[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitsdokument, ein Verfahren zur Herstellung eines
Sicherheitsdokuments sowie ein Verifikationsverfahren für ein Sicherheitsdokument
mit einem Sicherheitsmerkmal, welches in einem Dokumentkörper des Sicherheitsdokuments
ausgebildet ist und eine im Innern des Sicherheitsdokuments relativ zu einem Linsenarray
gespeicherte erste Information enthält.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, Sicherheitsdokumente herzustellen, die
einen flachen Dokumentkörper mit einer Oberseite und einer gegenüberliegenden Unterseite
aufweisen, wobei in der Oberseite zumindest teilflächig ein Linsenarray ausgebildet
ist, und wobei im Innern relativ zu dem Linsenarray eine Information gespeichert ist,
die bei einer Draufsicht auf die Oberseite des Dokumentkörpers durch das Linsenarray
unter einer ausgezeichneten Betrachtungsrichtung sichtbar ist. Unter einer hiervon
abweichenden Betrachtungsrichtung, welche relativ zu der Ebene definiert ist, in der
sich die ebene Oberfläche des Dokumentkörpers befindet, ist die erste Information
nicht oder stark verändert sichtbar. Unter dieser abweichenden Betrachtungsrichtung
ist häufig eine zweite von der ersten Information verschiedene Information sichtbar.
Da die Einspeicherung der unterschiedlichen Informationen unter unterschiedlichen
Betrachtungsrichtungen durch das Linsenarray hindurch einfach mittels Laserstrahlung
bewirkt werden kann, wird ein solches Sicherheitsmerkmal im Stand der Technik auch
als Changeable Laser Image (CLI) bezeichnet. Das Linsenarray weist hierbei eine Vielzahl
von fokussierenden Linsenelementen, beispielsweise parallel zueinander orientierten
Zylinderlinsenelementen mit positivem Krümmungsradius auf. Abhängig von der Einstrahlrichtung
des Laserlichts wird dieses durch die Linsenelemente an unterschiedlichen Punkten
im Dokumentkörper fokussiert. Über die Lasereinstrahlung wird im Fokuspunkt eine Materialveränderung,
beispielsweise eine Verfärbung, insbesondere über eine Carbonisierung, bewirkt und
hierdurch die unterschiedlichen Informationen für die unterschiedlichen Betrachtungsrichtungen
markiert.
[0003] Aus der
WO 03/022598 A1 ist ein Aufzeichnungsträger bekannt, der eine obere Schicht aufweist, die auf ihrer
Außenseite eine Mehrzahl von Lenticularlinsen und rückseitig ein Darstellungselement
besitzt, das beim Kippen des Aufzeichnungsträgers um wenigstens eine Achse beweglich
erscheint. Die Lenticularlinsen erstrecken sich lediglich über einen Teilbereich der
gesamten Außenseite. Das Darstellungselement ist ein Sicherheitselement, das auf einer
inneren Kartenschicht aufgedruckt ist. Nicht angegeben ist, wie die Lenticularlinsen
in den Dokumentkörper eingebracht werden.
[0004] Aus der
DE 10 2008 008 044 A1 ist ein kostengünstiges Verfahren zur Herstellung von Sicherheits- und/oder Wertdokumenten
bekannt, die geeignet sind, flexible und fälschungssichere Strukturen mit geringer
thermischer Belastung herzustellen, wobei die Oberflächenstruktur in die Oberseite
und/oder die Unterseite von zur Herstellung von Dokumenten verwendeten Substraten
mit einer Prägeeinrichtung, die mindestens ein Prägewerkzeug mit jeweils einer Kontaktfläche
aufweist, unter Anwendung eines Prägedrucks und unter Anwendung von Ultraschall eingeprägt
wird, wobei die Kontaktfläche genauso groß ist wie oder größer ist als die Oberseite
oder die Unterseite des Substrats. Es sind Ausführungsformen des Herstellungsverfahrens
beschrieben, die Mikrolinsen in einen Dokumentkörper einprägen.
[0005] Aus der
DE 10 2008 031 653 A1 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Einbringen eines Sicherheitsmerkmals
in ein Wert- oder Sicherheitsdokument bekannt, wobei das Wert- oder Sicherheitsdokument
einen Dokumentenkörper mit mindestens einer thermoplastischen Oberflächenschicht umfasst,
wobei das Verfahren die Schritte aufweist: Bereitstellen des Dokumentenkörpers; Bereitstellen
und/oder Erstellen einer strukturierten Sonotrode, die mit einer Schallquelle gekoppelt
ist oder wird; Anordnen des Dokumentkörpers relativ zu der Sonotrode; Inkontaktbringen
der Sonotrode und der Oberflächenschicht des Dokumentkörpers und zeitgleiches Einkoppeln
von Schallwellen über die Sonotrode in das Wert- oder Sicherheitsdokument, so dass
sich eine Reliefstruktur in der Oberflächenschicht ausbildet, wobei die Sonotrode
mit einer Strukturierung bereitgestellt wird und/oder hergestellt wird, die eine Solleindringebene
aufweist und die Sonotrode so strukturiert ist, dass aus der Solleindringebene vorspringende
Bereiche und in die Solleindringebene hineinragende vertiefte Bereiche existieren,
wobei die Sonotrode während der Schalleinkopplung unter Anwendung von Druck in den
Dokumentkörper bewegt wird, bis die Solleindringebene mit einem Dokumentkörperoberflächensollniveau
übereinstimmt und die vorspringenden Bereiche vertiefte Reliefstrukturen und die vertieften
Bereiche hervorspringende Reliefstrukturen in der Oberflächenschicht erzeugen.
[0006] Aus der
EP 0 216 947 A1 ist ein kartenförmiger Datenträger mit einem Substrat und mindestens einer transparenten
Deckfolie bekannt. Das Substrat wird unter Anwendung eines Laserstrahls mit durch
die Deckfolie hindurch erkennbaren Informationen versehen, wobei die transparente
Deckfolie ein den Informationsbereich zumindest teilweise überlappendes vor dem Aufzeichnen
der Information aufgebrachtes Relief trägt, welches durch seine optische Linsenwirkung
die Informationsaufzeichnung charakteristisch verändert. In Abhängigkeit von der Einstrahlrichtung
des Laserlichts wird die Information an unterschiedlichen Orten in dem Substrat gespeichert.
Ebenso werden bei einer Sichtprüfung unterschiedliche Informationen in Abhängigkeit
von einem Betrachtungswinkel wahrgenommen.
[0007] Aus der
EP 0 219 012 B1 ist ein Datenträger bekannt, bei dem in einem inneren Volumenbereich Informationen
mittels eines Laserstrahls eingebracht sind, die in Form von Änderungen der optischen
Eigenschaften aufgrund einer irreversiblen, durch den Laserstrahl bewirkten Materialänderung
sichtbar sind. Beschrieben sind beispielsweise kartenförmige Datenträger, die ein
Linsenraster an einer Oberfläche aufweisen. Das Linsenraster kann bei einem Kaschiervorgang
eingeprägt werden, indem in eine entsprechende Kaschierplatte ein Negativ des Linsenrasters
eingearbeitet wird. Ebenso kann eine thermostabile Prägematrize verwendet werden,
die zwischen der transparenten Deckschicht und der Kaschierplatte eingelegt wird.
Es ist ferner beschrieben, dass die Karte mittels eines Laminierverfahrens hergestellt
werden kann und das Linsenraster anschließend mittels eines Prägestempels oder einer
Prägerolle eingebracht wird. Ein Einbringen der Information erfolgt über einen Laserstrahl,
der unter unterschiedlichen Richtungen Informationen durch das Linsenraster in den
Kartenkörper einbringt. So lassen sich auf einfache Weise Kippbilder realisieren.
[0008] Bei den aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren und hieraus resultierenden
Sicherheitsdokumenten, bei denen zunächst eine optische Struktur, vorzugsweise eine
optische Struktur in Form eines Linsenrasters, in eine Oberfläche eingebracht wird
und anschließend die Information mittels eines Laserstrahls über ein Bewirken irreversibler
Materialveränderungen eingebracht wird, sind im Wesentlichen nur Informationen in
Form von Grauwerten speicherbar. Darüber hinaus kann ein nachträgliches Zufügen von
Informationen durch eine erneute Laserbestrahlung zum Verfälschen des Sicherheitsdokuments
genutzt werden. Vollfarbige oder bunte Informationsspeicherungen sind in der Regel
nicht möglich. Bei dem aus der
WO 03/022598 A1 bekannten Verfahren lässt sich die Information zwar farbig, insbesondere bunt, drucken,
jedoch ist eine erreichbare Auflösung für ein betrachtungswinkelabhängiges Sicherheitsmerkmal
dadurch begrenzt, dass beim Einfügen und Integrieren der Druckinformation in den Dokumentkörper
im Laminationsverfahren Schrumpfungsprozesse auftreten sowie eine exakte Ausrichtung
der Druckinformation innerhalb des Dokumentkörpers und insbesondere relativ zu in
einem Laminierverfahren zeitgleich eingebrachten Mikrolinsen nur unzureichend gewährleistet
ist.
