[0001] Die Erfindung betrifft insbesondere einen Kosmetikapplikator und ein Kosmetikbehältnis.
[0002] Kosmetikapplikatoren und entsprechende Kosmetikbehältnisse sind in unterschiedlichsten
Ausgestaltungen bekannt. Beispielhaft sei verwiesen auf die
FR 2,872,006 B1,
US 2012/0195672 A1 und
EP 2 084 986 A2 bei welchen das Applikatorelement zum Auftragen einer kosmetischen Substanz bewegbar
und/oder formveränderlich ausgebildet ist.
[0003] Allerdings wäre es wünschenswert, wenn die Formenvielfalt und Variabilität eines
Applikatorelements eines Kosmetikapplikators noch vergrößert werden könnte, um so
die Applikation des Kosmetikums, wie beispielsweise Mascara, Lipgloss und andere,
weiter verbessern und vereinfachen zu können.
[0004] Insoweit ist es eine Aufgabe der Erfindung, einen Kosmetikapplikator und ein Kosmetikbehältnis,
insbesondere für Mascara, Lipgloss und andere, bereitzustellen, welches eine größere
Vielfalt an Applikationsmöglichkeiten und Applikationsvarianten bietet, und insbesondere
mit herkömmlichen Verpackungssystemen und -größen kompatibel ist.
[0005] Diese Aufgabe wird insbesondere gelöst durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 15.
Ausgestaltungen ergeben sich insbesondere aus den abhängigen Ansprüchen und nachfolgend
beschriebenen, insbesondere bevorzugten, Ausführungsbeispielen.
[0006] Nach Patentanspruch 1 ist ein Kosmetikapplikator zur Applikation einer kosmetischen
Substanz vorgesehen, welcher ein Applikatorelement, einen Haltekörper sowie zumindest
zwei drahtartig ausgebildete Halteelemente umfasst. Der Kosmetikapplikator kann insbesondere
genau zwei oder genau drei Halteelemente umfassen. Insbesondere können zwei Halteelemente
vorhanden sein, welche mit voneinander abgewandten Enden des Applikatorelements gekoppelt
sein können. Weitere Halteelemente können beispielsweise mit Stellen zwischen den
voneinander abgewandten Enden des Applikatorelements gekoppelt sein. Insbesondere
durch vorsehen mehrerer Halteelemente und Kopplung derselben mit unterschiedlichen
Stellen längs des Applikatorelements können die Möglichkeiten zur Formvariation des
Applikatorelements erweitert werden.
[0007] Das Applikatorelement ist ausgebildet zum Auftragen der kosmetischen Substanz. Insbesondere
kann es sich bei dem Applikatorelement um ein bürstenartiges Applikatorelement handeln.
Insbesondere in diesem Fall kann das Applikatorelement eine zentrale Seele und sich
davon, insbesondere radial, erstreckende Borsten, Bürsten oder Haare und dgl. umfassen.
[0008] Die zentrale Seele kann insbesondere flexibel, insbesondere biegbar flexibel ausgebildet
sein. Bevorzugte Materialien für die Seele sind insbesondere Kunststoff, Metall oder
Kunststoff-Metall-Komposite. Als Materialien für die Borsten kommen insbesondere in
Frage Kunststoff, Metall, Kunststoff-Metall-Komposite, Naturhaar.
[0009] Neben bürstenartigen Applikatorelementen kommen auch Applikatorelemente in Betracht,
welche ein beflocktes Auftragselement, z.B. ein mit Kunststoff-Fasern beflocktes Auftragselement,
ein beschichtetes Auftragselement, ein aus Kautschuk, Textil, Draht und Textil, Schwamm
und/oder Fasen gebildetes Auftragselement umfassen. Das Auftragselement kann ferner
nach Art eines Stempels, d.h. stempelartig ausgebildet sein.
[0010] Bei den Halteelementen kann es sich insbesondere um Halte- und Positionierelemente
handeln, welche dazu ausgebildet sind, das Applikatorelement in einer jeweils gewünschten
Position, Form und/oder Orientierung zu haltern und/oder positionieren.
[0011] Die drahtartig ausgebildeten Halteelemente sind, entsprechend etwa den Eigenschaften
eines Drahts, bevorzugt lateral biegbar, und bevorzugt in Längsrichtung zug- und/oder
Druckstabil ausgebildet. Mit anderen Worten können die Halteelemente in Längsrichtung
derart zug- und druck- bzw. schubstabil, und in Querrichtung derart biegbar ausgelegt
sein, dass das Applikatorelement in Form, Position und/oder Ausrichtung veränderbar
ist. Bei den drahtartigen Halteelementen kann es sich insbesondere um Drähte handeln,
beispielsweise aus Metall, Kunststoff oder Kompositen.
[0012] Entsprechend dem vorgeschlagenen Kosmetikapplikator sind die zumindest zwei Halteelemente,
die auch eine Funktion als Positionierelemente einnehmen können, an deren ersten Ende
mit dem Haltekörper gekoppelt. Ferner sind die zumindest zwei Halteelemente an deren
zweiten Ende mit dem Applikatorelement, insbesondere mit außenliegenden Enden des
Applikatorelements, gekoppelt. Zumindest eines der Halteelemente kann ortsfest implementiert,
insbesondere am oder im Halteelement oder einer Führungshülse desselben integriert,
und als flexibles oder starres Positionierelement ausgebildet sein.
[0013] Bei dem vorgeschlagenen Kosmetikapplikator verlaufen die Halteelemente zwischen ersten
und zweiten Enden bevorzugt jeweils außerhalb des Applikatorelements. D.h. die Halteelemente
sind in den Bereichen zwischen ersten und zweiten Enden bevorzugt jeweils nicht durch
das Applikatorelement, sondern außerhalb des Applikatorelements geführt.
[0014] Der Begriff "gekoppelt" im Hinblick auf Halteelemente und Haltekörper soll dabei
insbesondere bedeuten, dass die Halteelemente in geeigneter Weise verbunden, festgelegt,
angebracht und/oder einstückig mit entsprechenden Kontatktstellen ausgebildet sind.
Hingewiesen sei insbesondere darauf, dass zumindest ein Halteelement und das Applikatorelement
und/oder zumindest ein Halteelement mit dem Haltekörper oder einem Element des Haltekörpers,
beispielsweise einer Führungshülse, einstückig ausgebildet sein kann. An Übergangsstellen
zwischen jeweiligen Elementen kann die Biegesteifigkeit verringert sein, so dass die
jeweiligen Elemente relativ zueinander verbiegbar bzw. knickbar sind. Ein Halteelement
kann beispielsweise als integriertes Element einer Führungshülse und/oder als eine
Art Fortsatz an der Führungshülse ausgebildet sein, wobei die Führungshülse wiederum
mit dem Haltekörper verbunden bzw. gekoppelt sein kann. Eines der Halteelemente, insbesondere
ein orts- und/oder positionsfestes Halteelement kann auch in Form einer außerhalb
des Applikatorelements gelegenen Verbindungsstelle oder eines außerhalb des Applikatorelements
gelegenen Verbindungspunkts oder Verbindungselements zwischen Applikatorelement und
Haltekörper und/oder Führungshülse ausgebildet sein.
[0015] Bei dem hier vorgeschlagenen Kosmetikapplikator ist ferner vorgesehen, dass zumindest
eines der Halteelemente mit dem Haltekörper derart gekoppelt ist, dass dieses in Längsrichtung
relativ zum Haltekörper in solcher Art und Weise verschiebbar ist, dass durch eine
Relativverschiebung des drahtartigen Halteelements Position, Form, Kontur und/oder
Ausrichtung des Applikatorelements veränderbar und/oder einstellbar ist.
[0016] Der Haltekörper kann insbesondere aus einem formstabilen Kunststoffmaterial hergestellt
sein, bevorzugt in Spritzgusstechnik. Vorzugsweise ist der Haltekörper zylinderförmig
ausgebildet. Jedoch sind auch andere Formen und Querschnitte möglich. Der Haltekörper
kann insbesondere auch aus einem axial endseitig offenen Grundkörper mit einer daran
angebrachten Ummantelung ausgebildet sein.
[0017] Die Halteelemente können aus einem flexiblen, bevorzugt biegbaren, Material hergestellt
sein, wobei die Halteelemente in Längsrichtung bevorzugt zug- und/oder druckstabil
ausgelegt sind, so dass durch eine durch Längsverschiebung hervorgerufene Zug- oder
Schubkraft Kontur, Form, Position und/oder Ausrichtung des Applikatorelements verändert
werden kann.
[0018] Die Verwendung der vorgeschlagenen drahtartigen Halteelemente, die in Kombination
eine Art variables drahtartiges Gestell, insbesondere Drahtgestell, bilden, und von
welchen zumindest eines dazu ausgebildet ist, durch Längsverschiebung Position, Lage
und/oder Orientierung des Applikatorelements zu verändern, ermöglichen eine besonders
vielfältige und breitgefächerte Variation von Form, Orientierung und Kontur des Applikatorelements,
und ermöglichen so erweiterte Applikationsmöglichkeiten kosmetischer Substanzen.
