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(11) |
EP 2 886 691 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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25.07.2018 Patentblatt 2018/30 |
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Anmeldetag: 28.10.2014 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Textiles Flächengebilde mit rutschhemmender Wirkung
Textile area-measured material with anti-slip effect
Structure plate textile antidérapante
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
23.12.2013 DE 102013022057
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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24.06.2015 Patentblatt 2015/26 |
| (73) |
Patentinhaber: Peter Müller GmbH |
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72461 Albstadt (DE) |
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Erfinder: |
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- Müller, Markus
72461 Albstadt (DE)
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| (74) |
Vertreter: Thum, Bernhard |
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Wuesthoff & Wuesthoff
Patentanwälte PartG mbB
Schweigerstraße 2 81541 München 81541 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A1-03/008685 US-A- 2 953 003 US-A1- 2013 295 812
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WO-A1-2014/098928 US-A1- 2012 324 961 US-B2- 6 871 516
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- David J Spencer: "Comparison of weft and warp knitting" In: "Knitting technology -
a comprehensive handbook and practical guide", 1 January 2001 (2001-01-01), WOODHEAD
PUBLISHING SERIES IN TEXTILES, Cambridge [u.a], XP055293366, ISBN: 978-1-85573-333-6
pages 48-59,
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein textiles Flächengebilde nach dem Oberbegriff von Anspruch
1.
[0002] Textile Flächengebilde, insbesondere Flachgestricke, werden zu unterschiedlichsten
Anwendungen herangezogen. Insbesondere im Kleidungsbereich aber auch bei Funktionstextilien
kommen sie zum Einsatz. Eine Anwendungsmöglichkeit im medizinischtherapeutischen Bereich,
sind beispielsweise Kompressionsstrümpfe oder Bandagen, mit denen Körperbereiche stützend
umgeben werden. Hierbei finden insbesondere elastisch streckbare textile Flächengebilde
Anwendung. Mit modernen Wirk- oder Strickverfahren ist es möglich, derartige textile
Flächengebilde speziell an die Körperpartie anzupassen, bei der sie zum Einsatz kommen
sollen. So kann beispielsweise bei einer Kniebandage der Bereich, der in Anlage mit
der Kniescheibe kommt, hinsichtlich Elastizität, Materialstärke, Lüftungsverhalten
etc. andersartig ausgebildet werden, als der Bereich, der mit der Kniekehle in Anlage
kommt, oder der Bereich, der am Ober- bzw. Unterschenkel anliegt. Eine derartige bereichsspezifische
Ausbildung einer Bandage macht aber nur dann Sinn, wenn gewährleistet ist, dass die
Bandage dauerhaft am Patienten richtig positioniert ist. Sollte die Bandage verrutschen,
verringert sich der Tragekomfort wesentlich.
[0003] Aus diesem Grund ist es zwischenzeitlich üblich, rutschhemmende Beschichtungen auf
derjenigen Oberfläche anzubringen, die auf der Haut des Patienten zur Anlage kommt.
Hierfür werden beispielsweise Gummierungen oder eine Beschichtung mit Silikonpunkten
oder -wellen nachträglich auf das textile Flächengebilde aufgetragen. Häufig werden
auch Silikonhaftbänder nachträglich aufgenäht. Zwar hat diese Maßnahme den Effekt,
dass tatsächlich ein Verrutschen der Bandage zeitweise verhindert werden kann. Sie
bringt aber andere Nachteile mit sich, wie erhöhte Schweißbildung im Bereich der Gummierung,
was den Tragekomfort ebenfalls beeinträchtigt und auf Dauer die rutschhemmende Wirkung
reduziert. Zusätzlich angenähte Silikonhaftränder führen zu Druckstellen und Einschnürungen,
da ihr Elastizitätsverhalten selten dem des Bandagengestricks entspricht.
