[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung von Schienenfahrzeugen, eine entsprechende
Strecke mit zwei Speichereinrichtungen sowie ein passend eingerichtetes Schienenfahrzeug.
[0002] Für eine eingleisige Strecke zwischen zwei Bahnhöfen mit wechselnder Befahrungsrichtung
ist es bekannt, das Problem der Zugsicherung mittels komplexer Stellwerks- und Signaltechnik
zusammen mit einem Zugbeeinflussungssystem, umfassend eine Zug-Stopp-Funktion, zu
lösen.
[0003] Aus der Druckschrift
EP 1 075 995 A1 ein Verfahren zum fahrzeugbewirkten Stellen von Stellelementen unter Verwendung einer
Zentrale zur bedarfsweisen Tokenzuweisung an Fahrzeuge und unter Verwendung von stellelementseitigen
Speichern zur Hinterlegung von den Fahrzeugen zuweisbaren Token bekannt. Bei diesem
bekannten Verfahren hinterlegt ein jeweiliges der Stellelemente nach Anerkennung und
Ausführung eines Stellauftrages in seinem Speicher einen Token, der von einem den
aktuellen Stellauftrag autorisierenden Token verschieden ist. Dieser hinterlegte Token
ist der Zentrale bereits bekannt oder das jeweilige Stellelement meldet diesen hinterlegten
Token über das den aktuellen Stellauftrag autorisierende Fahrzeug an die Zentrale.
[0004] Hierbei ist es von Nachteil, dass die Zugsicherung für die eingleisige Strecke zentral
umgesetzt wird, was die Komplexität erhöht.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, diesen Nachteil zu vermeiden und eine alternative
dezentrale Lösung mit geringer Komplexität vorzustellen, die auch mit einer für den
Bahnbetrieb erforderlichen Sicherheit eine Zugsicherung gewährleistet.
[0006] Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen sind insbesondere den abhängigen Ansprüchen entnehmbar.
[0007] Zur Lösung der Aufgabe wird ein Verfahren zur Steuerung von Schienenfahrzeugen vorgeschlagen,
- bei dem eine Strecke eine erste und eine zweite Speichereinrichtung aufweist, wobei
höchstens eine der Speichereinrichtungen ein Exklusivrecht zum Befahren der Strecke
bereitstellt,
- bei dem das Exklusivrecht zum Befahren der Strecke von einem Schienenfahrzeug aus
der ersten Speichereinrichtung ausgelesen wird und die erste Speichereinrichtung in
einen Zustand versetzt wird, in dem sie kein Exklusivrecht zum Befahren der Strecke
bereitstellt,
- bei dem von dem Schienenfahrzeug das Exklusivrecht an die zweite Speichereinrichtung
übergeben wird.
[0008] Somit wird insbesondere für eine eingleisige Strecke zwischen zwei Bahnhöfen mit
wechselnder Befahrungsrichtung das Problem der Zugsicherung mittels des Exklusivrechts
(realisiert z.B. mittels eines Token) gelöst. Dies erfolgt vorteilhaft mit minimalem
Einsatz von dezentraler Streckenausrüstung.
[0009] Vorteilhaft kann das Exklusivrecht auch für eine Beeinflussung bzw. Steuerung (z.B.
Einleitung bzw. Durchführung eines Bremsvorgangs) des Schienenfahrzeugs genutzt werden.
[0010] Eine Weiterbildung ist es, dass die Strecke eine eingleisige Strecke, beispielsweise
zwischen zwei Bahnhöfen, ist.
[0011] Eine andere Weiterbildung ist es, dass von dem Schienenfahrzeug kurz vor, kurz nach
oder mit Verlassen der Strecke das Exklusivrecht an die zweite Speichereinrichtung
übergeben wird.
[0012] Insbesondere ist es eine Weiterbildung, dass die Speichereinrichtungen im Bereich
der Enden der eingleisigen Strecke angeordnet sind.
[0013] Auch ist es eine Weiterbildung, dass die erste Speichereinrichtung und die zweite
Speichereinrichtung ein RFID-Tag aufweisen, wobei das Exklusivrecht mindestens einem
vorgegebenen Wert oder Signal des RFID-Tags entspricht.
[0014] Somit kann das RFID-Tag von dem Schienenfahrzeug beim Einfahren in die Strecke gelesen
und mittels eines Steuersignals als ungültig markiert werden. Alternativ kann das
RFID-Tag auch von dem Schienenfahrzeug mit einem ungültigen Wert beschrieben werden,
wobei grundsätzlich jeder Wert möglich ist, der anzeigt, dass von der Speichereinrichtung
kein Exklusivrecht bereitstellbar ist.
[0015] Hierbei sei angemerkt, dass zwischen dem Schienenfahrzeug und den Speichereinrichtungen
jede Art von Kommunikation, z.B. drahtlose Übertragungstechnik, Nahfeldkommunikation,
Kommunikation über eine (Strom-)Leitung, etc. möglich ist. Dabei kann die Speichereinrichtung
aktiv oder passiv ausgeführt sein. Die Kommunikationseinrichtung des Schienenfahrzeugs,
die zum Lesen und/oder Schreiben des Exklusivrechts oder einer mit dem Exklusivrecht
verbundenen Information eingerichtet ist, kann ebenfalls aktiv oder passiv ausgeführt
sein.
[0016] Ferner ist es eine Weiterbildung, dass zum Befahren der Strecke von dem Schienenfahrzeug
aus der ersten Speichereinrichtung das Exklusivrecht ausgelesen und gespeichert wird.
[0017] In diesem Fall kann das Exklusivrecht von dem Schienenfahrzeug "mitgeführt" werden
und ggf. bei Verlassen der Strecke in der zweiten Speichereinrichtung gespeichert
("übergeben") werden. Bildlich gesprochen transportiert somit das Schienenfahrzeug
das Exklusivrecht von der ersten zu der zweiten Speichereinrichtung. Es gibt eine
Vielzahl von technischen Realisierungen, die einen solchen funktionalen "Transport"
des Exklusivrechts ermöglichen. Beispielsweise können Ansätze genutzt werden, die
einen Token vergeben und verwalten, um eine (temporäre) Exklusivität einer Ressource,
hier der Strecke, zu gewährleisten.