[0019] Insbesondere die Biegbarkeit in lateraler Richtung und die Zug- und Druckstabilität
in Längsrichtung der Halteelemente ermöglichen eine breite Variationsmöglichkeit von
Form, Orientierung und Kontur des Applikatorelements.
[0020] Die Kontur und Form des Applikatorelements kann insbesondere dann durch darauf einwirkende
Zug- und/oder Druckkräfte der Halteelemente verändert werden, wenn das Applikatorelement
als solches biegbar ausgebildet ist. Bevorzugter Weise ist das Applikatorelement,
zumindest zwischen Angriffsstellen der Halteelemente, biegbar ausgebildet. Weiter
bevorzugt ist das Applikatorelement in Längsrichtung Zug- und Druckstabil.
[0021] Zug- und Druckstabilität, sollen insbesondere bedeuten, dass durch einwirkende Zug-
und/oder Druckkräfte keine wesentliche Längenänderung hervorgerufen wird. Entsprechendes
gilt auch für die Halteelemente. Dabei sollen unter Zug- und/oder Druckkräften insbesondere
Kräfte verstanden werden, die im üblichen Rahmen im Anwendungsbereich von Kosmetikutensilien
liegen.
[0022] In Ausgestaltungen mit zumindest zwei Halteelementen können diese insbesondere derart
ausgebildet sein, dass die Halteelemente einzeln, d.h. selektiv, in deren Längsrichtung
verschiebbar ausgebildet sind. In Ausgestaltungen kann auch vorgesehen sein, dass
die Halteelemente, beispielsweise zwei oder drei Halteelemente, zumindest über einen
vorgegebenen Verschiebeweg, in Varianten über den gesamten Verschiebeweg, nur gemeinsam
in Längsrichtung verschoben werden können. Einzelne Halteelemente können jedoch auch
ortsfest fixiert sein, d.h. nicht verschiebbar ausgebildet sein.
[0023] In Ausgestaltungen kann vorgesehen sein, dass zumindest zwei der Halteelemente mit
dem Haltekörper derart gekoppelt sind, dass diese in deren Längsrichtung relativ zueinander
derart verschiebbar sind, dass durch eine Relativverschiebung Position, Form und/oder
Ausrichtung des Applikatorelements veränderbar oder einstellbar ist. Durch eine Relativverschiebbarkeit
der Halteelemente zueinander können die Variationsmöglichkeiten für Form, Ausrichtung
und Kontur des Applikatorelements bei geeigneter Wahl der Halteelemente erweitert
werden.
[0024] In Ausgestaltungen kann ein erstes Ende zumindest eines Halteelements mit einem Linearschiebemechanismus
des Haltekörpers linearverschiebbar gekoppelt sein. Durch das Vorsehen eines Linearschiebemechanismus
kann eine Längsverschiebung des Halteelements vergleichsweise einfach vom Benutzer
ausgeführt werden.
[0025] Für jedes längsverschiebbare Halteelement kann ein separater Linearschiebemechanismus
vorhanden sein, so dass die jeweiligen Halteelemente unabhängig voneinander verschoben
und positioniert werden können.
[0026] Jedoch ist es in Varianten auch möglich, dass zwei oder mehrere der Halteelemente
mit einem einzigen Linearschiebemechanismus gekoppelt sind, so dass die Betätigung
des Linearschiebemechanismus eine gleichzeitige Verschiebung der zwei oder mehreren
Halteelemente bewirkt.
[0027] Bei einer Kopplung der Linearverschiebung zweier oder mehrerer Halteelemente werden
zwar die Freiheitsgrade zur Einstellung bzw. Variation des Applikatorelements eingeschränkt.
Jedoch kann bei entsprechender Kopplung gegebenenfalls erreicht werden, dass das Applikatorelement
bei Längsbewegung der gekoppelten Halteelemente vorgegebene Formen oder Konturen,
insbesondere vorgegebene Standardformen, einnimmt bzw. durchläuft. Die Vorgabe von
Formen und Konturen durch Kopplung von Halteelementen kann insbesondere zu einer vereinfachten
Handhabung des Kosmetikapplikators führen.
[0028] Die Kopplung zwischen zwei oder mehreren Halteelementen zur gemeinsamen oder getrennten
Längsverschiebbarkeit kann fest vorgegeben sein. Möglich ist es jedoch auch, dass
durch entsprechende Kopplungselemente an den Linearschiebemechanismen zwei oder mehrere
Halteelemente miteinander gekoppelt werden können oder dass die Kopplung zwischen
zwei oder mehreren Halteelementen wieder aufgehoben werden kann. Die Kopplungselemente
können insbesondere derart ausgebildet sein, dass Kopplung und Entkopplung der Halteelemente
durch den Benutzer ausgeführt werden können.
[0029] In Ausgestaltungen kann der Linearschiebemechanismus für ein Halteelement ein von
einer Außenseite des Haltekörpers manuell bedienbares Schiebeelement umfassen. Auf
diese Weise ist insbesondere eine vergleichsweise einfache Handhabung und Einstellung
der Längsposition der Halteelemente und damit der Form des Applikatorelements durch
den Benutzer möglich.
[0030] Das Schiebeelement kann beispielsweise in einem Langloch oder einer Längsnut im Haltekörper
geführt sein.
[0031] Bevorzugt durchgreift ein am Schiebeelement vorspringender Zapfen oder Dorn das Langloch.
Der Zapfen oder Dorn kann dazu ausgebildet sein, das Schiebeelement am Haltekörper
zu sichern.
[0032] Ferner kann der Zapfen oder Dorn dazu ausgelegt sein, ein oder mehrere zumindest
teilweise im Haltekörper geführte Halteelemente daran zu befestigen, so dass eine
Längsbewegung des Schiebeelements in eine Längsverschiebung des bzw. der Halteelemente
umgewandelt wird.
[0033] Werden mehrere Halteelemente am gleichen Schiebeelement angebracht, so sind diese
bezüglich der Längsverschiebung gekoppelt und können nur gemeinsam verschoben werden.
Für nicht gekoppelte Halteelemente können jeweils ein separater Linearschiebemechanismus
und Schiebeelement vorhanden sein.
[0034] In Ausgestaltungen kann der Haltekörper des Weiteren eine Rastvorrichtung oder einen
Rastmechanismus aufweisen welche/r derart ausgebildet ist, dass das Schiebeelement,
insbesondere an vorgegebenen Positionen längs des Haltekörpers, einrastbar ist. Insoweit
bewirkt die Rastvorrichtung eine Fixierung der Halteelemente, und kann auch als Fixiervorrichtung
bezeichnet werden.
[0035] Eine Rastung bzw. Fixierung und damit Festlegung der Längsposition der Halteelemente
ist gleichbedeutend mit einer Fixierung der jeweils eingestellten Form und Kontur
des Applikatorelements und erleichtert das Auftragen kosmetischer Substanzen.
[0036] Die Vorgabe von definierten Einrastmöglichkeiten längs des Verschiebewegs ist nicht
zwingend erforderlich, kann in Varianten jedoch so umgesetzt sein. Bei vorgegebenen
Einrastmöglichkeiten können bevorzugte oder standardisierte Formen und/oder Konturen
für das Applikatorelement vorgegeben werden. Vorgegebene Einrastmöglichkeiten können
beispielsweise durch Rastnuten und Rastnasen realisiert sein.
[0037] Zur freien Fixierung eines Schiebeelements, d.h. ohne vorgegebene Rastpositionen,
kann beispielsweise eine federbeaufschlagte Klemmung der Schiebeelemente oder andere
Mechanismen verwendet werden.
[0038] In Ausgestaltungen des Kosmetikapplikators kann zumindest ein erstes Ende eines der
Halteelemente positionsfest mit dem Haltekörper verbunden sein. Solche Halteelemente
sind damit nicht Längsverschiebbar, und dienen lediglich der Halterung des Applikatorelements.
[0039] Beispielsweise kann in einer Ausführung das Applikatorelement an dessen beiden entgegengesetzten
Enden mit jeweils einem Halteelement gekoppelt sein, wobei eines der Halteelemente
positionsfest mit dem Haltekörper oder einer mit dem Haltekörper gekoppelten oder
daran ausgebildeten Führungshülse verbunden ist, und wobei das andere Halteelement
längsverschiebbar mit dem Haltekörper gekoppelt ist. In dieser Ausgestaltung können
Form, Ausrichtung und Kontur des Applikatorelements durch entsprechende Verschiebung
des einen längsverschiebbaren Halteelements eingestellt werden.
[0040] Letztere Ausführung kann insbesondere bei Ausgestaltungen erreicht werden, bei welchen
genau zwei Halteelemente vorhanden sind, und bei welchen eines der Halteelemente positionsfest
am Haltekörper oder an der Führungshülse festgelegt ist, und das andere Halteelement
längsverschiebbar mit dem Haltekörper gekoppelt ist.
