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(11) |
EP 2 886 099 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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20.07.2016 Patentblatt 2016/29 |
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Anmeldetag: 22.12.2014 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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STOPFSTEMPELSTATION UND VERFAHREN ZUM FÜLLEN VON KAPSELN IN EINER STOPFSTEMPELSTATION
FILLING PUNCH STATION AND METHOD FOR FILLING CAPSULES IN A FILLING PUNCH STATION
STATION À TIGE-POUSSOIR ET PROCÉDÉ DE REMPLISSAGE DE CAPSULE DANS UNE STATION À TIGE-POUSSOIR
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
20.12.2013 DE 102013114693
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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24.06.2015 Patentblatt 2015/26 |
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Patentinhaber: Fette Engineering GmbH |
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21493 Schwarzenbek (DE) |
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Erfinder: |
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- Scheffler, Jan Fabian
22049 Hamburg (DE)
- Malick, Daniel
22926 Ahrensburg (DE)
- Heinrich, Thomas
21435 Stelle (DE)
- Kruse, Jan-Eric
21218 Seevetal (DE)
- Nakhavoli, Afsaneh
22081 Hamburg (DE)
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| (74) |
Vertreter: Hauck Patentanwaltspartnerschaft mbB |
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Postfach 11 31 53 20431 Hamburg 20431 Hamburg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 1 135 294
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DE-A1-102012 010 767
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Stopfstempelstation zum Befüllen von Kapseln mit Füllmaterial
in einer Kapselfüllmaschine, umfassend eine drehend antreibbare Dosierscheibe, die
mindestens eine Gruppe von Bohrungen umfasst, eine Fülleinrichtung zum Befüllen der
Bohrungen mit dem Füllmaterial, mindestens eine Gruppe von Stopfstempeln und eine
Gruppe von Ausstoßstempeln, wobei die Stopfstempel und die Ausstoßstempel an einem
vertikal verfahrbaren Stempelträger gehalten sind, wobei durch vertikales Verfahren
des Stempelträgers die Stopfstempel zum Verpressen des Füllmaterials in die Bohrungen
und die Ausstoßstempel zum Ausstoßen von durch die Stopfstempel in den Bohrungen erzeugten
Presslingen in die Bohrungen einfahren können. Die Erfindung betrifft außerdem ein
Verfahren zum Füllen von Kapseln mit Füllmaterial in einer Stopfstempelstation einer
Kapselfüllmaschine.
[0002] Derartige Stopfstempelstationen kommen in Kapselfüllmaschinen zum Einsatz, die als
sogenannte Rundläufermaschinen ausgebildet sind. Sie besitzen auf dem Umfang verteilt
verschiedene Prozessstationen, insbesondere eine Zuführstation und Trennstation zum
Trennen der Kapselhälften, eine oder mehrere Dosierstationen, eine Schließstation
zum Schließen der Kapselhälften, ein oder mehrere Auswurfstationen und gegebenenfalls
eine oder mehrere Leerstationen. Als Dosierstationen kommen beispielsweise Stopfstempelstationen
zum Einsatz, die geeignet sind, Füllmaterial zu dosieren und in Kapseln zu übergeben.
[0003] Die Bohrungen von Stopfstempelstationen sind in Durchmesser und Abstand zueinander
an die in einem Kapselhalter der Kapselfüllmaschine gehaltenen zu befüllenden Kapseln
angepasst. Die Stopfstempelstation umfasst weiterhin beispielsweise 5 Gruppen von
Stopfstempeln und eine Gruppe von Ausstoßstempeln. An fünf der Gruppen von Stopfstempeln
werden aus Füllmaterial stufenweise Presslinge in den Bohrungen erzeugt. Die Gruppe
von Ausstoßstempeln stößt die Presslinge aus den Bohrungen aus und übergibt die Presslinge
so in die in den Kapselhaltern gehaltenen Kapselunterteile.
[0004] Die Dosierscheibe wird üblicherweise über ein Schrittschaltgetriebe taktweise angetrieben,
so dass die einzelnen Gruppen von Bohrungen nacheinander die Gruppen von Stopfstempeln
und die Gruppe von Ausstoßstempeln anfahren. Jeder Takt ist aufgeteilt in eine Rast-
und Schaltzeit. Die Rastzeit ist die Stillstandzeit, in der die Dosierscheibe steht
und in die Presslinge gebildet bzw. ausgestoßen werden. Die Schaltzeit ist die Bewegungszeit
der Dosierscheibe, in der sich die Dosierscheibe um ihre Achse dreht und jede Gruppe
von Bohrungen weiter taktet zu der nächsten Gruppe von Stempeln. Das Verhältnis zwischen
Schalt- und Rastzeit wird im Zuge der Auslegung des Schuttschaltgetriebes festgelegt
und ist danach nicht mehr veränderlich.
[0005] Darüber hinaus besitzen derartige Stopfstempelstationen eine Hubeinrichtung, welche
die Stopfstempel und die Ausstoßstempel trägt und sich entsprechend der getakteten
Bewegung der Dosierscheibe vertikal auf und ab bewegt. Die Hubeinrichtung wird in
der Regel über eine mechanische Kurve angetrieben, wobei die Hublänge bei der Auslegung
der Stopfstempelstation einmalig festgelegt wird und ebenfalls nicht mehr verstellbar
ist. Durch unterschiedliche Befestigungshöhen der Gruppen von Stopfstempeln an der
Hubeinrichtung werden die Presslinge stufenweise aufgebaut. Um eine Synchronität zwischen
der Drehung der Dosierscheibe und der Bewegung der Hubeinrichtung zu gewährleisten,
sind die beiden Antriebsstränge mechanisch gekoppelt und werden durch einen gemeinsamen
Antrieb angetrieben. Während die Dosierscheibe in ihrer Schaltzeit ist und sich beispielsweise
bei sechs Gruppen von Bohrungen um 60° weiter dreht, beginnen die Stopfstempel bereits
ihre vertikale Abwärtsbewegung. Sie erreichen die Bohrungen der Dosierscheibe und
gegebenenfalls ein Pulverbett aus Füllmaterial erst, wenn die Dosierscheibe ihre Position
für die Rastzeit bereits erreicht hat. Nach dem Pressvorgang fahren die Stempel wieder
in ihre Ausgangslage zurück, wobei die Dosierscheibe bereits beginnt sich weiterzudrehen,
bevor die Stempel ihre oberste Stellung erreicht haben.
[0006] Aufgrund der Verwendung von Schuttschaltgetrieben für die Dosierscheibe ist das Verhältnis
zwischen Rast- und Schaltzeiten starr. Muss aus Produktionsgründen die Rastzeit verlängert
werden, beispielsweise durch die Notwenigkeit einer längeren Füllzeit in Folge schlecht
fließenden Füllmaterials, oder muss die Schaltzeit verlängert werden, beispielsweise
da sich anderenfalls auf der Dosierscheibe kein gleichmäßiges Bett aus Füllmaterial
bildet, wird automatisch die jeweils andere Zeit ebenfalls verlängert. Dadurch wird
die gesamte Zykluszeit aus Rasten und Drehen der Dosierscheibe in unnötiger Weise
stärker verlängert als erforderlich.
[0007] Durch die Kopplung der Antriebsstränge für die Drehung der Dosierscheibe und die
Hubbewegung der Stempel sind darüber hinaus die Bewegungsabläufe der Dosierscheibe
und der Stempel abhängig voneinander. Muss eine dieser Bewegungen verlangsamt werden,
wird automatisch auch die andere Bewegung verlangsamt. Beispielsweise kann es erforderlich
sein, dass die Stopfstempel langsamer in das Pulverbett und die Bohrungen eintauchen.
Durch die darüber hinaus vorgesehenen mechanischen Kurven wird ein fester Hub der
Stopfstempel vorgegeben. Nur durch eine Veränderung der Befestigungshöhe der Stopfstempel
bzw. der Presskraft kann auf die Presslingshöhe und damit die Dichte und Masse der
hergestellten Presslinge eingewirkt werden. Dies wird im Stand der Technik durch eine
separat einstellbare Befestigungshöhe der Stopfstempel bzw. durch veränderliche Federkennlinien
(pneumatisch oder mechanisch) realisiert. Dazu werden im Stand der Technik teilweise
einzelne Antriebe vorgesehen. Dies ist nachteilig und konstruktiv aufwendig.
