| (19) |
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(11) |
EP 2 880 314 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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28.09.2016 Patentblatt 2016/39 |
| (22) |
Anmeldetag: 28.06.2013 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE2013/100234 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2014/000735 (03.01.2014 Gazette 2014/01) |
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VORRICHTUNG ZUM KAPILLAREN TRANSPORT VON FLÜSSIGKEITEN, VERWENDUNG SOWIE VERFAHREN
ZUR HERSTELLUNG EINER SOLCHEN VORRICHTUNG
DEVICE FOR CAPILLARY TRANSPORT OF LIQUIDS, USE AND METHOD OF THE PRODUCTION OF SUCH
A DEVICE
DISPOSITIF DE TRANSPORT PAR CAPILLARITÉ DE LIQUIDES, UTILISATION ET PROCÉDÉ DE PRODUCTION
D'UN TEL DISPOSITIF
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
28.06.2012 DE 102012012884 06.11.2012 DE 102012021603
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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10.06.2015 Patentblatt 2015/24 |
| (73) |
Patentinhaber: |
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- Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der
angewandten Forschung e.V.
80686 München (DE)
- Baumgartner, Werner
52156 Monschau (DE)
- Comanns, Philipp
52074 Aachen (DE)
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| (72) |
Erfinder: |
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- COMANNS, Philipp
52074 Aachen (DE)
- BAUMGARTNER, Werner
4202 Kirchschlag bei Linz (AT)
- BERNHARDT, Frank
52072 Aachen (DE)
- WINANDS, Kai
52074 Aachen (DE)
- ARNTZ, Kristian
52146 Würselen (DE)
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| (74) |
Vertreter: Naeven, Ralf |
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König & Naeven
Patent- und Rechtsanwaltskanzlei
Kackertstraße 10 52072 Aachen 52072 Aachen (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A2- 0 258 019 WO-A2-2005/094982 DE-A1-102009 038 019
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EP-A2- 2 339 184 DE-A1- 10 309 695
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- Philipp Comanns ET AL: "Moisture harvesting and water transport through specialized
micro-structures on the integument of lizards", Beilstein journal of nanotechnology,
1 January 2011 (2011-01-01), pages 204-214, XP055258023, Germany DOI: 10.3762/bjnano.2.24
Retrieved from the Internet: URL:file:///C:\Users\NF21809\AppData\Roami ng\Mozilla\Firefox\Profiles\NF21809\CiteNP
LTemp\CiteNPLWebPage.pdf [retrieved on 2016-03-14]
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum kapillaren Transport von Flüssigkeiten
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, die Verwendung einer solchen Vorrichtung sowie
ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Vorrichtung.
[0002] Eine Kapillare ist ein Hohlraum, in dem bei darin enthaltener Flüssigkeit Oberflächeneffekte
gegenüber Viskositäts- und Trägheitseffekten dominieren können. Unter Ausnutzung dieser
Besonderheit werden Kapillaren in verschiedenen Prozessen eingesetzt, um Flüssigkeiten
zu verarbeiten, zu untersuchen oder auch gezielt zu transportieren. Anwendung finden
Kapillaren auch in Kapillarpumpen für autonome Mikrofluidik-Systeme (
M. Zimmermann et al; Capillary pumps for autonomous capillary systems; Lab Chip 2007,
7, 119-125).
[0003] Kapillaren können geschlossen oder teiloffen ausgeführt sein. In einer geschlossenen
Kapillare ist die Transportrichtung der Flüssigkeit durch die Ausrichtung der Kapillare
festgelegt. Die Transportwirkung ist eine Folge der Oberflächenspannung der in der
Kapillare befindlichen Flüssigkeit und der sich zwischen der Flüssigkeit und der festen
Oberfläche der Kapillare ergebenden Grenzflächenspannung. Des Weiteren spielt auch
die Oberflächenreibung eine Rolle. Die Flüssigkeit steigt in einer Kapillare so lange,
bis die Kapillarkraft gleich der entgegenwirkenden Schwerkraft der Flüssigkeit ist.
Dabei ist die Steighöhe von den Eigenschaften der Kapillare (z. B. Materialparameter,
Kapillarquerschnitt) sowie der Flüssigkeit (z. B. Kontaktwinkel, Oberflächenspannung)
abhängig. Mathematische Modelle für geschlossene Kapillare mit rundem Querschnitt
basieren in der Regel auf der Lukas-Washburn-Gleichung oder deren Modifikationen.
Für geschlossene Kapillaren mit rechteckigem Querschnitt wird ein hydraulischer Radius
eingeführt. Für Kapillaren, deren runder Querschnitt abschnittsweise variiert, hat
Young (2004) den kapillaren Flüssigkeitstransport über die Lukas-Washburn-Gleichung
modelliert.
[0004] Als teiloffene Kapillare werden z. B. solche in Form von Hohlräumen zwischen zwei
parallelen Platten beschrieben. Des Weiteren gibt es auch rinnenförmige Kapillare,
deren Querschnitt z. B. v-förmig oder u-förmig ist.
[0005] Eine Vorrichtung der eingangs genannten Art ist aus der
EP 2 339 184 A2 bekannt, welche eine Vorrichtung zum Transport von Flüssigkeiten in vertikaler oder
horizontaler Richtung offenbart, bei der teiloffene Kapillaren eingesetzt werden,
wobei unterschiedliche Kontaktwinkel zwischen Flüssigkeit und Oberfläche der jeweiligen
Kapillare zur Ausbildung einer den Flüssigkeitstransport steuernden hydrodynamischen
Kraft ausgenutzt werden. Dabei soll der Verbrauch von energieexternen Quellen minimiert
werden. Es werden Kanäle beschrieben, deren innere Oberfläche in Bereiche mit unterschiedlichen
chemischen Zusammensetzungen aufgeteilt ist, die hierdurch unterschiedliche Kontaktwinkel
oder Kontaktwinkelgradienten aufweisen. Solche chemischen Kontaktwinkelheterogenitäten
können ringförmig oder helikal angeordnet sein und ermöglichen einen Transport von
Flüssigkeitstropfen. Die Kontaktwinkelheterogenitäten können auch durch eine sägezahnförmige
Geometrie an der Innenseite oder ringförmige bzw. helikale Protuberanzen erzeugt sein.
Ein Überwinden eventueller Unstetigkeitsstellen wird durch Zufuhr externer Energie
erreicht.
[0006] Aus der
WO 2006/121534A1 ist eine Kapillare mit asymmetrischer, sägezahnähnlicher inneren Oberflächenstruktur
bekannt. Die Asymmetrie bezieht sich auf eine Symmetrieachse senkrecht zu der kapillaren
Oberfläche. Der offenbarte nichtmechanische Flüssigkeitstransport basiert auf dem
Leidenfrost-Effekt und muss thermisch angetrieben werden.
[0007] A. Buguin (Ratchet-like topological structures for the control of microdrops;
Appl. Phys. A 75,207 - 212 (2202)) beschreibt ebenfalls eine gerichtete Tropfenbewegung in einem Sägezahnkanal, die
jedoch durch ein elektrisches Feld oder Vibration angetrieben wird.
[0008] Aus der
WO 2007/035511A2 sind ebenfalls Kapillaren mit einer asymmetrischen inneren Oberflächenstruktur bekannt,
die bei einem darin angeordneten Tropfen zu einer resultierenden Kraft führt. Gleichwohl
wird zum Transport des Tropfens zusätzliche Energie, z. B. durch einen Fluiddruck
benötigt, um die durch die Rauheit der Oberflächenstruktur bedingte Widerstandskraft
zu überwinden.
[0009] Aus der
WO 2008/114063A1 werden geschlossene Kapillaren mit einem Breite/Tiefeverhältnis von 10 bis 100 beschrieben,
bei denen mindestens eine von vier Seitenwänden die Funktion der Geschwindigkeitsdrosselung
aufweist und hierfür mikrostrukturiert ist.
[0010] In der Mikrofluidik werden nicht-kapillare Oberflächenstrukturen eingesetzt, um die
Strömungsgeschwindigkeit im Randbereich zu drosseln und dadurch eine homogenere Strömung
in breiten Kapillaren zu erzeugen. Dergleichen ist in
EP 1 201 304 B1 offenbart. Nicht-kapillare Oberflächenstrukturen sind auch aus der bereits oben genannten
WO 2007/035511 A2 bekannt.
