[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Adaptieren einer Changierbewegung eines
Fadens, mit der der Faden während eines Spulprozesses entlang einer Drehachse einer
Flanschspule mittels eines Changierfadenführers relativ zu dieser hin- und herbewegt
wird, an die Flanschspule, sowie eine Spulvorrichtung.
[0002] In der Praxis werden Fäden, wie beispielsweise Garne, Zwirne oder andere textile
Gebilde, für deren weitere Verwendung in der Regel auf Garnträger, die sogenannten
Garnspulen, aufgewickelt. Die dabei eingesetzten Spulvorrichtungen umfassen in der
Regel ein Lieferwerk für das Garn und eine motorisch antreibbare Garnspulenhalterung,
auf der die mit dem Faden zu bewickelnde Garnspule angeordnet wird. Die Garnspule
ist über die Garnspulenhalterung umlaufend antreibbar. Der aufzuwickelnde Faden wird
der Garnspule mittels einer sogenannten Changiereinrichtung zugeführt, um den Faden,
beispielsweise Windung an Windung (=Parallelwicklung), in exakt übereinanderliegend
angeordneten Lagen auf der Garnspule aufzuwickeln. Die Changiereinrichtung kann nach
einer etablierten Bauart einen Changierfadenführer aufweisen, der während des Spulprozesses
mittels eines Zugmittels in schneller Folge entlang der Längsachse (=Drehachse) der
Garnspule relativ zu dieser oszillierend hin- und her bewegbar ist.
[0003] Die Spulvorrichtungen weisen zur Steuerung des Spulprozesses üblicher Weise eine
Steuerungseinrichtung mit einem Fadenspannungssensor auf, um eine Fadenspannung des
Fadens während des Spulprozesses zu überwachen und auf einen vorgegebenen Spannungswert
zu regeln. Dies ist für ein qualitativ hochwertiges Wickelergebnis entscheidend.
[0004] Flanschspulen zeichnen sich durch einen Spulenschaft aus, der einenends oder auch
beidenends mit einem, zumeist tellerförmigen, Flansch versehen ist. Dieser Garnspulentyp
wird vornehmlich zur Bereitstellung von Garnen in Maschinen der Textilverarbeitung
eingesetzt, welche ein Kerngarn mit einem oder mehreren weiteren Garnen umwinden.
Das auf der Flanschspule aufgewickelte Garn wird dabei in der Regel über den Umfang
der Flanschspule von der Flanschspule abgezogen. Obgleich die am Markt eingesetzten
Flanschspulen üblicherweise ganz oder zumindest teilweise aus Metall gefertigt sind,
unterliegen auch diese aufgrund ihrer oftmals mehrjährigen Einsatzdauer einer zum
Teil nicht unwesentlichen Abnutzung. Durch diesen Verschleiß der Flanschspulen kann
der Spulprozess empfindlich gestört werden. Qualitätseinbußen der mit dem Garn bewickelten
Flanschspule sind die Folge. So können die Flanschspulen insbesondere unerwünschte
(variable) Aufweitungen ihrer Flanschbohrung aufweisen, wodurch deren reproduzierbare
exakte Positionierung auf einer Garnspulenhalterung der Spulvorrichtung erschwert
ist. Auch Stauchungen des Spulenschafts, verbogene und/oder gegeneinander verschobene
Flansche bei mehrteilig aufgebauten Flanschspulen behindern ein gleichmäßiges Aufspulen
des zumeist sehr feinen und wenig reißfesten Fadens auf der Flanschspule.
[0005] Aus der
DE 2005 503 A ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Steuern eines Spulprozesses bekannt, bei
denen die Verteilung eines Drahtes auf einer Flanschspule automatisch geregelt wird.
Der Zeitpunkt einer flanschseitigen Richtungsumkehr, d.h., die Hubendlage, der Changierbewegung
eines Drahtführers wird mittels einer elektronischen Schaltung anhand der gemessenen
Drahtspannung sowie der Umlaufgeschwindigkeit der Flanschspule beim Hinbewegen des
Drahtführers in Richtung auf den Flansch der Flanschspule geregelt, um so eine unerwünschte
flanschseitige Anhäufung bzw. Verdünnung der Fadenwicklung im Bereich des Flansches
zu vermeiden.
[0006] Dieses Verfahren ist für das präzise Aufspulen von, insbesondere sehr feinen, textilen
Fäden wenig geeignet, zumal sich die Umlaufgeschwindigkeit der mit dem Faden zu bewickelnden
Flanschspule bei einer derartigen Fehlbewicklung nur relativ spät ändert. Darüber
hinaus werden textile Fäden in der Praxis mit Laufgeschwindigkeiten von 500m bis etwa
2500m pro Minute und einer Changierfrequenz von bis zu 5 Hz auf der Flanschspule aufgespult
Bei einer derart hohen Changier- und Laufgeschwindigkeit ist ein Verstellen der flanschseitigen
Hubendlage in Echtzeit, d.h. bei Ausführen der Changierbewegung in Richtung auf den
hubendlagenseitigen Flansch der Flanschspule, steuerungstechnisch nicht zuverlässig
umsetzbar. Eine hohe Störanfälligkeit des Wickelprozesses wäre die Folge.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren sowie eine Spulvorrichtung zum Anpassen
einer Changierbewegung eines Fadens an eine Flanschspule anzugeben, die auch bei Einsatz
einer verschleißbehafteten Flanschspule ein besonders präzises Aufspulen des Fadens
auf die Flanschspule erlauben und die insbesondere auch bei Hochgeschwindigkeitsspulprozessen
und für sehr feine Fäden eingesetzt werden können.
