[0001] Die Erfindung betrifft ein Visier für einen Schutzhelm, mit zwei Haltearmen und mit
zwei an einer Helmschale eines Helms befestigbaren Lagervorrichtungen für die Haltearme
zum Verschwenken des Visiers zwischen zwei Endlagen entsprechend einer Betriebsposition,
in der das Visier heruntergeklappt und auf einem vorderen Rand der Helmschale aufliegt,
und einer Parkposition, in der das Visier hochgeklappt und an der Außenfläche der
Helmschale angeordnet ist, wobei das Visier wenigstens in einem Bereich, in dem es
in wenigstens einer der Endlagen mit einer Helmschale in enge Nähe oder in Berührung
bringbar ist, mit einer weichen Lippe versehen ist, die an dem Visier so ausgebildet
und angeordnet ist, dass sie in der Betriebsposition des Visiers auf einen vorstehenden
vorderen Rand der Helmschale auflegbar ist, und wobei wenigstens einer seiner Lagervorrichtungen
eine federvorgespannte Endlagensperre zugeordnet ist, die den Haltearm in jeder Endlage
kraftschlüssig verriegelt und bei manuellem Anstoßen der Schwenkbewegung des Visiers
wenigstens aus der Parkposition heraus das Visier in Richtung zu der Betriebsposition
beschleunigt, bis die Lippe mit der Helmschale in Berührung ist.
[0002] Ein Helm der vorgenannten Art ist aus dem Dokument
US 4,766,609 bekannt. Bei diesem bekantnen Helm ist wenigstens einer der Lagervorrichtungen des
Visiers eine federvorgespannte Endlagensperre zugeordnet, die den Haltearm in jeder
Endlage kraftschlüssig verriegelt und bei manuellem Anstoßen der Schwenkbewegung des
Visiers aus der Parkposition heraus das Visier in Richtung zu der Betriebsposition
beschleunigt, bis die Lippe mit der Helmschale in Berührung ist.
[0003] Es ist zwar ein ähnlicher Helm aus dem Dokument
US 2011/0016595 A1 bekannt. Dieser bekannte Helm weist aber keinen vorstehenden vorderen Rand auf, auf
den sich das Visier auflegen könnte. Außerdem ist das Visier in der oberen Position
oder Parkposition zu weit von der Helmschale entfernt, so dass die Dichtung die Außenfläche
der Helmschale nicht berührt. Es ist zwar auch bei diesem bekannten Helm eine Feder
vorgesehen, diese Feder dient aber offenbar nicht auch zum Vorspannen von zwei Endlagen.
[0004] Ein ähnlicher Helm, der aus dem Dokument
EP 1 841 338 B1 bekannt ist, wird bevorzugt als ein Polizeihelm eingesetzt. Wenn das Visier dieses
Helms in die Parkposition hochgeklappt ist, besteht zwischen dem Visier und der Helmaußenseite
ein beträchtlicher Abstand. Ein solcher Helm hätte bei seinem Einsatz im Forstbereich
den Nachteil, dass sich zwischen Visier und Helm Äste einhaken könnten, die dem Benutzer
den Helm vom Kopf reißen.
[0005] Das gleiche Problem dürfte bei Schutzhelmen auftreten, wie sie aus den Dokumenten
DE 94 10 596 U1 und
DE 29 70 834 U1 bekannt sind, obgleich sie ausdrücklich für Wald- beziehungweise Forstarbeiter geeignet
sein sollen. Auch bei diesen bekannten Helmen ergibt sich in der Parkposition des
Visiers ein größerer Abstand zwischen dem Visier und der Außenfläche der Helmschale,
der ermöglicht, dass sich Äste an dem Helm verhaken können.
[0006] Ein noch größeres Problem dürfte bei einem Schutzhelm bei dessen Einsatz im Forstbereich
auftreten, der aus dem Dokument
DE 29 07 054 A1 bekannt ist. Hier nimmt das Visier eine Parkposition ein, in der es einen besonders
großen Abstand von einem schutzschirmartigen vorderen Rand des Helms und von der Außenseite
des Helms an einer in Bezug auf den Rand weiter oben gelegenen Stelle desselben aufweist,
so dass sich Äste nicht nur zwischen Visier und Außenseite der Helmschale verhaken
können, sondern auch an dem Visier selbst.