[0018] Hierbei sei angemerkt, dass natürlich die erste und zweite Speichereinrichtung vertauscht
ausgeführt sein können. Insbesondere können diese im Wesentlichen funktional symmetrisch
ausgeführt sein, d.h. beide Speichereinrichtungen sind dazu eingerichtet, das Exklusivrecht
bereitstellen zu können und nach einem Bereitstellen das Exklusivrecht erst dann wieder
bereitstellen zu können, wenn es - z.B. mittels des Schienenfahrzeugs - als "bereitstellbar"
gekennzeichnet, z.B. zurückgesetzt oder gespeichert wurde. Allerdings kann - sofern
diese beiden Speichereinrichtungen einen exklusiven Fahrbetrieb auf einer Strecke
regeln sollen - immer nur eine von beiden das Exklusivrecht bereitstellen oder aber
keine von beiden stellt das Exklusivrecht bereit, wenn ein Schienenfahrzeug die Strecke
befährt. So wird wechselseitig die Zugsicherung für einen alternierenden Betrieb der
Strecke gewährleistet.
[0019] Im Rahmen einer zusätzlichen Weiterbildung wird nach dem Auslesen des Exklusivrechts
das Exklusivrecht in der ersten Speichereinrichtung als ungültig markiert, überschrieben,
zurückgesetzt oder gelöscht.
[0020] Dies sind einige Möglichkeiten für eine Realisierung eines Exklusivrechts in der
Speichereinrichtung. Hierfür kann beispielsweise ein Speicherbereich, z.B. eine Anzahl
von Bits, ein Flag, eine Marke, etc. geeignet sein.
[0021] Grundsätzlich kann ein beliebiger Mechanismus vorgesehen werden, der sicherstellt,
dass nach dem Bereitstellen des Exklusivrechts dieses nicht mehr von der ersten Speichereinrichtung
bereitgestellt werden kann. Ein erneutes Bereitstellen findet vorzugsweise nur statt,
wenn zuvor das Exklusivrecht wieder der ersten Speichereinrichtung verfügbar gemacht,
z.B. in dieser gespeichert, wird.
[0022] Eine nächste Weiterbildung besteht darin, dass das Schienenfahrzeug eine Kommunikationseinrichtung
aufweist zum Auslesen und zum Beschreiben der ersten und der zweiten Speichereinrichtung.
[0023] Eine Ausgestaltung ist es, dass das Schienenfahrzeug abgebremst wird, wenn es beim
Einfahren in die Strecke nicht das Exklusivrecht erhalten hat.
[0024] Insbesondere kann eine Überwachungseinrichtung in dem Schienenfahrzeug vorgesehen
sein, die in diesem Fall einen Bremsvorgang, z.B. eine Zwangsbremsung, einleitet.
Weiterhin kann eine Warnung ausgegeben bzw. ausgelöst werden.
[0025] Eine alternative Ausführungsform besteht darin, dass das Exklusivrecht insbesondere
ein Signal, einen Token, einen Wert, eine Information umfasst.
[0026] Eine nächste Ausgestaltung ist es, dass das Exklusivrecht und/oder die Operationen
mit dem Exklusivrecht informationstechnisch gesichert durchgeführt werden.
[0027] Beispielsweise kann das Exklusivrecht signiert und/oder verschlüsselt sein. Alternativ
oder zusätzlich kann der Zugriff auf das Exklusivrecht autorisiert gestattet sein,
d.h. dass zuvor eine Autorisierung - z.B. des Schienenfahrzeugs und/oder des Triebfahrzeugführers
- erfolgen muss. Insbesondere ist es eine Option, dass das Exklusivrecht fälschungssicher
ausgeführt ist.
[0028] Auch ist es eine Ausgestaltung, dass ein Zustand der ersten Speichereinheit und/oder
der zweiten Speichereinheit betreffend eine Verfügbarkeit des Exklusivrechts angezeigt
wird.
[0029] Beispielsweise kann eine Leucht- und/oder Signaleinrichtung vorgesehen sein, die
z.B. einem Triebfahrzeugführer bereits in dem Bahnhof signalisiert, ob das Exklusivrecht
verfügbar ist und er mit dem Schienenfahrzeug die Strecke befahren kann. Dies ist
von Vorteil, wenn die Speichereinheit z.B. bereits am Beginn der eigentlichen Strecke
verortet ist: So kann verhindert werden, dass das Schienenfahrzeug die Fahrt antritt
und dann anhalten oder zurückfahren muss, sofern das Exklusivrecht nicht verfügbar
ist.
[0030] Die Ausführungen betreffend das Verfahren gelten für die anderen Anspruchskategorien
entsprechend.
[0031] Die vorstehend genannte Aufgabe wird auch gelöst durch eine Strecke, die zwei Speichereinrichtungen
aufweist, wobei sich höchstens eine der Speichereinrichtungen in einem Zustand befindet,
in dem sie ein Exklusivrecht zum Befahren der Strecke bereitstellt,
- bei der eine erste der Speichereinrichtungen eingerichtet ist, dem Schienenfahrzeug
das Exklusivrecht zum Auslesen bereitzustellen und nach dem Auslesen des Exklusivrechts
durch das Schienenfahrzeug in einen Zustand versetzt zu werden, in dem sie das Exklusivrecht
zum Befahren der Strecke nicht mehr bereitstellt, und
- bei der die zweite der Speichereinrichtungen eingerichtet ist, nach einer Übernahme
des vom Schienenfahrzeug transportierten Exklusivrechtes in einen Zustand versetzt
zu werden, in dem sie das Exklusivrecht zum Befahren der Strecke bereitstellt.
[0032] Bei einer vorstehend beschriebenen Speichereinrichtung kann es sich um eine Vorrichtung
zur Bereitstellung eines Exklusivrechts zur Steuerung von Schienenfahrzeugen handeln
bzw. kann diese Speichereinrichtung von dieser Vorrichtung umfasst sein, die mit einem
Speicher und mit einer Kommunikationseinrichtung zur Kommunikation mit dem Schienenfahrzeug
versehen ist,
- wobei anhand der Kommunikationseinrichtung das Exklusivrecht dem Schienenfahrzeug
beim Befahren der Strecke bereitgestellt wird, sofern das Exklusivrecht bereitstellbar,
insbesondere in dem Speicher vorhanden (z.B. abgespeichert oder als bereitstellbar
gesetzt) ist,
- wobei in diesem Fall die Vorrichtung in einen Zustand versetzbar ist, indem das Exklusivrecht
nicht mehr bereitstellbar ist.