[0012] Der vorgenannte Stand der Technik betrifft im Wesentlichen ungerichtetes Spreiten
oder den gerichteten Transport einzelner Flüssigkeitstropfen. Es handelt sich somit
um den Transport sehr geringer Flüssigkeitsmengen auf in der Regel kurzen Transportstrecken.
Es ist bislang jedoch noch nicht möglich, Flüssigkeiten auf Oberflächen bzw. in Materialien
mit Kapillareigenschaften sowohl kapillar als auch, von einer beliebigen Stelle aus,
ausschließlich oder zumindest überwiegend in eine Richtung zu transportieren. In teiloffenen
Kapillar-Systemen sind in der Mikrofluidik diesbezügliche Ansätze vorhanden, jedoch
aufgrund des kleinen Größenspektrums nur sehr eingeschränkt einsetzbar und auch anfällig
für Verschleiß.
[0014] Die
DE 103 09 695 A1 offenbart ein Verfahren zur Verbindung von Kunststoffrohren zur Herstellung von Kapillarrohrmatten,
bei denen ein Formwerkzeug eingesetzt wird, mit dem der Innenquerschnitt eines an
eine Sammelrohr anzuschweißenden geschlossenen Kapillarrohres geformt werden kann.
[0015] Die
DE 10 2009 038 019 A1 offenbart Verfahren zur Herstellung von Kanalstrukturen für einen Bioreaktor unter
Einsatz von Stanzverfahren, Laserablationsverfahren, Prägeverfahren oder Mikrofräsverfahren.
[0016] Die
EP 0 058 019 A2 offenbart ein Werkzeug zum Formen einer von Spinndüsenkapillare, bei dem Funkenerosion
zur Ausbildung der Spinndüsenöffnung eingesetzt wird.
[0017] Aus der
WO 2005/094982 A2 ist es bekannt, bei der Herstellung von kapillaren Strukturen einer Mikrokanalvorrichtung
Laserschneiden, Laserablation, Rollformen oder funkenerosives oder photochemisches
Abtragen einzusetzen.
[0018] Der hier betroffenen Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, eine Vorrichtung
der eingangs genannten Art zur Verfügung zu stellen, mit der der kapillare Flüssigkeitstransport
schneller und richtungsdiskriminierter gestaltet werden kann. Des Weiteren sollen
Verwendungen der Vorrichtung sowie Verfahren zur Herstellung einer solchen Vorrichtung
vorgeschlagen werden.
[0019] Bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art wird das technische Problem durch
die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0020] Vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung ergeben sich aus den
abhängigen Ansprüchen 2 bis 18.
[0021] In Bezug auf eine Verwendung wird das technische Problem mit den Merkmalen des Anspruchs
19 gelöst. Eine vorteilhafte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verwendung ergibt
sich aus Anspruch 20.
[0022] In Bezug auf ein Verfahren zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung wird
das technische Problem jeweils durch die Merkmale der Ansprüche 21 bis 24 gelöst.
[0023] Der passive, das heißt ohne äußere Kraftzufuhr, gerichtete Flüssigkeitstransport
in der Kapillare basiert gemäß Anspruch 1 darauf, dass mindestens zwei der Kapillaren
in Transportrichtung der Flüssigkeit über mindestens einen kapillaren Durchtrittskanal
miteinander verbunden sind. Ein die Kapillaren verbindender Durchtrittskanal stellt
eine funktionale Verbindung dar, die derart gestaltet ist, dass ein evtl. auftretendes
lokales Stoppen der zu transportierenden Flüssigkeit in der einen Kapillare durch
über den Durchtrittskanal erfolgender Flüssigkeitszufuhr aus der anderen Kapillare
überwunden wird. Vorzugsweise sind die Kapillaren über eine Mehrzahl von Durchtrittskanälen,
d.h. über mindestens zwei, weiter vorzugsweise mindestens drei, weiter vorzugsweise
mindestens 5, weiter vorzugsweise mindestens zehn Durchtrittskanäle, miteinander verbunden.
[0024] Der Durchtrittskanal, der ebenfalls kapillarer Natur ist, sorgt für die Ausbildung
einer weiteren Flüssigkeitsfront, die sich mit der gestoppten Flüssigkeitsfront verbindet
und auf diese Weise eine neue gesamte Flüssigkeitsfront erzeugt, welche sich zumindest
für eine bestimmte Strecke passiv gerichtet weiterbewegt. Flüssigkeitsfronten werden
im Folgenden auch als Menisken bezeichnet.
[0025] Da die Kapillaren über die Durchtrittskanäle, die sich im Querschnitt ändern können,
miteinander verbunden sind, also ein kommunizierendes System sind, bildet das Gesamtgebilde
aus Kapillaren und Durchtrittskanälen eine gemeinsame Kapillarstruktur, zu denen die
Kapillaren gemäß der Anspruchsdefinition als Unterstruktur gehören. Als Durchtrittskanäle
im Sinne der Erfindung werden die Bereiche der Kapillarstruktur verstanden, in denen
sich ein zusätzlicher Meniskus bildet, um Flüssigkeit von einer zur anderen Kapillare
zu transportieren. Der Durchtrittskanal endet jeweils dort, wo eine Vereinigung mit
einem Meniskus der versorgten Kapillare stattfindet.
[0026] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann so ausgebildet sein, dass die mindestens zwei
Kapillaren jeweils mehrere in Transportrichtung gesehen aufeinander folgende, für
den passiven gerichteten kapillaren Transport eingerichtete Transportabschnitte aufweisen.
Die Transportabschnitte enden jeweils in einer Stopp-Stelle, welche geeignet ist,
den ungestörten passiven gerichteten Flüssigkeitstransport zu unterbrechen. Die Durchtrittskanäle
weisen jeweils einen Kanalaustritt nahe der Stopp-Stelle insbesondere in Transportrichtung
hinter der Stopp-Stelle und an der Stopp-Stelle angrenzend auf, so dass eine Vereinigung
des Meniskus des Durchtrittskanals mit dem der zu versorgenden Kapillare erreicht
wird. Der Meniskus der Kapillare kann auch bereits vor der Stopp-Stelle in der Vorwärtsbewegung
anhalten. Ist der Abstand zur Stopp-Stelle hinreichend gering, kann gleichwohl eine
Vereinigung der Menisken erfolgen.
[0027] Wird die Struktur aus Kapillaren und Durchtrittskanal aufeinanderfolgend wiederholt,
kann über eine entsprechende Strecke ein Flüssigkeitstransport erreicht werden. Dabei
versorgen sich die miteinander über die Durchtrittskanäle verbundenen Kapillaren abwechselnd
gegenseitig mit der für die Überwindung einer Stopp-Stelle für den kapillaren Weitertransport
erforderlichen Flüssigkeit. Die Stopp-Stelle kann z.B. eine Kante in einer Wandstruktur
der Kapillare sein.
[0028] Der gerichtete Transport bedeutet, dass es für den Transport mindestens eine Vorzugsrichtung
gibt. So kann das Kapillarsystem z.B. den Transport in eine Vorwärtsrichtung bewirken,
einen hierzu entgegengesetzten Rückwärtstransport aber vollständig unterbinden. Der
gerichtete Transport umfasst aber auch eine Variante bei der zusätzlich zum Vorwärtstransport
auch ein rückwärts gerichteter Transport stattfinden kann, der aber gegenüber dem
Vorwärtstransport verlangsamt ist. Der in unterschiedlichen Richtungen erfolgende
asymmetrische Transport ist insbesondere dann möglich, wenn das Kapillarsystem von
einer Flüssigkeitsquelle, z.B. einem aufliegenden Tropfen, gespeist wird.
[0029] Der gerichtete Transport umfasst zudem mehrdimensionale Systeme, bei denen sich der
Flüssigkeitstransport verzweigen kann, also mehr als zwei Kapillaren gegeben sind,
die sich zweidimensional oder dreidimensional in unterschiedliche Richtungen erstrecken
und der Flüssigkeitstransport in Vorzugsrichtungen schneller erfolgt und in anderen
Richtungen der Kapillarverläufe verlangsamt durchgeführt oder unterbunden wird.