[0008] Eine weitere Stopfstempelstation ist bekannt aus
DE 10 2006 014 496 A1. Die Stempel sind dabei an einem Träger gehalten, der über Säulen angetrieben wird.
Die Säulen sind über einen Kurbeltrieb mit einem gemeinsamen Servoantrieb verbunden,
so dass die Säulen synchron verfahren sollen. Nachteilig ist der für den Antrieb der
Säulen erforderliche erhebliche konstruktive Aufwand. Anpassungen hinsichtlich des
Antriebs sind nur schwer möglich. Außerdem müssen die gesamten Presskräfte von einem
einzigen Servoantrieb übertragen werden.
[0009] Aus
EP 1 135 294 A1 ist eine Kapselfüllmaschine mit einer Stopfstempelstation bekannt, bei der die vertikale
Ausgangslage der Stempel zur Dosierung unterschiedlicher Pressmengen verändert werden
kann. Aus
DE 10 2012 010 767 A1 ist eine Presse zur Herstellung eines Presslings aus pulverförmigen Material bekannt,
bei der mindestens eine Antriebseinheit einen Spindeltrieb umfasst.
[0010] Ausgehend von dem erläuterten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Stopfstempelstation und ein Verfahren der eingangs genannten Art bereitzustellen,
mit denen in konstruktiv einfacher Weise Presslinge hoher Qualität hergestellt werden
können. Mit dem Verfahren soll eine hohe Flexibilität auch bei Versuchspressungen
in der Galenik erreicht werden.
[0011] Die Erfindung löst die Aufgabe durch die Gegenstände der Ansprüche 1 und 13. Vorteilhafte
Ausgestaltungen finden sich in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung und den
Figuren.
[0012] Für eine Stopfstempelstation der eingangs genannten Art löst die Erfindung die Aufgabe
dadurch, dass erste Antriebsmittel zum schrittweisen Drehen der Dosierscheibe entlang
der mindestens einen Gruppe von Stopfstempeln und der Gruppe von Ausstoßstempeln und
zweite Antriebsmittel zum vertikalen Verfahren des Stempelträgers vorgesehen sind,
wobei die zweiten Antriebsmittel mindestens zwei auf den Stempelträger wirkende Spindeltriebe
mit jeweils einer Spindelmutter und jeweils einer in der Spindelmutter geführten vertikalen
Antriebsspindel umfassen, und wobei die zweiten Antriebsmittel mindestens zwei Antriebsmotoren
umfassen, die jeweils einen der Spindeltriebe zum vertikalen Verfahren des Stempelträgers
antreiben.
[0013] Die drehend angetriebene Dosierscheibe kann mehrere Gruppen von Bohrungen besitzen,
die durch Drehen der Dosierscheibe sukzessive entlang der Gruppen von Stopfstempeln
und Ausstoßstempeln geführt werden. Es können auch mehrere Gruppen von Stopfstempeln
vorgesehen sein, die von den Bohrungen nacheinander durchfahren werden. Es können
beispielsweise fünf Gruppen von Stopfstempeln vorgesehen sein, und eine Gruppe von
Ausstoßstempeln. In diesem Fall können entlang des Umfangs der Dosierscheibe beispielsweise
sechs Gruppen von Bohrungen verteilt angeordnet sein. Die Bohrungen sind hinsichtlich
ihres Durchmessers und ihrer Anordnung zueinander, insbesondere ihres Abstands zueinander,
an die in einer mit der Stopfstempelstation ausgestatteten Kapselfüllmaschine zu befüllenden
und in einem Kapselhalter befindlichen Kapseln angepasst. Die Stopfstempel fahren
jeweils durch vertikale Bewegung in die entsprechend ausgerichteten Bohrungen ein
und verpressen in den Bohrungen befindliches beispielsweise pulverförmiges Füllmaterial
zu Presslingen. Die Bohrungen werden überwiegend durch die Schwerkraft mit dem Füllmaterial
befüllt. Darüber hinaus können die Stopfstempel im Zuge ihrer Abwärtsbewegung Füllmaterial
in die Bohrungen fördern, welches beispielsweise auf der Dosierscheibe liegt. Die
Stopfstempel verfestigen dieses Füllmaterial dann in den Bohrungen. Insbesondere wenn
mehrere Gruppen von Stopfstempeln vorgesehen sind, die von den Bohrungen sukzessive
nacheinander angefahren werden, werden die Presslinge stufenweise erzeugt. Die Gruppen
von Stopfstempeln können dazu in unterschiedlicher Höhe an dem Träger angeordnet sein
oder die Stopfstempel unterschiedlicher Gruppen können eine unterschiedliche Länge
besitzen. Der Durchmesser der Bohrungen und die Höhe der Dosierscheibe ergeben die
Größe der hergestellten Presslinge und somit die zu dosierende Menge an Füllmaterial.
Von den Ausstoßstempeln werden die Presslinge aus den Bohrungen ausgestoßen und in
die dazu üblicherweise mit ihrem Kapselhalter unterhalb der Bohrungen angeordneten
Kapselunterteile übergeben. Die Bohrungen sind an ihrer Unterseite geschlossen, wenn
die Stopfstempel in die Bohrungen einfahren und an ihrer Unterseite offen, wenn die
Ausstoßstempel in die Bohrungen einfahren. Das Verschließen der Bohrungen im Bereich
der Stopfstempel kann beispielsweise durch eine Stopfscheibe erfolgen. Sie bildet
ein Gegenlager für die Stopfstempel zum Verpressen des Füllmaterials zu Presslingen.
Die Dosierscheibe wird im Zuge der Herstellung und Übergabe der Presslinge taktweise
gedreht, wobei sie abwechselnd Stillstandzeiten (Rastzeiten) und Bewegungszeiten (Schaltzeiten)
durchläuft.
[0014] Bei der erfindungsgemäßen Stopfstempelstation sind separate Antriebsmittel zum schrittweisen
Drehen der Dosierscheibe einerseits und zum vertikalen Verfahren des Stempelträgers
andererseits vorgesehen. Die den Stempelträger vertikal verfahrenden zweiten Antriebsmittel
weisen mindestens zwei Spindeltriebe mit vertikalen Antriebsspindeln auf, die mit
einem zumindest über einen Abschnitt ihrer Länge ausgebildeten Außengewinde in einem
Innengewinde einer Spindelmutter geführt sind. Weiterhin besitzen die zweiten Antriebsmittel
mindestens zwei Antriebsmotoren, von denen jeweils einer einen der Spindeltriebe,
insbesondere die Spindelmuttern oder die Antriebsspindeln drehend antreibt. Dadurch
werden die Antriebsspindeln oder die Spindelmuttern in Vertikahichtung bewegt und
bewegen somit den Stempelträger und mit ihm die Stopfstempel und Ausstoßstempel in
vertikaler Richtung auf und ab.
[0015] Die Antriebsstränge für die Dosierscheibe einerseits und die Stopfstempel bzw. Ausstoßstempel
andererseits sind also getrennt. Außerdem ist es durch Auswahl eines geeigneten Antriebs
für die ersten Antriebsmittel möglich, das Verhältnis zwischen Stillstandzeiten und
Bewegungszeiten der Dosierscheibe, also der Rastzeit und der Schaltzeit, variabel
einzustellen. Hierzu kann eine geeignete Steuereinrichtung vorgesehen sein. Auch ist
es hierdurch möglich, die Drehgeschwindigkeit der Dosierscheibe, den Drehweg sowie
die Drehrichtung variabel einzustellen. Darüber hinaus können aufgrund der separaten
zweiten Antriebsmittel für den Stempelträger der Hubweg und die Hubgeschwindigkeit
des Stempelträgers und damit der Stopf- und Ausstoßstempel variabel eingestellt werden.
Dies kann ebenfalls durch die Steuereinrichtung erfolgen. Die erfindungsgemäß vorgesehenen
Spindeltriebe zeichnen sich durch einen geringen konstruktiven Aufwand aus und sind
präzise synchron ansteuerbar. Das Vorsehen zweier Spindeltriebe für den Stempelträger
stellt daher kein Problem hinsichtlich der Synchronität dar. Darüber hinaus können
derartige Spindeltriebe sehr hohe Presskräfte übertragen.
