[0001] Die Erfindung betrifft eine Bohrkrone zum Bohren eines Baugrundes und ein Verfahren
zum Lösen einer Bohrkrone zum Bohren eines Baugrundes von einem Rohr in abgeteuftem
Zustand.
[0002] Im Stand der Technik sind Bohrkronen zum Bohren eines Baugrundes bekannt. Derartige
Bohrkronen werden jeweils an einem Rohr befestigt, welches nach Fertigstellung der
Bohrung als sogenanntes verlorenes Rohr im Baugrund verbleibt. Derartige Rohre, mit
denen Drehbewegung und Vorschub auf die jeweilige Bohrkrone übertragen werden und
die daher fest mit der Bohrkrone verbunden sein müssen, werden auch als Einfachgestänge
bezeichnet.
[0003] Im Stand der Technik sind Verfahren zum Lösen einer Bohrkrone zum Bohren eines Baugrundes
von einem Rohr bekannt. Dabei kann das Lösen der Bohrkrone von dem Rohr in abgeteuftem
Zustand nicht mehr erfolgen; da bei tieferen Bohrungen üblicherweise die aus Bohrkrone
und Rohr gebildete Gesamtheit nicht mehr aus dem Baugrund gezogen werden kann, insbesondere
nicht, wenn der Durchmesser der Bohrkrone größer ist als der des Rohres, muss im Stand
der Technik das Rohr im Baugrund verbleiben. Alternativ werden im Stand der Technik
aufwendige Doppelgestänge verwendet oder es wird ein technisch aufwendiges Doppelkopfverfahren
zum Bohren angewendet.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine verbesserte Bohrkrone zum Bohren
eines Baugrundes und ein verbessertes Verfahren zum Lösen einer Bohrkrone zum Bohren
eines Baugrundes von einem Rohr anzugeben.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß hinsichtlich der Bohrkrone durch die Merkmalskombination
nach Anspruch 1 und hinsichtlich des Verfahrens durch die Merkmalskombination nach
Anspruch 11 gelöst.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Die Bohrkrone zum Bohren eines Baugrundes weist erfindungsgemäß ein Mittel zum internen
Lösen einer lösbaren Verbindung zwischen der Bohrkrone und dem Rohr auf. Unter internem
Lösen ist ein solches Lösen zu verstehen, bei dem nicht von außen auf die Bohrkrone
oder auf den Übergangsbereich des Rohres zur Bohrkrone zugegriffen werden muss.
[0008] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass in der Bohrkrone eine
Ausnehmung vorgesehen ist, in welche ein Entriegelungsbolzen einführbar ist, mit welchem
das Mittel zum Lösen ausgelöst wird. Bevorzugt ist die Ausnehmung zylindrisch und
zentrisch in der Bohrkrone angeordnet. Dadurch gelingt es nach Beendigung der Bohrung
auf einfache Weise, das eigentlich in den Baugrund einzubauende Bauteil, beispielsweise
ein Manschettenrohr oder ein Vereisungsrohr, in das Rohr - und damit in den Baugrund
- einzuschieben. Dabei ist der Entriegelungsbolzen als Kopfkonstruktion an dem eigentlich
in den Baugrund einzubauenden Bauteil befestigt. Wenn der Entriegelungsbolzen die
Bohrkrone erreicht und in dessen Ausnehmung eingeführt wird, wird automatisch die
Bohrkrone vom Rohr getrennt, also das Mittel zum Lösen ausgelöst. Anschließend kann
das Rohr ohne die Bohrkrone aus dem Baugrund gezogen werden, während die Bohrkrone
als verlorenes Bauteil und das eigentlich in den Baugrund einzubauende Bauteil im
Baugrund verbleiben. Damit kann, anders als im Stand der Technik, zumindest das Rohr
wiederverwendet werden, woraus sich insbesondere bei tiefen Bohrungen große wirtschaftliche
Vorteile ergeben.
[0009] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass das Mittel
zum Lösen der lösbaren Verbindung zwischen der Bohrkrone und dem Rohr eine Anzahl
radial verschieblicher Verriegelungsbolzen umfasst, die von einer verriegelnden ersten
Position in eine entriegelnde zweite Position verschiebbar ist. Die Verriegelungsbolzen
sind dazu aus korrespondierenden Vertiefungen des Rohres herausziehbar. Das Lösen
der Bohrkrone ist dadurch besonders einfach möglich. Außerdem ist dadurch eine sichere
Verbindung zwischen Rohr und Bohrkrone in verriegelnder Position möglich.