[0004] Das nachveröffentlichte Dokument
WO 2014/098928 A1 offenbart eine medizinische Kompressionsbandage mit einem rundgestrickten schlauchförmigen
Körper, wobei ein rutschhemmender Bereich an einer inneren Oberfläche vorgesehen ist,
um mit der Haut eines Patienten in Anlage zu gelangen. Der rutschhemmende Bereich
umfasst Garne mit hohen und niedrigen Reibungskoeffizienten, wobei die Garne mit hohem
Reibungskoeffizient erhöhte Oberflächenabschnitte des rutschhemmenden Bereiches bilden.
[0005] Das Dokument
US 6 871 516 B2 offenbart eine rundgestrickte medizinische Kompressionsbandage mit einem integral
eingestrickten rutschhemmenden Bereich, der je nach vorgesehenem Anwendungsfall verschiedenartig
innerhalb der Bandage positioniert ist.
[0006] Das Dokument
WO 03/008685 A1 offenbart als nächstkommender Stand der Technik ein Verfahren zum Herstellen von
rundgestrickten Strumpfwaren, bei dem ein oberer Bund durch Verstricken eines Elastomerfadens
ausgebildet wird, der in einem der Haut des Patienten zugewandten Bereich teilweise
exponiert ist.
[0007] Das Dokument
US 2013/295812 A1 offenbart ein Strickmaterial, bei dem zwei gegenüberliegende Schichten eines Jersey-Strickmaterials
miteinander vernäht werden. Die ersten und zweiten Schichten umfassen jeweils Gummifäden.
[0008] Das Dokument
US 2012/0324961 A1 offenbart eine rundgestrickte Strickware mit einem Bundbereich, der eine Anti-Rutsch-Zone
aufweist, die durch Verstricken mehrerer rutschhemmender Fäden hergestellt wird.
[0009] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein textiles Flächengebilde bereitzustellen,
dass zumindest abschnittsweise eine rutschhemmende Wirkung unter Vermeidung der vorstehenden
Nachteile herkömmlicher Lösungen vorsieht.
[0010] Diese Aufgabe wird durch ein textiles Flächengebilde mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0011] Die Erfindung sieht also zunächst vor, dass bei der Herstellung des textilen Flächengebildes
als ein Fadensystem ein Silikonfaden verwendet wird. Derartige Silikonfäden sind seit
kurzem beispielsweise von der Firma Massebeuf Textiles® verfügbar. Sie zeichnen sich
dadurch aus, dass sie vollständig mit Silikon beschichtet sind. Das Material hat einen
Fadenkern aus Polyamid 35% und einen Mantel aus Silikon 65%. Es gibt auch Silikonfäden,
die zu 100% aus Silikon bestehen. Diese haben eine hohe Elastizität und sind daher
schwerer zu verarbeiten. Daher wird die Variante mit unelastischem Fadenkern bevorzugt.
Die Erfindung sieht vor, einen derartigen Silikonfaden im Rahmen eines textilen Flächengebildes
zu verarbeiten.
[0012] Es hat sich aber gezeigt, dass der Silikonfaden an der mit der Haut eines Patienten
in Kontakt tretenden ersten Oberfläche des textilen Flächengebildes nicht allzu exponiert
und flächig verlaufen darf. Andernfalls würde der Silikonfaden, der keine Flüssigkeit
aufnehmen kann, zu verstärkter Schweißbildung führen. Aus diesem Grund sieht die Erfindung
vor, dass der hydrophobe Silikonfaden an der ersten Oberfläche des textilen Flächengebildes
zwar in Kontakt mit der Haut eines Patienten kommen soll, um die rutschhemmende Wirkung
zu gewährleisten, dieser Kontakt aber nur in eingeschränktem Umfang erfolgen sollte.
Dies kann dadurch erreicht werden, dass die Maschen aus dem Silikonfaden derart in
dem textilen Flächengebilde verlaufen, dass nur deren Maschenschenkel abschnittsweise
auf der ersten Oberfläche exponiert sind und in Kontakt mit der Haut des Patienten
treten. Die Maschenköpfe hingegen sind in das textile Flächengebilde derart eingebunden,
dass sie von der ersten Oberfläche abgewandt sind. Dadurch lässt sich einerseits eine
rutschhemmende Wirkung erreichen, andererseits eine zu starke Exposition des Silikonfadens
an der mit der Haut des Patienten in Kontakt tretenden ersten Oberfläche unterbinden.