[0041] Ein Kosmetikapplikator mit lediglich zwei drahtartigen Halteelementen, von welchen
eines festgelegt ist, und das andere längsverschiebbar ist, kann konstruktiv vergleichsweise
einfach umgesetzt werden, und ermöglicht darüber hinaus eine vergleichsweise einfache
Handhabung. Ferner kann bei dieser Ausgestaltung ein formstabiles, insbesondere biegesteifes,
Applikatorelement verwendet werden.
[0042] In anderen Ausgestaltungen kann vorgesehen sein, dass genau zwei Halteelemente vorhanden
sind, welche beide längsverschiebbar mit dem Haltekörper gekoppelt sind. In dieser
Ausgestaltungsvariante können die beiden Halteelemente entweder jeweils für sich längsverschiebbar
ausgebildet sein, oder die beiden Halteelemente können bezüglich der Längsverschiebung
gekoppelt sein, so dass diese beispielsweise nur zusammen verschoben werden können.
[0043] In weiteren Ausgestaltungen umfasst der Kosmetikapplikator genau drei drahtartige
Halteelemente, wobei zumindest zwei, bevorzugt drei der Halteelemente mit dem Haltekörper
längsverschiebbar gekoppelt sind.
[0044] Insbesondere können bei den zuvor genannten Ausgestaltungen zwei der Halteelemente
mit voneinander abgewandten Enden des Applikatorelements gekoppelt sein, und das dritte
Halteelement kann etwa mittig am Applikatorelement angreifen. Insbesondere kann das
mittig angreifende Halteelement biegesteif ausgeführt sein, so dass die Mitte des
Applikatorelements relativ zum Haltekörper fest positioniert werden kann. Über die
beiden weiteren Halteelemente, die bevorzugt biegsam ausgebildet sind, können bei
vorgegebener Position der Mitte des Applikatorelements durch Längsverschiebung unterschiedliche
Formen und Konturen des Applikatorelements eingestellt werden.
[0045] Mit einem mittig angreifenden Halteelement ist es beispielsweise möglich je nach
Bedarf konvexe, konkave oder kombinierte konvex-konkave Krümmungen, spitze oder flache
Konturen beim Applikatorelement einzustellen. Das setzt insbesondere voraus, dass
das Applikatorelement als solches oder zumindest an vorgegebenen Stellen entsprechend
biegbar ausgebildet und ausgelegt ist.
[0046] Wie bereits weiter oben angedeutet kann in Ausgestaltungen vorgesehen sein, dass
mit dem Haltekörper längsverschiebbar gekoppelte Halteelemente zumindest längs eines
ersten Verschiebewegs unabhängig voneinander verschiebbar sind. Insbesondere ist es
also möglich, dass in obiger Ausgestaltung das mittig angreifende, und die endseitig
angreifenden Halteelemente unabhängig voneinander verschiebbar sind. Ferner ist es
möglich, dass eines der Halteelemente ortsfest und/oder ortsfest verrastbar ausgebildet
ist.
[0047] Sind mehr als drei Halteelemente vorhanden, jedoch auch in Ausgestaltungen mit genau
drei Halteelementen, ist es möglich, dass das oder die Halteelemente an beliebigen,
auch außermittigen, Stellen zwischen den Enden des Applikatorelements angreifen.
[0048] Ferner ist es bei zwei, mehr als zwei, drei oder mehr als drei Halteelementen möglich,
dass alle Halteelemente verschiebbar ausgebildet sind. In Varianten kann mindestens
ein Halteelement positionsfest ausgebildet sein, wobei zumindest ein Halteelement
verschiebbar ausgebildet ist.
[0049] Die Länge des ersten Verschiebewegs kann von der Länge des gesamten Verschiebewegs
eines Halteelements verschieden sein, d.h. dass es nicht zwingend erforderlich ist,
dass die Halteelemente längs des gesamten Verschiebewegs unabhängig voneinander verschoben
werden können. Jedoch kann es in Varianten sein, dass die Halteelemente längs ihrer
gesamten Verschiebewege unabhängig voneinander verschiebbar sind.
[0050] Durch die unabhängige Verschiebbarkeit der Halteelemente kann, wie bereits erwähnt,
ein breiteres Spektrum für Form, Kontur und Ausrichtung des Applikatorelements erreicht
werden.
[0051] In Ausgestaltungen können zwei oder mehrere mit dem Haltekörper längsverschiebbar
gekoppelte Halteelemente derart miteinander gekoppelt sein, dass eine Längsverschiebung
zumindest eines der Halteelemente längs eines zweiten Verschiebewegs eine Längsverschiebung
zumindest eines weiteren Halteelements bewirkt.
[0052] Die Länge des zweiten Verschiebewegs kann von der Länge des gesamten Verschiebewegs
der entsprechenden Halteelemente verschieden sein. Jedoch ist es auch möglich, dass
zwei oder mehr Halteelemente auf der ganzen Länge des Verschiebewegs miteinander gekoppelt
sind.
[0053] Möglich ist es insbesondere, dass zwei oder mehrere Halteelemente längs ihres Verschiebewegs
in einem ersten Abschnitt unabhängig voneinander verschoben werden können, und in
einem zweiten Abschnitt nur zusammen verschoben werden können, also miteinander gekoppelt
sind. In diesem Fall bilden der erste und zweite Verschiebeweg unterschiedliche Abschnitte
des gesamten Verschiebewegs der jeweiligen Halteelemente.
[0054] Eine Kopplung zweier oder mehrerer der Halteelemente kann beispielsweise durch eine
aktive mechanische Kopplung etwaiger Schiebeelemente umgesetzt sein.
[0055] Möglich ist es auch, dass eine Kopplung der Längsverschiebung mehrerer Halteelemente
dadurch erreicht wird, dass bei Bewegen eines der Halteelemente im oder in den zweiten
Verschiebebereich eine Verriegelung oder Verrastung, durch welche die weiteren gekoppelten
Halteelemente am Haltekörper festgelegt sind, gelöst oder aufgehoben wird, so dass
sich die weiteren Halteelemente frei mitbewegen können. Insbesondere in diesem Fall
kann eine gekoppelte Längsverschiebung zumindest teilweise über die mechanische Verbindung
der Halteelemente mit dem Applikatorelement erreicht werden.
[0056] Eine Kopplung zweier oder mehrerer der Halteelemente kann insbesondere dann sinnvoll
sein, wenn in bestimmten Stellungen und Verschiebepositionen eines der Halteelemente,
beispielsweise in Endpositionen, beim Applikatorelement vorgegebene Formen und/oder
Konturen erreicht werden sollen.
[0057] In Ausgestaltungen des Kosmetikapplikators kann der Haltekörper eine Führungshülse
umfassen, in welcher zumindest eines der drahtartigen Halteelemente zumindest abschnittsweise
geführt ist bzw. verläuft.
[0058] Die Führungshülse stellt insbesondere eine Art Zwangsführung, nach Art eines Bowdenzugs,
dar. Bevorzugt sind die vom Applikatorelement abgewandten Bereiche der Halteelemente
durch die Führungshülse zwangsgeführt. An der Austrittsöffnung der Führungshülse,
welche gegenüber dem Haltekörper bevorzugt einen verringerten Durchmesser aufweist,
können Knick- und Angelpunkte der Halteelemente festgelegt werden, wobei die Halteelemente
zwischen Applikatorelement, d.h. zweiten Enden, und den Knick- und Angelpunkten, und
zwischen den Knick- und Angelpunkten und den ersten Enden bevorzugt einen geradlinigen
Verlauf aufweisen.
[0059] Die Führungshülse kann mit einem Halteelement in einstückiger Ausbildung gekoppelt
sein. Möglich ist es jedoch auch, dass eines der Halteelemente an der Führungshülse
angebracht, d.h. mit dieser gekoppelt, ist, beispielsweise durch eine Steck-, Rast-,
Klebeverbindung und anderen. Die Führungshülse kann mit dem Haltekörper durch eine
mechanische Verbindung, z.B. einer Verschraubung, gekoppelt sein. Möglich ist es jedoch
auch, dass die Führungshülse und der Haltekörper einstückig ausgebildet sind. Beispielsweise
können die Führungshülse und der Haltekörper einstückig gespritzt ausgebildet sein.
Bevorzugt liegen vom Applikatorelement abgewandte Abschnitte der längsverschiebbaren
Halteelemente vollständig innerhalb der Führungshülse und/oder innerhalb des Halteelements.
Mit anderen Worten liegen bevorzugt lediglich die zwischen Austrittsöffnung der Führungshülse
und Applikatorelement verlaufenden Abschnitte der Halteelemente außerhalb von Führungshülse
und Haltekörper. Insbesondere durch die außerhalb der Führungshülse und des Haltekörpers
liegenden Abschnitte der Halteelemente, deren Länge bei Längsverschiebbarkeit verändert
werden kann, kann das Applikatorelement entsprechend der jeweils gewünschten Form,
Kontur und/oder Ausrichtung aufgespannt werden.