[0010] Bevorzugt ist dabei die Anzahl von Verriegelungsbolzen derart ausgebildet, dass sie
in ihrer verriegelnden ersten Position gegenüber einer Außenwandung eines Bohrkronenhalses
zumindest teilweise radial überstehen und in ihrer entriegelnden zweiten Position
gegenüber der Außenwandung des Bohrkronenhalses nicht radial überstehen. Besonders
bevorzugt ist der Innendurchmesser des Rohres geringfügig größer als der Außendurchmesser
des korrespondierenden Bohrkronenhalses. Eine formschlüssige und sehr tragfähige Verbindung
zwischen Rohr und Bohrkrone in verriegelnder Position ist dadurch besonders einfach
möglich.
[0011] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass das Mittel
zum Lösen der lösbaren Verbindung zwischen der Bohrkrone und dem Rohr eine das Auslösen
der Entriegelung bewirkende Haltehülse umfasst, die in der Ausnehmung angeordnet ist.
Die Haltehülse ist bevorzugt zur Auslösung der Entriegelung zwischen der verriegelnden
ersten Position und der entriegelnden zweiten Position axial verschiebbar. Dadurch
ist das Lösen der Bohrkrone von dem Rohr besonders einfach möglich.
[0012] Eine andere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Anzahl radial
verschieblicher Verriegelungsbolzen durch Federkraft derart vorgespannt ist, dass
diese beim Auslösen von einer verriegelnden ersten Position in eine entriegelnde zweite
Position verschiebbar ist. Dadurch gelingt das Lösen der Bohrkrone von dem Rohr mit
besonders geringer Kraftaufwendung und damit auch bei sehr großen Bohrtiefen besonders
einfach. Der Verriegelungsbolzen ist bevorzugt durch eine Schraubenfeder vorgespannt,
wodurch die Erfindung einfach vorspannbar und kompakt baubar ist.
[0013] Eine andere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass am Bohrkronenhals
eine Anzahl von Ausformungen angeordnet ist, die in eine Anzahl korrespondierender
Randausnehmungen des Rohres axial einsteckbar ist. Dadurch ist auf besonders effektive
wie einfache Weise die Bohrkrone mit dem Rohr formschlüssig momentenfest verbindbar,
wodurch die Erfindung zur Übertragung einer Drehbewegung mit hohem Drehmoment geeignet
ist, da die Momentenübertragung in verriegelnder Position nicht über die Verriegelungsbolzen
erfolgen muss, wodurch diese wiederum nur zur axialen Fixierung - und dadurch vergleichsweise
filigran - ausgelegt sein müssen. Dadurch ist auch die Erfindung besonders sicher,
da die Gefahr eines ungewollten Verklemmens besonders gering ist.
[0014] Eine andere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Ausnehmung
mit einem Konus versehen ist. Dadurch ist die Einführung des Entriegelungsbolzens
vereinfacht, da der Entriegelungsbolzen automatisch zentriert wird. Besonders bevorzugt
weist auch der der Kopf des Entriegelungsbolzens selbst eine konische Form und/oder
eine Ausrundung auf, wodurch nicht nur die Einführung des Entriegelungsbolzens in
die Ausnehmung, sondern auch die axiale Durchführung des Entriegelungsbolzens durch
das Rohr besonders vereinfacht ist.
[0015] Es ist möglich, die Bohrkrone mittels einer Vorspannvorrichtung unter Vorspannung
mit dem Rohr zu verbinden und in dieser Position zu verriegeln, so dass beim Entriegeln
der Bohrkrone vom Rohr sich Bohrkrone und Rohr automatisch beabstanden, sodass das
Rohr anschließend besonders einfach gezogen werden kann.
[0016] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Lösen einer Bohrkrone zum Bohren eines Baugrundes
von einem Rohr in abgeteuftem Zustand sieht vor, dass eine Verbindung zwischen der
Bohrkrone und einem Rohr intern gelöst wird. Dabei muss nicht von außen auf die Bohrkrone
oder auf den Übergangsbereich des Rohres zur Bohrkrone zugegriffen werden, wodurch
das Rohr nach Fertigstellung der Bohrung gezogen werden kann und nur die gelöste Bohrkrone
ein verlorenes Bauteil ist. Bevorzugt wird dabei die erfindungsgemäße Bohrkrone verwendet.
Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, dass ein
das Lösen der Bohrkrone auslösender Entriegelungsbolzen in eine in der Bohrkrone angeordnete,
zentrische, zylindrische Ausnehmung eingeführt wird.
[0017] Wenn der Entriegelungsbolzen die Bohrkrone erreicht und in dessen Ausnehmung eingeführt
wird, wird automatisch die Bohrkrone vom Rohr getrennt, also das Mittel zum Lösen
ausgelöst. Anschließend kann das Rohr ohne die Bohrkrone aus dem Baugrund gezogen
werden, während lediglich die Bohrkrone als verlorenes Bauteil und das eigentlich
in den Baugrund einzubauenden Bauteil im Baugrund verbleiben. Damit kann, anders als
im Stand der Technik, zumindest das Rohr wiederverwendet werden, woraus sich insbesondere
bei tiefen Bohrungen große wirtschaftliche Vorteile ergeben.
[0018] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor,
dass der Entriegelungsbolzen einen Kragen aufweist, dessen Außendurchmesser größer
ist als der Innendurchmesser der Haltehülse und dessen Innendurchmesser kleiner ist
als der Innendurchmesser der Haltehülse und dass durch das Einführen des Entriegelungsbolzens
in die Ausnehmung eine darin angeordnete Haltehülse zur Auslösung der Entriegelung
axial von einer verriegelnden ersten Position in eine entriegelnde zweite Position
verschoben wird. Die Entriegelung der Bohrkrone vom Rohr kann damit selbstzentrierend
vorgenommen werden, ohne dass es also einer planmäßigen Zentrierung des Entriegelungsbolzens
bedarf. Das Lösen der Bohrkrone erfolgt damit besonders einfach.
[0019] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht
vor, dass durch das axiale Verschieben der Haltehülse von der verriegelnden ersten
Position in die entriegelnde zweite Position eine Anzahl radial verschieblicher und
unter Vorspannung stehender Verriegelungsbolzen entriegelt werden, wodurch sich die
Verriegelungsbolzen von einer verriegelnden ersten Position in eine entriegelnde zweite
Position verschieben. Dadurch ist das Lösen der Bohrkrone von dem Rohr besonders einfach
möglich.
[0020] Eine andere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor,
dass die Anzahl von Verriegelungsbolzen in ihrer verriegelnden ersten Position gegenüber
einer Außenwandung eines Bohrkronenhalses zumindest teilweise radial überstehen und
in ihrer entriegelnden zweiten Position gegenüber der Außenwandung des Bohrkronenhalses
nicht radial überstehen. Besonders bevorzugt ist der Innendurchmesser des Rohres geringfügig
größer als der Außendurchmesser des korrespondierenden Bohrkronenhalses. Eine formschlüssige
und sehr tragfähige Verbindung zwischen Rohr und Bohrkrone in verriegelnder Position
ist dadurch besonders einfach möglich.
[0021] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand von Zeichnungen näher
erläutert.
[0022] Darin zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische, schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Bohrkrone,
- Figur 2
- eine perspektivische, schematische Darstellung eines zugehörigen Rohres,
- Figur 3
- einen Längsschnitt einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bohrkrone im verriegelten
Zustand,
- Figur 4
- einen Längsschnitt einer Ausführungsform eines zugehörigen Entriegelungsbolzens,
- Figur 5
- einen Längsschnitt einer Ausführungsform einer zugehörigen Haltehülse,
- Figur 6
- einen Längsschnitt eines Ausschnittes der Bohrkrone nach Figur 3 und
- Figur 7
- einen Längsschnitt der ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bohrkrone im entriegelten
Zustand mit eingeschobenem Entriegelungsbolzen.
[0023] Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
Figur 1 zeigt eine perspektivische, schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Bohrkrone
1, die zur Herstellung eines vertikalen Bohrlochs in einem nicht gezeigten Baugrund
verwendet werden soll. Die Bohrkrone 1 weist an ihrem unteren Ende eine zylindrische
Außenwandung auf, aus der vier Ausformungen 1.1 nach oben herausragen, aber gegenüber
der zylindrischen Außenwandung am unteren Ende der Bohrkrone 1 nicht nach außen überstehen.