[0008] Die das Verfahren betreffende Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den in Patentanspruch
1 angegebenen Merkmalen gelöst. Die die Spulvorrichtung betreffende Aufgabe wird durch
eine Spulvorrichtung mit den in Patentanspruch 5 angegebenen Merkmalen gelöst.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt ein präzises Anpassen der Changierbewegung
des auf der Flanschspule aufzuspulenden (aufzuwickelnden) Fadens an die Geometrie
der mit dem Faden zu bewickelnden Flanschspule sowie an die jeweilige axiale Positionierung
der Flanschspule auf deren Drehachse. Einem anhaltenden und unerwünschten Hochwickeln
des Fadens am Flansch (Fadenwickel) kann ebenso entgegengewirkt werden, wie einem
unzureichenden axialen Heranwickeln des Fadens in Richtung auf den Flansch. Die flanschseitige
Hubendlage der Changierbewegung des Fadens kann dabei mit einem nur geringen messtechnischen
Aufwand mittels des Changierfadenführers an die Flanschspule angepasst werden. Erfindungsgemäß
wird dies auf Grundlage von Messinformationen zur Fadenspannung, vorzugsweise allein,
beim axialen Wegbewegen des Fadens von der flanschseitigen Hubendlage realisiert.
Zum Anpassen der flanschseitigen Hubendlage kann im einfachsten Falle ein für den
Changierfadenführer vorgegebener (flanschseitiger) Grundhub bei zugleich unveränderter
Hubmittellage des Changierfadenführers entsprechend verkleinert/vergrößert werden.
Insgesamt kann dadurch auch auf einer Flanschspule mit den eingangs erläuterten Verschleißerscheinung
ein besonders gleichmäßiger Wickelkörper erzeugt werden. Der Wickelkörper erstreckt
sich dabei auf der Flanschspule im Wesentlichen in der gewünschten Weise exakt bis
zum jeweiligen Flansch der Flanschspule, bzw. bei einer Flanschspule mit zwei Flanschen,
exakt von Flansch zu Flansch der Flanschspule. Der Wickelkörper weist dadurch eine
hohe Güte auf, wodurch ein späteres gleichmäßiges Abziehen des Fadens von der Flanschspule
ermöglicht und dem Risiko von eines Fadenrisses zuverlässig entgegengewirkt wird.
Die Änderungsrate der Fadenspannung des auf der Flanschspule aufzuwickelnden Fadens
wird dabei vorzugsweise innerhalb eines definierten zeitlichen Messintervalls der
Changierbewegung ermittelt. Das Messintervall umfasst dabei insbesondere den Zeitpunkt
des Erreichens der flanschseitigen Hubendlage. D.h., bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
zur Hublagenkorrektur der Changierbewegung des Fadens wird eine - bezogen auf den
Flansch der Flanschspule - axiale Fehllage der flanschseitigen Hubendlage der Changierbewegung
bewusst in Kauf genommen, um diese nachfolgend mittels des Changierfadenführers exakt
an die Flanschspule (d.h., die axiale Position des Flansches) anzupassen. Das erfindungsgemäße
Verfahren ist dadurch insbesondere für das Aufspulen von sehr feinen Fäden und für
eingangs genannte Hochgeschwindigkeits-Spulprozesse geeignet, wie diese beim Auf-
bzw. Umspulen textiler Fäden auf Flanschspulen Standard sind.
[0011] Der flanschseitige Umkehrpunkt wird vorzugsweise bei einer Änderungsrate der Fadenspannung,
die größer/kleiner als die vorgegebene Soll-Änderungsrate ist, an die Flanschspule
adaptiert. Die flanschseitige Hubendlage kann auch nur bei einer Änderungsrate der
Fadenspannung, die kleiner als die vorgegebene Soll-Änderungsrate ist, an die Flanschspule
adaptiert werden. Sofern die Fadenspannung beim Wegbewegen des Fadens von der flanschseitigen
Hubendlage, d.h. innerhalb des jeweiligen Messintervalls zur Bestimmung der Änderungsgeschwindigkeit
der Fadenspannung, sinkt (abnimmt), wird die flanschseitige Hubendlage der Changierbewegung
vom Flansch der Flanschspule in axialer Richtung wegbewegt. Beispielsweise kann der
flanschseitige Hub des Changierfadenführers dazu - bezogen auf eine Hubmittellage
des Changierfadenführers - verringert werden. Ein vorgegebener flanschseitiger Grundhub
des Changierfadenführers wird somit verkleinert. Sofern die Fadenspannung innerhalb
des Messintervalls, d.h., beim Wegbewegen des Fadens von der flanschseitigen Hubendlage,
steigt, wird die flanschseitige Hubendlage in axialer Richtung näher auf den Flansch
zugestellt. D.h., die flanschseitige Hubendlage wird dem korrespondierenden Flansch
für den weiteren Spulprozess in diesem Fall weiter angenähert. Der flanschseitige
(Grund-)Hub des Changierfadenführers kann dazu - bezogen auf die Hubmittellage des
Changierfadenführers - entsprechend vergrößert werden.
[0012] Die in der vorstehend beschriebenen Weise an die Flanschspule adaptierte Hubendlage
des Fadens wird von der Steuereinrichtung für den weiteren Spulprozess vorgegeben
und bedarfsweise in der vorstehend beschriebenen Weise erneut an die Flanschspule
adaptiert. Dies kann insbesondere bei einem verbogenen Flansch oder einer gestauchten
Flanschspule erforderlich sein.
[0013] Nach der Erfindung wird die Änderungsrate der Fadenspannung über ein definiertes
zeitliches Messintervall arithmetisch gemittelt. Die Größe des Messintervalls kann
vorteilhafter Weise in Abhängigkeit von der Changiergeschwindigkeit des Fadens festgelegt
werden.
[0014] Eine axiale Fehllage der flanschseitigen Hubendlage relativ zum Flansch der Flanschspule
kann erfindungsgemäß dadurch nochmals zuverlässiger erkannt werden, dass die Änderungsrate
der Fadenspannung zusätzlich beim Hinbewegen des Fadens zur flanschseitigen Hubendlage
anhand der erfassten Fadenspannung ermittelt wird. Die flanschseitige Hubendlage wird
dabei an die Flanschspule adaptiert, sofern die Änderungsrate der Fadenspannung beim
Hinbewegen des Fadens zur flanschseitigen Hubendlage und beim Wegbewegen von der flanschseitigen
Hubendlage von der vorgegebenen Soll-Änderungsrate (betragsmäßig) in jeweils definierter
Weise abweicht.