[0007] Zur Vermeidung solcher Probleme ist es bei einem Visier, das dem Visier der eingangs
genannten Art ähnelt, aus dem Dokument
DE 10 2010 027 015 A1 bekannt, jede Lagervorrichtung zur Anbringung innen an der Helmschale auszubilden,
wobei sich jeder Haltearm von dem Visier aus zu seinem an die Lagervorrichtung angeschlossenen
freien Ende hin im Wesentlichen parallel zu und mit derartigem Abstand von dem Visier
erstreckt, so dass zwischen Haltearm und Visier ein Schlitz gebildet ist, durch den
sich in der Parkposition die Helmschale erstreckt. Außerdem ist das Visier in der
Parkposition eng anliegend auf der Außenfläche der Helmschale angeordnet. Das Visier
wird durch die Haltearme so geführt, dass es in der Betriebsposition mit seinem oberen
Rand kaum Abstand von der Außenseite des Helms hat. Hindernissen bieten sich daher
an diesem Visier keine Einhakmöglichkeiten. Bei diesem bekannten Visier ist den Lagervorrichtungen
jeweils ein federvorgespanntes Sperrelement zugeordnet, durch das das Visier in der
Betriebsposition und in der Parkposition lösbar kraftschlüssig festgehalten wird.
Wenn das Visier von Hand in Bewegung gesetzt wird, bewirkt die Federvorspannung des
Sperrelements, das sich das Visier schließlich allein und mit zunehmender Beschleunigung
in die eine oder andere Endposition bewegt. Wenn dann das Visier oder ein Rahmen des
Visiers in der Endlage auf den Helm aufprallt, kann das Visier zurückprellen und in
einer Position zur Ruhe kommen, in der es sich nicht genau um die angestrebte Endlage
handelt. Ferner ist das Aufprallen auf die Helmschale in der Endlage stets mit einer
Geräuschbildung verbunden, die üblicherweise als lästig empfunden wird.
[0008] Aus der
DE 10 2009 012 450 A1 ist ein Helm mit einem Visier bekannt, wobei das Visier mit einer Dichtlippe ausgestattet
ist, die in der Betriebsposition des Visiers an der Helmschale anliegt.
[0009] Die
DE 36 07 483 A1 beschreibt einen Schutzhelm mit einem Klappteil und einem an dem Klappteil befestigtem
Visier. Das Klappteil wirkt in der Betriebsposition mit dem Helm abdichtend zusammen.
Das Visier wirkt in der Betriebsposition mit dem Klappteil abdichtend zusammen.
[0010] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Visier der eingangs genannten Art so auszubilden,
dass es seine beiden Endlagen sicher und im Wesentlichen geräuschlos einnehmen kann.
[0011] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Lippe weiter an dem Visier
so ausgebildet und angeordnet ist, dass sie in der Parkposition an der Außenfläche
der Helmschale in Anlage bringbar ist, und dass das Visier bei manuellem Anstoßen
der Schwenkbewegung des Visiers aus der Betriebsposition heraus in Richtung zu der
Parkposition beschleunigt, bis die Lippe im Wesentlichen ohne Rückprall an der Außenfläche
der Helmschale in Anlage ist.
[0012] Wenn bei dem erfindungsgemäßen Visier dessen weiche, elastische Lippe in der der
Parkposition entsprechenden Endlage auf die Außenseite der Helmschale auftrifft, dämpft
die Lippe des Visiers den Bewegungsimpuls, so dass ein Rückprallen im Wesentlichen
verhindert und das bei Auftreffen auf die Helmschale entstehende Geräusch wesentlich
gedämpft wird. Die gleiche Wirkung entfaltet die Lippe des erfindungsgemäßen Visiers,
wenn dieses in der der Betriebsposition entsprechenden Endlage von oben her auf den
vorstehenden vorderen Rand der Helmschale auftrifft, wobei die Dichtlippe in dieser
Position noch zusätzlich eine Abdichtung zwischen Visier und Helmschale bewirkt, so
dass Regentropfen, die an der Außenseite der Helmschale herunterlaufen, über das Visier
zur Seite nach außen ablaufen, also nicht in das Gesichtsfeld der den Helm tragenden
Person geraten. Die gleiche Dichtwirkung entfaltet die Lippe des Visiers in der der
Parkposition entsprechenden Endlage. In der Parkposition bildet im Übrigen eine Sichtscheibe
oder ein Gitternetz in dem Rahmen des Visiers einen Regenschutz, der Regentropfen
nicht unmittelbar in das Gesichtsfeld gelangen lässt.