Die Ausformungen 1.1 sind jeweils separate Elemente, die jeweils mit einer Schraube
1.2 im Grundkörper der Bohrkrone 1 befestigt sind. Die Bohrkrone 1 ist in ihrem oberen
Bereich durch die Anordnung einer Ausnehmung 1.3 hohlzylindrisch ausgebildet, welche
sich innerhalb eines Bohrkronenhalses 1.4 befindet und die an ihrem oberen Rand einen
Konus 1.5 aufweist. Die Bohrkrone 1 dient dem drehfesten Anschluss an ein hier nicht
gezeigtes und in den Figuren 2, 3 und 7 dargestelltes Rohr 2. In dem Bohrkronenhals
1.4 sind zwei Verriegelungsbolzen 3 angeordnet, die radial verschieblich und jeweils
mittels einer Fixierplatte 3.3 im Bohrkronenhals 1.4 befestigt sind. Die Fixierplatten
3.3 stehen gegenüber der Außenwandung des Bohrkronenhalses 1.4 nicht nach außen über.
Die Verriegelungsbolzen 3 sind radial verschiebbar, und zwar von einer verriegelnden
ersten Position in eine entriegelnde zweite Position, wobei sie in ihrer hier nicht
dargestellten verriegelnden ersten Position gegenüber der Außenwandung des Bohrkronenhalses
1.4 teilweise radial überstehen und in ihrer hier dargestellten entriegelnden zweiten
Position gegenüber der Außenwandung des Bohrkronenhalses 1.4 nicht radial überstehen.
Figur 2 zeigt das mit der Bohrkrone 1 zu verbindende Rohr 2, welches an seinem unteren Rand
vier Randausnehmungen 2.1 aufweist, welche in ihrer Form und in ihrer Anordnung mit
den hier nicht gezeigten Ausformungen 1.1 korrespondieren. Der Außendurchmesser des
Rohres 2 ist etwa so groß wie der Außendurchmesser der hier nicht gezeigten Bohrkrone
1. Der Innendurchmesser des Rohres 2 ist geringfügig größer als der Außendurchmesser
des Bohrkronenhalses 1.4, so dass dieser in das Rohr 2 mit kleinem Spiel oder spielfrei
einsteckbar ist. In der Innenwandung des Rohres 2 sind zwei Vertiefungen 2.2 gegenüberliegend
angeordnet, deren Größe und Lage mit Größe und Lage der Verriegelungsbolzen 3 korrespondieren.
Figur 3 zeigt einen Längsschnitt eines Teils des Rohres 2 sowie der erfindungsgemäßen Bohrkrone
1 in ihrem verriegelten Zustand, also in dem Zustand, in welchem die Bohrkrone 1 derart
fest mit dem Rohr 2 verbunden ist, dass dessen Drehbewegung und Vorschub auf die Bohrkrone
1 übertragbar ist, so dass ein Bohrloch herstellbar ist. Die aus Stahl gefertigten
Ausformungen 1.1 sind jeweils mittels zweier Schrauben 1.2 mit dem Grundkörper der
Bohrkrone 1 verbunden, so dass Ausformungen 1.1 und Bohrkrone 1 mit ihren zylindrischen
Außenflächen bündig sind. Die zentrisch angeordnete zylinderförmige Ausnehmung 1.3
weist an ihrem links dargestellten Ende den Konus 1.5 auf, der zur Erleichterung des
Einführens eines Mediums dient. Die Darstellung zeigt zwei Verriegelungsbolzen 3,
die radial verschieblich und jeweils mittels der Fixierplatte 3.3 im Bohrkronenhals
1.4 befestigt sind. Die Fixierplatten 3.3 stehen gegenüber der Außenwandung des Bohrkronenhalses
1.4 nicht nach außen über. Die Verriegelungsbolzen 3 befinden sich hier in ihrer verriegelnden
ersten Position, in der sie gegenüber der Außenwandung des Bohrkronenhalses 1.4 teilweise
radial überstehen und in die korrespondierenden innenseitigen Vertiefungen 2.2 des
Rohres 2 eingreifen, so dass dieses insbesondere in axialer Richtung gegenüber dem
Bohrkronenhals 1.4 und damit gegenüber der Bohrkrone 1 fixiert ist. Jeder Verriegelungsbolzen
3 ist fest mit einer Fußplatte 3.1 verbunden, welche mittels einer vorgespannten Schraubenfeder
3.2 mit einer nach innen, radial auf eine Außenwandung einer Haltehülse 4, gerichteten
Druckkraft beaufschlagt ist. Die Haltehülse 4 weist einen Außendurchmesser auf, der
geringfügig kleiner ist als der Innendurchmesser der Ausnehmung 1.3. Dadurch ist die
der temporären Lagefixierung der Verriegelungsbolzen 3 und derer Fußplatten 3.1 dienende
Haltehülse 4 axial verschiebbar.