[0015] Nach einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung werden die flanschseitige Hubendlage
(= der Umkehrpunkts der Changierbewegung) und die Flanschspule mittels des Changierfadenführers
nur dann relativ zueinander axial verstellt, wenn die Fadenspannung im Bereich der
flanschseitigen Hubendlage (zusätzlich) von einem vorgegebenen Fadenspannungsgrenzwert
in definierter Weise abweicht oder die Fadenspannung im Bereich der flanschseitigen
Hubendlage außerhalb eines vorgegebenen Fadenspannungstoleranzintervalls liegt.
[0016] Wenn die Fadenspannung in der flanschseitigen Hubendlage eine Spannungsspitze aufweist,
die größer als ein vorgegebener maximaler Fadenspannungsgrenzwert ist und/oder die
Spannungsspitze oberhalb des vorgegebenen Fadenspannungstoleranzintervalls liegt,
so kann dies als Indiz für einen zu großen Hub der Changierbewegung des Fadens gewertet
werden. Der Faden wird in diesem Fall an dem Flansch hochgewickelt.
[0017] Sofern die Fadenspannung (erst) beim Wegbewegen des Fadens von der flanschseitigen
Hubendlage eine vorgenannte Spannungsspitze aufweist, so kann dies als ein Indiz für
einen zu geringen Hub der Changierbewegung gewertet werden. Der Faden wird in diesem
Fall nicht weit genug axial in Richtung auf den Flansch der Flanschspule auf dieser
aufgewickelt. Die Fadenspannung kann dabei während des axialen Hinbewegens des Fadens
in Richtung auf die flanschseitige Hubendlage zusätzlich kleiner als ein vorgegebener
minimaler Fadenspannungsgrenzwert sein bzw. unterhalb des vorgegebenen Fadenspannungstoleranzintervalls
liegen.
[0018] Insgesamt kann dadurch die Sensitivität und Spezifität des erfindungsgemäßen Verfahrens
hinsichtlich des Erkennens einer axialen Fehllage der flanschseitigen Hubendlage (Umkehrpunkt)
des Fadens relativ zur axialen Position des Flansches der Flanschspule verbessert
werden.. Darüber hinaus kann dadurch eine nochmals geringere Störanfälligkeit des
Verfahrens realisiert werden.
[0019] Der jeweilige Fadenspannungsgrenzwert und/oder das Fadenspannungstoleranzintervall
kann/können erfindungsgemäß in der Steuerungseinrichtung vor Beginn des Spulprozesses
fix hinterlegt werden. Alternativ kann der jeweilige Fadenspannungsgrenzwert während
des Spulprozesses, vorzugsweise anhand einer durchschnittlichen gemessenen maximalen/minimalen
Fadenspannung des Fadens beim Spulprozess, bestimmt werden.
[0020] Als Soll-Änderungsrate der Fadenspannung kann insbesondere eine während des Spulprozesses
bestimmte mittlere Änderungsrate der Fadenspannung des Fadens vorgegeben werden.
[0021] Die erfindungsgemäße Spulvorrichtung zum Aufspulen eines Fadens auf einer Flanschspule,
umfasst:
- eine Vorlagenspule zum Bereitstellen des auf der Flanschspule aufzuwickelnden Fadens;
- eine umlaufend antreibbare Garnspulenhalterung für die Flanschspule;
- eine Steuerungseinrichtung mit einem Fadenspannungssensor zum zeitaufgelösten Erfassen
einer Fadenspannung des auf der Flanschspule aufzuwickelnden Fadens; und
- einen Changierfadenführer, der relativ zur Garnspulenhalterung changierend hin- und
herbewegbar ist. Die Steuerungseinrichtung ist zur Durchführung des vorstehend beschriebenen
Verfahrens programmiert.
[0022] Der Changierfadenführer ist vorzugsweise an einem, insbesondere endlosen, Zugmittel
befestigt, das um Umlenkrollen hin- und her bewegbar geführt ist. Die Umlenkrollen
können auch als Umlenkräder ausgebildet sein.
[0023] Nachstehend wir die Erfindung anhand eines in der Zeichnung wiedergegebenen Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0024] In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- ein Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Spulvorrichtung zum Aufspulen eines Fadens
auf einer Flanschspule, mit einer Changiereinrichtung, durch die der der Flanschspule
zuzuführende Faden gegenüber der Flanschspule entlang deren Drehachse zwischen zwei
Umkehrpunkten hin- und her bewegbar ist, wobei die Spulvorrichtung eine Steuerungseinrichtung
mit einem Fadenspannungssensor aufweist.
- Fig. 2
- die Flanschspule aus Fig. 1, mit einem darauf optimal aufgewickelten Faden, in Seitenansicht;
- Fig. 3
- die Flanschspule aus Fig. 1, bei der der Faden aufgrund einer fehlerhaften, weil in
der Fig. axial zu weit links angeordneten, flanschseitigen Hubendlage des Changierfadenführers
am Flansch der Flanschspule hochgewickelt ist, in einer ausschnittsweisen Seitenansicht;
- Fig. 4
- die Flanschspule aus Fig. 1, bei der der Faden aufgrund eines von dem Flansch axial
zu weit beabstandeten flanschseitigen Hubendlage des Changierfadenführers nicht bis
zum Flansch auf der Flanschspule aufgewickelt ist, in einer ausschnittsweisen Seitenansicht;
- Fign. 5
- ein Spannungsdiagramm der vom Fadenspannungssensor aus Fig. 1 während eines Spulprozesses
aufgenommenen Fadenspannung (Fig. 5a) und ein während des Spulprozesses zeitgleich
aufgenommenes Bewegungsdiagramm (Fig. 5b) des Changierfadenführers, jeweils aufgetragen
über die Zeit; und
- Fig. 6
- ein Blockdiagramm mit einzelnen Schritten des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Adaptieren
einer Changierbewegung eines Fadens an eine Flanschspule.
