[0001] Die Erfindung betrifft eine Bodenverdichtungsmaschine, insbesondere einen Vibrationsverdichter,
die einen Schwingungserreger mit zwei nebeneinander liegenden parallelen Unwuchtwellen
und mit einer Antriebseinrichtung für die Unwuchtwellen umfasst.
[0002] Baumaschinen zur Bodenverdichtung beziehungsweise Bodenverdichtungsmaschinen finden
überall dort Anwendung, wo eine Erhöhung der Dichte des Untergrundes gewünscht ist.
Dies betrifft insbesondere die Verdichtung von Asphalt, Erdreich, Kies, Sand etc.
Dies ist beispielsweise regelmäßig im Straßen-, Wege- und Trassenbau der Fall, wobei
diese Aufzählung keineswegs einschränkend zu verstehen ist. Häufig weisen Bodenverdichtungsmaschinen
dazu ein Vibrationsmittel auf, über das den Untergrund verdichtende Lastimpulse in
die Oberfläche des Untergrunds eingeleitet werden können. Ein solches Vibrationsmittel
umfasst üblicherweise einen Schwingungserreger sowie eine Bodenkontakteinrichtung.
Als Beispiele für solche Vibrationsverdichter sind insbesondere Rüttelplatten, mit
einer Platte als Bodenkontakteinrichtung, und Vibrationswalzen, mit einer hohlzylinderförmigen
Bandage als Bodenkontakteinrichtung, zu nennen, die besonders bevorzugte Weiterbildungen
der vorliegenden Erfindung sind. Solche Vibrationswalzen können selbstfahrend oder
handgeführt sein. Konkret kann es sich insbesondere beispielsweise um sogenannte Walzenzüge
oder Tandemwalzen handeln. Die dabei verwendeten Schwingungserreger sind speziell
für diesen Anwendungsfall "Verdichtung des Bodenuntergrundes" entwickelt und optimal
auf die konstruktiven Gegebenheiten und den Einsatzzweck von Baumaschinen zur Bodenverdichtung
abgestimmt. Dies betrifft insbesondere die Auslegung der hier verwendbaren Schwingungserreger
hinsichtlich ihrer Betriebsgrößen, wie beispielsweise Schwingungsfrequenz, Schwingungsamplitude
etc.
[0003] Die in derartigen Bodenverdichtungsmaschinen eingesetzten Schwingungserreger werden
eingesetzt, um alternierende Lastimpulse zur Verdichtung eines Untergrunds zu erzeugen,
die über die jeweilige Bodenkontakteinrichtung in den Bodenuntergrund eingebracht
werden. Aus
EP 0704575 B1 ist eine Vibrationswalze bekannt, in deren Bandage ein Schwingungserreger eingebaut
ist, der über zwei parallele gegenläufige Unwuchtwellen verfügt. Diese sind bezüglich
der Mittenachse der Bandage einander gegenüberliegend in der Bandage angeordnet und
über eine mechanische Kopplung in Form eines Zahnradgetriebes miteinander verbunden.
Der Antrieb der beiden Unwuchtwellen erfolgt über einen Motor, der auf eine der Unwuchtwellen
wirkt, während die andere Unwuchtwelle über das Zahnradgetriebe in Rotation versetzt
wird. Eine Rüttelplatte sowie eine handgeführte Bodenverdichtungswalze sind beispielsweise
aus der
EP 2 743 402 A2 bekannt.
[0004] Durch die parallele Anordnung der zwei Unwuchtwellen ist es möglich, gerichtete Schwingungen
zu erzeugen, indem die Phasenlage der beiden Unwuchtwellen zueinander mittels einer
Verstellvorrichtung geändert wird. Die Änderung der Phasenlage erfolgt durch eine
Verstellung der Winkelposition einer Unwuchtwelle in Bezug auf die andere Unwuchtwelle.
Dazu ist an der betreffenden Unwuchtwelle beispielsweise eine hydraulisch axial verschiebbare
Verstellwendel vorhanden, mit welcher eine axiale Steuerbewegung in eine Drehbewegung
umgesetzt wird.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Bodenverdichtungsmaschine der eingangs
genannten Art anzugeben, bei welcher der Schwingungserreger mit relativ einfachen
technischen Mitteln eine große Zahl von Erregerfunktionen ermöglicht.
[0006] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Antriebseinrichtung des Schwingungserregers
zwei Motoren aufweist, von denen ein erster Motor mit der ersten Unwuchtwelle und
ein zweiter Motor mit der zweiten Unwuchtwelle in Wirkverbindung stehen.
[0007] Die Erfindung hat den Vorteil, dass keine mechanische oder hydraulische Kopplung
zwischen den beiden Unwuchtwellen vorhanden ist, und dass stattdessen jede Unwuchtwelle
über den zugehörigen Motor unabhängig angesteuert werden kann. Es können somit sowohl
die Rotationsgeschwindigkeit als auch die Phasenlage jeder Unwuchtwelle eigenständig
eingestellt werden. Es können die Rotationsgeschwindigkeit und die Phasenlage jeder
Unwuchtwelle individuell verändert werden. Zusätzlich zur Einstellung einer positiven
oder negativen Phasenverschiebung können auch die Drehrichtungen der beiden Unwuchtwellen
unabhängig voneinander verändert werden. Es ist auch möglich, eine der beiden Unwuchtwellen
anzuhalten, während sich die andere Unwuchtwelle dreht. Auf diese Weise wird eine
große Zahl von Erregerfunktionen ermöglicht.
[0008] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0009] Als Motoren für den Schwingungserreger sind Elektro- oder Hydraulikmotoren besonders
geeignet.