[0016] Wie bereits erwähnt, ist es durch eine variable Einstellung der Hublänge der Stopfstempel
möglich, die Presskraft der Stopfstempel zu verändern, ohne hierfür separate Einstellmöglichkeiten,
beispielsweise separate Antriebe, vorsehen zu müssen. Dabei werden sämtliche Gruppen
von Stopfstempeln in gleicher Weise eingestellt, was zu gleichbleibend homogenen Presslingen
führt. Durch die separat ausgebildeten zweiten Antriebsmittel können auch variable
Presskraftverläufe eingestellt werden. Während im Stand der Technik die Eintauchgeschwindigkeit
und die Dauer der maximalen Presskraft über eine entsprechende Kurve mechanisch unveränderlich
eingestellt ist, können durch die Steuereinrichtung unterschiedliche Presskraftverläufe
realisiert werden. Dies kann zum Beispiel für eine geeignete Verlängerung der Druckhaltezeit
genutzt werden, ohne die Schaltzeit der Dosierscheibe unerwünscht zu beeinflussen.
Es ergibt sich ein größeres Verarbeitungsfenster für verschiedene Produkte.
[0017] Entsprechend betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zum Füllen von Kapseln mit
Füllmaterial in einer Stopfstempelstation einer Kapselfüllmaschine, wobei die Stopfstempelstation
eine drehend antreibbare Dosierscheibe mit mindestens einer Gruppe von Bohrungen umfasst,
weiterhin eine Fülleinrichtung zum Befüllen der Bohrungen mit dem Füllmaterial, mindestens
eine Gruppe von Stopfstempeln und eine Gruppe von Ausstoßstempeln, wobei die Stopfstempel
und die Ausstoßstempel vertikal verfahrbar sind, und wobei die Stopfstempelstation
erste Antriebsmittel zum schrittweisen Drehen der Dosierscheibe entlang der mindestens
einen Gruppe von Stopfstempeln und der Gruppe von Ausstoßstempeln und zweite Antriebsmittel
zum vertikalen Verfahren zumindest der mindestens einen Gruppe von Stopfstempeln aufweist,
wobei das Verfahren durch die folgenden Verfahrensschritte gekennzeichnet ist:
- mittels der ersten Antriebsmittel wird die Dosierscheibe in eine Drehposition gedreht,
in der die Gruppe von Bohrungen mit einer Gruppe von Stopfstempeln ausgerichtet ist,
- mittels der zweiten Antriebsmittel werden die Stopfstempel zum Verpressen von in die
Bohrungen gefülltem Füllmaterial zu Presslingen in die Bohrungen eingefahren, wobei
die Stopfstempel für eine Druckhaltezeit in den Bohrungen gehalten werden und anschließend
aus den Bohrungen herausgefahren werden,
- mittels der ersten Antriebsmittel wird die Dosierscheibe in eine Drehposition gedreht,
in der die Gruppe von Bohrungen mit der Gruppe von Ausstoßstempeln ausgerichtet ist,
- die Ausstoßstempel werden zum Ausstoßen von durch die Stopfstempel in den Bohrungen
erzeugten Presslingen in die Bohrungen eingefahren,
- wobei durch variables Ansteuern der ersten Antriebsmittel und/oder der zweiten Antriebsmittel
die Druckhaltezeit der Stopfstempel zwischen unterschiedlichen Füllprozessen variiert
wird.
[0018] Die Stopfstempel, vorzugsweise die Stopfstempel und die Ausstoßstempel, können dabei
an einem vertikal verfahrbaren Stempelträger gehalten sein, der durch die zweiten
Antriebsmittel vertikal verfahren wird. Die Druckhaltezeit der Stopfstempel in den
Bohrungen ist definiert als die Zeit, in der bei einem Pressvorgang durch die Stopfstempel
die maximale Presskraft wirkt. Diese Druckhaltezeit kann durch eine geeignete Steuerung
der ersten und/oder zweiten Antriebsmittel gezielt eingestellt werden. Beispielsweise
können die Stopfstempel durch die zweiten Antriebsmittel schneller in die Bohrungen
eingefahren und/oder aus den Bohrungen ausgefahren werden und damit ohne Veränderung
der Taktzeiten der Dosierscheibe die Druckhaltezeit verlängert werden. Auch ist es
möglich, bei gleichbleibender Eintauch- und Ausfahrgeschwindigkeit der Stopfstempel
durch eine Veränderung der Taktzeiten der Dosierscheibe die Druckhaltezeit zu verändern.
Auf diese Weise kann durch die separaten ersten und zweiten Antriebsmittel die Druckhaltezeit
bei einem Wechsel des Füllprozesses, beispielsweise einem Wechsel des zu verpressenden
Füllmaterials, verändert und damit individuell an die jeweiligen Prozessbedingungen
angepasst werden. Die Qualität der in der Stopfstempelstation erzeugten Presslinge
kann dadurch erhöht werden.
[0019] Durch die separaten ersten und zweiten Antriebsmittel ist es weiterhin möglich, die
Stopfstempelstation nach dem Produktionsende in einfacher Weise leer zu fahren. Hierzu
kann die Hubbewegung des Stempelträgers deaktiviert werden und die Dosierscheibe kann
zum Beispiel zu dauerhaftem Drehen angetrieben werden, so dass sich noch in der Stopfstempelstation
befindliches beispielsweise pulverförmiges Füllmaterial abgefördert und aufgefangen
werden kann. Darüber hinaus ist es möglich, dass die Stopfstempelstation Wegmess-
und/oder Presskraftsensoren aufweist, mit denen der im Zuge der Herstellung der Presslinge
zurückgelegte Weg des Trägers bzw. der Stopf- und/oder Ausstoßstempel und/oder die
im Zuge der Herstellung der Presslinge auftretenden Presskräfte gemessen werden. Die
Messergebnisse können an die Steuereinrichtung gegeben werden und diese kann eine
geeignete Regelung auf vorgegebene Weglängen und/oder Presskräfte durchführen. So
können beispielsweise bestimmte Presskräfte vorgegeben werden, wodurch wiederum die
Masse und Dichte der hergestellten Presslinge definiert wird.
[0020] Der Stempelträger kann gemäß einer besonders praxisgemäßen Ausgestaltung eine Trägerplatte
oder Trägerbrücke sein, wobei bei Vorsehen von zwei Spindeltrieben die Spindeltriebe,
insbesondere die Antriebsspindeln oder die Spindelmuttern, an gegenüberliegenden Enden
der Trägerplatte oder Trägerbrücke befestigt sind. Hierdurch wird eine besonders gleichmäßige
Krafterzeugung erreicht.
[0021] Die Spindeltriebe können jeweils eine an dem Stempelträger befestigte vertikale Antriebsspindel
umfassen, wobei die Antriebsspindeln jeweils in einer drehbar und axial fest gelagerten
Spindelmutter geführt sind, wobei die mindestens zwei Antriebsmotoren jeweils eine
der Spindelmuttern zum vertikalen Verfahren des Stempelträgers drehend antreiben.
In diesem Fall werden durch die Drehung der axial festen Spindelmuttern also die Antriebsspindeln
und mit ihnen der Stempelträger vertikal verfahren.
[0022] Gemäß einer alternativen Ausgestaltung können die Spindeltriebe jeweils eine drehbar
und axial fest gelagerte vertikale Antriebsspindel umfassen, wobei die Antriebsspindeln
jeweils in einer an dem Stempelträger befestigten Spindelmutter drehbar geführt sind,
wobei die mindestens zwei Antriebsmotoren jeweils eine der Antriebsspindeln zum vertikalen
Verfahren des Stempelträgers drehend antreiben. In diesem Fall werden durch die Drehung
der axial festen Antriebsspindeln also die Spindelmuttern und mit ihnen der Stempelträger
vertikal verfahren.
[0023] Die Antriebsmotoren der zweiten Antriebsmittel können elektrische Motoren sein. Die
axial fest angeordneten Spindelmuttern bzw. Antriebsspindeln können dann jeweils an
den Rotoren der Antriebsmotoren der zweiten Antriebsmittel befestigt sein und mit
diesen gedreht werden. Es kann sich insbesondere um Direktantriebe handeln. Als elektrische
Motoren kommen vorzugsweise Servomotoren oder Torque-Motoren in Frage. Diese sind
besonders gut und flexibel steuerbar.
[0024] Nach einer weiteren Ausgestaltung können die axial fest angeordneten Spindelmuttern
bzw. Antriebsspindeln jeweils in einem Sackloch der Antriebsmotoren angeordnet sein.
