[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Kollisionsvermeidung
bewegbarer Fahrzeugkomponenten während eines Stillstands des Fahrzeugs oder unmittelbar
nach einem Stillstand des Fahrzeugs. Insbesondere betrifft die Erfindung eine Vorrichtung
und ein Verfahren zur Verhütung einer Kollision einer Tür mit Objekten und Hindernissen
im Umfeld des zum Stillstand gekommenen Fahrzeugs.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, mit Umfeldsensoren das Umfeld eines Fahrzeugs,
insbesondere eines Kraftfahrzeugs, zu erfassen. Hierzu werden beispielsweise Sensoren
eingesetzt, welche nach einem Impulsechomessverfahren betrieben werden. Diese senden
einen Messpuls aus, welcher an Objekten in der Umgebung des Fahrzeugs reflektiert
wird. Der reflektierte Puls wird von einem Messsensor des Fahrzeugs gemessen und anhand
einer Laufzeit bei Kenntnis der Ausbreitungsgeschwindigkeit des ausgesandten bzw.
reflektierten Pulses einer Entfernung ermittelt. Nach diesem Messprinzip arbeiten
beispielsweise Ultraschallsensoren oder auch klassische Radarsensoren. Viele dieser
Sensortypen strahlen jedoch den Sendeimpuls in einem relativ breiten Raumwinkelbereich
ab und/oder empfangen reflektierte Pulse aus einem großen Raumwinkelbereich. Daher
ist eine genaue Lokalisierung des Objekts relativ zu dem Fahrzeug nicht möglich. Anhand
einer Einzelmessung kann nur die Aussage getroffen werden, dass sich ein Objekt auf
einem Kreissektorelement oder einem Element einer Ellipse, sofern der Sender und der
Empfänger des Sensors voneinander beabstandet sind, befindet. Über eine sogenannte
Messdatenfusion, welche Messergebnisse von unterschiedlichen nacheinander und/oder
mit unterschiedlichen Sensoren erfasste Messergebnisse fusioniert, lässt sich eine
Lokalisierung der Objekte relativ zu dem Fahrzeug deutlich verbessern. Üblich ist
es, anhand einer Vielzahl von Messungen Positionen von Objekten im Umfeld des Fahrzeugs
zu ermitteln und in einer sogenannten Umfeldkarte zu erfassen. Hierzu wird das Umfeld
des Fahrzeugs in Bereiche oder Zellen unterteilt. Bereichen oder Zellen der Umfeldkarte
werden Wahrscheinlichkeitsangaben zugeordnet, welche ein Maß dafür ist, dass sich
ein Objekt an einem Ort im Umfeld des Fahrzeugs befindet, der mit dem entsprechenden
Bereich oder der Zelle der Umfeldkarte des Fahrzeugs korrespondiert.
[0003] Diese Verfahren und Techniken sind dem Stand der Technik wohlbekannt und daher hier
nicht näher erläutert. Üblich ist es beispielsweise, mittels Ultraschallsensoren,
welche einem Einparkassistenzsystem zugeordnet sind, eine Annäherung an Hindernisse
beim Einparken zu erkennen, und die Annäherung über das Parkassistenzsystem zu signalisieren.
Häufig wird auch eine Umfeldkarte des Fahrzeugs beim Einparken in eine Parklücke,
beispielsweise eine Parkbox, erfasst. Hierbei können während des Einparkvorgangs mittels
an der Front oder dem Heck des Fahrzeugs angeordneten Sensoren die seitlichen Konturen
in benachbarten Parkboxen abgestellter Fahrzeuge vermessen und in der Umfeldkarte
eingetragen werden. Zu dem Zeitpunkt, zu dem das Fahrzeug in der als Parkbox ausgebildeten
Parklücke zum Stillstand kommt, existiert somit eine zuverlässige Umfeldkarte des
Fahrzeugs. Diese enthält in der Regel auch Angaben über Bereiche im Umfeld des Fahrzeugs,
welche von dem oder den Messsensoren, welche zur Erfassung der Umfeldkarte verwendet
wurden, nicht aktuell erfasst werden können. Im Bereich des vorderen Stoßfängers angeordnete
Ultraschallsensoren können beispielsweise Hindernisse, welche sich in einem seitlichen
Abstand zu einer Fahrer- oder Beifahrertür eines Kraftfahrzeugs befinden, im abgestellten,
geparkten Zustand nicht erfassen.
[0004] Um einen Fahrer oder Beifahrer ein Aussteigen aus dem Fahrzeug zu ermöglichen, ohne
dass dieser beim Öffnen der Tür eine Kollision mit einem Hindernis, beispielsweise
einem benachbart abgestelltem Fahrzeug, zu verursacht, ist beispielsweise eine Warnung
vor einem solchen Hindernis wünschenswert. Die zuvor erfassten Informationen über
das Umfeld sind hierfür notwendig und hilfreich. Dasselbe trifft für automatisch oder
von innen öffenbare Heckklappen und/oder Kofferraumdeckel etc. zu.
[0005] Aus der
US 7,209221 B ist ein Verfahren zum Ermitteln von Fahrzeugen in einem toten Winkel bekannt, welches
unterschiedliche Messverfahren zur Umfelderfassung beschreibt.
[0006] Aus der
DE 10 2008 040 041 A1 ist ein Verfahren zum Ermitteln eines Abstands zwischen einem ersten Fahrzeug und
einem Objekt vorgeschlagen. Das Verfahren weist einen Schritt des Bereitstellens eines
Sendesignals des ersten Fahrzeugs zu einem ersten Zeitpunkt an einer Schnittstelle
auf, wobei das Sendesignal eine Signalsequenz und eine Kennung des ersten Fahrzeugs
aufweist. Ferner weist das Verfahren einen Schritt des Empfangens eines Antwortsignals
von einem Objekt zu einem Zeitpunkt über die Schnittstelle auf. Zudem weist das Verfahren
einen Schritt des Ermitteins eines Abstands zwischen dem ersten Fahrzeug und dem Objekt
aus dem ersten und dem zweiten Zeitpunkt sowie einer Verzögerungszeit auf, wobei die
Verzögerungszeit eine Zeitdauer zwischen dem Empfangen des Sendesignals und einem
Senden des Antwortsignals durch das Objekt definiert. In dem Antwortsignal kann zusätzlich
Information zum Objekt des ersten Fahrzeugs übertragen werden. Ein solches System
setzt ein aktives Zusammenwirken der Fahrzeuge voraus und kann nicht auf passive Gegenstände
und Objekte, wie beispielsweise Bäume oder Pfeiler oder ähnliches angewendet werden.
In der
DE 10 2008 040 041 A1 sind darüber hinaus kapazitive Abstandssensoren vorgeschlagen, um eine seitliche
Annäherung eines Objekts erfassen zu können.
[0007] Aus der
DE 10 2008 036 009 A1 sind ein Verfahren zum Kollisionsschutz eines Kraftfahrzeugs und ein Parkhausassistent
bekannt. Dort ist ein Verfahren zum Schutz eines Fahrzeugs vor einer Kollision im
Park- und Rangierbereich beschrieben, wobei das Fahrzeug eine Umfeldsensorik zur Detektion
von Objekten im Umfeld des Fahrzeugs aufweist, und das Verfahren folgende Schritte
aufweist:
Erfassen der Sensorinformationen der Umfeldsensorik des Fahrzeugs, Erstellen einer
Umfeldkarte aus den Sensorinformationen der Umfeldsensorik, Bestimmen der Fahrzeugeigenbewegung,
und Bestimmen der Kollisionswahrscheinlichkeit des Fahrzeugs mit in der Umgebung des
Fahrzeugs befindlichen Umfeldobjekten aus der in der Umfeldkarte abgebildeten Umfeldobjekten
unter Berücksichtigung der Fahrzeugeigenbewegung. Ferner ist beschrieben, anhand der
Umfeldkarte auch bei stehendem Fahrzeug zu prüfen, ob eine Tür beim Öffnen mit einem
Umfeldobjekt gemäß der Informationen der Umfeldkarte kollidieren würde. Insbesondere
kann auf diese Weise ein maximal zulässiger Türöffnungswinkel für eine kollisionsfreie
Öffnung der Tür ermittelt werden. Nicht berücksichtigt werden jedoch Situationen,
in denen sich das Umfeld unmittelbar nachdem das Fahrzeug zum Stillstand gekommen
ist, durch eine Eigenbewegung der Objekte verändert. Lässt ein Fahrzeugführer oder
auch ein Beifahrer nach dem Einparken und zum Stillstandkommen des Fahrzeugs eine
gewisse Zeit verstreichen, bevor er mit einer Türöffnung beginnt, so kann in dieser
Zwischenzeit in der benachbarten Parkbox, welche zuvor frei war, ein Fahrzeug eingeparkt
sein. Ebenso ist es möglich, dass in dieser Zeitspanne ein Fahrzeug ausgeparkt ist
und durch ein anderes Fahrzeug, welches dann in einer anderen Position als das zuvor
in der Parklücke befindliche Fahrzeug abgestellt wird, welches während des Einparkvorgangs
durch eine Abstandssensorik vermessen wurde. Somit ist die Umfeldkarte zu dem Zeitpunkt
nicht mehr aktuell, zu dem der eigentliche Ausstiegsvorgang und das Öffnen der Fahrzeugtür
erfolgen. Daher können aus der Umfeldkarte abgeleitete Informationen, beispielsweise
ein maximaler Türöffnungswinkel für eine kollisionsfreie Türöffnung falsch ermittelt
werden, sodass es zu unbeabsichtigten Kollisionen ohne eine vorausgehende Warnung
des Fahrers oder Beifahrers kommt.