[0013] Die Lippe des Visiers nach der Erfindung ist eine weiche Komponente, im Gegensatz
zu der harten Komponente, die durch die Sichtscheibe oder den Rahmen des Visiers gebildet
wird. Die weiche Komponente ist elastisch ist und verhindert ein Zurückprallen der
harten Komponente aus der angestrebten Endlage. Bei einem Schutzhelm, bei dem das
Visier auf Grund einer in der Lagervorrichtung erzeugten Federvorspannung frei aus
der einen in die andere Endlage schwingt, sobald diese Bewegung von Hand eingeleitet
worden ist, federt die weiche Lippe den Schließimpuls ab. Das ist insbesondere für
ein Visier bei einem Schutzhelm bedeutsam, wo das Visier in beiden Endlagen und in
dem Bereich zwischen den beiden Endlagen stets einen minimalen Abstand von der Außenseite
der Helmschale aufweist.
[0014] Die Lippe ist an dem Visier so ausgebildet und angeordnet, dass sie in der Betriebsposition
des Visiers auf einen vorstehenden vorderen Rand der Helmschale auflegbar ist. Das
gewährleistet nicht nur eine gute Dämpfung während des Einnehmens der der Betriebsposition
entsprechenden Endlage, sondern auch eine besonders gute Abdichtung zwischen dem Visier
und der Helmschale in dieser Endlage. Weil erfindungsgemäß die Lippe weiter an dem
Visier so ausgebildet und angeordnet ist, dass sie in der Parkposition an der Außenfläche
der Helmschale in Anlage bringbar ist, wird durch diese enge Anlage sowohl die Dämpfungs-
als auch die Dichtfunktion der Lippe unterstützt und gewährleistet, dass das Visier
jede der beiden angestrebten Endlagen nicht nur einnimmt, sondern dann auch beibehält.
[0015] Weiter ist bei dem Visier nach der Erfindung wenigstens einer seiner Lagervorrichtungen
eine federvorgespannte Endlagensperre zugeordnet, die den Tragarm in jeder Endlage
kraftschlüssig verriegelt und bei manuellem Anstoßen der Schwenkbewegung des Visiers
aus einer Endlage heraus das Visier in Richtung zu der anderen Endlage beschleunigt,
bis die Lippe im Wesentlichen ohne Rückprall mit der Helmschale in Berührung ist.
Diese an sich bekannte Endlagensperre und das an sich bekannte Beschleunigen durch
die Endlagensperre bei der Schwenkbewegung zwischen den beiden Endlagen werden erfindungsgemäß
durch die Dämpfungs- und Dichtfunktion der Lippe ergänzt, die das Einnehmen und Beibehalten
jeder Endlage erleichtert.
[0016] Vorteilhafte Ausgestaltungen des Visiers nach der Erfindung bilden die Gegenstände
der abhängigen Ansprüche.
[0017] In einer Ausgestaltung des Visiers nach der Erfindung ist die Lippe aus einem weichen,
elastischen Material hergestellt, das sowohl stoßdämpfend als auch dichtend ist, wobei
in weiterer Ausgestaltung das Material der Lippe vorteilhaft unter Gummi, TPE, TPU,
Silikonkautschuk, PVC oder dergleichen auswählbar ist. Die Wahl eines geeigneten Materials
für die Lippe ermöglicht somit, deren Dämpfungs- und Dichtfunktion zu beeinflussen.
[0018] In einer weiteren Ausgestaltung des Visiers nach der Erfindung ist die Lippe an dem
Visier oder an einem Rahmen des Visiers kraftschlüssig befestigt. Dazu kann die Lippe
ein geeignetes Profil aufweisen, zum Beispiel im Wesentlichen ein U-Profil, mit dem
sie sich auf einen entsprechenden Steg des Visiers oder eines Rahmens des Visiers
einfach aufstecken lässt.