[0010] Grundsätzlich sind mit dem Schwingungserreger der erfindungsgemäßen Bodenverdichtungsmaschine
eine Vielzahl von unterschiedlichen Betriebsweisen hinsichtlich Schwingungsamplitude,
Schwingungsrichtung und Schwingungsart möglich. Beispielsweise können folgende Betriebsmodi
mit dem Schwingungserreger der erfindungsgemäßen Bodenverdichtungsmaschine ausgeführt
werden:
[0011] Betriebsmodus 1: Im Betriebsmodus 1 läuft die erste Unwuchtwelle mit konstanter Drehzahl,
während die zweite Unwuchtwelle stillsteht oder maximal mit halber Drehzahl der ersten
Unwuchtwelle läuft. Das Resultat ist eine Fliehkraft-Amplitude, die den Schwingungserreger
kreisförmig umläuft. Durch die erheblich geringere Drehzahl der zweiten Unwuchtwelle
ist deren Fliehkraft so gering, dass sie keinen merklichen Einfluss auf das Bewegungsverhalten
und insbesondere die Erregerschwingung des gesamten Schwingungserregers hat. Da die
Fliehkraft proportional zum Quadrat der Umdrehungsgeschwindigkeit ist, entspricht
die durch die zweite Unwuchtwelle bzw. die durch die darauf angeordnete Unwuchtmasse
initiierte Fliehkraft nur noch maximal einem Viertel der Fliehkraft der ersten Unwuchtwelle.
Das langsame Drehen der zweiten Unwuchtwelle hat den Vorteil, dass Vibrationslager,
in denen die Unwuchtwellen üblicherweise gelagert werden, einen Schmierfilm aufbauen
können und so im Stand nicht durch die Vibration der ersten Unwuchtwelle beschädigt
werden.
[0012] Betriebsmodus 2: Im Betriebsmodus 2 läuft die erste Unwuchtwelle mit konstanter Drehzahl,
während die zweite Unwuchtwelle phasensynchron und mit im Wesentlichen identischer
Drehzahl in gleicher Drehrichtung folgt, d.h. mit gleichem Vorzeichen der Drehgeschwindigkeit.
Es entsteht so eine Fliehkraft-Amplitude, die kreisförmig umläuft. Die resultierende
Amplitude ist dabei doppelt so hoch wie im Betriebsmodus 1.
[0013] Betriebsmodus 3: Im Betriebsmodus 3 läuft die erste Unwuchtwelle mit konstanter Drehzahl,
während die zweite Unwuchtwelle synchron mit der ersten Unwuchtwelle in gleicher Drehrichtung
folgt, also mit gleichem Drehgeschwindigkeits-Vorzeichen, jedoch um einen Phasenwinkel
von 180° versetzt. Die Fliehkräfte der beiden Unwuchtwellen sind während der gesamten
Betriebszeit genau entgegengesetzt. Es entsteht so keine Vibrationsbewegung. Sind
die beiden Unwuchtwellen nicht koaxial, sondern parallel zueinander versetzt angeordnet,
entsteht jedoch ein wechselndes Oszillationsmoment. Dieses Oszillationsmoment bewirkt
eine Drehschwingung des Schwingungserregers.
[0014] Betriebsmodus 4: Im Betriebsmodus 4 läuft die erste Unwuchtwelle mit konstanter Drehzahl,
die zweite Unwuchtwelle läuft phasensynchron mit der Drehzahl der ersten Unwuchtwelle,
jedoch in entgegengesetzter Richtung. Es entsteht eine (senkrecht zur Erstreckungsebene
der Unwuchtwellen) gerichtete Schwingung mit der gleichen Maximal-Amplitude wie im
Betriebsmodus 2.
[0015] Betriebsmodus 5: Im Betriebsmodus 5 läuft die erste Unwuchtwelle mit konstanter Drehzahl,
während die zweite Unwuchtwelle synchron zur ersten Unwuchtwelle läuft, jedoch in
entgegengesetzter Drehrichtung und mit einer um 180° verdrehten Phase. Es entsteht
so eine gerichtete Schwingung mit der gleichen Maximal-Amplitude wie im Betriebsmodus
4, die resultierende Schwingungsrichtung und insbesondere der Schwingungsvektor sind
jedoch um 90° gedreht.
[0016] Erfindungsgemäß ist dabei die Antriebseinrichtung des Schwingungserregers derart
ausgebildet, wobei sie mit den beiden Unwuchtwellen in Wirkverbindung steht, dass
die Rotationsgeschwindigkeit der ersten Unwuchtwelle und/oder die Rotationsgeschwindigkeit
der zweiten Unwuchtwelle zwischen einer positiven und einer negativen Rotationsgeschwindigkeit
veränderbar ist. Dieses Umschalten zwischen einer positiven und einer negativen Rotationsgeschwindigkeit,
wobei natürlich auch das Einstellen einer Rotationsgeschwindigkeit mit dem Wert gleich
null möglich ist, erlaubt also eine Rotationsumkehr der jeweiligen Unwuchtwelle, sodass
bei zwei Unwuchtwellen ein Gleichlauf, aber auch ein Gegenlauf der Unwuchtwellen eingestellt
werden kann.
[0017] Erfindungsgemäß kann jede beliebige Zwischenstellung zwischen den Betriebsmodi 4
und 5 eingestellt werden. Dabei ermöglicht eine vertikal zum Boden gerichtete Schwingung
eine maximale Verdichtungswirkung, wobei bei einer Drehung der Schwingungsrichtung
in die Horizontale diese Verdichtungswirkung sukzessive reduziert wird.
[0018] Auch zwischen den zuvor beschriebenen Betriebsmodi kann ebenfalls jede beliebige
andere Phasenlage eingestellt werden. Dadurch kann die effektive Verdichtungsleistung
den Erfordernissen angepasst werden. Die resultierende Schwingung ist dabei eine Kombination
aus kreisförmiger (sogenannter ungerichteter Schwingung) und Oszillation.
[0019] Bei einer besonderen Weiterbildung weisen der erste und der zweite Motor des Schwingungserregers
jeweils eine erste bzw. eine zweite Antriebswelle auf, die jeweils über ein Getriebe,
insbesondere ein Zahnradgetriebe, mit der ersten bzw. der zweiten Unwuchtwelle in
Wirkverbindung stehen. Auf diese Weise ist die Position der beiden Unwuchtwellen im
Zusammenspiel mit den jeweiligen Motoren bei gleichzeitiger platzsparender Gesamtanordnung
sehr einfach einstellbar.
[0020] Vorzugsweise sind die erste und die zweite Antriebswelle koaxial zueinander angeordnet.
