[0001] Die Erfindung betrifft einen Richtmomentstabilisator gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Vor allem im Bereich mittel- und großkalibriger Waffen, wie beispielsweise Kampfpanzern
oder Artilleriewaffen, weisen die entsprechenden Waffenrohre oftmals ein ganz erhebliches
Gewicht auf. Dies kann zu Problemen beim Richten der Waffenrohre in Elevationsrichtung
führen, da die Waffenrohre zumeist außermittig um deren Elevationsachse elevierbar
gelagert sind, wodurch sich ein elevationsabhängiges Gewichtsmoment und damit auch
ein elevationsabhängiges Richtmoment ergibt, welches beim Richten des Waffenrohres
von den Richtantrieben zu überwinden ist.
[0003] Diese Abhängigkeit des Richtmoments von dem Elevationswinkel der Waffe hat sich insoweit
als nachteilig erwiesen, als dies beim Richten des Waffenrohres steuerungs- und regelungstechnisch
mit berücksichtigt werden muss, was einen teilweise großen Aufwand mit sich bringt
und in ungünstigen Situationen sogar zu Beeinträchtigungen des Richtvorgangs führen
kann.
[0004] Um diese Probleme zu vermeiden ist es bekannt, Richtmomentstabilisatoren zu verwenden,
welche eine dem Gewichtsmoment des Waffenrohres entgegen wirkende Gegenkraft erzeugen,
über welche sich die elevationsabhängigen Veränderungen des Gewichtsmoments ausgleichen
und auf diese Weise ein elevationsunabhängiges Richtmoment erzeugen lässt.
[0005] Aus der
DE 10 2007 041 293 A1 ist ein Richtmomentstabilisator mit einer Feder und einem über mehrere Umlenkrollen
geführten Seilzug bekannt. Die
DE 36 33 375 beschreibt ebenfalls einen Richtmomentstabilisator mit einem federbeaufschlagten
Seilzug. Aus der
DE 1 097 319 ist ein Gewichtsausgleicher für Waffen bekannt, bei welchem eine Feder sowie eine
Kette eingesetzt werden.
[0006] Aus der
DE 41 00 102 A1 ist ein Richtmomentstabilisator bekannt, der zur Erzeugung der Gegenkraft einen als
Pneumatikzylinder ausgebildeten Gegenkrafterzeuger aufweist.
[0007] Dieser Richtmomentstabilisator hat sich zwar durchaus bewährt, weist jedoch den Nachteil
auf, dass er aufgrund des Pneumatikzylinders einen relativ großen Bauraum erfordert,
der in vielen Fällen nicht zur Verfügung steht.
[0008] Aus der
DE 714 636 C ist ein Richtmomentstabilisator mit einem eine Spiralfeder aufweisendem Gegenkrafterzeuger
bekannt, über welchen eine einem Gewichtsmoment entgegenwirkende Gegenkraft ausgeübt
werden kann. Der Gegenkrafterzeuger ist mit einem Gegenkraftanpasser verbunden, über
welchen die vom Gegenkrafterzeuger erzeugte Gegenkraft an das elevationsabhängige
Gewichtsmoment der Waffe angepasst werden kann.
[0009] Bei diesem Richtmomentstabilisator besteht jedoch der Nachteil, dass das Waffenrohr
über einen Druckstab gerichtet wird, was aufgrund des Gewichts des Druckstabs zu hohen
Richtkräften führt.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Erfindung die
Aufgabe , einen Richtmomentstabilisator nach
DE 714 636 C zu verbessern.
[0010] Diese Aufgabe wird durch einen Richtmomentstabilisator
gelöst, der die im Patentanspruch 1 definierten Merkmale aufweist.
Aufgrund ihres spiralförmig gewundenen Aufbaus weist die Spiralfeder eine über deren
gesamten Federweg betrachtet kompakte Geometrie auf, so dass sich der Gegenkrafterzeuger
auch in beengten Einbausituationen verwenden lässt. Durch den als Spiralfeder ausgebildeten
Gegenkrafterzeuger kann somit eine platzsparende Bauweise des Richtmomentstabilisators
ermöglicht werden.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist der Gegenkrafterzeuger
mehrere, insbesondere parallel geschaltete, Spiralfedern auf, so dass sich die Federkräfte
mehrerer Spiralfedern zur Bildung der Gegenkraft addieren können.
