[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Topfes für ein Topfspiralgehäuse
für einen Getriebeturboverdichter, sowie ein Topfspiralgehäuse für einen Getriebeturboverdichter.
[0002] Verdichter bzw. Fluide-komprimierende Vorrichtungen werden in verschiedenen Industriebereichen
für verschiedene Anwendungen genutzt, bei denen es um eine Kompression oder Verdichtung
von Fluiden, im Speziellen (Prozess-)Gasen, geht. Bekannte Beispiele hierfür sind
Turboverdichter in mobilen industriellen Anwendungen, wie in Abgasturboladern oder
in Strahltriebwerken, oder auch in stationären industriellen Anwendungen, wie Getriebe-
bzw. Getriebeturboverdichter für eine Luftzerlegung.
[0003] Bei einem solchen - in seiner Arbeitsweise kontinuierlich arbeitenden - Turboverdichter
wird die Druckerhöhung (Verdichtung) des Fluids dadurch bewirkt, dass ein Drehimpuls
des Fluids von Eintritt zu Austritt durch ein rotierendes, radial erstreckende Schaufeln
aufweisendes Laufrad des Turboverdichters durch die Rotation von den Schaufeln erhöht
wird. Hier, d.h. in einer solchen Verdichterstufe, steigen Druck und Temperatur des
Fluids, während die relative (Strömungs-)Geschwindigkeit des Fluids im Laufrad bzw.
Turbolaufrad sinkt.
[0004] Um eine möglichst hohe Druckerhöhung bzw. Verdichtung des Fluids zu erreichen, können
mehrere solcher Verdichterstufen hintereinander geschaltet werden.
[0005] Als Bauformen von Turboverdichtern unterscheidet man zwischen Radial- und Axialverdichtern.
[0006] Bei dem Axialverdichter strömt das zu komprimierende Fluid, beispielsweise ein Prozessgas,
in paralleler Richtung zur Achse (Axialrichtung) durch den Verdichter. Bei dem Radialverdichter
strömt das Gas axial in das Laufrad der Verdichterstufe und wird dann nach außen (radial,
Radialrichtung) abgelenkt. Bei mehrstufigen Radialverdichtern wird damit hinter jeder
Stufe eine Strömungsumlenkung notwendig.
[0007] Kombinierte Bauarten von Axial- und Radialverdichtern saugen mit ihren Axialstufen
große Volumenströme an, die in den anschließenden Radialstufen auf hohe Drücke komprimiert
werden.
[0008] Während meist einwellige Maschinen zum Einsatz kommen, sind bei (mehrstufigen) Getriebeturboverdichtern
(kurz im Folgenden auch nur Getriebeverdichter) die einzelnen Verdichterstufen um
ein Großrad herum gruppiert, wobei mehrere parallele (Ritzel-)Wellen, die jeweils
ein oder zwei - in als Gehäuseanbauten realisierte, die Zu- und Abströmung zu den
Verdichterstufen bewirkenden Spiralgehäusen aufgenommene - Laufräder (an freien Wellenenden
der Ritzelwellen angeordnete Turbolaufräder) tragen, von einem großen, im Gehäuse
gelagerten Antriebszahnrad, einem Großrad, angetrieben werden.
[0009] In dem Spiralgehäuse (in topfförmiger Ausführung auch als Topfspiralgehäuse bezeichnet),
d.h. in einer zylindrischen Bohrung in dem Spiralgehäuse, ist - neben dem Laufrad
- ein Spiraleinsatz derart eingesetzt, dass in der zylindrischen Bohrung axial stirnseitig
dem Spiraleinsatz ein durch das Spiralgehäuse und dem Spiraleinsatz eingeschlossener
Raum, ein sogenannter Ringraum, verbleibt, über welchen das Fluid - vom Laufrad kommend
- radial über einen sich erweiternden Querschnitt abströmt. Über eine Anlagenverrohrung,
wie ein am Spiralgehäuse angeordnetes Druckstutzenrohr mit einem daran angeordneten
Druckstutzenflansch, strömt das Fluid dann vom Ringraum weiter aus der Verdichterstufe
ab.
