[0001] Die Erfindung betrifft eine Hubkolben-Brennkraftmaschine und ein Verfahren zum Betrieb
einer Hubkolben-Brennkraftmaschine.
[0002] Dieselmotoren für Kraftfahrzeuge, insbesondere für Nutzfahrzeuge, sind dem Stand
der Technik entsprechend üblicherweise mit einer Abgasturboaufladung (ATL) ausgestattet.
Der damit erzielbare höhere Luftüberschuss bewirkt eine geringere Stickstoffoxid-
und Partikelemission. Problematische Betriebsbereiche sind jedoch Beschleunigungsvorgänge
aus dem Leerlauf oder der niederen Teillast, da hier zum Zeitpunkt der Beschleunigung
noch kein ausreichender Ladedruck zur Verfügung steht, um einen permanent hohen Luftüberschuss
aufrechtzuerhalten. Eine erhöhte Stickstoffoxid- und Partikelemission (Rußausstoß)
bei Beschleunigungsvorgängen sind die Folge.
[0003] Aus der Praxis ist zur Minimierung dieser Nachteile bekannt, eine zusätzliche Lufteinblasung
vorzusehen, bei der während der Beschleunigung Luft aus dem Bremsluftsystem des Fahrzeugs
in das Ladeluftverteilerrohr geleitet wird. Das Rückschlagen der zugeführten Luft
zur Ansauganlage wird durch Klappen verhindert. Derartige Klappen verhindern jedoch,
dass von der Abgasturboaufladung erzeugte Ladeluft zum Motor gelangen kann. Nachteilig
an diesem Ansatz ist daher, dass die gesamte benötigte Luft bis zum Aufbau eines ausreichenden
Ladedrucks aus dem Bremsluftsystem entnommen werden muss.
[0004] In der Patentschrift
DE 101 29 976 B4 wird ein Verfahren beschrieben, das zum Zusatzeinblasen von Luft die zum Anlassen
benötigten, als Tellerventile ausgeführten Anlassventile eines Großmotors verwendet.
Diese werden pneumatisch oder hydraulisch angesteuert.
[0005] Aus der
DE 10 2004 028 216 A1, der
EP 2 333 271 A1 und der
FR 2 865 769 A1 sind Hubkolben-Brennkraftmaschinen bekannt, die neben den Auslass- und Einlassventilen
zusätzlich ein elektromagnetisches Ventil am Zylinderkopf aufweisen, das mit einem
direkt am Zylinderkopf angeordneten Druckluftspeicher verbunden ist. Die
US 2005/182553 A1 offenbart eine Hubkolben-Brennkraftmaschine, bei der der Brennraum mit einem Druckluftspeicher
koppelbar ist. Hierfür wird insbesondere die Verwendung eines elektromagnetischen
Ventils zur Kopplung vorgeschlagen. Aus der
DE 44 11 934 C1 ist eine Vorrichtung zum Umschalten einer Brennkraftmaschine in einen Luftpresserbetrieb
bekannt, wobei von einem Druckluftspeicher aus über eine Druckleitung ein Umschaltventil
eines Zylinders der Brennkraftmaschine betätigbar ist.
[0006] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine verbesserte Hubkolben-Brennkraftmaschine
bereitzustellen, mit der Nachteile herkömmlicher Hubkolben-Brennkraftmaschinen vermieden
werden können. Die Aufgabe der Erfindung ist es insbesondere, eine Hubkolben-Brennkraftmaschine
bereitzustellen, die sich für den Einsatz mit einem Abgasturbolader zur Minimierung
der Schadstoffemissionen eignet und/oder die einen effizienteren Betrieb der Hubkolben-Brennkraftmaschine
ermöglicht. Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes Verfahren
zum Betrieb einer Hubkolben-Brennkraftmaschine bereitzustellen, das Nachteile herkömmlicher
Betriebsverfahren vermeidet.
[0007] Diese Aufgaben werden durch eine Hubkolben-Brennkraftmaschine und ein Verfahren zum
Betrieb einer Hubkolben-Brennkraftmaschine mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche
gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen und Anwendungen der Erfindung sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche und werden in der folgenden Beschreibung unter teilweiser
Bezugnahme auf die Figuren näher erläutert.
[0008] Gemäß allgemeinen Gesichtspunkten der Erfindung werden die genannten Aufgaben durch
eine Hubkolben-Brennkraftmaschine gelöst, bei der zusätzlich zu den am Lufteinlass
bzw. Luftauslass des Zylinderkopfs angeordneten Lufteinlass- bzw. Luftauslassventilen,
über die der Ladungswechsel im Ausstoßtakt und Ansaugtakt erfolgt, ein elektromagnetisches
Ventil zur Lufteinbringung in den Brennraum und/oder Luftausbringung aus dem Brennraum
angeordnet ist.
[0009] Das elektromagnetische Ventil, nachfolgend auch als elektromagnetisch betätigbarer
Injektor bezeichnet, ist beispielsweise ein elektrisch gesteuertes Magnetventil. Das
elektromagnetische Ventil ist vorzugsweise am Ende einer Druckluftleitung angeordnet,
die den Zylinder, an dem das elektromagnetische Ventil angeordnet ist, mit einem Druckluftspeicher
eines Druckluftsystems verbindet. Das elektromagnetische Ventil koppelt somit in einer
geöffneten Stellung den Brennraum des Zylinders und einen Druckluftspeicher über die
Druckluftleitung. Somit erfolgt eine Zusatzlufteinbringung in den Brennraum mittels
des elektromagnetischen Ventils nicht über die herkömmliche Ladeluftzufuhrleitung,
sondern über eine separate Druckluftleitung. Die Einlassventile und Auslassventile
am Zylinderkopf können als Tellerventile ausgebildet sein. Der Druckluftspeicher ist
eingerichtet, die Druckluftbremse eines Fahrzugs zu speisen.
[0010] Vorzugsweise ist an jedem Zylinderkopf einer Zylinderbank ein derartiges elektromagnetisches
Ventil angeordnet. Das elektromagnetische Ventil ist zur Lufteinbringung in den Brennraum
und/oder zur Luftausbringung aus dem Brennraum ansteuerbar. Durch das präzise und
schnell schaltbare elektromagnetische Ventil kann somit die Luftmenge im Brennraum
auch bei geschlossenen Ein- und Auslassventilen gesteuert werden, beispielsweise im
Verdichtungstakt.
[0011] Zur Zusatzlufteinblasung ist das elektromagnetische Ventil vorzugsweise von einer
Steuereinheit angesteuert, derart, dass in einem Bereich des Schließens der Einlassventile
das elektromagnetische Ventil in eine Öffnungsstellung gebracht wird, um zusätzlich
Luft in den Brennraum über das elektromagnetische Ventil einzubringen. Das elektromagnetische
Ventil wird wieder in eine Schließstellung gebracht, wenn oder bevor der durch die
Kompression im Verdichtungstakt erhöhte Druck im Zylinder den Luftdruck im Druckluftsystem
übersteigt. Der vorgenannte Bereich des Schließens der Einlassventile soll auch Zeitpunkte
unmittelbar vor und unmittelbar nach dem Schließen der Einlassventile umfassen.
[0012] Da über das elektromagnetische Ventil Zusatzluft direkt in den Brennraum eingebracht
werden kann, vorzugsweise nach Schließen der Einlassventile, entfällt die Notwendigkeit
von Rückschlagklappen. Die Befüllung der Zylinder mit Luft, unter anderem mit Unterstützung
des Abgasturboladers, kann in üblicher Weise erfolgen, so dass die Zusatzeinblasung
über das elektromagnetische Ventil nur bei Bedarf zugeschaltet werden kann. Dadurch
kann ein permanent hoher Luftüberschuss aufrecht erhalten werden, um die Stickstoffoxid-
und Partikelemission zu reduzieren.