[0030] Der gerichtete Transport umfasst des Weiteren Varianten, bei denen hintere Menisken
in einer Vorzugsrichtung nachgezogen werden.
[0031] Der Ablauf ist z.B. wie folgt für zwei über Durchtrittskanäle miteinander verbundene
Kapillaren. In der ersten Kapillare bildet die Flüssigkeit einen ersten Meniskus aus,
der aufgrund kapillarer Kräfte fortschreitet, bis er im Bereich einer ersten Stopp-Stelle
zum Stillstand kommt. In Fließrichtung hinter der Stopp-Stelle wird der folgende Transportabschnitt
über mindestens einen der Durchtrittskanäle, in der sich ein weiterer Meniskus bildet,
mit Flüssigkeit aus der zweiten Kapillare versorgt. Dies ist möglich, weil in der
zweiten Kapillare ebenfalls ein Flüssigkeitstransport stattgefundnen hat und ein Teil
der Flüssigkeit der zweiten Kapillare in den Eingang des Durchtrittskanals eingetreten
ist. Der weitere Meniskus des Durchtrittskanals vereinigt sich am Ausgang des Durchtrittskanals
mit dem an der Stopp-Stelle oder in dessen Nähe befindlichen ersten Meniskus zu einem
gemeinsamen Meniskus, der die Stopp-Stelle überwindet, so dass der gerichtete Transport
in dem der Stopp-Stelle folgenden Transportabschnitt der ersten Kapillare bis zum
Bereich einer zweiten Stopp-Stelle weiterläuft. Auf dem Weg zur zweiten Stopp-Stelle
passiert die Flüssigkeit der ersten Kapillare den Eingang mindestens eines weiteren
Durchtrittkanals, der dann in entsprechender Weise die zweite Kapillare mit Flüssigkeit
versorgt, um einen dortigen Stopp des Flüssigkeitstransports zu überwinden.
[0032] Dieses Prinzip kann auch im Zusammenspiel mit mehr als zwei Kapillaren verwirklicht
werden, indem z.B. drei oder mehr Kapillare wechselseitig durch Durchtrittskanäle
miteinander verbunden sind. Dies kann auch so realisiert werden, dass ein erster Durchtrittskanal
eine erste und eine zweite Kapillare miteinander verbindet, ein zweiter Durchtrittskanal
die zweite und eine dritte Kapillare und ein dritter Durchtrittskanal die dritte Kapillare
wieder mit der ersten Kapillare verbindet. Dieses Prinzip kann weiter ausgedehnt werden.
[0033] Es ist auch denkbar, dass eine Kapillare mit zwei oder mehr Kapillaren über Durchtrittskanäle
verbunden ist.
[0034] Auf diese Weise ist ein gerichteter passiver, d. h. ohne Einsatz äußerer Energiequellen
erzeugter Transport der Flüssigkeit möglich.
[0035] Mit der Struktur kann eine Vorzugsrichtung des Flüssigkeitstransports verwirklicht
werden, so dass der Transport gerichtet ist. Hierzu kann die Struktur der Kapillaren
so ausgebildet sein, dass der oben beschrieben Effekt des passiven Transportes mittels
der Durchtrittskanäle nur in einer bestimmten Richtung des Verlaufs der beteiligten
Kapillare erreicht wird. Die Struktur der Kapillaren ist dabei derart asymmetrisch
aufgebaut, dass in einer zur gewünschten Transportrichtung entgegengesetzten Richtung
die dort ausgebildeten weiteren Menisken stoppen, ohne den zum Auffüllen des dem jeweiligen
Meniskus folgenden Hohlraums der Nachbarkapillare notwendigen Durchtrittskanal zu
erreichen. Die Strukturen sind derart gewählt, dass die rückwärts, das heißt entgegen
der gewünschten Transportrichtung, gerichteten Menisken eine deutlich geringere Krümmung
aufweisen oder eine gerade oder konvexe (nach außen gebogene) Form annehmen.
[0036] Alternativ zum Stoppen des hinteren Meniskus in der der Transportrichtung entgegen
gesetzten Richtung kann der hintere Meniskus z.B. auch verlangsamt transportiert werden,
was zu einem asymmetrischen Transport der Flüssigkeit führt.
Für diesen Fall hat der hintere Meniskus in den Kapillaren vorzugsweise eine schwach
konkave Form oder weist zumindest eine geringere Krümmung auf als einer der vorderen
Menisken in den Kapillaren.
[0037] Die gewünschte Wirkung der Transportabschnitte, Flüssigkeit mittels Kapillarkraft
passiv, d.h. ohne äußere Krafteinwirkung, gerichtet zu transportieren, kann z.B. durch
eine geeignete Geometrie der Kapillaren erreicht werden. Hierfür kann z.B. vorgesehen
werden, dass die Transportabschnitte einen sich in Transportrichtung verringernden
Querschnitt aufweisen. Hinter einem Transportabschnitt kann sich der Querschnitt wieder
aufweiten, vorzugsweise unstetig in einer sprunghaften Querschnittsaufweitung, so
dass sich ein neuer, sich im Querschnitt verringernder Transportabschnitt anschließen
kann.
[0038] Die Wirkung der Transportabschnitte kann auch durch das Material der inneren Oberflächen
der Kapillare erreicht werden, z.B. durch geeignete Beschichtungen oder durch Mikro-
oder Nanostrukturierungen.
[0039] Eine Stopp-Stelle kann z.B. durch eine Aufweitung des Querschnitts der Kapillare
gebildet werden. Alternativ kann eine Stopp-Stelle auch eine Änderung des Oberflächenmaterials
oder der Oberflächenstruktur, z.B. der Rauhigkeit, zumindest in einem Teilbereich
der Kapillarwandung erreicht werden. Die Kapillarwandung kann im Querschnitt rund
sein oder beliebige Querschnittsformen aufweisen und z.B. Boden und/oder Seitenwände
umfassen.
[0040] Der passive gerichtete Transport der Flüssigkeit kann sowohl mit geschlossenen als
auch mit teiloffenen Kapillaren erreicht werden. Mit geschlossenen Kapillaren sind
solche Kapillaren gemeint, die, abgesehen von Eingängen oder Ausgängen von Durchtrittskanälen,
welche den Umfang durchstoßen und Kapillare verbinden, auf dem vollen Umfang geschlossen
sind. Teiloffen sind alle Kapillare, die nicht geschlossen sind, z. B. solche, die
durch zwei parallele oder weitgehend parallele Platten erzeugt werden, solche mit
u-förmigem, v-förmigem Querschnitt oder Querschnitten mit unregelmäßigen Formen, die
in mindestens einer Längsrichtung offen sind.
[0041] Wird z.B. auf eine Struktur mit teiloffenen Kapillaren Flüssigkeit aufgegeben, z.B.
in Form eines im Vergleich zum Durchmesser der Kapillaren großen Tropfen oder über
eine sonstige Flüssigkeitsquelle, bilden sich in Transportrichtung vordere Menisken
und in Rückwärtsrichtung hintere Menisken aus. In Transportrichtung bewegen sich die
vorderen Menisken in der oben beschriebenen Weise bereits allein aufgrund der Kapillarkräfte
stetig weiter, während in der Rückwärtsrichtung die hinteren Menisken spätestens an
einer Stopp-Stelle stehen bleiben, sofern keine äußeren Kräfte deren Überwindung bewirken,
mindestens aber im Verhältnis zur Geschwindigkeit der vorderen Menisken deutlich langsamer
sind. Die Bewegung der vorderen Menisken in Transportrichtung läuft weiter, so lange
die Flüssigkeitsquelle die Kapillaren speist.
[0042] Erfolgt keine Flüssigkeitszufuhr mehr, stoppt entweder die weitere Bewegung in Transportrichtung
oder aber die hinteren Menisken werden in Transportrichtung nachgezogen, so dass sich
die gesamte Flüssigkeitsmasse aufgrund der Kapillarkräfte gerichtet bewegt. Das Verhalten
hängt von den gegebenen Kräften an den Oberflächengrenzen, von Reibungskräften und
ggf. von äußeren Kräften, wie z.B. der Gravitationskraft, ab.