[0010] Ein solcher Getriebeverdichter, ein Getriebeverdichter der Firma Siemens mit der
Bezeichnung STC-GC, eingesetzt für die Luftzerlegung, ist aus
http://www.energy.siemens.com/hq/de/verdichtung-expansion-ventilation/turboverdichter/getriebeturboverdichter/stc-gc.htm (erhältlich am 05.10.2012) bekannt.
[0012] Das - das Laufrad aufnehmende, die Zu- bzw. Anströmung des Fluids zu bzw. von der
Verdichterstufe bzw. dem Laufrad bewirkende - Spiralgehäuse ist ublicherweise, insbesondere
für kleine Laufräder, als Schweiß- oder Gusskonstruktionen ausgeführt, dessen Vorteile
- im Falle der Schweißkonstruktion-in einer kurzen Lieferzeit und vereinfachten Einsetzbarkeit
für hohe Drücke und - im Falle der Gusskonstruktion - in einem hohen Wirkungsgrad
liegen.
[0013] Bei einem geschweißten (Topf-)Spiralgehäuse werden dessen Bauteile, nämlich Topf,
Druckstutzenrohr, Druckstutzenflansch und Kragen, zu dem Spiralgehäuse bzw. zu dem
Topfspiralgehäuse, verschweißt.
[0014] Insbesondere für die Anbindung des Druckstutzenrohrs an den Topf ist aber bei dem
geschweißten Topfspiralgehäuse eine aufwändige Schweißnahtvorbereitung notwendig,
wie auch stellt diese geschweißte Verbindung eine Schwachstelle bei dem Topfspiralgehäuse
dar. Nach dem Schweißnahtvorgang muss das Topfspiralgehäuse dann noch spannungsarm
geglüht und sandgestrahlt werden, was den Fertigungsaufwand weiter kompliziert und
die Fertigungskosten erhöht,
[0015] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Topfspiralgehäuse für eine Strömungsmaschine
anzugeben, welches einfach und kostengünstig herstellbar und/oder montierbar ist.
[0016] Die Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Herstellung eines Topfes für ein Topfspiralgehäuse
für eine Strömungsmaschine sowie durch ein Topfspiralgehäuse für eine Strömungsmaschine
mit den Merkmalen gemäß dem jeweiligen unabhängigen Patentanspruch gelöst.
[0017] Nach dem Verfahren zur Herstellung eines Topfes für ein Topfspiralgehäuse ist vorgesehen,
dass der Topf durch ein spanendes Fertigungsverfahren aus einem Rohteil hergestellt
wird.
[0018] Dabei meint "Rohteil" ein Werkstück, beispielsweise einen im Wesentlichen blockförmigen
Vollmaterialkörper, welches - den fertig hergestellten Topf beinhaltend - hinsichtlich
der Form und Ausgestaltung des fertig hergestellten Topfes im Wesentlichen unbearbeitet
ist. Erst durch das spanende Fertigungsverfahren erlangt der Topf dann seine im Wesentlichen
fertige Form und Ausgestaltung.
[0019] Unter "durch ein spanendes Fertigungsverfahren aus dem Rohteil hergestellt" ist zu
verstehen, dass das Rohteil - beispielsweise in eine Bearbeitungsmaschine/-zentrum
eingebracht bzw. eingespannt - dort in einem Bearbeitungsvorgang durch das spanende
Verfahren, beispielsweise durch Drehen, Fräsen und/oder Bohren in der Bearbeitungsmaschine
bzw. im Bearbeitungszentrum, bearbeitet wird - und nach dem spanenden Bearbeitungsvorgang
als der im Wesentlichen fertige Topf die Bearbeitungsmaschine bzw. -zentrum verlässt.
[0020] D.h., der spanende Bearbeitungsvorgang am Rohteil kann eine einzelne, an dem Rohteil
ausgeführte spanende Verfahrenstechnik, wie ein Drehen, Fräsen oder Bohren, sein.