Bei einer besonderen Ausführungsform sind zudem auch die beiden Motoren auf einer
gemeinsamen Achse ausgerichtet, wobei sie vorzugsweise insbesondere jeweils seitlich
von den beiden parallel verlaufenden Unwuchtwellen angeordnet sind. Die Antriebswellen
liegen also auf einer gemeinsamen Symmetrieachse, zu der, relativ nach links und rechts
in einer Ebene versetzt, die erste und die zweite Unwuchtwelle angeordnet sind. Auf
diese Weise ist die Kraftübertragung von der Antriebswelle auf die jeweils zugeordnete
Unwuchtwelle sehr einfach durch ein Zahnradpaar oder dergleichen Getriebe realisierbar,
wobei diese Zahnräder an der Antriebswelle und der jeweiligen Unwuchtwelle angeordnet
sind und miteinander kämmen.
[0021] Die erste und die zweite Unwuchtwelle sind vorzugsweise in Richtung ihrer Rotationsachsen
derart relativ zueinander angeordnet, dass die Fliehkraftresultierenden der beiden
Unwuchtwellen zumindest näherungsweise in einer gemeinsamen Ebene liegen. 'Zumindest
näherungsweise in einer Ebene' soll dabei vorliegend so zu verstehen sein, dass die
beiden Ebenen um weniger als 100 mm bzw. maximal 5% der Gesamtbreite insbesondere
der Bandage voneinander abweichen. Auf diese Weise sind die auf den Schwingungserreger
wirkenden Lasten sehr einfach, insbesondere in einem Schwingungserregergehäuse, abtragbar.
[0022] Vorzugsweise umfasst der Schwingungserreger der Bodenverdichtungsmaschine erfindungsgemäß
mindestens eine Sensoreinrichtung, die zur Detektion der Winkelposition der ersten
und/oder der zweiten Unwuchtwelle ausgebildet ist. Über die Winkelposition kann ein
direkter Rückschluss über die herrschenden Unwuchtlasten und insbesondere deren Richtung
gezogen werden, wobei die Sensordaten vorzugsweise an das Stellmittel übertragen werden,
das daraus zur Einstellung der jeweiligen Betriebsmodi entsprechende Schritte einleiten
und insbesondere den jeweiligen Motor gezielt ansteuern kann. So kann bei Bedarf,
nach der Detektion der Winkelpositionen der einzelnen Unwuchtwellen, beispielsweise
sehr einfach auf die Phasenlage geschlossen und, wenn nötig, eine Phasenverstellung
vorgenommen werden. Auch ist es möglich, entsprechende Geschwindigkeitssensoren vorzusehen,
die entweder direkt oder aber über die Winkelposition und deren Veränderung die Geschwindigkeit
der Unwuchtwellen detektieren und so einen Rückschluss auf die jeweiligen Betriebsmodi
erlauben.
[0023] Bei einer weiteren Ausführungsform der Bodenverdichtungsmaschine sind auf der ersten
Unwuchtwelle des Schwingungserregers wenigstens eine um deren Rotationsachse rotierbare
erste Zusatz-Unwuchtmasse und/oder auf der zweiten Unwuchtwelle wenigstens eine um
deren Rotationsachse rotierbare zweite Zusatz-Unwuchtmasse angeordnet, wobei die erste
Zusatz-Unwuchtmasse über wenigstens ein erstes Kopplungselement mit der zweiten Unwuchtwelle
rotatorisch gekoppelt bzw. die zweite Zusatz-Unwuchtmasse über wenigstens ein zweites
Kopplungselement mit der ersten Unwuchtwelle rotatorisch gekoppelt ist. Das bedeutet,
dass bei einer Rotation der ersten Unwuchtwelle auch die auf der zweiten Unwuchtwelle
angeordnete zweite Zusatz-Unwuchtmasse in Abhängigkeit von der ersten Unwuchtwelle
rotiert, selbst wenn die zweite Unwuchtwelle stillsteht. In umgekehrter Weise rotiert
natürlich die auf der ersten Unwuchtwelle angeordnete erste Zusatz-Unwuchtmasse in
Abhängigkeit von der Rotation der zweiten Unwuchtwelle.
[0024] Insofern treiben also die den jeweiligen ersten und zweiten Unwuchtwellen zugeordnete
Antriebseinrichtung und insbesondere die jeweiligen ersten und zweiten Motoren über
geeignete Kopplungselemente jeweils auf den parallelen Wellen angeordnete weitere
Zusatz-Unwuchtmassen an. Bei einer solchen Ausbildung kann auf einfache Art und Weise
die Schwingungsrichtung eingestellt werden.
[0025] Vorzugsweise sind in diesem Zusammenhang wenigstens eine Unwuchtwelle und die darauf
angeordnete Zusatz-Unwuchtmasse derart ausgebildet, dass die durch wenigstens ein
Unwuchtelement der Unwuchtwelle gebildete Unwucht und die durch die Zusatz-Unwuchtmasse
gebildete Zusatz-Unwucht gleich groß sind. Bei einer solchen Ausführungsform genügt
das Antreiben dieser einen Unwuchtwelle, um bereits eine gerichtete Schwingung zu
erzeugen. Auf diese Weise kann mittels einer einzigen Unwuchtwelle eine Richtschwingung
erzeugt werden.
[0026] Vorzugsweise sind die erste und die zweite Zusatz-Unwuchtmasse derart identisch ausgebildet,
dass die durch sie auf den jeweiligen Unwuchtwellen gebildeten Zusatz-Unwuchten gleich
groß sind. Insbesondere im Zusammenspiel mit Unwuchtwellen, die ebenfalls identisch
bzw. mit identischen Unwuchten versehen sind, ergibt sich so ein Schwingungserreger
mit einem sehr breiten Einstell- und Betriebsmodusspektrum.
[0027] Vorzugsweise weist das erste Kopplungselement wenigstens ein Getriebeelement auf,
mit wenigstens zwei miteinander in Wirkverbindung stehenden, insbesondere kämmenden
Zahnrädern, nämlich einem ersten Antriebszahnrad, das mit der ersten Unwuchtwelle
in Wirkverbindung steht, und wenigstens einem zweiten Abtriebszahnrad, das mit der
zweiten Zusatz-Unwuchtmasse in Wirkverbindung steht, und/oder weist das zweite Kopplungselement
wenigstens ein Getriebeelement auf, mit wenigstens zwei miteinander in Wirkverbindung
stehenden und insbesondere kämmenden Zahnrädern, nämlich einem zweiten Antriebszahnrad,
das mit der zweiten Unwuchtwelle in Wirkverbindung steht, und wenigstens einem ersten
Abtriebszahnrad, das mit der ersten Zusatz-Unwuchtmasse in Wirkverbindung steht. Auf
diese Weise ist eine sehr einfache und raumsparende Anordnung erzielbar.