[0033] Die Vorrichtung kann also einen Speicher aufweisen, der zumindest zum vorübergehenden
Speichern des Exklusivrechts eingerichtet ist.
[0034] Insbesondere können zwei solche Vorrichtungen an den Enden der Strecke, die nur mit
Erhalt des Exklusivrechts befahrbar sein soll, angeordnet sein.
[0035] Eine Ausgestaltung besteht darin, dass die Kommunikationseinrichtung eine Nahfeld-Kommunikationseinrichtung
ist.
[0036] Eine andere Ausgestaltung ist es, dass anhand der Kommunikationseinrichtung das Exklusivrecht
dem Schienenfahrzeug beim Befahren der Strecke nicht bereitgestellt wird, sofern das
Exklusivrecht nicht bereitstellbar, insbesondere in dem Speicher nicht vorhanden (z.B.
nicht gespeichert oder nicht als bereitstellbar gesetzt) ist.
[0037] Eine Weiterbildung besteht darin, dass anhand des Schienenfahrzeugs das Exklusivrecht
der Kommunikationseinrichtung beim Verlassen der Strecke bereitgestellt, z.B. übertragen,
gesetzt oder in den Speicher der Vorrichtung geschrieben wird.
[0038] Die vorstehend genannte Aufgabe wird ferner gelöst mittels eines Schienenfahrzeugs
- mit einer Kommunikationseinrichtung zur Kommunikation mit einer ersten und einer zweiten
Speichereinrichtung,
- wobei anhand der Kommunikationseinrichtung ein Exklusivrecht zum Befahren einer Strecke
aus der ersten Speichereinrichtung auslesbar ist und die erste Speichereinrichtung
in einen Zustand versetzbar ist, in dem sie kein Exklusivrecht zum Befahren der Strecke
bereitstellt,
- wobei das Exklusivrecht an die zweite Speichereinrichtung übergebbar ist, so dass
die zweite Speichereinrichtung in einen Zustand versetzt wird, in dem sie das Exklusivrecht
zum Befahren der Strecke bereitstellt.
[0039] Eine Weiterbildung ist es, dass das Schienenfahrzeug eine Überwachungseinrichtung
aufweist, anhand derer beim Befahren der Strecke ohne erhaltenes Exklusivrecht eine
vorgegebene Aktion, insbesondere eine Ausgabe einer Warnung oder ein Einleiten eines
Bremsvorgangs, durchführbar ist.
[0040] Die hier vorgestellte Lösung umfasst ferner ein Computerprogrammprodukt, das direkt
in einen Speicher eines digitalen Computers ladbar ist, umfassend Programmcodeteile,
die dazu geeignet sind, Schritte des hier beschriebenen Verfahrens durchzuführen.
[0041] Weiterhin wird das oben genannte Problem gelöst mittels eines computerlesbaren Speichermediums,
z.B. eines beliebigen Speichers, umfassend von einem Computer ausführbare Anweisungen
(z.B. in Form von Programmcode), die dazu geeignet sind, dass der Computer Schritte
des hier beschriebenen Verfahrens durchführt.
[0042] Die hier genannte Speichereinrichtung, Vorrichtung, Kommunikationseinrichtung und/oder
Überwachungseinrichtung kann insbesondere als eine Prozessoreinheit und/oder eine
zumindest teilweise festverdrahtete oder logische Schaltungsanordnung ausgeführt sein,
die beispielsweise derart eingerichtet ist, dass das Verfahren wie hierin beschrieben
durchführbar ist. Es kann sich dabei um jede Art von Prozessor oder Rechner oder Computer
mit entsprechend notwendiger Peripherie (Speicher, Input/Output-Schnittstellen, Ein-Ausgabe-Geräte,
etc.) handeln oder eine(n) solche(n) umfassen.
[0043] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden schematischen Beschreibung von Ausführungsbeispielen,
die im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Dabei können zur Übersichtlichkeit
gleiche oder gleichwirkende Elemente mit gleichen Bezugszeichen versehen sein.
[0044] Es zeigen:
- Fig.1
- eine schematische Darstellung mit einer eingleisige Strecke, die zwei Bahnhöfe verbindet,
wobei an den Enden der Strecke jeweils eine Speichereinrichtung angeordnet ist anhand
derer ein exklusiver Fahrbetrieb auf der eingleisigen Strecke sichergestellt werden
kann;
- Fig.2
- eine auf Fig.1 basierende Abbildung, wobei das Schienenfahrzeug nach erfolgreichem
Auslesen des Exklusivrechts aus der Speichereinrichtung die Strecke befährt;
- Fig.3
- eine auf Fig.1 und Fig.2 basierende Darstellung, wobei das Schienenfahrzeug mit Einfahrt
in den Bahnhof das Exklusivrecht in der Speichereinrichtung ablegt;
- Fig.4
- eine auf den Figuren 1 bis 3 basierende Darstellung, bei der ein Schienenfahrzeug
die Stecke in Gegenrichtung befährt und dazu das von dem vorherigen Schienenfahrzeug
abgelegte Exklusivrecht nutzt;
- Fig.5
- ein schematisches Flussdiagramm zur Steuerung von Schienenfahrzeugen z.B. in alternierenden
Richtungen über eine eingleisige Strecke;
- Fig.6
- schematisch ein Szenario umfassend ein Schienenfahrzeug, das sich in einer Fahrtrichtung
bewegt oder bewegen soll und in Kommunikation mit der Speichereinrichtung feststellt,
ob es die Strecke befahren darf oder nicht.
[0045] Für den sicheren Bahnbetrieb, z.B. über eine eingleisige Strecke, die vorzugsweise
von in unterschiedlichen Richtungen fahrenden Schienenfahrzeugen genutzt wird, wird
ein Ansatz mit einem dezentral verwalteten Exklusivrecht vorgeschlagen.