[0060] Die Führungshülse kann auf einen Grundkörper des Haltekörpers aufgesteckt sein, welcher
insbesondere als einseitig geschlossener Hohlkörper ausgebildet sein kann. Wie bereits
erwähnt weist die Führungshülse, zumindest im Bereich der Austrittsöffnung der Halteelemente,
gegenüber dem Grundkörper bevorzugt einen kleineren Durchmesser auf. Insbesondere
kann die Führungshülse den Durchmesser des Grundkörpers derart verjüngen, dass eine
optimale und enge Führung der Halteelemente am Austrittspunkt aus dem Haltekörper
erreicht wird.
[0061] Insbesondere durch eine enge Führung der Halteelemente kann die mechanische Stabilität
der durch Halteelemente und Applikatorelement aufgespannten Struktur verbessert werden.
[0062] Die mechanische Stabilität der durch Halteelemente und Applikatorelement aufgespannten
Struktur kann ferner durch entsprechende Wahl der Biegefestigkeit der Halteelemente
und des Applikatorelements beeinflusst werden.
[0063] Jedenfalls sollte die Stabilität der aus Halteelementen und Applikatorelement gebildeten
Struktur zumindest in allen relevanten Formen, Konturen und/oder Ausrichtungen derart
stabil sein, dass das jeweilige kosmetische Produkt, z.B. Mascara, Lipgloss und andere,
problemlos applizierbar bzw. auftragbar ist.
[0064] In Ausgestaltungen kann vorgesehen sein, dass der Querschnitt des Halteelements ausgewählt
ist aus folgender Gruppe: dreieckig, halbmondförmig, halbkreisförmig, viereckig, quadratisch,
rechteckig, elliptisch, halbelliptisch, sternförmig, polygonal. Insbesondere durch
die Querschnittsform können die Druck-, Zug- und/oder Biegesteifigkeit, sowie Flexibilität
und/oder Formstabilität der Halteelemente eingestellt bzw. angepasst werden. Ferner
können geeignet gewählte Querschnitte die Führung der Halteelemente im Haltekörper,
insbesondere in der Führungshülse, verbessern.
[0065] Beispielsweise können bei einem Kosmetikapplikator mit zwei längsverschiebbaren Halteelementen
die Querschnitte der Halteelemente halbkreisförmig ausgebildet, und mit einander zugewandten
flachen Seiten aneinander angeordnet sein, wobei der Außendurchmesser der beiden aneinander
gelegten Halteelemente etwa dem Innendurchmesser der Führungshülse entspricht. I nsbesondere
in diesem Fall kann erreicht werden, dass die aneinander liegenden Halteelemente eine
im Innendurchmesser entsprechend angepasste hohlzylindrisch ausgebildete Führungshülse
im Wesentlichen ausfüllen, so dass die Halteelemente darin optimal geführt werden
können
[0066] In weiteren Ausgestaltungen kann vorgesehen sein, dass einander zugewandte Flächen
zweier Halteelemente zueinander komplementäre Konturen aufweisen. Die komplementären
Konturen können insbesondere so ausgebildet sein, dass diese bei Aneinanderliegen
nut-und-federartig ineinander greifen oder ineinander tauchen. Insbesondere durch
komplementäre Konturen kann eine verbesserte Führung in und durch die Führungshülse
erreicht werden. Ferner kann die mechanische Stabilität der aus Halteelementen und
Applikatorelement gebildeten Struktur verbessert werden.
[0067] Nach Patentanspruch 15 ist ein Kosmetikbehältnis vorgesehen, umfassend einen Behälter
zur Aufnahme einer kosmetischen Substanz, insbesondere Mascara, Lipgloss und andere,
und eine zum Verschließen einer Öffnung des Behälters ausgebildete Verschlusskappe
mit einem daran, vorzugsweise austauschbar, angebrachten Kosmetikapplikator nach einem
der oben beschriebenen Ausgestaltungen und Varianten, wobei der Kosmetikapplikator
derart ausgebildet ist, dass das Applikatorelement derart verformbar ist, dass dieses
in einer Konfiguration im Behälter aufnehmbar ist.
[0068] Wegen Vorteilen und vorteilhaften Wirkungen des Kosmetikbehältnisses wird auf die
obigen Ausführungen verwiesen, welche hier entsprechend gelten.
[0069] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der anhängenden Figuren
näher beschrieben.
[0070] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines Kosmetikutensils einer ersten Variante;
- Fig. 2
- einen Querschnitt des Kosmetikutensils nach Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Seitenansicht eines Kosmetikapplikators des Kosmetikutensils nach Fig. 1 in einer
ersten Konfiguration;
- Fig. 4
- eine Seitenansicht eines Kosmetikapplikators des Kosmetikutensils nach Fig. 1 in einer
zweiten Konfiguration;
- Fig. 5
- ein Detail der Fig. 2;
- Fig. 6 bis 11
- Seitenansichten eines Kosmetikapplikators einer zweiten Variante;
- Fig. 12 bis 15
- Seitenansichten eines Kosmetikapplikators einer dritten Variante;
- Fig. 16 bis 20
- Seitenansichten eines Kosmetikapplikators einer vierten Variante;
- Fig. 21 und 22
- ein Detail betreffend Ausgestaltungen von Halteelementen der Kosmetikapplikatoren;
und
- Fig. 23 und 24
- beispielhafte Anwendungen des Kosmetikapplikators einer der gezeigten Varianten.
[0071] In den Figuren werden gleiche und funktionsgleiche Elemente so weit als sinnvoll
mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet.
[0072] Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht eines Kosmetikutensils 1, einer ersten Variante,
und Fig. 2 zeigt eine Schnittansicht des Kosmetikutensils 1.
[0073] Das Kosmetikutensil 1 umfasst einen Behälter 2, der dazu ausgebildet ist eine Kosmetische
Substanz, wie beispielsweise Mascara, Lipgloss und dergleichen, darin aufzunehmen.
Ferner ist der Behälter 2 derart ausgebildet und ausgelegt, dass ein beispielsweise
rundbürstenartig ausgebildetes Applikatorelement 3 in einer vorgegebenen Form und/oder
Orientierung darin aufgenommen werden kann, was aus Fig. 2 ersichtlich ist. Abgesehen
von einer rundbürstenartigen Ausgestaltung kann das Applikatorelement 3 auch entsprechend
der weiter oben genannten Möglichkeiten ausgebildet sein, und beispielsweise ein beflocktes
Auftragselement, z.B. ein mit Kunststoff-Fasern beflocktes Auftragselement, ein beschichtetes
Auftragselement, ein aus Kautschuk, Textil, Draht und Textil, Schwamm und/oder Fasen
gebildetes Auftragselement umfassen. Das Auftragselement kann ferner nach Art eines
Stempels, d.h. stempelartig ausgebildet sein.
[0074] Das Kosmetikutensil 1 umfasst des Weiteren eine Verschlusskappe 4 für den Behälter
2. Die Verschlusskappe 4 ist mit dem Behälter 2 verschraubbar.
[0075] Die Verschlusskappe 4 umfasst einen ersten Kosmetikapplikator 5, der in zwei unterschiedlichen
Konfigurationen einer ersten Variante in den Seitenansichten der Figuren 3 und 4 näher
gezeigt ist.
[0076] Es soll bemerkt werden, dass das in Fig. 1 und 2 gezeigte Kosmetikutensil 1 auch
andere Varianten von Kosmetikapplikatoren aufweisen kann, insbesondere die weiter
unten beschriebenen zweiten bis vierten Varianten.
[0077] Der erste Kosmetikapplikator 5 der ersten Variante nach Figuren 1 bis 4 umfasst einen
Haltekörper 6 und zwei drahtartig ausgebildete Halteelemente 7. Wie aus Fig. 2 ersichtlich
ist, sind beide Halteelemente 7 mit ersten Enden 8 mit dem Haltekörper gekoppelt bzw.
daran festgelegt. Zweite Enden 9 der Halteelemente 7 sind mit dem Applikatorelement
3 gekoppelt. Genauer sind die zweiten Enden 9 mit voneinander abgewandten Enden oder
Seiten des Applikatorelements 3 gekoppelt oder verbunden.
[0078] Das Applikatorelement 3 ist mit den Halteelementen 7 an den zweiten Enden 9 gelenkig
verbunden, insbesondere derart, dass die Halteelemente 7 und das Applikatorelement
3 gegeneinander geknickt bzw. relativ zueinander verschwenkt werden können.
[0079] Wie weiter aus Fig. 2 ersichtlich ist, ist das in Fig. 2 links gelegene erste Halteelement
7.1 ortsfest, jedoch gelenkig, insbesondere biegbar, an einer Führungshülse 10 des
Haltekörpers 6 festgelegt.
[0080] Die Führungshülse 10 ist als Einsatz ausgebildet und in den einseitig geschlossenen,
zylinderförmigen Grundkörper 11 des Haltekörpers 6 eingesetzt.
[0081] Das in Fig. 2 rechts gelegene zweite Halteelement 7.2 verläuft in der Konfiguration
der Fig. 3 im Wesentlichen vollständig innerhalb des Haltekörpers 6 und der Führungshülse
10; in der Konfiguration nach Fig. 4 zumindest noch teilweise innerhalb des Haltekörpers
6 und der Führungshülse 10.