Figur 4 zeigt einen Entriegelungsbolzen 5, der in seinem rechts dargestellten vorderen Bereich
einen Kragen 5.1 aufweist, dessen Außendurchmesser größer ist als der des zylinderförmigen
Grundkörpers des Entriegelungsbolzens 5. Der Außendurchmesser des Kragens 5.1 ist
kleiner als der Innendurchmesser der Ausnehmung 1.3 und größer als der Innendurchmesser
der Haltehülse 4. Am vorderen Bereich des Entriegelungsbolzens 5 ist eine Ventilkugel
6 mittels einer Ventilfeder 7 gegenüber einem mit dem Entriegelungsbolzen 5 verschraubten
Kopf 8 verspannt, so dass ein Rückschlagventil gebildet ist, durch das ein unter ausreichendem
Druck stehendes Fluid aus dem Kopf 8 ausströmbar ist, wobei ein Einströmen eines Fluides
durch den Kopf 8 in den Entriegelungsbolzen 5 jedoch verhindert ist. Der Entriegelungsbolzen
5 weist an seinem links dargestellten Ende ein Innengewinde auf, mit dem er mit einem
eigentlich in den Baugrund einzubauendes Bauteil, beispielsweise ein Manschettenrohr
oder ein Vereisungsrohr, verbindbar ist, so dass der Entriegelungsbolzen 5 mit Ventilkugel
6, Ventilfeder 7 und Kopf 8 einen Lanzenkopf für das Manschettenrohr bzw. das Vereisungsrohr
bilden kann. Es ist auch möglich, dass der Entriegelungsbolzen 5 an seinem links dargestellten
Ende mit einem Außengewinde zum Anschluss an das eigentlich in den Baugrund einzubauende
Bauteil versehen ist.
Figur 5 zeigt eine Schnittdarstellung durch die im Wesentlichen zylinderförmige Haltehülse
4. Die Innenwandung der Haltehülse 4 weist einen über ihre Länge konstanten Innendurchmesser
auf. Die Außenwandung der Haltehülse 4 weist einen über ihre Länge veränderlichen
Außendurchmesser auf, wobei der Außendurchmesser an den rechts und links gezeigten
Rändern der Haltehülse 4 geringfügig größer ist als im mittleren Bereich der Haltehülse
4, dessen Länge etwas größer ist als die axiale Ausdehnung der hier nicht gezeigten
Fußplatten 3.1, wodurch die Haltehülse 4 in eingebautem Zustand mittels der unter
radialer Federkraft stehenden Fußplatten 3.1 in der in Figur 3 gezeigten verriegelnden
Position axial selbstfixiert ist. Dadurch, dass der Außendurchmesser vom links dargestellten
Rand der Haltehülse 4 nur allmählich, nämlich unter geringer Neigung von etwa 10°,
abnimmt, ist die Haltehülse 4 in ihrem eingebauten Zustand unter Einwirkung einer
definierten axial gerichteten Kraft von ihrer verriegelnden Position heraus gegen
verschiebbar, wobei die in Figur 3 erläuterten Fußplatten 3.1 gegen die Federkraft
der Schraubenfedern 3.2 radial nach außen verschoben werden. Der Außendurchmesser
nimmt auch vom rechts dargestellten Rand der Haltehülse 4 nur allmählich, nämlich
unter geringer Neigung von etwa 10°, ab. Dadurch ist die Haltehülse 4 spiegelsymmetrisch,
wodurch sie in ihrer Einbaulage in beiden möglichen Richtungen in die Bohrkrone gleichwirkend
einbaubar ist.