Beispielswiese wenn die Spindelmuttern axial fest in dem Sachloch angeordnet sind,
können die Antriebsspindeln in Axialrichtung begrenzt durch das Ende des Sacklochs
in diesem verfahren, so dass eine vergrößerte Hublänge für die Stopf- und Ausstoßstempel
zur Verfügung stehen. Zur weiteren Vergrößerung der Hublänge kann vorgesehen sein,
dass die Antriebsmotoren der zweiten Antriebsmittel jeweils Hohlwellenmotoren sind,
wobei die axial fest angeordneten Spindelmuttern jeweils in den Hohlwellen der Antriebsmotoren
angeordnet sind. Insbesondere können die Rotoren der Antriebsmotoren als Hohlwellenrotoren
ausgebildet sein. Es ist bei dieser Ausgestaltung eine im Wesentlichen unbegrenzte
Hublänge für die Stopf- und Ausstoßstempel möglich, indem insbesondere die Antriebsspindeln
axial in der Hohlwelle verfahren.
[0025] Die ersten Antriebsmittel können einen Servomotor umfassen. Weiterhin kann es sich
bei den ersten Antriebsmitteln um einen Direktantrieb handeln, beispielsweise einen
Torque-Motor. Durch derartige Antriebe ist ein flexibles Verfahren der Dosierscheibe
besonders gut steuerbar.
[0026] Die Fülleinrichtung kann durch eine die Dosierscheibe zumindest teilweise überdeckende
Füllwanne gebildet sein, in der sich das in die Bohrungen zu füllende Füllmaterial
befindet. Die Dosierscheibe dreht sich unter dieser Füllwanne. Sie überdeckt die Dosierscheibe
insbesondere derart, dass die Bohrungen bei ihrer Drehung vor dem Erreichen jeder
Gruppe von Stopfstempeln unter der Füllwanne hindurchlaufen und sich insbesondere
im Bereich jeder Gruppe von Stopfstempeln noch unterhalb der Füllwanne befinden. Die
Stopfstempel treten dann durch das in der Füllwanne befindliche Füllmaterial hindurch
in die Bohrungen ein, fördern dabei durch Schwerkraft noch nicht in die Bohrungen
gefallenes Füllmaterial in die Bohrungen und verpressen das Füllmaterial dann in den
Bohrungen.
[0027] Wie bereits erwähnt, kann die Dosierscheibe mindestens zwei Gruppen von Bohrungen
umfassen. Weiterhin kann die Dosierscheibe n Gruppen von Bohrungen umfassen, wobei
n eine natürliche Zahl größer als 2 ist. An dem Stempelträger sind dann n-1 Gruppen
von Stopfstempeln gehalten. Es können beispielsweise sechs Gruppen von Bohrungen und
entsprechend fünf Gruppen von Stopfstempeln und eine Gruppe von Ausstoßstempeln vorgesehen
sein.
[0028] Die Erfindung betrifft auch eine Kapselfüllmaschine zum Befüllen von aus einem Kapseloberteil
und einem Kapselunterteil zusammengesetzten Kapseln, umfassend ein Förderrad, an dessen
Umfang eine Mehrzahl von Kapselhaltern vorgesehen ist, die jeweils eine Gruppe von
Kapselaufnahmen für jeweils eine Kapsel aufweisen, weiter umfassend einen Förderradantrieb,
mit dem das Förderrad taktweise gedreht werden kann, so dass sich die Kapselhalter
taktweise entlang einer Förderbahn bewegen, und umfassend eine Mehrzahl von entlang
der Förderbahn angeordneten Prozessstationen, wobei die Prozessstationen mindestens
eine Zuführstation zum Zuführen von zu befüllenden Kapseln in die Kapselaufnahmen,
mindestens eine Öffnungsstation zum Öffnen der zu befüllenden Kapseln durch Trennen
der Kapseloberteile von den Kapselunterteilen, mindestens eine erfindungsgemäße Stopfstempelstation
nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mindestens eine Schließstation zum Schließen
der befüllten Kapseln durch Verbinden der Kapseloberteile mit den Kapselunterteilen,
und mindestens eine Auswurfstation zum Auswerfen der befüllten Kapseln umfassen. Eine
oder mehrere Prozessstationen können dabei zu einer gemeinsamen Prozessstation integriert
sein.
[0029] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren können die Stopfstempel jeweils im Zuge des Einfahrens
in die Bohrungen noch nicht durch Schwerkraft in die Bohrungen gelangtes Füllmaterial
in die Bohrungen fördern, so dass die Dosierscheibe zwischen den einzelnen Pressvorgängen
nicht zwingend gedreht werden muss. Je nach Fließeigenschaft des jeweiligen Materials
kann es aber erforderlich sein, die Dosierscheibe zwischen zwei Pressvorgängen zu
drehen (beispielsweise um 360°), damit das Pulverbett wieder gleichmäßig geschlossen
ist. Entsprechend kann vorgesehen sein, dass die Dosierscheibe nach jedem Pressvorgang
und vor dem nächsten Pressvorgang mittels der ersten Antriebsmittel in eine erste
Drehrichtung und/oder in eine zweite Drehrichtung gedreht wird bis sie erneut die
Drehposition einnimmt, in der die Bohrungen zu den Stopfstempeln ausgerichtet sind.
Das Drehen der Dosierscheibe in die zu den Stopfstempeln bzw. Ausstoßstempeln ausgerichtete
Position der Bohrungen und das anschließende Weiterdrehen sowie das vertikale Verfahren
der Stopfstempel bzw. Ausstoßstempel kann dabei zeitlich versetzt zueinander oder
zeitlich zumindest teilweise parallel zueinander erfolgen, wie oben grundsätzlich
erläutert.
[0030] Insbesondere wenn mindestens zwei Gruppen von Bohrungen in der Dosierscheibe vorgesehen
sind, kann das Verfahren der Ausstoßstempel in die Bohrungen und aus den Bohrungen
durch die zweiten Antriebsmittel erfolgen, also gemeinsam mit den Stopfstempeln. Wie
erwähnt, kann bei dem erfindungsgemäßen Verfahren jedoch insbesondere auch eine Dosierscheibe
eingesetzt werden, die nur eine Gruppe von Bohrungen besitzt. In diesem Fall kann
das Verfahren der Ausstoßstempel in die Bohrungen und aus den Bohrungen durch dritte
Antriebsmittel erfolgen, mittels der die Ausstoßstempel unabhängig von den Stopfstempeln
verfahrbar sind.
[0031] Insbesondere wenn nur eine Gruppe von Bohrungen vorgesehen ist, ist das Vorsehen
separater Antriebsmittel für die Ausstoßstempel erforderlich, damit diese während
des Erzeugens von Presslingen in den Bohrungen durch die Stopfstempel nicht gemeinsam
mit den Stopfstempeln gegen die geschlossene Dosierscheibe verfahren. Es ist durch
die separaten dritten Antriebsmittel also insbesondere möglich, dass die Ausstoßstempel
bei einem vertikalen Einfahren der Stopfstempel in die Bohrungen nicht mit diesen
verfahren. Bei Vorsehen separater dritter Antriebsmittel für die Ausstoßstempel wird
außerdem der Hub der Ausstoßstempel in vorteilhafter Weise nicht durch den Hub der
Stopfstempel beeinflusst.
[0032] Das erfindungsgemäße Verfahren kann mit einer erfindungsgemäßen Stopfstempelstation
bzw. einer erfindungsgemäßen Kapselfüllmaschine durchgeführt werden. Es ist bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren möglich, dass die Stopfstempel und die Ausstoßstempel
nicht an einem Stempelträger angeordnet sind. Bei Verwendung der erfindungsgemäßen
Stopfstempelstation mit nur einer Gruppe von Bohrungen können die dritten Antriebsmittel
für das separate Verfahren an dem Stempelträger angeordnet sein, so dass die Ausstoßstempel
trotz gemeinsamer Anordnung an dem Stempelträger getrennt von den Stopfstempeln verfahrbar
sind.
[0033] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand von Figuren näher erläutert.
Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Stopfstempelstation in einer ersten Schnittansicht,
- Fig. 2
- die Stopfstempelstation aus Fig. 1 in einer zweiten Schnittansicht,
- Fig. 3
- die Stopfstempelstation aus Fig. 1 in einem zweiten Betriebszustand, und
- Fig. 4
- die Stopfstempelstation aus Fig. 1 in einem dritten Betriebszustand.