[0008] Der Erfindung liegt somit die technische Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren
und verbesserte Vorrichtung für eine Kollisionsvermeidung zu schaffen.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 sowie ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 5 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0010] Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, die Umfeldkarte nach dem zum Stillstandkommen
des Fahrzeugs für ein Gebiet zu validieren, indem sich Bereiche der Umfeldkarte befinden,
welche durch jene Umfeldsensoren, welche hier als erste Umfeldsensoren bezeichnet
werden, nicht erfassbar sind, die die ursprüngliche Erfassung der Umfeldkarte genutzt
sind. Verfügt ein Fahrzeug beispielsweise über Ultraschallsensoren im Bereich eines
vorderen und eines hinteren Stoßfängers, so können die Konturen von Fahrzeugen, welche
in benachbarten Parkboxen abgestellt sind, während des Einparkvorgangs durch die Ultraschallmesssensoren
im vorderen oder hinteren Stoßfänger erfasst werden und korrekt in der Umfeldkarte
abgebildet werden. Zu dem Zeitpunkt, an dem das Fahrzeug zum Stillstand kommt, existieren
jedoch einige Bereiche, welche in einem Schwenkbereich beispielsweise von Fahrzeugtüren
liegen, die nicht durch die an den vorderen oder hinteren Stoßfängern angeordneten
Ultraschallsensoren erfasst und auf ein Vorhandensein von Hindernissen und Objekten
untersucht werden können. Allgemein können einzelne Abstandssensoren wie nach dem
Impuls-Echo-Verfahren arbeitende Ultraschallsensoren auch im Zusammenwirken eine Kontur
benachbarter Objekte nur unzureichend bestimmen. Ein Kontur kann nur aufgrund der
Eigenbewegung des Fahrzeugs und der damit einhergehenden großen Anzahl an Erfassungspositionen
für Abstände im ortsfesten Bezugssystem präzise erfasst werden. Für ein Gebiet, welches
mindestens einen dieser Bereiche umfasst, dessen Objektfreiheit für eine kollisionsfreie
Bewegung einer Fahrzeugkomponente wichtig ist, wird nun mit einem zweiten Sensor oder
mehreren zweiten Sensoren überwacht, ob es in diesem Gebiet eine Bewegung von Objekten
relativ zu dem im Stillstand befindlichen Fahrzeug gibt. Ist dies der Fall, so wird
die Umfeldkarte entsprechend modifiziert, beispielsweise die Bereiche des so vermessenen
Gebiets als nicht mehr aktuell und nicht mehr zuverlässig oder als ungültig gekennzeichnet.
Diese Information kann verwendet werden, um eine Steuer- oder Warninformation für
ein kollisionsfreies Türöffnen entsprechend anzupassen.
[0011] Insbesondere wird dort eine Vorrichtung für ein Fahrzeug zur Kollisionsvermeidung,
besonders zur Kollisionsvermeidung einer Fahrzeugtür mit einem Objekt des Umfelds
beim Öffnen, vorgeschlagen, welche umfasst: einen oder mehrere erste Umfeldsensoren,
deren Messdaten eine Information über einen Abstand von Objekten im Umfeld des Fahrzeugs
liefern, und eine Auswerte- und Fusionseinrichtung, die anhand der Messdaten des einen
oder der mehreren ersten Umfeldsensoren eine Umfeldkarte des Fahrzeugs ermittelt,
anhand welcher für einzelne Bereiche in dem Umfeld des Fahrzeugs jeweils eine Wahrscheinlichkeitsangabe
für eine Existenz eines Objekts in diesem einzelnen Bereich ableitbar ist, sowie eine
Prädiktionseinrichtung, welche ausgebildet ist, Steuer- und/oder Warninformationen
für eine kollisionsfreie prädizierte Bewegung der Fahrzeugkomponente zu ermitteln
und bereitzustellen, wobei die Kollisionsfreiheit der prädizierten Bewegung von der
Existenzwahrscheinlichkeit eines Objekts in mindestens einem ausgezeichneten Bereich
abhängig ist, wobei mindestens ein zweiter Umfeldsensor mit der Auswerte- und Fusionseinrichtung
gekoppelt ist, welche ausgebildet ist, nach einem zum Stillstandkommen des Fahrzeugs
eine Bewegung eines Objekts relativ zu dem Fahrzeug zumindest in einem Gebiet des
Umfelds des Fahrzeugs zu erfassen, welches den mindestens einen ausgezeichneten Bereich
umfasst und die Auswerte- und Fusionseinrichtung ausgebildet ist, die Umfeldkarte
bei einer erkannten Bewegung eines Objekts relativ zu dem Fahrzeug in dem einen Gebiet
so zu verändern, dass zumindest die aus der Umfeldkarte für den mindestens einen ausgezeichneten
Bereich ableitbare Wahrscheinlichkeitsangabe verändert wird. Auch eine Kennzeichnung
der Umfeldkarte oder von Bereichen der Umfeldkarte als ungültig stellt eine solche
Veränderung dar. Eine solche Vorrichtung ist in der Lage, mit dem mindestens einen
zweiten Umfeldsensor die Umfeldkarte für ein großes Gebiet zu plausibilisieren und
im Falle einer erkannten Bewegung in dem überwachten Gebiet eine Information bereitzustellen,
die anzeigt, dass die Angaben der Umfeldkarte nicht mehr zuverlässig sind. Die Steuer-
und Warninformationen, welche entweder zum Steuern, aktiven Begrenzen einer Türöffnung
oder nur zum Ausgeben eines Warnsignals in Verbindung mit einer erkannten Öffnung
um einen entsprechenden Öffnungswinkel verwendet werden können, können somit adäquat
an die aktuelle Situation angepasst werden. Fern liegt der mindestens eine ausgezeichnete
Bereich in der Regel nicht im aktuellen Messbereich des einen oder der mehreren ersten
Umfeldsensoren. Insbesondere wenn diese zusätzliche Bedingung in Bezug auf den mindestens
einen ausgezeichneten Bereich erfüllt ist, ist eine Plausibilisierung der Wahrscheinlichkeitsangaben
für diesen mindestens einen ausgezeichneten Bereich mit den ersten Umfeldsensoren
nicht möglich.
