[0001] Die Erfindung betrifft ein Multikontaktelement für einen Varistor.
[0002] Varistoren stellen in elektrischen Schaltungen einen spannungsabhängigen Widerstand
zur Verfügung. Varistoren werden daher in vielerlei Anwendungen eingesetzt, typischerweise
um Überspannungen oberhalb einer bestimmten Grenzspannung abzuleiten, um so eine Überlastung
oder Beschädigung einer nachfolgenden Einrichtung zu verhindern. Daher werden Varistoren
häufig auch synonym als Überspannungsschutzgerät bezeichnet. Ein Beispiel für eine
solche Überspannung ist eine Spannung, welche durch Blitzeinwirkung entstehen kann.
Tritt ein solches Überspannungsereignis ein, so ist die Aufgabe des Varistors den
Strom am jeweiligen elektrisch nachgeordneten Verbraucher vorbei abzuleiten und so
die Spannung am elektrischen Verbraucher zu begrenzen.
[0003] Dabei weist der Varistor im Allgemeinen als Werkstoff ein körniges Metalloxid, z.B.
Zinkoxid und/oder Wismutoxid und/oder Manganoxid und/oder Chromoxid und/oder Siliziumkarbid
auf, der zwischen zwei flächigen Elektroden als Zuleitungselemente in aller Regel
als (gesinterte) Keramik eingebracht ist.
[0004] Typischerweise besitzen die einzelnen Körner eine unterschiedliche Leitfähigkeit.
Dabei bilden sich an den jeweiligen Korngrenzen, d.h. an den Berührpunkten der Körner,
Sperrschichten aus. Dabei kann man feststellen, dass mit zunehmender Dicke die Anzahl
der Korngrenzen steigt und damit auch die Grenzspannung. Wird eine Spannung an die
Zuleitungselemente gelegt, bildet sich ein elektrisches Feld aus. In Abhängigkeit
der Spannung werden dabei die Sperrschichten nun abgebaut und der Widerstand sinkt.
[0005] Aufgrund der Materialeigenschaften des Varistors ist sowohl die Stromverteilung als
auch die Überwindung der Sperrschichten kein uniformer Prozess, sondern es bilden
sich lokal Strompfade aus, die unterschiedlich schnell in den leitenden Zustand kommen.
[0006] Bedingt durch die Materialeigenschaften und in Folge von Benutzung des Varistors
treten Leckströme auf. Diese Leckströme sind zwar in aller Regel gering, führen jedoch
unter Umständen zu einer erheblichen Erwärmung des Bauelements und daher besteht Brandgefahr.
Um hier gegenzusteuern wird typischerweise ein Temperatursensor verwendet, der bei
Überschreiten einer bestimmten Temperatur einen Schalter betätigt. Temperatursensoren
sind dabei jedoch nur zur Detektion von langsamen Ereignissen einsetzbar. Eine schnelle
Erwärmung, wie sie beispielsweise beim Anliegen einer hohen Spannung entstehet, führt
zu einem auf Grund der nötigen und bekanntermaßen langsamen Wärmeleitung stark verzögerten
Temperaturanstieg am Temperatursensor, so dass der Varistor in aller Regel schon zerstört
wäre. Auch ist das Trennvermögen hier in aller Regel beschränkt, d.h. es können nur
geringe Ströme abgeschaltet werden.
[0007] Ein solcher Energieeintrag kann z.B. dadurch entstehen, dass über längere Zeit eine
Überspannung auftritt, die zu einem Durchschalten des Varistors führt und nun der
Kurzschlussstrom des Netzes über den Varistor abgeleitet wird. In diesem Fall tritt
eine erhebliche Erwärmung des Varistors auf und es besteht Brandgefahr. Weiterhin
kann der Varistor dabei soweit geschädigt werden, dass der Varistor explosionsartig
durchlegiert.
[0008] Typischerweise werden Varistoren deshalb mit einem vorgeschalteten Sicherungselement
versehen.