[0013] Vorzugsweise ist das elektromagnetische Ventil so ausgebildet, dass ein effektiver
Querschnitt des elektromagnetischen Ventils, das heißt ein effektiver Querschnitt
zur Lufteinblasung im Bereich von 5 bis 20 mm
2, weiter vorzugsweise im Bereich von 10 bis 15 mm
2 liegt. Für Zylinderhubvolumen von 1,5 bis 2 I sind effektive Querschnitte von 10
bis 15 mm
2 besonders vorteilhaft. Der bevorzugte effektive Öffnungsquerschnitt des elektromagnetischen
Ventils ist somit größer als bei herkömmlichen elektromagnetischen Ventilen und reduziert
die erforderliche Zeitdauer zur Lufteinblasung und Luftentnahme. Dies ist vorteilhaft,
da durch die hohen Verdichtungsverhältnisse bei Dieselmotoren Verdichtungsenddrücke
im Verdichtungstakt in der Größenordnung von 50 bar erreicht werden, so dass der durch
die Kompression erhöhte Druck im Zylinder in kurzer Zeit den Druck im Druckluftsystem
des Druckluftbehälters 1 übersteigt. Das zur Verfügung stehende Zeitfenster zur Lufteinblasung
ist somit klein.
[0014] Das elektromagnetische Ventil ist mittels einer Steuereinheit auf- und zusteuerbar.
Die Steuereinheit kann so eingerichtet sein, dass Steuerparameter des Ventils, insbesondere
betreffend eine Entscheidung, ob eine Betätigung des elektromagnetischen Ventils im
momentanen Betriebszustand erfolgt, betreffend einen Öffnungsbeginn des elektromagnetischen
Ventils und/oder ein Öffnungsende des elektromagnetischen Ventils in Abhängigkeit
von einer Kolbenstellung, einer Lastanforderung, einer Motordrehzahl und/oder eines
Ladedrucks im Zylinder bestimmt werden. Ferner besteht im Rahmen der Erfindung die
Möglichkeit, dass die Steuereinheit eingerichtet ist, die Steuerparameter des elektromagnetischen
Ventils in Abhängigkeit von einem Druck und/oder einer Temperatur in einem den Druckluftspeicher
enthaltenden Druckluftsystem zu bestimmen.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird das Motorsteuergerät als Steuereinheit
für das elektromagnetische Ventil verwendet. Bei einer vorteilhaften Variante dieser
Ausgestaltungsform ist die Hubkolben-Brennkraftmaschine mit Common-Rail-Einspritzung
ausgeführt. Als Steuereinheit für das elektromagnetische Ventil kann dann vorteilhafterweise
die Steuereinheit des Common-Rail-Einspritzsystems verwendet werden, so dass beispielsweise
bei einem Dieselmotor das gleiche Motorsteuergerät zur Steuerung der Dieselinjektoren
11 und zur Steuerung der entsprechenden elektromagnetisch betätigbaren Luftinjektoren
4 verwendet wird.
[0016] Die Hubkolben-Brennkraftmaschine ist vorzugsweise eine selbstzündende Brennkraftmaschine
(Dieselmotor). Die Hubkolben-Brennkraftmaschine mit dem elektromagnetischen Ventil
kann ferner als Ottomotor (Benzinmotor) ausgebildet sein, was nachfolgend noch detaillierter
erläutert wird.
[0017] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug, insbesondere ein Nutzfahrzeug
mit einer Hubkolben-Brennkraftmaschine gemäß einer der vorstehend beschriebenen Aspekte.
[0018] Besonders vorteilhaft ist die Anwendung der Erfindung bei Nutzfahrzeugen. Hierbei
kann das elektromagnetische Ventil den Brennraum mit dem Druckluftsystem der Bremsen
pneumatisch koppeln, wie vorstehend bereits erwähnt.
[0019] Gemäß einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel umfasst das Nutzfahrzeug ein
erstes Druckluftsystem mit einem ersten Druckluftspeicher, z. B. zur Versorgung der
Bremsen mit Druckluft, und ein zweites Druckluftsystem mit einem zweiten Druckluftspeicher,
wobei der zweite Druckluftspeicher im Betrieb des Fahrzeugs mit einem höheren Druck
als der erste Druckluftspeicher betrieben wird. Der zweite Druckluftspeicher ist mit
dem Brennraum über das elektromagnetische Ventil pneumatisch koppelbar und ferner
ausgebildet, den ersten Druckspeicher mit Druckluft zu befüllen.
[0020] In dieser Ausführungsvariante werden somit die hohen Verdichtungsverhältnisse im
Verdichtungstakt ausgenutzt, um den zweiten Druckluftspeicher über eine Entnahme von
komprimierter Luft aus dem Brennraum durch Öffnen des elektromagnetischen Ventils
zu befüllen. Dies hat den Vorteil, dass das Druckluftsystem für die Bremsen kleiner
ausgeführt werden kann und bei gleichem Volumen insgesamt eine größere Masse an Druckluft
gespeichert werden kann. Ferner können die elektromagnetischen Ventile mit kleineren
effektiveren Querschnitten ausgelegt werden.
[0021] Gemäß allgemeinen Gesichtspunkten der Erfindung wird ein Verfahren zum Betrieb einer
Hubkolben-Brennkraftmaschine bereitgestellt, wobei Druckluft aus einem Druckluftspeicher
über das elektromagnetische Ventil in den Brennraum eingebracht wird, zusätzlich zur
Ladeluft, die über das wenigstens eine Einlassventil in den Brennraum eingebracht
wird. Ferner kann komprimierte Luft über das elektromagnetische Ventil aus dem Brennraum
entnommen und dem Druckluftspeicher wieder zugeführt werden. Wie vorstehend bereits
erwähnt beginnt die Zusatzlufteinblasung von Druckluft über das elektromagnetische
Ventil im Bereich des Schließens des wenigstens einen Einlassventils und endet spätestens,
wenn ein Gasdruck im Zylinder einen Luftdruck im Druckluftspeicher erreicht.
[0022] Das Vorsehen eines elektromagnetisch betätigbaren Injektors, der im Vergleich zu
Tellerventilen präziser ansteuerbar und schneller betreibbar ist, um in kurzen Zeitabständen
Luft in den Brennraum einzuführen und/oder Luft aus dem Brennraum auszubringen, ermöglicht
weitere zusätzliche vorteilhafte Betriebsverfahren der Hubkolben-Brennkraftmaschine
durch entsprechende Auf- und Zusteuerung des Ventils. Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
umfasst das Verfahren den Schritt, dass in Betriebszuständen, bei denen nicht das
volle Motordrehmoment benötigt wird, bei wenigstens einem Zylinder mit abgeschalteter
Kraftstoffeinspritzung das elektromagnetische Ventil im Bereich des oberen Totpunkts,
vorzugsweise unmittelbar vor Erreichen des oberen Totpunkts, geöffnet und während
der Abwärtsbewegung des Kolbens wieder geschlossen wird, um komprimierte Luft aus
dem Brennraum zu entnehmen und dem Druckluftspeicher zuzuführen.
[0023] Die erfindungsgemäße Brennkraftmaschine kann somit in Betriebszuständen, bei denen
nicht die volle Motorleistung beziehungsweise das volle Motordrehmoment benötigt wird,
zur Drucklufterzeugung verwendet werden. Durch den höheren Druck im Zylinder, der
im Verdichtungstakt entsteht, werden die Druckluftspeicher befüllt.
[0024] In diesem Betriebsmodus kann die Hubkolben-Brennkraftmaschinen auch zur Bremsenergierückgewinnung
genutzt werden. Werden Schubphasen ohne Kraftstoffeinspritzung wie vorstehend beschrieben
zur Drucklufterzeugung genutzt, ergibt sich eine Effizienzsteigerung des Systems,
da Bremsenergie zur Drucklufterzeugung verwendet wird.
[0025] Gemäß der erfindungsgemäßen Ausführungsform ist der Betriebszustand, bei dem nicht
die volle Motorleistung genutzt wird, ein Schubbetrieb ohne Kraftstoffeinspritzung.