[0012] Ein entsprechendes Verfahren zur Kollisionsvermeidung von Komponenten eines Fahrzeugs
umfasst die Schritte: Erfassen von Umfelddaten mithilfe erster Umfeldsensoren während
des Fahrbetriebs des Fahrzeugs, Erstellen einer Umfeldkarte durch Messdatenfusion,
anhand welcher für einzelne Bereiche in dem Umfeld des Fahrzeugs jeweils eine Wahrscheinlichkeitsangabe
für eine Existenz eines Objekts in diesem einzelnen Bereich ableitbar ist, Prädizieren
einer kollisionsfreien Bewegung des Fahrzeugs oder einer Fahrzeugkomponente anhand
der Umfeldkarte, wobei die Kollisionsfreiheit der prädizierten Bewegung von der Existenzwahrscheinlichkeit
eines Objekts in mindestens einem ausgezeichneten Bereich abhängig ist, und Bereitstellen
von Steuer- und/oder Warninformationen für die prädizierte kollisionsfreie Bewegung,
wobei mittels mindestens eines zweiten Umfeldsensors bei Stillstand des Fahrzeugs
gemessen wird, ob sich in einem Gebiet, das den mindestens einen ausgezeichneten Bereich
umfasst, ein Objekt relativ zu dem Fahrzeug bewegt, und wenn dieses der Fall ist,
die Umfeldkarte in dem einen Gebiet so verändert wird, dass zumindest die aus der
Umfeldkarte für den mindestens einen ausgezeichneten Bereich ableitbare Wahrscheinlichkeit
verändert wird. Dieses beeinflusst die Ableitung der Steuer- und Warninformationen,
die für die prädizierte kollisionsfreie Bewegung einer Fahrzeugkomponente über das
Fahrzeug selbst nach einem Stillstand oder während des Stillstands ermittelt werden.
Besonders vorteilhaft ist dieses Verfahren, wenn anhand der Umfeldkarte eine Wahrscheinlichkeitsangabe
für mindestens einen ausgezeichneten Bereich ableitbar ist, der nicht im aktuellen
Messbereich des einen oder der mehreren Umfeldsensoren liegt.
[0013] Besonders bevorzugt sind die ersten Umfeldsensoren Messsensoren, welche nach einem
Echo-Impulsmessverfahren arbeiten. Beispielsweise können dies Ultraschallsensoren
sein, welche beispielsweise in einem vorderen und/oder einem hinteren Stoßfänger des
Fahrzeugs verbaut sind und in einem Parkassistenzsystem beispielsweise zur Annäherungserkennung
an Objekte genutzt werden.
[0014] Bei dem mindestens einen zweiten Umfeldsensor handelt es sich vorzugsweise um einen
Dopplerradarsensor. Bei diesem wird eine Frequenzverschiebung zwischen dem ausgesandten
Radarsignal und dem empfangenen reflektieren Radarsignal ausgewertet, um unter Verwendung
des Dopplergesetzes eine mit der Frequenzverschiebung verknüpfte Relativgeschwindigkeit
abzuleiten. Mit einem solchen Sensor kann ein relativ großer Messbereich zuverlässig
auf Relativbewegungen von Objekten im Umfeld überwacht werden.
[0015] Im Gegensatz zu den meisten anderen in Fahrzeugen bekannten Assistenzsystemen ist
vorzugsweise vorgesehen, dass ein Erfassen des Umfelds mittels des mindestens einen
zweiten Umfeldsensors für eine vorgegebene Zeitspanne ausgeführt wird, nachdem das
Fahrzeug zum Stillstand gekommen ist und sich im Stillstand befindet, auch wenn die
Zündung des Fahrzeugs ausgeschaltet ist. Innerhalb dieser vorgegebenen Zeitspanne,
welche vorzugsweise einige Minuten, beispielsweise bis zu 5 Minuten oder 15 Minuten
betragen kann, wird das Umfeld des Fahrzeugs überwacht. Ein Fahrzeugnutzer, der nach
einem Erreichen eines Stillstands nicht unmittelbar aussteigt, beispielsweise gerade
deshalb, weil auch in einer benachbarten Parklücke oder Parkbox ein anderes Fahrzeug
ein- oder ausparkt, kann sich darauf verlassen, dass die Steuer- und/oder Warninformationen,
welche zur Vermeidung von Türkollisionen mit Objekten im Umfeld genutzt werden, korrekt
ermittelt sind und Inkonsistenzen in der Umfeldkarte, die zu einer Ableitung von falschen
oder unkorrekten Steuerungs- oder Warninformationen führen können, zuverlässig vermieden
werden.
[0016] Bei einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Messen des Umfelds mittels eines
zweiten Umfeldssensors eingestellt wird, wenn eine oder alle Fahrzeugkomponenten,
deren kollisionsfreie prädizierte Bewegung von der Existenzwahrscheinlichkeit eines
Objekts in dem mindestens einen ausgezeichneten Bereich oder einem weiteren ausgezeichneten
Bereich abhängig ist, wobei der weitere ausgezeichnete Bereich nicht im aktuellen
Messbereich des einen oder mehreren ersten Umfeldsensoren jedoch in dem Gebiet liegt,
in dem der mindestens eine zweite Umfeldsensor eine Bewegung eines Objekts erfasst,
geöffnet und erneut geschlossen ist. In diesem Fall wird davon ausgegangen, dass die
Person das Fahrzeug verlassen hat und ein erneuter Ausstiegsvorgang nicht zu erwarten
ist.
[0017] Um die aus der Umfeldkarte bekannten Informationen beim Öffnen der Tür plausibilisieren
zu können, ist bei einer Ausführungsform vorgesehen, den mindestens einen zweiten
Umfeldsensor an der beweglichen Fahrzeugkomponente anzuordnen, für welche eine Bewegung
prädiziert wird. Handelt es sich beispielsweise um eine Fahrzeugtür, so wird der mindestens
eine zweite Umfeldsensor, beispielsweise ein Dopplerradarsensor, an der Fahrzeugtür
angeordnet. Die Anordnung erfolgt so, dass diese vorzugsweise in einem Bereich der
Tür angeordnet ist, welche einen möglichst großen Abstand von der Schwenkachse der
Tür aufweist. Für den Fall, dass gemäß der Umfeldkarte keine Objekte seitlich neben
der Tür im Umfeld angeordnet sind, kann eine Plausibilisierung während der Türöffnung
dadurch erfolgen, dass auch beim Öffnen der Tür keine Relativbewegung des mindestens
einen zweiten Sensors, welcher an der Tür angebracht ist, erfasst wird. Ist jedoch
neben dem Fahrzeug ein Objekt vorhanden, so wird ein zweiter Umfeldsensor, der als
Dopplerradarsensor ausgebildet ist, aufgrund der Eigenbewegung der Fahrzeugkomponente
beim Öffnen, beispielsweise der aufgeschwenkten Tür, eine Relativbewegung zwischen
dieser aufgeschwenkten Tür und dem im Umfeld befindlichen ortsfesten Objekt erfassen.
[0018] Ein Dopplerradar liefert zunächst nur eine Geschwindigkeitsinformation. Wünschenswert
ist es jedoch auch eine Abstandsinformation zu ermitteln. Daher ist bei einer besonders
bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass zumindest während der Bewegung der Fahrzeugkomponente,
für die eine prädizierte kollisionsfreie Bewegung ermittelt wurde, das reflektierte
Radarsignal nur in Auswertezeitfenstern ausgewertet wird, welche kürzer als Sendezeitfenster
sind, während derer das Radarsignal ausgesendet wird. Die Lage und Länge des Auswertezeitfenster
relativ zu einem Beginn der Sendezeitfenster, d. h., zu einem Beginn der Radarsignalaussendung,
legt den Entfernungsbereich fest, in dem sich ein Objekt befinden kann, welches die
Reflexion des Radarsignals bewirkt hat. Hierbei ist nur das Einsetzen des reflektierten
Radarsignals von Bedeutung, da eine Aussendung des Radarsignals, d.h. eine Sendedauer
länger als jene Zeitspane ist, die ein Radarsignal für das Zurücklegen der für eine
Kollisionswarnung relevanten Wegstrecken benötigt. Entscheidend ist also, ob in einem
Auswerteintervall das Einsetzen eines Reflexionssignals ermittelbar ist. Da sehr kurze
Abstände von Interesse sind, wird ein Auswertezeitfenster möglichst nah an einem Anfang
des Sendezeitfensters festgelegt. Hierüber ist eine Objektfreiheit oder eine Objektexistenz
auch mit einem Doppler-Radar ermittelbar.
[0019] Um die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich einer Frequenzbreite des ausgesandten Radarsignals
einzuhalten, wird dieses wiederholt in Form eines CW-Signals ausgesandt. Eine Abtastfrequenz
des reflektierten Signals muss gemäß des Abtasttheorems so angepasst sein, dass eine
Frequenzverschiebung aufgrund des Dopplereffekts ermittelbar ist. Die Radaraussendung
wird, obwohl sie in wiederholten Schritten ausgeführt wird, als CW-Aussendung angesehen,
da eine Sendedauer wesentlich größer als eine Periodendauer der ausgesandten Schwingungen
ist.