[0034] Soweit nichts anderes angegeben ist, bezeichnen in den Figuren gleiche Bezugszeichen
gleiche Gegenstände. Die in den Figuren gezeigte Stopfstempelstation ist als Teil
einer Kapselfüllmaschine zum Befüllen von beispielsweise Hartgelatinekapseln mit einem
beispielsweise pulverförmigen Füllmaterial vorgesehen. Die Kapseln bestehen in der
Regel aus einem Kapseloberteil und einem Kapselunterteil. Die Kapselfüllmaschine umfasst
ein Förderrad, an dessen Umfang eine Mehrzahl von Kapselhaltern vorgesehen ist, die
jeweils eine Gruppe von Kapselaufnahmen aufweisen, in denen jeweils eine Kapsel bzw.
ein Kapselunterteil gehalten ist. Weiterhin umfasst die Kapselfüllmaschine einen Förderradantrieb,
mit dem das Förderrad taktweise gedreht werden kann, so dass sich die Kapselhalter
taktweise entlang einer Förderbahn bewegen. Darüber hinaus umfasst die Kapselfüllmaschine
eine Mehrzahl von entlang der Förderbahn angeordneten Prozessstationen, unter anderem
mindestens eine Zuführstation zum Zuführen von zu befüllenden Kapseln in die Kapselaufnahmen,
mindestens eine Öffnungsstation zum Öffnen der zu befüllenden Kapseln durch Trennen
der Kapseloberteile von den Kapselunterteilen, die in den Figuren gezeigte Stopfstempelstation,
mindestens eine Schließstation zum Schließen der befüllten Kapseln durch Verbinden
der Kapseloberteile mit den Kapselunterteilen und mindestens einer Auswurfstation
zum Auswerfen der befüllten Kapseln.
[0035] Die in den Figuren dargestellte Stopfstempelstation besitzt eine Dosierscheibe 10,
die entlang ihres Umfangs gleichmäßig verteilt mehrere Gruppen von Bohrungen 12 aufweist.
Über einen Flansch 14 ist eine Antriebswelle 16 mit der Dosierscheibe 10 verbunden,
die von einem ersten Antriebsmotor 18, beispielsweise einem Servomotor oder Torque-Motor,
um die Drehachse 20 drehend antreibbar ist. Mit der Antriebswelle 16 wird die Dosierscheibe
10 ebenfalls gedreht. Auf einer mit der Dosierscheibe nicht mitdrehenden Halteplatte
22 ist ein Sockel 24 angeordnet, der eine Stopfscheibe 26 trägt. Die Stopfscheibe
26 schließt die Bohrungen 12 im Bereich von Stopfstempeln 28 nach unten ab und bildet
ein Gegenlager für die Stopfstempel 28. Die Stopfstempel 28 sind über Federn 30 an
einem platten- bzw. brückenförmigen Stempelträger 32 befestigt. An gegenüberliegenden
Enden des Stempelträgers 32 sind in dem gezeigten Beispiel Antriebsspindeln 34 befestigt.
Die Antriebsspindeln 34 sind in Führungen 36 axial verschieblich aufgenommen und befinden
sich mit einem Außengewinde in Eingriff mit Spindelmuttern 38. Die Spindelmuttern
38 sind in dem gezeigten Beispiel jeweils an dem als Hohlwelle ausgebildeten Rotor
eines Hohlwellenmotors 40 axial fest angeordnet und mit dem Rotor des Hohlwellenmotors
40 drehbar. Wie in Fig. 1 erkennbar, erstrecken sich die Antriebsspindeln 34 durch
die Halteplatte 22 hindurch in die Hohlwellen der Hohlwellenmotoren 40. Durch Drehen
der Spindelmuttern 38 werden die Antriebsspindeln 34 und mit ihnen der Stempelträger
32 mit den Stopfstempeln 28 und unten noch zu erläuternde Ausstoßstempel in vertikaler
Richtung verfahren. Es können beispielsweise fünf Gruppen von Stopfstempeln 28 vorgesehen
sein. In der Dosierscheibe 10 können dann beispielsweise sechs Gruppen von Bohrungen
12 ausgebildet sein. Bei dem Bezugszeichen 42 ist darüber hinaus eine Füllwanne gezeigt,
die mit dem in die Bohrungen zu füllenden Füllmaterial gefüllt ist.
[0036] In Fig. 2 ist zu erkennen, dass an dem Stempelträger 32 darüber hinaus eine Gruppe
von Ausstoßstempeln 44 gehalten ist. Wie in Fig. 2 zu erkennen, deckt die Stopfscheibe
26 die Unterseite der Bohrungen 12 im Bereich der Ausstoßstempel 44 nicht ab, so dass
die Bohrungen 12 hier nach unten offen sind. Bei dem Bezugszeichen 46 ist außerdem
eine Abstreifeinrichtung zum Abstreifen von Füllmaterial von der Oberseite der Dosierscheibe
10 im Bereich der Ausstoßstempel 44 zu erkennen.
[0037] Im Betrieb wird die Dosierscheibe 10 über den Antriebsmotor 18 schrittweise gedreht,
wobei die Gruppen von Bohrungen 12 jeweils mit einer Gruppe von Stopfstempeln 28 beziehungsweise
der Gruppe von Ausstoßstempeln 44 ausgerichtet werden. Über die Hohlwellenmotoren
40 werden dabei die Spindelmuttern gedreht und dadurch die Antriebsspindeln 34 und
somit der Stempelträger 32 mit den Stopfstempeln 28 und den Ausstoßstempeln 44 in
vertikaler Richtung derart verfahren, dass die Stopfstempel 28 in den Bohrungen 12
sukzessive Presslinge aus dem in der Füllwanne 42 befindlichen pulverförmigen Füllmaterial
bilden. Die Bohrungen 12, die mit den Ausstoßstempeln 44 ausgerichtet sind, sind wie
erwähnt an ihrer Unterseite offen. Dadurch können die Ausstoßstempel 44 die in den
Bohrungen 12 erzeugten Presslinge nach unten ausstoßen in dazu ausgerichtete Kapselunterteile,
die sich in Kapselhaltern der Kapselfüllmaschine befinden. Das Verfahren der Stopfstempel
28 nach unten und in die Bohrungen 12 hinein ist in den Fig. 3 und 4 veranschaulicht.
[0038] Es ist darüber hinaus eine in den Figuren nicht gezeigte Steuereinrichtung vorgesehen,
die den Antriebsmotor 18 einerseits und die Hohlwellenmotoren 40 andererseits in geeigneter
Weise koordiniert zueinander ansteuert. Aufgrund der Trennung der Antriebsmittel für
die Dosierscheibe 10 einerseits und dem Stempelträger 32 mit den Stopfstempeln 28
und den Ausstoßstempeln 44 andererseits ist es möglich, die Schalt- und Rastzeiten
variabel einzustellen. Auch ist es möglich, die Hublänge des Stempelträgers 32 und
damit der Stopfstempel 28 und der Ausstoßstempel 44 zu verändern. Es können weiterhin
geeignete Sensoren vorgesehen sein, mit denen beispielsweise die Presskraft im Bereich
der Stopfstempel 28 gemessen wird. Die Messergebnisse können der Steuereinrichtung
zugeführt werden und die Steuereinrichtung kann geeignete Regelkreise ausführen, um
vorgegebene Presskräfte einzuhalten.
[0039] Obgleich in den Figuren eine Stopfstempelstation dargestellt ist mit mehreren Gruppen
von Stopfstempeln 28, ist auch eine Ausgestaltung möglich, bei der nur eine Gruppe
von Stopfstempeln 28 und eine Gruppe von Ausstoßstempeln 44 vorgesehen ist. Es ist
dann möglich, dass die Dosierscheibe 10 derart durch den Antriebsmotor 18 gedreht
wird, dass die gegebenenfalls einzige in der Dosierscheibe 10 ausgebildete Gruppe
von Bohrungen 12 in Ausrichtung mit den Stopfstempeln 28 ist. Die Stopfstempel 28
können dann angesteuert durch die Hohlwellenmotoren 40 mehrfach nacheinander vertikal
in die Bohrungen 12 einfahren und wieder herausfahren, so dass in mehreren Pressvorgängen
sukzessive ein Pressling in jeder Bohrung 12 erzeugt wird. Anschließend kann die Dosierscheibe
10 derart weitergedreht werden, dass die Gruppe von Bohrungen 12 mit der Gruppe von
Ausstoßstempeln 44 ausgerichtet ist und die Ausstoßstempel 44 können in der oben erläuterten
Weise die in den Bohrungen 12 hergestellten Presslinge in Kapselunterteile ausstoßen.