Es ist vorgesehen, dass der Richtmomentstabilisator einen Gegenkraftanpasser zur Anpassung
der Gegenkraft an die Elevationsabhängigkeit des Gewichtsmoments aufweist. Über den
Gegenkraftanpasser kann die das Gegenmoment bewirkende Gegenkraft in Abhängigkeit
von der Winkelauslenkung bzw. der Spannung der Spiralfeder verändert und somit an
das elevationsabhängige Gewichtsmoment angepasst werden.
[0011] Weiterhin ist vorgesehen, dass der Gegenkraftanpasser als Kurvenscheibe ausgebildet
ist. Über die Kurvenscheibe kann ein von dem Federweg der Spiralfeder abhängiger,
variabler Hebelarm bereitgestellt und somit die Größe der Gegenkraft gezielt eingestellt
werden.
[0012] Weiterhin ist vorgesehen, dass der Gegenkrafterzeuger und der Gegenkraftanpasser
als Montageeinheit ausgebildet sind. Die Montageeinheit kann nach Art eines vorgefertigten
Moduls in die Waffe eingesetzt und/oder aus ihr entnommen werden. Somit können die
zum Austausch und/oder zum Nachrüsten des Richtmomentstabilisators erforderlichen
Vorgänge vereinfacht werden.
[0013] Es ist vorgesehen, dass der Gegenkraftanpasser, insbesondere die Kurvenscheibe, auf
der Spiralachse der Spiralfeder angeordnet ist, was einem insgesamt kompakten Aufbau
des Richtmomentstabilisators zuträglich ist.
[0014] Weiterhin ist vorgesehen, dass die Kurvenscheibe über eine Welle mit der Spiralfeder
verbunden ist. Die Welle kann sich entlang der Spiralachse der Spiralfeder erstrecken
und mit der Spiralfeder beispielsweise durch Formschluss verbunden sein.
[0015] Aufgrund ihres spiralförmig gewundenen Aufbaus weist die Spiralfeder eine über deren
gesamten Federweg kompakte Geometrie auf. Durch den als Spiralfeder ausgebildeten
Gegenkrafterzeuger kann somit eine platzsparende Bauweise des Richtmomentstabilisators
ermöglicht werden.
[0016] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Waffe ist die Spiralfeder derart angeordnet,
dass ihre Spannung mit abnehmender Elevation des Waffenrohrs zunimmt, so dass die
von der Spiralfeder erzeugte Gegenkraft mit abnehmender Elevation zunimmt. Auf diese
Weise ist es möglich, dass im Maximum des Gewichtsmoments, bei im Wesentlichen horizontaler
Ausrichtung des Waffenrohrs, auch eine maximale Gegenkraft bereitgestellt wird.
[0017] Vorteilhaft ist es ferner, wenn der Richtmomentstabilisator einen Gegenkraftanpasser
zur Anpassung der Gegenkraft aufweist, der einen von der Spannung der Spiralfeder
abhängigen wirksamen Hebelarm aufweist, wobei sich der wirksame Hebelarm mit zunehmender
Spannung der Spiralfeder vergrößert. Über den Gegenkraftanpasser kann der Verlauf
des spannungsabhängigen Federmoments der Spiralfeder an den Verlauf des Gewichtsmoments
angepasst werden. Da der Verlauf des Gewichtsmoments des elevierbaren Waffenrohrs
einer Kreisfunktion folgt, wird als Gegenkraftanpasser bevorzugt eine Kurvenscheibe
verwendet, durch die der Verlauf des Gegenmoments an den Verlauf einer Kurvenfunktion
angepasst werden kann.
[0018] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Kurvenscheibe um eine parallel zu
der Elevationsrichtachse des Waffenrohrs angeordnete Drehachse drehbar. Es ist nicht
erforderlich, die Kurvenscheibe an der Elevationsrichtachse der Waffe anzuordnen,
wodurch sich die höhenrichtbaren Masse der Waffe verringert.
[0019] Zur Übertragung der Gegenkraft auf die Elevationsrichtachse des Waffenrohrs ist ein
flexibles Zugelement, beispielsweise eine Kette oder ein Seil, vorgesehen. Über das
flexible Zugelement kann die durch die Spiralfeder erzeugte Gegenkraft auf die Elevationsrichtachse
übertragen werden.