- Fig. 7
- ein Blockdiagramm mit einzelnen Schritten eines weiteren erfindungsgemäßen Verfahrens
zum Adaptieren einer Changierbewegung eines Fadens an eine Flanschspule.
[0025] In
Fig. 1 ist eine Spulvorrichtung
10 zum Aufspulen eines Fadens
12 auf eine Flanschspule
14 mit vorliegend zwei endständigen Flanschen
14a, 14b gezeigt. Die Spulvorrichtung 10 umfasst ein Fadenlieferwerk
16 und eine Vorlagenspule
18 zum Bereitstellen des auf der Flanschspule 14 aufzuwickelnden Fadens 12, eine Changiereinrichtung
20 mit einem Changierfadenführer
22, eine Garnspulenhalterung
24 für die Flanschspule 14 und eine Steuerungseinrichtung
26.
[0026] Die Garnspulenhalterung 24 weist einen Antriebsmotor
28 zum umlaufenden Antreiben der Flanschspule 14 um deren Drehachse
30 (=Längsachse der Flanschspule 14) auf. Der Faden 12 ist vorliegend (allein) durch
das Verdrehen der Flanschspule 14 von der Vorlagenspule 18 kopfseitig abziehbar. Die
Vorlagenspule 18 kann zusätzlich motorisch antreibbar sein und/oder eine in der Figur
1 nicht näher gezeigte Bremseinrichtung aufweisen. In diesem Fall ist der Faden umfangsseitig
von der Vorlagenspule 18 abziehbar (nicht gezeigt).
[0027] Der Changierfadenführer 22 ist an einem motorisch antreibbaren Zugmittel
32 befestigt, das um Umlenkrollen
34 geführt ist. Die Umlenkrollen 34 und das Zugmittel 32 sind in der Fig. 1 mit gestreichelter
Linie wiedergegeben. Das Zugmittel 32 ist vorliegend als Endloszugmittel ausgeführt.
Der Changierfadenführer 22 ist zusammen mit dem daran geführten Faden 12 mittels einer
Changierbewegung
36 in Richtung der Drehachse 30 der Flanschspule 14 zwischen zwei voneinander beabstandeten
Hubendlagen
38a, 38b in schneller Folge hin- und her bewegbar. Eine Hubmittellage des Changierfadenführers
ist mit
36a bezeichnet. Der Abstand zwischen der Hubmittellage 36a und den beiden Hubendlagen
38a, 38b entspricht einem jeweiligen Hub 36b des Changierfadenführers 22. Der der
Flanschspule 14 zuzuführende Faden 12 kann dadurch auf der Flanschspule zwischen den
beiden Hubendlagen 38a, 38b auf der Flanschspule 14 ablegt (aufgewickelt) werden.
Die Hubendlagen 38a, 38b der Changierbewegung 36 entsprechen somit seitlichen Umkehrpunkten
der Fadenbewegung relativ zur Drehachse 30 der Flanschspule 14. Die Steuerungseinrichtung
26 dient einer Steuerung des gesamten Spulprozesses, insbesondere auch der Changierbewegung
des Changierfadenführers 22. Die Steuerungseinrichtung 26 weist einen Fadenspannungssensor
40 auf, der in Laufrichtung
42 des Fadens 12 unmittelbar, d.h. ohne weitere zwischengeschaltete Fadenführungs- und/oder
Fadenumlenkmittel, vor einem als Führungsöse ausgebildeten Führungsteil
44 angeordnet ist. Das Führungsteil 44 ist gegenüber der Garnspulenhalterung 24 ortsfest
angeordnet. Der Changierfadenführer 22 ist dem Führungsteil 44 in Laufrichtung 42
des Fadens 12 unmittelbar nachgeordnet.
[0028] In
Fig 2 ist ist eine Flanschspule 14 in Seitenansicht näher wiedergegeben. Der Faden 12 ist
in optimaler Weise über die gesamte mit dem Faden 12 bewickelbare axiale Länge
L der Flanschspule 14 auf der Flanschspule 14 aufgewickelt. Der Faden 12 bildet auf
der Flanschspule 14 einen Wickelkörper
46 mit eine zur Drehachse 30 der Flanschspule 14 insgesamt parallel ausgebildeten Außenkontur
46a. Der Wickelkörper 46 erstreckt sich von Flansch 14a zu Flansch 14b der Flanschspule
14 und liegt an beiden Flanschen 14a, 14b innenseitig an.
[0029] In der Praxis kann es, wie eingangs erläutert, aufgrund eines Verschleißes oder einer
Beschädigung der Flanschspule 14 dann zu einem fehlerhaften Aufspulen des Fadens 12
auf die Flanschspule 14 kommen, wenn die (flanschseitigen) Hubendlagen 38a, 38b des
Changierfadenführers 22 beim Spulprozess in axialer Richtung nicht exakt zu der axialen
Position der Flansche 14a, 14b der Flanschspule 14 entlang/auf der Drehachse 30 ausgerichtet
sind.
[0030] Bei einer flanschseitigen Hubendlage 38a, 38b, die, bezogen auf den der Hubendlage
38a, 38b jeweils zugeordneten Flansch 14a, 14b der Flanschspule 14 in axialer Richtung
zu weit außen angeordnet ist, wird der Faden 12 bei umlaufend angetriebener Flanschspule
14 innenseitig an dem Flansch 14a, 14b hochgewickelt, wie dies in
Fig. 3 ausschnittsweise verdeutlicht ist. Der erzeugte Wickelkörper 46 weist dann eine Außenkontur
46a mit einer in Richtung auf den Flansch 14a, 14b konkav ansteigenden Wickelkörperflanke
46b, d.h. einen sogenannten unerwünschten Fadenwickel, auf.