[0020] Erfolgt eine Abtastung in einem nahe genug an dem Sendebeginn liegenden und zeitlich
begrenzten Erfassungszeitfenster, so kann aus dem Einsetzen des Reflexionssignals
auf einen Abstand des Objekts geschlossen werden, an dem die Reflektion stattgefunden
hat.
[0021] Bei einer anderen Ausführungsform wird eine Amplitude des reflektierten Radarsignals
ausgewertet, um hieraus einen Abstand abzuleiten. Je geringer die Amplitude ist, desto
größer ist der Abstand zu dem Objekt, an dem die Reflektion stattgefunden hat. Diese
Methode ist jedoch ungenauer, da in die Amplitude auch Eigenschaften des Objekts eingehen,
welche eine Reflexionsstärke beeinflussen.
[0022] Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf eine Zeichnung näher erläutert.
Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Fahrzeugs im Stillstand in einer Einparkumgebung
und
- Fig. 2a - 2d
- ein Fahrzeug im Stillstand in einer Parkplatzumgebung, wobei die unterschiedlichen
Figuren sich in zeitlicher Abfolge ergebende Umfeldsituation darstellen.
[0023] In Fig. 1 ist schematisch ein Fahrzeug 1 in einem Umfeld 2 auf einem Parkplatz dargestellt.
Das Fahrzeug 1 ist ein einer Parkbox 301 abgestellt, welche an einem vorderen Ende
302 durch eine Mauer 3 teilweise begrenzt ist. Die Mauer 3 stellt ein Objekt in dem
Umfeld 2 des Fahrzeugs 1 dar. Seitlich neben dem Fahrzeug 1 befindet sich zum Zeitpunkt
des Einparkens ein Nachbarfahrzeug A 4, welches in einer Nachbarparkbox 303 abgestellt
ist. Das Fahrzeug 1 umfasst ein Einparkassistenzsystem 10, welches erste Umfeldsensoren
11 umfasst, welche an einem vorderen Stoßfänger 12 und einem hinteren Stoßfänger 13
angeordnet sind. Zumindest einige der ersten Umfeldsensoren 11 sind so ausgebildet,
dass sie während des Einparkvorgangs auch Objekte, wie das Nachbarfahrzeug A 4 beim
seitlichen Vorbeifahren erfassen.
[0024] Die ersten Umfeldsensoren 11 sind vorzugsweise Messsensoren, welche nach einem Impuls-Echo-Messverfahren
arbeiten. Beispielsweise kann es sich um Ultraschallsensoren handeln. Diese senden
einen kurzen Ultraschallpuls aus und werten eine Zeit zwischen dem Aussenden des Ultraschallpulses
und einem Empfang eines reflektierten Ultraschallpulses aus. Hierdurch kann ein Abstand
zu einem Objekt 3, 4 im Umfeld 2 des Fahrzeugs 1 von dem entsprechendem ersten Umfeldsensor
11 ermittelt werden. Über eine Messdatensensorfusion vieler Messungen kann eine Umfeldkarte
30 erstellt werden. Dies wird durch eine Auswerte- und Fusionseinrichtung 22 eines
Steuergeräts 20 ausgeführt.
[0025] Dieses Steuergerät 20 wertet zusätzlich Informationen über die Eigenbewegung des
Fahrzeugs aus, um die zu unterschiedlichen Zeitpunkten und an unterschiedlichen Positionen
erfassten Messdaten in dem als ortsfest angenommenen Umfeld des Fahrzeugs miteinander
fusionieren zu können.
[0026] In Figur 1 ist schematisch die Umfeldkarte 30 dargestellt, welche das Fahrzeug 1
während des Einparkvorgangs von dem Umfeld 2 erfasst hat. Neben dem Eigenfahrzeug
31 sind die erfasst Mauer 32 sowie das Fremdfahrzeug A 33 als Konturen erkennbar.
Dem Fachmann ist aus dem Stand der Technik bekannt, wie anhand von Messdaten erster
Umfeldsensoren 11, welche nach einem Impuls-Echo-Messverfahren arbeiten, eine Umfeldkarte
abgeleitet werden kann. Diese ist vorzugsweise in einzelne Zellen oder Bereich unterteilt,
für die anhand der Messdaten Wahrscheinlichkeitsangaben für die einzelnen Bereiche
oder Zellen abgeleitet werden, die angeben, ob sich in dem Gebiet des Umfelds, welches
der Zelle oder dem Bereich der Umfeldkarte zugeordnet ist, ein Objekt befindet oder
das entsprechende Gebiet frei von Objekten ist. Hierbei sind für eine Kollisionsvermeidung
in der Regel nur die äußeren Konturen der Objekte 3, 4 in dem Umfeld 2 des Fahrzeugs
1 von Interesse.
[0027] Eine Kollisionsvermeidungsvorrichtung 40, welche zumindest teilweise mittels des
Steuergeräts 20 umgesetzt ist, umfasst zusätzlich eine Prädiktionseinrichtung 24,
welche anhand von Daten der Umfeldkarte 30 für eine Fahrzeugkomponente, beispielsweise
einer vorderen Fahrzeugtür 61 oder einer hinteren Fahrzeugtür 62, eine Bewegung prädizieren
kann. Die Prädiktionseinrichtung 24 ermittelt welche Bewegungen der Fahrzeugkomponenten,
hier der Türen 61, 62, möglich sind, ohne mit einem der Objekte 3, 4 im Umfeld 2 des
Fahrzeugs 1 zu kollidieren. Die Prädiktionseinrichtung 24 ermittelt hierbei beispielsweise
jene Bereich des Umfelds bzw. der zugehörigen Umfeldkarte, durch die sich die Fahrzeugkomponente
bei einer Bewegung bewegt. Geprüft wird anhand der Wahrscheinlichkeitsangaben der
Umfeldkarte, ob eine Kollision mit einem Objekt zu erwarten ist oder nicht.
[0028] In Figur 1 sind die Fahrzeugkomponenten, die vordere Tür 61 und die hintere Tür 62
jeweils in einer geöffneten Stellung dargestellt. Über Kreisbögen 63, 64 sind die
entsprechenden Schwenkradien angedeutet. Zu erkennen ist, dass unmittelbar nach dem
Einparken des Fahrzeugs 1 in die Parkbox 301 sowohl die vordere Fahrzeugtür 61 als
auch die hintere Fahrzeugtür 62 geöffnet werden können, ohne dass eine Kollisionsgefahr
mit dem Nachbarfahrzeug A 4 besteht. Verbleibt der Fahrer oder ein Beifahrer nach
dem unmittelbaren Einparkvorgang noch für eine gewisse Zeit im Fahrzeug, so kann sich
das Umfeld 2 des Fahrzeugs 1 ändern. Beispielsweise kann das Nachbarfahrzeug A 4 aus
der Nachbarparkbox 303 ausparken und ein weiteres Nachbarfahrzeug B 5 in dieselbe
Nachbarparkbox 303 einparken, jedoch in einer anderen Stellung zum Stehen kommen.
Ferner weist das weitere Nachbarfahrzeug B 5 andere Abmessungen und somit eine andere
äußere Kontur 7 als das ursprünglich in der Nachbarparkbox 303 befindliche Nachbarfahrzeug
A 4 auf. Gut zu erkennen ist, dass ein Aufschwenken der Türen 61, 62 nun zu einer
Kollision mit dem weiteren Nachbarfahrzeug B 5 führen würde.