[0020] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung weist die Waffe einen Lagerring zur Anbindung
des flexiblen Zugelements an die Elevationsrichtachse auf, wodurch es möglich ist,
den Bereich der Elevationsrichtachse zur Anordnung anderer Komponenten und Bauteile
zu verwenden.
[0021] In diesem Zusammenhang ist es bevorzugt, wenn das flexible Zugelement an dem Umfang
des Lagerrings angreift, so dass die Gegenkraft über das flexible Zugelement mit einem
konstanten Hebelarm an dem Waffenrohr angreifen kann.
[0022] Die im Zusammenhang mit dem Richtmomentstabilisator beschriebenen Merkmale können
allein oder in Kombination auch bei der Waffe Verwendung finden.
[0023] Weitere Vorteile und Einzelheiten des Richtmomentstabilisators und der Waffe werden
nachfolgend unter Zuhilfenahme der beigefügten Zeichnungen eines Ausführungsbeispiels
erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- eine Waffe mit einem elevierbaren Waffenrohr in perspektivischer Ansicht;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht einiger Komponenten eines Richtmomentstabilisators;
- Fig. 3
- den Richtmomentstabilisator aus Fig. 2 in einer weiteren perspektivischen Ansicht;
- Fig. 4
- die Waffe aus Fig. 1 bei minimaler Elevation des Waffenrohrs in einer Seitenansicht;
- Fig. 5
- die Waffe aus Fig. 4 bei maximaler Elevation des Waffenrohrs in einer Seitenansicht;
und
- Fig. 6
- ein Diagramm zur Veranschaulichung verschiedener Momente in Abhängigkeit der Elevation
des Waffenrohrs.
[0024] Die Darstellung in Fig. 1 zeigt eine richtbare Waffe 1, die beispielsweise bei Schützenpanzern,
Kampfpanzern oder Artilleriewaffen verwendet werden kann.
[0025] Die Waffe 1 weist ein Waffenrohr 2 mittleren oder großen Kalibers auf, welches um
eine Elevationsrichtachse E elevierbar in einem Lagerring 4 einer Waffenplattform
3 gelagert ist. Bei der Waffenplattform 3 kann es sich um einen Teil eines in Azimut
richtbaren Waffenturms eines Panzers, einer Haubitze o.ä. handeln.
[0026] Aufgrund des Gewichts des Waffenrohrs 2 wird an der Elevationsrichtachse E der Waffe
1 ein Gewichtsmoment MW erzeugt, welches auch als Unbalance-Moment bezeichnet wird.
Da sich der Schwerpunkt des Waffenrohrs 2 beim Elevieren verlagert, ist dieses Gewichtsmoment
MW nicht konstant, sondern hängt von der jeweiligen Elevation α des Waffenrohrs 2
ab. Bei einer vorgegebenen maximalen Elevation weist das Gewichtsmoment MW ein Minimum
auf, vgl. Fig. 5, wohingegen das Gewichtsmoment MW bei horizontaler Ausrichtung des
Waffenrohrs (α = 0°) maximal ist. Dieser Zusammenhang ist auch der DarStellung in
Fig. 6 zu entnehmen, auf welche weiter untern noch eingegangen werden soll.
[0027] Zum Elevieren des Waffenrohrs 2 ist an der Waffe 1 ein in den Zeichnungen nicht dargestellter
Richtantrieb vorgesehen, über welchen ein Richtmoment MR bereitgestellt wird, welches
das elevationsabhängige Gewichtsmoment MW des Waffenrohrs 2 überwinden muss. Im Hinblick
auf die Dimensionierung des Richtantriebs ist es allerdings wünschenswert, das Richtmoment
MR möglichst konstant zu halten. Zur Stabilisation des Richtmoments MR ist daher an
der Waffe 1 ein Richtmomentstabilisator 10 angeordnet, durch welchen das Richtmoment
MR auf einem im Wesentlichen konstanten, elevationsunabhängigen Wert gehalten wird,
vgl. Fig. 6.
[0028] Wie den Darstellungen in den Fig. 1 bis 3 zu entnehmen ist, weist der Richtmomentstabilisator
10 einen Gegenkrafterzeuger 11 auf, durch welchen eine Gegenkraft FG erzeugt wird,
die dem Gewichtsmoment MW des Waffenrohrs 2 entgegenwirkt. Die Gegenkraft FG greift
an der Elevationsrichtachse E an und stellt dort ein Gegenmoment MG bereit, welches
dem Gewichtsmoment MW des Waffenrohrs 2 entgegengerichtet ist.