[0009] Bisher wurden hierfür klassische Schmelzsicherungen verwendet, die dem jeweiligen
Überspannungsschutzgerät vorgeschaltet waren. Dabei waren jedoch zwei sich widersprechende
Randbedingungen abzuwägen: Während bei einem Überspannungsereignis kurzfristig ein
hoher Strom fließt, der nicht zu einem Auslösen der Schmelzsicherung führen soll,
muss bei einer Schädigung des Überspannungsschutzgerätes bei einem möglichst geringen
Strom eine sichere Auslösung bereitgestellt werden.
[0010] D.h. um eine schnelle Abtrennung im Fehlerfall des Überspannungsschutzgerätes, d.h.
bei geringen Fehlerströmen, zu gewährleisten, müsste eine Schmelzsicherung mit einem
kleinen Nennwert verwendet werden. Eine solche Schmelzsicherung trägt aber aufgrund
des damit verbundenen I
2t Wertes nur geringe Impulsströme. Umgekehrt muss aber, um einen großen Impulsstrom
ableiten zu können, die Schmelzsicherung einen großen Nennwert besitzen.
[0011] Dennoch treten immer wieder Schäden an Varistoren auf, die nicht durch die vorgenannten
Elemente detektiert werden können, d.h. es treten Ströme auf, die durch das Trennvermögen
der thermischen Abschaltung nicht mehr abgetrennt werden können, die aber für ein
vorgeschaltetes Sicherungselement zu gering sind.
[0012] Vor diesem Hintergrund ist es das Bestreben den Sicherungsnennwert des vorgeschalteten
Sicherungselementes zu minimieren, aber dennoch die maximale Stoßstromfestigkeit zu
erhalten.
[0013] Bisher konnte dieses Problem nur unzureichend gelöst werden.
[0014] Einen ersten Ansatz, um dieses Problem zu lösen, wurde in
DE 10 2012 011 241.6 beschrieben. Hierbei wird eine Aufteilung der Ströme in parallele Pfade vorgeschlagen,
um so den Nennwert der Einzelsicherungen zu reduzieren.
[0015] Obwohl die vorgestellte Lösung ihre Aufgabe erfüllt, wäre es wünschenswert eine Lösung
zu finden die einfach einstellbar ist und zudem geringere Baugrößen ermöglicht und
zudem einfach herstellbar ist.
[0016] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Kontaktelement für einen Varistor
bereitzustellen, das einen oder mehrere dieser Nachteile umgeht.
[0017] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
sind auch Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0018] Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen anhand
bevorzugter Ausführungsformen näher erläutert.
[0019] Es zeigen
- Fig. 1
- ein Prinzip-Ersatzschaltbild eines Aspektes der Erfindung,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch eine beispielhafte Anordnung gemäß Ausführungsformen der Erfindung,
- Fig. 3
- ein Prinzip-Ersatzschaltbild eines weiteren Aspektes der Erfindung,
- Fig. 4
- einen Schnitt durch eine weitere beispielhafte Anordnung gemäß Ausführungsformen der
Erfindung,
- Fig. 5
- Prinzipdarstellungen äquivalenter Schaltungen gemäß eines Aspektes der Erfindung,
- Fig. 6
- ein Prinzip-Ersatzschaltbild noch eines weiteren Aspektes der Erfindung,
- Fig. 7
- einen Schnitt durch eine weitere beispielhafte Anordnung gemäß Ausführungsformen der
Erfindung,
- Fig. 8
- einen Schnitt durch eine weitere beispielhafte Anordnung gemäß Ausführungsformen der
Erfindung,
- Fig. 9
- ein Prinzip-Ersatzschaltbild und eine hierzu korrespondierende quasiräumliche Anordnung
gemäß eines weiteren Aspektes der Erfindung,
- Fig. 10
- ein Prinzip-Ersatzschaltbild in quasi-räumliche Anordnung gemäß eines weiteren Aspektes
der Erfindung,
- Fig. 11
- einen Schnitt durch eine weitere beispielhafte Anordnung gemäß Ausführungsformen der
Erfindung,
- Fig. 12
- einen Schnitt durch eine weitere beispielhafte Anordnung gemäß Ausführungsformen der
Erfindung, und
- Fig. 13
- eine Draufsicht auf Fig. 12.