[0082] I m Unterschied zum ersten Halteelement 7.1 ist das zweite Halteelement 7.2 nicht
ortsfest am Haltekörper 6 festgelegt, sondern ist mit dem Haltekörper längsverschiebbar
gekoppelt. Das soll insbesondere bedeuten, dass das zweite Halteelement 7.2 relativ
zum Haltekörper 6 und vorliegend auch relativ zum ersten Halteelement 7.1 längsverschiebbar
ist.
[0083] Die Längsverschiebbarkeit wird insbesondere aus den beiden Konfigurationen nach Fig.
3 und Fig. 4 ersichtlich. In Fig. 3 ist das zweite Halteelement 7.2 vollständig in
Haltekörper 6 und Führungshülse 10 zurückgezogen, während in der Konfiguration nach
Fig. 4 das zweite Halteelement 7.2 durch Längsverschiebung teilweise aus dem Haltekörper
6 und der Führungshülse 10 herausgeschoben ist.
[0084] Dadurch, dass die Halteelemente 7 bezüglich der lateralen Richtung biegbar sind,
und bezüglich der axialen Richtung zumindest für die bei Kosmetikapplikatoren üblichen
Kräfte Druck- und Zugstabil sind, bewirkt eine Längsverschiebung des zweiten Halteelements
7.2 eine Änderung der Ausrichtung bzw. Orientierung des Applikatorelements 3 relativ
zum Haltekörper 6.
[0085] I m vorliegenden Beispiel ist das Applikatorelement 3 selbst biegesteif ausgebildet,
so dass Form und Kontur des Applikatorelements 3 durch Längsverschiebung des zweiten
Halteelements 7.2 nicht verändert werden. Ist jedoch das Applikatorelement 3 als solches,
etwa vergleichbar mit den Halteelementen 7, ebenso biegbar, was in nachfolgenden Ausführungsvarianten
der Fall ist, so kann durch eine Längsverschiebung des zweiten Halteelements 7.2 ggf.
auch die Form und Kontur des Applikatorelements 3 verändert werden.
[0086] Je nach Umfang der Längsverschiebung des zweiten Halteelements 7.2 sind für das Applikatorelement
3 im Wesentlichen beliebige Zwischenpositionen zwischen der in Fig. 3 gezeigten senkrechten
Ausrichtung und der in Fig. 4 gezeigten waagrechten Ausrichtung möglich.
[0087] Zur Einstellung und Fixierung definierter Ausrichtungen und Konfigurationen des Applikatorelements
3 kann ein Rast- oder Klemmmechanismus vorhanden sein, durch welchen das längsverschiebbare
zweite Halteelement 7.2 in vorgegebenen Positionen verrastet bzw. festgeklemmt werden
kann.
[0088] Da durch die Längsverschiebung des zweiten Halteelements 7.2 die Änderung der Ausrichtung
des Applikatorelements 3 bewirkt wird, kann das drahtartige zweite Halteelement 7.2
auch als Treiberelement oder Treiberdraht bezeichnet werden. Demgegenüber übernimmt
das ortsfeste erste Halteelement 7.1 lediglich haltende Funktion und kann demnach
als Haltedraht bezeichnet werden. Das zweite Halteelement 7.2 wird bzw. ist im Bereich
der Austrittsöffnung aus der Führungshülse 10 gebogen bzw. geknickt. Da sich die Position
der Biegung bzw. Knickung längs des Halteelements im Verlauf der Längsverschiebung
ändert, ist das zweite Halteelement 7.2 zumindest in dem Abschnitt, der bei Handhabung
aus der Führungshülse 10 ragen kann, elastisch biegsam ausgebildet. Der Einfachheit
halber kann das zweite Halteelement 7.2 durchgehend aus dem gleichen Material hergestellt,
und damit auf der ganzen Länge biegbar ausgebildet sein.
[0089] Die Halteelemente 7 können insbesondere aus Metall oder Kunststoff oder einem Komposit
aus Kunststoff und Metall hergestellt sein. Gleiches gilt für den Basiskörper des
Applikatorelements 3, an welchem Borsten zum Aufnehmen und Auftragen der kosmetischen
Substanz angebracht sind. Insbesondere kann das Applikatorelement als Draht oder drahtartiger
Körper ausgebildet sein, an welchem Applikatorborsten angebracht sind. Wie bereits
erwähnt kann das Applikatorelement als Rundbürste oder rundbürstenartig, oder entsprechend
der oben genannten Möglichkeiten ausgebildet sein. Bei dem Auftragselement kann es
sich insbesondere um ein aus einem Kunststoffmaterial gespritztes Bürstchen oder bürstenartiges
Element handeln. Ein entsprechendes Bürstchen kann aus einem Kunststoffmaterial einstückig
oder mehrstückig oder aus unterschiedlichen Materialien hergestellt sein.
[0090] Insbesondere bei einem aus 2 Komponenten hergestellten Auftragselement kann das Bürstchen
zu dessen Befestigung am Halteelement 7 auf das Halteelement aufgefädelt, der Länge
nach aufgesteckt sein und/oder zwischen den Enden der Halteelemente 7.1 und 7.2 aufgesteckt,
aufgeschraubt, verschweißt, verklebt, verrastet und/oder gesteckt sein. In diesen
Ausgestaltungen kann das Bürstchen insbesondere einen röhrenartigen Hohlraum umfassen,
durch oder in welchen das Halteelement verläuft bzw. ragt. Wie bereits erwähnt kann
das Bürstchen auch auf das Halteelement 7 aufgespritzt sein.
[0091] Wie insbesondere aus Fig. 4 ersichtlich ist, kann die Länge der Applikatorborsten,
jedoch auch die Dichte der Applikatorborsten, über den Umfang bzw. über die Länge
des Basiskörpers des Applikatorelements 3 variieren.
[0092] I m Beispiel der Fig. 1 bis 4 sind die Applikatorborsten im Bereich der Mitte des
Applikatorelements 3 am längsten, wobei die Länge der Applikatorborsten von der Oberseite
zur Unterseite des Applikatorelements 3 hin abnimmt. Als Unterseite soll dabei die
dem Haltekörper in der Konfiguration der Fig. 4 zugewandte Seite des Applikatorelements
3 verstanden werden. Erfahrungsgemäß ist dieser Bereich, d.h. die Unterseite, für
die Applikation der kosmetischen Substanz weniger relevant, so dass hier insbesondere
die Länge der Borsten, jedoch auch die Dichte der Borsten, gegenüber der applikationsrelevanten
Oberseite reduziert sein kann.
[0093] Wie bereits erwähnt, ist das zweite Halteelement 7.2 längsverschiebbar am Haltekörper
6 festgelegt. Fig. 5 zweigt ein zugehöriges ein die Längsverschiebbarkeit Festlegung
des zweiten Halteelements 7.2 betreffendes Detail.
[0094] Der Haltekörper 6 umfasst zur Längsverschiebung des zweiten Halteelements 7.2 einen
Linearschiebemechanismus, welcher im vorliegenden Fall ein von außerhalb des Haltekörpers
6 manuell bedienbares Schiebeelement 12, welches in einem Langloch 13 (siehe Fig.
1, 2) längsverschiebbar festgelegt ist.
[0095] Das Schiebeelement 12 weist einen durch das Langloch 13 ins Innere des Haltekörpers
6 ragenden Führungsdorn 14 und von diesem vorspringend einen rastfederartigen Haltezapfen
15.
[0096] Der Führungsdorn 14 ist ausgebildet zur Führung des Schiebeelements 12 im Langloch
13.
[0097] Der Haltezapfen 15 ist ausgebildet zur Befestigung des ersten Endes 8 des zweiten
Halteelements 7.2. Zur Befestigung des ersten Endes des zweiten Halteelements 7.2
umfasst der Schiebemechanismus eine Schiebeplatte 16 auf, die eine (nicht gezeigte
Öse) des ersten Endes 8 des zweiten Halteelements 7.2 durchgreift, bzw. darin eingreift.
Die Schiebeplatte 16 selbst kann im Haltekörper 6 vorhandenen Nuten geführt sein.
[0098] Neben der erwähnten und beschriebenen Möglichkeit der Verschiebung eines Halteelements
7.1, 7.2 in Längsrichtung relativ zum Haltekörper 6 durch ein längsverschiebbares
Schiebeelement 12, kann auch vorgesehen sein, dass ein Dreh-, Schraub, und/oder Hubmechanismus
umgesetzt ist, durch welchen durch eine Dreh-, Schraub- und/oder Hubbewegung eines
Betätigungselements das jeweilige Halteelement in Längsrichtung verschoben werden
kann.