[0029] Um eine platzsparende Ausgestaltung des Richtmomentstabilisators 1 zu erreichen,
weist der Gegenkrafterzeuger 11 zur Erzeugung der Gegenkraft Spiralfeder 11.1, 11.2,
11.3 auf, welche eine über deren gesamten Federweg kompakte Geometrie aufweisen. Der
Gegenkrafterzeuger 11 lässt sich daher in einem Gehäuse 14 anordnen, welches einen
im Vergleich zu Richtmomenterzeugern mit linearen Gegenkrafterzeugern, wie z. B. Pneumatikzylindern,
geringen Bauraum erfordert.
[0030] Wie in der Darstellung gemäß Fig. 2 ersichtlich ist, sind die Spiralfedern 11.1,
11.2, 11.3 als Spiralflachfedern ausgebildet. Die Federn 11.1, 11.2, 11.3 sind jeweils
mit einem Federende 15.1 an einer in dem Gehäuse 14 gelagerten Welle 13 befestigt.
Die Enden 15.1 der einzelnen Spiralfedern 11.1, 11.2, 11.3 greifen in eine in Richtung
der Längsachse D der Welle 13 in der Welle 13 verlaufende Nut 13.1 ein. Die anderen
Enden 15.2 der Federn 11.1, 11.2, 11.3 liegen formschlüssig auf einem Joch 14.1 des
Gehäuses 14 auf. Das Joch ist an der Innenseite des Gehäuses 14 über eine Schweißverbindung
fest mit einer Innenwand des Gehäuses 14 verbunden.
[0031] Die Spiralfedern 11.1, 11.2, 11.3 sind derart in dem Gehäuse 14 eingespannt, dass
in dem Arbeitsbereich der Spiralfedern 11.1, 11.2, 11.3 kein Kontakt zwischen den
einzelnen Windungen der Spiralfedern 11.1, 11.2, 11.3 besteht. Auf diese Weise kann
ein reibungsfreier Betrieb der Spiralfedern 11.1, 11.2, 11.3 ermöglicht werden.
[0032] Darüber hinaus weist der Richtmomentstabilisator 10 einen als Kurvenscheibe ausgebildeten
Gegenkraftanpasser 12 auf, durch welchen die Gegenkraft FG an das elevationsabhängige
Gewichtsmoment MW angepasst wird. Die Kurvenscheibe 12 ist - ebenso wie die Spiralfedern
11.1, 11.2, 11.3 - auf der Welle 13 angeordnet, so dass sich eine kompakte Anordnung
von Spiralfedern 11.1, 11.2, 11.3 und Kurvenscheibe 12 um die Spiralachse D ergibt.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, ist die Achse D parallel zu der Elevationsrichtachse E
des Waffenrohrs 2 angeordnet.
[0033] Die Fig. 1 zeigt ferner, dass der Richtmomentstabilisator 10 über ein als Kette 6
ausgebildetes flexibles Zugelement an den Lagerring 4 des Waffenrohrs 2 angebunden
ist. Ein Ende der Kette 6 greift an einem Adapterring 5 an, welcher am Umfang des
Lagerrings 4 angeordnet ist. Das andere Ende der Kette ist mit einer Kettenhalterung
12.1 der Kurvenscheibe 12 verbunden und kann sich bei Drehung der Kurvenscheibe 12
entlang der kurvenförmigen Außenkontur der Kurvenscheibe 12 an dieser anlegen.
[0034] In Abwandlung des Ausführungsbeispiels kann anstelle der Kette 5 ein Seil oder ein
Riemen Verwendung finden.
[0035] Über die Kurvenscheibe 12 kann ein von der Winkelauslenkung bzw. der Spannung der
Spiralfedern 11.1, 11.2, 11.3 abhängiger, wirksamer Hebelarm H bereitgestellt und
somit die Gegenkraft FG winkelabhängig angepasst werden, wie nachfolgend anhand der
Fig. 4 und 5 erläutert werden soll.
[0036] Die Darstellung in Fig. 4 zeigt die Waffe 1 in einer Stellung, in welcher das Waffenrohr
2, unter eine Elevation α von 0° hinaus geringfügig abgesenkt ist. In diesem auch
als Depression bezeichneten Winkelbereich ist das Gewichtsmoment MW des Waffen rohrs
2 geringer als bei horizontaler Stellung, weist jedoch ein im Vergleich der in Fig.