[0013] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass zwei zueinander gehörende Maschenschenkel
der Masche, die mit dem Silikonfaden des zweiten Fadensystems im Bereich der ersten
Oberfläche gebildet ist, im Wesentlichen V-förmig zueinander verlaufen. Dieses Merkmal
der Erfindung erhöht die rutschhemmende Wirkung des in das textile Flächengebilde
eingebunden Silikonfadens. Die beiden nicht parallel zueinander sondern geneigt zueinander,
im Wesentlichen V-förmig geneigt zueinander, verlaufenden Maschenschenkel wirken nicht
nur wegen der materialbedingt rutschhemmenden Wirkung des Silikonfadens, sondern auch
aufgrund ihres Verlaufs rutschhemmend.
[0014] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das zweite Fadensystem im textilen
Flächengebilde an der ersten Oberfläche als Fangbindung eingelegt ist. Dadurch kann
erreicht werden, dass keine Maschenköpfe des Silikonfadens des zweiten Fadensystems
an der Oberfläche des textilen Flächengebildes exponiert sind.
[0015] Eine Weiterbildung der Erfindung kann ferner vorsehen, dass der Silikonfaden des
zweiten Fadensystems nur bereichsweise in das textile Flächengebilde eingebunden ist.
Dies bedeutet, dass der den Tragekomfort aufgrund seiner mangelnden Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit
beeinträchtigende Silikonfaden in das textile Flächengebilde nur dort eingebunden
wird, wo tatsächlich eine rutschhemmende Wirkung erforderlich ist. In solchen Bereichen
des textilen Flächengebildes, in denen keine rutschhemmende Wirkung benötigt wird,
wird das textile Flächengebilde ohne Einbindung des Silikonfadens hergestellt. In
diesem Zusammenhang kann gemäß einer Ausführungsform der Erfindung vorgesehen sein,
dass der Silikonfaden des zweiten Fadensystems in schmalen Streifen in das textile
Flächengebilde eingebunden ist. Alternativ zu Streifen sind auch andere Geometrien
der Bereiche möglich, in dem der Silikonfaden eingebunden ist, wie beispielsweise
punktuelle Bereiche, geschlossene Formen, wie Kreise, Ringe, Wellen oder dergleichen.
[0016] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Silikonfaden des zweiten Fadensystems
mit einem Strickgarn eines dritten Fadensystems abgebunden ist. Als Strickgarn zum
Abbinden wird herkömmliches Material verwendet, wie beispielsweise ein Garn aus Nylon
oder Baumwolle. Dadurch ist es möglich, die Größe der Maschen und das Maschenbild
aktiv zu beeinflussen. Es ist nämlich festzustellen, dass Silikonfäden im Rahmen von
herkömmlichen Strickverfahren oder Wirkverfahren nur schwer verarbeitbar sind. Das
Abbinden mit einem herkömmlichen Garn erleichtert die Verarbeitung.
[0017] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, dass es das erste
Fadensystem mit einem Strickfaden, das zweite Fadensystem mit dem Silikonfaden, das
dritte Fadensystem mit einem weiteren Strickfaden sowie wenigstens einen Schussfaden
aufweist.
[0018] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Herstellen eines textilen Flächengebildes
nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das textile Flächengebilde aus wenigstens
zwei Fadensystemen hergestellt ist, die durch Ausbildung von Maschen mit einem Maschenkopf
und zwei zu dem Maschenkopf führenden Maschenschenkeln miteinander verbunden sind,
umfassend eine erste Oberfläche und eine von der ersten Oberfläche abgewandte zweite
Oberfläche, wobei ein erstes Fadensystem mit einem Garn hergestellt wird und wobei
ein zweites Fadensystem mit einem Silikonfaden hergestellt wird, wobei das textile
Flächengebilde derart ausgebildet wird, dass der Silikonfaden des zweiten Fadensystems
an der ersten Oberfläche im Wesentlichen nur im Bereich seiner Maschenschenkel exponiert
ist.