[0031] In
Fig. 4 ist eine Flanschspule 14 in einer ausschnittsweisen Seitenansicht gezeigt, bei der
der Faden aufgrund einer Fehleinstellung der axialen Lage der flanschseitigen Hubendlage
38a der Changierbewegung 36 des Fadens relativ zum Flansch 14a nicht ausreichend weit
in Richtung auf den Flansch 14a gewickelt ist. Der erzeugte Wickelkörper 46 verjüngt
sich somit flanschseitig.
[0032] Die in den Figuren 3 und 4 gezeigten fehlerhaft bewickelten Flanschspulen 14 können
bei einem späteren Abziehen des Fadens 12 von den Flanschspulen 14 zu einem Fadenriss
bzw. zu Qualitätseinbußen an einem aus dem Faden 12 zu erzeugenden Produkt führen.
[0033] In
Fig. 5A ist ein Spannungsdiagramm gezeigt, bei dem die Fadenspannung
48 des Fadens 12 in ihrem Verlauf über die Zeit aufgetragen ist.
Fig. 5B zeigt ein zur Fadenspannung 48 zeitgleich erstelltes zeitliches Bewegungsdiagramm
des Fadens 12 während des Spulprozesses. Wie aus Fig. 5A hervorgeht, unduliert die
Fadenspannung
48 des auf der Flanschspule aufzuspulenden Fadens 12 während des Spulprozesses periodisch
um eine mit
50 bezeichnete mittlere Fadenspannung.
[0034] Die undulierende Fadenspannung 48 weist dabei eine (betragsmäßig) im wesentlichen
gleichbleibende positive/negative Änderungsrate
52 auf, die vorliegend als Steigung der Fadenspannung 48 grafisch verdeutlicht ist.
Die Fadenspannung 48 weist eine durchschnittliche maximale Fadenspannung
54 auf. Ein vorgegebener maximaler Fadenspannungsgrenzwert ist mit
56 bezeichnet. Der maximale Fadenspannungsgrenzwert 56 ist größer als die durchschnittliche
maximale Fadenspannung 54. Ein vorgegebener minimaler Fadenspannungsgrenzwert ist
mit 56' bezeichnet. Der vorgegebene maximale Fadenspannungsgrenzwert 56 und der vorgegebene
minimale Fadenspannungsgrenzwert 56' definieren gemeinsam einen für die Fadenspannung
48 vorgegebenen Fadenspannungstoleranzbereich
F.
[0035] In den Zeitpunkten
T1, T2 ist die Fadenspannung 48 in der Hubendlage 38a, 38b größer als der maximale Fadenspannungsgrenzwert
56 (=Spannungsspitze). Die Fadenspannung 48 liegt in den Zeitpunkten T1, T2 somit
außerhalb (oberhalb) des vorgegebenen Fadenspannungstoleranzintervalls F. Die Fadenspannung
48 nimmt in einem vorgegebenen zeitlichen Messintervall
M bei einem Wegbewegen des Changierfadenführers 22 von den eingestellten Hubendlagen
38a, 38b ab. Die Änderungsrate 52 (= die Steigung) der Fadenspannung 48 ist beim Wegbewegen
des Changierfadenführers 22 von der jeweiligen Hubendlage 38a, 38b betragsmäßig kleiner
als eine vorgegebene Soll-Änderungsrate (nicht gezeigt). Das Messintervall M umfasst
immer den Zeitpunkt des Erreichens der Hubendlage 38a, 38b.
[0036] Die Fadenspannung 48 steigt unmittelbar nach dem Zeitpunkt T
3 beim Wegbewegen des Changierfadenführers 22 von der Hubendlage 38b an und weist eine
Spannungsspitze auf, die oberhalb und außerhalb des Fadenspannungstoleranzintervalls
F liegt. Die Änderungsrate 52 der Fadenspannung 48 ist dabei kleiner, als die vorgegebene
Soll-Änderungsrate (nicht gezeigt) der Fadenspannung 48.
Nach dem Zeitpunkt T1 ist die Hubendlage 38a der Changierbewegung 36 des Fadens 12
beim weiteren Spulprozess vom Flansch 14a in axialer Richtung weiter beabstandet angeordnet,
d.h., der flanschseitige Hub 36b des Changierfadenführers 22 (Fig. 1) ist nachfolgend
im Vergleich zum flanschseitigen Hub 36b im Zeitpunkt T 1 verringert.. Nach der Spannungsspitze
zum Zeitpunkt T2 ist die Hubendlage 38b vom zugeordneten Flansch 14b (Fign. 1, 2),
axial weiter beabstandet, als zuvor. D.h., der flanschseitige Hub 36b des Changierfadenführers
ist nachfolgend im Vergleich zum Hub 36b im Zeitpunkt T2 verringert. Nach dem Zeitpunkt
T3 ist die flanschseitige Hubendlage 38b mittels des Changierfadenführers erneut auf
den Flansch 14b (Fign. 1 und 2) in axialer Richtung weiter zugestellt.
[0037] Die Steuerungseinrichtung ist erfindungsgemäß zur Durchführung eines der nachfolgend
unter zusätzlicher Bezugnahme auf die
Figuren 6 und
7 erläuterten Verfahren
100 zum Steuern des Spulprozesses programmiert.
[0038] Bei dem in Fig. 6 wiedergegebenen Verfahren 100 wird in einem ersten Schritt
102 während des Spulprozesses die Fadenspannung 48 des der Flanschspule 14 zuzuführenden
Fadens 12 - hier kontinuierlich -mit Hilfe des Fadenspannungssensors 40 zeitlich aufgelöst
erfasst. Die Abtastrate des Fadenspannungssensors 40 ist dabei vorzugsweise auf die
Geschwindigkeit der Changierbewegung 36 des Fadens 12 während des Spulprozesses abgestimmt.