- (1) Das Exklusivrecht (z.B. mittels eines "Token") für einen Zugleitbetrieb wird dezentral
auf elektronischem Wege, z.B. mittels RFID-Tags, zwischen den in unterschiedlichen
Richtungen über die eingleisige Strecke verkehrenden Schienenfahrzeugen, erteilt.
Ein Token (engl. für Zeichen, Marke) ist ein Hilfsmittel zur Synchronisation. Das
Schienenfahrzeug, das das Token hat, darf auf die Ressource zugreifen, hier die Strecke
befahren. Wenn das Token freigegeben ist, darf ein anderes Schienenfahrzeug die Strecke
benutzen.
Fig.1 zeigt eine schematische Darstellung mit einer eingleisigen Strecke 101, die
zwei Bahnhöfe, hier beispielhaft angedeutet durch die Gleise 102 und 103 auf der linken
Seite und die Gleise 104 und 105 auf der rechten Seite, verbindet. An dem einen Ende
der Strecke 101 ist eine Speichereinrichtung 106 und an dem anderen Ende der Strecke
101 ist eine Speichereinrichtung 107 angeordnet. Bei den Speichereinrichtungen 106
und 107 kann es sich um RFID-Einheiten, z.B. insbesondere RFID-Tags, handeln.
Weiterhin ist in Fig.1 ein Schienenfahrzeug 108 dargestellt, das ausgehend von dem
Gleis 102 die Strecke 101 in einer Fahrtrichtung 109 befahren will. Das Schienenfahrzeug
weist eine Kommunikationseinheit auf, um mit der Speichereinrichtung 106 bzw. 107
kommunizieren zu können. Diese Kommunikationseinheit kann z.B. als eine RFID-Einheit
ausgebildet sein, mit der ein RFID-Tag der RFID-Einheiten 106 und 107 sowohl gelesen
als auch geschrieben werden kann.
Die Speichereinrichtung 106 umfasst in dem Beispiel gemäß Fig.1 ein Exklusivrecht
110 in Form eines Token. Die Ausfahrt des Schienenfahrzeugs 108 auf die Strecke 101
ist nur möglich, wenn in der Speichereinrichtung 106 das Exklusivrecht 110 vorhanden
ist. In diesem Fall kann das Schienenfahrzeug 108 das Exklusivrecht 110 "mitnehmen",
d.h. von der Speichereinrichtung 106 lesen und dort bspw. löschen (ein Löschen kann
z.B. erreicht werden durch ein Überschreiben des RFID-Tags in der Speichereinrichtung
(z.B. RFID-Einheit) 106 mit einem ungültigen Code - in diesem Fall kann die Speichereinrichtung
106 kein Exklusivrecht 110 mehr bereitstellen, es ist also "gelöscht"). Da es für
die Strecke 101 nur ein einziges Exklusivrecht 110 gibt und ein Befahren der Strecke
101 nur mit dem Exklusivrecht 110 möglich ist, ist damit die Strecke 101 nur für dieses
Schienenfahrzeug 108 nutzbar, weitere Schienenfahrzeuge können die Strecke 101 nicht
befahren.
Dieses Szenario betrifft beispielsweise den Regelfall. In besonderen Situationen (z.B.
einer Notsituation) kann die Strecke z.B. auf schriftlichen Befehl eines Fahrdienstleiters
mit oder ohne Exklusivrecht befahren werden.
Bei Lesen eines ungültigen Token ist der RF ID Reader/Writer in der Lage aus dem ungültigen
Token den gültigen Token z.B. für die Ablage in die zweite Speichereinrichtung am
Ende der Strecke zu generieren. Dies ist z.B. möglich für eine Initialsituation, bei
der das Exklusivrecht noch nicht (weder in der ersten noch in der zweiten Speichereinrichtung)
vorliegt und z.B. über einen (schriftlichen) Befehl des Fahrdienstleiters erteilt
wird.
Fig.2 zeigt eine auf Fig.1 basierende Abbildung, wobei das Schienenfahrzeug 108 nach
erfolgreichem Auslesen des Exklusivrechts 110 aus der Speichereinrichtung 106 die
Strecke 101 befährt. In diesem Fall ist auch zu erkennen, dass keine der Speichereinrichtungen
106 oder 107 in diesem Fall über ein Exklusivrecht 110 verfügen und somit die Strecke
101 der exklusiven Nutzung durch das Schienenfahrzeug 108 vorbehalten ist.
Fig.3 zeigt eine auf Fig.1 und Fig.2 basierende Darstellung, wobei das Schienenfahrzeug
108 mit Einfahrt in den Bahnhof (hier beispielhaft auf Gleis 104) das Exklusivrecht
110 in der Speichereinrichtung 107 abspeichert (z.B. kann ein RFID-Tag der Speichereinrichtung
(RFID-Einheit) 107 mit einem gültigen Code für ein Exklusivrecht überschrieben werden).
Ein in Gegenrichtung 112 auf Gleis 105 wartendes Schienenfahrzeug 111 kann nun das
Exklusivrecht 110 aus der Speichereinrichtung 107 auslesen und mitnehmen (z.B. wie
vorstehend erläutert, indem das RFID-Tag der Speichereinrichtung 107 mit einem ungültigen
Code überschrieben wird). Fig.4 zeigt diesen Fall für das in Richtung 112 auf der
Strecke 101 exklusiv verkehrende Schienenfahrzeug 111, das das Exklusivrecht 110 "mitführt"
und damit in der Speichereinrichtung 107 kein Exklusivrecht bereitgestellt werden
kann. Hierbei ist "mitführen" durch das Schienenfahrzeug so zu verstehen, dass durch
das Schienenfahrzeug 111 das Exklusivrecht 110 von der Speichereinrichtung 107 zu
der Speichereinrichtung 106 transportiert wird und während dieses Transports kein
anderes Schienenfahrzeug die Strecke 101 befahren kann.
Hierbei sei angemerkt, dass das Exklusivrecht 110 unterschiedliche Signale, Daten,
Informationen und/oder Werte aufweisen kann. Insbesondere kann das Exklusivrecht eine
Vielzahl von Ausprägungen haben und ggf. mit zusätzlichen Informationen versehen sein.