[0019] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft anhand der folgenden Figuren erläutert.
Es stellen dar:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen textilen Flächengebildes, ausgebildet
als Gestrick;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung zweier Maschen;
- Fig. 3a-d
- eine Darstellung zur Erläuterung der einzelnen Fadensysteme sowie des Gesamtsystems
in einem Bereich des textilen Flächengebildes mit rutschhemmender Wirkung; und
- Fig. 4a-d
- eine Darstellung zur Erläuterung der einzelnen Fadensysteme sowie des Gesamtsystems
in einem Bereich des textilen Flächengebildes ohne rutschhemmende Wirkung.
[0020] In Figur 1 ist ein erfindungsgemäßes textiles Flächengebilde schematisch dargestellt
und allgemein mit 10 bezeichnet. Dieses umfasst eine erste in der Darstellung obere
Oberfläche 12 sowie eine zweite in der Darstellung untere Oberfläche 14. Das gezeigte
Flächengebilde 10 ist Teil einer medizinischen Bandage. Es kommt mit der ersten Oberfläche
12 in Kontakt mit der Haut eines Patienten und soll auf dieser nicht verrutschen.
[0021] Man erkennt in Figur 1, dass das Flächengebilde 10 drei Streifen 16, 18, 20 aufweist.
In diesen Bereichen 16, 18, 20 ist das textile Flächengebilde 10 rutschhemmend ausgebildet.
Ferner weist es Bereiche 22, 24, 26, 28 auf, in denen es nicht rutschhemmend ausgebildet
ist. Die Rutschhemmung wird bei dem erfindungsgemäßen textilen Flächengebilde 10 durch
Einbinden eines Silikonfadens einerseits und durch einen bestimmten Fadenverlauf andererseits
erreicht. Hierauf wird im Folgenden eingegangen. Beim Gebrauch der Bandage wird die
rutschhemmende Wirkung des Silikonfadengestricks 10 noch verstärkt, indem die Bandage
sich mit ihrem Kompressionsdruck an das Bein "krallt".
[0022] Figur 2 zeigt zur Erläuterung zwei Maschen 30, 32 eines herkömmlichen Gestricks in
vergrößerter Darstellung. Man erkennt dass ein Maschenkopf 34 der Masche 32 den Maschenfuß
36 der Masche 30 umschlingt. Ferner erkennt man, dass die Maschenschenkel 38, 40 der
Masche 32 nicht zu einander parallel laufen, sondern im Wesentlichen V-förmig zueinander
geneigt sind.
[0023] Figuren 3a bis 3c zeigen im Hinblick auf die schematische Darstellung gemäß Figur
1 die einzelnen Fadensystemen zur Herstellung der Bereiche 16, 18, 20 mit eingebundenem
Silikonfaden, wobei sich in den Figuren jeweils unten die erste Oberfläche 12 und
oben die zweite Oberfläche 14 ausbildet. Figur 3a zeigt in durchgezogener Linie das
Fadensystem eines ersten Strickfadens 42, beispielsweise aus dem Material Polyamid
6.6 (Nylon) oder einem Polyamid- /Polyester-Mischgarn. Es kann aber auch jegliches
Baumwolle-Mischgarn sein. Der erste Strickfaden 42ist über einzelne Nadeln 44 einer
herkömmlichen Strickmaschine geführt.
[0024] Figur 3b zeigt in Strichlinie das Fadensystem eines Silikonfadens 46. Man erkennt,
dass der mit Strichlinien eingezeichnete Silikonfaden 46 auf der ersten Oberfläche
12 (in Figur 3b unten) nur als Fangbindung eingelegt ist. Er bildet an der ersten
Oberfläche 12 keine volle Masche aus.