[0019] In einer weiteren Ausgestaltung des Visiers nach der Erfindung ist die Lippe an dem
Visier oder an einem Rahmen des Visiers form- und/oder stoffschlüssig befestigt. Die
formschlüssige Verbindung lässt sich zum Beispiel realisieren, indem die Dichtlippe
an ihren freien Längsrändern mit Wülsten versehen wird, die in eine entsprechende
Nut an dem Visier oder an dem Visierrahmen einfassen ähnlich wie ein Wulstreifen in
eine Wulstfelge. Alternativ oder zusätzlich lässt sich eine stoffschlüssige Verbindung
erzielen, indem die Lippe bei der Herstellung ihrer Verbindung mit dem Visier oder
einem Visierrahmen, was üblicherweise während eines Spritzvorganges erfolgt, mit dem
Material des Visiers oder des Visierrahmens verschweißt oder verschmolzen wird.
[0020] In einer weiteren Ausgestaltung des Visiers nach der Erfindung ist dieses mit einem
Schutzhelm kombiniert. Es kann sich zwar um einen Schutzhelm handeln, bei dem das
Visier von Hand in die eine oder andere Endlage bewegt wird, besonders vorteilhaft
wirkt sich aber in der erfindungsgemäßen Kombination das erfindungsgemäße Visier aus,
wenn es unter Federvorspannung zwischen seinen Endlagen bewegt wird, weil es in der
Lage ist, bei dem Erreichen des Endes der Schwenkbewegung ein Zurückprellen durch
Dämpfung des Bewegungsimpulses zu verhindern, gleichzeitig eine Geräuschbildung zu
dämpfen und zusätzlich eine Dichtfunktion zu erfüllen.
[0021] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- in einer Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Visier an einem Schutzhelm, insbesondere
für Forstarbeiter, wobei das Visier hochgeklappt in einer Parkposition gezeigt ist,
- Figur 2
- den Schutzhelm in einer gleichen Seitenansicht wie in Figur 1, wobei das Visier heruntergeklappt
in einer Betriebsposition gezeigt ist und der Schutzhelm zusätzlich einen in Figur
1 nicht dargestellten Gehörschutz trägt,
- Figur 3
- eine Draufsicht auf die vordere Hälfte des Schutzhelms nach Figur 2,
- Figur 4
- als eine Einzelheit in einer Schnittansicht das Visier und einen vorderen Teil des
Schutzhelms,
- Figur 5
- in größerem Maßstab einen Teil der Einzelheit nach Figur 4 und
- Figur 6
- als eine Einzelheit ein Traggelenk, welches einen Tragarm des Visiers und eine Lagervorrichtung
miteinander verbindet, wobei das Visier heruntergeklappt in einer Endlage gezeigt
ist, die der Betriebsposition entspricht.
[0022] Ein insgesamt mit 10 bezeichneter Schutzhelm ist in einer Ausführungsform, die insbesondere
für den Einsatz im Forstwesen bestimmt ist, in den Zeichnungen dargestellt. Der Schutzhelm
10 umfasst einen insgesamt mit 110 bezeichneten Gesichtsschutz mit einem Visier 12
nach der Erfindung, das in Figur 1 hochgeklappt in einer Endlage, die einer Parkposition
entspricht, und in Figur 2 heruntergeklappt in einer anderen Endlage, die einer Betriebsposition
entspricht, gezeigt ist. Lagervorrichtungen 40 des Gesichtsschutzes 110 sind auf beiden
Seiten des Helms 10 spiegelbildlich gleich ausgebildet. Deshalb wird in der folgenden
Beschreibung nicht zwischen rechten und linken Lagervorrichtungen, Traggelenken, Haltearmen
und so weiter unterschieden.