[0099] Zur Montage des längsverschiebbaren zweiten Halteelements 7.2 wird dieses mit dem
ersten Ende 8 voran in die Führungshülse 10 und den Grundkörper 11 eingeführt und
so positioniert, dass der Haltezapfen 15 durch das Langloch 13 und Verschiebeplatte
16 und Öse des zweiten Halteelements 7.2 gesteckt werden kann. Bei richtiger Montage
ragen die Rastnasen am Ende des Haltezapfens 15 aus dem Durchgangsloch der Verschiebeplatte
16 heraus, so dass alle Teile des Verschiebemechanismus miteinander mechanisch fixiert
sind.
[0100] Es soll erwähnt werden, dass der vorweg beschriebene Linearschiebemechanismus in
analoger Weise auch bei den nachfolgend beschriebenen Kosmetikapplikatoren umgesetzt
sein kann. Insoweit wird nachfolgend auf wiederholte Beschreibung der generellen Funktion
des Linearschiebemechanismus verzichtet.
[0101] Fig. 6 bis 11 zeigen Seitenansichten eines zweiten Kosmetikapplikators 17 einer zweiten
Variante.
[0102] I m Unterschied zum ersten Kosmetikapplikator 5 weist der zweite Kosmetikapplikator
17 zwei Halteelemente 7 auf, die beide relativ zum Haltekörper 6 und zur Führungshülse
10 längsverschiebbar mit dem Haltekörper 6 gekoppelt sind. Jedes erste Ende der beiden
Halteelemente 7 ist mit einem Linearverschiebemechanismus gekoppelt, welche jeweils
ein Schiebeelement 12 aufweisen, und im Übrigen entsprechend der obigen Beschreibung
aufgebaut sein können.
[0103] Die beiden Halteelemente 7 sind im vorliegenden Beispiel unabhängig voneinander längsverschiebbar,
was bedeutet, dass die Linearverschiebemechanismen der einzelnen Halteelemente 7 nicht
miteinander gekoppelt sind.
[0104] Ein weiter Unterschied zum ersten Kosmetikapplikator 5 besteht darin, dass das Applikatorelement
3 im vorliegenden Fall biegsam ausgebildet ist. Durch die Biegbarkeit des Applikatorelements
3 und die Längsverschiebbarkeit der beiden Halteelemente 7 lassen sich bei der zweiten
Variante eine größere Vielzahl an unterschiedlichen Formen, Konturen und Ausrichtungen
beim Applikatorelement 3 einstellen. Die Vielfalt der möglichen Formen und Konturen
des Applikatorelements 3 hängt wie bereits erwähnt unter anderem auch von der Formstabilität
des Applikatorelements 3 und der Biegbarkeit der Halteelemente 7 ab.
[0105] Fig. 6 zeigt die Konfiguration, in welcher beide Halteelemente 7 maximal ausgefahren,
d.h. maximal aus dem Haltekörper 6 herausgeschoben sind. Diese Konfiguration entspricht
im Wesentlichen der der Fig. 3, mit dem einzigen Unterschied, dass hier das Applikatorelement
3 biegbar, und damit gekrümmt ist.
[0106] I m Ablauf der Fig. 7 bis 11 ist gezeigt, wie sich Form, Kontur und Ausrichtung des
Applikatorelements 3 ändern, wenn erst einer der Halteelemente 7 ganz zurückgezogen
wird, und sodann das andere Halteelement 7 in den Haltekörper zurückgezogen wird.
[0107] Die Strukturen, die durch die Halteelemente 7 und/oder das Applikatorelement 3 in
den Figuren 6 bis 11 ausgebildet werden reichen von Polygonal (Fig. 6) über im Wesentlichen
linear (Fig. 8) bis hin zu schlaufenförmig (Fig. 11), wobei eine Vielzahl unterschiedlicher
Zwischenstufen möglich ist, von denen Fig. 7, Fig. 9 und Fig. 10 lediglich einige
Beispiele zeigen.
[0108] In der Konfiguration der Fig. 8 bzw. Fig. 11 ist das Applikatorelement 3 auch so
geformt, dass dieses in einem entsprechenden (nicht gezeigten) Behälter, analog zu
Fig. 1 und Fig. 2, aufgenommen werden kann.
[0109] Bei Bedarf können die Linearverschiebemechanismen Rast- oder Fixiereinrichtungen
aufweisen, mit welchen die Halteelemente 7 an vorgegebenen Positionen verrastet bzw.
fixiert werden können. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Halteelemente 7
in der Konfiguration nach Fig. 8 oder Fig. 11, in welcher das Kosmetikutensil 1 mit
dem Behälter gekoppelt werden kann, und das Applikatorelement 3 im Behälter aufgenommen
ist, fixiert werden können.
[0110] Möglich ist es auch, dass die in den Fig. 6 bis 11 gezeigten Positionen durch vorgegebene
Rast- und/oder Fixiervorkehrungen eingestellt werden können. Es soll bemerkt werden,
dass eine im Vergleich zu den Fig. 6 bis Fig. 11 gröbere oder feinere Rasterung möglich
wäre, so dass insgesamt weniger oder noch mehr vorgegebene Konfigurationen für das
Applikatorelement 3 vorgegeben werden könnten.
[0111] Fig. 12 bis 15 zeigen Seitenansichten eines dritten Kosmetikapplikators 18 einer
dritten Variante.
[0112] Der dritte Kosmetikapplikator 18 ist ähnlich aufgebaut wie der zweite Kosmetikapplikator
17. Insbesondere weist der dritte Kosmetikapplikator 18 zwei längsverschiebbare Halteelemente
7 auf.
[0113] Im Unterschied zum zweiten Kosmetikapplikator 17 sind die Halteelemente jedoch nicht
getrennt voneinander längsverschiebbar, sondern diese sind über einen gemeinsamen
Linearverschiebemechanismus miteinander gekoppelt. Das bedeutet insbesondere, dass
bei Betätigung des Schiebeelements 12 beide Halteelemente 7 bewegt werden. Das kann
zur Vereinfachung der Handhabung des Kosmetikapplikators beitragen. Zum Linearverschiebemechanismus
wird auf die Ausführungen weiter oben verwiesen.
[0114] Fig. 12 zeigt eine Endposition, in welcher die Halteelemente 7 vollständig ausgeschoben
sind. Durch die Betätigung des Schiebeelements 12 nach unten, d.h. in Richtung des
geschlossenen Endes des Grundkörpers 11 werden beide Halteelemente 7 über die Führungshülse
eingezogen, und die durch Halteelemente 7 und Applikatorelement 3 außerhalb des Haltekörpers
7 gebildete Schlaufe verkleinert sich.
[0115] Durch die vergleichsweise enge Auslassöffnung der Führungshülse 10 wird beim Einziehen
der Halteelemente 7 eine Kraft auf das Applikatorelement 3 ausgeübt, so dass sich
dieses an der Sollbiegestelle, die etwa in dessen Mitte liegt, biegt, so dass die
Schlaufe eine Art zusammenklappende Bewegung ausführt.
[0116] Ist das Schiebeelement 12 ganz nach unten bewegt und sind die Halteelemente 7 vollständig
eingezogen, so entsteht ein vergleichsweise kompakt zusammengefaltetes, spitzbogenartiges
Applikatorelement 3, das insbesondere in einen üblichen Kosmetikbehälter eingebracht
werden kann, oder aber ggf. auch zur Applikation einer kosmetischen Substanz verwendet
werden kann.
[0117] Ein weiterer Unterschied zum zweiten Kosmetikapplikator 17 besteht darin, dass das
Applikatorelement 3 an einer etwa mittig gelegenen Stelle im Vergleich zum restlichen
Applikatorelement 3 eine verringerte Biegesteifigkeit aufweist, so dass sich das Applikatorelement
3 beim Einziehen der Halteelemente 7 bevorzugt im Bereich der Mitte biegt. Auf diese
Weise können beim Applikatorelement 3 insbesondere spitze Formen und Konturen erreicht
werden.
[0118] Es soll erwähnt werden, dass das Applikatorelement 3 eine oder auch mehrere Stellen
mit verringerter Biegesteifigkeit aufweisen kann. Die Anzahl der Stellen mit verringerter
Biegesteifigkeit und/oder der Grad der Verringerung der Biegesteifigkeit kann dabei
insbesondere in Abhängigkeit der gewünschten Applikation und den gewünschten Formvarianten
beim Applikatorelement gewählt werden. Lokal verringerte Biegesteifigkeit(en) können
auch bei den Applikatorelementen der anderen Kosmetikapplikatoren vorgesehen werden
bzw. vorhanden sein.
[0119] Möglich ist beim dritten Kosmetikapplikator 18 auch, dass keine Stellen verringerter
Biegesteifigkeit vorhanden sind, was vergleichbar mit der Ausgestaltung nach dem zweiten
Kosmetikapplikator 17 ist. Wie vorweg bereits angedeutet kann das Applikatorelement
3 des zweiten Kosmetikapplikators 17 zusätzlich eine oder mehrere Stellen verringerter
Biegesteifigkeit aufweisen, so dass auch hier spitze Formen und Konturen erreicht
werden können.