[0009] Aus der
DE 10 2010 048 772 sind ein Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitsdokuments mit einem betrachtungswinkelabhängigen
Sicherheitsmerkmal sowie ein Sicherheitsdokument bekannt. Eine bevorzugte Ausführungsform
des dort beschriebenen Verfahrens umfasst die Schritte: Drucken einer Druckinformation
auf eine Substratschicht; Integrieren der bedruckten Substratschicht in einen Dokumentkörper
und Einbringen von Mikrolinsen in eine Oberfläche des Dokumentkörpers, wobei das Einbringen
der Mikrolinsen nach dem Integrieren der bedruckten Substratschicht in den Dokumentkörper
erfolgt, indem die in den Dokumentkörper integrierte Druckinformation optisch erfasst
wird und mindestens ein Merkmal der erfassten Druckinformation ausgewertet wird, und
anhand des ausgewerteten Merkmals ein oder mehrere Werkzeuge relativ zu dem Dokumentkörper
ausgerichtet werden und anschließend passgenau zu der integrierten Druckinformation
die Mikrolinsen in die Oberfläche eingebracht werden.
[0010] Aus dem Stand der Technik sind somit eine Vielzahl von Sicherheitsdokumenten und
Sicherheitsmerkmalen bekannt, bei denen die Information, welche erfassbar ist, von
dem Betrachtungswinkel relativ zu einer Dokumentoberfläche abhängig ist.
[0011] Allgemein besteht das Interesse, in Sicherheitsdokumente Sicherheitsmerkmale zu integrieren,
welche einerseits eine einfache Verifikation ermöglichen, andererseits jedoch für
einen Fälscher schwer nachzuahmen und/oder zu manipulieren sind.
[0012] Der Erfindung liegt somit die technische Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Sicherheitsdokument
mit einem neuartigen Sicherheitsmerkmal zu schaffen, ein neuartiges Verifikationsverfahren
sowie ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Sicherheitsdokuments anzugeben.
[0013] Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, in ein Sicherheitsdokument mit einem flächig
ausgedehnten Dokumentkörper, welcher vorzugsweise kartenförmig ist und eine Oberseite
und eine gegenüberliegende Unterseite aufweist, zumindest teilflächig ein Linsenarray
einzubringen. Darüber hinaus soll der Dokumentkörper eine Biegeelastizität gegenüber
an gegenüberliegenden Punkten bzw. Stirnkanten des Dokumentkörpers angreifende Druckkräfte
aufweisen, sodass tangential in einer Bezugsebene auf das Dokument einwirkende Druckkräfte
zu einer Wölbung des Dokuments aus der Bezugsebene heraus führen. Die Bezugsebene
ist hierbei eine Ebene, in der sich die Dokumentoberfläche in einem Zustand befindet,
in dem keine Kräfte auf das Dokument einwirken. Die Erfindung nutzt die neu gefundene
Erkenntnis, dass bei geeigneter Ausbildung des Mikrolinsenarrays dieses aufgrund der
Wölbung der Oberfläche hinsichtlich seiner Abbildungseigenschaften ebenfalls verändert
wird. Parallel unter einer ausgezeichneten Richtung bezüglich der Bezugsebene einfallendes
Licht wird durch die Mikrolinsen des Mikrolinsenarrays im Grundzustand, in dem das
Dokument nicht gewölbt, sondern eben ist, an ersten Fokuspositionen fokussiert. Wird
die Dokumentoberfläche durch tangential aufeinander zu gerichtete, in der Bezugsebene
auf gegenüberliegende Kanten oder Punkte des Dokumentkörpers einwirkende Kräfte aus
der Bezugsebene als Ganzes herausgewölbt, so ist auch das Linsenarray gewölbt. Parallel
einfallendes Licht entlang der ausgezeichneten Richtung wird nun von einer Vielzahl
der Linsenelemente an von den ersten Fokuspositionen abweichenden zweiten Fokuspositionen
fokussiert. Somit ist eine erste Information bei einer Betrachtung der Oberseite des
Dokumentkörpers im Grundzustand in Draufsicht entlang der ausgezeichneten Richtung
durch das Linsenarray hindurch wahrnehmbar, die über Markierungen in den ersten Fokuspunkten
ausgebildet ist. Wird hingegen der Dokumentkörper durch tangential in der Bezugsebene
einwirkende aufeinander zu gerichtete Kräfte aus der Bezugsebene heraus gewölbt, so
ist auch das Mikrolinsenarray gewölbt, sodass bei einer Betrachtung entlang der ausgezeichneten
Richtung bezüglich der Bezugsebene die erste Information durch das Mikrolinsenarray
gar nicht mehr oder zumindest deutlich verändert und nicht mehr vollständig wahrnehmbar
ist. Im gewölbten Zustand liegen die Fokuspositionen der Mikrolinsen an abweichenden
Orten in dem Dokumentkörper. Im gewölbten Zustand werden durch die Linsenelemente
andere Ortsbereiche im Innern des Dokumentkörpers abgebildet als im nicht gewölbten,
ebenen Grundzustand.
[0014] Bei einer Weiterbildung ist eine zweite Information an den zweiten Fokuspositionen
über Markierungen in dem Dokumentkörper im Innern gespeichert, welche in der gewölbten
Stellung bei einer Draufsicht entlang der ausgezeichneten Richtung auf die Oberseite
des Dokuments durch das Linsenarray hindurch wahrnehmbar ist. Diese zweite Information
ist im Grundzustand, in dem der Dokumentkörper in seinen flachen ebenen Ausgangszustand
zurückgekehrt ist, nicht wahrnehmbar, sondern erneut die erste Information.
Definitionen
[0015] Eine grafische Information ist jede Information, welche sich grafisch darstellen
lässt. Eine grafische Information kann beispielsweise ein Bild, ein Piktogramm, Symbole
und Zeichen, insbesondere alphanumerische Zeichen und Ähnliches in beliebiger Kombination
umfassen.
[0016] Als grafisch erfassbar wird eine Information, die auf oder in einem Gegenstand gespeichert
ist, bezeichnet, wenn in einer erfassten Abbildung des Gegenstands jene die Information
grafisch darstellenden Elemente enthalten sind und kognitiv oder maschinell wahrgenommen
werden können. Kognitiv ist eine Information wahrnehmbar, wenn ein menschlicher Betrachter
die Information der Abbildung beim Betrachten entnehmen kann, beispielsweise ein Symbol
erkennt oder einen Schriftzug lesen kann. Maschinell ist eine Information wahrnehmbar,
wenn ein Algorithmus, der beispielsweise ein Mustererkennungsverfahren umsetzt, die
Information der erfassten Abbildung entnehmen kann. Ist ein Schriftzug mittels eines
optischen Buchstaben Erkennungsalgorithmus (OCR - optical character recognition) korrekt
ermittelbar, so ist die in Buchstaben kodierte Information der Abbildung entnehmbar.
[0017] Ein Sicherheitsmerkmal ist ein Merkmal, welches ausgebildet ist, um ein Nachahmen,
Duplizieren, Verfälschen oder Ähnliches eines Gegenstand unmöglich zu machen und/oder
zumindest deutlich zu erschweren.
[0018] Ein Sicherheitsdokument ist ein Gegenstand, welcher mindestens ein Sicherheitsmerkmal
umfasst. Sicherheitsdokumente umfassen insbesondere Ausweise, Identitätskarten, Führerscheine,
Visa, aber auch Postwertzeichen, Schecks, Scheckkarten, Wertpapiere, Führerscheine
und Ähnliches.
[0019] Als ein Linsenelement mit positivem Krümmungsradius wird ein Linsenelement bezeichnet,
wenn der Mittelpunkt, bezüglich dessen der Krümmungsradius des Linsenelements die
Oberflächenkontur des Linsenelements definiert, im Innern des Dokumentkörpers befindlich
ist. Werden beispielsweise in eine Dokumentoberfläche Zylinderlinsen eingebracht,
so weisen die Zylinderlinsen einen positiven Krümmungsradius immer dann auf, wenn
die Zylinderachsen der Linsen im Innern des Sicherheitsdokuments befindlich sind.
Hierbei wird zusätzlich die Annahme gemacht, dass eine Dokumentkörperstärke größer
als der Krümmungsradius selber ist. Dies bedeutet, dass der Mittelpunkt bzw. die Zylinderachse
sich auf der dem Dokument zugewandten Seite der Dokumentoberfläche befindet. Bei einer
Linse mit einem negativen Krümmungsradius befindet sich hingegen der Mittelpunkt bzw.
bei einer Zylinderlinse die Zylinderachse außerhalb des Dokumentkörpers, d.h. auf
der von dem Dokument abgewandten Seite der Linsenoberfläche.
[0020] Als bevorzugte Biegerichtung wird jene Richtung bezeichnet, entlang derer mittels
entgegengesetzt aufeinander zu wirkender Verformungskräfte eine beabsichtigte und
bevorzugte Wölbung des Gegenstands aus einer Ebene heraus bewirkt werden kann, wobei
diese Ebene durch eine Oberfläche des Gegenstands definiert ist, wenn auf diesen keine
äußeren Verformungskräfte einwirken. Eine Gravitationskraft ist hierbei keine Verformungskraft.
Die Wölbung erfolgt somit bei entgegengesetzt aufeinander zu wirkenden Verformungskräften,
die entlang der bevorzugten Biegerichtung im unverformten Zustand des Gegenstands
wirken, quer zur bevorzugten Biegerichtung.
