hochgeschwenkten Schließstellung einen heckseitigen Verschluss
einer schließbaren Öffnung des gegenüber dem Unterbau 11 drehbar gelagerten Turms
12 bildet. Ein entsprechendes Schließelement ist in der deutschen Patentanmeldung
10 2011 050 537 beschrieben.
[0038] In Abwandlung des Ausführungsbeispiels kann die Waffenplattform 10 auch eine als
Raketenwerfer ausgebildete Waffe aufweisen. Eine derartige Waffe ist ebenfalls in
Azimut und Elevation richtbar gehalten und kann in gleicher Weise wie die Rohrwaffe
13 des vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiels über die Zurrvorrichtung 16 in
einer Zurrstellung festgelegt werden.
[0039] Das vorstehend beschriebene militärische Fahrzeug 1 weist eine Waffenplattform 10
mit einer Zurrvorrichtung 16 zur Festlegung der richtbaren Waffe 13 der Waffenplattform
10 auf, wobei die Zurrvorrichtung 16 von einer Zurrstellung, in welcher die Waffe
13 durch die Zurrvorrichtung 16 festgelegt ist, in eine Abstützstellung überführbar
ist, in welcher die Zurrvorrichtung 16 eine Abstützung des Fahrzeugs 1 und der Waffenplattform
10 gegenüber dem Untergrund bildet. Hierdurch wird der Rüstaufwand bei der Überführung
der Waffenplattform 10 von der Transportstellung in eine Einsatzstellung verringert,
da das Zurren bzw. Entzurren und das Abstützen bzw. Aufheben der Abstützung gleichzeitig
in nur einem Arbeitsschritt erfolgen.
Bezugszeichen:
[0040]
- 1
- Fahrzeug
- 2
- Fahrerkabine
- 3
- Fahrgestell
- 10
- Waffenplattform
- 11
- Unterbau
- 12
- Turm
- 13
- Waffe
- 14
- Drehlager
- 15
- Drehlager
- 16
- Zurrvorrichtung
- 17
- Arm
- 18
- Zurrbacke
- 18.1
- Rohraufnahme
- 19
- Treppe
- 20
- Antrieb
- 21
- Stützfuß
- 22
- Abstützvorrichtung
- 23
- Schwenklager
- L
- Fahrzeuglängsachse
- R
- Rohrseelenachse
- S
- Schwenkachse
1. Waffenplattform mit einer richtbaren Waffe (13) und einer Zurrvorrichtung (16) zur
Festlegung der Waffe (13), wobei die Zurrvorrichtung (16) von einer Zurrstellung,
in welcher die Waffe (13) durch die Zurrvorrichtung (16) festgelegt ist, in eine Abstützstellung
überführbar ist, in welcher die Zurrvorrichtung (16) eine Abstützung der Waffenplattform
(10) gegenüber dem Untergrund bildet,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zurrvorrichtung (16) zwei separate Arme (17) aufweist, welche in der Zurrstellung
zur Festlegung der Waffe (13) an der Waffe (13) anliegen.
2. Waffenplattform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zurrvorrichtung (16) zwei Zurrbacken (18) aufweist, welche die Waffe (13) in
der Zurrstellung zangenartig umgreifend festlegen.
3. Waffenplattform nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Arme (17) der Zurrvorrichtung (16) durch Verschwenken um zwei parallel zueinander
angeordnete Schwenkachsen (S) von der Zurrstellung in die Abstützstellung überführbar
sind.
4. Waffenplattform nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Arme (17) der Zurrvorrichtung (16) im Bereich zweier gegenüberliegender Seiten
der Waffenplattform (10) schwenkbeweglich gelagert sind.
5. Waffenplattform nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zurrvorrichtung (16) über einen Antrieb (20) von der Transportstellung in die
Abstützstellung überführbar ist.
6. Waffenplattform nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Waffe (13) an einem insbesondere gegenüber einem Unterbau (11) drehbar gelagerten
Turm (12) angeordnet ist und die Zurrvorrichtung (16) an dem Unterbau (11) angeordnet
ist.
7. Waffenplattform nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Arme (17) der Zurrvorrichtung (16) eine Treppe (19) aufweisen.
8. Waffenplattform nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Waffe (13) als Waffenrohr oder als Raketenwerfer ausgebildet ist.
9. Militärisches Fahrzeug mit einer eine richtbare Waffe (13) aufweisenden Waffenplattform
(10), die eine Zurrvorrichtung (16) zur Festlegung der Waffe (13) umfasst, wobei die
Zurrvorrichtung (16) von einer Zurrstellung, in welcher die Waffe (13) durch die Zurrvorrichtung
festgelegt ist, in eine Abstützstellung überführbar ist, in welcher die Zurrvorrichtung
(16) eine Abstützung des Fahrzeugs (1) gegenüber dem Untergrund bildet,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zurrvorrichtung (16) zwei separate Arme (17) aufweist, welche in der
Zurrstellung zur Festlegung der Waffe (13) an der Waffe (13) anliegen.
10. Militärisches Fahrzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Waffenplattform (10) unlösbar oder lösbar an dem Fahrzeug (1) angeordnet ist.