Figur 6 zeigt einen Längsschnitt einiger Teile der Bohrkrone nach Figur 3, nämlich der Bauteile,
die ein Rückschlagventil bilden, das eine ähnliche Wirkungsweise wie das in Figur
4 beschriebene hat. Dabei handelt es sich um eine Distanzplatte 1.6, welche ein Außengewinde
zur Befestigung in einem korrespondierenden Innengewinde im Grundkörper der Bohrkrone
1 aufweist, eine Kugel 1.7, eine Ventilfeder 1.8 sowie um eine mit Durchgangsbohrungen
versehene, runde Halteplatte 1.9, die rechts zudem in ihrer Ansicht dargestellt ist.
Im eingebauten Zustand verhindert das mit den dargestellten Elementen gebildete Rückschlagventil,
dass ein Fluid von außen über die Bohrkrone 1 in das Rohr 2 einströmt, wenngleich
sichergestellt ist, dass ein unter ausreichendem Druck stehendes Fluid aus der Bohrkrone
1 nach außen austreten kann.
Figur 7 zeigt einen Längsschnitt eines Teils des Rohres 2 sowie der erfindungsgemäßen Bohrkrone
1 gemäß Figur 3, allerdings in ihrem entriegelten Zustand, also in dem Zustand, in
welchem der Entriegelungsbolzen 5 bereits ausreichend tief eingeführt ist, so dass
die Bohrkrone 1 zwar einerseits noch drehfest mit dem Rohr 2 verbunden ist, dass dessen
Drehbewegung und Vorschub auf die Bohrkrone 1 übertragbar ist, also die Ausformungen
1.1 noch in Wirkverbindung mit den korrespondierenden Randausnehmungen 2.1 stehen,
dass aber andererseits die Haltehülse 4 mittels des Kragens 5.1 bereits so weit axial
verschoben wurde, dass die Fußplatten 3.1 unter Einwirkung der Federkraft der Schraubenfedern
3.2 radial nach innen gedrückt wurden, dass die Verriegelungsbolzen 3 nicht mehr in
die Vertiefungen 2.2 eingreifen. Damit ist die Bohrkrone 1 nicht mehr axial gegenüber
dem Rohr 2 gesichert, so dass das Rohr 2 von der Bohrkrone 1 abgezogen werden kann.
Damit ist es möglich, das Rohr 2 aus dem Baugrund zu ziehen, so dass nur die Bohrkrone
1 als verlorenes Bauteil im Baugrund verbleibt. Dies ist besonders effektiv, da durch
das Einführen des Entriegelungsbolzens 5, an welchem das eigentlich einzubauende Bauteil,
welches hier nicht gezeigt ist, befestigt ist, das eigentlich einzubauende Bauteil,
beispielsweise ein Manschettenrohr oder ein Vereisungsrohr, bereits eingebaut ist.
Das Einführen des Entriegelungsbolzens 5 ist infolge einer Interaktion des Konus 1.5
und des konischen Kopfes 8 besonders einfach und selbstzentrierend erfolgt. Das heißt,
dass erfindungsgemäß dann, wenn nach Abschluss der Bohrung nach Erreichen der endgültigen
Bohrlochtiefe das eigentlich einzubauende Bauteil, an dessen Spitze der Entriegelungsbolzen
5 angebracht ist, seine vorbestimmte Lage erreicht, die Bohrkrone 1 automatisch vom
Rohr 2 gelöst wird. Anschließend kann das Rohr 2 ohne die Bohrkrone 1 aus dem Baugrund
gezogen werden, während abgesehen von der Bohrkrone 1 das Manschettenrohr oder das
Vereisungsrohr im Baugrund verbleibt. Es ist ebenso möglich, andere auf die erfindungsgemäße
Weise eingeführte Einbauten im Baugrund zu belassen, beispielsweise Gewi-Stähle.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0024]
- 1
- Bohrkrone
1.1 Ausformung
1.2 Schraube
1.3 Ausnehmung
1.4 Bohrkronenhals
1.5 Konus
1.6 Distanzplatte
1.7 Kugel
1.8 Ventilfeder
1.9 Halteplatte
- 2
- Rohr
2.1 Randausnehmung
2.2 Vertiefung
- 3
- Verriegelungsbolzen
3.1 Fußplatte
3.2 Schraubenfeder
3.3 Fixierplatte
- 4
- Haltehülse
- 5
- Entriegelungsbolzen
5.1 Kragen
- 6
- Ventilkugel
- 7
- Ventilfeder
- 8
- Kopf
1. Bohrkrone (1) zum Bohren eines Baugrundes,
gekennzeichnet durch ein Mittel zum internen Lösen einer lösbaren Verbindung zwischen der Bohrkrone (1)
und einem Rohr (2).