[0043] In entsprechender Weise kann auch in geschlossenen Kapillaren das Bewegungsverhalten
von der Zufuhr aus einer Flüssigkeitsquelle abhängen.
[0044] Kapillaren können sich entlang einer ebenen oder gekrümmten Oberfläche erstrecken
oder dreidimensional, und z. B. eine schwammartige Struktur erzeugen.
[0045] Erfindungsgemäße Kapillaren können auch durch Fasermaterial, z.B. aus Vollfasern
oder Hohlfasern gebildet sein. Hohlfasern können selbst geschlossene Kapillaren bilden.
Eine Hohlfaser kann aber auch eine erste innere Struktur, die ebenfalls faserartig
sein kann, umfassen. Diese innere Struktur kann regelmäßig oder unregelmäßig auf der
Oberfläche sein.
[0046] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann es sich auch um ein Textil handeln, z.
B. für Kleidung, Sportausrüstung, Bautextilien, Hygieneartikel, wie Windeln oder Binden,
oder andere Flüssigkeit sammelnde Textilien, z.B. zum Aufnehmen von Öl.
[0047] In einer vorteilhaften Ausbildungsform kann die erfindungsgemäße Vorrichtung Teil
eines Werkzeuges, insbesondere eines zerspanenden Werkzeuges sein. Die darauf befindlichen
Kapillaren können insbesondere zur Zuführung von Flüssigkeit, z.B. Kühlflüssigkeit,
Schmiermittel oder Kühlschmiermittel, an einer Bearbeitungsstelle dienen. Hierfür
können geschlossene oder teiloffene Kapillaren vorgesehen sein. Auf diese Weise kann
die Flüssigkeit einige Millimeter von der Schneide entfernt in einen Zufuhrbereich
eingebracht werden. Hierdurch kann die Menge an Flüssigkeit reduziert werden. Des
Weiteren kann die Energie zur Zuführung der Flüssigkeit verringert werden.
[0048] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann auch eine Werkzeugform sein. Beim Umformen
oder Urformen, insbesondere im Bereich des Aluminiumdruckgusses ist das fehlerfreie
Entformen eines Bauteils aus einer Form ein entscheidender Prozessschritt. Hierfür
wird oftmals eine große Menge an Trennmittel eingesetzt, um eine unzureichende Benetzung
der Werkzeugform zu vermeiden. Der Ressourceneinsatz kann bei einem Versehen der Werkzeugform
mit Kapillaren zur Benetzung deutlich reduziert werden. Zudem kann auch die Effektivität
und Wirksamkeit der Benetzung erhöht werden.
[0049] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann vorteilhaft auch ein Mittel zur dosierten Flüssigkeitszufuhr
in weiteren Anwendungsfällen sein, insbesondere zum Transport von Lotmaterial beim
Löten von Elektronikkomponenten. Die Lotmenge kann anwendungsgerecht dosiert werden,
um ein optimales Ergebnis beim Kontaktieren der Leiterbahnen zu erreichen. Hierfür
werden die Grundplatinen vor dem Kontaktieren mit Kapillaren strukturiert.
[0050] Des Weiteren kann die erfindungsgemäße Vorrichtung ein Sensor sein. Durch den möglichen
gerichteten Transport können Flüssigkeiten einer Sensorik zugeführt werden. Dabei
ist es möglich, Flüssigkeiten durch den definierten Aufbau der Kapillaren aufzuspalten
und in einzelne Bestandteile zu zerlegen. Beim Blut kann dies z. B. die Trennung von
Blutplasma und Blutzellen sein. Während der Fließbewegung kann die Mikrostrukturierung
der Kapillaren aufgrund der gegebenen Geometrie die Bestandteile entweder in unterschiedliche
Kanäle führen oder als eine Art Teilchenfalle dienen, in der sich die Teilchen, z.
B. die Blutzellen, verfangen, die restliche Flüssigkeit jedoch weiterströmt. Die Kapillaren
würden hier somit als Filter fungieren. Es ist dabei denkbar, mehrere solcher Strukturfelder,
z. B. kaskadenartig, aneinanderzureihen, um Filterstufen zu erzeugen. Ein Fluid könnte
somit nicht nur in zwei Bestandteile aufgespalten werden (z. B. in flüssigen und in
festen Teil), sondern gegebenenfalls wäre es auch möglich, unterschiedliche Flüssigkeiten
und gleichzeitig verschiedene Feststoffe voneinander zu trennen und sogar in unterschiedliche
Bauteilregionen abzuleiten.
[0051] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann auch als Feuchtigkeitssensor dienen. In diversen
Bereichen der Technik sind Feuchtigkeitsniederschläge und manchmal auch damit einhergehende
Eisbildung, z. B. im Bereich der Luftfahrt, ein kritischer Punkt. So kann eine erfindungsgemäße
Vorrichtung so ausgebildet sein, dass die kapillaren Mikrostrukturen auf den Sensor
Feuchtigkeit aus der Umgebung, z. B. der Luft kondensieren lassen und gezielt zu einem
Bereich auf den Sensor führen, um dort den Grad der Luftfeuchte zu analysieren oder
durch Bestimmung der Flussmenge eine einsetzende Eisbildung zu detektieren. Eine weitere
Nutzung des Kondensationseffekts wäre die Entfeuchtung von Innenräumen, insbesondere
auch von Innenräumen technischer Anlagen, z. B. von Kühlschränken, um das zu schnelle
Verderben von Lebensmitteln aufgrund eines zu hohen Luftfeuchtegrades zu verhindern
oder aber von elektronischen Schaltschränken, bei denen eine hohe Luftfeuchte zu Kurzschlüssen
und Beschädigungen führen kann. Die kapillaren Oberflächenstrukturen könnten eine
Kondensation auslösen und das Kondensat gezielt in einen Vorratsbehälter abführen.
[0052] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann zur Abtrennung von Bestandteilen aus einem
fluiden Stoff verwendet werden. Insbesondere kann sie auch zur Öl-/Wasserabscheidung
genutzt werden. Dies kann vorteilhaft bei Bremssystemen und Lagern oder bei verfahrenstechnischen
Anlagen angewendet werden, z. B. um Bremsflüssigkeiten und Hydrauliköle aufzubereiten
oder Vorratsbehälter bei Verschmutzungen zu reinigen.
[0053] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann auch eine Struktur sein, die zum Wärmeaustausch
oder zur Wärmeabfuhr eingesetzt wird. So bestehen z. B. Destiller, die in verfahrenstechnischen
Anlagen dazu verbaut werden, oftmals aus Kupfer. Die Oberflächen lassen sich leicht
in der geeigneten Weise mit den kapillaren Strukturen versehen. Hierdurch wird die
Oberfläche zum einen quantitativ vergrößert und zum anderen kann durch die geeigneten
kapillaren Strukturen der Flüssigkeitstransport gezielt beeinflusst werden, um die
Kühlleistung oder den Wärmeaustausch zu erhöhen.
[0054] Die Kapillarstrukturen der erfindungsgemäßen Vorrichtung können durch unterschiedliche
reduktive oder generative Verfahren hergestellt werden, beispielsweise mechanisch,
z. B. durch spanendes Fräsen, insbesondere durch Mikrofräsen, thermisch, z. B. durch
abtragende Laserbearbeitung, chemisch, z. B. durch Ätzen, elektrisch, z. B. durch
Erodieren oder durch eine Kombination dieser Mechanismen, z. B. elektrisch elektro-chemische
Vorgänge, wie beim ECM-Prozess.
[0055] Weitere Verfahren zur Herstellung der Kapillarstrukturen sind umformende Verfahren,
wie z. B. das Prägen, bei denen die Kapillarstrukturen durch Materialverdrängung bzw.
Materialverlagerung erzeugt werden, oder urformende Verfahren, z. B. das Spritzgießen
oder der Druckguss, bei denen die Kapillarstrukturen durch Form gebende Konturen in
Formen replikativ oder direkt durch generative Verfahren aufbauend erzeugt werden.