[0028] Selbstverständlich können anstelle der direkten Kämmung zwischen den beiden Zahnrädern
auch geeignete ähnliche oder dergleichen wirksame Getriebeelemente vorgesehen werden,
die entsprechende Übersetzungsverhältnisse zur Verfügung stellen.
[0029] Die erste und/oder die zweite Zusatz-Unwuchtmasse weisen bei einer besonderen Ausführungsform
wenigstens eine Hohlzylinderschale auf, die derart auf der zugeordneten Unwuchtwelle
angeordnet ist, dass sie ein darauf angeordnetes Unwuchtelement wenigstens teilweise
umschließt. So kann die Hohlzylinderschale beispielsweise mit ihren beiden U-Schenkeln
auf der Unwuchtwelle gelagert werden, sodass sie bei einer Rotation um das Unwuchtelement
der Unwuchtwelle rotiert. Anstelle einer solchen Hohlzylinderschale kann natürlich
die erste und/oder die zweite Zusatz-Unwuchtmasse entsprechend anders geometrisch
ausgebildet sein, wobei sie vorzugsweise immer so ausgebildet ist, dass sie das auf
der jeweiligen Unwuchtwelle angeordnete Unwuchtelement umschließt oder so an der Unwuchtwelle
angeordnet ist, dass sie um dieses Unwuchtelement herum rotiert.
[0030] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von drei Ausführungsbeispielen weiter beschrieben,
die in den Zeichnungen dargestellt sind. Hierbei zeigen schematisch:
- Fig. 1a
- eine Seitenansicht einer Bodenverdichtungsmaschine vom Typ Vibrationswalze;
- Fig. 1b
- eine Seitenansicht einer Bodenverdichtungsmaschine vom Typ Rüttelplatte;
- Fig. 1c
- eine Seitenansicht einer Bodenverdichtungsmaschine vom Typ handgeführte Vibrationswalze
- Fig. 2
- einen Horizontalschnitt entlang der Schnittlinie II-II in Fig. 1a durch eine erste
Ausführungsform eines Schwingungserregers;
- Fig. 3 bis 7
- jeweils eine Veranschaulichung verschiedener Betriebsmodi des Schwingungserregers
gemäß Fig. 2;
- Fig. 8
- einen Horizontalschnitt entlang der Schnittlinie II-II in Fig. 1a durch eine zweite
Ausführungsform eines Schwingungserregers; und
- Fig. 9
- eine perspektivische Ansicht eines dritten Ausführungsbeispiels eines Schwingungserregers.
[0031] Im Folgenden werden für gleiche und gleich wirkende Bauteile dieselben Bezugsziffern
verwendet, wobei zur Unterscheidung bisweilen Hochindizes ihre Anwendung finden.
[0032] Fig. 1 a zeigt eine Seitenansicht einer als selbstfahrende Vibrationswalze 1 ausgeführten
Maschine zur Bodenverdichtung. Die Vibrationswalze 1 weist einen Vorderwagen 8 mit
einem Führerstand 42 und einen Hinterwagen 3 mit einem Dieselmotor auf, die über ein
Knickgelenk 41 verbunden sind. Am Vorderwagen 8 und am Hinterwagen 3 ist jeweils eine
Bandage 4 (Bodenkontakteinrichtung) über eine Bandagenstütze 2 angeordnet. Mindestens
eine der Bandagen 4 ist mit einem Fahrantrieb versehen. Ferner ist jede Bandage 4
im Inneren mit einem Schwingungserreger 6 (Fig. 2, 3, 8) versehen, mit welchen die
Bandagen 4 in Schwingungen versetzt werden, die zur Vibrationsverdichtung an den Untergrund
abgegeben werden. Fig. 1b veranschaulicht beispielhaft den Grundaufbau einer Bodenverdichtungsmaschine
vom Typ Rüttelplatte. Wesentliche Elemente sind hier ein Antriebsmotor, eine Verdichtungsplatte
50 (Bodenkontakteinrichtung) mit einem Schwingungserreger (nicht sichtbar) sowie einem
Führungsbügel 51. Fig. 1c schließlich zeigt den Grundaufbau einer Bodenverdichtungsmaschine
vom Typ handgeführte Vibrationswalze, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel zwei
Bandagen 4 mit Schwingungserregern (nicht sichtbar) umfasst. Ferner ist auch hier
ein Antriebsmotor sowie ein Führungsbügel 51 vorhanden, mit dem ein Bediener die handgeführte
Vibrationswalze im Arbeitsbetrieb dirigieren kann.
[0033] Ein erstes Ausführungsbeispiel eines Schwingungserregers 6, wie er insbesondere erfindungsgemäß
für eine der in den Figuren 1a bis 1c beispielhaft gezeigten Bodenverdichtungsmaschinen
vorgesehen ist, ist in Fig. 2 dargestellt. Der Schwingungserreger 6 ist hinsichtlich
seiner baulichen Auslegung und der mit ihm möglichen Betriebsparameter speziell für
den Einsatz in einer gattungsgemäßen Bodenverdichtungsmaschine, insbesondere einer
gemäß den Figuren 1 a bis 1c, ausgebildet. Die Bandage 4 weist einen Hohlzylinder
5 und an jeder Stirnseite eine Ronde 7 auf, mit welchen die Bandage 4 mittels Lagern
33 auf zwei Achsstummeln 9, 9' drehbar gelagert sind. Die Achsstummel 9, 9' sind an
gegenüberliegenden Bandagenstützen 2 gelagert (nicht dargestellt). Auf den Achsstummeln
9, 9' ist im Hohlraum der Bandage 4 ferner ein Gehäuse 32 des Schwingungserregers
6 angeordnet. Der Schwingungserreger 6 weist zwei identisch aufgebaute Exzentervorrichtungen
13, 13' und eine Antriebseinrichtung auf, die aus einem ersten und einem zweiten Motor
12, 12' für die erste Exzentervorrichtung 13 bzw. die zweite Exzentervorrichtung 13'
besteht. Der erste und der zweite Motor 12, 12' sind unabhängig, so dass sie separat
betätigt und gesteuert werden können. Auf diese Weise können auch die erste und die
zweite Exzentervorrichtung 13, 13' unabhängig voneinander gesteuert und betrieben
werden. Der erste und zweite Motor 12, 12' sind als Hydromotoren ausgebildet.