In dieser Variante steuert die Steuerungseinheit das elektromagnetische Ventil wie
folgt. Zu Beginn des Verdichtungstakts des Schubbetriebs unmittelbar nach Schließen
des Einlassventils wird das elektromagnetische Ventil in eine geöffnete Stellung gebracht.
Zu diesem Zeitpunkt ist der Druck im Brennraum kleiner als im Druckluftspeicher. Es
erfolgt eine Zusatzlufteinblasung von Druckluft in den Brennraum. Spätestens wenn
der Gasdruck im Zylinder bzw. im Brennraum den Druck im Druckluftspeicher erreicht,
wird das elektromagnetische Ventil wieder geschlossen. Anschließend wird im Bereich
des oberen Totpunkts, z. B. vor dem oberen Totpunkt, das elektromagnetische Ventil
wieder geöffnet und während der Abwärtsbewegung des Kolbens anschließend wieder geschlossen,
um komprimierte Luft aus dem Brennraum zu entnehmen und dem Druckluftspeicher rückzuführen.
[0026] Gemäß dieser Ausführungsvariante wird somit eine höhere Bremswirkung dadurch erzeugt,
dass im Verdichtungstakt zusätzlich Luft in den Zylinder eingebracht wird, so dass
durch die erhöhte Zylinderfüllung während der Aufwärtsbewegung des Kolbens eine erhöhte
Verdichtungsarbeit verrichtet wird, die auf die Kurbelwelle bremsend wirkt. Um zu
verhindern, dass die in der Luft gespeicherte Energie in der Abwärtsbewegung beschleunigend
auf die Kurbelwelle wirkt, wird der Injektor im oberen Totpunkt des Kolbens wieder
geöffnet und zur Befüllung des Druckluftsystems entnommen.
[0027] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Nutzfahrzeug vorgeschlagen, bei
dem die Drucklufterzeugung mittels der beschriebenen Entnahme von komprimierter Luft
aus dem Brennraum und Zuführung in den Druckluftspeicher erfolgt, ohne dass ein separat
verbauter Luftpresser zur Drucklufterzeugung vorgesehen ist. Ein weiterer Vorteil
der vorliegenden Erfindung ist somit, dass bei geeigneter Auslegung des Systems auf
den bei Nutzfahrzeugen üblicherweise verbauten Luftpresser zur Drucklufterzeugung
verzichtet werden kann.
[0028] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante wird das elektromagnetische
Ventil so angesteuert, dass die Luftmenge, die über das Einlassventil in den Brennraum
eingebracht wurde, über eine zumindest teilweise Entnahme durch das elektromagnetische
Ventil vor der Verbrennung reduziert wird, um die Abgastemperatur gezielt zu erhöhen.
Diese über das elektromagnetisches Ventil gesteuerte Verfettung ermöglicht eine gezielte
Erhöhung der Abgastemperaturen, um beispielsweise eine frühere Aktivität der Abgasnachbehandlungssysteme
nach einem Motorstart zu ermöglichen.
[0029] Diese Betriebsart wird somit vorzugsweise nach einem Kaltstart eingesetzt, bis der
Motor die normale Betriebstemperatur erreicht. Ferner kann im Leerlauf und Schwachlastbereich
mit dieser Ausführungsvariante die Wirksamkeit des Abgasnachbehandlungssystems gesteigert
werden. Im Gegensatz zur Reduzierung der Luftmenge durch Drosselung der Ansaugluft
muss dabei keine Wirkungsgradverschlechterung durch Drosselverluste in Kauf genommen
werden.
[0030] Gemäß einer vorteilhaften Variante dieser Ausgestaltungsform kann diese Betriebsart
bei einer selbstzündenden Hubkolben-Brennkraftmaschine durch Vorsehen einer Lambdasonde
auch in einem geschlossenen Regelkreis erfolgen, wobei die Lambdasonde die Regelgröße
misst und das elektromagnetische Ventil als Stellglied angesteuert wird. Dadurch kann
eine Lambda-Regelung, wie sie an sich aus dem Stand der Technik für Ottomotoren bekannt
ist, für einen Dieselmotor dargestellt werden, die qualitativ der Lambda-Regelung
eines modernen Ottomotors entspricht.
[0031] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden im Folgenden unter Bezug auf
die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- ein schematisches Blockschaltbild einer Brennkraftmaschine eines Dieselmotors gemäß
einem Ausführungsbeispiel;
- Figur 2
- ein schematisches Blockschaltbild einer Brennkraftmaschine eines Ottomotors gemäß
einem Ausführungsbeispiel; und
- Figur 3
- ein schematisches Blockschaltbild einer Diesel-Brennkraftmaschine gemäß einem weiteren
Ausführungsbeispiel.
[0032] Figur 1 zeigt schematisch den Aufbau des Zylinders einer selbstzündenden Brennkraftmaschine
gemäß einem Ausführungsbeispiel. Der im Zylinder beweglich geführte Kolben 7 wird
durch einen von der Kurbelwelle angetriebenen Pleuel 8 bewegt. Am Zylinderkopf 3 sind
mindestens ein Einlassventil 5 und mindestens ein Auslassventil 6 in Form von Tellerventilen
angeordnet. Diese werden im Ansaugtakt und Ausstoßtakt, dem sog. Ladungswechselteil,
in bekannter Weise abwechselnd mit einer möglichen Ventilüberschneidung geöffnet und
wieder geschlossen, um Frischgas aus dem Ladeluftkanal über das Einlassventil 5 in
den Zylinder einzusaugen und Abgas über das Auslassventil 6 aus dem Zylinder zu schieben.
Ferner kann ein Abgasturbolader vorgesehen sein (nicht gezeigt), der einen Überdruck
zum Laden des Zylinders über das Einlassventil 5 erzeugen kann. Die Kraftstoffeinspritzung
in den Brennraum 3 erfolgt über den am Zylinderkopf angeordneten Dieselinjektor 11.
[0033] Am Zylinderkopf 3 ist ein elektrisch betätigbares Magnetventil 4 angeordnet, das
in den Brennraum 3 mündet. Die außerhalb des Brennraums 13 liegende Öffnung des Magnetventils
4 ist an einer Druckluftleitung 2a angeschlossen, über die das elektromagnetische
Ventil 4 mit einem Druckluftsystem verbunden ist. Die anderen Zylinder der Zylinderbank
(in Figur 1 nicht gezeigt) sind in vergleichbarer Weise aufgebaut.
[0034] Im Druckluftsystem ist ein Druckluftbehälter 1 angeordnet, aus dem beispielsweise
die Druckluftbremse eines Nutzfahrzeugs mit Druckluft versorgt wird (nicht gezeigt).
Die Druckluftleitungen 2a von den elektromagnetischen Ventilen 4 jedes Zylinders der
Zylinderbank werden durch ein Luftverteiler-Rail 10 in eine Druckluftleitung 2b zusammengeführt,
die mit dem Druckluftbehälter 1 verbunden ist. Zwischen dem Druckluftbehälter 1 und
dem Luftverteiler-Rail 10 ist ferner ein Absperrventil 9 vorgesehen. Der Druckluftbehälter
1, wie er typischerweise bei Nutzfahrzeugen zum Einsatz kommt, wird in einem Bereich
von 10 bis 12 bar betrieben.
[0035] Die Ansteuerung des elektromagnetischen Ventils 4 erfolgt durch das Steuergerät des
Common-Rail-Einspritzsystems, das über eine Steuerleitung mit dem elektromagnetischen
Ventil 4 verbunden ist (nicht gezeigt). Die Steuereinheit zur Ansteuerung von Common-Rail-Injektoren
11, insbesondere die Endstufe zur Ansteuerung von Common-Rail-Injektoren 11, ist auch
zur Ansteuerung des elektromagnetischen Injektors 4 geeignet. Gemäß dem vorliegenden
Ausführungsbeispiel wird somit die gleiche Endstufe, die zur Ansteuerung des Dieselinjektors
11 verwendet wird, mittels eines Multiplexverfahrens, auch zur Ansteuerung des elektromagnetischen
Ventils 4 genutzt.
