[0001] Die Erfindung betrifft eine neuartige Betonschalung, die sich zur Herstellung von
einhäuptigen oder zweihäuptigen Betonschalungen eignet, Betonformen enthaltend derartige
Betonschalungen sowie Verfahren zur Herstellung der Betonschalungsplatten.
[0002] Mittels der erfindungsgemäßen Betonschalung lassen sich gemusterte bzw. strukturierte
als auch sehr glatte Betonoberflächen herstellen.
[0003] Bei der Herstellung von Beton wird dieser für gewöhnlich unter Verwendung einer Betonform
gegossen, wobei der Beton die Gestalt der Betonform annimmt. Hierzu wird der nasse,
unverfestigte Beton in oder auf die Betonform gegossen, wobei nach dem Aushärten and
Entfernen der Betonschaltafel die neu freiliegende Betonoberfläche einen Negativ-Abdruck
der Innenfläche der Betonform darstellt. Werden beispielsweise Holzbrettplatten als
Schalung eingesetzt, so nimmt der Beton das Aussehen der Holzbrettmaserung an.
[0004] Das Betongemisch enthält häufig größere Mengen an Luft, sowie in der Regel mehr Wasser
als für das Abbinden nötig ist. Die im Betongemisch vorhandene Luft und das anwesende
Wasser machen das Betongemisch fließfähiger und erleichtern somit die Handhabung sowie
das Gießen.
[0005] Aus dem Stand der Technik sind Betonverschalungen seit längerem bekannt. So beschreibt
dass
U.S. Patent 4730805 eine Form zum Formen von Beton, die einen Träger und wenigstens zwei Lagen aus textilem
Flächengebilde auf dem Träger verwendet. Der Träger kann Ansätze haben, um das Flächengebilde
vom Träger im Abstand abzuordnen, wobei die Flächengebildelagen und die Ansätze das
Entwässern des Wassers aus dem aushärtenden Beton unterstützen. Der Träger kann Drainageöffnungen
zum Abführen von überschüssigem Wasser and Luft aufweisen. Das Flächengebilde ist
an den Träger gebunden und diesem gegenüber unbeweglich.
[0006] Aus dem
U.S. Patent 4856754 ist eine Betonform unter Verwendung von doppelt gewebten textilen Flächengebilden
auf einer Tragplatte mit Löchern für die Drainage bekannt. Ein gewebtes Flächengebilde
ist an die Platte geklebt, während das andere gewebte Flächengebilde an das Erste
genäht ist.
[0007] Aus
EP-A-0429752 ist eine Form für gemusterten Beton bzw. Betonoberflächen mit einer Trageinrichtung,
einem Gitter mit miteinander verbundenen Abstandsgliedern, die im Gitter Löcher mit
einer Einzelfläche von wenigstens 0,25cm
2 bilden, wobei wenigstens ein Teil hiervon auf der Trageinrichtung aufliegt, und einem
porösen, textilen Flächengebilde, das neben dem Gitter angeordnet und durch das Gitter
vom Träger im Abstand angeordnet ist, bekannt. Das Flächengebilde hat im Allgemeinen
auf jeder Seite eine Porengröße von 10 bis 250 µm, so dass eine Anzahl von kleinen
Betonteilchen (typischerweise 30 bis 90 µm) in die offenen Räume des Flächengebildes
eindringen und diese ausfüllen kann. Des Weiteren kann überschüssiges Wasser und Luft
durchtreten, so dass eine Drainage gegeben ist.
[0008] Feine Betonteilchen füllen in typischer Weise die größeren Poren des Flächengebildes,
insbesondere wenn eine übermäßige Betonverdichtung auftritt. Falls genügend feine
Betonteilchen in die Struktur des Flächengebildes eingedrungen sind und eine ausreichende
Betonhärtung stattgefunden hat, wird für gewöhnlich das Lösen des Flächengebildes
vom gehärteten Beton sehr schwierig oder gar unmöglich, ohne dass die Betonoberfläche
Schaden nimmt. Des Weiteren wird die dem Beton zugewandete Seite der Betonschalung
unbrauchbar.
[0009] Die bislang bekannten Betonformzwischenlagen bzw. Betonschalungen sind nur sehr aufwendig
realisierbar oder aber nur eingeschränkt einsetzbar, so dass ein Bedürfnis nach einfach
realisierbaren Betonschalungen bestand.
[0010] Es wurde nunmehr gefunden, dass Betonschalungen mit einer speziellen Glasvlies-Ausrüstung
bzw. Oberflächenvergütung sich hervorragend zur Herstellung von einhäuptigen und/oder
zweihäuptigen Betonschalungen eignen und darüber hinaus in einfacher Art und Weise
Oberflächenstrukturen in der Betonoberfläche erzeugt werden können oder aber Betonoberflächen
mit hoher Güte herstellen lassen.
[0011] Zusätzlich ermöglicht die spezielle Glassvlies-Ausrüstung bzw. Oberflächenvergütung
der Schalung, dass diese deutlich häufiger als Betonschalung wiederverwendet werden
kann.
[0012] Die spezielle Glasvlies-Ausrüstung bzw. Oberflächenvergütung der Schalung ist darüber
hinaus kostengünstig und in kommerziellen Mengen verfügbar. Auch die stoffliche Wiederverwertung
nach bestimmungsgemäßer Verwendung ist möglich.