[0056] Des Weiteren können Kapillarstrukturen durch die Verarbeitung von Materialfasern,
z. B. Vollmaterialfasern, Hybridmaterialfasern oder eine Kombination mit zusätzlichen,
ummantelnden Hohlfasern sowie durch die Herstellung von z.B. Fasergeflechten, Fasergeweben,
Fasergelegen, Fasergestricken oder Fasergewirken erzeugt werden.
[0057] Die erfindungsgemäßen Vorrichtungen können aus unterschiedlichen Materialien bestehen
oder aus unterschiedlichen Materialien zusammengesetzt sein, bevorzugt sind diese
Materialien Metalle, Metalllegierungen, Hartmetalle oder Karbide, polymer- oder mineralienbasierte
Materialien, Glas, Kompositmaterialien oder Keramiken.
[0058] Die Herstellung der Kapillarstrukturen kann mit der Herstellung der Vorrichtung an
sich gekoppelt werden, so dass kein gesonderter Herstellungsschritt notwendig ist.
Dies bietet sich insbesondere im Zusammenhang mit aus Fasern oder faserähnlichen Materialien
hergestellten Vorrichtungen mit Kapillarstruktur an. So kann die Kapillarstruktur
eingebracht werden bei der Herstellung von Fasern, eines mit der Faser funktionell
gekoppelten Teils, eines Textils oder eines polymerbasierten, geschäumten oder porösen
Materials. Dabei kann jede einzelne Faser selbst eine Kapillarstruktur aufweisen oder
z.B. der Faserverbund insgesamt die Kapillarstruktur bilden.
[0059] Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann in besonders vorteilhafter
Weise Laserstrahlung eingesetzt werden. Hierdurch lassen sich auf effektive Weise
feinste kapillare Strukturen auf Oberflächen einbringen, wobei es sich in der Regel
um teiloffene Kapillaren handeln wird.
[0060] Eine Herstellung der kapillaren Strukturen mittels Laserstrahlung kann allerdings
je nach Anwendung eine zu aufwendige und kostenträchtige Maßnahme darstellen. Alternativ
ist es denkbar, teiloffene Oberflächenkapillare mit Hilfe eines Formprozesses herzustellen,
wobei die Negativstrukturen der Kapillaren stegartig Teil der abbildenden Form sind.
Im Falle von Hartmetallschneidplatten, insbesondere Wendeschneidplatten, die in einem
Sinterprozess hergestellt werden, können die Negativstrukturen in die Siriterform
eingearbeitet werden. Dies wiederum kann bevorzugt mit Hilfe von Laserstrahlung erfolgen,
da die Sinterform vielfach eingesetzt werden kann.
[0061] Im Folgenden werden bevorzugte Strukturen für erfindungemäße Vorrichtungen anhand
von Figuren erläutert.
[0062] Es zeigt jeweils schematisch
- Fig. 1:
- ausschnittsweise eine erfindungsgemäße Kapillarstruktur,
- Fig. 2:
- die Kapillarstruktur von Fig. 1 mit weiter fortgeschrittenen Menisken,
- Fig. 3:
- die Kapillarstruktur der Figuren 1 und 2 mit weiter fortgeschrittenen Menisken,
- Fig. 4:
- eine aus dem Stand der Technik bekannte Sägezahnstruktur innerhalb einer Kapillare,
- Fig. 5:
- die Kapillarstruktur der Figuren 1 bis 3 in gespiegelter Darstellung zur Verdeutlichung
des gehinderten Rückwärtstransportes der Flüssigkeit,
- Fig. 6:
- im Querschnitt eine aus Fasern generierte Kapillarstruktur,
- Fig. 7:
- die Kapillarstruktur gemäß Fig. 6 in drei verschiedenen Schnitten,
- Fig. 8:
- eine weitere Kapillarstruktur aus Fasern,
- Fig. 9:
- die Kapillarstruktur gemäß Fig. 8 in drei verschiedenen Schnitten,
- Fig. 10:
- eine Kapillarstruktur aus einer inneren Faser und einer umhüllenden Faser.
- Fig. 11:
- eine Kapillarstruktur ähnlich Fig. 1 in einem ersten Stadium des Flüssigkeitsfortschritts,
- Fig. 12:
- die Kapillarstruktur gemäß Fig. 1 in einem zweiten Stadium des Flüssigkeitsfortschritts,
- Fig. 13:
- die Kapillarstruktur gemäß Fig. 1 in einem dritten Stadium des Flüssigkeitsfortschritts
und
- Fig. 14:
- die Kapillarstruktur gemäß Fig. 1 in einem vierten Stadium des Flüssigkeitsfortschritts.
[0063] Fig. 4 zeigt eine grundsätzlich aus dem Stand der Technik bekannte asymmetrische,
hier halbseitig sägezahnförmige Oberflächenstruktur einer Kapillare 1 mit einer glatten
Seitenwand 2 und einer sägezahnförmigen Seitenwand 3, zwischen denen sich ein Flüssigkeitstropfen
4 befindet. Die Kapillargeometrie bedingt unterschiedliche Krümmungen einer vorderen
Flüssigkeitsoberfläche 5 und einer hinteren Flüssigkeitsoberfläche 6. An der vorderen
Flüssigkeitsoberfläche 5 ist ein Druckunterschied gegeben, wobei der in das Tropfeninnere
gerichtete Druck P
K,i kleiner als der nach außen gerichtete Druck P
K,a ist. In die andere Richtung hingegen ist die Krümmung entgegengesetzt gerichtet und
der nach außen gerichtete Druck P
K,a ist kleiner als der in das Tropfeninnere gerichtete Druck P
K,i. Sind äußere Kräfte nicht vorhanden, resultiert aus den Druckverhältnissen, dass
die Flüssigkeit kapillar in Transportrichtung (Pfeil 7) transportiert wird, wobei
der Transport so lange läuft, bis sich eine stabile Position des Tropfens 4 gefunden
hat.
[0064] Die Figuren 1 bis 3 zeigen schematisch im Querschnitt eine Ausführungsform einer
Kapillarstruktur, wie sie an einer erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehen werden
kann.
[0065] Fig. 1 zeigt zwei Kapillaren, die im Folgenden als obere Kapillare 8 und untere Kapillare
9 bezeichnet werden. Die Eigenschaften "oben" und "unten" beziehen sich lediglich
auf die bildliche Darstellung und nicht auf eine mögliche Orientierung der Kapillare
im Raum. Es kann sich hierbei um eine teiloffene Kapillarstruktur handeln mit oberer
Seitenwand 10 und unterer Seitenwand 11 zwischen denen eine Mittelstruktur 12 angeordnet
ist. Die Kapillarstruktur ist senkrecht zur Zeichnungsebene nach unten durch einen
hier nicht gesondert dargestellten Boden begrenzt. Auf der dem Boden gegenüberliegenden
Seite ist die Kapillarstruktur offen.
[0066] Im Folgenden ist beschrieben, wie sich innerhalb der Kapillarstruktur eine Flüssigkeitsmasse
13 von links nach rechts in Transportrichtung 14 fortbewegt.
[0067] In der unteren Kapillare 9 läuft der gerichtete Transport der Flüssigkeitsmasse 13
zunächst bis zum Eckpunkt 15 der Mittelstruktur 12. Eckpunkt 15 definiert wie auch
jeder weiter unten erwähnte Eckpunkt, jeweils eine Stopp-Stelle für den Flüssigkeitstransport
in der betroffenen Kapillare.
[0068] In entsprechender Weise läuft die Flüssigkeitsmasse in der oberen Kapillare 8 bedingt
durch das Zusammenspiel von Geometrie und Kontaktwinkel 16 bis zum Eckpunkt 25. Für
die jeweiligen Endpositionen sind für obere Kapillare 8 der obere Meniskus 18 und
für die untere Kapillare 9 der untere Meniskus 19 eingezeichnet. Für die obere Kapillare
8 ist zusätzlich noch die Position 18a des Meniskus 18 in einem früheren Stadium eingezeichnet.