Bevorzugte Ausführungsform
[0021] Vorgeschlagen wird ein Sicherheitsdokument mit einem flächig ausgedehnten Dokumentkörper
der eine Oberseite und eine gegenüberliegende Unterseite aufweist, wobei der Dokumentkörper
gegenüber Druckkräften, die bezogen auf die Oberseite an gegenüberliegenden Punkten
oder Seitenkanten des Dokumentkörpers angreifen, eine Biegeelastizität aufweist, an
der Oberseite des Dokumentkörpers ein Linsenarray ausgebildet ist und im Innern des
Dokumentkörpers eine erste grafische Information relativ zu dem Linsenarray gespeichert
ist, welche bei einer Draufsicht entlang einer ausgezeichneten Richtung auf die Oberseite
des Dokumentkörpers, während sich dieser in einem ebenen Grundzustand befindet, in
dem keine Druckkräfte auf den Dokumentkörper einwirken, durch das Linsenarray hindurch
grafisch erfassbar ist, wobei die ausgezeichnete Richtung relativ zu einer Bezugsebene
festgelegt ist, in der sich die Oberseite im Grundzustand des Dokumentkörpers befindet,
und in einem gewölbten Zustand des Dokumentkörpers, in dem Druckkräfte vorgegebener
Stärke in der Bezugsebene auf den Dokumentkörper so einwirken, dass sich der Dokumentkörper
zumindest im Bereich des Linsenarrays aus der Bezugsebene wölbt, die erste Information
aus der ausgezeichneten Richtung nicht oder nur in veränderter Erscheinungsform grafisch
erfassbar ist.
[0022] Ferner wird ein Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitsdokuments geschaffen, welches
die Schritte umfasst: Herstellen eines flächig ausgedehnten Dokumentkörpers, der eine
Oberseite und eine gegenüberliegende Unterseite aufweist, wobei der Dokumentkörper
gegenüber Druckkräften, die bezogen auf die Oberseite an gegenüberliegenden Punkten
oder Seitenkanten des Dokumentkörpers angreifen, eine Biegeelastizität aufweist, wobei
beim Herstellen des Dokumentkörpers an der Oberseite des Dokumentkörpers ein Linsenarray
ausgebildet wird, und Speichern einer ersten grafische Information im Innern des Dokumentkörpers
relativ zu dem Linsenarray, sodass die erste grafische Information bei einer Draufsicht
entlang einer ausgezeichneten Richtung auf die Oberseite des Dokumentkörpers, während
auf diesen keine Druckkräfte einwirken und sich dieser in einem ebenen Grundzustand
befindet, durch das Linsenarray hindurch grafisch erfassbar ist, wobei die ausgezeichnete
Richtung relativ zu einer Bezugsebene festgelegt ist, in der sich die Oberseite im
Grundzustand des Dokumentkörpers befindet, und die erste Information in einem gewölbten
Zustand des Dokumentkörpers, in dem Druckkräfte vorgegebener Stärke in der Bezugsebene
auf den Dokumentkörper so einwirken, dass sich der Dokumentkörper im Bereich des Linsenarrays
aus der Bezugsebene wölbt, aus der ausgezeichneten Betrachtungsrichtung durch das
Linsenarray nicht oder nur in veränderter Erscheinungsform grafisch erfassbar ist.
[0023] Ferner wird ein Verifikationsverfahren für ein Sicherheitsdokument mit einem flächig
ausgedehnten Dokumentkörper vorgeschlagen, der eine Oberseite und eine gegenüberliegende
Unterseite aufweist, wobei der Dokumentkörper gegenüber Druckkräften, die bezogen
auf die Oberseite an gegenüberliegenden Punkten oder Seitenkanten des Dokumentkörpers
angreifen, eine Biegeelastizität aufweist, und wobei an der Oberseite des Dokumentkörpers
ein Linsenarray ausgebildet ist und im Innern des Dokumentkörpers eine erste grafische
Information relativ zu dem Linsenarray gespeichert ist, umfassend die Schritte: Erfassen
einer grafischen Abbildung der Oberseite des Dokumentkörpers aus einer ausgezeichneten
Richtung, während keine Druckkräfte auf den Dokumentkörper einwirken und sich der
Dokumentkörper in einem ebenen Grundzustand befindet, wobei die ausgezeichnete Richtung
relativ zu einer Bezugsebene festgelegt ist, in der sich die Oberseite im Grundzustand
des Dokumentkörpers befindet; Überprüfen, ob die erste Information in einem Bereich,
an dem das Linsenarray abgebildet ist, in der erfassten grafischen Abbildung enthalten
ist; Anwenden von Druckkräften vorgegebener Stärke, welche tangential in der Bezugsebene
auf den Dokumentkörper einwirken, und Überführen des Dokumentkörpers in den gewölbten
Zustand; Erfassen einer weiteren grafischen Abbildung der Oberseite des Dokumentkörpers
aus einer ausgezeichneten Richtung, Überprüfen, ob die erste Information unverändert
in jenem Bereich der zweiten grafischen Abbildung, an dem das Linsenarray abgebildet
ist, enthalten ist; und Feststellen einer negativen Verifikationsentscheidung, falls
die erste Information in der weiteren Abbildung unverändert in jenem Bereich, an dem
das Linsenarray abgebildet ist, enthalten ist.
[0024] Die vorgeschlagenen Gegenstände bieten alle den Vorteil, dass ein einfach zu verifizierendes,
jedoch schwierig nachzuahmendes und zu verfälschendes Sicherheitsmerkmal geschaffen
ist bzw. ein hierfür verwendbares Verifikationsverfahren angegeben ist.
[0025] Die erste Information kann bei einer Ausführungsform des Herstellungsverfahrens beispielsweise
mittels Laserstrahlung durch das Linsenarray hindurch entlang der ausgezeichneten
Richtung eingespeichert werden. Eine solche Einspeicherung bietet den Vorteil, dass
kleine Linsenfehler und Abweichungen die Speicherung der ersten Information nicht
nachteilig beeinflussen. Die Information wird an den Stellen in dem Dokument unterhalb
des Linsenarrays gespeichert, an denen die Linsen, so wie sie realisiert sind, die
Laserstrahlung fokussieren.
[0026] Es versteht sich für den Fachmann, dass eine Materialschicht des Dokumentkörpers
für eine Lasermarkierung vorbereit sein kann. Dies bedeutet, dass einem ansonsten
transparenten Material Zusatzstoffe beigefügt sein können, welche eine Absorption
von Laserstrahlung, welche zur Markierung verwendet wird, begünstigen. Vorzugsweise
ist nur jene Materialschicht für eine Lasermarkierung im Bereich unterhalb des Linsenarrays
vorbereitet, in der die Fokuspunkte der darüber befindlichen Linsen liegen. Eine solche
gezielte Vorbereitung einer bestimmten Materialschicht ist bei Ausführungsformen besonders
leicht möglich, bei denen der Dokumentkörper aus unterschiedlichen Substratschichten,
beispielsweise Kunststofffolien, in einem Laminationsverfahren zu dem Dokumentkörper
zusammengefügt ist bzw. wird. Dem Fachmann sind geeignete Materialien hierfür bekannt.
Insbesondere eignen sich Polycarbonat, Polyethylen, PVC, ABS und andere Kunststoffmaterialien,
welche für Licht zumindest in einem Wellenlängenbereich transparent sind. Der Dokumentkörper
kann darüber hinaus selbstverständlich auch opake Materialschichten oder Bereiche
umfassen oder auch Materialschichten, welche nicht auf Kunststoffbasis hergestellt
sind. Besonders bevorzugt sind jedoch alle Materialschichten auf Basis desselben Kunststoffmaterials
hergestellt, weil hierdurch ein Ausbilden eines monolithischen Dokumentkörpers ermöglicht
wird, bei dem im fertigen Dokumentkörper nach dem Zusammenfügen in Bezug auf die Materialstruktur
keine Phasenübergänge in jenen Bereichen mehr feststellbar sind, an denen unterschiedliche
Substratschichten im Herstellungsverfahren aneinandergefügt wurden.
[0027] Bei einer Ausführungsform findet die Speicherung der ersten Information in dem Dokumentkörper
in der Weise statt, dass die erste Information in dem gewölbten Zustand nicht nur
nicht aus der ausgezeichneten Richtung, sondern aus einer Vielzahl von Richtungen
nicht vollständig und korrekt grafisch erfassbar ist, vorzugsweise aus keiner Betrachtungsrichtung.
Die Winkel zwischen jeweils einer der Betrachtungsrichtungen dieser Vielzahl von Richtungen
und der ausgezeichneten Richtung liegen alle in einem Raumwinkelbereich um die ausgezeichnete
Richtung. Vorzugsweise ist die erste Information grafisch aus keiner Richtung erfassbar,
deren Winkel relativ zu der ausgezeichneten Richtung kleiner als ein vorgegebener
Winkel ist. Dieser vorgegebene Winkel beträgt in einer Ausführungsform ±25°. Noch
bevorzugter ±30 oder sogar ± 40°.
[0028] Bei einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist in dem Dokumentkörper eine
zweite grafische Information, welche von der ersten grafischen Information verschieden
ist, relativ zu dem Linsenarray gespeichert, welche in dem Grundzustand des Dokumentkörpers
unter der ausgezeichneten Richtung nicht oder nicht vollständig erfassbar ist und
dem gewölbten Zustand aus der ausgezeichneten Richtung grafisch erfassbar ist. Eine
solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass sich das Erscheinungsbild des Dokumentkörpers
im Bereich des Linsenarrays beim Übergang von dem Grundzustand in den gewölbten Zustand
für einen Betrachter deutlich ändert. Ein entsprechendes Verifikationsverfahren umfasst
zusätzlich den Schritt, die weitere erfasste Abbildung darauf zu überprüfen, ob eine
zweite Information, welche von der ersten Information verschieden ist, in jenem Bereich,
an dem das Linsenarray abgebildet ist, enthalten ist, und falls dies der Fall ist,
eine positive Verifikationsentscheidung zu fällen.