Auch kann das Rohteil - in dem einen Bearbeitungsvorgang - durch zwei oder mehrere
unterschiedliche spanende Verfahrenstechniken, beispielsweise durch Drehen und Fräsen
oder durch Drehen und Bohren oder durch Fräsen und Bohren oder auch durch Drehen,
Fräsen und Bohren, bearbeitet werden.
[0021] Unbeschadet dieses spanenden, aus dem Rohteil den Topf erzeugenden Bearbeitungsvorgangs,
kann das Rohteil vorbearbeitet werden bzw. sein, beispielsweise geschmiedet, insbesondere
geschmiedet durch Anschmieden eines Teilkörpers an einem Grundkörper. Auch kann, unbeschadet
dieses spanenden, aus dem Rohteil den Topf erzeugenden Bearbeitungsvorgangs, der Topf
nachbearbeitet werden bzw. sein, beispielsweise durch lokale Bearbeitung von Außen-
und/oder Innenkonturflächen bei dem Topf, wie ein Einbringen von Verschraubungs- und/oder
Anlageflächen für zusätzliche Bauteile in eine Topfoberfläche oder ein Nachbehandeln
von bereits bei dem spanenden Bearbeitungsvorgang erzeugten Verschraubungs- und/oder
Anlageflächen.
[0022] Anders bzw. vereinfacht ausgedrückt, erfindungsgemäß wird der Topf durch Zerspanung
in einem Bearbeitungsvorgang aus einem Rohteil hergestellt.
[0023] Das Topfspiralgehäuse weist einen nach dem Verfahren zur Herstellung eines Topfes
für ein Topfspiralgehäuse hergestellten Topf auf.
[0024] Weitere Bauteile bzw. Komponenten des Topfspiralgehäuses, wie beispielsweise eine
Anlagenverrohrung oder ein Druckstutzenrohr, können dann, insbesondere unmittelbar,
am bzw. mit dem Topf verschraubt werden.
[0025] Durch die Erfindung kann so ein schweißnahtfreier Topf (durch reine Zerspanung aus
einem Rohteil in einem Bearbeitungsvorgang) bzw. ein schweißnahtfreies Topfspiralgehäuse
hergestellt werden.
[0026] Dadurch, dass erfindungsgemäß der Topf bzw. das Topfspiralgehäuse schweißnahtfrei
ausgeführt werden kann bzw. wird, können die - sonst bei den Spiralgehäuse-Schweißkonstruktionen
dortig notwendigen - Vor-/Bearbeitungs- bzw. Bearbeitungszwischen- und Nachbearbeitungsschritte,
wie Schweißnahtvorbereitung, Schweißen, Glühen, Sandstrahlen und Schweißnahtprüfen,
entfallen.
[0027] Da erfindungsgemäß der drucktragende Topf des Spiralgehäuses bzw. das drucktragende
Spiralgehäuse frei von Schweißbauteilen ist bzw. wird, ist dessen Herstellung vereinfacht
und auch verfahrenssicher sowie der hergestellte Topf bzw. das Topfspiralgehäuse äußerst
drucksicher.
[0028] Auch Herstellzeiten und/oder Fehlereinflussmöglichkeiten bei der Herstellung des
Topfes sowie beim hergestellten Topf bzw. Topfspiralgehäuse minimieren sich durch
die Erfindung, entfallen durch die Erfindung sonst notwendige Vor-/Bearbeitungs- bzw.
Bearbeitungszwischen- und Nachbearbeitungsschritte.
[0029] Der Topf, wie auch das Topfspiralgehäuse, ist erfindungsgemäß auch äußerst schnell
und kostengünstig herstellbar, muss insbesondere bei der Erfindung nur ein einziges
Bauteil, d.h. das Rohteil, auf der Bearbeitungsmaschine bzw. im Bearbeitungszentrum
in einem Bearbeitungsvorgang bearbeitet werden.
[0030] Auch können gängige normale Stähle und/oder hochlegierte Stähle für den erfindungsgemäßen
Topf bzw. Topfspiralgehäuse verwendet werden. Solche Stähle können kostengünstig zur
Verfügung gestellt werden.