[0034] jede der beiden Exzentervorrichtungen 13, 13' weist eine erste bzw. zweite Antriebswelle
14, 14', die vom ersten bzw. zweiten Motor 12, 12' angetrieben wird, sowie eine erste
bzw. zweite Unwuchtwelle 10, 10' mit einer ersten bzw. zweiten Unwuchtmasse 11, 11'
auf, die parallel zueinander und zur Rotationsachse A
RW der Bandage 4 verlaufen. Die beiden Unwuchtwellen 10, 10' liegen sich bezüglich der
Rotationsachse A
RW der Bandage 4 und in gleichem Abstand zu dieser gegenüber.
[0035] Nachfolgend wird zunächst die erste Exzentervorrichtung 13 beschrieben. Die erste
Antriebswelle 14 ist mit dem ersten Motor 12 verbunden, außerhalb des Hohlraums der
Bandage 4 an der ersten Stirnseite der Bandage angeordnet und an einer der Bandagenstützen
2 angebracht. Innerhalb des ersten Achsstummels 9 ist koaxial zu diesem die erste
Antriebswelle 14 rotierbar gelagert und von außen in das Innere des Gehäuses 32 geführt.
Die erste Antriebswelle 14 ist über ein erstes Getriebe aus einem ersten Zahnradpaar
34, 36 mit der ersten Unwuchtwelle 10 verbunden und über Lager 15 am Gehäuse 32 gelagert.
Durch den ersten Motor 12 kann die erste Unwuchtwelle 10 in Drehbewegung um ihre Rotationsachse
A
R1 versetzt werden.
[0036] Der zweite Motor 12' der zweiten Exzentervorrichtung 13' ist mit der zweiten Antriebswelle
14' verbunden und spiegelbildlich zum ersten Motor 12 vor der zweiten Stirnseite der
Bandage 4 an der zugehörigen Bandagenstütze 2 angeordnet (nicht dargestellt). Innerhalb
des zugehörigen zweiten Achsstummels 9' ist koaxial zu diesem die zweite Antriebswelle
14' rotierbar gelagert und von außen in das Innere des Gehäuses 32 geführt. Die zweite
Antriebswelle 14' ist über ein zweites Getriebe aus einem zweiten Zahnradpaar 34',
36' mit der zweiten Unwuchtwelle 10' verbunden und über Lager 15' am Gehäuse 32 gelagert.
Durch den zweiten Motor 12' kann die zweite Unwuchtwelle 10' in Drehbewegung um ihre
Rotationsachse A
R2 versetzt werden.
[0037] Der erste und der zweite Motor 12, 12' ermöglichen sowohl die Rotationsgeschwindigkeiten
der jeweils zugeordneten Unwuchtwelle 10, 10' als auch deren Drehsinn und die Phasenlage
einzustellen.
[0038] Bei der hier dargestellten Ausführungsform sind die Unwuchtmassen 11, 11' der Unwuchtwellen
10, 10' gleich groß, sodass die bei einer identischen Rotationsgeschwindigkeit wirkenden
Fliehkraftresultierenden F, und F
2 ebenfalls gleich groß sind. Die beiden Unwuchtwellen 10, 10' sind entlang ihrer Rotationsachsen
A
R1 und A
R2 derart zueinander angeordnet, dass die Fliehkraftresultierenden F
1 und F
2 zumindest näherungsweise in einer Ebene E wirken, die sich entlang der in Fig.2 dargestellten
Linie erstreckt.
[0039] Bei einer Rotation der beiden Unwuchtwellen 10, 10' über die jeweils zugeordneten
Motoren 12, 12' lassen sich die zuvor ausführlich beschriebenen Betriebsmodi 1 bis
4, trotz der technisch sehr unkomplizierten Realisierung des Schwingungserregers 6
sehr einfach einstellen.
[0040] So kann beispielsweise über den ersten Motor 12 nur die erste Unwuchtwelle 10 aktiv
angetrieben werden oder über den zweiten Motor 12' nur die zweite Unwuchtwelle 10'
aktiv angetrieben werden, während die jeweils andere Unwuchtwelle angehalten ist.
Wird beispielsweise der erste Motor 12 so angesteuert, dass die erste Unwuchtwelle
10 mit einer konstanten Drehzahl läuft, während der zweite Motor 12' stillsteht oder
lediglich mit der maximal halben Drehzahl des ersten Motors 12 rotiert, ergibt sich
aufgrund der Fliehkraftresultierenden F
1 proportional zur ersten Unwuchtmasse 11 und deren Rotationsgeschwindigkeit eine umlaufende
Erregeramplitude. Da die Umdrehungsgeschwindigkeit der Unwuchtwellen 10, 10' einen
exponentiellen Einfluss auf die Erregeramplitude hat, ist in einem solchen Betriebsmodus
die langsame Rotation der zweiten Unwuchtwelle 10' zu vernachlässigen. Allerdings
bewirkt diese langsame Rotation eine Schmierung der Lager 33, was die Standzeit des
Schwingungserregers 6 deutlich erhöht. Der hier beschriebene Betriebsmodus entspricht
dem einleitend beschriebenen Betriebsmodus 1.
[0041] Die Größe und Richtung der resultierenden Unwuchtkraft des Schwingungserregers 6
und der resultierenden Drehmomente gemäß Betriebsmodus 1 sind in Fig. 3 veranschaulicht.