Auch kann das Exklusivrecht z.B. einen Zählerstand aufweisen, der die Anzahl der Fahrten
auf der Strecke 101 (ggf. auch richtungsabhängig) angibt.
- (2) Ergänzend zu den Ausführungen unter (1) kann das Schienenfahrzeug 108 oder 111
eine Überwachungseinrichtung aufweisen, die das Schienenfahrzeug beeinflussen kann
basierend z.B. auch auf einem eingelesenen ungültigen (bzw. nicht vorhandenem) Exklusivrecht
(wenn z.B. der ungültige Code aus dem RFIF-Tag ausgelesen wird). In diesem Fall kann
ein Bremsvorgang des Schienenfahrzeugs eingeleitet werden, insbesondere eine Zwangsbremsung.
Alternativ oder zusätzlich kann eine Warnung (z.B. eine Meldung, ein Alarm, etc.)
ausgegeben bzw. ausgelöst werden.
Vorzugsweise verfügt die Überwachungseinrichtung für Initialisierungs- und Störungssituationen
über eine Bedieneinrichtung, anhand derer der Triebfahrzeugführer (ggf. auf Anweisung
eines Fahrdienstleiters oder eines Stellwerks) die Zugbeeinflussung überbrücken kann.
- (3) Auch ist es eine Option, dass jedes RFID-Tag die Möglichkeit aufweist, auf einen
ungültigen Wert zurückgesetzt zu werden. Ein solches Rücksetzen kann z.B. zentral
von einem Fahrdienstleiter oder einem Stellwerk bzw. einem Signalsystem oder dezentral
von dem Triebfahrzeugführer (ggf. auf Anweisung des Fahrdienstleiters) erfolgen. Damit
kann eine Initialisierung durchgeführt werden: Sollen z.B. zwei Fahrzeuge nacheinander
in der gleichen Fahrtrichtung verkehren, so ist vor der Abfahrt des zweiten Zuges
in beiden Bahnhöfen (an beiden Enden der Strecke 101) die Initialsituation der RFID-Tags
herzustellen.
Eine Initialisierung kann z.B. derart erfolgen, dass beide Exklusivrechte auf "ungültig"
gesetzt werden (z.B. werden die RFID-Tags mit einem ungültigen Code belegt). Mit einer
Zugsicherung gemäß (2) erhält der Triebfahrzeugführer des zuerst ausfahrenden Zuges
die Fahrtfreigabe vom Zugleiter zusammen mit der Anweisung der Überbrückung der Zugbeeinflussung.
Das Schienenfahrzeug kann dann mit Verlassen der Strecke 101 die Speichereinrichtung
106 oder 107 mit einem gültigen Exklusivrecht versorgen (z.B. wird das RFID-Tag in
diesem Fall mit einem gültigen Code belegt), so dass von da an diese Speichereinrichtung
das Exklusivrecht für die Strecke 101 bereitstellen kann.
- (4) Eine andere Option besteht darin, dass die auf der Strecke installierten Speichereinrichtungen
106 und 107 die Zustände der gespeicherten Exklusivrechte (z.B. "Fahrt möglich" oder
"Strecke gesperrt") anzeigen oder einer Anzeige bzw. einem Leuchtmittel bereitstellen.
Insbesondere kann eine weitere Komponente, z.B. ein Signal, vorgesehen sein, das den
Zustand des jeweiligen Exklusivrechts von der Speichereinrichtung erhält oder aus
dieser ausliest und den ausgelesenen Zustand anzeigt. So kann ein Triebfahrzeugführer
eines Schienenfahrzeugs bereits in dem Bahnhof erkennen, ob er ein Exklusivrecht von
der Speichereinrichtung erhalten und somit die Strecke befahren kann. Insbesondere
kann die Sicherheit einer korrekten Freigabe der Fahrt des Schienenfahrzeugs in Verbindung
mit der Zug-Stopp-Funktion aus (2) gewährleistet werden.
[0046] Fig.5 zeigt ein schematisches Flussdiagramm zur Steuerung von Schienenfahrzeugen
z.B. in alternierenden Richtungen über eine eingleisige Strecke.
[0047] In einem Schritt 501 beabsichtigt ein Schienenfahrzeug, die Strecke zu befahren.
In einem Schritt 502 wird z.B. bei Eintritt der Strecke oder vorab durch eine Signalisierung
festgestellt, ob ein Exklusivrecht zum Befahren der Strecke von einer Speichereinrichtung,
die vorzugsweise an einem Ende der Strecke angeordnet ist, bereitgestellt werden kann.
Ist kein solches Exklusivrecht vorhanden, so wird zu einem Schritt 503 verzweigt,
eine Fahrt auf der Strecke ist nicht zulässig; das Schienenfahrzeug muss ggf. warten
bis das Exklusivrecht verfügbar ist oder - falls es bereits unterwegs ist - kann eine
vorgegebene Aktion, z.B. eine Warnung oder ein Alarm ausgelöst und/oder ein Bremsvorgang
eingeleitet werden.
[0048] Ist das Exklusivrecht hingegen verfügbar, so wird zu einem Schritt 504 verzweigt,
das Schienenfahrzeug liest das Exklusivrecht aus der Speichereinrichtung und stellt
sicher, dass das Exklusivrecht von der Speichereinrichtung nicht mehr zur Verfügung
gestellt werden kann. In einem Schritt 505 befährt das Schienenfahrzeug die Strecke.
In einem Schritt 506, z.B. kurz vor oder kurz nach Verlassen der Strecke, speichert
das Schienenfahrzeug das Exklusivrecht wieder an die dortige Speichereinrichtung zurück
bzw. stellt sicher, dass diese Speichereinrichtung das Exklusivrecht vergeben kann,
sobald das Schienenfahrzeug die Strecke verlassen hat. Somit wird das Exklusivrecht
von den Schritten 504 bis 506 zwischen den beiden Speichereinrichtungen, die zur Absicherung
der Strecke vorgesehen sind, transportiert. Wie ausgeführt, gibt es eine Vielzahl
von Möglichkeiten, die Funktionalität eines derartigen "Transports" zu gewährleisten.