[0031] Durch die fertigungstechnisch bei der Erfindung mögliche kompakte Bauweise des Topfes
bzw. des Topfspiralgehäuses ist der Topf auf einer kleinen, wie auch kostengünstigen
Bearbeitungsmaschine/-zentrum - folglich auch kostengünstig - herstellbar.
[0032] Auch ermöglicht die Erfindung, dass bei Verwendung des Topfes in einem (Getriebe-Verdichter
dortiges/dortige Laufrad/Laufräder und/oder Fluidströmung/Fluidströmungen unverändert
bleiben können. D.h., bisherige Komponenten solcher Verdichter können in Kombination
mit der Erfindung weiterverwendet werden.
[0033] Insbesondere die bisherige Schwachstelle bei geschweißten Topfspiralgehäusen, d.h.
die Verbindung der Anlagenverrohrung bzw. des Druckstutzenrohres mit dem Topf, wie
auch andere schweißnahtbedingte Schwachstellen bei geschweißten Topfspiralgehäusen
entfallen bei der Erfindung, können durch die Erfindung insbesondere die Verbindung
"Topf/Anlagenverrohrung" über eine Verschraubung von Anlagenverrohrung bzw. Druckstutzenrohr
mit dem Topf wie auch die andere Verbindungen über entsprechende Verschraubungen realisiert
werden.
[0034] Eine erforderliche Querschnitterweiterung zum Druckaufbau und Strömungsverzögerung
bei einer Verdichterstufe kann dann in der Anlagenverrohrung bzw. in dem Druckstutzenrohr
umgesetzt werden.
[0035] Eine solche, durch die Erfindung mögliche Schraubverbindung "Topf/Anlagenverrohrung"
liegt dann vor einem Druckaufbau (und Strömungsverzögerung) im - als Diffusor ausbildbaren
- Druckstutzenrohr und ist somit weniger belastet.
[0036] Auch lässt sich durch die Erfindung die Anzahl von Bauteilen bei dem Spiralgehäuse
reduzieren, können so sonst (an)geschweißte weitere (An-)Bauteile des Spiralgehäuses,
beispielsweise der Kragen, durch die Erfindung zusammen bzw. integriert mit dem Topf
aus dem Rohteil bei dem spanenden Bearbeitungsvorgang hergestellt werden.
[0037] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich auch aus den abhängigen Ansprüchen.
[0038] Nach einer bevorzugten Weiterbildung ist das spanende Fertigungsverfahren ein Drehen,
ein Fräsen und/oder ein Bohren. D.h., der spanende Bearbeitungsvorgang am Rohteil
kann eine einzelne, an dem Rohteil ausgeführte spanende Verfahrenstechnik, wie ein
Drehen, Fräsen oder Bohren, sein, auch kann das Rohteil - in dem Bearbeitungsvorgang
- durch zwei oder mehrere unterschiedliche spanende Verfahrenstechniken, beispielsweise
durch Drehen und Fräsen oder durch Drehen und Bohren oder durch Fräsen und Bohren
oder auch durch Drehen, Fräsen und Bohren, bearbeitet werden.
[0039] Ferner ist es zweckmäßig, das Rohteil in seiner Form und/oder Abmessung möglichst
Material sparend zu bemessen. D.h., das Rohteil sollte so in Form und/oder Abmessung
bemessen sein, dass bei dem spanenden Bearbeitungsvorgang möglichst wenig Material
vom Rohteil abgetragen wird.
[0040] Nach der Erfindung weist das Rohteil im Querschnitt eine im Wesentlichen tropfenförmige
Außenkontur auf. Anders ausgedrückt, die Rohteilkontur ist ein % Kreis mit anschließendem
Rechteck. Ausgehend von einer solchen Rohteilform fällt wenig Materialabtrag bei der
spanenden Bearbeitung an.
[0041] Ein solches, im Querschnitt im Wesentlichen tropfenförmiges Rohteil kann durch Anschmieden
eines Körpers an einen im Wesentlichen zylindrischen Grundkörper in einem Gesenk hergestellt
sein.