[0023] Das Visier 12 des Gesichtsschutzes 110 umfasst auf jeder Seite des Helms 10 einen
Haltearm 14 sowie die Lagervorrichtung 40, die als ein Stecker ausgebildet ist und
an der ein Teil eines Traggelenks 16 angeformt ist. Die Lagervorrichtung 40 jedes
Haltearms 14 ist an der Innenseite einer Helmschale 18 befestigbar. Jede Lagervorrichtung
40 ist als ein Teil einer zweiteiligen Steckkupplung ausgebildet, der auf den innen
an der Helmschale 18 angebrachten anderen Teil der Steckkupplung aufsteckbar ist.
Dieser andere Teil der Steckkupplung ist in den Figur 1 und 2 nicht dargestellt. Er
besteht aus mehreren an der Innenseite der Helmschale 18 angeformten stabartigen Vorsprüngen.
Die Lagervorrichtung 40 wird auf die stabartigen Vorsprünge aufgesteckt, wodurch das
Traggelenk 16 des Visiers 12 in jedem Schläfenbereich an der Innenseite der Helmschale
18 zu liegen kommt. In den Figuren 1 und 2 ist die Lagervorrichtung 40 befestigt innen
an der Helmschale 18 zu erkennen.
[0024] Der Haltearm 14 ist an einem Ende an der Rückseite eines Rahmens 22 des Visiers 12
angeformt. An dem freien Ende des Haltearms 14 ist das Traggelenk 16 ausgebildet.
Folgender Aufbau der Lagervorrichtung 40 und des Traggelenks 16 ist aus dem eingangs
erwähnten Dokument
DE 10 2010 027 015 A1 bekannt. Jede Lagervorrichtung 40 enthält ein federvorgespanntes Sperrelement, das
ebenfalls aus dem vorgenannten Dokument bekannt ist und nicht näher beschrieben zu
werden braucht. Das Sperrelement ist bei dem Hoch- und Herunterklappen des Visiers
12 mitnehmbar, um das Visier 12 in seiner einen oder anderen Endlage lösbar kraftschlüssig
zu halten.
[0025] Wenigstens eine der Lagervorrichtungen 40 des Visiers 12 ist mit einer federvorgespannten
Endlagensperre versehen, die den Haltearm 14 in jeder Endlage kraftschlüssig verriegelt
und bei manuellem Anstoßen der Schwenkbewegung des Visiers 12 aus einer Endlage heraus
das Visier 12 in Richtung zu der anderen Endlage vorspannt. Das wird am Beispiel einer
Lagervorrichtung 40 näher beschrieben, wie in Figur 6 gezeigt und aus dem eingangs
bereits erwähnten Dokument
DE 10 2010 027 015 A1 bekannt ist.
[0026] An dem freien Ende des Haltearms 14 ist eine Ringlagerbuchse 42 ausgebildet. Jede
Lagervorrichtung 40 hat einen Lagerzapfen 44 zur Aufnahme der Ringlagerbuchse 42.
Jede Lagervorrichtung 40 ist als ein Stecker oder Teil einer bereits erwähnten Steckkupplung
ausgebildet, der auf den innen an der Helmschale 18 angebrachten anderen Teil der
Steckkupplung aufsteckbar ist. Der Lagerzapfen 44 jedes Steckkupplungsteils umfasst
axial vorstehende, elastisch biegsame Nocken 44', auf die die Ringlagerbuchse 42 aufschnappbar
ist.
[0027] Ein federvorgespanntes Sperrelement 50 bildet eine Endlagensperre, fasst in die Ringlagerbuchse
42 von außen ein und ist durch die Ringlagerbuchse 42 bei dem Hoch- und
[0028] Herunterklappen des Visiers 12 mitnehmbar, um das Visier 12 in seiner einen oder
anderen Position lösbar kraftschlüssig zu halten. Eine der beiden Stellungen des federvorgespannten
Sperrelements 50 ist in Figur 6 gezeigt, in der das Visier 12 in der Betriebsposition
ist. Das federvorgespannte Sperrelement 50 umfasst eine an einem Ende eines Stabes
52 drehbar gelagerte Rolle, wobei sich das andere Ende des Stabes 52 verschiebbar
durch ein Drehlager 55 erstreckt und wobei sich zwischen dem Drehlager 55 und einer
Schulter 56 an dem Stab 52 eine Druckfeder 58 abstützt zum Erzeugen der Federvorspannung.