[0036] Die Steuereinheit ermittelt die für die Steuerung des elektromagnetischen Ventils
4 benötigten Steuerungsgrößen bzw. -parameter, z. B. Betrieb des Ventils JA oder NEIN,
Öffnungsbeginn und Öffnungsende des Ventils 4. Die Ermittlung der Steuerungsgrößen
erfolgt in Abhängigkeit von der aktuellen Lastanforderung, der Motordrehzahl und des
Ladedrucks, die bereits im Steuergerät für die Steuerung der Dieselinjektoren 11 vorliegen.
Ferner ist das Steuergerät eingerichtet, über eine digitale Schnittstelle mit weiteren,
im Fahrzeug angeordneter Steuergeräten oder direkt von entsprechenden Sensoren 17
den Druck und die Temperatur im Luftsystem 1 als weitere für die Berechnung der Steuerungsparameter
verwendete Größen zu ermitteln. In diesem Ausführungsbeispiel ist ein Druck- und Temperaturmessfühler
17 am Druckluftbehälter 1 und ein weiterer Druck- und Temperaturmessfühler 17 ist
an der Verteiler-Rail 10 angeordnet, um den Druck und die Temperatur im Druckluftbehälter
1 bzw. in der Verteiler-Rail 10 zu messen.
[0037] Figur 2 zeigt eine Abwandlung des Ausführungsbeispiels aus Figur 1 für Ottomotoren,
so dass zur Vermeidung von Wiederholungen auf die vorstehende Beschreibung verwiesen
wird. Eine Besonderheit dieser Brennkraftmaschine besteht darin, dass anstatt eines
Dieselinjektors 11 eine Zündkerze 12 vorgesehen ist, mit der das Luft-Kraftstoffgemisch
im Brennraum 13 gezündet wird. Ferner ist ein zusätzliches Rückschlagventil 14 stromauf
des elektromagnetischen Ventils 4 in der Druckluftleitung 2 vorgesehen, um zu verhindern,
dass brennfähiges Gemisch aus dem Brennraum 13 über das elektromagnetische Ventil
4 in das Druckluftsystem gelangt.
[0038] Figur 3 zeigt eine weitere Abwandlung des Ausführungsbeispiels aus Figur 1 und unterscheidet
sich von diesem dadurch, dass nun ein zweistufiges Druckluftsystem vorgesehen ist.
Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel aus Figur 1 sind die einzelnen Zylinder
über ihre jeweiligen elektromagnetischen Ventile 4 und die Druckluftleitungen 2a nicht
direkt an den Druckluftbehälter 1, aus dem beispielsweise die Druckluftbremse des
Nutzfahrzeugs gespeist wird, angeschlossen. Vielmehr ist ein zweiter Druckluftbehälter
14, der mit höherem Druck als der erste Druckbehälter 1 betrieben wird, zwischen dem
ersten Druckluftbehälter 1 und den Zylindern angeordnet.
[0039] In diesem Ausführungsbeispiel ist ein Druck- und Temperaturmessfühler 17 jeweils
am ersten Druckluftbehälter 1, am zweiten Druckluftbehälter 14 und an der Verteiler-Rail
10 angeordnet, um den Druck und die Temperatur jeweils im ersten Druckluftbehälter
1, im zweiten Druckluftbehälter 14 und in der Verteiler-Rail 10 zu messen.
[0040] Während der erste Druckluftbehälter typischerweise in einem Bereich von 10 bis 12
bar betrieben wird, ist der zweite Druckluftbehälter ein Hochdruckbehälter, der in
der Größenordnung von ca. 30 bar betrieben wird.
[0041] Die beiden Druckluftbehälter 1, 14 sind wiederum über eine Druckluftleitung 2c verbunden.
Zwischen den beiden Druckluftbehältern ist ein Rückschlagventil 15 und ein Druckregler
16 angeordnet. Durch die hohen Verdichtungsverhältnisse bei Dieselmotoren werden Verdichtungsenddrücke
in der Größenordnung von 50 bar erreicht. Dadurch ist es möglich, mit den oben beschriebenen
Verfahren den Hochdruckbehälter 14 über das elektromagnetische Ventil 4 mit im Verdichtungstakt
erzeugter Druckluft zu befüllen. Die Lufteinblasung in die Zylinder erfolgt ebenfalls
aus dem Hochdruckbehälter 14. Über das Druckregelventil 16 oder andere ansteuerbare
Ventile erfolgt eine Befüllung des normalen Druckluftbehälters 1 aus dem Hochdruckbehälter
14.
[0042] Die Anordnung aus Figur 3 mit zweistufigem Druckluftsystem hat die folgenden Vorteile:
Das Druckluftsystem 1 für die Bremsen kann kleiner ausgeführt werden, weil im Hochdrucksystem
14 gespeicherte Luft als Reserve bereitsteht. Bei gleichem Volumen kann im Hochdrucksystem
14 eine höhere Masse Druckluft gespeichert werden. Ferner kann bei gleichem Volumen
insgesamt eine größere Masse an Druckluft gespeichert werden. Ein weiterer Vorteil
ist, dass die elektromagnetischen Ventile 4 mit einem kleineren effektiven Querschnitt
ausgeführt sein können, weil die Luft aus dem Hochdrucksystem 14 eine höhere Dichte
aufweist und weil mehr Zeit für die Lufteinblasung während der Verdichtungsphase zur
Verfügung steht. Ventile 4 mit kleinerem effektivem Querschnitt können zudem kleiner
ausgeführt werden und benötigen damit auch weniger Einbauraum im Zylinderkopf 13.
Schließlich ist ein Vorteil, dass die zu bewegenden Massen bei kleinerem effektivem
Querschnitt geringer sind. Daher ist auch die technische Umsetzung einfacher zu realisieren
und führt zu reduzierten Kosten.
[0043] Vorstehend wurden bereits vorteilhafte Betriebsverfahren beschrieben, die mit der
erfindungsgemäßen Anordnung eines elektromagnetischen Ventils 4 an einem Zylinderkopf
3 einer Hubkolben-Brennkraftmaschine realisiert werden können. Diese werden nachfolgend
anhand der Diesel-Brennkraftmaschine der Figur 1 nochmals beispielhaft erläutert.
[0044] Eine erste Betriebsart umfasst die Zusatzeinblasung von Luft, insbesondere bei Beschleunigungsvorgängen
aus dem Leerlauf oder der niederen Teillast, wenn die Abgasturboaufladung keinen ausreichenden
Ladedruck für die Befüllung der Zylinder mit Luft zur Verfügung stellt.
[0045] Wenn die Steuereinheit des elektromagnetischen Ventil beispielsweise in Abhängigkeit
der Motordrehzahl und des erfassten Ladedrucks feststellt, dass keine ausreichende
Befüllung der Zylinder über die Einlassventile 5 erfolgt, aktiviert die Steuereinheit
den Betrieb der elektromagnetischen Ventile 4 der Zylinder und ermittelt den Öffnungsbeginn
und das Öffnungs-ende der Ventile innerhalb des Viertaktprozesses.
[0046] Zur Zusatzlufteinblasung werden die elektromagnetische Ventile 4 so von der Steuereinheit
angesteuert, dass in einem Bereich des Schließens der Einlassventile das elektromagnetische
Ventil in eine Öffnungsstellung gebracht wird, um zusätzlich Druckluft, die von dem
Druckluftspeicher 1 bereitgestellt wird, in den Brennraum 13 über das elektromagnetische
Ventil 4 einzubringen. Das elektromagnetische Ventil 4 wird wieder in eine Schließstellung
gebracht, wenn oder bevor der durch die Kompression im Verdichtungstakt erhöhte Druck
im Zylinder den Luftdruck im Druckluftbehälter 1 übersteigt.