[0042] Nach einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist bzw. wird der Topf nachbearbeitet,
beispielsweise durch lokale (Nach-)Bearbeitung von einer Außen- und/oder einer Innenkonturfläche
bei dem Topf.
[0043] So können beispielsweise bei einer solchen Nachbehandlung für bereits in dem spanenden
Bearbeitungsvorgang an dem Topf erzeugte Verschraubungs- und/oder Anlageflächen, wie
Flächen für zusätzliche, hierüber mit dem Topf verbindbare Bauteile, wie die Anlagenverrohrung
oder das Druckstutzenrohr, besondere Oberflächeneigenschaften, Oberflächenbeschaffenheiten
und/oder Oberflächenausgestaltungen realisiert werden.
[0044] Auch können durch eine solche Nachbearbeitung des Topfes erst besondere Verschraubungs-
und/oder Anlageflächen - mit besonderen Oberflächeneigenschaften, Oberflächenbeschaffenheiten
und/oder Oberflächenausgestaltungen - für zusätzliche, hierüber mit dem Topf verbindbare
Bauteile, wie die Anlagenverrohrung oder das Druckstutzenrohr, auf der Oberfläche
des Topfes eingebracht werden.
[0045] Nach einer bevorzugten Weiterbildung weist das Topfspiralgehäuse eine mit dem Topf
verschraubte Anlagenverrohrung, insbesondere ein mit dem Topf verschraubtes Druckstutzenrohr,
auf, über welche die Zu- oder Abströmung des Fluids der Strömungsmaschine realisierbar
ist. Diese Anlagenverrohrung bzw. dieses Druckstutzenrohr kann als Diffusor ausgebildet
sein, um dort eine Strömungsverzögerung und Druckerhöhung zu erzielen.
[0046] Bei einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist das erfindungsgemäße Topfspiralgehäuse
- als Aufnahme für ein Laufrad einer Verdichterstufe und als Strömungsführung für
ein Fluid bei der Verdichterstufe - in einem Getriebeturboverdichter verbaut.
[0047] Weiter kann hier eine Getriebekastenanbindung, beispielsweise ein Kragen, für ein
das Laufrad antreibendes Getriebe bzw. Ritzelwelle mit dem Topf des Topfspiralgehäuses
verschraubt sein. Über diese Fuge entsteht eine zusätzliche Einstellmöglichkeit des
Topfspiralgehäuses zur Ritzelwellenachse am Getriebekasten. Diese Einstellmöglichkeit
kann gegebenenfalls die bisherige diesbezügliche Einstellmöglichkeit über Schloss
und Auflageblöcke ersetzen, was insbesondere bei Strömungsmaschinen ohne Teilfuge
(Streckritzelwelle) von Vorteil ist.
[0048] Die bisher gegebene Beschreibung vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung enthält
zahlreiche Merkmale, die in den einzelnen Unteransprüchen teilweise zu mehreren zusammengefasst
wiedergegeben sind. Diese Merkmale wird der Fachmann jedoch zweckmäßigerweise auch
einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen.
[0049] In Figuren sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, welche im Weiteren
näher erläutert werden. Gleiche Bezugszeichen in den Figuren bezeichnen technisch
gleiche Elemente. Pfeile verdeutlichen Bewegungsrichtungen von Objekten bzw. Elementen.