In diesem Fall sind nicht dargestellte dritte Antriebsmittel vorgesehen, mit denen
die Ausstoßstempel unabhängig von den Stopfstempeln verfahrbar sind. Diese Verfahrensweise
bietet sich insbesondere im Bereich der Galenik an. Es können besonders kompakt bauende
Laborstopfstempelstationen eingesetzt werden.
1. Stopfstempelstation zum Befüllen von Kapseln mit Füllmaterial in einer Kapselfüllmaschine,
umfassend eine drehend antreibbare Dosierscheibe (10), die mindestens eine Gruppe
von Bohrungen (12) umfasst, eine Fülleinrichtung zum Befüllen der Bohrungen (12) mit
dem Füllmaterial, mindestens eine Gruppe von Stopfstempeln (28) und eine Gruppe von
Ausstoßstempeln (44), wobei die Stopfstempel (28) und die Ausstoßstempel (44) an einem
vertikal verfahrbaren Stempelträger (32) gehalten sind, wobei durch vertikales Verfahren
des Stempelträgers (32) die Stopfstempel (28) zum Verpressen des Füllmaterial in die
Bohrungen (12) und die Ausstoßstempel (44) zum Ausstoßen von durch die Stopfstempel
(28) in den Bohrungen (12) erzeugten Presslingen in die Bohrungen (12) einfahren können,
dadurch gekennzeichnet, dass erste Antriebsmittel zum schrittweisen Drehen der Dosierscheibe (10) entlang der
mindestens einen Gruppe von Stopfstempeln (28) und der Gruppe von Ausstoßstempeln
(44) und zweite Antriebsmittel zum vertikalen Verfahren des Stempelträgers (32) zum
Einfahren der Stopfstempel (28) und der Ausstoßstempel (44) in die Bohrungen (12)
vorgesehen sind, wobei die Antriebsstränge zum Drehen der Dosierscheibe (10) einerseits
und zum vertikalen Verfahren des Stempelträgers (32) andererseits getrennt sind, wobei
die zweiten Antriebsmittel mindestens zwei auf den Stempelträger (32) wirkende Spindeltriebe
mit jeweils einer Spindelmutter (38) und jeweils einer in der Spindelmutter (38) geführten
vertikalen Antriebsspindel (34) umfassen, und wobei die zweiten Antriebsmittel mindestens
zwei Antriebsmotoren (18) umfassen, die jeweils einen der Spindeltriebe zum vertikalen
Verfahren des Stempelträgers (32) antreiben.
2. Stopfstempelstation nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stempelträger (32) eine Trägerplatte oder Trägerbrücke ist, wobei die Spindeltriebe
an gegenüberliegenden Enden der Trägerplatte oder Trägerbrücke befestigt sind.
3. Stopfstempelstation nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindeltriebe jeweils eine an dem Stempelträger (32) befestigte vertikale Antriebsspindel
(34) umfassen, wobei die Antriebsspindeln (34) jeweils in einer drehbar und axial
fest gelagerten Spindelmutter (38) geführt sind, wobei die mindestens zwei Antriebsmotoren
(18) jeweils eine der Spindelmuttern (38) zum vertikalen Verfahren des Stempelträgers
(32) drehend antreiben.
4. Stopfstempelstation nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindeltriebe jeweils eine drehbar und axial fest gelagerte vertikale Antriebsspindel
(34) umfassen, wobei die Antriebsspindeln (34) jeweils in einer an dem Stempelträger
(32) befestigten Spindelmutter (38) drehbar geführt sind, wobei die mindestens zwei
Antriebsmotoren (18) jeweils eine der Antriebsspindeln (34) zum vertikalen Verfahren
des Stempelträgers (32) drehend antreiben.
5. Stopfstempelstation nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsmotoren (18) der zweiten Antriebsmittel elektrische Motoren sind.
6. Stopfstempelstation nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindelmuttern (38) oder die Antriebsspindeln (34) jeweils in einem Sackloch
der Antriebsmotoren (18) angeordnet sind.
7. Stopfstempelstation nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsmotoren (18) der zweiten Antriebsmittel jeweils Hohlwellenmotoren (40)
sind, wobei die Spindelmuttern (38) jeweils in den Hohlwellen der Antriebsmotoren
(18) angeordnet sind.
8. Stopfstempelstation nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Antriebsmittel einen Servomotor umfassen.
9. Stopfstempelstation nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Antriebsmittel einen Direktantrieb umfassen, insbesondere einen Torque-Motor.
10. Stopfstempelstation nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dosierscheibe (10) mindestens zwei Gruppen von Bohrungen (12) umfasst.
11. Stopfstempelstation nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dosierscheibe (10) n Gruppen von Bohrungen (12) umfasst, wobei n>2 ist, und wobei
an dem Stempelträger (32) n-1 Gruppen von Stopfstempeln (28) gehalten sind.
12. Kapselfüllmaschine zum Befüllen von aus einem Kapseloberteil und einem Kapselunterteil
zusammengesetzten Kapseln, umfassend ein Förderrad, an dessen Umfang eine Mehrzahl
von Kapselhaltern vorgesehen ist, die jeweils eine Gruppe von Kapselaufnahmen für
jeweils eine Kapsel aufweisen, weiter umfassend einen Förderradantrieb, mit dem das
Förderrad taktweise gedreht werden kann, so dass sich die Kapselhalter taktweise entlang
einer Förderbahn bewegen, und umfassend eine Mehrzahl von entlang der Förderbahn angeordneten
Prozessstationen, wobei die Prozessstationen mindestens eine Zuführstation zum Zuführen
von zu befüllenden Kapseln in die Kapselaufnahmen, mindestens eine Öffnungsstation
zum Öffnen der zu befüllenden Kapseln durch Trennen der Kapseloberteile von den Kapselunterteilen,
mindestens eine Stopfstempelstation nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mindestens
eine Schließstation zum Schließen der befüllten Kapseln durch Verbinden der Kapseloberteile
mit den Kapselunterteilen, und mindestens eine Auswurfstation zum Auswerfen der befüllten
Kapseln umfassen.
13. Verfahren zum Füllen von Kapseln mit Füllmaterial in einer Stopfstempelstation einer
Kapselfüllmaschine, wobei die Stopfstempelstation eine drehend antreibbare Dosierscheibe
(10) mit mindestens einer Gruppe von Bohrungen (12) umfasst, weiterhin eine Fülleinrichtung
zum Befüllen der Bohrungen (12) mit dem Füllmaterial, mindestens eine Gruppe von Stopfstempeln
(28) und eine Gruppe von Ausstoßstempeln (44), wobei die Stopfstempel (28) und die
Ausstoßstempel (44) vertikal verfahrbar sind, und wobei die Stopfstempelstation erste
Antriebsmittel zum schrittweisen Drehen der Dosierscheibe (10) entlang der mindestens
einen Gruppe von Stopfstempeln (28) und der Gruppe von Ausstoßstempeln (44) und zweite
Antriebsmittel zum vertikalen Verfahren zumindest der mindestens einen Gruppe von
Stopfstempeln (28) aufweist, wobei die Antriebsstränge zum Drehen der Dosierscheibe
(10) einerseits und zum vertikalen Verfahren zumindest der mindestens einen Gruppe
von Stopfstempeln (28) andererseits getrennt sind,
gekennzeichnet durch die folgenden Verfahrensschritte:
- mittels der ersten Antriebsmittel wird die Dosierscheibe (10) in eine Drehposition
gedreht, in der die Gruppe von Bohrungen (12) mit einer Gruppe von Stopfstempeln (28)
ausgerichtet ist,
- mittels der zweiten Antriebsmittel werden die Stopfstempel (28) zum Verpressen von
in die Bohrungen (12) gefülltem Füllmaterial zu Presslingen in die Bohrungen (12)
eingefahren, wobei die Stopfstempel (28) für eine Druckhaltezeit in den Bohrungen
(12) gehalten werden und anschließend aus den Bohrungen (12) herausgefahren werden,
- mittels der ersten Antriebsmittel wird die Dosierscheibe (10) in eine Drehposition
gedreht, in der die Gruppe von Bohrungen (12) mit der Gruppe von Ausstoßstempeln (44)
ausgerichtet ist,
- die Ausstoßstempel (44) werden zum Ausstoßen von durch die Stopfstempel (28) in den Bohrungen (12) erzeugten Presslingen in die Bohrungen
(12) eingefahren,
- wobei durch variables Ansteuern der ersten Antriebsmittel und/oder der zweiten Antriebsmittel
die Druckhaltezeit der Stopfstempel (28) zwischen unterschiedlichen Füllprozessen
variiert wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren der Ausstoßstempel (44) in die Bohrungen (12) und aus den Bohrungen
(12) durch die zweiten Antriebsmittel erfolgt oder dass das Verfahren der Ausstoßstempel
(44) in die Bohrungen (12) und aus den Bohrungen (12) durch dritte Antriebsmittel
erfolgt, mittels der die Ausstoßstempel (44) unabhängig von den Stopfstempeln (28)
verfahrbar sind.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Stopfstempel (28), vorzugsweise die Stopfstempel (28) und die Ausstoßstempel
(44), an einem vertikal verfahrbaren Stempelträger (32) gehalten sind, der durch die
zweiten Antriebsmittel vertikal verfahren wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass es mit einer Stopfstempelstation nach einem der Ansprüche 1 bis 11 oder mit einer
Kapselfüllmaschine nach Anspruch 12 durchgeführt wird.