[0047] Die Füllung der Zylinder mit Luft hängt in erster Linie vom momentanen Ladedruck
ab. Daher kann die einzublasende Zusatzluft über die elektromagnetischen Ventile 4
abhängig vom steigenden Ladedruck stetig vermindert werden. Hat der Ladedruck den
benötigten Wert erreicht, wird die Zusatzlufteinblasung abgeschaltet.
[0048] Durch die erste Betriebsart kann ein permanent hoher Luftüberschuss aufrecht erhalten
werden, um die Stickstoffoxid- und Partikelemission zu reduzieren.
[0049] Eine zweite Betriebsart kann zur Drucklufterzeugung verwendet werden.
[0050] Durch Ansteuern des elektromagnetischen Ventils 4 derart, dass dies öffnet, wenn
der Gasdruck im Brennraum höher als der Luftdruck im Druckluftbehälter 1 ist, strömt
komprimierte Luft aus dem Brennraum 13 über das elektromagnetische Ventil 4 aus und
in das Druckluftsystem des Druckluftbehälters 1. Der Verdichtungstakt des Zylinders
wird folglich für die Erzeugung von Druckluft genutzt, die über das elektromagnetische
Ventil aus dem Brennraum 13 ausgeleitet wird. Eine derartige Drucklufterzeugung erfolgt
vorzugsweise in Betriebszuständen, bei denen nicht die volle Motorleistung bzw. das
volle Motordrehmoment benötigt wird. Hierbei wird bei einem oder mehreren Zylindern
die Einspritzung des Kraftstoffs abgeschaltet, was an sich aus dem Stand der Technik
bekannt ist. Nach der Verdichtung der im Zylinder befindlichen Luft wird vor dem oberen
Totpunkt das Magnetventil 4 geöffnet. Durch den höheren Druck im Zylinder wird der
Druckluftspeicher 1 befüllt. Wenn der Zylinderdruck durch die Dekompression während
der Abwärtsbewegung des Kolbens 7 unter den Druck des Druckluftbehälters 1 fällt,
wird das elektromagnetische Ventil 4 wieder geschlossen.
[0051] Eine dritte Betriebsart kann zur Bremsenergierückgewinnung eingesetzt werden. Hierbei
werden Schubphasen ohne Kraftstoffeinspritzung zur Drucklufterzeugung gemäß der zweiten
Betriebsart genutzt. Daraus ergibt sich eine Effizienzsteigerung des Systems, da Bremsenergie
zur Drucklufterzeugung verwendet wird.
[0052] Eine vierte Betriebsart kann zur Bremsunterstützung genutzt werden. Ein weiterer
Vorzug der Erfindung besteht darin, dass im Schubbetrieb, ohne Dieseleinspritzung,
der Ventilbetrieb der elektromagnetischen Ventile 4 so eingerichtet werden kann, dass
die Bremswirkung des Motors erhöht wird. Zunächst ist festzustellen, dass sich allein
durch die Drucklufterzeugung eine Bremswirkung ergibt, da eine Umwandlung von kinetischer
Energie resultierend aus der Fahrzeugbewegung in ein erhöhtes Druckniveau im Druckspeichersystem
erfolgt. Eine höhere Bremswirkung lässt sich ferner erzeugen, wenn zu Beginn des Verdichtungstakts,
unmittelbar nach Schließen des Einlassventils 5, der Injektor 4 geöffnet und dadurch
zusätzliche Luft in den Brennraum 13 eingebracht wird. Spätestens wenn der Druck im
Zylinder bzw. Brennraum 13 und im Druckluftsystem des Druckluftbehälters 1 ausgeglichen
ist, wird der Injektor 4 wieder geschlossen. Durch die erhöhte Zylinderfüllung wird
während der Aufwärtsbewegung des Kolbens 7 eine erhöhte Verdichtungsarbeit verrichtet,
die auf die Kurbelwelle (nicht gezeigt) bremsend wirkt. Um zu verhindern, dass in
der Luft gespeicherte Energie in der Abwärtsbewegung beschleunigend auf die Kurbelwelle
wirkt, wird der Injektor 4 im oberen Totpunkt des Kolbens 7 wieder geöffnet. Die zu
Beginn des Vorgangs eingeblasene Luft wird in das Druckluftsystem 1 zurückbefördert.
Hierbei kann das Verfahren so ausgebildet werden, dass mehr Luft in das Druckluftsystem
1 zurückbefördert wird als entnommen wurde, wodurch auch diese Betriebsweise zur Befüllung
des Druckluftsystems 1 dienen kann. Es ergibt sich somit eine Effizienzsteigerung
der Brennkraftmaschine, da Bremsenergie zur Drucklufterzeugung genutzt wird.
[0053] Im Rahmen der Erfindung besteht ferner die Möglichkeit, das in Figur 1 gezeigte System
durch entsprechende Dimensionierung der Druckluftspeicher und der Betriebsarten, in
denen Druckluft erzeugt wird, so auszulegen, dass dadurch der Druckluftbedarf des
Fahrzeugs gedeckt wird und so auf den bei Nutzfahrzeugen üblicherweise verbauten Luftpresser
zur Drucklufterzeugung vollständig verzichtet werden kann.
[0054] Eine fünfte Betriebsart des Magnetventils 4 sieht vor, die Luftmenge für die Verbrennung
zu reduzieren. Hierbei wird mit Hilfe des Magnetventils 4 ein Teil der nach dem Ladungswechsel
im Zylinder befindlichen Luft vor der Zündung des Gemischs aus dem Brennraum 13 entnommen.
Dadurch kann die Abgastemperatur gezielt erhöht werden, um beispielsweise eine frühere
Aktivität des Abgasnachbehandlungssystems nach dem Motorstart zu ermöglichen. Auch
im Leerlauf und Schwachlastbereich kann mit dieser Maßnahme die Wirksamkeit des Abgasnachbehandlungssystems
gesteigert werden. Ein besonderer Vorzug dieser Betriebsart liegt darin, dass im Gegensatz
zur Reduzierung der Luftmenge durch Drosselung der Ansaugluft dabei keine Wirkungsgradverschlechterungen
durch Drosselverluste in Kauf genommen werden müssen.
[0055] Ferner besteht die Möglichkeit, die vorgenannte Betriebsart durch Verwendung einer
Lambdasonde auch in einem geschlossenen Regelkreis gemäß einer fünften Betriebsart
durchzuführen. Hierbei wird, analog der Lambda-Regelung bei Ottomotoren, durch Regelung
der in den Brennraum eingebrachten Luft über das Magnetventil 4 ein vorgegebenes Luftkraftstoffverhältnis
in Brennraum 13 eingeregelt. Ein derartiges Regelverfahren ist aus dem Stand der Technik
für den Betrieb von Ottomotoren bekannt und kann mit entsprechendem Betrieb des elektromagnetischen
Ventils 4 auch für einen Dieselmotor umgesetzt werden.
[0056] Die vorgenannten verschiedenen Betriebsarten der Brennkraftmaschinen unter Steuerung
des elektromagnetischen Ventils 4 sind besonders vorteilhaft für den Betrieb eines
Dieselmotors, wie in Figur 1 schematisch dargestellt.
[0057] Die vorgenannten Betriebsverfahren lassen sich jedoch auch mit Einschränkungen und
Abwandlungen auf einen Ottomotor, wie in Figur 2 skizziert, anwenden.
[0058] In analoger Betriebsweise zum Dieselmotor kann das elektromagnetische Ventil 4 gemäß
der ersten Betriebsart so betrieben werden, wobei über das elektromagnetische Ventil
4 zusätzlich Druckluft in den Brennraum 13 eingebracht wird, um eine zusätzliche Möglichkeit
vorzusehen, das Luftkraftstoffverhältnis im Brennraum 13 zu beeinflussen.