[0120] Die in Fig. 15 gezeigte Konfiguration des dritten Kosmetikapplikators 18 stellt die
Form dar, in welcher das Applikatorelement 3 auch in einen entsprechenden (nicht gezeigten)
Behälter des dritten Kosmetikapplikators 18 aufgenommen werden kann.
[0121] Analog wie beim zweiten Kosmetikapplikator 17 kann beim dritten Kosmetikapplikator
18 die Länge und/oder Dichte der Borsten im unteren Bereich des Applikatorelements
3, oder allgemeiner in dem für die Applikation der kosmetischen Substanz weniger relevanten
Bereichen des Applikatorelements 3, reduziert und/oder anders geformt sein, was insbesondere
aus den Fig. 12 bis Fig. 15 ersichtlich ist.
[0122] Fig. 16 bis 20 zeigen Seitenansichten eines vierten Kosmetikapplikators einer vierten
Variante.
[0123] Der vierte Kosmetikapplikator 19 unterscheidet sich von den bisher gezeigten Kosmetikapplikatoren
darin, dass dieser ein weiteres Halteelement 20 aufweist.
[0124] Das weitere Halteelement 20 ist, wie die beiden anderen Halteelemente 7 längsverschiebbar
mit dem Haltekörper 6 gekoppelt. Alle drei Halteelemente 7, 20 weisen separate Linearschiebemechanismen
mit entsprechenden Schiebeelementen 12 auf.
[0125] Die zweiten Enden 9 der Halteelemente 7 sind mit den voneinander abgewandten Enden
des Applikatorelements 3 verbunden. Das zweite Ende 9 des weiteren Halteelements 20
ist mittig mit dem Applikatorelement 3 verbunden.
[0126] Bei dem weiteren Halteelement 20 kann es sich insbesondere um einen biegesteifen
Draht oder ein biegesteifes drahtartiges Element handeln, mit welchem Zug- oder Druckkräfte
auf das Applikatorelement 3 ausgeübt werden können.
[0127] Die beiden anderen Halteelemente 7 können im Wesentlichen entsprechend der ersten
bis dritten Varianten ausgebildet sein, und insbesondere als biegbare Drähte, oder
drahtartige Elemente ausgebildet sein.
[0128] Durch Vorsehen des weiteren Halteelements 20, und ggf. einer reduzierten Biegefestigkeit
im Bereich der Angriffsstelle des weiteren Halteelements 20 am Applikatorelement 3,
kann die einstellbare Vielfalt an Formen und Konturen und Orientierungen beim Applikatorelement
3 gegenüber den ersten bis dritten Varianten noch erhöht werden. I m vorliegenden
Fall kann das Applikatorelement 3 durch separate Längsverschiebung der jeweiligen
Halteelemente 7, 20 in Form, Kontur und/oder Ausrichtung verändert werden.
[0129] I m Bereich der Verbindungsstelle des Applikatorelements 3 mit dem weiteren Halteelement
20 wird dieses im Wesentlichen in zwei Bereiche unterteilt, die, wie beispielsweise
aus Fig. 20 ersichtlich ist, durch entsprechende Einstellung der Halteelemente 7 und
des weiteren Halteelements 20 in Form und/oder Kontur unterschiedlich eingestellt
werden können.
[0130] Durch entsprechende Einstellung der Halteelemente 7 und des weiteren Halteelements
20 können insbesondere rund-konvexe (Fig. 16), spitz-konvexe (Fig. 17, Fig. 18), rund-konkave
(Fig. 29) und gemischt konvex-konkave Formen und Konturen beim Applikatorelement 3
eingestellt werden.
[0131] Die Linearschiebemechanismen der Halteelemente 7 und des weiteren Halteelements 20
sind im vorliegenden Fall bevorzugt jeweils mit einer Rast- oder Fixiereinrichtung
ausgestattet, so dass die Halteelemente 7 und das weitere Halteelement 20 an entsprechenden
Positionen eingerastet oder fixiert werden können.
[0132] Die Rast- und Fixiereinrichtungen können insbesondere derart ausgebildet sein, dass
die Halteelemente 7 und das weitere Halteelement 20 an beliebigen Stellen fixiert
werden können. Alternativ sind Rast- und Fixiereinrichtungen möglich, welche lediglich
vordefinierte Rast- und Fixierpositionen zulassen. Wegen Details zur Verrastung wird
auf die Ausführungen weiter oben verwiesen, welche hier analog gelten.
[0133] Insbesondere im Fall der vierten Variante mit insgesamt drei Halteelementen 7, 20
ist es möglich, dass die Linearschiebemechanismen zumindest teilweise oder abschnittsweise
miteinander gekoppelt sind.
[0134] Beispielsweise kann eine derartige Kopplung darin bestehen, die Halteelemente 7 zu
entriegeln, wenn das weitere Halteelement 20 in die maximal ausgeschobene Position
gebracht wird, so dass in der maximal ausgeschobenen Position des weiteren Halteelements
20 eine vorgegebene Form und Kontur beim Applikatorelement 3 erreicht wird.
[0135] Durch eine geeignete Kopplung, zumindest in bestimmten oder vorgegebenen Verschiebebereichen,
kann erreicht werden, dass die Einstellung eines der Halteelemente, im vorliegenden
Fall des weiteren Halteelements 20, in eine vorgegebene Verschiebeposition eine vorgegebene
Form und Kontur des Applikatorelements 3 bewirkt. Eine Kopplung von Halteelementen
7, 20 ist insbesondere sinnvoll, um die Handhabung des Kosmetikapplikators zu erleichtern
und/oder definierte Standardeinstellungen und -formen beim Applikatorelement 3 bereitzustellen.
[0136] Fig. 21 und 22 zeigen ein Detail betreffend Ausgestaltungen von Halteelementen der
Kosmetikapplikatoren.
[0137] Fig. 21 zeigt einen Ausschnitt einer Führungshülse 10 mit zwei darin geführten Halteelementen
7. Die beiden Halteelemente 7, vergleichbar zu den Halteelementen der zweiten und
dritten Variante, weisen definierte, jedoch unterschiedliche Querschnitte auf.
[0138] Genauer weist eines der Halteelemente 7 einen halb-kreisringförmigen Querschnitt
auf. Das andere Halteelement 7 weist einen halbkreisförmigen Querschnitt auf, wobei
an der flachen Seite eine mittig ausgebildete Ausbuchtung vorhanden ist. Die Ausbuchtung
ist derart, dass die flache Seite in der Kontur komplementär zur korrespondierenden
Seite des anderen Halteelements 7 ist.
[0139] Werden die Halteelemente 7 mit den komplementären Seiten einander zugewandt aneinander
gelegt, so bilden diese wegen der speziell ausgebildeten Querschnitte eine stab- oder
stangenartig Form mit kreisförmigem Außendurchmesser aus, so dass die Halteelemente
7 in Kombination optimal in der zylinderförmigen Führungshülse 10 geführt werden können.
[0140] Der Querschnitt der Halteelemente 7, 20 kann entsprechend der weiter oben beschriebenen
Auswahlliste gewählt werden, wobei die Wahl des Querschnitts unter anderem Einfluss
auf die Biege-, Zug- und/oder Drucksteifigkeit haben kann. Mit anderen Worten, es
kann durch die geeignete Wahl und Kombination der Querschnitte der Halteelemente 7
eine jeweils gewünschte Biege-, Zug- und/oder Drucksteifigkeit erreicht werden.
[0141] Fig. 23 und 24 zeigen beispielhafte Anwendungen des Kosmetikapplikators einer der
gezeigten Varianten bei der Anwendung von Mascara am menschlichen Auge.
[0142] I m Beispiel der Fig. 23 kann durch eine entsprechend eingestellte konvexgekrümmte
Form des Applikatorelements 3, beispielsweise des zweiten und dritten Kosmetikapplikators
17, 18, eine Applikation von Mascara bei waagrechter Schminkachse und senkrechter
Position des Kosmetikapplikators erreicht werden.
[0143] I m Beispiel der Fig. 23 kann durch eine geeignete, spitzbogenförmig-flache Kontur
des Applikatorelements 3 eine Applikation von Mascara bei senkrechter Schminkachse
und waagrechter Position des Kosmetikapplikators erreicht werden.
[0144] Insbesondere diese Beispiele zeigen, dass mit dem vorgeschlagenen Kosmetikapplikator
ein vergleichsweise breiter Anwendungsbereich erreicht werden kann, wobei die Applikation
eines Kosmetikums insbesondere wegen der Vielzahl an Einstellmöglichkeiten beim Applikatorelement
ersichtlich verbessert und vereinfacht werden kann.