[0050] Es zeigen:
- FIG 1
- einen Längsschnitt durch einen Teil einer Verdichterstufe eines Getriebeverdichters
mit einem erfindungsgemäßen schweißnahtfreien Topfspiralgehäuse in Blockbauweise,
- FIG 2
- eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Topfes für ein schweißnahtfreies Topfspiralgehäuse
in Blockbauweise,
- FIG 3
- eine Draufsicht des erfindungsgemäßen Topfes des schweißnahtfreien Topfspiralgehäuses
in Blockbauweise,
- FIG 4
- einen Längsschnitt durch den erfindungsgemäßen Topf des schweißnahtfreien Topfspiralgehäuses
in Blockbauweise entlang der Schnittlinie IV-IV aus FIG 3,
- FIG 5
- eine Schnittdarstellung des erfindungsgemäßen Topfes des schweißnahtfreien Topfspiralgehäuses
in Blockbauweise entlang der Schnittlinie V-V aus FIG 2,
- FIG 6
- eine Schnittdarstellung des erfindungsgemäßen Topfes des schweißnahtfreien Topfspiralgehäuses
in Blockbauweise entlang der Schnittlinie VI-VI aus FIG 3,
- FIG 7
- eine Schnittdarstellung des erfindungsgemäßen Topfes des schweißnahtfreien Topfspiralgehäuses
in Blockbauweise entlang der Schnittlinie VII-VII aus FIG 2,
- FIG 8
- eine schematische Darstellung eines Rohteils 3 für den erfindungsgemäßen Topf 2 für
das schweißnahtfreie Topfspiralgehäuse 1 in Blockbauweise,
- FIG 9
- eine schematische Darstellung eines Rohteils für einen Topf für ein schweißnahtfreies
Topfspiralgehäuse in Blockbauweise, welches keinen Teil der Erfindung darstellt,
- FIG 10
- eine schematische Darstellung eines Rohteils für einen Topf für ein schweißnahtfreies
Topfspiralgehäuse in Blockbauweise, welches keinen Teil der Erfindung darstellt,
- FIG 11
- eine perspektivische Darstellung des Rohteils nach FIG 10 mit darin "eingepasstem"
Topf 2.
[0051] Schweißnahtfreies Topfspiralgehäuse in Blockbauweise für eine Verdichterstufe bei
einem Getriebeverdichter
FIG. 1 zeigt einen Längsschnitt durch einen vereinfacht dargestellten Teil einer Verdichterstufe
18 eines Getriebeverdichters 10 mit einem erfindungsgemäßen schweißnahtfreien Topfspiralgehäuse
1 mit einem durch spanende Bearbeitung aus einem Rohteil 3 hergestellten Topf 2.
[0052] Die Verdichterstufe 18 weist eine um eine Drehachse 22 rotierende und in einer axialen
Bohrung 15 im Topf 2 aufgenommene Rotor- bzw. Ritzelwelle 19 auf, an deren einen dargestellten
Ende ein Laufrad 20 angebracht ist.
[0053] Im Bereich des Eintritts der Ritzelwelle 19 in den Topf 2 ist an dortiger axialen
Stirnfläche des Topfes 2 ein mit dem Topf 2 verschraubte (vgl. Schrauben 21) Getriebekastenanbindung
8 in Form eines Kragens 8 angeordnet.
[0054] Das Laufrad 20 wird durch eine axiale Zuströmung 12 von einem Fluid 11 (axial) angeströmt
und fördert das verdichtete Fluid 11 radial nach außen in einen Ringraum 23.
[0055] Nach einer weiteren Umlenkung 24 strömt das Fluid 11 aus dem Ringraum 23 in einen
Sammelraum 25 ein, sammelt sich dort und tritt über eine Strömungsöffnung 16 bzw.
eine Diffusoröffnung 16 im Topf 2 in eine Anlagenverrohrung 4 ein.
[0056] Die Anlagenverrohrung 4 weist ein als Diffusor ausgebildetes, mit dem Topf 2 an einer
Verschraubungsfläche 17 am Topf 2 verschraubtes Druckstutzenrohr 5 (in Umfangsrichtung
versetzt dargstellt) mit daran sich anschließendem Druckstutzenflansch 6 auf, über
welches das dort weiter komprimierte Fluid 11 die Verdichterstufe 18 verlässt.
[0057] Der sich in Umfangsrichtung um die Drehachse 22 erstreckende Sammelraum 25 wird mittels
des Topfes 2 und eines in eine Ausnehmung 9 bzw. zylindrische Bohrung 9 des Topfes
2 eingesetzten Spiraleinsatzes 7 gebildet.
[0058] Der - aus hochlegiertem Stahl bestehende - Topf 2 ist durch reine Zerspanung in einem
einzigen Bearbeitungsvorgang in einem Bearbeitungszentrum aus einem geschmiedeten
Rohteil 3 hergestellt.