Für den Betriebsmodus 1, in welchem sich die zweite Unwuchtwelle 10' langsam dreht,
sind in Fig. 8 die resultierende Unwuchtkraft und das resultierende Drehmoment für
die erste und zweite Unwuchtwelle 10, 10' paarweise bei acht aufeinanderfolgenden
Phasenlagen a) bis h) dargestellt, die sich um jeweils 45° unterscheiden. Die Richtung
der in jeder Phasenlage resultierenden Unwuchtkraft ist mit Pfeil 22 und die unterschiedlichen
Größen der Unwuchtkräfte an der ersten und zweiten Unwuchtwelle 10 bzw. 10' sind mit
Punkten 23 bzw. 23' bezeichnet. Die Drehrichtungen der ersten und zweiten Unwuchtwellen
10, 10' sind mit Bogenpfeilen 24 bzw. 24' bezeichnet, wobei unterschiedliche Drehzahlen
durch unterschiedliche Größen der Bogenpfeile 24, 24' dargestellt sind. Um die Darstellung
übersichtlich zu halten sind die Bezugszeichen lediglich in der Darstellung der ersten
Phasenlage a) angegeben.
[0042] Im Betriebsmodus 2 werden dagegen beide Motoren 12, 12' mit gleicher Drehzahl und
phasensynchron betrieben, so dass eine synchrone Rotation der Unwuchtwellen 10, 10'
mit gleicher Rotationsgeschwindigkeit und insbesondere mit einer Rotationsgeschwindigkeit
mit gleichem Vorzeichen resultiert. Auf diese Weise entsteht eine Erregerschwingung,
die kreisförmig umläuft, wobei deren Amplitude doppelt so groß ist wie im zuvor beschriebenen
Betriebsmodus 1. Die Fliehkraftresultierenden F
1 und F
2 addieren sich hier. Der Betriebsmodus 2 ist in Fig. 4 veranschaulicht, wobei für
gleiche Größen gleiche Bezugszeichen verwendet sind.
[0043] Wird dagegen bei gleichen Drehzahlen der ersten und zweiten Unwuchtwellen 10, 10'
die Phase des ersten oder des zweiten Motors 12, 12' um 180° gedreht, verlaufen die
resultierenden Fliehkräfte F
1 und F
2 der beiden Unwuchtwellen 10, 10' während des Rotationsbetriebs entgegengesetzt. Es
entsteht eine Unwuchtinterferenz und somit keine Vibrationsamplitude. Allerdings kommt
es bedingt durch den Abstand der beiden Unwuchtwellen zueinander zu einem wechselnden
Oszillationsmoment, das eine Drehschwingung des Schwingungserregers bewirkt. Dieser
Betriebsmodus ist der Betriebsmodus 3, welcher in Fig. 5 dargestellt ist. In Fig.
5 sind die resultierenden Drehmomente mit einem weiteren Bogenpfeil 25 veranschaulicht,
der entsprechend der Größe des Drehmoments in den unterschiedlichen Phasenlagen unterschiedlich
groß ist.
[0044] Im Betriebsmodus 4 wird, wie ebenfalls bereits erläutert, der erste Motor 12 mit
konstanter Drehzahl betrieben, während der zweite Motor 12' phasensynchron und mit
einer solchen Drehgeschwindigkeit betrieben wird, dass die Unwuchtwellen 10, 10' gegenläufig
rotieren. Auf diese Weise entsteht bei der hier dargestellten Ausführungsform eine
senkrecht gerichtete Schwingung mit der gleichen Maximalamplitude wie sie bereits
im Betriebsmodus 2 aufgetreten ist. Fig. 6 veranschaulicht den Betriebsmodus 4.
[0045] Durch eine Verdrehung der Phase der Motoren 12, 12' um 180° gelangt man vom Betriebsmodus
4 in den Betriebsmodus 5, wobei eine gerichtete Schwingung mit der gleichen Maximalamplitude
wie im Betriebsmodus 4 resultiert.
[0046] Erfindungsgemäß kann also durch eine gezielte Ansteuerung der beiden Motoren 12,
12' sowohl eine Vektorverstellung als auch eine Amplitudenverstellung der Erregerschwingung
durchgeführt werden.
[0047] Fig. 8 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel eines Schwingungserregers 6' in einer
Schnittführung wie sie in Fig. 1 dargestellt ist. Der hier dargestellte Schwingungserreger
6' ist gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 um einige Bauteile und
Einstellmöglichkeiten erweitert. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Zur Beschreibung wird insoweit auf Fig. 2 verwiesen.
[0048] Zusätzlich sind auf den Unwuchtwellen 10, 10' Zusatz-Unwuchtmassen 16, 16', nämlich
eine erste Zusatz-Unwuchtmasse 16 und eine zweite Zusatz-Unwuchtmasse 16' angeordnet.
Diese Zusatz-Unwuchtmassen 16, 16' sind hier als Hohlkörper in Form von Sektoren von
Hohlzylinderschalen ausgebildet, die mit Schenkeln 38 rotatorisch auf der jeweiligen
Unwuchtwelle 10, 10' gelagert sind. Die Zusatz-Unwuchtmassen 16, 16' sind so ausgeformt
und angeordnet, dass sie um die erste bzw. zweite Unwuchtmasse 11, 11' herum rotieren
können, ohne eine Rotation der ersten bzw. zweiten Unwuchtmasse 11, 11' zu behindern.
[0049] Die Zusatz-Unwuchtmassen 16, 16' sind kreuzweise mit den Unwuchtwellen 10', 10 rotatorisch
gekoppelt. Dies bedeutet, dass die auf der ersten Unwuchtwelle 10 angeordnete erste
Zusatz-Unwuchtmasse 16 mit der zweiten Unwuchtwelle 10' in Verbindung steht. Die auf
der zweiten Unwuchtwelle 10' gelagerte zweite Zusatz-Unwuchtmasse 16' ist mit der
ersten Unwuchtwelle 10 verbunden. Bei einer Rotation der ersten Unwuchtwelle 10 rotiert
neben dem ersten Unwuchtelement 11 auch die zweite Zusatz-Unwuchtmasse 16'. Bei einer
Rotation der zweiten Unwuchtwelle 10' rotiert die erste Zusatz-Unwuchtmasse 16 zusammen
mit der zweiten Unwuchtmasse 11'.