1. A tamping punch station for filling capsules with filling material in a capsule filling
machine, comprising a rotatably drivable dosing disc (10), which comprises at least
one group of bores (12), a filling device for filling the bores (12) with the filling
material, at least one group of tamping punches (28) and a group of ejection punches
(44), wherein the tamping punches (28) and the ejection punches (44) are held on a
vertically movable punch support (32), wherein the tamping punches (28) for pressing
the filling material into the bores (12) and the ejection punches (44) for ejecting
pellets created by the tamping punches (28) in the bores (12) can move into the bores
(12) through vertical movement of the punch support (32), characterised in that first drive devices for incremental rotation of the dosing disc (10) along the at
least one group of tamping punches (28) and the group of ejection punches (44), and
second drive devices for vertically moving the punch support (32) for entrance of
the tamping punches (28) and the ejection punches (44) into the bores (12) are provided,
wherein the drive trains for rotating the dosing disc (10) on the one hand, and those
for vertical movement of the punch support (32) on the other hand are separated, wherein
the second drive devices comprise at least two spindle drives acting on the punch
support (32), each with one spindle nut (38) and one vertical drive spindle (34) guided
in the spindle nut (38), and wherein the second drive means comprise at least two
driving motors (18) from which each one drives one of the spindle drives at a time
for vertical movement of the punch support (32).
2. The tamping punch station according to claim 1, characterised in that the punch support (32) is a support plate or a support bridge, the spindle drives
being fastened on opposing sides of the support plate or support bridge.
3. A tamping punch station according to one of claims 1 or 2, characterised in that each of the spindle drives comprises one vertical drive spindle (34) at a time, fastened
on the punch support (32), wherein each of the drive spindles (34) is guided in a
rotationally and axially fixedly mounted spindle nut (38) and wherein each of the
at least two driving motors (18) rotationally drives one of the spindle nuts (38)
for vertical movement of the punch support (32).
4. A tamping punch station according to one of claims 1 or 2, characterised in that each of the spindle drives comprises a rotatable and axially fixedly mounted vertical
drive spindle (34), wherein each one of the drive spindles (34) is rotationally guided
in a spindle nut (38) which is fixed on the punch support (32) and wherein each of
the at least two driving motors (18) rotationally drives one of the drive spindles
(38) for vertical movement of the punch support (32).
5. A tamping punch station according to any one of the foregoing claims, characterised in that the driving motors (18) of the second driving devices are electric motors.
6. A tamping punch station according to any one of the claims 3 to 5, characterised in that the spindle nuts (38) or the drive spindles (34) are each at a time arranged in a
blind hole of the driving motors (18).
7. A tamping punch station according to any one of the claims 3 to 5, characterised in that the driving motors (18) of the second drive devices are each hollow shaft motors
(40), wherein each one of the spindle nuts (38) is arranged in the hollow shafts of
the driving motors (18).
8. A tamping punch station according to any one of the foregoing claims, characterised in that the first drive devices comprise a semomotor.
9. A tamping punch station according to any one of the foregoing claims, characterised in that the first drive devices comprise a direct drive, a torque-motor in particular.
10. A tamping punch station according to any one of the foregoing claims, characterised in that the dosing disc (10) comprises at least two groups of bores (12).
11. A tamping punch station according to any one of the foregoing claims, characterised in that the dosing disc (10) comprises n groups of bores (12), wherein n is >2 and wherein
n-1 groups of tamping punches (28) are held on the punch support (32).
12. A capsule filling machine for filling capsules composed of a capsule top part and
a capsule bottom part, comprising a a conveyor wheel, on the perimeter of which a
plurality of capsule holders is provided, each of which has a group of capsule receivers
for one capsule at a time, further comprising a conveyor wheel drive, by which the
conveyor wheel can be rotated incrementally so that the capsule holders move incrementally
along a conveyor track, and comprising a plurality of process stations arranged along
the conveyor track, wherein the process stations comprise at least one feeding station
for feeding capsules to be filled into the capsule receivers, at least one opening
station for opening the capsules to be filled by separating the capsule top parts
from the capsule bottom parts, at least one tamping punch station according to any
one of the preceding claims, at least one closing station for closing the filled capsules
by connecting the capsule top parts with the capsule bottom parts, and at least one
ejection station for ejecting the filled capsules.
13. A method for filling capsules with filling material in a tamping punch station of
a capsule filling machine, wherein the tamping punch station comprises a rotatably
drivable dosing disc (10) with at least one group of bores (12), furthermore a filling
device for filling the bores (12) with the filling material, at least one group of
tamping punches (28) and a group of ejection punches (44), wherein the tamping punches
(28) and the ejection punches (44) can be moved vertically and wherein the tamping
punch station comprises first drive devices for incremental rotation of the dosing
disc (10) along the at least one group of tamping punches (28) and the group of ejection
punches (44), and second drive devices for vertically moving at least the at least
one group of tamping punches (28), wherein the drive trains for rotating the dosing
disc (10) on the one hand, and those for vertical movement at least of the at least
one group of tamping punches (28) on the other hand are separated,
characterised by the following procedural steps:
• by means of the first drive devices, the dosing disc (10) is rotated into a rotational
position in which the group of bores (12) is aligned to a group of tamping punches
(28),
• by means of the second drive devices, the tamping punches (28) are moved into the
bores (12) for pressing filling material filled into the bores (12) to pellets, wherein
the tamping punches (28) are held in the bores (12) for a pressure dwell time and
are subsequently drawn out of the bores (12),
• by means of the first drive devices, the dosing disc (10) is rotated into a rotational
position in which the group of bores (12) is aligned to the group of ejection punches
(44),
• the ejection punches (44) are moved into the bores (12) for ejecting pellets created
by the tamping punches (28) in the bores (12),
• wherein the pressure dwell time of the tamping punches (28) is varied between different
filling procedures by variable control of the first drive devices and/or the second
drive devices.
14. The method according to claim 13, characterised in that the movement of the ejection punches (44) into the bores (12) and out of the bores
(12) takes place by the second drive devices, or that the movement of the ejection
punches (44) into the bores (12) and out of the bores (12) takes place by third drive
devices, by means of which the ejection punches (44) can be moved independently from
the tamping punches (28).
15. A method according to one of claims 13 or 14, characterised in that the tamping punches (28), preferably the tamping punches (28) and the ejection punches
(44), are held on a vertically movable punch support (32), which is vertically moved
by the second drive devices.
16. A method according to any one of claims 13 to 15, characterised in that it is performed by a tamping punch station according to any one of the claims 1 to
11, or by a capsule filling machine according to claim 12.