Bei manuellem Anstoßen der Schwenkbewegung des Visiers 12 aus einer Endlage heraus
ist das Visier 12 in Richtung zu der anderen Endlage hin durch das eine Endlagensperre
bildende Sperrelement 50 vorgespannt.
[0029] Das Visier 12 ist wenigstens in einem Bereich, in dem es in den Endlagen mit der
Helmschale 18 in enge Nähe oder in Berührung bringbar ist, mit einer weichen, elastischen
Lippe 30 versehen.
[0030] Der Rahmen 22 des Visiers 12 umschließt den eigentlichen Gesichtsschutz, bei dem
es sich um eine Klarsichtscheibe oder um ein feinmaschiges Metallgitter 24 handelt,
wie es zum Beispiel aus dem Dokument
EP 1 182 943 B1 bekannt ist. Der Rahmen 22 besteht aus einem harten, steifen Kunststoff, könnte aber
stattdessen ohne weiteres aus Aluminium oder dergleichen bestehen. Das Visier 12 könnte
auch aus einer rahmenlosen Klarsichtscheibe mit Haltearmen bestehen oder aus einem
mit Haltearmen versehenen Rahmen, der eine Klarsichtscheibe oder ein Schutzgitter
umschließt und trägt.
[0031] Die Lippe 30 ist an dem Rahmen 22 des Visiers 12 so ausgebildet und angeordnet, dass
sie in der Betriebsposition nach den Figuren 2, 4 und 5 des Visiers 12 auf einen vorstehenden
vorderen Rand 19 der Helmschale 18 auflegbar und/oder an einen benachbarten Randbereich
20 der Außenfläche der Helmschale 18 anlegbar ist. Bei dem bekannten Helm nach dem
eingangs genannten Dokument
DE 10 2010 027 015 A1 kann der Rahmen zwar auch auf dem vorderen Rand der Helmschale aufliegen, dieser
vordere Rand entspricht jedoch einem in Figur 5 gezeigten Randbereich 20, denn die
Helmschale hat bei dem bekannten Schutzhelm keinen vorstehenden vorderen Rand wie
der vorstehende vordere Rand 19 der Helmschale 18 des hier gezeigten und beschriebenen
Schutzhelms 10.
[0032] Weiter ist die Lippe 30 an dem Visier 12 so ausgebildet und angeordnet, dass sie
in der Parkposition nach Figur 1 oben an der Außenfläche der Helmschale 18 in Anlage
bringbar oder in Anlage ist. Hier ist gezeigt, dass sie oben an der Außenfläche der
Helmschale 18 in Anlage ist.
[0033] Die Lippe 30 ist aus einem weichen elastischen Material hergestellt, das sowohl stoßdämpfend
als auch dichtend ist. Das Material der Lippe 30 ist unter Gummi, TPU (thermoplastischen
Polyurethanen), TPE (thermoplastischen Elastomeren) Silikonkautschuk, PVC und dergleichen
auswählbar. Bevorzugt besteht die Lippe 30 aus Gummi, TPU oder TPE.
[0034] Die Lippe 30 ist bei dem hier gezeigten und beschriebenen Ausführungsbeispiel an
dem Rahmen 22 des Visiers form- und stoffschlüssig befestigt. Sie könnte stattdessen
an dem Rahmen 22 auch lediglich kraftschlüssig befestigt sein. Zu diesem Zweck ist
der Rahmen 22 mit einem vorstehenden Steg 23 versehen, welcher in eine komplementäre
Nut einfasst, die in der Lippe 30 gebildet ist. Zusätzlich kann die Lippe 30 mit dem
Rahmen 22 verklebt oder verschweißt werden. Bevorzugt wird die Lippe 30 an dem Rahmen
22, mit welchem das Metallgitter 24 umspritzt wird oder umspritzt worden ist, angespritzt.
[0035] Durch die Kombination des Visiers 12 mit einem Schutzhelm wie dem Schutzhelm 10,
der vorn mit dem vorstehenden vorderen Rand 19 versehen ist, kann das Visier 12 seine
Wirkung entfalten und seine Dämpfungs- und Dichtfunktion erfüllen.