[0039] In einem weiteren Schritt
104 wird eine jeweilige Änderungsrate der Fadenspannung 48 im Messintervall M beim Wegbewegen
des Fadens 12 von der flanschseitigen Hubendlage 38a, 38b anhand der zeitlich aufgelöst
erfassten Fadenspannung 48 bestimmt. Die Änderungsrate 52 kann insbesondere durch
die Steuerungseinrichtung 26 anhand der ermittelten Fadenspannung 48 berechnet werden.
[0040] Die ermittelte Änderungsrate 52 der Fadenspannung 48 wird in einem weiteren Schritt
106 mit der für die Fadenspannung 48 vorgegebenen Soll-Änderungsrate
58 der Fadenspannung 48 verglichen und eine Abweichung der Änderungsrate 52 von der
vorgegeben Soll-Änderungsrate 58 bestimmt.
[0041] Die Changierbewegung des Fadens 12 wird in einem weiteren Schritt
108 durch axiales Verstellen der flanschseitigen Hubendlagen 38a, 38b des Changierfadenführers
22 auf Grundlage der ermittelten Abweichung der Änderungsrate 52 von der vorgegeben
Soll-Änderungsrate 58 an die Flanschspule 14 adaptiert. Bei einer (negativen) Änderungsrate
58 mit abnehmender Fadenspannung 48 und einer Änderungsrate 52 der Fadenspannung 48,
die kleiner als die vorgegebene Soll-Änderungsrate 58 der Fadenspannung 48 ist, wird
die Hubendlage 38a, 38b des Changierfadenführers axial in Richtung auf den Flansch
14a, 14b zugestellt (Zeitpunkt T3; Fign. 5) . Bei einer (positiven) Änderungsrate
52 mit einer nach Erreichen der Hubendlage 38a, 38b ansteigenden Fadenspannung 48
und einer Änderungsrate 52 der Fadenspannung 48, die größer als die vorgegebene Soll-Änderungsrate
58 der Fadenspannung 48 ist, wird die flanschseitige Hubendlage 38a, 38b vom korrespondierenden
Flansch 14a, 14b der Flanschspule 14 in axialer Richtung wegbewegt (Zeitpunkte T1,
T2; Fign. 5). Eine flanschseitige Richtungsumkehr der Changierbewegung 38 des Fadens
12 erfolgt erst nachfolgend in der darauffolgenden Changierperiode an dem in der vorstehend
beschriebenen Weise an die Geometrie der Flanschspule jeweils adaptierten Umkehrpunkt.
[0042] Das in Fig. 7 gezeigte Verfahren 100 unterscheidet sich von dem vorstehend beschriebenen
Verfahren im Wesentlichen darin, dass im Schritt 104 die Änderungsrate 52 der Fadenspannung
48 zusätzlich auch beim Hinbewegen des Fadens 12 zur flanschseitigen Hubendlage 38a,
38b anhand der zeitlich aufgelöst erfassten Fadenspannung 48 bestimmt wird.
[0043] Die ermittelte Änderungsrate 52 der Fadenspannung 48 beim Hinbewegen des Fadens 12
zur flanschseitigen Hubendlage 38a, 38b und beim Wegbewegen des Fadens 12 von der
flanschseitigen Hubendlage 38a, 38b wird in dem nachfolgenden Schritt 106 mit der
für die Fadenspannung 48 vorgegebenen Soll-Änderungsrate 58 der Fadenspannung 48 verglichen
und eine jeweilige Abweichung der Änderungsrate 52 von der vorgegeben Soll-Änderungsrate
58 bestimmt. Dies erfolgt über das in Fig. 5A wiedergegebene Meßintervall M'.
[0044] In einem weiteren Schritt
107 wird über das Meßintervall M' die Fadenspannung 48 beim Hinbewegen des Fadens 12
zur flanschseitigen Hubendlage (38a, 38b) mit dem vorgegebenen minimalen Fadenspannungsgrenzwert
54' und beim Wegbewegen des Fadens 12 von der flanschseitigen Hubendlage (38a, 38b)
mit dem vorgegebenen maximalen Fadenspannungsgrenzwert 56 vergleichen und ein Unterschreiten
des minimalen Fadenspannungsgrenzwerts 56' bzw. ein Überschreiten des maximalen Fadenspannungsgrenzwerts
56 ermittelt. Alternativ kann eine außerhalb des Fadenspannungstoleranzintervalls
F liegende Fadenspannung 48 auch durch Vergleich der Fadenspannung 48 mit dem im Zusammenhang
mit Fig. 5 Aerläuterten Fadenspannungstoleranzintervall F ermittelt werden.
[0045] Die Changierbewegung des Fadens 12 wird in dem weiteren Schritt
108 durch axiales Verstellen der flanschseitigen Hubendlagen 38a, 38b der Changierbewegung
mittels des Changierfadenführers 22 an die Flanschspule 14 adaptiert. Dies erfolgt,
wie im Zusammenhang mit Fig. 6 bereits erläutert, auf Grundlage der ermittelten Abweichung
der Änderungsrate 52 von der vorgegeben Soll-Änderungsrate 58 und sofern die Fadenspannung
48 beim Hinbewegen des Fadens zur Hubendlage 38a, 38b den minimalen Fadenspannungsgrenzwert
56'unterschreitet und/oder die Fadenspannung 48 im Bereich der flanschseitigen Hubendlage
38a, 38b größer ist, als der maximale Fadenspannungsgrenzwert 56.