[0029] In das Fällen der Verifikationsentscheidung kann zusätzlich mit einbezogen werden,
dass die erfassten Informationen, welche aus der erfassten Abbildung für den Grundzustand
und/oder der weiteren erfassten Abbildung für den gewölbten Zustand mit vorgegebenen
Informationen verglichen werden. Es kann somit geprüft werden, ob ein Informationsgehalt
der ersten Information einem erwarteten Informationsgehalt entspricht. Ebenso kann
zusätzlich oder alternativ geprüft werden, ob die in der weiteren Abbildung im Bereich
der Abbildung des Linsenarrays erfasste zweite Information hinsichtlich des Informationsgehaltes
jenem entspricht, der für die zweite Information erwartet und vorgegeben ist.
[0030] Bei einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die zweite Information so in dem Dokumentkörper
gespeichert ist, dass die zweite Information in dem nicht gewölbten, ebenen Grundzustand
aus keiner Betrachtungsrichtung sichtbar ist oder zumindest nicht vollständig korrekt
sichtbar bzw. erfassbar ist. Hierdurch kann die zweite Information gegenüber einem
Erfassen bei einer Betrachtung im Grundzustand des Dokumentkörpers verborgen werden.
[0031] Eine solche Ausführungsform lässt sich insbesondere mit sehr gut lokalisierten kleinen
Markierungen realisieren.
[0032] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die erste Information so ausgebildet, dass
diese keinen codierten Inhalt aufweist, insbesondere keinen Inhalt in Form von alphanumerischen
Zeichen, Symbolen, Piktogrammen, Strichcodes oder Punktcodes, wie QR-Codes, etc. Bei
einer solchen Ausführungsform wird die erste Information nicht als solche durch einen
Nutzer wahrgenommen. Die erste Information kann beispielsweise in Form einer einfarbigen
Fläche oder eines regelmäßigen Musters, einer farblich changierenden Fläche mit einem
Guillochenmuster etc. grafisch dargestellt sein. In dem gewölbten Zustand ist jedoch
eine "zweite Information" vollständig erfassbar. Die zweite Information kann somit
quasi die einzige Information sein, die in dem Dokumentkörper für eine Verifikation
vorgesehen ist und deren Inhalt bei der Verifikation überprüft wird.
[0033] Eine Weiterbildung des Verifikationsverfahrens sieht vor, dass eine positive Verifikationsentscheidung
nur gefällt wird, wenn die in der weiteren Abbildung abgebildete zweite Information
vollständig mit einer Vorgabe für die zweite Information übereinstimmt.
[0034] Eine "verdeckte" zweite Information lässt sich besonders sicher mit einer Ausführungsform
realisieren, bei der das Linsenarray unterschiedlich geformte Linsenelemente umfasst,
wobei die Krümmungsradien der Oberflächen der verschiedenen Linsenelemente jeweils
dasselbe Vorzeichen aufweisen. Beispielsweise sind die Linsenelemente so ausgebildet,
dass diese im gewölbten Zustand für die ausgezeichnete Richtung wie Zylinderlinsenelemente
wirken, jedoch elliptisch ausgebildet sind, so dass diese im Grundzustand nicht alle
als Zylinderlinsen wirken. Abhängig vom Abstand von einem Zentrum des Linsenarrays
"kippen" die elliptischen Linsen im Grundzustand nach innen weg.
[0035] Ferner können auch die Linsenelemente anstatt gradlinig auch wellenartig ausgebildet
sein, die gespeicherte zweite grafische Information kann aus geraden Linien bestehen.
[0036] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass in dem Dokumentkörper eine dritte
grafische Information relativ zu dem Linsenarray gespeichert ist, welche bei einer
Draufsicht entlang einer ausgezeichneten Richtung auf die Oberseite des Dokumentkörpers,
während sich dieser in einem ebenen Grundzustand befindet, nicht oder nicht vollständig
erfassbar ist und sich von der ersten grafischen Information und der zweiten grafischen
Information unterscheidet und so gespeichert ist, dass in einem zusätzlichen gewölbten
Zustand des Dokumentkörpers, in dem zweite Druckkräfte vorgegebener Stärke tangential
in der Bezugsebene auf den Dokumentkörper so einwirken, dass sich der Dokumentkörper
im Bereich des Linsenarrays aus der Bezugsebene wölbt, jedoch mit einem Krümmungsradius,
dessen Vorzeichen gegenüber dem Krümmungsradius des Dokumentkörpers im gewölbten Zustand
umgekehrt ist, die dritte Information aus der ausgezeichneten Richtung vollständig
grafisch erfassbar ist. So können zwei verdeckte Informationen gespeichert werden,
die einfach zu verifizieren sind, jedoch einem normalen Kopiervorgang, bei dem das
Sicherheitsdokument, bzw. dessen Dokumentkörper im Grundzustand ist, nicht erfasst
und/oder dupliziert werden können.
[0037] Eine Weiterbildung des Verifikationsverfahrens sieht vor, dass das Dokument durch
das Anwenden von zweiten Druckkräften vorgegebener Stärke, welche tangential in der
Bezugsebene auf den Dokumentkörper einwirken, und, sofern nötig, durch eine kurzzeitig
ausgeübte Richtungskraft, welche quer zur Bezugsebene wirkt, in einen zusätzlichen
gewölbten Zustand überführt wird, in dem ein Krümmungsradius des Dokumentkörpers ein
entgegengesetztes Vorzeichen wie in dem gewölbten Zustand aufweist, und in dem zusätzlichen
gewölbten Zustand eine zusätzliche grafische Abbildung erfasst wird, und die zusätzliche
Abbildung darauf geprüft wird, ob eine dritte Information, welche von der ersten Information
und der zweiten Information verschieden ist, in jenem Bereich, an dem das Linsenarray
abgebildet ist, enthalten ist, und nur falls dieses der Fall ist, eine positive Verifikationsentscheidung
gefällt wird. Die zweiten Druckkräfte können gleich wie die Druckkräfte zum Herbeiführen
des gewölbten Zustands sein.
[0038] Beispielsweise können alle drei grafische Informationen denselben Schriftzug zeigen,
die erste grafische Information in roter Farbe, die zweite grafische Information in
grüner Farbe und die dritte grafische Information in blauer Farbe. Bei der Verifikation
sind im Grundzustand die roten Bildbestandteile vollständig, im gewölbten Zustand
nur die grünen Bildbestandteile vollständig und im zusätzlichen gewölbten Zustand
nur die blauen Bildbestandteile vollständig zu erfassen. Wichtig ist, dass die grafischen
Informationen aus der ausgezeichneten Richtung im zugeordneten Zustand jeweils vollständig
erkennbar sind, in den anderen Zuständen jedoch nicht oder zumindest nicht vollständig.
[0039] Besonders groß sind die Abweichungen der Fokuspositionen der Linsen für die unterschiedlichen
Zustände in Randbereichen des Linsenarrays. Vorzugsweise werden somit die zweite Information
und/oder dritte grafische Information so ausgebildet, dass wesentliche inhaltliche
Bestandteile gerade in den Außenbereichen ausgebildet sind. Das Zentrum wird vorzugsweise
ausgespart. Beispielsweise werden am Rand der grafischen Information oder Informationen
alphanumerische Kennungen etc. angeordnet.
[0040] Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Herstellungsverfahrens ist vorgesehen,
dass die zweite Information ebenfalls mittels Laserstrahlung durch das Linsenarray
hindurch markiert wird. Bei einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das durch Anwenden
von Druckkräften der vorgegebenen Stärke, welche in der Bezugsebene auf den Dokumentkörper
wirken, der Dokumentkörper in den gewölbten Zustand überführt wird und entlang der
ausgezeichneten Richtung eine zweite Information in den Dokumentkörper mittels Laserstrahlung
durch das Linsenarray hindurch markiert wird. Auch das Einbringen der zweiten Information
mittels Laserstrahlung im gewölbten Zustand des Dokumentkörpers ermöglicht es auf
einfache Weise, die Markierungen in dem Dokumentkörper an den korrekten Stellen einzubringen,
sodass die zweite Information aus der ausgezeichneten Richtung erfassbar bzw. sichtbar
ist. Alternativ ist es möglich, die erste und/oder die zweite Information drucktechnisch
in das Dokument einzubringen. Hierfür ist es erforderlich, die entsprechenden Markierungspositionen
unter Ausnutzung der Abbildungsgesetze der geometrischen Optik unter Berücksichtigung
der Oberflächengeometrie des Linsenarrays und der vorgegebenen Wölbung exakt zu berechnen.
Um eine korrekte Relativpositionierung der gedruckten ersten und/oder zweiten Information
und dem Linsenarray zu erreichen, kann bei einer Ausführungsform vorgesehen sein,
dass das Linsenarray nach einem Fertigstellen des Dokumentkörpers in die Oberfläche
des Dokumentkörpers eingeprägt wird. Eine Positionierung eines solchen Prägestempels
kann somit ausgerichtet an der bereits ausgeführten Bedruckung innerer Materialschichten
ausgeführt werden. Besonders geeignet sind hierfür Prägestempel, welche als Sonotroden
ausgebildet sind.
[0041] Bei einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Linsenarray bezüglich ihrer Längsachsen
parallel zueinander orientierte Zylinderlinsenelemente mit positivem Krümmungsradius.
Diese Linsenelemente haben eine fokussierende Eigenschaft und sind einfach herzustellen.