5 gezeigten stark elevierten Stellung des Waffenrohrs größeres Gewichtsmoment MW auf.
Die Spiralfedern 11.1, 11.2, 11.3 sind derart angeordnet, dass sie bei Depression
des Waffenrohrs 2 stark gespannt sind und somit eine hohe Gegenkraft FG in der Kette
6 bereitgestellt werden kann.
[0037] Zur Anpassung des im Wesentlichen linearen Verlaufs der durch die Spiralfedern 11.1,
11.2, 11.3 erzeugten Gegenkraft an das einer Kreisfunktion folgende elevationsabhängige
Gewichtsmoment MW des Waffenrohrs 2 wird über die Kurvenscheibe 12 ein elevationsabhängiger
wirksamer Hebelarm H bereitgestellt.
[0038] Gemäß Fig. 5 ist das Waffenrohr 2 durch den Richtantrieb der Waffe 1 in eine Stellung
maximaler Elevation α verbracht. Da das Gewichtsmoment MW des Waffenrohrs 2 ist in
dieser Stellung minimal ist, ist zur Kompensation des Gewichtsmoments MW lediglich
eine vergleichsweise geringe Gegenkraft FG erforderlich. Durch die Anordnung der Spiralfedern
11.1, 11.2, 11.3 wird daher sichergestellt, dass diese bei maximaler Elavation α des
Waffenrohrs 2 nur leicht gespannt sind und somit nur eine vergleichsweise geringe
Gegenkraft FG erzeugt wird.
[0039] Der Verlauf der einzelnen Momente in Abhängigkeit von der Elevation α des Waffenrohrs
2 kann dem Diagramm in Fig. 6 entnommen werden. Auf der Abzissenachse ist die Elevation
α des Waffenrohrs 2, auf der Ordinatenachse das Gewichtsmoment MW, das Gegenmoment
MG sowie das aus der Differenzbildung aus Gewichtsmoment MW und Gegenmoment MG resultierende
Richtmoment MR aufgetragen.
[0040] Ausgehend von der maximalen Elevation des Waffenrohrs 2 bei 35° nimmt das Gewichtsmoment
MW mit abnehmender Elevation gemäß einer Kurvenfunktion zu. Das Gewichtsmoment MW
hat sein Maximum bei einer Elevation von 0° und nimmt im Bereich der Depression, also
bei negativer Elevation, ab.
[0041] Durch den Richtmomentstabilisator 10 wird eine Gegenkraft FG erzeugt, die an der
Elevationsrichtachse E ein Gegenmoment MG bereitstellt, welches dem Gewichtsmoment
MW betragsmäßig entgegengerichtet ist und einen ähnlichen Verlauf aufweist. Da die
Spannung der Spiralfedern 11.1, 11.2, 11.3 des Richtmomenterzeugers 10 ausgehend von
der maximalen Elevation des Waffenrohrs 2 zunimmt, wird ein Gegenmoment MG erzeugt,
welches mit abnehmender Elevation zunimmt. Mit zunehmender Spannung der Spiralfedern
11.1, 11.2, 11.3 vergrößert sich auch der über die Kurvenscheibe 12 bereitgestellte
wirksame Hebelarm H, was dem Anstieg des Gegenmoments MG bei abnehmender Elevation
entgegenwirkt und das Gegenmoment MG nach Art eines kurvengesteuerten Ausgleichsmoments
an den Kurvenverlauf des Gewichtsmoments MW anpasst.
[0042] Der Verlauf des Gegenmoments MG folgt somit im Wesentlichen dem Verlauf des Gewichtsmoments
MW, weist jedoch einen betragsmäßig etwas geringeren Wert auf, so dass an der Elevationsrichtachse
E ein elevationsunabhängiges Restmoment verbleibt, welches betragsmäßig dem Richtmoment
MR entspricht. Dieses im Wesentlichen konstante Richtmoment MR muss beim Elevieren
des Waffenrohrs 2 durch den Richtantrieb der Waffe 1 bereitgestellt werden. Das Restmoment
wird derart gewählt, dass es einen deutlich von Null verschiedenen Wert aufweist,
so dass eine Umkehr des Richtmoments MR beim Richten des Waffenrohrs 2 nicht erforderlich
ist.