[0059] Wenn, wie in Figur 2, gezeigt, ein zusätzliches Rückschlagventil 14 vorgesehen ist,
um zu verhindern, dass ein brennfähiges Gemisch aus dem Brennraum 13 in das Druckluftsystem
gelangt, sind die vorstehend genannten Betriebsarten, bei denen durch den Kolben 7
komprimierte Luft aus dem Brennraum 13 über das elektromagnetische Ventil 4 entnommen
wird, nicht möglich. Diese Einschränkung gilt unabhängig von der Art der Gemischbildung.
Sowohl bei der klassischen äußeren Gemischbildung als auch bei der direkten Einspritzung
in den Brennraum liegt während der Verdichtung zumindest zeitweise zündfähiges Kraftstöffluftgemisch
im Zylinder vor.
[0060] Wird jedoch anstelle des Rückschlagventils 14 ein anderes Überwachungsmittel in den
Druckluftleitungen 2a, 2b vorgesehen, beispielsweise durch entsprechende Sensorik
und/oder Abschaltventile in den Leitungen, besteht auch bei Ottomotoren mit Direkteinspritzung
die Möglichkeit, das elektromagnetische Ventil 4 in den vorgenannten dritten und vierten
Betriebsarten zur Bremsenergierückgewinnung und zur Bremsunterstützung zu betreiben.
[0061] Ferner kann die vorgenannte fünfte Betriebsart zur Reduzierung der Luftmenge für
die Verbrennung ebenfalls zur Kraftstoffersparnis eingesetzt werden. Die Drosselklappe
bleibt hierbei auch im Teillastbereich weitgehend geöffnet. Dadurch werden die Drosselverluste
reduziert. Ein Teil der im Zylinder befindlichen Luft wird über das elektromagnetische
Luftventil 4 abgeblasen. Wenn die im Zylinder befindliche Luftmasse der Lastanforderung
entspricht, wird das Luftventil 4 geschlossen, und die Verdichtung beginnt.
[0062] Hierbei ist die Effektivität umso höher, je später die Kraftstoffeinspritzung einsetzt,
denn bis zu diesem Zeitpunkt ist es erforderlich, dass das Luftventil 4 geschlossen
ist. Je mehr Zeit zur Ablassung der Luft zur Verfügung steht, desto mehr Luft kann
über das elektromagnetische Ventil 4 abgelassen werden und umso weiter kann die Drosselklappe
geöffnet sein, wodurch die Drosselverluste minimiert werden.
[0063] Die vorgenannte Betriebsart für Dieselmotoren, bei denen im Betriebszustand, bei
dem nicht die volle Motorleistung bzw. das volle Motordrehmoment benötigt und ein
oder mehrere Zylinder unter abgeschalteter Kraftstoffeinspritzung betrieben werden,
ist bei einer Vorgabe einer Lambda=1-Regelung nicht mit einem Ottomotor realisierbar,
kann aber bei einem mager betriebenen Motor umgesetzt werden.
[0064] Alle Betriebsarten stellen hohe Anforderungen an die Steuerung des Motors, insbesondere
im Lambda=1-Betrieb. Üblicherweise wird ein moderner Ottomotor mit einer vorgesteuerten
Kraftstoffeinspritzung, die einer schnellen Lambda-Regelung überlagert ist, betrieben.
Zur Kraftstoffsteuerung wird die Luftmasse durch Luftmassenmesser erfasst oder aus
dem Druck vor dem Einlasskanal berechnet. Aus der Luftmasse wird die zur stöchiometrischen
Verbrennung notwendige Kraftstoffmasse berechnet. Weder der Luftmassensensor noch
der Drucksensor können die durch die Luftventile zusätzlich eingebrachte bzw. abgeblasene
Luft erfassen. Diese Luftmasse wird daher in dieser Betriebsvariante durch die Motorsteuerung
sehr genau berechnet.
[0065] Obwohl die Erfindung unter Bezugnahme auf bestimmte Ausführungsbeispiele beschrieben
worden ist, ist eine Vielzahl von Varianten und Abwandlungen möglich, die ebenfalls
von dem Erfindungsgedanken Gebrauch machen und deshalb in den Schutzbereich fallen.
Folglich soll die Erfindung nicht auf die offenbarten bestimmten Ausführungsbeispiele
begrenzt sein, sondern die Erfindung soll alle Ausführungsbeispiele umfassen, die
in den Bereich der beigefügten Patentansprüche fallen.
Bezugszeichenliste
[0066]
- 1
- Druckluftbehälter 12 bar
- 2a, 2b, 2c
- Druckluftleitung
- 3
- Zylinderkopf
- 4
- elektromagnetisches Ventil
- 5
- Einlassventil
- 7
- Auslassventil
- 8
- Pleuel
- 9
- Absperrventil
- 10
- Luftverteiler-Rail
- 11
- Dieselinjektor
- 12
- Zündkerze
- 13
- Brennraum
- 14
- Druckluftbehälter 30 bar
- 15
- Rückschlagventil
- 16
- Druckregler
- 17
- Druck - und Temperaturmessfühler
1. Hubkolben-Brennkraftmaschine, mit mindestens einem am Zylinderkopf (3) angeordneten
Lufteinlassventil (5) und mindestens einem am Zylinderkopf angeordneten Luftauslassventil
(6); und einem am Zylinderkopf (3) angeordneten elektromagnetischen Ventil (4) zur
Lufteinbringung in den Brennraum (13) und/oder zur Luftausbringung aus dem Brennraum
(13), wobei das elektromagnetische Ventil (4) in einer geöffneten Stellung den Brennraum
(13) und einen Druckluftspeicher (1) über eine Druckluftleitung (2) pneumatisch koppelt,
wobei der Druckluftspeicher eingerichtet ist, eine Druckluftbremse eines Fahrzeugs
zu speisen, und
wobei das elektromagnetische Ventil (4) mittels einer Steuereinheit in Abhängigkeit
von einem Druck und/oder einer Temperatur des Druckluftsystems, einer Kolbenstellung,
einer Lastanforderung, einer Motordrehzahl und/oder eines Ladedrucks im Zylinder steuerbar
ist, und die Steuereinheit ausgeführt ist, in Betriebszuständen, bei denen nicht das
volle Motordrehmoment benötigt wird, bei wenigstens einem Zylinder mit abgeschalteter
Kraftstoffeinspritzung das elektromagnetische Ventil (4) in der Aufwärtsbewegung des
Kolben (7) zu öffnen und im Bereich des oberen Totpunkts wieder zu schließen, um komprimierte
Luft aus dem Brennraum (13) zu entnehmen und dem Druckluftspeicher (1) zuzuführen,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinheit ferner ausgeführt ist, im Verdichtungstakt eines Schubbetriebs
unmittelbar nach Schließen des Einlassventils (5) das elektromagnetische Ventil (4)
zur Zusatzlufteinblasung von Druckluft zu öffnen und, spätestens wenn der Gasdruck
im Zylinder einen Luftdruck im Druckluftspeicher (1) erreicht, wieder zu schließen.
2. Hubkolben-Brennkraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein effektiver Querschnitt des elektromagnetischen Ventils (4) im Bereich von 5 bis
20 mm2, weiter vorzugsweise im Bereich von 10 bis 15 mm2, liegt.
3. Hubkolben-Brennkraftmaschine nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet
(a) dass die Steuereinheit das Motorsteuergerät ist; oder
(b) dass die Hubkolben-Brennkraftmaschine als Common-Rail-Einspritzsystem ausgebildet ist
und dass die Steuereinheit die Steuereinheit für das Common-Rail-Einspritzsystem ist.
4. Hubkolben-Brennkraftmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
(a) dass die Hubkolben-Brennkraftmaschine einen Abgasturbolader umfasst; und/oder
(b) dass das wenigstens eine Lufteinlassventil (5) und das Luftauslassventil (6) Als Tellerventile
ausgebildet sind; und/oder
(c) dass die Hubkolben-Brennkraftmaschine eine selbstzündende Brennkraftmaschine oder ein
Ottomotor ist.