Kompliziertere Linsenarrays, die Biegeabhängigkeiten in unterschiedlichen Biegeebenen
und/oder eingespeicherte Informationen für unterschiedliche Erfassungsrichtungen,
die nicht alle in einer Ebene liegen, zulassen, können auch beispielsweise aus sphärischen
Mikrolinsen ausgebildet sein. Besonders bevorzugt sind die Längsachsen der Zylinderlinsen
senkrecht zu einer Vorzugsbiegerichtung orientiert. Als Vorzugsbiegerichtung wird
jene Richtung bezeichnet, entlang der die tangential auf das in der Bezugsebene auf
das Dokument einwirkenden Kräfte aufeinander zu wirken, um den angestrebten Effekt
zu bewirken. Bei einem rechteckig ausgebildeten kartenförmigen Dokumentkörper ist
die Vorzugsbiegerichtung vorzugsweise parallel zu einer längeren Längsseite der Oberseite
des Dokumentkörpers orientiert.
[0042] Um einen deutlichen Unterscheidungseffekt und eine gute Trennung der Fokuspunkte
für entlang der ausgezeichneten Richtung auf das Dokument gerichteten Strahlung in
dem Dokument zwischen dem Grundzustand und dem gewölbten Zustand zu erreichen, ist
es von Vorteil, wenn die einzelnen Linsenelemente, welche eine fokussierende Wirkung
aufweisen, einen Abstand aufweisen, welcher größer als ein minimaler Abstand ist.
[0043] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weisen daher die Zylinderachsen benachbarter
Zylinderlinsen mit positiven Krümmungsradien einen Abstand auf, welcher größer als
die Summe der jeweiligen Krümmungsradien benachbarter Zylinderlinsen mit positivem
Krümmungsradius ist. Dies bedeutet, dass die Zylinderlinsen um mehr als die Summe
der jeweiligen Krümmungsradien der benachbarten Zylinderlinsen mit positiven Krümmungsradien
voneinander beabstandet sind. Entsprechendes gilt ebenfalls für sphärische Linsenelemente.
[0044] Bei einer Ausführungsform, welche sich als vorteilhaft erwiesen hat, weisen die Zylinderlinsenelemente
mit positivem Krümmungsradius alle denselben Krümmungsradius auf und ist zwischen
zwei benachbarten Zylinderlinsenelementen mit positivem Krümmungsradius jeweils ein
Zylinderlinsenelement mit negativem Krümmungsradius angeordnet, wobei der negative
Krümmungsradius des Zylinderlinsenelements mit negativem Krümmungsradius vorzugsweise
betragsmäßig dem positiven Krümmungsradius der benachbarten Zylinderlinsenelemente
mit positivem Krümmungsradius entspricht.
[0045] Eine solche Ausführungsform erlaubt eine besonders gute Wölbung des Dokuments im
Bereich des Linsenarrays. Bei einer bevorzugten Ausführungsform erstreckt sich das
Linsenarray über die gesamte Querrichtung eines kartenförmigen Dokumentkörpers, d.h.
zwischen den beiden Längskanten des rechteckförmigen Dokumentkörpers. Die Vorzugsbiegerichtung
ist dann parallel zu den Längskanten orientiert. Je kleiner der Krümmungsradius der
Oberseite des Dokumentkörpers im Bereich des Linsenarrays ist, desto größer sind die
durch die Wölbung erzielbaren Fokuspunktverschiebungen für die einzelnen Linsen zwischen
dem gewölbten Zustand und dem Grundzustand. Die einzelnen Fokuspunktverschiebungsabstände
sind hierbei für die einzelnen Linsen in dem Linsenarray unterschiedlich.
[0046] Bei einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass die erste Information und die zweite
Information miteinander in Beziehung stehen. Bei einer Ausführungsform zeigen die
erste Information und die zweite Information dieselben alphanumerischen Zeichen, jedoch
in verschiedenen Farben. Dieses bedeutet, dass sich die erfassten grafischen Informationen
im Grundzustand und im gewölbten Zustand durch den hervorgerufenen Farbeindruck unterscheiden.
Einen solchen Gegenstand erhält man beispielsweise, indem man als erste Information
einen Schriftzug mittels roter Markierungen im Dokumentkörper speichert und denselben
Schriftzug mittels blauer Markierungen als die zweite Information in dem Dokumentkörper
in der Weise speichert, dass der rote Schriftzug, d.h. die erste Information, in dem
Grundzustand durch das Linsenarray wahrnehmbar ist und der blaue Schriftzug in dem
gewölbten Zustand wahrnehmbar oder erfassbar ist. Hierdurch wird ein sehr einfach
zu verifizierender optischer Effekt geschaffen.
[0047] Andere Ausführungsformen können vorsehen, dass die erste und die zweite Information
so aufeinander bezogen sind, dass sich beim Übergang zwischen dem Grundzustand und
dem gewölbten Zustand ein "Bewegungseffekt" oder kinematografischer Effekt ergibt.
Beispielsweise können die Zeichen bei einem Wechsel zwischen den Zuständen scheinbar
Umkippen ähnlich, wie diese bei einem Wechsel der Darstellung eines Schriftzuges von
einem normalen Schriftsatz zu einem kursiven Schriftsatz "umkippen": Beispielsweise
wird aus "Text" im Grundzustand im gewölbten Zustand
"Text".
[0048] Besonders gute kinematografische Effekte oder Bewegungseffekte lassen sich mit Ausführungsformen
realisieren, die weiter gewölbte Zustände aufweisen, deren Wölbung des Dokumentkörpers
jeweils von der Wölbung des einen gewölbten Zustands und den Wölbungen übrigen weiteren
gewölbten Zuständen verschieden ist. Jedem dieser weiteren gewölbten Zustände ist
dann eine weitere grafische Information zugeordnet, die in dem entsprechenden weiteren
gewölbten Zustand aus der ausgezeichneten Richtung erfassbar ist. Hierdurch kann eine
kontinuierliche Bewegung eines Objekts realisiert werden, welches sich zugleich auch
verändern kann, beispielsweise seine Farbe oder Form ändert. So kann beispielsweise
ein Übergang von einem roten Kreis im Grundzustand zu einem gegenüber der Position
des Kreises verschobenen gelben Rechteck in dem gewölbten Zustand über eine grüne
Ellipse im weiteren gewölbten Zustand erfolgen, in dem die Wölbung des Dokumentkörpers
geringer als in dem gewölbten Zustand ist. Eine Position der grünen Ellipse liegt
zwischen der des Kreises und der des Rechtecks.
[0049] Bei wieder einer weiteren Ausführungsform umfasst die erste Information ein aus Rasterelementen
gebildetes Raster, dessen Rasterelemente Abstände voneinander aufweisen, die ähnlich
aber abweichend von den Abständen der Linsenelemente der des Linsenarrays im Grundzustand
sind, sodass sich bei der Betrachtung aus der ausgezeichneten Richtung ein Moire-Effekt
ergibt. Alternativ oder zusätzlich kann auch die zweite Information ein aus weiteren
Rasterelementen gebildetes weiteres Raster umfassen, wobei die Rasterelement ähnliche,
aber abweichende Abstände zueinander aufweisen als die Linsenelemente des Linsenarrays
in dem gewölbten Zustand, sodass ein weiterer Moire-Effekt im gewölbten Zustand erfassbar
ist.
[0050] Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf eine Zeichnung näher erläutert.
Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Sicherheitsdokuments im Grundzustand;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung des Sicherheitsdokuments im gewölbten Zustand;
- Fig. 3
- eine erfasste Abbildung einer Draufsicht auf ein Sicherheitsdokument im Grundzustand;
und
- Fig. 4
- eine weitere erfasste Abbildung einer Draufsicht auf dasselbe Sicherheitsdokument
im gewölbten Zustand.;
- Fig. 5a
- eine schematische Draufsicht auf eine Speichersicht eines Dokumentkörpers; und
- Fig. 5b bis 5d
- schematische Draufsichten auf ein Sicherheitsdokument durch ein Linsenarray mit Grundzustand
(5b), im gewölbten Zustand (5b) und im zusätzlichen gewölbten Zustand (5c), wobei
das betrachtete Sicherheitsdokument jeweils die Speichersicht nach Fig. 5a unter dem
Linsenarray umfasst.
[0051] In Fig. 1 ist schematisch ein Sicherheitsdokument 1 mit einem Dokumentkörper 3 dargestellt.
Das Sicherheitsdokument 1 weist eine Oberseite 5 und eine gegenüberliegende Unterseite
7 auf, welche in einem Grundzustand, der in Fig. 1 dargestellt ist, jeweils im Wesentlichen
eben und zueinander planparallel sind. Der Dokumentkörper 3, der vorzugsweise eine
rechteckige Oberseite 5 aufweist, besitzt ferner eine linke kurze Seitenkante 9 sowie
eine rechte kurze Seitenkante 11 und zusätzlich eine vordere Längskante 13 sowie eine
unter der Zeichnungsebene liegende hintere Längsseitenkante.
[0052] An der Oberseite 5 ist ein Linsenarray 31 ausgebildet. Im Bereich des Linsenarrays
ist der Dokumentkörper zumindest in einem der Oberseite zugewandten Bereich im Volumen
bis auf gegebenenfalls vorhandene Markierungen 77, 97, welche weiter unten näher erläutert
werden, transparent. Die Transparenz erstreckt sich bis in eine Tiefe, welche der
Fokuslänge von Linsenelementen 33 entspricht. An der Unterseite und bei Materialtiefen,
die , von der Oberseite aus betrachtet, größer als die Fokuslängen der Linsenelemente
33 sind, kann der Dokumentkörper auch opak ausgebildet sein.
[0053] Vorzugsweise weist der Dokumentkörper ein genormtes Kartenformat auf, beispielsweise
der Normen ID1, ID2 oder ID3, welche für Sicherheitsdokumente wie Reisepässe, Personalausweise,
Führerscheine oder Ähnliches normiert sind.