[0020] Die Erfindung macht sich zu Nutzen, dass ein Durchlegieren eines Varistors in aller
Regel zunächst eine lokale Erscheinung ist, die erst anschließend eine den gesamten
Varistor betreffende Erscheinung ist.
[0021] Daher schlägt die Erfindung die Aufteilung der Sicherung in einzelne Sicherungselemente
1, 2, ... n wie in Figur 1 gezeigt vor, die parallel einen Varistor kontaktieren.
Ein hierzu korrespondierender beispielhafter Aufbau ist in Figur 1 gezeigt. Dabei
wird ein Multikontaktelement MKE für einen Varistor VAR eingesetzt, wobei das Multikontaktelement
MKE eine Sandwichstruktur aufweist. Dabei weist die Sandwichstruktur in einer untersten
Schicht US zwei oder mehrere Kontaktelemente KE1, KE2 zur Kontaktierung des Varistors
VAR und in einer obersten Schicht OS zumindest eine gemeinsame Anschlusselektrode
A zur Kontaktierung eines zu schützenden Verbrauchernetzes auf.
[0022] Zwischen der untersten Schicht US und der obersten Schicht OS ist zumindest abschnittsweise
eine erste Zwischenschicht ZS1 aus einer elektrisch isolierenden Materiallage vorgesehen.
Eine solche elektrisch isolierende Materiallage kann z.B. durch ein Platinen-Material,
eine mit Epoxidharz getränkte Glasfasermatte, z.B. FR4, oder aber auch Polymere, Keramiken
oder Glas verwendet werden.
[0023] In der ersten Zwischenschicht ZS1 befinden sich nun die einzelnen Sicherungselemente
DK1, DK2, die so ausgelegt sind, dass sie einen spezifizierten Stoßstrom tragen können,
wobei der spezifizierte Stoßstrom pro Sicherungselement geringer ist als der spezifizierte
Stoßstrom des Varistors VAR. D.h. obwohl der Nennwert der einzelnen Sicherungselemente
klein ist, kann durch die Parallelschaltung der Sicherungselemente das notwendige
Trennvermögen zur Verfügung gestellt werden, während zugleich sichergestellt werden
kann, dass durch den geringen Nennwert der einzelnen Sicherungselemente eine schnelle
Abschaltung im lokalen Fehlerstromfall und somit auch in Summe bei einem globalen
Fehlerstromfall zur Verfügung gestellt wird.
[0024] Dabei sind die Sicherungselemente DK1, DK2 als Durchkontaktierung innerhalb der ersten
Zwischenschicht ZS1 ausgeführt. Hierdurch wird eine geringe Bauhöhe ermöglicht.
[0025] Hierzu stehen die Sicherungselemente DK1, DK2 in der ersten Zwischenschicht in direktem
elektrischem Kontakt mit der gemeinsamen Anschlusselektrode A.
[0026] Jedes der Sicherungselemente DK1, DK2 steht mit einer Untermenge der Kontaktelemente
KE1, KE2 in direktem oder indirektem elektrischen Kontakt. D.h. in der Ausführungsform
der Figur 2 steht das Kontaktelemente KE1 in direktem Kontakt mit der Sicherungselement
DK1 und das Kontaktelemente KE2 in direktem Kontakt mit der Sicherungselement DK2.