5. Kraftfahrzeug, insbesondere Nutzfahrzeug mit einer Hubkolben-Brennkraftmaschine nach
einem der Ansprüche 1 bis 4.
6. Nutzfahrzeug mit einer Hubkolben-Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis
4, gekennzeichnet durch ein erstes Druckluftsystem mit einem ersten Druckluftspeicher (17) zur Versorgung
der Bremsen mit Druckluft und ein zweites Druckluftsystem mit einem zweiten Druckluftspeicher
(1), wobei der zweite Druckluftspeicher (1) mit einem höherem Druck als der erste
Druckluftspeicher (17) betreibbar ist und mit dem Brennraum über das elektromagnetische
Ventil (4) pneumatisch koppelbar ist, wobei der zweite Druckspeicher (1) ausgebildet
ist, den ersten Druckluftspeicher (17) mit Druckluft zu befüllen.
7. Verfahren zum Betrieb einer Hubkolben-Brennkraftmaschine gemäß einem der Ansprüche
1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
(a) dass Druckluft aus dem Druckluftspeicher (1) über das elektromagnetische Ventil (4) in
den Brennraum (13) eingebracht wird, zusätzlich zur Ladeluft, die über das wenigstens
eine Einlassventil (5) in den Brennraum (13) eingebracht wird, und/oder
(b) dass komprimierte Luft über das elektromagnetische Ventil aus dem Brennraum (13) entnommen
und dem Druckluftspeicher (1) zugeführt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzlufteinblasung von Druckluft über das elektromagnetische Ventil (4) im
Bereich des Schließens des wenigstens einen Einlassventils (5) beginnt und spätestens
endet, wenn ein Gasdruck im Brennraum (13) einen Luftdruck im Druckluftspeicher (3)
erreicht.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in Betriebszuständen, bei denen nicht das volle Motordrehmoment benötigt wird, bei
wenigstens einem Zylinder mit abgeschalteter Kraftstoffeinspritzung das elektromagnetische
Ventil (4) in der Aufwärtsbewegung des Kolben (7) geöffnet und im Bereich des oberen
Totpunkts wieder geschlossen wird, um komprimierte Luft aus dem Brennraum (13) zu
entnehmen und dem Druckluftspeicher (1) zuzuführen.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass im Verdichtungstakt eines Schubbetriebs unmittelbar nach Schließen des Einlassventils
(5) das elektromagnetische Ventil (4) zur Zusatzlufteinblasung von Druckluft geöffnet
wird und, spätestens wenn der Gasdruck im Zylinder einen Luftdruck im Druckluftspeicher
(1) erreicht, wieder geschlossen wird.
11. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass nach einem Ladungswechsel und vor der Verbrennung über das elektromagnetische Ventil
(4) im Zylinder befindliche Luft aus dem Brennraum (13) zumindest teilweise entnommen
wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
(a) die Hubkolben-Brennkraftmaschine eine selbstzündende Hubkolben Brennkraftmaschine
ist; und
(b) dass die Luftentnahme über das elektromagnetische Ventil (4) als Stellglied in
einem geschlossenen Lambda-Regelkreis erfolgt.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass Steuerparameter betreffend einen Öffnungsbeginn des elektromagnetischen Ventils (4),
ein Öffnungsende des elektromagnetischen Ventils (4) und eine Entscheidung, ob eine
Betätigung des elektromagnetischen Ventils (4) erfolgt, in Abhängigkeit von einem
Druck und/oder einer Temperatur in einem den Druckluftspeicher (1) enthaltenden Druckluftsystem,
einer Kolbenstellung, einer Lastanforderung, einer Motordrehzahl und/oder eines Ladedrucks
im Zylinder und/ oder Ansaugkrümmer bestimmt werden.
1. Reciprocating-piston internal combustion engine, having at least one air inlet valve
(5), which is arranged on the cylinder head (3), and at least one air outlet valve
(6), which is arranged on the cylinder head; and an electromagnetic valve (4) for
introducing air into the combustion chamber (13) and/or for discharging air from the
combustion chamber (13), which valve is arranged on the cylinder head (3),
wherein the electromagnetic valve (4) pneumatically couples the combustion chamber
(13) and a compressed air accumulator (1) via a compressed air line (2) in an open
position,
wherein the compressed air accumulator is set up to supply a compressed air brake
of a vehicle, and wherein the electromagnetic valve (4) can be controlled by means
of a control unit in accordance with a pressure and/or a temperature of the compressed
air system, a piston position, a load demand, an engine speed and/or a charging pressure
in the cylinder, and the control unit is designed so as, in operating states in which
the full engine torque is not required, to open the electromagnetic valve (4) during
the upward movement of the piston (7) and to close said electromagnetic valve again
in the region of the top dead centre in the case of at least one cylinder with deactivated
fuel injection in order to take compressed air from the combustion chamber (13) and
feed it to the compressed air accumulator (1),
characterized
in that the control unit is furthermore designed, to open the electromagnetic valve (4) immediately
after the closure of the inlet valve (5) during the compression stroke of an overrun
mode in order to inject additional compressed air, and to close it again at the latest
when the gas pressure in the cylinder reaches an air pressure in the compressed air
accumulator (1).
2. Reciprocating-piston internal combustion engine according to Claim 1, characterized in that an effective cross section of the electromagnetic valve (4) is in a range of from
5 to 20 mm2, more preferably in a range of from 10 to 15 mm2.
3. Reciprocating-piston internal combustion engine according to Claim 1 or 2,
characterized
(a) in that the control unit is the engine control unit; or
(b) in that the reciprocating-piston internal combustion engine is designed as a common rail
injection system and in that the control unit is the control unit for the common rail
injection system.
4. Reciprocating-piston internal combustion engine according to one of the preceding
claims,
characterized
(a) in that the reciprocating-piston internal combustion engine comprises an exhaust turbocharger;
and/or
(b) in that the at least one air inlet valve (5) and the air outlet valve (6) are designed as
poppet valves; and/or
(c) in that the reciprocating-piston internal combustion engine is a self-ignition internal combustion
engine or a spark-ignition engine.
5. Motor vehicle, in particular commercial vehicle, having a reciprocating-piston internal
combustion engine according to one of Claims 1 to 4.
6. Commercial vehicle having a reciprocating-piston internal combustion engine according
to one of Claims 1 to 4, characterized by a first compressed air system having a first compressed air accumulator (17) for
supplying the brakes with compressed air and a second compressed air system having
a second compressed air accumulator (1), wherein the second compressed air accumulator
(1) can be operated at a higher pressure than the first compressed air accumulator
(17) and can be pneumatically coupled to the combustion chamber via the electromagnetic
valve (4), wherein the second pressure accumulator (1) is designed to fill the first
compressed air accumulator (17) with compressed air.
7. Method for operating a reciprocating-piston internal combustion engine according to
one of Claims 1 to 4,
characterized
(a) in that compressed air from the compressed air accumulator (1) is introduced into the combustion
chamber (13) via the electromagnetic valve (4) in addition to the charge air which
is introduced into the combustion chamber (13) via the at least one inlet valve (5),
and/or
(b) in that compressed air is removed from the combustion chamber (13) via the electromagnetic
valve and fed to the compressed air accumulator (1) .
8. Method according to Claim 7, characterized in that the injection of additional compressed air via the electromagnetic valve (4) begins
in the range of closure of the at least one inlet valve (5) and ends at the latest
when a gas pressure in the combustion chamber (13) reaches an air pressure in the
compressed air accumulator (3).
9. Method according to Claim 8, characterized in that, in operating states in which the full engine torque is not required, the electromagnetic
valve (4) is opened during the upward movement of the piston (7) and closed again
in the region of top dead centre in the case of at least one cylinder with deactivated
fuel injection in order to take compressed air from the combustion chamber (13) and
feed it to the compressed air accumulator (1).