[0054] Bei dem dargestellten Sicherheitsdokument 1 weist das Linsenarray 31 eine Vielzahl
von Zylinderlinsenelementen 33 mit positivem Krümmungsradius auf. Beispielhaft ist
ein Krümmungsradius 35 eingezeichnet. Bei Zylinderlinsenelementen 33 mit einem positiven
Krümmungsradius, geht der die Krümmung der Zylinderlinsenelemente 33 beschreibende
Krümmungsradius von einem Mittelpunkt 37 aus, welcher im Innern des Dokumentkörpers
3 liegt. Durch diesen Mittelpunkt verläuft auch eine Zylinderachse 39 der Zylinderlinsenelemente
33, welche senkrecht zur Zeichnungsebene orientiert ist. Bei der dargestellten Ausführungsform
sind zwischen benachbarten Zylinderlinsenelementen 33 mit positivem Krümmungsradius
Zylinderlinsenelemente 43 mit negativem Krümmungsradius angeordnet. Beispielhaft sind
ein negativer Krümmungsradius 45 und der zugehörige Mittelpunkt 47 dargestellt. Durch
den Mittelpunkt 47 verläuft senkrecht zur Zeichnungsebene entsprechend eine Zylinderachse
49 eines solchen Zylinderlinsenelements 43 mit negativem Krümmungsradius.
[0055] In einem Grundzustand des Sicherheitsdokuments bzw. Dokumentkörpers 3, in dem keine
äußeren, eine mechanische Verformung herbeiführenden Kräfte einwirken, definiert die
Oberseite 5 bzw. der flache Dokumentkörper 3 eine Bezugsebene 21. Bezüglich dieser
Bezugsebene werden Richtungen für ein Betrachten bzw. Erfassen von Informationen bzw.
ein Einschreiben von Markierungen definiert. Exemplarisch ist hier die Oberflächennormale
23 der Bezugsebene eingezeichnet, bezüglich derer beispielsweise ein Winkel zu einer
ausgezeichneten Betrachtungsrichtung oder Erfassungsrichtung gemessen wird. Im dargestellten
Beispiel wird davon ausgegangen, dass eine Erfassung entlang einer ausgezeichneten
Richtung 61 erfolgt, welche kollinear mit der Oberflächennormale 23 der Bezugsebene
ist. Dies ist jedoch nicht notwendig und hier nur in dem exemplarischen Beispiel so
gewählt. Die Erfassung erfolgt im Ausführungsbeispiel von einer Betrachtungsposition
106 mittig über dem Linsenarray 31. Die Erfassungsrichtung gibt die Richtung an, entlang
derer auf eine Mitte des Linsenarrays 31 geblickt wird. Zu Positionen auf der Oberfläche,
die von der Mitte Beabstandet sind, weicht die Erfassungsrichtung bei einem endlichen
Abstand der Betrachtungsposition 106 von der Oberseite 5 von der ausgezeichneten Richtung
61 leicht ab.
[0056] Im Innern des Dokumentkörpers 3 bezüglich einer Erfassung entlang der ausgezeichneten
Richtung 61 sind an ersten Fokuspositionen 75 Markierungen 77 einer ersten Information
in dem Dokument gespeichert. Gemeinsam speichern diese Markierungen 77 der ersten
Information die erste Information 71. Diese ist bei einem Erfassen einer Abbildung
entlang der ausgezeichneten Richtung 61 aus dieser Abbildung zu entnehmen.
[0057] Fig. 3 zeigt eine erfasste Abbildung 103 des Sicherheitsdokuments 1 im Grundzustand,
wobei die Erfassung entlang der ausgezeichneten Richtung 61 erfolgt ist. In einem
Bereich 101, in dem das Linsenarray 31 abgebildet ist, ist die erste Information 71
in Form eines Kreises 73 der Abbildung 103 zu entnehmen.
[0058] Werden nun Druckkräfte, welche über Druckkraftpfeile 81, 83 tangential in der Bezugsebene
auf die kurzen Seitenkanten 9, 11 einwirken, so wölbt sich der Dokumentkörper entlang
einer Richtung 85 aus der Bezugsebene 21. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
ist somit eine bevorzugte Biegerichtung 87 parallel zur vorderen Längsseitenkante
13 orientiert.
[0059] In Fig. 2 ist das Sicherheitsdokument nach Fig. 1 in der gewölbten Stellung dargestellt,
die sich bei einer Einwirkung vorgegebener Druckkräfte, welche tangential in der Bezugsebene
21 auf die gegenüberliegenden Seitenkanten 9, 11 einwirken, dargestellt. Da die einzelnen
Zylinderlinsenelemente 33 mit positivem Krümmungsradius einen Abstand zueinander aufweisen,
der größer als der doppelte Krümmungsradius ist, können sich die einzelnen Zylinderlinsenelemente
33 aufgrund der Wölbung des Dokuments quasi gegeneinander verdrehen. Erkennbar ist
dieses daran, dass die Abstände zwischen den Scheitelpunkten 34 der Linsenelemente
im Grundzustand, welche über Kreuze gekennzeichnet sind, im gewölbten Zustand einen
größeren Abstand zueinander als im Grundzustand aufweisen. Ferner wird Licht, welches
entlang der ausgezeichneten Richtung 61 auf das gewölbte Sicherheitsdokument 1 eingestrahlt
wird, an zweiten Fokuspunkten 95 fokussiert, an denen Markierungen 97 einer zweiten
Information 91 befindlich sind. Im gewölbten Zustand ist somit aus einer aus der ausgezeichneten
Richtung 61 aufgenommenen weiteren Abbildung 103' in jenem Bereich 101', in dem das
Linsenarray 31 abgebildet ist, die zweite Information 91, welche ein Quadrat 93 darstellt,
zu entnehmen.
[0060] Fig. 4 zeigt diese erfasste weitere Abbildung. Der weiteren Abbildung für den gewölbten
Zustand ist die erste Information der erfassten Abbildung nicht mehr oder zumindest
nicht mehr vollständig zu entnehmen. Je nach gewählter ausgezeichneter Richtung kann
es vorkommen, dass einzelne Bildbereiche 104 der ersten Information teilweise in der
Abbildung des gewölbten Sicherheitsdokuments auch noch zu erfassen sind. Selbiges
kann für Teile 105 der zweiten Information in der Abbildung des Grundzustands gelten.
Gut zu erkennen ist jedoch, dass die beiden Abbildungen 103, 103' sich im Bereich
101, 101 der Darstellung des Linsenarrays 31 deutlich voneinander unterscheiden. Der
Abbildung 103 ist deutlich ein Kreis 73 und der weiteren Abbildung 103' deutlich ein
Quadrat 93 zu entnehmen. Dieser Informationswandel aufgrund des Wölbens des Sicherheitsdokuments
1 bzw. des Dokumentkörpers 3 kann zum Ableiten einer Verifikationsentscheidung herangezogen
werden.
[0061] Im vorliegenden Fall wird ein Wandel von einem Kreis 73 hin zu einem Quadrat 93 erwartet
und auch beobachtet. Somit wird, falls diese beiden Informationen wahrgenommen werden,
das Sicherheitsdokument 1 als echt verifiziert. Bei anderen Ausführungsformen kann
es als Verifikationsvoraussetzung ausreichen, dass ein Verschwinden der ersten Information
beobachtet wird. Ändert sich hingegen die erste Information nicht beim Wölben des
Sicherheitsdokuments, so wird diese Feststellung genutzt, um eine negative Verifikationsentscheidung
zu treffen. Ein solches Verhalten wird für ein echtes Dokument nicht erwartet.
[0062] In der bisherigen Beschreibung wurde immer davon ausgegangen, dass Sicherheitsdokument
aus einer einzigen Erfassungsrichtung oder ausgezeichneten Richtung betrachtet oder
belichtet wird. Diese trifft zu, wenn das Sicherheitsdokument aus unendlicher Entfernung
betrachtet/belichtet oder von diesem aus unendlicher Entfernung eine Abbildung erfasst
wird bzw. eine Lasermarkierung vorgenommen wird. Im realen Fall wird ein Dokument
jedoch in der Regel aus der Nähe betrachtet/belichtet. Diese bedeutet, dass die Richtung
unter der ein einzelnes Linsenelement betrachtet/belichtet wird von Linsenelement
zu Linsenelement leicht variiert. Diese Variation ist jeweils mitzulesen. Lediglich
aus Gründen der einfacheren Darstellung wurde auf diesen Aspekt nicht jeweils explizit
hingewiesen. In Fig. 1 und Fig. 2 sind über Pfeile 79 und 99 eingezeichnet, die jeweils
die Richtung anzeigen unter der die erste Information 71 und die zweite Information
91 von den jeweiligen Linsenelementen 31 abgebildet werden. In Fig. 1 treffen sich
die Pfeile 79 in der Betrachtungsposition 106 und stellen die Abbildung der ersten
Information dar, die bei einer Betrachtung unter der ausgezeichneten Richtung 61 an
der Betrachtungsposition 106, die über ein schematisiertes Auge dargestellt ist, erfasst
wird. Das Erfassen kann auch mit einer Kamera oder Ähnlichem erfolgen. In Fig. 2 wird
die zweite Information, wie über die Pfeile 99 angedeutet ist, zu der durch das schematische
Auge angedeuteten Betrachtungsposition 106 abgebildet, wenn eine Erfassung entlang
der ausgezeichneten Richtung 61 erfolgt.