[0059] Die Außenfläche des Rohteils 3 wird bei dem spanenden Bearbeitungsvorgang - in Abhängigkeit
der Form des Rohteils 3 - auf die Außenkontur des Topfes 2 abgedreht, gefräst und/oder
gebohrt.
[0060] Die Ausnehmung 9 im Topf 2 für den Spiraleinsatz 7 wird bei dem spanenden Bearbeitungsvorgang
gebohrt. Die - leicht konische - Diffusoröffnung 16 wird ebenfalls gebohrt. Auch die
Bohrung 15 zur Aufnahme der Ritzelwelle 19 wird gebohrt. Die Verschraubungsfläche
17 zur Verschraubung des Druckstutzenrohrs 5 am Topf 2 wird gefräst.
[0061] Der Spiraleinsatz 7 ist wie FIG 1 zeigt derart in den Topf 2 eingepasst, dass axial
stirnseitig des Spiraleinsatzes 7 ein eingeschlossener Raum, der den Ringraum 23 bildet,
verbleibt. FIG 2 und FIG 3 zeigen eine Seitenansicht (FIG 2) sowie eine Draufsicht
(FIG 3) des bzw. auf den erfindungsgemäßen, durch Zerspanung in einem Bearbeitungsvorgang
aus einem Rohteil 3 hergestellten Topf 2.
[0062] In den Darstellungen des Topfes 2 in FIG 2 und FIG 3 sind Schnitte IV-IV (FIG 3),
V-V (FIG 2), VI-VI (FIG 3) und VII-VII (FIG 2) gekennzeichnet, deren Schnittdarstellungen
in den FIG 4, FIG 5, FIG 6 und FIG 7 gezeigt sind.
[0063] Wie die FIGen 2 bis 7 zeigen, weist der Topf 2 - im radialen Querschnitt - eine tropfenförmige
Außenkontur auf, welche sich in axialer Richtung zur räumlichen Ausbildung des Topfes
2 erstreckt. Die tropfenförmige Außenkontur wird dabei durch einen % Kreis mit anschließendem
Rechteck gebildet.
[0064] An einem axialen Ende des Topfes 2 ist die Ausnehmung 9 zur Aufnahme des Spiraleinsatzes
7 eingebracht, wodurch der Topf 2 seine topfförmige Ausbildung erlangt; am anderen
axialen Ende ist die Bohrung 15 zur Aufnahme der Ritzelwelle 19 in den Topf 2 eingebracht.
[0065] Im Bereich von einer von den zwei Rechteckseiten des Rechtecks an der Außenkontur
des Topfes 2 ist die Verschraubungsfläche 17 für Anlagenverrohrung 4 bzw. das Druckstutzenrohr
5 eingearbeitet. Die Verschraubungsfläche 17 ist im Wesentlichen rechteckig, wobei
eine Ecke des Rechtecks abgerundet ist.
[0066] Im zentralen Bereich der Verschraubungsfläche 17 befindet sich eine radiale, weitgehend
konische Bohrung, welche in die Ausnehmung 9 im Topf 2 mündet und die Diffusoröffnung
16 bildet.
[0067] Konzentrisch um die Diffusoröffnung 16 sind in der Verschraubungsfläche 17 Gewindebohrungen
27 für Schrauben 21 für die Verschraubung vom Druckstutzenrohr 5 am Topf 2 eingebracht.
[0068] FIG 8 zeigt eine schematische Darstellung eines Rohteils 3 für den erfindungsgemäßen
Topf 2 für das schweißnahtfreie Topfspiralgehäuse 1 in Blockbauweise.
[0069] Das in FIG 8 gezeigte Rohteil 3 weist in seiner Außenkontur eine - wie der Topf 2
- tropfenförmige Form bzw. Gestalt auf, welche sich durch einen % Kreis mit anschließendem
Quadrat ergibt.
[0070] Dieses tropfenförmige Rohteil 3 wird durch Anschmieden eines Körpers 14 an einen
zylindrischen Grundkörper 13 im Gesenk hergestellt.