[0069] Die Flüssigkeitsmasse 13 in der oberen Kapillare 8 hat in der mit Meniskus 18 eingezeichneten
Endposition bereits den Eingang eines Durchtrittskanals 20 überschritten, der die
obere Kapillare 8 mit der unteren Kapillare 9 verbindet. Der Durchtrittskanal 20 ist
selbst wiederum eine Kapillare, weshalb sich Flüssigkeit aus der Flüssigkeitsmasse
13 aus der oberen Kapillare aufgrund der Kapillarkräfte durch den Durchtrittskanal
20 hindurch zur unteren Kapillare 9 bewegt und dort einen weiteren Meniskus 21 ausbildet,
der bis zum Eckpunkt 15 läuft. An dieser Stelle verbinden sich die beiden Menisken
19 und 21 und vereinigen sich zu einem gemeinsamen neuen Meniskus 22, wie er in Fig.
2 in einer Zwischenposition 22a und einer vorläufigen Endposition 22 eingezeichnet
ist. Auf dem Weg zur vorläufigen Endposition 22 hat die Flüssigkeitsmasse 13 einen
zweiten Durchtrittskanal 23 überlaufen, der wiederum die untere Kapillare 9 mit der
oberen Kapillare 8 verbindet. Durch den Durchtrittskanal 23 hindurch läuft die Flüssigkeit
aus der unteren Flüssigkeitsmasse 13 aufgrund der Kapillarkräfte in die obere Kapillare
8 hinein und bildet dort den weiteren Meniskus 24 aus, der sich am Eckpunkt 25 mit
dem weiteren Meniskus 18 zu einem neuen gemeinsamen Meniskus 26 vereinigt, der in
Fig. 3 auf seinem Weg zum Eckpunkt 27 dargestellt ist. Das beschriebene Verhalten
der Flüssigkeitsmasse 13 setzt sich durch die weiteren Durchtrittskanäle 28 und 29
fort, so dass ein weiterer Transport der Flüssigkeitsmasse 13 in Transportrichtung
14 erfolgt.
[0070] Diese Verhaltensweise wird z. B. erreicht, indem ein Flüssigkeitstropfen auf die
offene Seite der Kapillarstruktur gegeben wird. Fig. 5 zeigt die Kapillarstruktur
aus den Figuren 1 bis 3 gespiegelt, so dass die in den Figuren 1 bis 3 gegebene Transportrichtung
14 hier von rechts nach links laufend dargestellt werden muss. Entgegen der Transportrichtung
14 ist das Fortschreiten der Flüssigkeitsmasse 13 verringert oder gehindert, da sich
die Kapillare im Bereich der eingezeichneten Menisken 30 und 31 derart aufweiten,
dass die Menisken eine deutlich geringere Krümmung aufweisen oder eine gerade oder
konvexe Form erhalten. Somit erreicht ohne Zufuhr äußerer Kräfte die Flüssigkeitsmasse
13 in dieser Richtung die Durchtrittskanäle 40 oder 41 nicht oder zumindest verzögert,
wodurch im Ergebnis somit mittels der Kapillaren 8 und 9 ein gerichteter Flüssigkeitstransport
erreicht wird. Ein auf eine solche Struktur oder eine Mehrzahl von solchen Kapillarstrukturen
aufgebrachter Flüssigkeitstropfen verteilt sich somit allein oder zumindest überwiegend
in die Transportrichtung 14.
[0071] Die zeichnerische Darstellung in den Fig. 1 bis 3 dient zur schematischen Verdeutlichung
des Prinzips. In den Fig. 11 bis 14 ist eine weitere Variante einer erfindungsgemäßen
Kapillarstruktur dargestellt, welche in der Praxis erfolgreich getestet wurde. Hier
sind anders als in den Fig. 1 bis 3 äußere Seitenwände 50 und 51 mit asymmetrischen
Abfolgen von Querschnittsänderungen versehen. Der Transport einer Flüssigkeitsmasse
52 läuft in Richtung des Pfeils 53. Die Flüssigkeitsmasse 52 bewegt sich in einer
oberen Kapillare 54 in Transportrichtung 53 bis zu einer ersten Stopp-Stelle 56. Ein
Flüssigkeitsmeniskus 57 nimmt eine weitgehend ungekrümmte Form an.
[0072] In einer unteren Kapillare 55 bildet ein unterer Zweig der Flüssigkeitsmasse 52 einen
weiteren Meniskus 58 aus, der noch stark konkav (zum Flüssigkeitsinneren gekrümmt)
ausgebildet ist und in der unteren Kapillare 55 in Transportrichtung 53 fortschreitet.
[0073] In Fig. 12 ist der untere Zweig der Flüssigkeitsmasse 52 mit seinem Meniskus 58 aufgrund
der Kapillarkräfte weiter fortgeschritten und hat den Eingang eines Durchtrittkanals
59 passiert, der ebenfalls kapillar ist. Im Durchtrittskanal 59 wird ein weiterer
Meniskus 60 gebildet, der im Durchtrittskanal 59 fortschreitet, bis er sich mit dem
Meniskus 52 an der Stoppstelle 56 vereinigt und den neuen Meniskus 61 ausbildet (Fig.
13). Derweil ist Meniskus 58 in der unteren Kapillare 55 an der weiteren Stopp-Stelle
62 angelangt. Der aufgrund der Kapillarkräfte fortschreitende Meniskus 61 passiert
den Eingang zum weiteren Durchtrittskanal 63, wodurch sich dort ein weiterer Meniskus
64 bildet (Fig. 14), der sich mit Meniskus 58 der unteren Kapillare 55 an der Stopp-Stelle
62 vereinigen wird. Durch Fortschreiten des beschriebenen Mechanismus erfolgt ein
gerichteter Transport in Transportrichtung 53.
[0074] Eine alternative Kapillarstruktur zeigen die Figuren 6 und 7, wobei die Kapillarstruktur
durch Fasern 32 gebildet wird. Die Fasern weisen bezogen auf eine zu ihrer Längsrichtung
senkrechten Ebene eine asymmetrische Struktur auf, wodurch sich ein gerichteter Transport
durch die zwischen den Fasern 32 gebildeten Kapillaren 33 ergibt. In den Schnittzeichnungen
"A", "B" und "C" der Fig. 7 wird die Anordnung der Fasern 32 in einer dichten Packung
deutlich. Zudem sind in den Schnittzeichnungen "B" und "C" Durchtrittskanäle 34 dargestellt.
[0075] Auch hier sorgt das Zusammenspiel zwischen den Kapillaren 33 und den Durchtrittskanälen
34 für ein ständiges Fortschreiten der hier nicht dargestellten Flüssigkeitsmasse
in eine bevorzugte Richtung, nämlich in Fig. 6 nach oben.
[0076] Die Kapillarstruktur der Figuren 6 und 7 kann von Seitenwänden, die hier nicht dargestellt
sind, begrenzt sein. Die Kapillarstruktur kann teiloffen oder geschlossen sein.
[0077] In den Figuren 8 und 9 ist in entsprechender Darstellung zu den Figuren 6 und 7 eine
alternative Anordnung der Fasern 32 mit dichterer Packung dargestellt. Hiernach sind
die Fasern 32 derart zueinander versetzt, dass die Asymmetrie der kapillaren Hohlräume
erhöht wird. Die dichtere Packung kann ein leichteres Überwinden von Stopp-Stellen
durch Vereinigung von Menisken bewirken.
[0078] Fig. 10 zeigt eine äußere Hohlfaser 36, welche eine innere Faser 35 umhüllt und an
ihrem Umfang zahlreiche Öffnungen 37 aufweist. Hiermit kann eine weitere Variante
einer Kapillarstruktur gebildet werden, indem eine Mehrzahl derartiger Kombinationen
von umhüllender Hohlfaser 36 und innerer Faser 35 in ein Bündel gepackt werden. Die
Öffnungen 37 bilden dabei die Durchtrittskanäle zwischen benachbarten Kapillaren.
Die Anzahl der Öffnungen 37 kann auch deutlich geringer gewählt werden, als in Fig.