[0063] Bei den beschriebenen Ausführungsformen unterscheiden sich die erste und die zweite
Information hinsichtlich der geometrischen Form der jeweils dargestellten Gegenstände,
welche beispielsweise ein Kreis und ein Quadrat sind. Bei anderen Ausführungsformen
kann sich die erste Information der zweiten Information beispielsweise lediglich durch
die Farbe unterscheiden, sodass bei einem Übergang von dem Grundzustand zu dem gewölbten
Zustand des Dokumentkörpers aus der ausgezeichneten Richtung ein Farbübergang zu beobachten
oder zu erfassen ist.
[0064] Andere Ausführungsformen können einen kinetischen Effekt beim Übergang zwischen den
verschiedenen Zuständen des Dokumentkörpers zeigen. Beispielsweise können die Buchstaben
einen Schriftzugs "Text" der ersten Information beispielsweise auseinander rücken
und leicht kippen, sodass sich folgender Schriftzug als zweite Information ergibt:
"Text".
[0065] Bei einer anderen Ausführungsform ist die zweite Information mittels Rasterelementen
in dem Dokumentkörper gespeichert, die im gewölbten Zustand des Dokumentkörpers voneinander
Abstände aufweisen, die von Abständen zwischen den Linsenelementen des Linsenarrays
im gewölbten Zustand leicht abweichen, sodass sich ein Moire-Effekt ergibt, der ein
Muster oder ein Zeichen "erzeugt", welches von der zweiten Information bzw. deren
grafischer Darstellung verschieden ist.
[0066] In Fig. 5a ist eine schematische vereinfachte Ansicht einer Speichersicht 200 eines
Dokumentkörpers gezeigt, auf der segmentiert drei grafische Informationen gespeichert
sind. Diese sind beispielsweise aufgedruckt. Mit jedem Linsenelement korrespondiert
ein in drei Streifen 211, 212, 213 unterteilter Abschnitt 205, 206. Mit dem Bezugszeichen
211 gekennzeichnete Streifen sind der ersten grafischen Information, die mit dem Bezugszeichen
212 gekennzeichneten Streifen der zweiten grafischen Information und die mit dem Bezugszeichen
213 gekennzeichneten Streifen der dritten grafischen Information zugeordnet.
[0067] Die erste grafische Information "Text1" ist im Grundzustand zu erkennen (vergl. Fig.
5b), die zweite grafische Information "Text2" ist im gewölbten Zustand (vergl. Fig.
5c), in dem ein Zentrum 207 des Linsenarrays dem Betrachter näher als Ränder 208,
209 des Linsenarrays sind, und die dritte grafische Information "Text3" im zusätzlichen
gewölbten Zustand (vergl. Fig. 5d) zu erkennen, bei dem das Zentrum 207 des Linsenarrays
von dem Betrachter weiter entfernt ist als die Ränder 208, 209 des Linsenarrays.
[0068] Obwohl in den Streifen 211, 212, 213 jeweils die zugehörige grafische Information
"vollständig" wiedergegeben ist, versteht es sich, dass jeder der Streifen 211, 212,
213 nur einen Teil der entsprechenden grafischen Information 201, 202, 203 umfasst.
Streifen 211 umfassen jeweils einen Teil der ersten grafischen Information "Text1".
Analoges gilt für die Streifen 212 und 213.
[0069] Zu erkennen ist, dass die erste grafische Information 201 über alle zugeordneten
Abschnitte 205 verteilt gespeichert ist. Die zweite grafische Information und dritte
grafische Information sind jeweils nur in Abschnitten 206 gespeichert, die vom Zentrum
207 beabstandet sind. Dieses berücksichtigt, dass die durch die Wölbungen hervorgerufenen
Fokuspositionsabweichungen zu den Rändern des Linsenarrays zunehmen.
[0070] Die Schrift ist ferner "gedreht" sowie verkleinert dargestellt. Diese Inhalte "Text2"
und "Text3" sind im Grundzustand (Fig. 5b) nicht erfassbar und nur im entsprechend
zugeordneten gewölbten Zustand (Fig. 5c - "Text2") bzw. zusätzlichen gewölbten Zustand
(Fig. 5d - "Text3") zu erkennen und vollständig erfassbar. Im Grundzustand ist nur
"Text1" erfassbar, von dem in den anderen gewölbten Zuständen unter Umständen "Reste"
210 erfassbar sind. Dieses hat seine Ursache darin, dass für ein zentrales Linsenelement
die Streifen 211, 212, 213 eigentlich überlappen und hier nur aus Gründen der Veranschaulichung
nebeneinander und getrennt gezeichnet sind. Auch die Position der Streifen 211, 212,
213 zueinander, deren "Abstände" und "Ausdehnung" variieren eigentlich mit dem Abstand
vom Zentrum 207, wenn man gleichartige Zylinderlinsen als Linsenelemente annimmt.
Werden variierende Linsenelemente verwendet gilt dieses in einem noch verstärkten
Maße.
[0071] Es versteht sich für den Fachmann, dass hier nur eine beispielhafte Ausführungsform
beschrieben ist. Je nach konkreter Ausgestaltung der Linsenelemente ist es möglich,
unter Umständen zusätzlich im Grundzustand und/oder im gewölbten Zustand für unterschiedliche
Erfassungsrichtungen unterschiedliche Informationen einzuspeichern, d.h. unterschiedliche
erste Informationen und unterschiedliche zweite Informationen, die jeweils korrekt
nur entsprechend im Grundzustand bzw. im gewölbten Zustand des Dokumentkörpers erfassbar
sind.
Bezugszeichenliste
[0072]
- 1
- Sicherheitsdokument
- 3
- Dokumentkörper
- 5
- Oberseite
- 7
- gegenüberliegende Unterseite
- 9
- linke kurze Seitenkante
- 11
- rechte kurze Seitenkante
- 13
- vordere Längsseitenkante
- 21
- Bezugsebene
- 23
- Oberflächennormale
- 31
- Linsenarray
- 33
- Zylinderlinsenelement mit positivem Krümmungsradius
- 34
- Schnittpunkte im Grundzustand
- 35
- positiver Krümmungsradius
- 37
- Mittelpunkt
- 39
- Zylinderachse
- 43
- Zylinderlinsenelement mit negativem Krümmungsradius
- 45
- negativer Krümmungsradius
- 47
- Mittelpunkt
- 49
- Zylinderachse
- 61
- ausgezeichnete Richtung
- 71
- erste Information
- 73
- Kreis
- 75
- erste Fokuspunkte
- 77
- Markierung der ersten Information
- 79
- Pfeile zur Verdeutlichung der Abbildung der ersten Information
- 81, 83
- Druckkraftpfeile
- 85
- Richtungspfeil
- 87
- Vorzugs-(Biege-)Richtung
- 91
- zweite Information
- 93
- Quadrat
- 95
- zweite Fokuspunkte
- 97
- Markierung der zweiten Information
- 99
- Pfeile zur Verdeutlichung der Abbildung der zweiten Information
- 101, 101'
- Bereich, in dem das Linsenarray abgebildet ist
- 103
- Abbildung der Oberseite im Grundzustand
- 103'
- Abbildung der Oberseite im gewölbten Zustand
- 104
- einzelne Bildbereiche der ersten Information
- 105
- Teil der zweiten Information
- 106
- Betrachtungsposition (schematisches Auge)
- 200
- Speicherschicht
- 201
- erste grafische Information (Text1)
- 202
- zweite grafische Information (Text2)
- 203
- dritte grafische Information (Text3)
- 205
- Abschnitt
- 206
- Abschnitt
- 207
- Zentrum
- 208
- Rand
- 209
- Rand
- 210
- Reste (des ersten grafischen Information)
- 211, 212, 213
- Streifen
1. Sicherheitsdokument (1) mit einem flächig ausgedehnten Dokumentkörper (3), der eine
Oberseite (5) und eine gegenüberliegende Unterseite (7) aufweist, wobei der Dokumentkörper
(3) gegenüber Druckkräften, die bezogen auf die Oberseite (5) an gegenüberliegenden
Punkten oder Seitenkanten (9, 11) des Dokumentkörpers (3) angreifen, eine Biegeelastizität
aufweist,
wobei an der Oberseite (5) des Dokumentkörpers (3) ein Linsenarray (31) ausgebildet
ist und im Innern des Dokumentkörpers (3) eine erste grafische Information (71) relativ
zu dem Linsenarray (31) gespeichert ist, welche bei einer Draufsicht entlang einer
ausgezeichneten Richtung (61) auf die Oberseite (5) des Dokumentkörpers (3), während
sich dieser in einem ebenen Grundzustand befindet, in dem keine Druckkräfte auf den
Dokumentkörper (3) einwirken, durch das Linsenarray (31) hindurch grafisch erfassbar
ist, wobei die ausgezeichnete Richtung (61) relativ zu einer Bezugsebene festgelegt
ist, in der sich die Oberseite (5) im Grundzustand des Dokumentkörpers (3) befindet,
und in einem gewölbten Zustand des Dokumentkörpers (3), in dem Druckkräfte vorgegebener
Stärke tangential in der Bezugsebene (21) auf den Dokumentkörper (3)so einwirken,
dass sich der Dokumentkörper (3) im Bereich des Linsenarrays (31) aus der Bezugsebene
(31) wölbt, die erste Information (71) aus der ausgezeichneten Richtung (61) nicht
oder nur in veränderter Erscheinungsform grafisch erfassbar ist.