[0071] Bei der zerspanenden Bearbeitung des Rohteils 3 zum fertigen Topf 2 wird die Außenkontur
des Rohteils 3 in geringem Umfang abgedreht (vgl. Abtrag 26), um Unebenheiten am Rohteil
3 zu entfernen.
[0072] Die Verschraubungsfläche 17 für Anlagenverrohrung 4 bzw. das Druckstutzenrohr 5 wird
am Rohteil 3 ge- bzw. abfräst und gegebenenfalls durch Glätten nachbearbeitet; Gewindebohrungen
27 für die Schrauben 21 der Verschraubung von Druckstutzenrohr 5 und Topf 2 werden
in die Verschraubungsfläche 17 eingebracht.
[0073] Die zylindrische Bohrung 9 bzw. die Ausnehmung 9 zur Aufnahme des Spiraleinsatzes
7 im Rohr 2 wird gebohrt; die Bohrlochwände der Ausnehmung 9 werden gegebenenfalls
nachgedreht bzw. geglättet.
[0074] Die Bohrung 15 zur Aufnahme der Ritzelwelle 19 wird ebenfalls gebohrt; die Bohrlochwand
der Bohrung 15 wird gegebenenfalls nachgedreht bzw. geglättet.
[0075] Die Diffusoröffnung 16 zur Abströmung des Fluids 11 aus dem Topf 2 in das Druckstutzenrohr
5 wird auch gebohrt; die Bohrlochwände der Diffusoröffnung 16 werden gegebenenfalls
nachgedreht bzw. geglättet.
[0076] Die FIGen 9 bis 11 zeigen Ausführungen des Rohteils, die nicht Teil der vorliegenden
Erfindung sind.
[0077] FIG 9 und FIG 10 zeigen weitere verschiedene schematische Darstellungen eines Rohteils
3 für einen Topf 2 für das schweißnahtfreie Topfspiralgehäuse 1 in Blockbauweise.
[0078] Das in FIG 9 dargestellte Rohteil 3 für den Topf 2 ist ein quaderförmiger, geschmiedeter
Vollmaterialkörper bzw. -block mit annähernd rechteckigem Querschnitt.
[0079] Das in FIG 10 dargestellte Rohteil 3 für den Topf 2 ist ein zylindrischer Vollmaterialkörper.
Dieser kann geschmiedet oder von der Stange sein.
[0080] FIG 11 zeigt eine perspektivische Darstellung des zylindrischen Rohteils 3 nach FIG
10 mit - angedeutet - perspektivisch "eingepasstem" fertigen Topf 2.
[0081] Auch hier, d.h. bei dem quader- bzw. zylinderförmigen Rohteil 3 wird - wie bei dem
tropfenförmigen Rohteil 3 - die Rohteil-Außenkontur bei der spanenden Bearbeitung
zum fertigen Topf 2 abgedreht. Die zylindrische Bohrung 9 bzw. die Ausnehmung 9, die
Bohrung 15 zur Aufnahme der Ritzelwelle 19 und die Diffusoröffnung 16 sind ebenfalls
gebohrt und nachbearbeitet; die Verschraubungsfläche 17 ist ge- bzw. abfräst und nachbearbeitet.
[0082] Wie ein Vergleich der verschiedenen Rohteile 3 (tropfenförmig, quaderförmig, zylindrisch)
aus den FIGen 8, 9 und 10 zeigt, ist die Menge an bei der zerspanenden Bearbeitung
des Rohteils 3 abgetragenem Material 26 bei dem tropfenförmigen Rohteil 3 (FIG 8)
am geringsten, wohingegen das bei der zerspanenden Bearbeitung des Rohteils 3 abgetragene
Material 26 bei dem zylinderförmigen Rohteil 3 (FIG 10) am größten ist. Entsprechend
ist auch das Rohteilgewicht des zylindrischen Rohteils 3 am größten, wohingegen es
beim tropfenförmigen Rohteil 3 am kleinsten ist.
[0083] Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausführungsbeispiele näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen, welcher durch die nachfolgenden
Ansprüche bestimmt wird.