[0027] Für den Fehlerfall verfügen die Sicherungselemente DK1, DK2 über Ausblaskanäle AK
in der ersten Zwischenschicht ZS1, sodass im Falle einer thermischen Überlastung eines
Sicherungselements DK1, DK2 der ersten Zwischenschicht ZS1 das betroffene Sicherungselement
DK1 durch den Ausblaskanal verdampfen kann und so die elektrische Verbindung zum darunterliegenden
(Teil-) Varistor unterbrochen wird. D.h. das im Abtrennfall entstehende Plasma kann
über Ausblaskanäle AK in ein eventuell vorhandenes umgebendes Löschmedium LM gelangen
und das Plasma wird dort gekühlt.
[0028] Waren in der Ausführungsform der Figur 1 und Figur 2 jedem Kontaktelement KE genau
ein Sicherungselement DK zugeordnet, kann die vorteilhafte Aufteilung auch in Bezug
auf ein Kontaktelement vorgenommen werden oder aber, falls z.B. es nicht möglich ist,
einen gewünschten Nennwert mit einem Sicherungselement zu erreichen, dieses durch
eine Parallelschaltung von mehreren m Sicherungselementen a
1, b
1, ..., m
1 stellvertretend für ein erstes Sicherungselement 1, eine Parallelschaltung von mehreren
Sicherungselemente a
2, b
2, ..., m
2 stellvertretend für ein zweites Sicherungselement 2, usw. zu erreichen, wie dies
in Figur 3 im Vergleich zu Figur 1 verdeutlicht ist.
[0029] D.h. in Figur 4 steht jedes der Sicherungselemente DK1, DK2, DK3, DK4 mit einer Untermenge
der Kontaktelemente KE1, KE2 in direktem oder indirektem elektrischen Kontakt. D.h.
in der Ausführungsform der Figur 4 steht das Kontaktelemente KE1 in direktem Kontakt
mit den Sicherungselementen DK1
1 und DK1
2, während das Kontaktelement KE2 in direktem Kontakt mit den Sicherungselementen DK2
1 und DK2
2 steht.
[0030] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist, wie in Figur 7 bzw. 8 gezeigt,
zwischen der untersten Schicht US und der ersten Zwischenschicht ZS1 zumindest abschnittsweise
eine zweite Zwischenschicht ZS2 aus einer elektrisch isolierenden Materiallage vorgesehen.
Eine solche elektrisch isolierende Materiallage kann z.B. wiederum durch ein Platinen-Material,
eine mit Epoxidharz getränkte Glasfasermatte, z.B. FR4, oder aber auch Polymere, Keramiken
oder Glas verwendet werden. Besonders vorteilhaft können hier neben einzelnen Materiallagen
auch Kombinationsprodukte wie z.B. Multi-Layer-Platinen oder dergleichen verwendet
werden.
[0031] Wiederum befinden sich in der zweiten Zwischenschicht ZS2 Sicherungselemente DK3,
DK4, die so ausgelegt sind, dass sie einen spezifizierten Stoßstrom tragen können,
wobei der spezifizierte Stoßstrom pro Sicherungselement geringer ist als der spezifizierte
Stoßstrom des Varistors VAR. D.h. obwohl der Nennwert der einzelnen Sicherungselemente
klein ist, kann durch die Parallelschaltung der Sicherungselemente das notwendige
Trennvermögen zur Verfügung gestellt werden, während zugleich sichergestellt werden
kann, dass durch den geringen Nennwert der einzelnen Sicherungselemente eine schnelle
Abschaltung im lokalen Fehlerstromfall und somit auch in Summe bei einem globalen
Fehlerstromfall zur Verfügung gestellt wird.
[0032] Dabei sind die Sicherungselemente DK3, DK4 als Durchkontaktierung innerhalb der zweiten
Zwischenschicht ZS2 ausgeführt. Hierdurch wird eine geringe Bauhöhe ermöglicht.
[0033] Die Sicherungselemente DK3, DK4 in der zweiten Zwischenschicht stehen wiederum in
elektrischem Kontakt über zumindest eine Durchkontaktierung DK1, DK2 der ersten Zwischenschicht
ZS1 mit der gemeinsamen Anschlusselektrode A.