2. Bohrkrone (1) nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch eine Ausnehmung (1.3), in die ein Entriegelungsbolzen (5) zum Auslösen der Mittel
zum Lösen einführbar ist.
3. Bohrkrone (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet dass das Mittel zum Lösen der lösbaren Verbindung zwischen der Bohrkrone (1) und dem Rohr
(2) eine Anzahl radial verschieblicher Verriegelungsbolzen (3) umfasst, die von einer
verriegelnden ersten Position in eine entriegelnde zweite Position verschiebbar ist.
4. Bohrkrone (1) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet dass die Anzahl von Verriegelungsbolzen (3) in ihrer verriegelnden ersten Position gegenüber
einer Außenwandung eines Bohrkronenhalses (1.4) zumindest teilweise radial übersteht
und in ihrer entriegelnden zweiten Position gegenüber der Außenwandung des Bohrkronenhalses
(1.4) nicht radial übersteht.
5. Bohrkrone (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet dass das Mittel zum Lösen der lösbaren Verbindung zwischen der Bohrkrone (1) und dem Rohr
(2) eine das Auslösen der Entriegelung bewirkende Haltehülse (4) umfasst, die in der
Ausnehmung (1.3) angeordnet ist.
6. Bohrkrone (1) nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet dass die Haltehülse (4) zur Auslösung der Entriegelung axial verschiebbar ist zwischen
der verriegelnden ersten Position und der entriegelnden zweiten Position.
7. Bohrkrone (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet dass
die Anzahl radial verschieblicher Verriegelungsbolzen (3) durch Federkraft derart
vorgespannt ist, dass diese beim Auslösen von einer verriegelnden ersten Position
in eine entriegelnde zweite Position verschiebbar ist.
8. Bohrkrone (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet dass jeder Verriegelungsbolzen (3) durch eine Schraubenfeder vorgespannt ist.
9. Bohrkrone (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet dass
am Bohrkronenhals (1.4) eine Anzahl von Ausformungen (1.1) angeordnet ist, die in
eine Anzahl korrespondierender Randausnehmungen (2.1) des Rohres (2) axial einsteckbar
ist.
10. Bohrkrone (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet dass
die Ausnehmung (1.3) mit einem Konus (1.5) zur vereinfachten Einführung des Entriegelungsbolzens
(5) versehen ist.
11. Verfahren zum Lösen einer Bohrkrone (1) zum Bohren eines Baugrundes von einem Rohr
(2) in abgeteuftem Zustand, insbesondere zum Lösen einer Bohrkrone (1) gemäß einem
der vorhergehenden Ansprüche von einem Rohr (2), wobei eine Verbindung zwischen der
Bohrkrone (1) und einem Rohr (2) intern gelöst wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass ein das Lösen der Bohrkrone (1) auslösender Entriegelungsbolzen (5) in eine in der
Bohrkrone (1) angeordnete, zentrische, zylindrische Ausnehmung (1.3) eingeführt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass der Entriegelungsbolzen (5) einen Kragen (5.1) aufweist, dessen Außendurchmesser
größer ist als der Innendurchmesser der Haltehülse (4) und dessen Innendurchmesser
kleiner ist als der Innendurchmesser der Haltehülse (4) und
dass durch das Einführen des Entriegelungsbolzens (5) in die Ausnehmung (1.3) eine
darin angeordnete Haltehülse (4) zur Auslösung der Entriegelung axial von einer verriegelnden
ersten Position in eine entriegelnde zweite Position verschoben wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass durch das axiale Verschieben der Haltehülse (4) von der verriegelnden ersten Position
in die entriegelnde zweite Position eine Anzahl radial verschieblicher und unter Vorspannung
stehender Verriegelungsbolzen (3) entriegelt werden, wodurch sich die Verriegelungsbolzen
(3) von einer verriegelnden ersten Position in eine entriegelnde zweite Position verschieben.
15. Verfahren nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl von Verriegelungsbolzen (3) in ihrer verriegelnden ersten Position gegenüber
einer Außenwandung eines Bohrkronenhalses (1.4) zumindest teilweise radial überstehen
und in ihrer entriegelnden zweiten Position gegenüber der Außenwandung des Bohrkronenhalses
(1.4) nicht radial übersteht.