[0025] Figur 3c zeigt das dritte Fadensystem eines zweiten Strickfadens 48, beispielsweise
aus dem Material Polyamid 6.6 (Nylon) oder einem Polyamid-/Polyester-Mischgarn. Es
kann aber auch jegliches Baumwolle-Mischgarn sein. Der zweite Strickfaden 48 dient
dazu, den Silikonfaden 46 abzubinden.
[0026] Figur 3d zeigt das Gesamtsystem mit allen drei Fadensystemen 42, 46, 48.
[0027] Figuren 4a bis 4d zeigen im Hinblick auf die schematische Darstellung gemäß Figur
1 die einzelnen Fadensysteme zur Herstellung der Bereiche 24, 26, 28 ohne eingebundenen
Silikonfaden 46. Die Fadenverläufe des ersten Strickfadens 42 und des zweiten Strickfadens
48 sind identisch, wie in den Figuren 3a und 3c. Figur 4d zeigt wiederum das Gesamtsystem
mit den Fadensystemen 42, 48.
[0028] Durch diese Fadenverläufe lässt sich das textile Flächengebilde 10 in Form eines
Gestricks herstellen, das in den Bereichen 22, 24, 26, 28 ohne Silikonfaden in üblicher
Weise ausgebildet ist, beispielsweise elastisch zum Erzielen eines Kompressionseffekts
mit guten Flüssigkeitsaufnahme- bzw. Flüssigkeitsabtransporteigenschaften von der
Haut eines Patienten. In den Bereichen 16, 18 und 20 ist das textile Flächengebilde
10 jedoch rutschhemmend ausgebildet, weil in diesen Bereichen der Silikonfaden 46
eingebunden ist. Die Einbindung erfolgt, wie in Fig. 3a bis 3d dargestellt, jedoch
in einer Weise, dass nur kurze Abschnitte, nämlich Abschnitte der Maschenschenkel
38, 40 auf der ersten Oberfläche 12 exponiert sind und so in Kontakt mit der Haut
eines Patienten gelangen. Diese kurzen Abschnitte der Silikonfäden 46 sorgen für eine
hinreichende rutschhemmende Wirkung aufgrund der Materialeigenschaften des Silikons
und aufgrund der nicht-parallelen Verläufe der Maschenschenkel. Andererseits sind
diese mit der Haut des Patienten in Kontakt tretenden Abschnitte der Silikonfäden
46 kurz genug, um erhöhte Schweißbildung oder Ablagerungen von Hautschuppen in den
Bereichen 16, 18, 20 zu vermeiden.
[0029] Mit der Erfindung lässt sich einerseits eine hervorragende rutschhemmende Wirkung
erzielen, andererseits die bei herkömmlichen Gummierungen damit einhergehenden Nachteile,
insbesondere die erhöhte Schweißbildung unterbinden.
1. Textiles Flächengebilde (10) mit rutschhemmender Wirkung, wobei das textile Flächengebilde
(10) aus wenigstens zwei Fadensystemen (42, 46, 48) hergestellt ist, die durch Ausbildung
von Maschen mit einem Maschenkopf (34) und zwei zu dem Maschenkopf (34) führenden
Maschenschenkeln (38, 40) miteinander verbunden sind, wobei das textile Flächengebilde
(10) umfasst: eine erste Oberfläche (12) und eine von der ersten Oberfläche (12) abgewandte
zweite Oberfläche (14), wobei ein erstes Fadensystem (42) mit einem Garn hergestellt
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das textile Flächengebilde (10) ein doppelfonturig hergestelltes Flachgestrick ist
und ein zweites Fadensystem (46) mit einem Silikonfaden hergestellt ist, wobei das
textile Flächengebilde (10) derart ausgebildet ist, dass der Silikonfaden (46) des
zweiten Fadensystems an der ersten Oberfläche (12) im Wesentlichen nur im Bereich
seiner Maschenschenkel (38, 40) exponiert ist.