[0050] Dazu sind entsprechende erste bzw. zweite mechanische Kopplungselemente 18, 18' vorhanden,
die die jeweiligen Rotationskräfte übertragen. So koppelt das erste Kopplungselement
18 die erste Unwuchtwelle 10 mit der zweiten Zusatz-Unwuchtmasse 16' und das zweite
Kopplungselement 18' die zweite Unwuchtwelle 10' mit der ersten Zusatz-Unwuchtmasse
16. Die jeweiligen Kopplungselemente 18, 18' sind hier ebenfalls wieder als eine Kombination
aus Antriebszahnrädern 17, 17' und Abtriebszahnrädern 19, 19' ausgebildet, die miteinander
in Kämmung stehen.
[0051] Bei der hier dargestellten Ausführungsform treiben also die von den Motoren 12, 12'
angetriebenen Unwuchtwellen 10, 10' über die zusätzlichen Kopplungselemente 18, 18'
die jeweils auf der anderen Unwuchtwelle 10, 10' angeordneten Zusatz-Unwuchtmassen
16, 16' an. Die auf jeder Unwuchtwelle 10, 10' angeordneten Unwuchtmassen 11, 11'
und Zusatz-Unwuchtmassen 16, 16' sind bei dieser Ausführungsform gleich groß, so dass
die aus ihnen jeweils resultierenden Gesamtunwuchten auf jeder Unwuchtwelle 10, 10'
gleich groß sind. So bewirkt bei gleicher Rotationsgeschwindigkeit die Unwuchtmasse
11 auf der ersten Unwuchtwelle 10 die (dem Betrag nach) gleiche Unwucht U
1 wie die erste Zusatz-Unwuchtmasse 16 (Unwucht U
Z1). Insofern genügt das Antreiben eines einzigen Motors 12, 12' bzw. einer Unwuchtwelle
10, 10', um eine gerichtete Schwingung zu erzeugen.
[0052] Besonders vorteilhaft ist es, beide Motoren 12, 12' mit gleicher Drehzahl derart
anzutreiben, dass die Unwuchtwellen 10, 10' gegenläufig rotieren. Dadurch rotieren
die Zusatz-Unwuchtmassen 16, 16' ebenfalls mit der gleichen Drehzahl wie die fest
an den Unwuchtwellen 10, 10' angeordneten Unwuchtmassen 11, 11'. Die zweite Zusatz-Unwuchtmasse
16' dreht sich also synchron mit der zweiten Unwuchtmasse 11'. Gleichzeitig rotiert
die erste Zusatz-Unwuchtmasse 16 identisch mit der ersten Unwuchtmasse 11. Durch eine
Veränderung der Phasenlage (hier der Winkel zwischen der ersten Zusatz-Unwuchtmasse
16 und der ersten Unwuchtmasse 11 bzw. der zweiten Zusatz-Unwuchtmasse 16' und der
zweiten Unwuchtmasse 11') kann die Gesamtunwucht verändert werden. Für besonders hohe
Drehzahlen kann z.B. die Gesamtunwucht reduziert werden, um Belastungen der Vibrationslager
zu reduzieren.
[0053] In Fig. 8 werden die erste Unwuchtmasse 11 und die erste Zusatz-Unwuchtmasse 16 über
den ersten Motor 12 angetrieben. Die zweite Unwuchtmasse 11' und die zweite Zusatz-Unwuchtmasse
16' werden vom zweiten Motor 12' angetrieben. Werden beide Motoren 12, 12' mit gleicher
Drehzahl betrieben, kann je nach Phasenlage der Unwuchten eine gerichtete Schwingung
mit größerer oder kleinerer Amplitude erzielt werden. Die größte Amplitude definiert
sich zu folgendem Verhältnis:

die kleinste Amplitude durch das Verhältnis:

[0054] Wenn U und U
Z gleich groß gewählt werden, kann die Amplitude der Schwingung nur durch Veränderung
des Relativwinkels zwischen dem ersten Motor 12 und dem zweiten Motor 12' auf Null
reduziert werden.
[0055] Auf jeder Unwuchtwelle 10, 10' befinden sich also zwei Unwuchten 11, 16 bzw. 11',
16', deren Relativpositionen zueinander verändert werden können. Die Unwucht kann
stufenlos vom Maximalwert bis auf Null eingestellt werden. Bei Reduzierung der Unwucht
werden die Lager der Unwuchtwellen 10, 10' entlastet, wodurch höhere Drehzahlen der
Unwuchtwellen 10, 10' möglich werden. Dies liegt daran, dass die Fliehkräfte der Einzel-Unwuchten
U
2 und U
Z2 bzw. U
1 und U
Z1 nur mit ihrer Vektorsumme auf die zugehörigen Lagerstellen wirken. Die Lagerung der
Zusatz-Unwuchtmassen 16, 16' auf den Unwuchtwellen 10 bzw. 10' ist unkritisch, da
hier nur die Verstellbewegungen übertragen werden. Es treten unabhängig von der Vibrationsdrehzahl
nur geringe Relativgeschwindigkeiten während einer Veränderung der Phasenlage auf.
[0056] Mit dem zweiten Ausführungsbeispiel des Schwingungserregers 6' ist zudem auch eine
weitere Betriebsart möglich. Dabei werden die Motoren 12, 12' derart angetrieben,
dass die Unwuchtwellen 10, 10' in gleicher Drehrichtung und mit gleichem Vorzeichen
der jeweiligen Rotationsgeschwindigkeit rotieren. Dadurch rotiert die erste Unwuchtmasse
11 gegenläufig zur ersten Zusatz-Unwuchtmasse 16 und die zweite Unwuchtmasse 11' gegenläufig
zur zweiten Zusatz-Unwuchtmasse 16'. Bei gleicher Antriebsdrehzahl der Motoren 12,
12' wird eine gerichtete Schwingung mit konstanter Schwingungsamplitude erzeugt. Durch
Änderung der Phasenlage zwischen den Motoren 12, 12' kann die Schwingungsrichtung
frei eingestellt werden.