[0049] Fig.6 zeigt schematisch ein Szenario umfassend ein Schienenfahrzeug 601, das sich
in einer Fahrtrichtung 602 bewegt oder bewegen soll. Das Schienenfahrzeug 601 verfügt
über eine Steuereinheit 604, umfassend z.B. eine Überwachungseinheit zur Kontrolle
der Fahrt des Schienenfahrzeugs 601 sowie über eine Kommunikationseinheit 603. Die
Kommunikationseinheit 603 kann hier beispielhaft über eine Funkschnittstelle einer
Speichereinrichtung 605 (z.B. mittels einer Nahfeldkommunikation) kommunizieren. Die
Speichereinrichtung 605 ist beispielsweise auf, an oder in der Nähe einer Bahnstrecke
606 angeordnet. Die Speichereinrichtung 605 verfügt beispielhaft über einen Speicher
607, in dem das Exklusivrecht z.B. für die Dauer, in der es bereitgestellt werden
kann, abgespeichert ist. Weiterhin weist die Speichereinrichtung 605 beispielhaft
eine Kommunikationseinheit 608 auf, die mit der Kommunikationseinheit 603 des Schienenfahrzeugs
601 Daten austauschen kann.
[0050] Hierbei sei angemerkt, dass eine Antenne der Kommunikationseinheit 603 z.B. auf dem
Dach des Fahrzeuges oder unterhalb des Schienenfahrzeugs 601 angebracht sein kann.
Insbesondere können elektrische und/oder mechanische Mittel, z.B. Sensoren, Aktoren,
vorgesehen sein, anhand derer die Kommunikation erfolgt.
[0051] Weiterhin sei angemerkt, dass nur die Kommunikationseinrichtungen der Speichereinrichtung
auf oder in der Nähe der Bahnstrecke angeordnet sind; der Rest der Speichereinrichtung
kann an einer anderen Stelle verortet sein. Eine solche Kommunikationseinrichtung
ist vorteilhaft von dem Schienenfahrzeug kontaktierbar angeordnet. Es gibt eine Vielzahl
von elektrischen und/oder mechanischen Möglichkeiten eine solche Kontaktierbarkeit
zu realisieren. Insbesondere kann die Speichereinrichtung auch insofern verteilt ausgeführt
sein.
[0052] Hierbei ist es von Vorteil, dass das Exklusivrecht für einen Zugleitbetrieb dezentral
auf elektronischem Wege, z.B. via RFID-Tags, zwischen alternierend verkehrenden Schienenfahrzeugen
auf einer eingleisigen Strecke übergeben werden kann. Dieses so verwaltete Exklusivrecht
kann auch für eine Beeinflussung bzw. Steuerung (z.B. Einleitung bzw. Durchführung
eines Bremsvorgangs) des Schienenfahrzeugs genutzt werden.
[0053] Auch ist es ein Vorteil, dass diese Lösung weder Stellwerkseinrichtungen, Gleisfreimeldungen
im klassischen Sinne, Datenfunk, noch Signale benötigt. Somit lässt sich ein kostengünstiger,
automatischer Zugleitbetrieb für alternierenden Verkehr auf eingleisigen Strecken
erreichen.
[0054] Beispielsweise können für die Übergabe der Exklusivrechte Speichereinrichtungen mit
RFID-Tags hinter der letzten Weiche nach Ausfahrt aus dem Bahnhof vorgesehen sein.
[0055] Es wird vorgeschlagen, Schienenfahrzeuge, die in abwechselnder Richtung auf einer
eingleisigen Strecke, z.B. zwischen zwei Bahnhöfen, verkehren mittels eines Exklusivrechts
(Token) dezentral zu steuern. Hierzu werden vorzugsweise an den Enden der Strecke
je eine Speichereinrichtung, z.B. als RFID-Einheit, angeordnet, wobei nur ein Exklusivrecht
für die freie Strecke existiert, das entweder in einer der beiden Speichereinheiten
vorrätig gehalten wird oder von einem Schienenfahrzeug, das die Strecke befährt, mitgeführt
wird. Im letzten Fall ist damit die Strecke wirksam vor einem Befahren durch ein weiteres
Schienenfahrzeug geschützt, weil keine der Speichereinheiten das Exklusivrecht bereitstellen
kann, das von dem Schienenfahrzeug zwischen den Speichereinheiten transportiert wird
bzw. durch das Schienenfahrzeug belegt ist. Hierbei ist es von Vorteil, dass die vorgestellte
Lösung eine effiziente Möglichkeit der dezentralen Zugsicherung schafft und damit
deutlich günstiger umgesetzt werden kann als bestehende zentrale Zugsicherungs- bzw.
Zugleitansätze.
Obwohl die Erfindung im Detail durch das mindestens eine gezeigte Ausführungsbeispiel
näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht darauf eingeschränkt
und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang
der Erfindung, wie er durch die unabhängigen Ansprüche 1, 13 und 14 definiert wird,
zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0056]
- 101
- Strecke (eingleisig)
- 102
- Gleis (eines Bahnhofs)
- 103
- Gleis (eines Bahnhofs)
- 104
- Gleis (eines Bahnhofs)
- 105
- Gleis (eines Bahnhofs)
- 106
- Speichereinrichtung
- 107
- Speichereinrichtung
- 108
- Schienenfahrzeug
- 109
- Fahrtrichtung
- 110
- Exklusivrecht
- 111
- Schienenfahrzeug
- 112
- Fahrtrichtung (entgegen der Fahrtrichtung 109)
- 501-506
- Schritte eines Verfahrens zur Steuerung eines Schienenfahrzeugs mittels eines Exklusivrechts
- 601
- Schienenfahrzeug
- 602
- Fahrtrichtung
- 603
- Kommunikationseinheit
- 604
- Steuereinheit
- 605
- Speichereinrichtung
- 606
- Strecke
- 607
- Speicher
- 608
- Kommunikationseinheit
1. Verfahren zur Steuerung von Schienenfahrzeugen (108, 111, 601),
- bei dem eine Strecke (101) eine erste und eine zweite Speichereinrichtung (106,
107; 605) aufweist, wobei höchstens eine der Speichereinrichtungen (106, 107; 605)
ein Exklusivrecht (110) zum Befahren der Strecke (101) bereitstellt,
- bei dem das Exklusivrecht (110) zum Befahren der Strecke (101) von einem Schienenfahrzeug
(108) aus der ersten Speichereinrichtung (106) ausgelesen wird und die erste Speichereinrichtung
(106) in einen Zustand versetzt wird, in dem sie kein Exklusivrecht (110) zum Befahren
der Strecke (101) bereitstellt (504),
- bei dem von dem Schienenfahrzeug (108) das Exklusivrecht (110) an die zweite Speichereinrichtung
(107) übergeben wird (506).