1. Weapons platform with a directable weapon (13) and a lashing apparatus (16) for securing
the weapon (13), wherein the lashing apparatus (16) is transferable from a lashing
position, in which the weapon (13) is secured by the lashing apparatus (16), into
a supporting position, in which the lashing apparatus (16) forms a support of the
weapons platform (10) in relation to the underlying surface, characterized in that the lashing apparatus (16) has two separate arms (17) which lie against the weapon
(13) in the lashing position in order to secure the weapon (13).
2. Weapons platform according to Claim 1, characterized in that the lashing apparatus (16) has two lashing jaws (18) which secure the weapon (13)
in the lashing position by reaching around the weapon in the manner of pliers.
3. Weapons platform according to either of the preceding claims, characterized in that the arms (17) of the lashing apparatus (16) are transferable from the lashing position
to the supporting position by pivoting about two pivot axes (S) arranged parallel
to each other.
4. Weapons platform according to one of the preceding claims, characterized in that the arms (17) of the lashing apparatus (16) are mounted in a pivotable manner in
the region of two opposite sides of the weapons platform (10).
5. Weapons platform according to one of the preceding claims, characterized in that the lashing apparatus (16) is transferable from the transport position to the supporting
position by a drive (20).
6. Weapons platform according to one of the preceding claims, characterized in that the weapon (13) is arranged on a turret (12) which is mounted rotatably in particular
in relation to an undercarriage (11), and the lashing apparatus (16) is arranged on
the undercarriage (11).
7. Weapons platform according to one of the preceding claims, characterized in that the arms (17) of the lashing apparatus (16) have stairs (19).
8. Weapons platform according to one of the preceding claims, characterized in that the weapon (13) is in the form of a barrel or a rocket launcher.
9. Military vehicle with a weapons platform (10) which has a directable weapon (13) and
comprises a lashing apparatus (16) for securing the weapon (13), wherein the lashing
apparatus (16) is transferable from a lashing position, in which the weapon (13) is
secured by the lashing apparatus, into a supporting position in which the lashing
apparatus (16) forms a support of the vehicle (1) in relation to the underlying surface,
characterized in that the lashing apparatus (16) has two separate arms (17) which lie against the weapon
(13) in the lashing position in order to secure the weapon (13).
10. Military vehicle according to Claim 9, characterized in that the weapons platform (10) is arranged non-detachably or detachably on the vehicle
(1).
1. Plate-forme de tir avec une arme orientable (13) et un dispositif d'arrimage (16)
pour l'immobilisation de l'arme (13), dans laquelle le dispositif d'arrimage (16)
peut être déplacé d'une position d'arrimage, dans laquelle l'arme (13) est immobilisée
par le dispositif d'arrimage (16), à une position de soutien, dans laquelle le dispositif
d'arrimage (16) forme un soutien de la plate-forme de tir (10) par rapport au sol,
caractérisée en ce que le dispositif d'arrimage (16) présente deux bras séparés (17), qui s'appliquent sur
l'arme (13) dans la position d'arrimage pour l'immobilisation de l'arme (13).
2. Plate-forme de tir selon la revendication 1, caractérisée en ce que le dispositif d'arrimage (16) présente deux mâchoires d'arrimage (18), qui immobilisent
l'arme (13) dans la position d'arrimage en la saisissant à la manière d'une pince.
3. Plate-forme de tir selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que les bras (17) du dispositif d'arrimage (16) peuvent être déplacés de la position
d'arrimage à la position de soutien par pivotement autour de deux axes de pivotement
(S) disposés parallèlement l'un à l'autre.
4. Plate-forme de tir selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que les bras (17) du dispositif d'arrimage (16) sont montés en mouvement pivotant dans
la région de deux côtés opposés de la plate-forme de tir (10).
5. Plate-forme de tir selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que le dispositif d'arrimage (16) peut être déplacé de la position de transport à la
position de soutien au moyen d'un entraînement (20).
6. Plate-forme de tir selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'arme (13) est disposée sur une tourelle (12) montée de façon rotative en particulier
par rapport à un support (11) et le dispositif d'arrimage (16) est disposé sur le
support (11).
7. Plate-forme de tir selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que les bras (17) du dispositif d'arrimage (16) présentent un escalier (19).
8. Plate-forme de tir selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'arme (13) est constituée par un tube de canon ou par un lance-roquettes.
9. Véhicule militaire avec une plate-forme de tir (10) présentant une arme orientable
(13), qui comprend un dispositif d'arrimage (16) pour l'immobilisation de l'arme (13),
dans lequel le dispositif d'arrimage (16) peut être déplacé d'une position d'arrimage,
dans laquelle l'arme (13) est immobilisée par le dispositif d'arrimage, à une position
de soutien, dans laquelle le dispositif d'arrimage (16) forme un soutien du véhicule
(1) par rapport au sol, caractérisé en ce que le dispositif d'arrimage (16) présente deux bras séparés (17), qui s'appliquent sur
l'arme (13) dans la position d'arrimage pour l'immobilisation de l'arme (13).
10. Véhicule militaire selon la revendication 9, caractérisé en ce que la plate-forme de tir (10) est disposée de façon inamovible ou amovible sur le véhicule
(1).