[0029] Die Kollisionsvermeidungsvorrichtung, welche teilweise in dem Steuergerät 20 umgesetzt
ist, soll genau diese Situationen vermeiden helfen. Hierzu ist mindestens ein zweiter
Umfeldsensor, in der dargestellten Ausführungsform zwei weitere zweite Umfeldsensoren
51, 52, vorgesehen, welche an den Fahrzeugtüren 61, 62 möglichst nahe jenen Stellen
angeordnet sind, welche den maximalen Schwenkradius festlegen. Die zweiten Umfeldsensoren
51, 52 sind als Dopplerradarsensoren ausgebildet. Diese sind in der Lage jeweils ein
größeres Gebiet 110 seitlich neben dem Fahrzeug 1 hinsichtlich relativ zu dem Fahrzeug
bewegter Objekte zu überwachen. Dieses Gebiet 110 umfasst jeweils mindestens einen
ausgezeichneten Bereich 162, der zum einen wesentlich für eine kollisionsfreie Bewegungsmöglichkeit
der entsprechenden Fahrzeugkomponente, z. B. der vorderen Tür 61 oder hinteren Tür
62, ist und andererseits nicht im Messbereich der ersten Umfeldsensoren 11 im Stillstand
des Fahrzeugs 1 liegt. Schematisch sind zwei solcher ausgezeichneten Bereiche 161,
162 in Figur 1 angedeutet. Im geschlossenen Zustand der Türen 61, 62 überwachen die
zweiten Umfeldsensoren 51, 52 zeitgleich, abwechselnd jeweils das Gebiet 110, welches
zumindest ausgezeichneten Bereich 161, 162 mit umfasst, der für die kollisionsfreie
Bewegung der Fahrzeugkomponente notwendig ist, die dem zweiten Umfeldsensor 51, 52
zugeordnet ist. In der Regel kann ein zweiter Umfeldsensor 51, 52 das Gebiet 110 hinsichtlich
möglicher Bewegungen, die eine Umfeldkarte unplausibel machen, für mehrere bewegliche
Fahrzeugkomponenten übernehmen. Hierbei ist es möglich, dass einem zweiten Umfeldsensor
51, 52 mehrere bewegliche Fahrzeugkomponenten zur Plausibilität überwachender Umfeldkarte
zugeordnet sind und mehrere ausgezeichnete Bereiche 161, 162 mittels eines einzigen
zweiten Umfelderfassungssensors erfasst und überwacht werden.
[0030] Wird nach dem Einparken und zum Stillstandkommen des Fahrzeugs 1 mittels der zweiten
Umfeldsensoren 51, 52 oder nur einem dieser zweiten Umfeldsensoren 51, 52 eine Relativbewegung
eines Objekts, beispielsweise hier des ausparkenden Nachbarfahrzeugs A 4 erfasst,
werden die Angaben in der Umfeldkarte 30, die Objekte seitlich neben dem Fahrzeug
1, 31 betreffen, als ungültig markiert.
[0031] Während die Prädiktionseinrichtung 24 unmittelbar nach dem Einparken in die Parkbox
301 für ein Öffnen der vorderen Fahrzeugtür 61 und der hinteren Fahrzeugtür 62 jeweils
prädiziert, dass diese bis zu einem maximal möglichen Öffnungswinkel geöffnet werden
können und diese Information als Steuer- und/oder Warninformationen über eine Schnittstelle
26 bereitstellt, werden nach dem Erfassen der Fahrzeugbewegung und dem Ungültigerklären
eines Teils der Umfeldinformationen der Umfeldkarte 30 von der Prädiktionseinrichtung
24 veränderte Steuer- und/oder Warninformationen über die Schnittstelle 26 bereitgestellt.
[0032] Die Steuer- und/oder Warninformationen können beispielsweise einem weiteren Steuergerät
70 zugeleitet werden, welches Winkelmesssensoren 81, 82 überwacht. Das weitere Steuergerät
70 ermittelt so einen aktuellen Öffnungswinkel der vorderen Fahrzeugtür 61 über den
Winkelmesssensor 81 bzw. der hinteren Fahrzeugtür 62 über den Winkelmesssensor 82.
Werden die Fahrzeugtüren 61, 62 unmittelbar nach dem Einparken geöffnet, zu einem
Zeitpunkt an dem Umfeldkarte 30 noch vollständig gültig ist, wird in der dargestellten
Situation kein Warnsignal ausgegeben. Würde die Prädiktionseinheit hingegen ermittelt
haben, das nur ein begrenzter Türöffnungswinkelbereich für eine der beiden Fahrzeugtüren
61, 62 zur Verfügung steht, würde zumindest ab einem bestimmten Öffnungswinkel, welcher
kleiner als dieser ermittelte Öffnungswinkel ist, ein Warnsignal bei einer Ausgabeeinrichtung
100, welche beispielsweise als Lautsprecher ausgebildet ist, ausgegeben. Ebenso ist
es möglich, über ein Stellglied 91 oder 92, die den Fahrzeugtüren 61 und 62 entsprechend
zugeordnet sind, eine Türöffnung bis zu den ermittelten maximal zulässigen Winkel
für eine kollisionsfreie Öffnung auf Anforderung eines Fahrzeuginsassen bewirkt. Ebenso
können die Stellglieder so ausgebildet sein, dass sie eine Öffnung der Türen 61, 62
über den ermittelten maximalen Öffnungswinkel für eine kollisionsfreie Öffnung der
entsprechenden Fahrzeugtüren 61 ,62 verhindert.
[0033] Zu einem späteren Zeitpunkt, nach dem die Angaben in der Umfeldkarte 30 zumindest
in Teilbereichen für ungültig erklärt sind, kann beispielsweise beim Öffnen der Fahrzeugtür
unmittelbar ein Warnsignal über die Ausgabeeinrichtung ausgegeben werden, um den Fahrer
oder den Beifahrer darüber zu informieren, dass die Kollisionsvermeidungsvorrichtung
40 nicht in der Lage ist, den für eine kollisionsfreie Öffnung maximal zulässigen
Winkel zu ermitteln. Um auch in solchen Situationen den Fahrer bzw. Beifahrer zu unterstützten,
können die zweiten Umfeldsensoren 51, 52 auch so betrieben werden, dass sie während
der Öffnungsbewegung der Fahrzeugkomponenten, hier der Fahrzeugtüren 61, 62 eingesetzt
werden, um eine Annäherung an ein Objekt in dem Umfeld 2 zu erfassen. Sind die zweiten
Umfeldsensoren 51, 52 als Dopplerradarsensoren ausgebildet, so kann beispielsweise
nur ein sehr kurzes Zeitfenster nach einem Beginn der Aussendung des Radarsignals
auf empfangene reflektierte Radarsignale ausgewertet werden. Hierdurch ist es möglich,
nur einen bestimmten Abstandsbereich vor dem zweiten Umfeldsensor 51, 52 hinsichtlich
vorhandener Objekte bzw. einer Annäherung an Objekte auszuwerten. Ebenso ist es möglich,
nacheinander oder iterierend jeweils mehrere unterschiedliche Zeitfenster zu setzen
und auszuwerten, um jeweils für unterschiedliche Abstandsintervalle zu ermitteln,
ob eine Annäherung an ein in dem jeweiligen Abstandsintervall befindliches Objekt
erfasst ist. Wird ein Objekt beispielsweise in den kürzesten überwachten Abstandsintervall
ermittelt, so wird über die Prädiktionseinheit eine Steuer- und/oder Warninformation
bereitgestellt, welche die weitere Steuereinheit 70 dazu veranlasst über die Ausgabeeinrichtung
100 ein Warnsignal auszugeben oder eine Bewegung der vorderen Fahrzeugtür oder der
hinteren Fahrzeugtür über das entsprechend zugeordnete Stellglied 91 bzw. 92 zu begrenzen.
[0034] Eine weitere Möglichkeit eine Annäherung an ein Objekt während des Bewegens der vorderen
Fahrzeugtür bzw. der hinteren Fahrzeugtür über die Messsignale der entsprechend zugeordneten
zweiten Umfeldsensoren 51 bzw. 52 zu erfassen, besteht darin, eine Amplitude des erfassten
reflektierten Radarsignals bzw. des entsprechenden Dopplerradarsignals auszuwerten.
Je größer die Amplitude ist, desto dichter befindet sich das Objekt in dem Umfeld
2 des Fahrzeugs 1 an dem entsprechenden bewegten zweiten Umfeldsensor 51 bzw. 52.
[0035] Die beschriebene Vorrichtung 40 zur Kollisionsvermeidung umfasst mehrere Bestandteile,
welche wiederum Bestandteile anderer Ein- oder Vorrichtungen sein können. Die ersten
Umfelderfassungssensoren 11 und das Steuergerät 20 mit der Auswerte- und Fusionseinrichtung
22, sowie das weitere Steuergerät 70 und die Ausgabeeinrichtung 100, bilden zusammen
beispielsweise in vielen Fahrzeugen die Einpark-Assistenz-Vorrichtung 10. Neben diesen
Bestandteilen umfasst die hier beschriebene Ausführungsform der Vorrichtung zur Kollisionsvermeidung
40 die zweiten Umfeldsensoren 51,52 und die Prädiktionseinrichtung 24.