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Strecke (101) eine eingleisige Strecke ist.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem von dem Schienenfahrzeug
kurz vor, kurz nach oder mit Verlassen der Strecke das Exklusivrecht an die zweite
Speichereinrichtung übergeben wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Speichereinrichtungen
im Bereich der Enden der eingleisigen Strecke angeordnet sind.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die erste Speichereinrichtung
und die zweite Speichereinrichtung ein RFID-Tag aufweist, wobei das Exklusivrecht
mindestens einem vorgegebenen Wert oder Signal des RFID-Tags entspricht.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem zum Befahren der Strecke
von dem Schienenfahrzeug aus der ersten Speichereinrichtung das Exklusivrecht ausgelesen
und gespeichert wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, bei dem nach dem Auslesen des Exklusivrechts das Exklusivrecht
in der ersten Speichereinrichtung als ungültig markiert, überschrieben, zurückgesetzt
oder gelöscht wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Schienenfahrzeug (601)
eine Kommunikationseinrichtung (603) aufweist zum Auslesen und zum Beschreiben der
ersten und der zweiten Speichereinrichtung (106, 107; 605).
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Schienenfahrzeug (601)
abgebremst wird, wenn es beim Einfahren in die Strecke nicht das Exklusivrecht erhalten
hat (503).
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Exklusivrecht insbesondere
ein Signal, einen Token, einen Wert, eine Information umfasst.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Exklusivrecht und/oder
die Operationen mit dem Exklusivrecht informationstechnisch gesichert durchgeführt
werden.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem ein Zustand der ersten
Speichereinheit und/oder der zweiten Speichereinheit betreffend eine Verfügbarkeit
des Exklusivrechts angezeigt wird.
13. Strecke (101), die zwei Speichereinrichtungen (106, 107; 605) aufweist, wobei sich
höchstens eine der Speichereinrichtungen (106, 107; 605) in einem Zustand befindet,
in dem sie ein Exklusivrecht (110) zum Befahren der Strecke bereitstellt,
- bei der eine erste der Speichereinrichtungen eingerichtet ist, dem Schienenfahrzeug
das Exklusivrecht zum Auslesen bereitzustellen und nach dem Auslesen des Exklusivrechts
durch das Schienenfahrzeug in einen Zustand versetzt zu werden, in dem sie das Exklusivrecht
(110) zum Befahren der Strecke (101) nicht mehr bereitstellt, und
- bei der die zweite der Speichereinrichtungen eingerichtet ist, nach einer Übernahme
des vom Schienenfahrzeug transportierten Exklusivrechtes (110) in einen Zustand versetzt
zu werden, in dem sie das Exklusivrecht (110) zum Befahren der Strecke (101) bereitstellt.
14. Schienenfahrzeug (108, 111; 601)
- mit einer Kommunikationseinrichtung (603) zur Kommunikation mit einer ersten und
einer zweiten Speichereinrichtung (106, 107; 605) einer Strecke,
- wobei anhand der Kommunikationseinrichtung (603) ein Exklusivrecht (110) zum Befahren
der Strecke (101; 606) aus der ersten Speichereinrichtung (106) auslesbar ist und
die erste Speichereinrichtung in einen Zustand versetzbar ist, in dem sie kein Exklusivrecht
(110) zum Befahren der Strecke (101) bereitstellt,
- wobei das Exklusivrecht (110) an die zweite Speichereinrichtung (107) übergebbar
ist, so dass die zweite Speichereinrichtung (107) in einen Zustand versetzt wird,
in dem sie das Exklusivrecht (110) zum Befahren der Strecke bereitstellt.
15. Schienenfahrzeug nach Anspruch 14, mit einer Überwachungseinrichtung (604), anhand
derer beim Befahren der Strecke (101) ohne erhaltenes Exklusivrecht (110) eine vorgegebene
Aktion, insbesondere eine Ausgabe einer Warnung oder ein Einleiten eines Bremsvorgangs,
durchführbar ist.
1. Method for controlling rail vehicles (108, 111, 601),
- in which a line section (101) has a first and a second storage device (106, 107;
605), wherein no more than one of the storage devices (106, 107; 605) provides an
exclusive right of way (110) on the line section (101),
- in which the exclusive right of way (110) on the line section (101) is read from
the first storage device (106) by a rail vehicle (108) and the first storage device
(106) is placed in a state in which it can provide no exclusive right of way (110)
on the line section (101) (504),
- in which the exclusive right of way (110) is passed to the second storage device
(107) by the rail vehicle (108) (506).
2. Method according to claim 1, wherein the line section (101) is a single-track line
section.
3. Method according to one of the preceding claims, wherein the exclusive right of way
is passed to the second storage device by the rail vehicle shortly before, shortly
after or as it leaves the line section.
4. Method according to one of the preceding claims, wherein the storage devices are disposed
in the area of the ends of the single-track line section.
5. Method according to one of the preceding claims, wherein the first storage device
and the second storage device has an RFID tag, wherein the exclusive right of way
corresponds to at least one predefined value or signal of the RFID tag.
6. Method according to one of the preceding claims, wherein, to enter the line section,
the exclusive right of way is read from the first storage device and stored by the
rail vehicle.
7. Method according to claim 6, wherein, when the exclusive right of way has been read
out, the exclusive right of way is marked as invalid, overwritten, reset or deleted
in the first storage device.
8. Method according to one of the preceding claims, wherein the rail vehicle (601) has
a communication device (603) for reading from and writing to the first and the second
storage device (106, 107; 605).
9. Method according to one of the preceding claims, wherein the rail vehicle (601) is
braked if it has not obtained the exclusive right of way on entering the line section
(503).
10. Method according to one of the preceding claims, wherein the exclusive right of way
comprises in particular a signal, a token, a value, an item of information.