1. Verfahren (100) zum Adaptieren einer Hubendlage (38a, 38b) einer Changierbewegung
(36) eines Fadens (12), mit der der Faden (12) während eines Spulprozesses entlang
einer Drehachse (30) einer Flanschspule (14) mittels eines Changierfadenführers (22)
relativ zu dieser hin- und her bewegt wird, an die Flanschspule (14), umfassend die
folgenden Schritte:
- zeitlich aufgelöstes Erfassen (102) einer Fadenspannung (48) des auf der Flanschspule
(14) aufzuspulenden Fadens (12);
- Ermitteln (104) einer Änderungsrate (52) der Fadenspannung (48) beim Wegbewegen
des Fadens (12) von einer flanschseitigen Hubendlage (38a, 38b) der Changierbewegung
(36) anhand der erfassten Fadenspannung (48), wobei die Änderungsrate (52) der Fadenspannung
(48) über ein definiertes zeitliches Messintervall (M, M') gemittelt wird;
- Bestimmen (106) einer Abweichung der Änderungsrate (52) der Fadenspannung (48) von
einer für die Fadenspannung (48) vorgegebenen Soll-Änderungsrate (58); und
- Adaptieren (108) der flanschseitigen Hubendlage durch axiales Verstellen der Hubendlage
(38a, 38b) und der Flanschspule (14) relativ zueinander mittels des Changierfadenführers
(22) nach Feststellen einer Änderungsrate (52) der Fadenspannung (48), die kleiner
oder größer als eine vorgegebene Soll-Änderungsrate (58) ist, .wobei die flanschseitige
Hubendlage (38a, 38b) mittels des Changierfadenführers vom Flansch (14a, 14b) der
Flanschspule (14) in axialer Richtung (22) wegbewegt wird, wenn die Änderungsrate
(52) der Fadenspannung (48) negativ ist, d.h. wenn die Fadenspannung (48) beim Wegbewegen
des Fadens(12) von der flanschseitigen Hubendlage (38a, 38b) sinkt, und wobei
die flanschseitige Hubendlage (38a, 38b) mittels des Changierfadenführers (22) auf
einen Flansch (14a, 15b) der Flanschspule (14) in axialer Richtung zugestellt wird,
wenn die Änderungsrate (52) der Fadenspannung (48) positiv ist, d.h. wenn die Fadenspannung
(48) beim Wegbewegen des Fadens von der flanschseitigen Hubendlage (38a, 38b) steigt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Änderungsrate (52) der Fadenspannung (48) auch beim Hinbewegen des Fadens (12)
zur flanschseitigen Hubendlage (38a, 38b) anhand der erfassten Fadenspannung (48)
ermittelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die flanschseitige Hubendlage (38a, 38b) nur dann an die Flanschspule (14) adaptiert
wird, wenn die Fadenspannung (48) im Bereich der flanschseitigen Hubendlage (38a,
38b) von einem vorgegebenen Fadenspannungsgrenzwert (56, 56') in definierter Weise
abweicht und/oder außerhalb eines vorgegebenen Fadenspannungstoleranzintervalls (F)
liegt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Fadenspannungsgrenzwert (56, 56') während, insbesondere zu Beginn, des Spulprozesses
anhand der gemessenen Fadenspannung (48) des Fadens (12) festgelegt wird.
5. Spulvorrichtung (10) zum Aufspulen eines Fadens (12) auf eine Flanschspule (14), umfassend:
- ein Vorlagenspule (18) zum Bereitstellen des auf der Flanschspule (14) aufzuspulenden
Fadens (12);
- eine umlaufend antreibbare Garnspulenhalterung (24) für die Flanschspule (14);
- eine Steuerungseinrichtung (26) mit einem Fadenspannungssensor (40) zum zeitaufgelösten
Erfassen einer Fadenspannung (48) des auf der Flanschspule (14) aufzuwickelnden Fadens
(12); und
- einen Changierfadenführer (22), der relativ zur Garnspulenhalterung (24) zwischen
zwei Hubendlagen (38a, 38b) changierend hin- und herbewegbar ist,
wobei die Steuerungseinrichtung (26) zur Durchführung eines Verfahrens (100) nach
einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4 programmiert ist.
6. Spulvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, das der Changierfadenführer (22) an einem, vorzugsweise endlosen, Zugmittel (32)
befestigt ist, das um Umlenkrollen (34) hin- und herbewegbar geführt ist.
1. Method (100) for adapting a travel end position (38a, 38b) of a changing movement
(36) of a thread (12), by means of which the thread (12) is moved back and forth during
a spooling operation along a rotation axis (30) of a flange spool (14) relative to
the flange spool by means of a changing thread guide (22), to the flange spool (14),
comprising the following steps:
- time-resolved detection (102) of a thread tension (48) of the thread (12) which
is intended to be spooled on the flange spool (14);
- establishing (104) a changing rate (52) of the thread tension (48) when the thread
(12) moves away from a flangeside travel end position (38a, 38b) of the changing movement
(36) using the detected thread tension (48), the changing rate (52) of the thread
tension being averaged over a defined time measurement range (M, M');
- determining (106) a deviation of the changing rate (52) of the thread tension (48)
from a desired changing rate (58) which is predetermined for the thread tension (48);
and
- adapting (108) the flange-side travel end position by means of axial adjustment
of the travel end position (38a, 38b) and the flange spool (14) relative to each other
using the changing thread guide (22) after determining a changing rate (52) of the
thread tension (48) which is less than or greater than a predetermined desired changing
rate (58), the flangeside travel end position (38a, 38b) being moved away from the
flange (14a, 14b) of the flange spool (14) in an axial direction (22) by means of
the changing thread guide when the changing rate (52) of the thread tension (48) is
negative, that is to say, when the thread tension (48) decreases when the thread (12)
is moved away from the flange-side travel end position (38a, 38b), and
the flange-side travel end position (38a, 38b) being moved by means of the changing
thread guide (22) in an axial direction towards a flange (14a, 15b) of the flange
spool (14) when the changing rate (52) of the thread tension (48) is positive, that
is to say, when the thread tension (48) increases when the thread is moved away from
the flange-side travel end position (38a, 38b).
2. Method according to claim 1, characterised in that the changing rate (52) of the thread tension (48) is also established using the detected
thread tension (48) when the thread (12) is moved towards the flange-side travel end
position (38a, 38b).