[0043] Die vorstehend beschriebene Waffe 1 weist einen Richtmomentstabilisator 10 mit einem
Gegenkrafterzeuger 11 auf, der mehrere Spiralfedern 11.1, 11.2, 11.2 zur Erzeugung
der Gegenkraft FG aufweist, wodurch eine platzsparende Bauweise des Richtmomentstabilisators
10 ermöglicht wird.
Bezugszeichen:
[0044]
- 1
- Waffe
- 2
- Waffenrohr
- 3
- Waffenplattform
- 4
- Lagerring
- 5
- Adapterring
- 6
- Kette
- 10
- Richtmomentstabilisator
- 11
- Gegenkrafterzeuger
- 11.1
- Spiralfeder
- 11.2
- Spiralfeder
- 11.3
- Spiralfeder
- 12
- Kurvenscheibe
- 12.1
- Kettenhalterung
- 13
- Welle
- 13.1
- Nut
- 14
- Gehäuse
- 14.1
- Joch
- 15.1
- Federende
- 15.2
- Federende
- D
- Drehachse
- E
- Elevationsrichtachse
- FG
- Gegenkraft
- H
- Hebelarm
- MW
- Gewichtsmoment des Waffenrohrs
- MG
- Gegenmoment
- MR
- Richtmoment
1. Richtmomentstabilisator zur Bereitstellung eines elevationsunabhängigen Richtmoments
(MR) eines ein elevationsabhängiges Gewichtsmoment (MW) aufweisenden Waffenrohrs (2)
mit einem Gegenkrafterzeuger (11) zur Erzeugung einer dem Gewichtsmoment (MW) entgegenwirkenden
Gegenkraft (FG), wobei der Gegenkrafterzeuger (11) zur Erzeugung der Gegenkraft (FG)
eine als Spiralflachfeder ausgebildete Spiralfeder (11.1, 11.2, 11.3) aufweist, wobei
ein Gegenkraftanpasser (12) zur Anpassung der Gegenkraft (FG) an das elevationsabhängige
Gewichtsmoment (MW) vorgesehen ist, wobei der Gegenkrafterzeuger (11) und der Gegenkraftanpasser
(12) als Montageeinheit ausgebildet sind und wobei der Gegenkraftanpasser (12) auf
der Achse (D) der Spiralfeder (11.1, 11.2, 11.3) angeordnet und über eine Welle (13)
mit der Spiralfeder (11.1, 11.2, 11.3) verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gegenkraftanpasser (12) als Kurvenscheibe ausgebildet ist und zur Übertragung
der Gegenkraft (FG) auf die Elevationsrichtachse des Waffenrohrs (2) ein flexibles
Zugelement vorgesehen ist.
2. Richtmomentstabilisator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenkrafterzeuger (11) mehrere, insbesondere parallel geschaltete Spiralfedern
(11.1, 11.2, 11.3) aufweist.
3. Waffe mit einem ein elevationsabhängiges Gewichtsmoment (MW) aufweisenden Waffenrohr
(2) und einem Richtmomentstabilisator (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
,
4. Waffe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Spiralfeder (11.1, 11.2, 11.3) derart angeordnet ist, dass ihre Spannung mit
abnehmender Elevation des Waffenrohrs (2) zunimmt.
5. Waffe nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der der Gegenkraftanpasser (12) einen von der Spannung der Spiralfeder (11.1, 11.2,
11.3) abhängigen wirksamen Hebelarm (H) aufweist, wobei sich der wirksamen Hebelarm
(H) mit zunehmender Spannung der Spiralfeder (11.1, 11.2, 11.3) vergrößert.
6. Waffe nach einem der Ansprüche 3 bis 5, gekennzeichnet durch einen Lagerring (4) zur Anbindung des einen Endes des Zugelements (6).