[0036] Die einzelnen Einrichtungen können in verschiedenen Steuergeräten, hier mit den Bezugszeichen
20 und 70 gekennzeichnet, oder einem Steuergerät ausgebildet sein. Insbesondere die
Auswerte- und Fusionseinrichtung 22 und die Prädiktionseinrichtung 24 können mit einer
oder mehreren spezialisierten elektronischen Schaltung, einer programmgesteuerten
Prozessoreinheit, die mit einem Speicher gekoppelt ist, oder einer Kombination aus
beiden umgesetzt sein. Zum Ablegen der Umfeldkarte ist in jedem Fall ein Speicher
vorgesehen. Dieser kann gemeinsam mit einem Arbeitsspeicher einer Prozessoreinheit
oder getrennt von einem solchen ausgebildet sein.
[0037] Anhand von Figuren 2a bis 2d soll für eine ähnliche Situation, wie sie oben bereits
im Zusammenhang mit Figur 1 beschrieben ist, noch einmal als zeitliche Abfolge grafisch
dargestellt werden. In Figur 2a ist das Fahrzeug 1, welches erste Umfeldsensoren 11
und zweite Umfeldsensoren 51, 52 umfasst, in einer eingeparkten Situation neben einem
Nachbarfahrzeug A 4 dargestellt. Während des Einparkvorgangs wird eine äußere Kontur
6 des Nachbarfahrzeugs A 4 vermessen.
[0038] In Figur 2b ist die Situation dargestellt, in der das Nachbarfahrzeug A 4 seine Parkposition
verlässt. Die äußere Kontur 6, in der sich das Fahrzeug ursprünglich befunden hat,
welche mittels der ersten Umfeldsensoren 11 vermessen ist, ist auch in Figur 2b dargestellt.
Die zweiten Umfeldsensoren 51, 52 oder einer der beiden zweiten Umfeldsensoren 51,
52, welche als Dopplerradarsensoren ausgebildet sind, erkennen bereits während des
Ausparkvorgangs des Nachbarfahrzeugs A 4 eine Bewegung im Umfeld 2, woraus folgt,
dass die ermittelte Kontur 6 des Nachbarfahrzeugs A 4 nicht mehr gültig ist.
[0039] In Figur 2c ist die Situation dargestellt, in der ein weiteres Nachbarfahrzeug B
5 neben dem Fahrzeug 1 einparkt. Dessen Kontur 7 ist unbekannt.
[0040] In Figur 2d ist die Situation dargestellt, in der der Fahrer die vordere Fahrzeugtür
61 öffnen möchte. Bei einer defensiv ausgelegten Variante lässt sich die Fahrzeugtür
61 bis zu einem Öffnungswinkel ohne ein Eingreifen der Kollisionsvermeidungseinrichtung,
d. h. ohne eine mechanische Begrenzung oder ohne ein Ausgeben eines Warnsignals öffnen,
der gemäß der ursprünglich ermittelten Fahrzeugkontur möglich gewesen sein sollte.
Eine weitere Öffnung ist selbst dann möglich, oder nicht ohne ein Lösen einer Sperre
möglich, auch wenn während des Schwenkvorgangs durch den zweiten Umfeldsensor 51 kein
Hindernis ermittelt ist, welches ein weiteres kollisionsfreies Aufschwenken behindern
würde. Bei einer anderen Ausgestaltung reagiert die Kollisionsvermeidungseinrichtung
gar nicht auf die veralteten Informationen der Umfeldkarte, sondern lässt eine Fahrzeugtüröffnung
zu, solange aufgrund des zweiten Umfeldsensors 51 keine Annäherung an ein Objekt 5
erkannt wird, welches eine kollisionsfreie Bewegung behindern könnte.
[0041] Es ergibt sich für den Fachmann, dass lediglich beispielhafte Ausführungsformen beschrieben
sind. Insbesondere kann die Kollisionsvermeidungseinrichtung nicht nur auf seitliche
Fahrzeugtüren, sondern insbesondere auch auf Heckklappen, Kofferraumdeckel, Ausstelldächer
oder ähnliches angewendet werden, wobei es vorteilhaft ist, wenn die ersten Umfeldsensoren
nicht nur Informationen in einer Ebene, sondern beispielsweise auch für eine Deckenhöhe
oder ähnliches erfassen.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 1
- Fahrzeug
- 2
- Umfeld
- 3
- Mauer (Objekt)
- 4
- Nachbarfahrzeug A
- 5
- Nachbarfahrzeug B
- 6
- Kontur des Nachbarfahrzeugs A
- 7
- Kontur des Nachbarfahrzeugs B
- 10
- Einpark-Assistenz-Vorrichtung
- 11
- erste Umfeldsensoren
- 12
- vorderer Stoßfänger
- 13
- hinterer Stoßfänger
- 20
- Steuergerät
- 22
- Auswerte- und Fusionseinrichtung
- 24
- Prädiktionseinrichtung
- 26
- Schnittstelle
- 30
- Umfeldkarte
- 31
- Eigenfahrzeug
- 32
- Mauer
- 33
- Fahrzeug A
- 40
- Kollisionsvermeidungsvorrichtung
- 51, 52
- zweite Umfeldsensoren
- 61
- vordere Fahrzeugtür
- 62
- hintere Fahrzeugtür
- 63
- Kreisbögen (Schwenkradius)
- 64
- Kreisbogen (Schwenkradius)
- 70
- weiteres Steuergerät
- 81
- Winkelmesssensor
- 82
- Winkelmesssensor
- 91, 92
- Stellglieder
- 100
- Ausgabeeinrichtung
- 110
- Gebiet
- 161
- ausgezeichneter Bereich
- 162
- ausgezeichneter Bereich
- 301
- Parkbox
- 302
- vorderes Ende
- 303
- Nachbarparkbox
1. Vorrichtung zur Kollisionsvermeidung für ein Fahrzeugs (1) umfassend:
einen oder mehrere erste Umfeldsensoren (11), deren Messdaten eine Information über
einen Abstand von Objekten (3, 4) im Umfeld (2) des Fahrzeugs (1) liefern, und eine
Auswerte- und Fusionseinrichtung (22), die anhand der Messdaten des einen oder der
mehreren ersten Umfeldsensoren (11) eine Umfeldkarte (30) des Fahrzeugs (1) ermittelt,
anhand welcher für einzelne Bereiche in dem Umfeld (2) des Fahrzeugs (1) jeweils eine
Wahrscheinlichkeitsangabe für eine Existenz eines Objekts (3, 4) in diesen einzelnen
Bereichen ableitbar ist, wobei anhand der Umfeldkarte eine Wahrscheinlichkeitsangabe
für mindestens einen ausgezeichneten Bereich (161, 162) ableitbar ist, der für eine
kollisionsfreie Bewegung einer Fahrzeugkomponente nicht im aktuellen Messbereich des
einen oder der mehreren ersten Umfeldsensoren (11) bei Stillstand des Fahrzeugs (1)
liegt, sowie eine Prädiktionseinrichtung (24), welche ausgebildet ist, Steuer- und/oder
Warninformationen für eine kollisionsfreie prädizierte Bewegung einer Fahrzeugkomponente
(61, 62) anhand der Umfeldkarte (30) zu ermitteln und bereitzustellen, wobei die Kollisionsfreiheit
der prädizierten Bewegung von der Existenzwahrscheinlichkeit eines Objekts (4, 5)
in dem mindestens einen ausgezeichneten Bereich (161, 162) abhängig ist, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein zweiter Umfeldsensor mit der Auswerte- und Fusionseinrichtung (22)
gekoppelt ist, welcher ausgebildet ist, bei einem Stillstand des Fahrzeugs (1) eine
Bewegung eines Objekts relativ zu dem Fahrzeug zumindest in einem Gebiet (110) des
Umfelds des Fahrzeugs zu erfassen, welches den mindestens einen ausgezeichneten Bereich
umfasst, und die Auswerte- und Fusionseinrichtung (22) ausgebildet ist, die Umfeldkarte
bei einer erkannten Bewegung in dem einen Gebiet (110) so zu verändern, dass zumindest
die aus der Umfeldkarte für den mindestens einen ausgezeichneten Bereich ableitbare
Wahrscheinlichkeit verändert wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine zweite Umfeldsensor ein Doppler-Radarsensor ist.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine zweite Umfeldsensor (51, 52) an der Fahrzeugkomponente (61, 62)
angeordnet ist, für die eine kollisionsfreie Bewegung prädiziert wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Dopplerradarsensor ausgebildet ist, nur in einem Empfangszeitfenster das reflektierte
cw-Radarsignal zu detektieren oder auszuwerten, um eine zusätzliche Entfernungsinformation
zu einem Objekt (4, 5), dessen Relativbewegung erfasst ist, zu ermitteln und/oder
Objektbewegungen entfernter Objekte zu diskriminieren.