1. Station à poinçons de bourrage pour remplir des capsules avec du matériau de remplissage
dans une machine de remplissage de capsules, comprenant un disque de dosage (10) pouvant
être entrainé en rotation et qui comprend au moins un groupe de perçages (12), un
dispositif de remplissage pour remplir les perçages (12) avec le matériau de remplissage,
au moins un groupe de poinçons de bourrage (28) et un groupe de poinçons d'éjection
(44), les poinçons de bourrage (28) et les poinçons d'éjection (44) étant tenues sur
un support de poinçons (32) verticalement mobile, par mouvement vertical du support
de poinçons (32), les poinçons de bourrage (28) pour presser le matériau de remplissage
dans les perçages(12) et les poinçons d'éjection (44) pour éjecter des pièces moulées
crées par les poinçons de bourrage (28) dans les perçages (12) pouvant entrer dans
les perçages (12), caractérisée en ce que des premiers dispositifs d'entrainement pour une rotation graduelle du disque de
dosage (10) le long de l'au moins un groupe de poinçons de bourrage (28) et du groupe
de poinçons d'éjection (44), et deuxièmes dispositifs d'entrainement pour le mouvement
vertical du support de poinçons (32) pour introduire les poinçons de bourrage (28)
et les poinçons d'éjection (44) dans les perçages(12) sont prévus, les lignes motrices
pour tourner le disque de dosage (10) d'une part, et celles pour le mouvement vertical
du support de poinçons (32) d'autre part étant séparées, les deuxièmes dispositifs
d'entrainement comprenant au moins deux commandes à vis sans fin agissant sur le support
de poinçons (32), chacune avec un écrou de broche (38) et une vis d'entrainement verticale
(34) guidée dans l'écrou de broche (38), et les deuxièmes dispositifs d'entrainement
comprenant au moins deux moteurs d'entrainement (18) dont chacun entraine une des
commandes à vis sans fin pour le mouvement vertical du support de poinçons (32).
2. Station à poinçons de bourrage selon la revendication 1, caractérisée en ce que le support de poinçons (32) est une plaque de support ou un portique porteur, les
commandes à vis sans fin étant fixées sur des côtés opposés de la plaque de support
ou du portique porteur.
3. Station à poinçons de bourrage selon une des revendications 1 ou 2, caractérisée en ce que chacune des commandes à vis sans fin comprend une vis d'entrainement verticale (34),
fixée sur le support de poinçons (32), chacune des vis d'entrainement (34) étant guidée
dans un écrou de broche (38) monté de façon axialement et en rotation fixe et chacun
des au moins deux moteurs d'entrainement (18) entrainant en rotation un des écrous
de broche (38) pour mouvement vertical du support de poinçons (32).
4. Station à poinçons de bourrage selon une des revendications 1 ou 2, caractérisée en ce que chacune des commandes à vis sans fin comprend une vis d'entrainement verticale (34)
montée en rotation et axialement fixe, chacune des vis d'entrainements (34) étant
guidée en rotation dans un écrou de broche (38) fixé sur le support de poinçons (32)
et chacun des au moins deux moteurs d'entrainement (18) entrainant en rotation une
des vis d'entrainement (34) pour le mouvement vertical du support de poinçons (32).
5. Station à poinçons de bourrage selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que les moteurs d'entrainement (18) des deuxièmes dispositifs d'entrainement sont des
moteurs électriques.
6. Station à poinçons de bourrage selon l'une quelconque des revendications 3 à 5, caractérisée en ce que les écrous de broche (38) ou les vis d'entrainement (34) sont à chaque fois arrangés
dans un trou borgne des moteurs d'entrainement (18).
7. Station à poinçons de bourrage selon l'une quelconque des revendications 3 à 5, caractérisée en ce que les moteurs d'entrainement (18) des deuxièmes dispositifs d'entrainement sont chacun
des moteurs à arbre creux (40), chacun des écrous de broche (38) étant arrangé dans
les arbres creux des moteurs d'entrainement (18).
8. Station à poinçons de bourrage selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que les premiers dispositifs d'entrainement comprennent un servomoteur.
9. Station à poinçons de bourrage selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que les premiers dispositifs d'entrainement comprennent un entrainement direct, en particulier
un moteur torque.
10. Station à poinçons de bourrage selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le disque de dosage (10) comprend au moins deux groupes de perçages (12).
11. Station à poinçons de bourrage selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le disque de dosage (10) comprend n groupes de perçages (12), n étant >2 et n-1 groupes
de poinçons de bourrage (28) sont tenus sur le support de poinçons (32).
12. Machine de remplissage de capsules pour remplir des capsules composées d'une partie
supérieure de capsule et une partie inférieure de capsule, comprenant une roue de
refoulement, sur le périmètre de laquelle est prévue une multitude de supports de
capsule, dont chacun comporte un groupe de logements de capsule pour une capsule à
chaque fois, comprenant en outre un entrainement pour la roue de refoulement, par
lequel la roue de refoulement peut être tournée par intermittence, de sorte que les
supports de capsule se déplacent par intermittence le long d'un trajet de transport,
et comprenant une multitude de stations de procédé arrangées le long du trajet de
transport, les stations de procédé comprenant au moins une station d'alimentation
pour alimenter des capsules à remplir dans les logements de capsule, au moins une
station d'ouverture pour ouvrir les capsules à remplir en séparant la partie supérieure
des capsules de la partie inférieure des capsules, au moins une station à poinçons
de bourrage selon l'une quelconque des revendications précédentes, au moins une station
de fermeture pour fermer les capsules remplies en reliant les parties supérieures
des capsules avec les parties inférieures des capsules, et au moins une station d'éjection
pour éjecter les capsules remplies.
13. Procédé de remplir des capsules avec du matériau de remplissage dans une station à
poinçons de bourrage d'une machine de remplissage de capsules, dans lequel la station
à poinçons de bourrage comprend un disque de dosage (10) pouvant être entrainé en
rotation avec au moins un groupe de perçages (12), en outre un dispositif de remplissage
pour remplir les perçages (12) avec le matériau de remplissage, au moins un groupe
de poinçons de bourrage (28) et un groupe de poinçons d'éjection (44), les poinçons
de bourrage (28) et les poinçons d'éjection (44) pouvant être verticalement déplacé
et la station à poinçons de bourrage comprenant des premiers dispositifs d'entrainement
pour rotation graduelle du disque de dosage (10) le long de l'au moins un groupe de
poinçons de bourrage (28) et du groupe de poinçons d'éjection (44), et deuxièmes dispositifs
d'entrainement pour le mouvement vertical au moins de l'au moins un groupe de poinçons
de bourrage (28), les lignes motrices pour tourner le disque de dosage (10) d'une
part, et celles pour le mouvement vertical au moins de l'au moins un groupe de poinçons
de bourrage (28) d'autre part étant séparées,
caractérisé par les étapes de traitement suivantes :
• par les premiers dispositifs d'entrainement, le disque de dosage (10) est tourné
vers une position de rotation dans laquelle le groupe de perçages (12) est aligné
à un groupe de poinçons de bourrage (28),
• par les deuxièmes dispositifs d'entrainement, les poinçons de bourrage (28) sont
avancés dans les perçages(12) pour comprimer du matériau de remplissage rempli dans
les perçages(12) à des pièces moulées, les poinçons de bourrage (28) étant tenus dans
les perçages(12) pour un temps d'action de pression, et puis étant rétractés des perçages
(12),
• par les premiers dispositifs d'entrainement, le disque de dosage (10) est tourné
vers une position de rotation dans laquelle le groupe de perçages (12) est aligné
à un groupe de poinçons d'éjection (44),
• les poinçons d'éjection (44) sont avancés dans les perçages(12) pour éjecter les
pièces moulées crées par les poinçons de bourrage (28) dans les perçages(12),
• le temps d'action de pression des poinçons de bourrage (28) étant varié entre des
procès de remplissage différents par commande variable des premiers dispositifs d'entrainement
et/ou des deuxièmes dispositifs d'entrainement.
14. Procédé selon la revendication 13, caractérisé en ce que le mouvement des poinçons d'éjection (44) dans les perçages (12) et en dehors des
perçages (12) est fait par les deuxièmes dispositifs d'entrainement, ou que le mouvement
des poinçons d'éjection (44) dans les perçages (12) et en dehors des perçages (12)
est fait par troisièmes dispositifs d'entrainement, par lesquels les poinçons d'éjection
(44) peuvent être déplacés indépendamment des poinçons de bourrage (28).
15. Procédé selon une des revendications 13 ou 14, caractérisé en ce que les poinçons de bourrage (28), de préférence les poinçons de bourrage (28) et les
poinçons d'éjection (44), sont tenues dans support de poinçons (32) verticalement
mobile, qui est verticalement déplacé par les deuxièmes dispositifs d'entrainement.
16. Procédé selon l'une quelconque des revendications 13 à 15, caractérisé en ce que il est fait par une station à poinçons de bourrage selon une quelconque des revendications
1 à 11, ou par une machine de remplissage de capsules selon la revendication 12.


IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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