Bezugszeichenliste
[0036]
- 10
- Schutzhelm
- 12
- Visier
- 14
- Haltearm
- 16
- Traggelenk
- 18
- Helmschale
- 19
- vorderer Rand
- 20
- Randbereich
- 22
- Rahmen
- 23
- Steg
- 24
- Metallgitter
- 24'
- Klarsichtscheibe
- 30
- Lippe
- 40
- Lagervorrichtung
- 42
- Ringlagerbuchse
- 44
- Lagerzapfen
- 44'
- Nocken
- 50
- Sperrelement
- 52
- Stab
- 53
- federnder Finger
- 55
- Drehlager
- 58
- Druckfeder
- 60
- Traggelenk
- 110
- Gesichtsschutz
1. Visier für einen Schutzhelm (10), mit zwei Haltearmen (14) und mit zwei an einer Helmschale
(18) eines Helms (10) befestigbaren Lagervorrichtungen (40) für die Haltearme (14)
zum Verschwenken des Visiers (12) zwischen zwei Endlagen entsprechend einer Betriebsposition,
in der das Visier (12) heruntergeklappt ist und auf einem vorderen Rand der Helmschale
(18) aufliegt, und einer Parkposition, in der das Visier (12) hochgeklappt und an
der Außenfläche der Helmschale (18) angeordnet ist,
wobei das Visier (12) wenigstens in einem Bereich, in dem es in den Endlagen mit einer
Helmschale (18) in enge Nähe oder in Berührung bringbar ist, mit einer weichen Lippe
(30) versehen ist, die an dem Visier (12) so ausgebildet und angeordnet ist, dass
sie in der Betriebsposition des Visiers (12) auf einen vorstehenden vorderen Rand
(19) der Helmschale (18) auflegbar ist, und wobei wenigstens einer seiner Lagervorrichtungen
(40) eine federvorgespannte Endlagensperre zugeordnet ist, die den Haltearm (14) in
jeder Endlage kraftschlüssig verriegelt und bei manuellem Anstoßen der Schwenkbewegung
des Visiers (12) wenigstens aus der Parkposition heraus das Visier (12) in Richtung
zu der Betriebsposition beschleunigt, bis die Lippe (30) mit der Helmschale (18) in
Berührung ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Lippe (30) weiter an dem Visier (12) so ausgebildet und angeordnet ist, dass
sie in der Parkposition an der Außenfläche der Helmschale (18) in Anlage bringbar
ist, und dass das Visier bei manuellem Anstoßen der Schwenkbewegung des Visiers (12)
aus der Betriebsposition heraus in Richtung zu der Parkposition beschleunigt, bis
die Lippe (30) im Wesentlichen ohne Rückprall an der Außenfläche der Helmschale (18)
in Anlage ist.
2. Visier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lippe (30) aus einem weichen, elastischen Material hergestellt ist, das sowohl
stoßdämpfend als auch dichtend ist.
3. Visier nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Material der Lippe (30) unter Gummi, TPU, TPE, Silikonkautschuk, PVC und dergleichen
auswählbar ist.
4. Visier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lippe (30) an dem Visier (12) oder an einem Rahmen (22) des Visiers (12) kraftschlüssig
befestigt ist.
5. Visier nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Lippe (30) an dem Visier (12) oder an einem Rahmen (22) des Visiers (12) form-
und/oder stoffschlüssig befestigt ist.
6. Visier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Kombination desselben mit einem Schutzhelm (10), der zumindest vorn mit einem
vorstehenden Rand (19) versehen ist.