5. Verfahren zur Kollisionsvermeidung von beweglichen Komponenten eines Fahrzeug mit
Objekten im Umfeld des Fahrzeugs umfassend die Schritte:
Erfassen von Umfelddaten mithilfe erster Umfeldsensoren (11) während eines Fahrbetriebs
des Fahrzeugs (1) und Erstellen einer Umfeldkarte (30) durch Messdatenfusion, anhand
welcher für einzelne Bereiche in dem Umfeld (2) des Fahrzeugs (1) jeweils eine Wahrscheinlichkeitsangabe
für eine Existenz eines Objekts (3, 4, 5) in diesen einzelnen Bereichen ableitbar
ist, Prädizieren einer kollisionsfreien Bewegung einer Fahrzeugkomponente (61, 62)
anhand der Umfeldkarte (30) des Fahrzeugs (1), wobei die Kollisionsfreiheit der prädizierten
Bewegung von der Existenzwahrscheinlichkeit eines Objekts (4, 5) in dem mindestens
einen ausgezeichneten Bereich (161, 162) abhängig ist, und Bereitstellen von Steuer-
und/oder Warninformationen für die prädizierte kollisionsfreie Bewegung, dadurch gekennzeichnet, dass mittels mindestens eines zweiten Umfeldsensors (51, 52) bei Stillstand des Fahrzeugs
(1) gemessen wird, ob sich in einem Gebiet (110), das den mindestens einen ausgezeichneten
Bereich (161, 162) umfasst, ein Objekt (4, 5) relativ zu dem Fahrzeug bewegt, und
wenn dieses der Fall ist, die Umfeldkarte (30) in dem einen Gebiet (110) so verändert
wird, dass zumindest die aus der Umfeldkarte für den mindestens einen ausgezeichneten
Bereich (161, 162) ableitbare Wahrscheinlichkeit verändert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrzeugkomponente eine Fahrzeugtür (61, 62) ist und die Schwenkbewegung der
Fahrzeugtür prädiziert wird und die Steuer- und/oder Warninformationen einen maximalen
Türöffnungswinkel umfassen, bis zu dem die Tür kollisionsfrei aufgrund der aus der
Umfeldkarte (30) abgeleiteten Wahrscheinlichkeitsinformationen geöffnet werden kann.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des mindestens einen zweiten Umfeldsensors (51, 52) für eine vorgegeben Zeitspanne
gemessen wird, nach dem das Fahrzeug (1) zum Stillstand gekommen ist und sich im Stillstand
befindet, auch wenn die Zündung des Fahrzeugs (1) ausgeschaltet ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Messen mittels des zweiten Umfeldsensors (51) eingestellt wird, wenn eine oder
alle Fahrzeugkomponenten, deren kollisionsfreie prädizierte Bewegung von der Existenzwahrscheinlichkeit
eines Objekts (4, 5) in dem mindestens einen ausgezeichneten Bereich (161) oder einem
weiteren ausgezeichneten Bereich (162) abhängig ist, bereits einmal bewegt worden
sind, wobei eine Kollisionsfreiheit einer Bewegung mindestens einer weiteren Komponente
(62) von einer Existenzwahrscheinlichkeit eines Objekts (4, 5) in dem weiteren ausgezeichneten
Bereich (162) abhängig ist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Umfeldkarte oder zumindest jene Bereiche der Umfeldkarte, die in dem Gebiet (110)
liegen, das von dem zweiten Umfeldsensor vermessenen wird, als ungültig gekennzeichnet
werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des zweiten Umfeldsensors eine Radar-Dopplermessung ausgeführt wird und dass
der mindestens eine zweite Umfeldsensor (51, 52) an der Fahrzeugkomponente (61, 62)
angeordnet ist, deren Bewegung prädiziert wird, und reflektiertes Radarsignal nur
in Auswertezeitfenstern ausgewertet wird, welche kürzer als Sendezeitfenster sind,
während derer das Radarsignal ausgesendet wird, und anhand empfangener reflektierter
Radarsignale in den Auswertezeitfenstern eine Abstandinformation zu einem Objekt abgeschätzt
wird, das sich relativ zu der Fahrzeugkomponente (61, 62) bewegt.
1. Apparatus for avoiding a collision for a vehicle (1), comprising:
one or more first environmental sensors (11), the measurement data from which provide
an item of information relating to a distance from objects (3, 4) in the environment
(2) of the vehicle (1), and an evaluation and merging device (22) which uses the measurement
data from the one or more first environmental sensors (11) to determine an environmental
map (30) for the vehicle (1), on the basis of which map a probability statement for
an existence of an object (3, 4) in individual regions in the environment (2) of the
vehicle (1) can be respectively derived for these individual regions, the environmental
map being able to be used to derive a probability statement for at least one marked
region (161, 162) which, for a collision-free movement of a vehicle component, is
not in the current measurement range of the one or more first environmental sensors
(11) when the vehicle (1) is at a standstill, and a prediction device (24) which is
designed to determine and provide control and/or warning information for a collision-free
predicted movement of a vehicle component (61, 62) on the basis of the environmental
map (30), the collision-free nature of the predicted movement being dependent on the
probability of the existence of an object (4, 5) in the at least one marked region
(161, 162), characterized in that at least one second environmental sensor is coupled to the evaluation and merging
device (22) and is designed to detect a movement of an object relative to the vehicle
when the vehicle (1) is at a standstill at least in an area (110) of the environment
of the vehicle which comprises the at least one marked region, and the evaluation
and merging device (22) is designed to change the environmental map, if a movement
is detected in the one area (110), in such a manner that at least the probability
which can be derived from the environmental map for the at least one marked region
is changed.
2. Apparatus according to Claim 1, characterized in that the at least one second environmental sensor is a Doppler radar sensor.
3. Apparatus according to either of Claims 1 and 2, characterized in that the at least one second environmental sensor (51, 52) is arranged on the vehicle
component (61, 62) for which a collision-free movement is predicted.
4. Apparatus according to Claim 2 or 3, characterized in that the Doppler radar sensor is designed to detect or evaluate the reflected cw radar
signal only in a receiving time window in order to determine an additional item of
distance information with respect to an object (4, 5), the relative movement of which
is detected, and/or to discriminate object movements of remote objects.
5. Method for avoiding a collision between movable components of a vehicle and objects
in the environment of the vehicle, comprising the steps of:
acquiring environmental data with the aid of first environmental sensors (11) during
driving operation of the vehicle (1) and creating an environmental map (30) by means
of measurement data merging, on the basis of which map a probability statement for
an existence of an object (3, 4, 5) in individual regions in the environment (2) of
the vehicle (1) can be respectively derived for these individual regions, predicting
a collision-free movement of a vehicle component (61, 62) on the basis of the environmental
map (30) for the vehicle (1), the collision-free nature of the predicted movement
being dependent on the probability of the existence of an object (4, 5) in the at
least one marked region (161, 162), and providing control and/or warning information
for the predicted collision-free movement, characterized in that at least one second environmental sensor (51, 52) is used to measure, when the vehicle
(1) is at a standstill, whether an object (4, 5) is moving relative to the vehicle
in an area (110) which comprises the at least one marked region (161, 162) and, if
this is the case, the environmental map (30) is changed in the one area (110) in such
a manner that at least the probability which can be derived from the environmental
map for the at least one marked region (161, 162) is changed.