Bezugszeichenliste
[0145]
- 1
- Kosmetikutensil
- 2
- Behälter
- 3
- Applikatorelement
- 4
- Verschlusskappe
- 5
- ersten Kosmetikapplikator
- 6
- Haltekörper
- 7
- Halteelement
- 7.1
- erstes Halteelement
- 7.2
- zweite Halteelement
- 8
- erstes Ende
- 9
- zweites Ende
- 10
- Führungshülse
- 11
- Grundkörper
- 12
- Schiebeelement
- 13
- Langloch
- 14
- Führungsdorn
- 15
- Haltezapfen
- 16
- Verschiebeplatte
- 17
- zweiter Kosmetikapplikator
- 18
- dritter Kosmetikapplikator
- 19
- vierter Kosmetikapplikator
- 20
- weiteres Halteelement
1. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) zur Applikation einer kosmetischen Substanz, umfassend
ein Applikatorelement (3) ausgebildet zum Auftragen der kosmetischen Substanz, und
umfassend einen Haltekörper (6), sowie zumindest zwei drahtartig ausgebildete Halteelemente
(7, 20), welche an deren ersten Ende (8) mit dem Haltekörper (6), und an deren zweiten
Ende (9) mit dem Applikatorelement (3) gekoppelt sind, wobei zumindest eines der Halteelemente
(7, 20) mit dem Haltekörper (6) derart gekoppelt ist, dass dieses in Längsrichtung
relativ zum Haltekörper (6) derart verschiebbar ist, dass durch eine Relativverschiebung
Position, Form und/oder Ausrichtung des Applikatorelements (3) veränderbar ist.
2. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach Anspruch 1, wobei zumindest zwei der Halteelemente
(7, 20) mit dem Haltekörper (6) derart gekoppelt sind, dass diese in deren Längsrichtung
relativ zueinander derart verschiebbar sind, dass durch eine Relativverschiebung Position,
Form und/oder Ausrichtung des Applikatorelements (3) veränderbar/einstellbar ist.
3. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei ein erstes
Ende (8) zumindest eines Halteelements (7, 20) mit einem Linearschiebemechanismus
des Haltekörpers linearverschiebbar gekoppelt ist.
4. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach Anspruch 3, wobei der Linearschiebemechanismus
eines Halteelements (7, 20) ein von einer Außenseite des Haltekörpers (6) manuell
bedienbares Schiebeelement (12) umfasst.
5. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach Anspruch 4, umfassend ferner eine Rastvorrichtung
welche derart ausgebildet ist, dass das Schiebeelement (12) an vorgegebenen Positionen
längs des Haltekörpers (6) einrastbar ist.
6. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei zumindest
ein erstes Ende (8) eines der Halteelemente (7.1) mit dem Haltekörper (6) oder einer
damit verbundenen oder daran ausgebildeten Führungshülse (10) positionsfest verbunden
ist.
7. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, umfassend mehrere
Halteelemente (7), wobei eines der Halteelemente (7.1) positionsfest am Haltekörper
(6) oder einer damit verbundenen oder daran ausgebildeten Führungshülse (10) festgelegt
ist, und das andere Halteelement (7.2) längsverschiebbar mit dem Haltekörper (6) gekoppelt
ist.
8. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, umfassend genau
zwei Halteelemente (7.1, 7.2), wobei beide Halteelemente (7.1, 7.2) längsverschiebbar
mit dem Haltekörper (6) gekoppelt sind.
9. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, umfassend genau
drei Halteelemente (7, 20), wobei zumindest zwei, bevorzugt drei der Halteelemente
(7, 20) mit dem Haltekörper (6) längsverschiebbar gekoppelt sind.
10. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei mit dem
Haltekörper (6) längsverschiebbar gekoppelte Halteelemente (7, 20) zumindest längs
eines ersten Verschiebewegs unabhängig voneinander verschiebbar sind.
11. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei mit dem
Haltekörper (6) längsverschiebbar gekoppelte Halteelemente (7, 20) derart miteinander
gekoppelt sind, dass eine Längsverschiebung zumindest eines der Halteelemente (20)
längs eines zweiten Verschiebewegs eine Längsverschiebung zumindest eines weiteren
Halteelements (7) bewirkt.
12. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei der Haltekörper
(6) eine Führungshülse (10) umfasst, und wobei zumindest eines der Halteelemente (7,
20), zumindest abschnittsweise, in der Führungshülse geführt ist.
13. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei der Querschnitt
des Halteelements (7, 20) ausgewählt ist aus folgender Gruppe: dreieckig, halbmondförmig,
halbkreisförmig, viereckig, quadratisch, rechteckig, elliptisch, halbelliptisch, sternförmig,
polygonal.
14. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei einander
zugewandte Flächen zweier Halteelemente (7) zueinander komplementäre Konturen aufweisen.
15. Kosmetikbehältnis (1), umfassend einen Behälter (2) zur Aufnahme einer kosmetischen
Substanz, und eine zum Verschließen einer Öffnung des Behälters (2) ausgebildete Verschlusskappe
(4) mit einem daran, vorzugsweise austauschbar, angebrachten Kosmetikapplikator (5,
17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei der Kosmetikapplikator (5, 17,
18, 19) derart ausgebildet ist, dass das Applikatorelement (3) derart verformbar ist,
dass dieses in einer Konfiguration im Behälter (2) aufnehmbar ist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) zur Applikation einer kosmetischen Substanz, umfassend
ein Applikatorelement (3) ausgebildet zum Auftragen der kosmetischen Substanz, und
umfassend einen Haltekörper (6), sowie zumindest zwei drahtartig ausgebildete Halteelemente
(7, 20), welche an deren ersten Ende (8) mit dem Haltekörper (6), und an deren zweiten
Ende (9) mit dem Applikatorelement (3) gekoppelt sind, wobei die zumindest zwei Halteelemente
(7, 20) zumindest abschnittsweise in einer mit dem Haltekörper (6) verbundenen oder
daran ausgebildeten Führungshülse (10) geführt sind, und wobei zumindest eines der
Halteelemente (7, 20) mit dem Haltekörper (6) derart gekoppelt ist, dass dieses in
Längsrichtung relativ zum Haltekörper (6) derart verschiebbar ist, dass durch eine
Relativverschiebung Position, Form und/oder Ausrichtung des Applikatorelements (3)
veränderbar ist.
2. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach Anspruch 1, wobei zumindest zwei der Halteelemente
(7, 20) mit dem Haltekörper (6) derart gekoppelt sind, dass diese in deren Längsrichtung
relativ zueinander derart verschiebbar sind, dass durch eine Relativverschiebung Position,
Form und/oder Ausrichtung des Applikatorelements (3) veränderbar/einstellbar ist.
3. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei ein erstes
Ende (8) zumindest eines Halteelements (7, 20) mit einem Linearschiebemechanismus
des Haltekörpers linearverschiebbar gekoppelt ist.
4. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach Anspruch 3, wobei der Linearschiebemechanismus
eines Halteelements (7, 20) ein von einer Außenseite des Haltekörpers (6) manuell
bedienbares Schiebeelement (12) umfasst.
5. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach Anspruch 4, umfassend ferner eine Rastvorrichtung
welche derart ausgebildet ist, dass das Schiebeelement (12) an vorgegebenen Positionen
längs des Haltekörpers (6) einrastbar ist.
6. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei zumindest
ein erstes Ende (8) eines der Halteelemente (7.1) mit dem Haltekörper (6) oder einer
damit verbundenen oder daran ausgebildeten Führungshülse (10) positionsfest verbunden
ist.
7. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, umfassend genau
zwei Halteelemente (7.1, 7.2), wobei beide Halteelemente (7.1, 7.2) längsverschiebbar
mit dem Haltekörper (6) gekoppelt sind.
8. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, umfassend genau
drei Halteelemente (7, 20), wobei zumindest zwei, bevorzugt drei der Halteelemente
(7, 20) mit dem Haltekörper (6) längsverschiebbar gekoppelt sind.
9. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei mit dem
Haltekörper (6) längsverschiebbar gekoppelte Halteelemente (7, 20) zumindest längs
eines ersten Verschiebewegs unabhängig voneinander verschiebbar sind.
10. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei mit dem
Haltekörper (6) längsverschiebbar gekoppelte Halteelemente (7, 20) derart miteinander
gekoppelt sind, dass eine Längsverschiebung zumindest eines der Halteelemente (20)
längs eines zweiten Verschiebewegs eine Längsverschiebung zumindest eines weiteren
Halteelements (7) bewirkt.
11. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei der Querschnitt
des Halteelements (7, 20) ausgewählt ist aus folgender Gruppe: dreieckig, halbmondförmig,
halbkreisförmig, viereckig, quadratisch, rechteckig, elliptisch, halbelliptisch, sternförmig,
polygonal.
12. Kosmetikapplikator (5, 17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei einander
zugewandte Flächen zweier Halteelemente (7) zueinander komplementäre Konturen aufweisen.
13. Kosmetikbehältnis (1), umfassend einen Behälter (2) zur Aufnahme einer kosmetischen
Substanz, und eine zum Verschließen einer Öffnung des Behälters (2) ausgebildete Verschlusskappe
(4) mit einem daran, vorzugsweise austauschbar, angebrachten Kosmetikapplikator (5,
17, 18, 19) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei der Kosmetikapplikator (5, 17,
18, 19) derart ausgebildet ist, dass das Applikatorelement (3) derart verformbar ist,
dass dieses in einer Konfiguration im Behälter (2) aufnehmbar ist.