[0034] Jedes der Sicherungselemente DK3, DK4 der zweiten Zwischenschicht ZS2 steht mit einer
Untermenge der Kontaktelemente KE1, KE2 in direktem elektrischen Kontakt. D.h. in
der Ausführungsform der Figur 7 steht das Kontaktelemente KE1 in direktem Kontakt
mit den Sicherungselementen DK3 und das Kontaktelemente KE2 in direktem Kontakt mit
dem Sicherungselement DK4. In der Ausführungsform der Figur 8 steht das Kontaktelemente
KE1 in direktem Kontakt mit den Sicherungselementen DK2 und DK3 und das Kontaktelemente
KE2 in direktem Kontakt mit den Sicherungselementen DK4 und DK5.
[0035] Für den Fehlerfall verfügen die Sicherungselemente DK3, DK4 über Ausblaskanäle AK
in der zweiten Zwischenschicht ZS2, sodass im Falle einer thermischen Überlastung
eines Sicherungselements DK3, DK4 der zweiten Zwischenschicht ZS2 das betroffene Sicherungselement
DK3, DK4 durch den Ausblaskanal verdampfen kann und so die elektrische Verbindung
zum darunterliegenden (Teil-) Varistor unterbrochen wird. D.h. das im Abtrennfall
entstehende Plasma kann über Ausblaskanäle AK in ein eventuell vorhandenes umgebendes
Löschmedium LM gelangen und das Plasma wird dort gekühlt.
[0036] In Figur 7 und 8 sind dabei den Figuren 5 entsprechende Varianten einer Serienschaltung
eines Sicherungselementes einer ersten Zwischenschicht mit einer Parallelschaltung
von Sicherungselementen einer zweiten Zwischenschicht realisiert. Dabei ist die Anordnung
nicht auf diese Formen der Serienschaltungen beschränkt, sondern es kann natürlich
auch vorgesehen sein, dass sowohl in der ersten Zwischenschicht als auch in der zweiten
Zwischenschicht jeweils Parallelschaltungen vorgesehen sind, die in Serie geschaltet
werden. Diese Maßnahmen erlauben den Nennwert der einzelnen Sicherungselemente als
auch den Nennwert der durch die Schaltung bereitgestellt wird, sehr präzise einzustellen.
Ganz allgemein ist dieses Prinzip in Figur 9 noch einmal verdeutlicht, wobei in der
unteren Darstellung der Figur 9 eine mögliche quasi-räumliche alternierende Anordnung
gezeigt ist, wie sie beispielhaft mit einer Zwischenschicht realisierbar ist. Wiederum
kann, wie in Figur 10 angedeutet, ein einzelnes Sicherungselement als eine Parallelschaltung
von Sicherungselementen realisiert sein.
[0037] Eine beispielhafte mäanderförmige Anordnung eines solchen Multikontaktelements ist
in Figur 11 gezeigt. Dort ist ein möglicher Strompfad anhand des gestichelten Pfeiles
verdeutlicht. Dabei tritt ein (Teil-) Strom des Varistors VAR am Kontaktelement KE1
ein und wird über die Durchkontaktierung durch eine dritte Zwischenschicht ZS3, welche
beispielhaft als Isolation zum Varistor eingezeichnet ist, und durch eine zweite Zwischenschicht
ZS2 hindurchgeführt. Anschließend wird in einer Leiterbahnlage zwischen der ersten
Zwischenschicht ZS1 und der zweiten Zwischenschicht ZS2, die ebenfalls sicherungselementartig
ausgestaltet sein kann, eine Kontaktierung zu einer zweiten Durchkontaktierung rechts
daneben hergestellt. Anschließend wird in einer zweiten Leiterbahnlage zwischen der
dritten Zwischenschicht ZS3 und der zweiten Zwischenschicht ZS2, die ebenfalls sicherungselementartig
ausgestaltet sein kann, eine Kontaktierung zu einer dritten Durchkontaktierung rechts
daneben hergestellt. Dieser Vorgang kann sooft vorgesehen werden, wie nötig, um den
gewünschten Nennwert bzw. die gewünschte Spannung zu erzielen. Natürlich kann zudem
vorgesehen sein, dass auch hier mehrere Sicherungselemente parallel geschaltet sind,
dies wäre z.B. bei der dargestellten Schnittperspektive einfach dadurch möglich, dass
in einer weiteren dahinterliegenden Ebene dieselbe Anordnung wiederholt wird, wobei
an geeigneten Stelle eine Verbindung der Ebenen auf Leiterbahneben bereitgestellt
wird.