2. Textiles Flächengebilde (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass zwei zueinander gehörende Maschenschenkel (38, 40) einer Masche (32), die mit dem
Silikonfaden (46) des zweiten Fadensystems im Bereich der ersten Oberfläche (12) gebildet
ist, im wesentlichen V-förmig zueinander verlaufen.
3. Textiles Flächengebilde (10) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Fadensystem (46) im textilen Flächengebilde an der ersten Oberfläche (12)
als Fangbindung eingelegt ist.
4. Textiles Flächengebilde (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Silikonfaden (46) des zweiten Fadensystems nur bereichsweise in das textile Flächengebilde
(10) eingebunden ist.
5. Textiles Flächengebilde (10) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Silikonfaden (46) des zweiten Fadensystems in schmalen Streifen (16, 18, 20)
in das textile Flächengebilde (10) eingebunden ist.
6. Textiles Flächengebilde (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Silikonfaden (46) des zweiten Fadensystems mit einem Strickgarn (48) eines dritten
Fadensystems abgebunden ist.
7. Textiles Flächengebilde (10) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass es das erste Fadensystem mit einem Strickfaden, das zweite Fadensystem mit dem Silikonfaden,
das dritte Fadensystem mit einem weiteren Strickfaden sowie wenigstens einen Schussfaden
aufweist.
8. Verfahren zum Herstellen eines textilen Flächengebildes (10) nach einem der vorangehenden
Ansprüche, wobei das textile Flächengebilde (10) aus wenigstens zwei Fadensystemen
(42, 46, 48) hergestellt ist, die durch Ausbildung von Maschen mit einem Maschenkopf
(34) und zwei zu dem Maschenkopf (34) führenden Maschenschenkeln (38, 40) miteinander
verbunden sind, umfassend eine erste Oberfläche (12) und eine von der ersten Oberfläche
(12) abgewandte zweite Oberfläche (14), wobei ein erstes Fadensystem (42) mit einem
Garn hergestellt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass das textile Flächengebilde (10) als Flachgestrick doppelfonturig hergestellt wird
und ein zweites Fadensystem (46) mit einem Silikonfaden hergestellt wird, wobei das
textile Flächengebilde (10) derart ausgebildet wird, dass der Silikonfaden des zweiten
Fadensystems (46) an der ersten Oberfläche (12) im Wesentlichen nur im Bereich seiner
Maschenschenkel (38, 40) exponiert ist.
1. A textile fabric (10) having an anti-slip effect, wherein the textile fabric (10)
is produced from at least two thread systems (42, 46, 47) that are interconnected
through the formation of stitches with a stitch head (34) and two stitch legs (38,
40) leading to the stitch head (3), with the textile fabric (10) comprising: a first
surface (12) and a second surface (14) that faces away from the first surface (12),
with a first thread system (42) being made with a yarn,
characterized in that the textile fabric (10) is a flat-knitted fabric knitted using two needle bars and
a second thread system (46) is made with a silicone thread, with the textile fabric
(10) being embodied such that the silicone thread (46) of the second thread system
is exposed on the first surface (12) substantially only in the vicinity of its stitch
legs (38, 40).
2. The textile fabric (10) as set forth in claim 1, characterized in that two mutually associated stitch legs (38, 40) of a stitch (32) formed with the silicone
thread (46) of the second thread system in the vicinity of the first surface (12)
extend substantially in a V-shape with respect to one another.
3. The textile fabric (10) as set forth in claim 1 or 2, characterized in that the second thread system (46) is inserted in the textile fabric on the first surface
(12) as a tuck weave.
4. The textile fabric (10) as set forth in any one of the preceding claims, characterized in that the silicone thread (46) of the second thread system is incorporated into the textile
fabric (10) only in areas.
5. The textile fabric (10) as set forth in claim 4, characterized in that the silicone thread (46) of the second thread system is incorporated into the textile
fabric (10) in narrow strips (16, 18, 20).
6. The textile fabric (10) as set forth in any one of the preceding claims, characterized in that the silicone thread (46) of the second thread system is tied off with a knitting
yarn (48) of a third thread system.