[0057] Im dritten Ausführungsbeispiel des Schwingungserregers 6" gemäß Fig. 9 sind parallel
zur ersten und zweiten Unwuchtwelle 10, 10' jeweils eine dritte bzw. vierte Unwuchtwelle
39 bzw. 39' angeordnet. Die erste und die dritte Unwuchtwelle (10, 39) sind über ein
mechanisches Getriebe in Form eines Zahnrads 40 gekoppelt, welches mit dem Zahnrad
36 auf der ersten Unwuchtwelle 10 kämmt. In gleicher Weise ist die zweite Unwuchtwelle
10' mit der vierten Unwuchtwelle 39' über ein Zahnrad 40' verbunden, welches mit dem
Zahnrad 36' auf der zweiten Unwuchtwelle 10' kämmt. Im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 1 liegen hier also statt zweier unabhängiger Unwuchtwellen zwei unabhängige
Paare von Unwuchtwellen vor, die jeweils von einem eigenen Motor 12, 12' angetrieben
werden.
[0058] Die Unwuchtwellen 10, 39 bzw. 10', 39' eines jeden Paares von Unwuchtwellen gemäß
Fig. 9 sind so ausgerichtet, dass die Unwuchtwellen eines Paares phasengleich umlaufen.
Außerdem sind die dritte und die vierte Unwuchtwelle 39, 39' in gleichem Abstand von
der Rotationsachse A
RW der Bandage 4 und diametral zur Rotationsachse A
RW der Bandage 4 angeordnet. Die von den Rotationsachsen eines jeden Paares von Unwuchtwellen
aufgespannten Ebenen verlaufen parallel zueinander. Demnach spannen die Rotationsachse
A
R1 der ersten Unwuchtwelle 10 und die Rotationsachse A
R3 der dritten Unwuchtwelle eine erste Ebene auf, die parallel zu der Ebene verläuft,
die von der Rotationsachse A
R2 der zweiten Unwuchtwelle 10' und der Rotationsachse A
R4 der vierten Unwuchtwelle 39' aufgespannt wird.
1. Bodenverdichtungsmaschine, insbesondere Vibrationsverdichter, umfassend einen Schwingungserreger
zur Erzeugung unterschiedlicher Erregerschwingungen mit zwei nebeneinander liegenden
parallelen Unwuchtwellen (10, 10') und einer Antriebseinrichtung für die Unwuchtwellen
(10, 10'),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antriebseinrichtung zwei Motoren (12, 12') aufweist, von denen ein erster Motor
(12) mit der ersten Unwuchtwelle (10) und ein zweiter Motor (12') mit der zweiten
Unwuchtwelle (10') in Wirkverbindung steht.
2. Bodenverdichtungsmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste und der zweite Motor (12, 12') jeweils eine erste bzw. eine zweite Antriebswelle
(14, 14') aufweisen, die jeweils über ein Getriebeelement (30, 30') und insbesondere
eine Kämmung mit der ersten bzw. der zweiten Unwuchtwelle (10, 10') in Wirkverbindung
stehen.
3. Bodenverdichtungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste und die zweite Antriebswelle (14, 14') koaxial zueinander angeordnet sind.
4. Bodenverdichtungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste und die zweite Unwuchtwelle (10, 10') in Richtung ihrer Rotationsachsen
(AR1, AR2) derart relativ zueinander angeordnet sind, dass die Fliehkraftresultierenden (F1, F2) der beiden Unwuchtwellen (10, 10') zumindest näherungsweise in einer gemeinsamen
Ebene (E) liegen.
5. Bodenverdichtungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf der ersten Unwuchtwelle (10) wenigstens eine um deren Rotationsachse (AR1) rotierbare erste Zusatz-Unwuchtmasse (16) und/oder auf der zweiten Unwuchtwelle
(10') wenigstens eine um deren Rotationsachse (AR2) rotierbare zweite Zusatz-Unwuchtmasse (16') angeordnet sind, wobei die erste Zusatz-Unwuchtmasse
(16) über wenigstens ein erstes Kopplungselement (18) mit der zweiten Unwuchtwelle
(10') rotatorisch gekoppelt ist bzw. die zweite Zusatz-Unwuchtmasse (16') über wenigstens
ein zweites Kopplungselement (18') mit der ersten Unwuchtwelle (10) rotatorisch gekoppelt
ist.
6. Bodenverdichtungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine Unwuchtwelle (10, 10') und die darauf angeordnete Zusatz-Unwuchtmasse
(16, 16') derart ausgebildet ist, dass die durch wenigstens eine Unwuchtmasse (11,
11') der Unwuchtwelle (10, 10') gebildete Unwucht (U1, U2) und die durch die Zusatz-Unwuchtmasse gebildete Zusatz-Unwucht (UZ1, UZ2) gleich groß sind.
7. Bodenverdichtungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste und die zweite Zusatz-Unwuchtmasse (16, 16') derart identisch ausgebildet
sind, dass die durch sie auf den jeweiligen Unwuchtwellen (10, 10') gebildeten Zusatz-Unwuchten
(UZ1, UZ2) gleich groß sind.
8. Bodenverdichtungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Kopplungselement (18) wenigstens ein Getriebeelement aufweist, mit wenigstens
zwei miteinander in Wirkverbindung stehenden, insbesondere kämmenden Zahnrädern (17,
19), nämlich einem ersten Antriebszahnrad (17), das mit der ersten Unwuchtwelle (10)
in Wirkverbindung steht, und wenigstens einem zweiten Abtriebszahnrad (19), das mit
der zweiten Zusatz-Unwuchtmasse (16') in Wirkverbindung steht, und/oder,
dass das zweite Kopplungselement (18') wenigstens ein Getriebeelement aufweist, mit wenigstens
zwei miteinander in Wirkverbindung stehenden und insbesondere kämmenden Zahnrädern
(17', 19'), nämlich einem zweiten Antriebszahnrad (17'), das mit der zweiten Unwuchtwelle
(10') in Wirkverbindung steht, und wenigstens einem ersten Abtriebszahnrad (19'),
das mit der ersten Zusatz-Unwuchtmasse (16) in Wirkverbindung steht.
9. Bodenverdichtungsmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste und/oder die zweite Zusatz-Unwuchtmasse (16, 16') wenigstens eine Hohlzylinderschale
aufweist, die derart auf der zugeordneten Unwuchtwelle (10, 10') angeordnet ist, dass
sie eine darauf angeordnete Unwuchtmasse (11, 11') wenigstens teilweise umschließt.