10. Method according to Claim 9, characterized in that the electromagnetic valve (4) is opened immediately after the closure of the inlet
valve (5) during the compression stroke of an overrun mode in order to inject additional
compressed air, and is closed again at the latest when the gas pressure in the cylinder
reaches an air pressure in the compressed air accumulator (1).
11. Method according to Claim 8, characterized in that air in the cylinder is removed at least partially from the combustion chamber (13)
via the electromagnetic valve (4) after a charge exchange and before combustion.
12. Method according to Claim 11,
characterized
(a) in that the reciprocating-piston internal combustion engine is a self-ignition reciprocating-piston
internal combustion engine; and
(b) in that air removal takes place via the electromagnetic valve (4) as a control element in
a closed lambda control loop.
13. Method according to one of preceding Claims 7 to 12, characterized in that control parameters relating to a beginning of opening of the electromagnetic valve
(4), an end of opening of the electromagnetic valve (4) and a decision whether actuation
of the electromagnetic valve (4) takes place are determined in accordance with a pressure
and/or a temperature in a compressed air system containing the compressed air accumulator
(1), a piston position, a load demand, an engine speed and/or a charging pressure
in the cylinder and/or intake manifold.
1. Moteur à combustion interne à piston alternatif, avec au moins une soupape d'admission
d'air (5) disposée sur la culasse (3) et au moins une soupape d'échappement d'air
(6) disposée sur la culasse; et une soupape électromagnétique (4) disposée sur la
culasse (3) pour l'introduction d'air dans la chambre de combustion (13) et/ou pour
l'évacuation d'air hors de la chambre de combustion (13),
dans lequel la soupape électromagnétique (4) connecte pneumatiquement dans une position
ouverte la chambre de combustion (13) et un réservoir d'air comprimé (1) au moyen
d'une conduite d'air comprimé (2),
dans lequel le réservoir d'air comprimé est conçu pour alimenter un frein à air comprimé
d'un véhicule, et dans lequel la soupape électromagnétique (4) peut être commandée
au moyen d'une unité de commande en fonction d'une pression et/ou d'une température
du système d'air comprimé, d'une position du piston, d'une demande de charge, d'un
nombre de tours du moteur et/ou d'une pression de charge dans le cylindre, et l'unité
de commande est réalisée pour, dans des états de fonctionnement dans lesquels on n'a
pas besoin du couple moteur total, ouvrir dans au moins un cylindre avec l'injection
de carburant interrompue la soupape électromagnétique (4) dans le mouvement ascendant
du piston (7) et pour la fermer de nouveau dans la région du point mort haut, afin
de prélever de l'air comprimé de la chambre de combustion (13) et de l'envoyer au
réservoir d'air comprimé (1),
caractérisé en ce que l'unité de commande est en outre réalisée pour ouvrir la soupape électromagnétique,
dans la phase de compression d'un fonctionnement de poussée immédiatement après la
fermeture de la soupape d'admission (5), pour l'insufflation d'air comprimé en tant
qu'air supplémentaire, et pour la fermer de nouveau au plus tard lorsque la pression
de gaz dans le cylindre atteint une pression d'air dans le réservoir d' air comprimé
(1).
2. Moteur à combustion interne à piston alternatif selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une section transversale effective de la soupape électromagnétique (4) se situe dans
une plage de 5 à 20 mm2, de préférence encore dans une plage de 10 à 15 mm2.
3. Moteur à combustion interne à piston alternatif selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
(a) l'unité de commande est l'appareil de commande du moteur; ou
(b) le moteur à combustion interne à piston alternatif est réalisé sous la forme d'un
système d'injection à rampe commune et en ce que l'unité de commande est l'unité de commande pour le système d'injection à rampe commune.
4. Moteur à combustion interne à piston alternatif selon l'une quelconque des revendications
précédentes,
caractérisé en ce que
(a) le moteur à combustion interne à piston alternatif comprend un turbocompresseur
à gaz d'échappement; et/ou
(b) ladite au moins une soupape d'admission d'air (5) et la soupape d'échappement
d'air (6) sont réalisées sous forme de soupapes en champignon; et/ou
(c) le moteur à combustion interne à piston alternatif est un moteur à combustion
interne à autoallumage ou un moteur Otto.
5. Véhicule automobile, en particulier véhicule utilitaire avec un moteur à combustion
interne à piston alternatif selon l'une quelconque des revendications 1 à 4.
6. Véhicule utilitaire avec un moteur à combustion interne à piston alternatif selon
l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé par un premier système d'air comprimé avec un premier réservoir d'air comprimé (17) pour
l'alimentation des freins en air comprimé et un deuxième système d'air comprimé avec
un deuxième réservoir d'air comprimé (1), dans lequel le deuxième réservoir d'air
comprimé (1) peut fonctionner avec une pression plus élevée que le premier réservoir
d'air comprimé (17) et peut être couplé pneumatiquement à la chambre de combustion
par l'intermédiaire de la soupape électromagnétique (4), dans lequel le deuxième réservoir
d'air comprimé (1) est conçu pour remplir d'air comprimé le premier réservoir d'air
comprimé (17) .
7. Procédé de fonctionnement d'un moteur à combustion interne à piston alternatif selon
l'une quelconque des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
(a) on introduit de l'air comprimé provenant du réservoir d'air comprimé (1) par l'intermédiaire
de la soupape électromagnétique (4) dans la chambre de combustion (13), en plus de
l'air d'admission, qui est introduit dans la chambre de combustion (13) par ladite
au moins une soupape d'admission (5), et/ou
(b) on prélève de l'air comprimé hors de la chambre de combustion (13) par l'intermédiaire
de la soupape électromagnétique et on l'envoie au réservoir d'air comprimé (1).
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'insufflation d'air comprimé en tant qu'air supplémentaire par l'intermédiaire de
la soupape électromagnétique (4) commence dans la région de la fermeture de ladite
au moins une soupape d'admission (5) et se termine au plus tard lorsqu'une pression
de gaz dans la chambre de combustion (13) atteint une pression d'air dans le réservoir
d'air comprimé (3).
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que dans des états de fonctionnement, dans lesquels on n'a pas besoin du couple moteur
total, on ouvre dans au moins un cylindre avec l'injection de carburant interrompue
la soupape électromagnétique (4) dans le mouvement ascendant du piston (7) et on la
ferme de nouveau dans la région du point mort haut, afin de prélever de l'air comprimé
hors de la chambre de combustion (13) et de l'envoyer au réservoir d'air comprimé
(1).
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que l'on ouvre la soupape électromagnétique (4) pour l'insufflation d'air comprimé en
tant qu'air supplémentaire dans la phase de compression du fonctionnement de poussée
immédiatement après la fermeture de la soupape d'admission (5) et on la ferme de nouveau
au plus tard lorsque la pression de gaz dans le cylindre atteint une pression d'air
dans le réservoir d'air comprimé (1).
11. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que l'on prélève au moins en partie hors de la chambre de combustion (13) par l'intermédiaire
de la soupape électromagnétique (4) de l'air se trouvant dans le cylindre après un
changement de charge et avant la combustion.
12. Procédé selon la revendication 11,
caractérisé en ce que
(a) le moteur à combustion interne à piston alternatif est un moteur à combustion
interne à piston alternatif à autoallumage; et
(b) on effectue le prélèvement d'air par l'intermédiaire de la soupape électromagnétique
(4) en tant qu'organe de réglage dans un circuit fermé de régulation du lambda.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications 7 à 12, caractérisé en ce que l'on détermine des paramètres de commande concernant un commencement d'ouverture
de la soupape électromagnétique (4), une fin d'ouverture de la soupape électromagnétique
(4) et une décision quant à savoir s'il se produit un actionnement de la soupape électromagnétique
(4), en fonction d'une pression et/ou d'une température dans un système d'air comprimé
contenant le réservoir d'air comprimé (1), d'une position du piston, d'une demande
de charge, d'un nombre de tours du moteur et/ou d'une pression de charge dans le cylindre
et/ou le collecteur d'admission.