7. The textile fabric (10) according to claim 6, characterized in that it comprises the first thread system with a knitting thread, the second thread system
with the silicone thread, the third thread system with an additional knitting thread
and at least one weft thread.
8. A method for manufacturing a textile fabric (10) as set forth in any one of the preceding
claims, wherein the textile fabric (10) is produced from at least two thread systems
(42, 46, 48) that are interconnected through the formation of stitches with a stitch
head (34) and two stitch legs (38, 40) leading to the stitch head (34), comprising:
a first surface (12) and a second surface (14) that faces away from the first surface
(12), with a first thread system (42) being made with a yarn,
characterized in that the textile fabric (10) is manufactured as a flat-knitted fabric knitted using two
needle bars and a second thread system (46) is made with a silicone thread, with the
textile fabric (10) being embodied such that the silicone thread of the second thread
system (46) is exposed on the first surface (12) substantially only in the vicinity
of its stitch legs (38, 40).
1. Structure plate textile (10) à effet antidérapant, la structure plate textile (10)
étant fabriquée à partir d'au moins deux systèmes de fils (42, 46, 48) reliés ensemble
par la formation de mailles avec une tête de maille (34) et deux côtés (38, 40) menant
à la tête de maille (34), la structure plate textile (10) comprenant : une première
surface (12) et une deuxième surface (14) détournée de la première surface (12), un
premier système de fils (42) étant fabriqué avec un fil à tricoter, caractérisée en ce que la structure plate textile (10) est fabriqué sous forme de tricot rectiligne à double
fonture, et un deuxième système de fils (46) est fabriqué avec un fil de silicone,
la structure plate textile (10) étant réalisée de telle sorte que le fil de silicone
(46) du deuxième système de fils est exposé à la première surface (12) substantiellement
uniquement au niveau de ses côtés (38, 40).
2. Structure plate textile (10) selon la revendication 1, caractérisée en ce que deux côtés (38, 40) associés d'une maille (32) formée avec le fil de silicone (46)
du deuxième système de fils au niveau de la première surface (12) s'étendent substantiellement
en forme de V l'un par rapport à l'autre.
3. Structure plate textile (10) selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que le deuxième système de fils (46) est inséré dans la structure plate textile à la
première surface (12) sous forme de mailles de cueillage.
4. Structure plate textile (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le fil de silicone (46) du deuxième système de fils est lié à la structure plate
textile (10) uniquement par endroits.
5. Structure plate textile (10) selon la revendication 4, caractérisée en ce que le fil de silicone (46) du deuxième système de fils est lié à la structure plate
textile (10) par bandelettes étroites (16, 18, 20).
6. Structure plate textile (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le fil de silicone (46) du deuxième système de fils est noué avec un fil à tricoter
(48) d'un troisième système de fils.
7. Structure plate textile (10) selon la revendication 6, caractérisée en ce qu'elle présente le premier système de fils avec un fil à tricoter, le deuxième système
de fils avec un fil de silicone, le troisième système de fils avec un autre fil à
tricoter ainsi qu'au moins un fil de trame.
8. Procédé de fabrication d'une structure plate textile (10) selon l'une quelconque des
revendications précédentes, dans lequel la structure plate textile (10) est fabriquée
à partir d'au moins deux systèmes de fils (42, 46, 48) reliés ensemble par la formation
de mailles avec une tête de maille (34) et deux côtés (38, 40) menant à la tête de
maille (34), comprenant une première surface (12) et une deuxième surface (14) détournée
de la première surface (12), un premier système de fils (42) étant fabriqué avec un
fil à tricoter,
caractérisé en ce que la structure plate textile (10) est fabriqué sous forme de tricot rectiligne à double
fonture, et un deuxième système de fils (46) est fabriqué avec un fil de silicone,
la structure plate textile (10) étant réalisée de telle sorte que le fil de silicone
(46) du deuxième système de fils est exposé à la première surface (12) substantiellement
uniquement au niveau de ses côtés (38, 40).
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