[0038] Wie in den Figuren 2, 4, 7 und 8 gezeigt, sind zumindest ein Teil der Durchkontaktierungen
DK1, DK2 der ersten Zwischenschicht ZS1 über Leiterbahnen mit der Anschlusselektrode
A verbunden. Durch geeignete Dimensionierung und/oder Ausformung der Leiterbahnen
können die Leiterbahnen auch als weitere Sicherungselemente ausgelegt sind.
[0039] Um einen zusätzlichen Schutz für den Fehlerfall bereitzustellen, kann zudem vorgesehen
sein, dass zumindest ein Teil der Ausblaskanäle AK oberhalb der ersten Zwischenschicht
ZS1 von einem elektrisch isolierendem Löschmittel LM umgeben ist. Beispielsweise kann
Polyoxymethylen (POM) oder Quarzsand als ein elektrisch isolierendes Löschmittel verwendet
werden.
[0040] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind die Sicherungselemente DK1, DK2
der ersten Zwischenschicht ZS1 und soweit vorhanden auch die Sicherungselemente DK3,
DK4 der zweiten Zwischenschicht ZS2 auf einen Nennwert von bis zu 10 A bevorzugt 1
A ausgelegt. Weiterhin vorteilhaft ist die Stoßstromfestigkeit so ausgelegt, dass
Ströme bis zu 1 kA, insbesondere bis zu 2 kA oder darüber kurzfristig getragen werden
können
[0041] Wie in Figur 12 gezeigt kann auch vorgesehen sein, dass zumindest eines der Sicherungselemente
DK1, DK2; DK3, DK4 mittels Bohrung so bearbeitet wird, dass der stromdurchfließbare
Durchmesser vermindert und der Ausblaskanal vergrößert wird. Hierdurch können z.B.
Sicherungswerte präzise durch Nachbearbeitung einer Durchkontaktierung eingestellt
werden. Zudem kann vorgesehen sein, dass z.B. durch Bohrung gezielt Verbindungen zu
einer Anschlusselektrode A unterbrochen werden und so der Nennwert nachträglich eingestellt
werden kann. Z.B. kann durch Ausbohren ein Sicherungselement einer Parallelschaltung
von Sicherungselementen entfernt werden.
[0042] Um den Nennwert besonders präzise einzustellen, kann z.B. vorgesehen sein, dass die
Bohrung exzentrisch ist.
[0043] Ohne weiteres ist die Erfindung nicht nur auf das Multikontaktelement beschränkt,
sondern umfasst auch einen Varistor VAR, der zumindest ein Multikontaktelement MKE
aufweist. Es kann sogar vorgesehen sein, dass beide Anschlüsse eines Varistors mittels
der erfindungsgemäßen Multikontaktelemente ausgestattet werden. Auch bei neuerdings
am Markt erhältlichen Mehrkontaktvaristoren, d.h. Varistoren mit einem oder mehreren
Mittelabgriffen, ist die Erfindung in gleicher Weise für alle Anschlüsse einsetzbar.
[0044] Die Verbindung zwischen dem Multikontaktelement MKE und der Varistorkeramik VAR erfolgt
bevorzugt über eine Druckkontaktierung. Alternativ oder zusätzlich kann auch eine
Löt-, Klebe- oder Klemmverbindung vorgesehen sein.