6. Method according to Claim 5, characterized in that the vehicle component is a vehicle door (61, 62) and the pivoting movement of the
vehicle door is predicted and the control and/or warning information comprises a maximum
door opening angle up to which the door can be opened without a collision on the basis
of the probability information derived from the environmental map (30).
7. Method according to Claim 5 or 6, characterized in that the at least one second environmental sensor (51, 52) is used to carry out measurements
for a predefined period after the vehicle (1) has come to a standstill and is at a
standstill, even if the ignition of the vehicle (1) is switched off.
8. Method according to one of Claims 5 to 7, characterized in that the measurement by means of the second environmental sensor (51) is adjusted if one
or all vehicle components, the collision-free predicted movement of which is dependent
on the probability of the existence of an object (4, 5) in the at least one marked
region (161) or in a further marked region (162), has/have already been moved once,
a collision-free nature of a movement of at least one further component (62) being
dependent on a probability of the existence of an object (4, 5) in the further marked
region (162).
9. Method according to one of Claims 5 to 8, characterized in that the environmental map or at least those regions of the environmental map which are
in the area (110) measured by the second environmental sensor is/are labelled as invalid.
10. Method according to one of Claims 5 to 9, characterized in that the second environmental sensor is used to carry out a radar Doppler measurement,
and in that the at least one second environmental sensor (51, 52) is arranged on that vehicle
component (61, 62) whose movement is predicted, and a reflected radar signal is evaluated
only in evaluation time windows which are shorter than transmission time windows during
which the radar signal is emitted, and received reflected radar signals are used in
the evaluation time windows to estimate an item of distance information with respect
to an object which is moving relative to the vehicle component (61, 62).
1. Dispositif de prévention des collisions pour un véhicule (1), comprenant :
un ou plusieurs capteurs d'environnement (11) dont les données de mesure délivrent
une information à propos d'un écartement d'objets (3, 4) dans l'environnement (2)
du véhicule (1), et un appareil d'interprétation et de fusion (22) qui, au moyen des
données de mesure de l'un ou des plusieurs capteurs d'environnement (11), détermine
une carte de l'environnement (30) du véhicule (1) à l'aide de laquelle une indication
de probabilité pour une existence d'un objet (3, 4) dans des zones individuelles dans
l'environnement (2) du véhicule (1) peut respectivement être dérivée pour lesdites
zones individuelles, une indication de probabilité pour au moins une zone distinctive
(161, 162) pouvant être dérivée à l'aide de la carte de l'environnement, laquelle,
pour un mouvement exempt de collision d'un composant du véhicule, ne se trouve pas
dans la zone de mesure actuelle de l'un ou des plusieurs capteurs d'environnement
(11) lors de l'arrêt du véhicule (1), ainsi qu'un appareil de prédiction (24) qui
est configuré pour déterminer et mettre à disposition des informations de commande
et/ou d'alerte pour un mouvement prédit exempt de collision d'un composant du véhicule
(61, 62) au moyen de la carte de l'environnement (30), l'absence de collision du mouvement
prédit étant dépendante de la probabilité d'existence d'un objet (4, 5) dans l'au
moins une zone distinctive (161, 162), caractérisé en ce qu'au moins un deuxième capteur d'environnement est connecté à l'appareil d'interprétation
et de fusion (22), lequel est configuré pour, lors d'un arrêt du véhicule (1), détecter
un mouvement d'un objet par rapport au véhicule au moins dans une région (110) de
l'environnement du véhicule, laquelle inclut l'au moins une zone distinctive, et l'appareil
d'interprétation et de fusion (22) est configuré pour modifier la carte de l'environnement
en présence d'un mouvement détecté dans la région (110) de telle sorte qu'au moins
la probabilité pouvant être dérivée de la carte de l'environnement pour l'au moins
une zone distinctive est modifiée.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'au moins un deuxième capteur d'environnement est un capteur radar Doppler.
3. Dispositif selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que l'au moins un deuxième capteur d'environnement (51, 52) est disposé sur le composant
du véhicule (61, 62) pour lequel est prédit un mouvement exempt de collision.
4. Dispositif selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que le capteur radar Doppler est configuré pour détecter ou interpréter le signal radar
CW réfléchi seulement dans une fenêtre temporelle de réception afin de déterminer
une information de distance supplémentaire par rapport à un objet (4, 5) dont le mouvement
relatif est détecté et/ou discriminer les mouvements d'objet d'objets éloignés.
5. Procédé de prévention des collisions de composants mobiles d'un véhicule avec des
objets dans l'environnement du véhicule, comprenant les étapes suivantes :
détection de données d'environnement à l'aide de premiers capteurs d'environnement
(11) pendant un régime de déplacement du véhicule (1) et création d'une carte de l'environnement
(30) par fusion des données de mesure, au moyen de laquelle une indication de probabilité
pour une existence d'un objet (3, 4, 5) dans des zones individuelles dans l'environnement
(2) du véhicule (1) peut respectivement être dérivée pour lesdites zones individuelles,
prédiction d'un mouvement exempt de collision d'un composant du véhicule (61, 62)
au moyen de la carte de l'environnement (30) du véhicule (1), l'absence de collision
du mouvement prédit étant dépendante de la probabilité d'existence d'un objet (4,
5) dans l'au moins une zone distinctive (161, 162), et mise à disposition d'informations
de commande et/ou d'alerte pour le mouvement prédit exempt de collision, caractérisé en ce qu'une mesure est effectuée au moyen d'au moins un deuxième capteur d'environnement (51,
52) lors de l'arrêt du véhicule (1) afin de déterminer si un objet (4, 5) se déplace
par rapport au véhicule dans une région (110) qui inclut l'au moins une zone distinctive
(161, 162), et si c'est le cas, la carte de l'environnement (30) dans la région (110)
est modifiée de telle sorte qu'au moins la probabilité pouvant être dérivée de la
carte de l'environnement pour l'au moins une zone distinctive (161, 162) est modifiée.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que le composant de véhicule est une portière de véhicule (61, 62) et le mouvement de
pivotement de la portière de véhicule est prédit, et les informations de commande
et/ou d'alerte comprennent un angle d'ouverture de portière maximum jusqu'auquel,
sur la base des informations de probabilité dérivées de la carte de l'environnement
(30), la portière peut être ouverte avec absence de collision.
7. Procédé selon la revendication 5 ou 6, caractérisé en ce qu'une mesure est effectuée au moyen de l'au moins un deuxième capteur d'environnement
(51, 52) pendant un intervalle de temps donné après lequel le véhicule (1) s'est immobilisé
et se trouve à l'arrêt, même lorsque l'allumage du véhicule (1) est mis hors circuit.
8. Procédé selon l'une des revendications 5 à 7, caractérisé en ce que la mesure au moyen du deuxième capteur d'environnement (51) est stoppée lorsqu'un
ou tous les composants du véhicule, dont le mouvement prédit exempt de collision est
dépendant de la probabilité d'existence d'un objet (4, 5) dans l'au moins une zone
distinctive (161) ou dans une autre zone distinctive (162), a/ont déjà été déplacé(s)
une fois, une absence de collision d'un mouvement d'au moins un composant supplémentaire
(62) étant dépendante de la probabilité d'existence d'un objet (4, 5) dans l'autre
zone distinctive (162).
9. Procédé selon l'une des revendications 5 à 8, caractérisé en ce que la carte de l'environnement ou au moins les zones de la carte de l'environnement
qui se trouvent dans la région (110) qui est mesurée par le deuxième capteur d'environnement
sont caractérisées comme non valides.
10. Procédé selon l'une des revendications 5 à 9, caractérisé en ce qu'une mesure Doppler par radar est effectuée au moyen du deuxième capteur d'environnement
et en ce que l'au moins un deuxième capteur d'environnement (51, 52) est disposé sur le composant
du véhicule (61, 62) dont le mouvement est prédit, et le signal radar réfléchi est
seulement interprété dans des fenêtres temporelles d'interprétation qui sont plus
courtes que les fenêtres temporelles pendant lesquelles le signal radar est émis,
et une information d'écartement par rapport à un objet qui se déplace par rapport
au composant du véhicule (61, 62) est estimée dans les fenêtres temporelles d'interprétation
au moyen des signaux radar réfléchis reçus.