10 dargestellt. Entscheidend ist, dass die Funktion von Durchtrittskanälen gemäß der
Erfindung erfüllt wird. Jede innere Faser 35 kann eine Vollfaser, wie in Fig. 10 dargestellt,
oder eine Hohlfaser sein. In der Hohlfaser 36 kann auch eine Mehrzahl von inneren
Fasern 35 vorgesehen werden.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Kapillare |
30 |
Meniskus |
| 2 |
Seitenwand |
31 |
Meniskus |
| 3 |
Seitenwand |
32 |
Faser |
| 4 |
Flüssigkeitstropfen |
33 |
Kapillare |
| 5 |
vordere Flüssigkeitsoberfläche |
34 |
Durchtrittskanal |
| 6 |
hintere Flüssigkeitsoberfläche |
35 |
innere Faser |
| 7 |
Transportrichtung |
36 |
Hohlfaser |
| 8 |
obere Kapillare |
37 |
Öffnung |
| 9 |
untere Kapillare |
40 |
Durchtrittskanal |
| 10 |
Seitenwand |
41 |
Durchtrittskanal |
| 11 |
Seitenwand |
50 |
Seitenwand |
| 12 |
Mittelstruktur |
51 |
Seitenwand |
| 13 |
Flüssigkeitsmasse |
52 |
Flüssigkeitsmasse |
| 14 |
Transportrichtung |
53 |
Transportrichtung |
| 15 |
Eckpunkt |
54 |
obere Kapillare |
| 16 |
Kontaktwinkel |
55 |
untere Kapillare |
| 18 |
oberer Meniskus |
56 |
Stopp-Stelle |
| 18a |
Meniskus |
57 |
Meniskus |
| 19 |
unterer Meniskus |
58 |
Meniskus |
| 20 |
Durchtrittskanal |
59 |
Durchtrittskanal |
| 21 |
Meniskus |
60 |
Meniskus |
| 22 |
Meniskus in Endposition |
61 |
Meniskus |
| 22a |
Meniskus in Zwischenposition |
62 |
Stopp-Stelle |
| 23 |
Durchtrittskanal |
63 |
Durchtrittskanal |
| 24 |
Meniskus |
64 |
Meniskus |
| 25 |
Eckpunkt |
|
|
| 26 |
Meniskus |
|
|
| 27 |
Eckpunkt |
|
|
| 28 |
Durchtrittskanal |
|
|
| 29 |
Durchtrittskanal |
|
|
1. Vorrichtung zum gerichteten kapillaren Transport von Flüssigkeiten, umfassend mindestens
zwei Kapillaren (8, 9, 33, 54, 55), wobei die mindestens zwei Kapillaren (8, 9, 33,
54, 55) derart gestaltet sind, dass zumindest abschnittsweise ein passiver gerichteter
kapillarer Transport der Flüssigkeit erfolgt,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens zwei der Kapillaren (8, 9, 33, 54, 55) in Transportrichtung der Flüssigkeit
über mindestens einen kapillaren Durchtrittskanal (20, 23, 28, 29, 34, 40, 41, 59,
63) miteinander verbunden sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) die mindestens zwei Kapillaren (8, 9, 33, 54, 55) jeweils mehrere in Transportrichtung
gesehen aufeinander folgende, für den passiven gerichteten kapillaren Transport eingerichtete
Transportabschnitte aufweisen,
b) die Transportabschnitte jeweils in einer für die Unterbrechung des ungestörten
passiven gerichteten Flüssigkeitstransport geeigneten Stop-Stelle (15, 25, 27, 56,
62) enden,und
c) mindestens einer der Durchtrittskanäle (20, 23, 28, 29, 34, 40, 41, 59, 63) jeweils
einen Kanalaustritt nahe der Stopp-Stelle (15, 25, 27, 56, 62), insbesondere in Transportrichtung
hinter der Stopp-Stelle (15, 25, 27, 56, 62) und an der Stopp-Stelle (15, 25, 27,
56, 62) angrenzend, aufweisen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der Transportabschnitte einen sich in Transportrichtung verringernden
Querschnitt der Kapillare (8, 9, 33, 54, 55) aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens der gerichtete Transport durch das Material der Oberfläche mindestens
einer Kapillarseitenwand bewirkt ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Stopp-Stellen (15, 25, 27, 56, 62) durch eine Querschnittsaufweitung
gebildet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Stopp-Stellen (15, 25, 27, 56, 62) durch eine Änderung im Material
der Oberfläche zumindest in einem Teilbereich der Kapillarwandung gebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kapillaren (8, 9, 33, 54, 55) zumindest in einer Teilanzahl eine schwammartige
Struktur erzeugen.
8. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der Kapillaren (8, 9, 33, 54, 55) zumindest auch durch Fasermaterial
gebildet sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch zumindest eine Hohlfaser (36).
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlfaser (36) eine innere Kapillarstruktur (35) umgibt.
11. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der Kapillaren (8, 9, 33, 54, 55) teiloffen ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der teiloffenen Kapillaren (8, 9, 33, 54, 55) Teil einer Oberfläche
ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ein zerspanendes Werkzeug ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ein Textil ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ein Sensor ist,
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Werkzeugform ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ein Mittel zur dosierten Flüssigkeitszufuhr ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Wärmetauscherfunktion aufweist.
19. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12 zur Abtrennung von
Bestandteilen aus einem fluiden Stoff.
20. Verwendung nach Anspruch 19 zur Öl-Wasserabscheidung.
21. Verfahren zur Herstellung einer Vorrichtung zum gerichteten kapillaren Transport von
Flüssigkeiten, bei dem mindestens zwei Kapillaren (8, 9, 33, 54, 55) erzeugt werden,
welche derart gestaltet sind, dass zumindest abschnittsweise ein passiver gerichteter
kapillarer Transport der Flüssigkeit erfolgt und mindestens zwei der Kapillaren (8,
9, 33, 54, 55) in Transportrichtung der Flüssigkeit über mindestens einen kapillaren
Durchtrittskanal (20, 23, 28, 29, 34, 40, 41, 59, 63) miteinander verbunden sind.
22. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil der Kapillarstruktur mittels Laserstrahlung erzeugt wird.
23. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Teilanzahl der teiloffenen, auf einer Oberfläche der Vorrichtung angeordneten
Kapillaren (8, 9, 33, 54, 55) mittels eines Formwerkzeuges, insbesondere einer Sinterform,
erzeugt wird.
24. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Teilanzahl der teiloffenen, auf einer Oberfläche der Vorrichtung angeordneten
Kapillaren (8, 9, 33, 54, 55) mittels eines Fräsverfahrens, insbesondere mittels eines
Mikrofräsverfahrens, erzeugt wird.
25. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Teilanzahl der teiloffenen, auf einer Oberfläche der Vorrichtung angeordneten
Kapillaren (8, 9, 33, 54, 55) mittels EDM (Electrical Discharge Machining, elektroerosives
Abtragungsverfahren) erzeugt wird.
1. A device for the directed capillary transport of liquids, including at least two capillaries
(8, 9, 33, 54, 55), wherein the at least two capillaries (8, 9, 33, 54, 55) are formed
such that a passive directed capillary transport of the liquid is performed at least
in certain regions,
characterized in that
at least two of the capillaries (8, 9, 33, 54, 55) are connected to one another in
the direction of transport of the liquid by way of at least one capillary passage
channel (20, 23, 28, 29, 34, 40, 41, 59, 63).
2. The device as claimed in claim 1,
characterized in that
a) the at least two capillaries (8, 9, 33, 54, 55) each have a plurality of transport
sections which, as seen in the direction of transport, succeed one another and are
set up for passive directed capillary transport,
b) the transport sections each end in a stop point (15, 25, 27, 56, 62) which is suitable
for interrupting the unimpeded passive directed transport of liquid, and
c) at least one of the passage channels (20, 23, 28, 29, 34, 40, 41, 59, 63) respectively
has a channel outlet close to the stop point (15, 25, 27, 56, 62), in particular downstream
of the stop point (15, 25, 27, 56, 62) as seen in the direction of transport, and
adjoining the stop point (15, 25, 27, 56, 62).
3. The device as claimed in claim 2, characterized in that at least one of the transport sections has a cross section of the capillary (8, 9,
33, 54, 55) which is reduced in the direction of transport.
4. The device as claimed in claim 2 or 3, characterized in that at least the directed transport is brought about by the material of the surface of
at least one capillary side wall.
5. The device as claimed in one of claims 2 to 4, characterized in that at least one of the stop points (15, 25, 27, 56, 62) is formed by a cross section
widening.
6. The device as claimed in one of claims 2 to 5, characterized in that at least one of the stop points (15, 25, 27, 56, 62) is formed by a change in the
material of the surface, at least in one part region of the capillary wall.