7. Waffe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugelement (6) am Umfang des Lagerrings (4) angebunden ist.
1. Aiming torque stabilizer for providing an elevation-independent aiming torque (MR)
of a weapon barrel (2) having an elevation-dependent gravitational torque (MW), with
a counter-force generator (11) for generating a counter force (FG) counteracting the
gravitational torque (MW), the counter-force generator (11) for generating the counter
force (FG) having a spiral spring (11.1, 11.2, 11.3) formed as a flat spiral spring,
a counter-force adapter (12) being provided for adapting the counter force (FG) to
the elevation-dependent gravitational torque (MW), the counter-force generator (11)
and the counter-force adapter (12) being formed as an assembly unit and the counter-force
adapter (12) being arranged on the axis (D) of the spiral spring (11.1, 11.2, 11.3)
and connected to the spiral spring (11.1. 11.2, 11.3) by way of a shaft (13),
characterized in that
the counter-force adapter (12) is formed as a cam disc and a flexible traction element
is provided for transmitting the counter force (FG) to the elevation aiming axis of
the weapon barrel (2).
2. Aiming torque stabilizer according to Claim 1, characterized in that the counter-force generator (11) has a number of spiral springs (11.1, 11.2, 11.3),
in particular connected in parallel.
3. Weapon with a weapon barrel (2) having an elevation-dependent gravitational torque
(MW) and an aiming torque stabilizer (10) according to one of the preceding claims.
4. Weapon according to Claim 3, characterized in that the spiral spring (11.1, 11.2, 11.3) is arranged in such a way that its tension increases
with decreasing elevation of the weapon barrel (2).
5. Weapon according to Claim 3 or 4, characterized in that the counter-force adapter (12) has an effective lever arm (H), which is dependent
on the tension of the spiral spring (11.1, 11.2, 11.3), the effective lever arm (H)
increasing with increasing tension of the spiral spring (11.1, 11.2, 11.3).
6. Weapon according to one of Claims 3 to 5, characterized by a bearing ring (4) for attaching one end of the traction element (6).
7. Weapon according to Claim 6, characterized in that the traction element (6) is attached to the circumference of the bearing ring (4).
1. Stabilisateur de moment cinétique destiné à fournir un moment cinétique (MR) indépendant
de l'élévation d'un canon d'arme (2) qui présente un moment de poids (MW) dépendant
de l'élévation, comprenant un générateur de force antagoniste (11) destiné à générer
une force antagoniste (FG) qui s'oppose au moment de poids (MW), le générateur de
force antagoniste (11) possédant, pour générer la force antagoniste (FG), un ressort
hélicoïdal (11.1, 11.2, 11.3) réalisé sous la forme d'un ressort plat en spirale,
un adaptateur de force antagoniste (12) étant présent pour adapter la force antagoniste
(FG) au moment de poids (MW) dépendant de l'élévation, le générateur de force antagoniste
(11) et l'adaptateur de force antagoniste (12) étant réalisés sous la forme d'une
unité de montage et l'adaptateur de force antagoniste (12) étant disposé sur l'axe
(D) du ressort hélicoïdal (11.1, 11.2, 11.3) et relié au ressort hélicoïdal (11.1,
11.2, 11.3) par le biais d'un arbre (13),
caractérisé en ce
que l'adaptateur de force antagoniste (12) est réalisé sous la forme d'un disque à came
et un élément de traction flexible est présent pour la transmission de la force antagoniste
(FG) sur l'axe d'élévation du canon d'arme (2).
2. Stabilisateur de moment cinétique selon la revendication 1, caractérisé en ce que le générateur de force antagoniste (11) possède plusieurs ressorts hélicoïdaux (11.1,
11.2, 11.3), notamment montés en parallèle.
3. Arme comprenant un canon d'arme (2) possédant un moment de poids (MW) dépendant de
l'élévation et un stabilisateur de moment cinétique (10) selon l'une des revendications
précédentes.
4. Arme selon la revendication 3, caractérisée en ce que le ressort hélicoïdal (11.1, 11.2, 11.3) est disposé de telle sorte que sa tension
augmente à mesure que l'élévation du canon d'arme (2) diminue.
5. Arme selon la revendication 3 ou 4, caractérisée en ce que l'adaptateur de force antagoniste (12) possède un bras de levier effectif (H) dépendant
de la tension du ressort hélicoïdal (11.1, 11.2, 11.3), le bras de levier effectif
(H) s'agrandissant à mesure que la tension du ressort hélicoïdal (11.1, 11.2, 11.3)
augmente.
6. Arme selon l'une des revendications 3 à 5, caractérisée par une bague de palier (4) destinée à attacher ladite extrémité de l'élément de traction
(6).
7. Arme selon la revendication 6, caractérisée en ce que l'élément de traction (6) est attaché sur le pourtour de la bague de palier (4).