[0045] Bevorzugt sind der Varistor VAR und das Multikontaktelement MKE dann in einem Gehäuse
G, insbesondere dann, wenn ein Löschmittel LM weiterhin verwendet wird.
[0046] Im Ergebnis wird eine Anordnung vorgeschlagen, bei der die Sicherungselemente im
Wesentlichen parallel zur Varistor-Oberfläche angeordnet sind. Besonders einfach lassen
sich die Sicherungselemente dabei in Leiterplattentechnik fertigen. Besonders vorteilhaft
können hierfür Multi-Layer-Leiterplatten eingesetzt werden.
[0047] Statt einer Multi-Layer-Leiterplatte kann auch eine Leiterplatte verwendet werden,
die an der Unterseite die Kontaktelemente besitzt, welche durch Durchkontaktierungen
mit der Leiterbahn auf der Oberseite verbunden werden. Eine zweite Leiterplatte, die
auf der Unterseite keine Kupferbeschichtung besitzt und die Aussparungen und Bohrungen
aufweist, wird auf der unteren Leiterplatte fixiert, so dass die Aussparungen im Wesentlichen
über den (Sicherungs-) Leiterbahnen und den Bohrungen an deren Ende ausgerichtet sind.
Durch die Bohrlöcher können Drähte an das Ende der Sicherungsleiterbahnen gebondet,
gelötet oder geschweißt werden, die dann an der Oberseite der oberen Leiterplatte
befestigt werden können.
[0048] Für höhere Spannungsebenen können mehrere Durchkontaktierungen in Reihe geschaltet
werden. Diese trennen bei großen Kurzschlussströmen annähernd gleichzeitig auf, wodurch
eine ausreichende Gegenspannung zur Abschaltung erreicht wird.
Bezugszeichenliste
[0049]
| Multikontaktelement |
MKE |
| Varistor |
VAR |
| Kontaktelemente |
KE1, KE2 |
| oberste Schicht |
OS |
| gemeinsame Anschlusselektrode |
A |
| unterste Schicht |
US |
| erste Zwischenschicht |
ZS1 |
| Sicherungselement |
DK1, DK2, DK3, DK4 |
| Ausblaskanal |
AK |
| zweite Zwischenschicht |
ZS2 |
| elektrisch isolierendes Löschmittel |
LM |
1. Multikontaktelement (MKE) für einen Varistor (VAR),
• wobei das Multikontaktelement (MKE) eine Sandwichstruktur aufweist,
• wobei die Sandwichstruktur in einer untersten Schicht (US) zwei oder mehrere Kontaktelemente
(KE1, KE2) aufweist, und wobei die Sandwichstruktur in einer obersten Schicht (OS)
zumindest eine gemeinsame Anschlusselektrode (A) aufweist,
• wobei zwischen der untersten Schicht (US) und der obersten Schicht (OS) zumindest
abschnittsweise eine erste Zwischenschicht (ZS1) aus einer elektrisch isolierenden
Materiallage vorgesehen ist,
• wobei sich in der ersten Zwischenschicht (ZS1) Sicherungselemente (DK1, DK2) befinden,
die so ausgelegt sind, dass sie einen spezifizierten Stoßstrom tragen können, wobei
der spezifizierte Stoßstrom pro Sicherungselement geringer ist als der spezifizierte
Stoßstrom des Varistors (VAR),
• wobei die Sicherungselemente (DK1, DK2) als Durchkontaktierung innerhalb der ersten
Zwischenschicht (ZS1) ausgeführt sind,
• wobei die Sicherungselemente (DK1, DK2) in der ersten Zwischenschicht in direktem
elektrischen Kontakt mit der gemeinsamen Anschlusselektrode (A) stehen,
• wobei jedes der Sicherungselemente (DK1, DK2) mit einer Untermenge der Kontaktelemente
(KE1, KE2) in direktem oder indirektem elektrischen Kontakt steht,
• wobei die Sicherungselemente (DK1, DK2) über Ausblaskanäle (AK) in der ersten Zwischenschicht
(ZS1) verfügen, sodass im Falle einer thermischen Überlastung eines Sicherungselemente
(DK1, DK2) der ersten Zwischenschicht (ZS1) das betroffene Sicherungselement (DK1)
durch den Ausblaskanal verdampfen kann.
2. Multikontaktelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der untersten Schicht (US) und der ersten Zwischenschicht (ZS1) zumindest
abschnittsweise eine zweite Zwischenschicht (ZS2) aus einer elektrisch isolierenden
Materiallage vorgesehen ist,
• wobei sich in der zweiten Zwischenschicht (ZS2) Sicherungselemente (DK3, DK4) befinden,
die so ausgelegt sind, dass sie einen spezifizierten Stoßstrom tragen können, wobei
der spezifizierte Stoßstrom pro Sicherungselement geringer ist als der spezifizierte
Stoßstrom des Varistors (VAR),
• wobei die Sicherungselemente (DK3, DK4) als Durchkontaktierung innerhalb der zweiten
Zwischenschicht (ZS2) ausgeführt sind,
• wobei die Sicherungselemente (DK3, DK4) in der zweiten Zwischenschicht in elektrischem
Kontakt über zumindest eine Durchkontaktierung (DK1,DK2) der ersten Zwischenschicht
(ZS1) mit der gemeinsamen Anschlusselektrode (A) stehen,
• wobei jedes der Sicherungselemente (DK3, DK4) der zweiten Zwischenschicht mit einer
Untermenge der Kontaktelemente (KE1, KE2) in direktem elektrischen Kontakt steht,
• wobei die Sicherungselemente (DK3, DK4) über Ausblaskanäle in der ersten Zwischenschicht
(ZS1) und in der zweiten Zwischenschicht (ZS2) verfügen, sodass im Falle einer thermischen
Überlastung eines Sicherungselements (DK3, DK4) der zweiten Zwischenschicht (ZS2)
das betroffene Sicherungselement (DK3) durch den Ausblaskanal verdampfen kann.
3. Multikontaktelement (MKE) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Zwischenschicht ein Platinen-Material aufweist.
4. Multikontaktelement (MKE) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Zwischenschicht (ZS1) ein Platinen-Material aufweist.
5. Multikontaktelement (MKE) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil der Durchkontaktierungen (DK1, DK2) der ersten Zwischenschicht
(ZS1) über Leiterbahnen mit der Anschlusselektrode (A) verbunden sind, wobei die Leiterbahnen
als Sicherungselemente ausgelegt sind.
6. Multikontaktelement (MKE) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil der Ausblaskanäle (AK) oberhalb der ersten Zwischenschicht von
einem elektrisch isolierendem Löschmittel (LM) umgeben ist.
7. Multikontaktelement (MKE) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil der Ausblaskanäle (AK) oberhalb der ersten Zwischenschicht (ZS1)
von Polyoxymethylen oder Quarzsand als ein elektrisch isolierendes Löschmittel (LM)
umgeben ist.
8. Multikontaktelement (MKE) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherungselemente (DK1, DK2; DK3, DK4) einen Nennstrom von bis zu 10 A bevorzugt
1 A aufweisen.
9. Multikontaktelement (MKE) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von Sicherungselementen (DK1, DK2; DK3, DK4) parallel geschaltet sind.
10. Multikontaktelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Sicherungselemente (DK1, DK2; DK3, DK4) mittels Bohrung so bearbeitet
wird, dass der stromdurchfließbare Durchmesser vermindert und der Ausblaskanal vergrößert
wird.
11. Multikontaktelement nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrung exzentrisch ist.
12. Varistor (VAR) aufweisend zumindest ein Multikontaktelement (MKE) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.
13. Varistor (VAR) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Multikontaktelement (MKE) und der Varistor (VAR) in einem Gehäuse (G) angeordnet
sind.