7. The device as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the capillaries (8, 9, 33, 54, 55) produce a sponge-like structure, at least in some
of their number.
8. The device as claimed in one of the preceding claims, characterized in that at least one of the capillaries (8, 9, 33, 54, 55) is at least also formed by fiber
material.
9. The device as claimed in claim 8, characterized by at least one hollow fiber (36).
10. The device as claimed in claim 9, characterized in that the hollow fiber (36) surrounds an inner capillary structure (35).
11. The device as claimed in one of the preceding claims, characterized in that at least one of the capillaries (8, 9, 33, 54, 55) is partially open.
12. The device as claimed in claim 11, characterized in that at least one of the partially open capillaries (8, 9, 33, 54, 55) is part of a surface.
13. The device as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the device is a machine tool.
14. The device as claimed in one of claims 1 to 12, characterized in that the device is a textile.
15. The device as claimed in one of claims 1 to 12, characterized in that the device is a sensor.
16. The device as claimed in one of claims 1 to 12, characterized in that the device is a mold.
17. The device as claimed in one of claims 1 to 12, characterized in that the device is a means for the metered supply of liquid.
18. The device as claimed in one of claims 1 to 12, characterized in that the device has a heat exchanger function.
19. Use of a device as claimed in one of claims 1 to 12 for separating components from
a fluid substance.
20. The use as claimed in claim 19 for separating oil and water.
21. A method for producing a device for the directed capillary transport of liquids, in
which at least two capillaries (8, 9, 33, 54, 55) are produced which are formed such
that a passive directed capillary transport of the liquid is performed at least in
certain regions and at least two of the capillaries (8, 9, 33, 54, 55) are connected
to one another in the direction of transport of the liquid by way of at least one
capillary passage channel (20, 23, 28, 29, 34, 40, 41, 59, 63).
22. A method according to claim 21, characterized in that at least part of the capillary structure is produced by laser radiation.
23. A method according to claim 21, characterized in that at least some of the number of partially open capillaries (8, 9, 33, 54, 55) that
are arranged on a surface of the device are produced by means of a mold, in particular
a sintering mold.
24. A method according to claim 21, characterized in that at least some of the number of partially open capillaries (8, 9, 33, 54, 55) that
are arranged on a surface of the device are produced by means of a milling method,
in particular by means of a micro-milling method.
25. A method according to claim 21, characterized in that at least some of the number of partially open capillaries (8, 9, 33, 54, 55) that
are arranged on a surface of the device are produced by means of EDM (electrical discharge
machining).
1. Dispositif de transport capillaire dirigé de liquides, comprenant au moins deux capillaires
(8, 9, 33, 54, 55), les au moins deux capillaires (8, 9, 33, 54, 55) étant configurés
de telle sorte qu'un transport capillaire dirigé passif du liquide s'effectue au moins
dans certaines portions, caractérisé en ce qu'au moins deux des capillaires (8, 9, 33, 54, 55) sont reliés l'un à l'autre dans le
sens du transport du liquide par le biais d'au moins un canal de passage capillaire
(20, 23, 28, 29, 34, 40, 41, 59, 63).
2. Dispositif selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
a) les au moins deux capillaires (8, 9, 33, 54, 55) possèdent respectivement plusieurs
portions de transport disposées successivement dans le sens du transport et conçues
pour le transport capillaire dirigé passif,
b) les portions de transport se terminent respectivement en un point d'arrêt (15,
25, 27, 56, 62) adapté à l'interruption du transport de liquide dirigé passif non
perturbé, et
c) au moins l'un des canaux de passage (20, 23, 28, 29, 34, 40, 41, 59, 63) possède
respectivement une sortie de canal proche du point d'arrêt (15, 25, 27, 56, 62), notamment
derrière le point d'arrêt (15, 25, 27, 56, 62) dans le sens du transport, et juxtaposée
au point d'arrêt (15, 25, 27, 56, 62).
3. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé en ce qu'au moins l'une des portions de transport possède une section transversale des capillaires
(8, 9, 33, 54, 55) qui se rétrécit dans le sens du transport.
4. Dispositif selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce qu'au moins le transport dirigé est produit par le matériau de la surface d'au moins
une paroi latérale de capillaire.
5. Dispositif selon l'une des revendications 2 à 4, caractérisé en ce qu'au moins l'un des points d'arrêt (15, 25, 27, 56, 62) est formé par un élargissement
de la section transversale.
6. Dispositif selon l'une des revendications 2 à 5, caractérisé en ce qu'au moins l'un des points d'arrêt (15, 25, 27, 56, 62) est formé par une modification
dans le matériau de la surface d'au moins une zone partielle de la paroi de capillaire.
7. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les capillaires (8, 9, 33, 54, 55) produisent, au moins dans une quantité partielle,
une structure spongieuse.
8. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins l'un des capillaires (8, 9, 33, 54, 55) est au moins également formé par
du matériau fibreux.
9. Dispositif selon la revendication 8, caractérisé par au moins une fibre creuse (36).
10. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé en ce que la fibre creuse (36) entoure une structure capillaire interne (35).
11. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins l'un des capillaires (8, 9, 33, 54, 55) est en partie ouvert.
12. Dispositif selon la revendication 11, caractérisé en ce qu'au moins l'un des capillaires (8, 9, 33, 54, 55) partiellement ouverts fait partie
d'une surface.
13. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif est un outil d'enlèvement de copeaux.
14. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que le dispositif est un textile.
15. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que le dispositif est un capteur.
16. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que le dispositif est un moule à outil.
17. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que le dispositif est un moyen destiné à un acheminement dosé d'un liquide.
18. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que le dispositif possède une fonction d'échangeur de chaleur.
19. Utilisation d'un dispositif selon l'une des revendications 1 à 12 pour la séparation
d'éléments constitutifs d'une substance fluide.
20. Utilisation selon la revendication 19 pour la séparation huile-eau.
21. Procédé de fabrication d'un dispositif de transport capillaire dirigé de liquides,
avec lequel au moins deux capillaires (8, 9, 33, 54, 55) sont produits, lesquels sont
configurés de telle sorte qu'un transport capillaire dirigé passif du liquide s'effectue
au moins dans certaines portions et au moins deux des capillaires (8, 9, 33, 54, 55)
sont reliés l'un à l'autre dans le sens du transport du liquide par le biais d'au
moins un canal de passage capillaire (20, 23, 28, 29, 34, 40, 41, 59, 63).
22. Procédé selon la revendication 21, caractérisé en ce qu'au moins une partie de la structure capillaire est produite au moyen d'un rayonnement
laser.
23. Procédé selon la revendication 21, caractérisé en ce qu'au moins une quantité partielle des capillaires (8, 9, 33, 54, 55) partiellement ouverts,
disposés sur une surface du dispositif, est produite au moyen d'un outil de moulage,
notamment un moule de frittage.
24. Procédé selon la revendication 21, caractérisé en ce qu'au moins une quantité partielle des capillaires (8, 9, 33, 54, 55) partiellement ouverts,
disposés sur une surface du dispositif, est produite au moyen d'un procédé de fraisage,
notamment au moyen d'un procédé de microfraisage.
25. Procédé selon la revendication 21, caractérisé en ce qu'au moins une quantité partielle des capillaires (8, 9, 33, 54, 55) partiellement ouverts,
disposés sur une surface du dispositif, est produite au moyen d'un procédé EDM (Electrical
Discharge Machining - usinage par électroérosion).
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente
In der Beschreibung aufgeführte Nicht-Patentliteratur
- M. ZIMMERMANN et al.Capillary pumps for autonomous capillary systemsLab Chip, 2007, vol. 7, 119-125 [0002]
- Appl. Phys. A, vol. 75, 207-212 [0007]
- C. W. EXTRANDRetention Forces of a Liquid Slug in a Rough Capillary Tube with Symmetrie or Asymmetric
FeaturesLangmuir, 2007, vol. 23, 1867-1871 [0011]
- COMANNS et al.Moisture harvesting and water transport through specialized micro-structures on the
integument of lizardsBeilstein J. Nanotechnol., vol. 2, 204-214 [0013]