11. Method according to one of the preceding claims, wherein the exclusive right of way
and/or the operations involving the exclusive right of way are executed in a data-protected
manner.
12. Method according to one of the preceding claims, wherein a state of the first storage
unit and/or of the second storage unit relating to the availability of the exclusive
right of way is displayed.
13. Line section (101), which has two storage devices (106, 107; 605), wherein no more
than one of the storage devices (106, 107; 605) is in a state, in which it provides
an exclusive right of way (110) on the line section,
- in which a first of the storage devices is designed to provide the rail vehicle
with the exclusive right of way for reading from and, after the rail vehicle has read
the exclusive right of way, to be placed into a state in which it no longer provides
the exclusive right of way (110) on the line section (101), and
- in which the second of the storage devices is designed, after receiving the exclusive
right of way (110) transported by the rail vehicle, to be placed into a state in which
it provides the exclusive right of way (11) on the line section (101).
14. Rail vehicle (108, 111; 601)
- having a communication device (603) for communicating with a first and a second
storage device (106, 107; 605) of a line section,
- wherein an exclusive right of way (110) on the line section (101; 606) can be read
from the first storage device (106) by means of the communication device (603) and
the first storage device can be placed in a state in which it cannot provide an exclusive
right of way (110) on the line section (101),
- wherein the exclusive right of way (110) can be passed to the second storage device
(107) so that the second storage device (107) is placed in a state in which it provides
the exclusive right of way (110) on the line section.
15. Rail vehicle according to claim 14, having a monitoring device (604) by means of which
a predetermined action, in particular issuing of a warning or initiation of a braking
operation can be carried out if the line section (101) is entered without an exclusive
right of way (110) having been obtained.
1. Procédé de commande de véhicules (108, 111, 601) ferroviaires,
- dans lequel une voie (101) a un premier et un deuxième dispositifs (106, 107; 605)
de mémorisation, dans lequel au plus l'un des dispositifs (106, 107; 605) de mémorisation
met à disposition un droit (110) exclusif de passer sur la voie (101),
- dans lequel le droit (110) exclusif de passer sur la voie (101) est lu par un véhicule
(108) ferroviaire dans le premier dispositif (106) de mémorisation et on met le premier
dispositif (106) de mémorisation dans un état dans lequel il ne met pas (504) à disposition
de droit (110) exclusif de passer sur la voie (101),
- dans lequel on transmet (506), par le véhicule (108) ferroviaire, le droit (110)
exclusif au deuxième dispositif (107) de mémorisation.
2. Procédé suivant la revendication 1, dans lequel la voie (101) est une voie à un seul
rail.
3. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel on transmet, par
le véhicule ferroviaire, le droit exclusif au deuxième dispositif de mémorisation
peu avant, peu après ou alors qu'il quitte la voie.
4. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel les dispositifs
de mémorisation sont disposés dans la partie des extrémités de la voie à un seul rail.
5. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel le premier dispositif
de mémorisation et le deuxième dispositif de mémorisation ont une balise RFID, le
droit exclusif correspondant au moins à une valeur ou un signal donné à l'avance de
la balise RFID.
6. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel, pour que le véhicule
ferroviaire passe sur la voie, on lit le droit exclusif dans le premier dispositif
de mémorisation et on le mémorise.
7. Procédé suivant la revendication 6, dans lequel, après avoir lu le droit exclusif,
on note le droit exclusif dans le premier dispositif de mémorisation comme non valable,
on l'écrase, on l'écarte ou on l'efface.
8. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel le véhicule (601)
ferroviaire a un dispositif (603) de communication pour lire dans le premier et dans
le deuxième dispositifs (106, 107; 605) de mémorisation et pour y écrire.
9. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel on freine le véhicule
(601) ferroviaire, lorsque, à l'entrée dans la voie, il n'a pas obtenu (503) le droit
exclusif.
10. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel le droit exclusif
comprend notamment un signal, un jeton, une valeur, une information.
11. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel on réalise le droit
exclusif et/ou les opérations avec le droit exclusif d'une manière sécurisée en technique
de l'information.
12. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel on indique un état
de la première unité de mémorisation et/ou de la deuxième unité de mémorisation en
ce qui concerne une disponibilité du droit exclusif.
13. Voie (101), qui a deux dispositifs (106, 107; 605) de mémorisation, dans laquelle
au plus l'un des dispositifs (106, 107; 605) de mémorisation se trouve dans un état
dans lequel il met à dispositif un droit (110) exclusif pour passer sur la voie,
- dans laquelle un premier des dispositifs de mémorisation est conçu pour mettre à
disposition du véhicule ferroviaire en lecture le droit exclusif et pour passer, après
la lecture du droit exclusif par le véhicule ferroviaire, dans un état dans lequel
il ne met plus à disposition le droit (110) exclusif de passer sur la voie (101) et
- dans lequel le deuxième des dispositifs de mémorisation est conçu pour passer, après
une prise en charge du droit (110) exclusif transporté par le véhicule ferroviaire,
dans un état dans lequel il met à disposition le droit (110) exclusif de passer sur
la voie (101).
14. Véhicule (108, 111; 601) ferroviaire,
- comprenant un dispositif (603) de communication pour la communication avec un premier
et un deuxième dispositifs (106, 107; 605) de mémorisation d'une voie,
- dans lequel, à l'aide du dispositif (603) de communication, un droit (110) exclusif
de passer sur la voie (101; 606) peut être lu dans le premier dispositif (106) de
mémorisation et le premier dispositif de mémorisation peut être mis dans un état dans
lequel il ne met pas à disposition de droit (110) exclusif de passer sur la voie (101),
- dans lequel le droit (110) exclusif peut être transféré au deuxième dispositif (107)
de mémorisation, de manière à mettre le deuxième dispositif (107) de mémorisation
dans un état dans lequel il met à disposition le droit (110) exclusif de passer sur
la voie.
15. Véhicule ferroviaire suivant la revendication 14, comprenant un dispositif (604) de
contrôle à l'aide duquel, lors du passage sur la voie (101) sans avoir obtenu un droit
(110) exclusif, une action donnée à l'avance, notamment l'émission d'un avertissement
ou le déclenchement d'une opération de freinage, peut être effectuée.