2. Sicherheitsdokument (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Dokumentkörper (3) eine zweite grafische Information (91), welche von der
ersten grafischen Information (71) verschieden ist, relativ zu dem Linsenarray (31)
gespeichert ist, welche in dem Grundzustand des Dokumentkörpers (3) unter der ausgezeichneten
Richtung (61) nicht oder nicht vollständig erfassbar ist und in dem gewölbten Zustand
aus der ausgezeichneten Richtung (61) grafisch vollständig erfassbar ist.
3. Sicherheitsdokument nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Linsenarray (31) bezüglich ihrer Längsachsen parallel zueinander orientierte
Zylinderlinsenelemente (33) mit positivem Krümmungsradius umfasst.
4. Sicherheitsdokument (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsachsen senkrecht zu einer Vorzugsbiegerichtung (87) orientiert sind.
5. Sicherheitsdokument (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorzugsbiegevorrichtung (87) parallel zu einer längeren Längsseite (13) der Oberseite
(5) orientiert ist, wenn die Oberseite (5) des Dokumentkörpers (3) und die Unterseite
(7) des Dokumentkörpers (3) eine rechteckige Form aufweist.
6. Sicherheitsdokument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass Zylinderachsen (39) benachbarter Zylinderlinsenelemente (33) mit positiven Krümmungsradien
um mehr als die Summe der jeweiligen Krümmungsradien der benachbarten Zylinderlinsenelemente
(33) mit positiven Krümmungsradien voneinander beabstandet sind.
7. Sicherheitsdokument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Zylinderlinsenelemente (33) mit positivem Krümmungsradius alle denselben Krümmungsradius
(35) aufweisen und zwischen zwei benachbarten Zylinderlinsenelementen (33) jeweils
ein Zylinderlinsenelement (43) mit negativem Krümmungsradius (45) angeordnet ist,
wobei der negative Krümmungsradius (45) des Zylinderlinsenelement (43) mit negativem
Krümmungsradius betragsmäßig dem positiven Krümmungsradius (35) der benachbarten Zylinderlinsenelemente
(31) mit positivem Krümmungsradius entspricht.
8. Sicherheitsdokument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Linsenarray unterschiedlich geformte Linsenelemente umfasst, wobei die Krümmungsradien
der Oberflächen der verschiedenen Linsenelemente jeweils dasselbe Vorzeichen aufweisen.
9. Sicherheitsdokument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Dokumentkörper eine dritte grafische Information (203) relativ zu dem Linsenarray
(31) gespeichert ist, welche bei einer Draufsicht entlang einer ausgezeichneten Richtung
(61) auf die Oberseite (5) des Dokumentkörpers (3), während sich dieser in einem ebenen
Grundzustand befindet, nicht oder nicht vollständig erfassbar ist und sich von der
ersten grafischen Information und der zweiten grafischen Information unterscheidet
und so gespeichert ist, dass in einem zusätzlichen gewölbten Zustand des Dokumentkörpers
(3), in dem zweite Druckkräfte vorgegebener Stärke tangential in der Bezugsebene (21)
auf den Dokumentkörper (3) so einwirken, dass sich der Dokumentkörper (3) im Bereich
des Linsenarrays (31) aus der Bezugsebene (31) wölbt, jedoch mit einem Krümmungsradius,
dessen Vorzeichen gegenüber dem Krümmungsradius des Dokumentkörpers im gewölbten Zustand
umgekehrt ist, die dritte Information aus der ausgezeichneten Richtung (61) vollständig
grafisch erfassbar ist.
10. Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitsdokuments (1) umfassend die Schritte:
Herstellen eines flächig ausgedehnten Dokumentkörpers (3), der eine Oberseite (5)
und eine gegenüberliegende Unterseite (7) aufweist, wobei der Dokumentkörper (3) gegenüber
Druckkräften, die bezogen auf die Oberseite (5) an gegenüberliegenden Punkten oder
Seitenkanten (9, 11) des Dokumentkörpers (3) angreifen, eine Biegeelastizität aufweist,
wobei beim Herstellen des Dokumentkörpers (3) an der Oberseite (5) des Dokumentkörpers
ein Linsenarray (31) ausgebildet wird, und
Speichern einer ersten grafische Information (71) im Innern des Dokumentkörpers relativ
zu dem Linsenarray (31),
sodass die erste grafische Information (71) bei einer Draufsicht entlang einer ausgezeichneten
Richtung (61) auf die Oberseite (5) des Dokumentkörpers (3), während auf diesen keine
Druckkräfte einwirken und sich dieser in einem ebenen Grundzustand befindet, durch
das Linsenarray (31) hindurch grafisch erfassbar ist, wobei die ausgezeichnete Richtung
(61) relativ zu einer Bezugsebene (21) festgelegt ist, in der sich die Oberseite (5)
im Grundzustand des Dokumentkörpers befindet, und die erste Information (71) in einem
gewölbten Zustand des Dokumentkörpers (3), in dem Druckkräfte vorgegebener Stärke
tangential in der Bezugsebene (21) auf den Dokumentkörper (3) so einwirken, dass sich
der Dokumentkörper (3) im Bereich des Linsenarrays (31) aus der Bezugsebene (21) wölbt,
aus der ausgezeichneten Richtung (61) durch das Linsenarray (31) hindurch nicht oder
nur in veränderter Erscheinungsform grafisch erfassbar ist.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Information (71) mittels Laserstrahlung durch das Linsenarray hindurch
entlang der ausgezeichneten Richtung (61) eingespeichert wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass durch Anwenden von Druckkräften der vorgegebener Stärke in der Bezugsebene auf den
Dokumentkörper der Dokumentkörper in den gewölbten Zustand überführt wird und entlang
der ausgezeichneten Richtung (61) eine zweite Information (91) in den Dokumentkörper
(3) mittels Laserstrahlung durch das Linsenarray (31) hindurch markiert wird.
13. Verifikationsverfahren für ein Sicherheitsdokument (1) mit einem flächig ausgedehnten
Dokumentkörper (3), der eine Oberseite (5) und eine gegenüberliegende Unterseite (7)
aufweist, wobei der Dokumentkörper (3) gegenüber Druckkräften, die bezogen auf die
Oberseite (5) an gegenüberliegenden Punkten oder Seitenkanten (9, 11) des Dokumentkörpers
(3) angreifen, eine Biegeelastizität aufweist,
und wobei an der Oberseite (5) des Dokumentkörpers (3) ein Linsenarray (31) ausgebildet
ist und im Innern des Dokumentkörpers (3) eine erste grafische Information (71) relativ
zu dem Linsenarray (31) gespeichert ist, umfassend die Schritte:
Erfassen einer grafischen Abbildung (103) der Oberseite (5) des Dokumentkörpers (3)
aus einer ausgezeichneten Richtung (61), während keine Druckkräfte auf den Dokumentkörper
(3) einwirken und sich der Dokumentkörper in einem ebenen Grundzustand befindet, wobei
die ausgezeichnete Richtung (61) relativ zu einer Bezugsebene (21) festgelegt ist,
in der sich die Oberseite (5) im Grundzustand des Dokumentkörpers (3) befindet;
Überprüfen, ob die erste Information (71) in einem Bereich (101), an dem das Linsenarray
(31) abgebildet ist, in der erfassten grafischen Abbildung (103) enthalten ist;
Anwenden von Druckkräften vorgegebener Stärke, welche tangential in der Bezugsebene
(21) auf den Dokumentkörper (3) einwirken, und Überführen des Dokumentkörpers (3)
in den gewölbten Zustand;
Erfassen einer weiteren grafischen Abbildung (103') der Oberseite (5) des Dokumentkörpers
(3) aus der ausgezeichneten Richtung (61),
Überprüfen der weiteren grafischen Abbildung (103'), ob die erste Information (71)
unverändert in jenem Bereich (101'), an dem das Linsenarray (31) abgebildet ist, enthalten
ist; und
Feststellen einer negativen Verifikationsentscheidung, falls die erste Information
(71) in der weiteren Abbildung (103') unverändert in jenem Bereich (101'), an dem
das Linsenarray (31) abgebildet ist, enthalten ist.
14. Verifikationsverfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich den Schritt umfasst, die weitere Abbildung (103') darauf zu überprüfen,
ob eine zweite Information (91), welche von der ersten Information (71) verschieden
ist, in jenem Bereich, an dem das Linsenarray (31) abgebildet ist, enthalten ist,
und nur falls dieses der Fall ist, eine positive Verifikationsentscheidung zu fällen.
15. Verifikationsverfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine positive Verifikationsentscheidung nur gefällt wird, wenn die in der der weiteren
Abbildung (103') abgebildete zweite Information (91) vollständig mit einer Vorgabe
für die zweite Information übereinstimmt.
16. Verifikationsverfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Dokument durch das Anwenden von zweiten Druckkräften vorgegebener Stärke, welche
tangential in der Bezugsebene (21) auf den Dokumentkörper (3) einwirken, und, sofern
nötig, durch eine kurzzeitig ausgeübte Richtungskraft, welche quer zur Bezugsebene
(21) wirkt, in einen zusätzlichen gewölbten Zustand überführt wird, in dem ein Krümmungsradius
des Dokumentkörpers ein entgegengesetztes Vorzeichen wie in dem gewölbten Zustand
aufweist, und in dem zusätzlichen gewölbten Zustand eine zusätzliche grafische Abbildung
erfasst wird, und die zusätzliche Abbildung darauf geprüft wird, ob eine dritte Information
(91), welche von der ersten Information und der zweiten Information verschieden ist,
in jenem Bereich an dem das Linsenarray (31) abgebildet ist, enthalten ist, und nur
falls dieses der Fall ist, eine positive Verifikationsentscheidung gefällt wird.