3. Method according to claim 1 or claim 2, characterised in that the flange-side travel end position (38a, 38b) is adapted to the flange spool (14)
only when the thread tension (48) in the region of the flange-side travel end position
(38a, 38b) deviates in a defined manner from a predetermined thread tension limit
value (56, 56') and/or is outside a predetermined thread tension tolerance range (F).
4. Method according to claim 3, characterised in that the thread tension limit value (56, 56') is determined using the measured thread
tension (48) of the thread (12) during, in particular at the beginning of, the spooling
operation.
5. Spooling device (10) for spooling a thread (12) on a flange spool (14), comprising:
- a supply spool (18) for providing the thread (12) which is intended to be spooled
on the flange spool (14);
- a yarn spool retention member (24) which can be driven in a continuous manner for
the flange spool (14);
- a control device (26) having a thread tension sensor (40) for the time-resolved
detection of a thread tension (48) of the thread (12) which is intended to be wound
on the flange spool (14); and
- a changing thread guide (22) which can be moved back and forth relative to the yarn
spool retention member (24) so as to be changed between two travel end positions (38a,
38b), the control device (26) being programmed to carry out a method (100) according
to any one of the preceding claims 1 to 4.
6. Spooling device according to claim 5, characterised in that the changing thread guide (22) is secured to a preferably continuous pulling means
(32) which is guided so as to be able to be moved back and forth around redirection
rollers (34).
1. Procédé (100) pour adapter une position de support de fin de course (38a, 38b) d'un
mouvement de va-et-vient (36) d'un fil (12), avec lequel mouvement, pendant un processus
de bobinage, le fil (12) est déplacé dans le sens aller et retour le long d'un axe
de rotation (30) d'une bobine à flasques (14), par rapport à celle-ci, au moyen d'un
guide fil de va-et-vient (22), à la bobine à flasques (14), comprenant les étapes
suivantes :
- la détection à résolution temporelle (102) d'une tension de fil (48) du fil (12)
à enrouler sur la bobine à flasques (14),
- la détermination (104) d'un taux de variation (52) de la tension de fil (48) lors
de l'éloignement du fil (12) d'une position de support de fin de course (38a, 38b)
côté flasque du mouvement de va-et-vient (36) à l'aide de la tension de fil (48) détectée,
dans lequel le taux de variation (52) de la tension de fil (48) est pondéré sur un
intervalle de mesure (M, M') défini dans le temps ;
- la détermination (106) d'une divergence entre le taux de variation (52) de la tension
de fil (48) et un taux de variation de consigne (58) prescrit pour la tension de fil
(48) ; et
- l'adaptation (108) de la position de fin de course côté flasque par déplacement
axial de la position de support de fin de course (38a, 38b) et de la bobine à flasques
(14) l'une par rapport à l'autre au moyen du guide-fil de va-et-vient (22) après constatation
d'un taux de variation (52) de la tension de fil (48) qui est inférieur ou supérieur
à un taux de variation de consigne (58) prescrit, dans lequel la position de fin de
course (38a, 38b) côté flasque est éloignée, au moyen du guide-fil de va-et-vient,
de la flasque (14a, 14b) de la bobine à flasques (14) en direction axiale (22) si
le taux de variation (52) de la tension de fil (48) est négatif, à savoir lorsque
la tension de fil (48) baisse lors de l'éloignement du fil (12) de la position de
support de fin de course (38a, 38b) côté flasque, et dans lequel
la position de support de fin de course (38a, 38b) côté flasque est approchée d'une
flasque (14a, 15b) de la bobine à flasques (14) en direction axiale au moyen du guide-fil
de va-et-vient (22) si le taux de variation (52) de la tension de fil (48) est positif,
à savoir lorsque la tension de fil (48) augmente lors de l'éloignement du fil de la
position de support de fin de course (38a, 38b) côté flasque.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le taux de variation (52) de la tension de fil (48) est également déterminé lors
du rapprochement du fil (12) de la position de support de fin de course (38a, 38b)
côté flasque à l'aide de la tension de fil (48) détectée.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la position de support de fin de course (38a, 38b) côté flasque est adaptée à la
bobine à flasques (14) seulement lorsque la tension de fil (48) diverge de manière
définie dans la plage de la position de support de fin de course (38a, 38b) côté flasque
par rapport à une valeur limite de tension de fil (56, 56') prescrite et/ou se situe
en-dehors d'un intervalle de tolérance de tension de fil (F) prescrit.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que la valeur limite de tension de fil (56, 56') est déterminée, c'est-à-dire fixée pendant
le processus de bobinage, en particulier au début de celui-ci, à l'aide de la tension
de fil (48) mesurée du fil (12).
5. Dispositif de bobinage (10) pour enrouler un fil (12) sur une bobine à flasques (14),
comprenant :
- une bobine d'alimentation (18) pour la mise à disposition du fil (12) à enrouler
sur la bobine à flasques (14) ;
- un support de bobine de fil (24) pouvant être entraîné de manière rotative pour
la bobine à flasques (14) ;
- un dispositif de commande (26) avec un capteur de tension de fil (40) pour la détection
à résolution temporelle d'une tension de fil (48) du fil (12) à enrouler sur la bobine
à flasques (14) ; et
- un guide-fil de va-et-vient (22) qui peut être déplacé dans le sens aller et retour
en va-et-vient par rapport au support de bobine de fil (24) entre deux positions de
support de fin de course (38a, 38b),
dans lequel le dispositif de commande (26) est programmé pour la mise en oeuvre d'un
procédé (100) selon l'une des revendications 1 à 4 précédentes.
6. Dispositif de bobinage selon la revendication 5, caractérisé en ce que le guide-fil de va-et-vient (22) est fixé à un moyen de traction (32) de préférence
sans fin qui est guidé de manière déplaçable dans le sens aller et retour autour de
poulies de renvoi (34).