1. A visor for a protective helmet (10), comprising two retaining arms (14) and two bearing
devices (40) for the retaining arms (14), said bearing devices being attachable to
a helmet shell (18) of a helmet (10), for pivoting the visor (12) between two end
positions which correspond to an operating position, in which the visor (12) is folded
down and rests on a front edge of the helmet shell (18), and a parking position, in
which the visor (12) is folded up and disposed at the outer surface of the helmet
shell (18),
wherein the visor (12) is provided with a soft lip (30) at least in a region in which
the visor can be brought into close proximity or into touch with a helmet shell (18)
in the end positions and wherein the lip (30) is formed and disposed at the visor
(12) so that it can be placed onto a protruding front edge (19) of the helmet shell
(18) in the operating position of the visor (12), and wherein at least one of its
bearing devices (40) has a spring-biased end position lock associated with it which
locks the retaining arm (14) in each end position by frictional force and which accelerates
the visor (12) toward the operating position when the pivot motion of the visor (12)
out of the parking position is manually initiated until the lip (30) touches the helmet
shell (18), characterized in that the lip (30) is further formed and disposed at the visor (12) so that in the parking
position it can be brought to rest against the outer surface of the helmet shell (18),
wherein the visor accelerates when the pivot motion of the visor (12) out of the operating
position toward the parking position is manually initiated until the lip (30) touches
the outer surface of the helmet shell (18) substantially without a rebound.
2. The visor of claim 1, characterized in that the lip (30) is made of a soft resilient material which is shock absorbing as well
as sealing.
3. The visor of claim 2, characterized in that the material of the lip (30) is selectable among rubber, TPU, TPE, silicon rubber,
PVC, and the like.
4. The visor of one of the preceding claims, characterized in that the lip (30) is attached to the visor (12) or to a frame (22) of the visor (12) by
frictional force.
5. The visor of one of claims 1 to 4, characterized in that the lip (30) is attached to the visor (12) or to a frame (22) of the visor (12) by
form fit or by adhesion.
6. The visor of one of the preceding claims, characterized in that it is combined with a protective helmet (10) having a protruding edge (19) at least
in a front region.
1. Visière pour un casque de protection (10), avec deux bras de maintien (14) et avec
deux dispositifs de palier (40) pouvant être fixés à une coque de casque (18) d'un
casque (10) pour les bras de maintien (14) pour le pivotement de la visière (12) entre
deux positions terminales correspondant à une position d'utilisation, dans laquelle
la visière (12) est rabattue et s'applique sur un bord avant de la coque de casque
(18), et une position de rangement, dans laquelle la visière (12) est relevée et est
disposée sur la surface extérieure de la coque de casque (18),
dans laquelle la visière (12) est munie d'une lèvre souple (30) au moins dans une
région dans laquelle elle peut, dans les positions terminales, être amenée à proximité
immédiate ou au contact d'une coque de casque (18), lèvre qui est formée et disposée
sur la visière (12) de telle manière qu'elle puisse dans la position d'utilisation
de la visière (12) être appliquée sur un bord avant saillant (19) de la coque de casque
(18) et dans laquelle un blocage de position terminale précontraint par un ressort
est associé à au moins un des dispositifs de palier (40), lequel verrouille par serrage
le bras de maintien (14) dans chaque position terminale et lors d'un lancement manuel
du mouvement de pivotement de la visière (12) au moins à partir de la position de
rangement accélère la visière (12) en direction de la position d'utilisation, jusqu'à
ce que la lèvre (30) soit en contact avec la coque de casque (18),
caractérisée en ce que la lèvre (30) est en outre réalisée et disposée sur la visière (12) de telle manière
qu'elle puisse dans la position de rangement être appliquée sur la surface extérieure
de la coque de casque (18) et que la visière lors du lancement manuel du mouvement
de pivotement de la visière (12) de la position d'utilisation en direction de la position
de rangement accélère jusqu'à ce que la lèvre (30) soit appliquée essentiellement
sans rebond sur la surface extérieure de la coque de casque (18).
2. Visière selon la revendication 1, caractérisée en ce que la lèvre (30) est fabriquée en un matériau élastique souple, qui amortit les chocs
et qui est également étanche.
3. Visière selon la revendication 2, caractérisée en ce que le matériau de la lèvre (30) peut être choisi parmi le caoutchouc, le TPU, le TPE,
le caoutchouc silicone, le PVC et analogues.
4. Visière selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que la lèvre (30) est fixée par serrage sur la visière (12) ou sur une monture (22) de
la visière (12).
5. Visière selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que la lèvre (30) est fixée par emboîtement et/ou par liaison matérielle à la visière
(12) ou à une monture (22) de la visière (12).
6. Visière selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée par la combinaison de celle-ci avec un casque de protection (10), qui est doté d'au moins
un bord saillant (19).