[0013] Die erfindungsgemäße, spezielle Glasvlies-Ausrüstung bzw. Oberflächenvergütung der
Schalung ermöglicht einerseits die Herstellung von sehr glatten Betonoberflächen sowie
ebenfalls von gemusterten Betonoberflächen, wie sie insbesondere im Bereich von Sichtbeton
oder als Strukturbeton benötigt werden.
[0014] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Beton-Schalungstafel umfassend:
- a) mindestens einen Träger,
- b) mindestens ein auf mindestens einer der beiden Seiten des Trägers flächig aufgebrachtes
textiles Flächengebilde welches mit mindestens einem B-stage fähigen Binder verfestigt
worden ist,
- c) ggf. ein oder mehrere auf die Oberseite des mit dem B-stage Binder verfestigten
textilen Flächengebildes aufgebrachte oder in das textile Flächengebilde eingebrachte
Funktionsmaterialien.
[0015] Bei dem erfindungsgemäß eingesetzten Träger handelt es sich vorzugsweise um Holzwerkstoffe,
wie Platten, wobei diese zusätzliche Holzwerkstoff-Konstruktionen, wie Rahmen, Gitter
oder drei-dimensionale Verstärkungsstrukturen, so genannte Honeycombs, aufweisen können,
welche die Holzwerkstoffe weiter verstärken.
[0016] Bei den Holzwerkstoffen handelt es sich um platten- oder strangförmige Holzwerkstoffe,
die durch Mischung der verschiedenen Holzpartikelformen mit natürlichen und/oder synthetischen
Bindemittel im Zuge einer Heißverpressung hergestellt werden. Die erfindungsgemäß
eingesetzten Holzwerkstoffe umfassen vorzugsweise Sperr- bzw. Lagenholz, Holzspanwerkstoff,
insbesondere Spannplatten und OSB (Oriented Strand Boards), Holzfaserwerkstoff, insbesondere
poröse Holzfaserplatten, diffusionsoffene Holzfaserplatten, harte (hochdichte) Holzfaserplatten
(HDF) und mitteldichte Holzfaserplatten (MDF), und Arboform. Bei Arboform handelt
es sich um einen thermoplastisch verarbeitbaren Werkstoff aus Lignin und anderen Holzbestandteilen.
[0017] Die erfindungsgemäß eingesetzten Holzwerkstoffe können ein- oder mehrschichtig ausgebildet
sein und umfassen vorzugsweise mehrere Schichten aus Sperr- bzw. Lagenholz und/oder
Holzspanwerkstoffen. Zur Erhöhung der Stabilität können diese Schichten miteinander
verklebt sein.
[0018] Die Wahl des Trägers unterliegt im Wesentlichen keiner Einschränkung sondern wird
vielmehr durch die Art der Schalung bestimmt, d.h. ob es sich um eine Wandschalung,
Stützenschalung, Balkenschalung, Treppenschalung, Gleitschalung, Rahmenschalung, Trägerschalung
oder verlorene Schalung handelt.
[0019] Bei den erfindungsgemäß eingesetzten textilen Flächengebilden handelt es sich um
alle Gebilde, die aus Fasern hergestellt werden und aus denen Mittels einer flächenbildenden
Technik eine textile Fläche hergestellt worden ist.
[0020] Bei den faserbildenden Materialien handelt es sich vorzugsweise Fasern aus synthetisierten
Polymeren, keramische Fasern, Mineralfasern oder Glasfasern, wobei diese auch in Form
von Gemischen verwendet werden können. Bei Vorliegen von Fasergemischen können diese
auch Zellulose- oder Naturfasern enthalten. Als textile Flächen werden Gewebe, Gelege,
Gestricke, Gewirke und Vliese, vorzugsweise Vliese, verstanden.
[0021] Die erfindungsgemäß eingesetzten textilen Flächengebilde weisen vorzugsweise eine
ausreichende Wasser- bzw. Feuchtigkeits-Sperrwirkung zum Träger hin auf. Gegebenenfalls
kann auch eine separate zusätzliche Sperrschicht (z.B. Folie) zwischen Vlies und Träger
vorhanden sein.
Das textile Flächengebilde kann noch zusätzlich eine Verstärkung aus Fasern, Fäden,
oder Filamenten besitzen. Diese ist insbesondere dann von Nutzen, wenn das textile
Flächengebilde hohen mechanischen Anforderungen ausgesetzt wird. Bevorzugt werden
als Verstärkungsfäden Multifilamente oder Rovings auf Basis von Glas, Polyester, Kohlenstoff
oder Metall. Die Verstärkungsfäden können als solche oder auch in Form eines textilen
Flächengebildes, beispielsweise als Gewebe, Gelege, Gestrick, Gewirke oder Vlies eingesetzt
werden. Bevorzugt bestehen die Verstärkungen aus einer parallelen Fadenschar oder
einem Gelege.
[0022] Bei den textilen Flächen aus Mineral- und keramischen Fasern handelt es sich um Alumosilikat-,
Keramik-, Dolomit- Wollastonitfasern oder aus Fasern von Vulkaniten vorzugsweise Basalt-,
Diabas- und/oder Melaphyrfasern, insbesondere Basaltfasern. Diabase und Melaphyre
werden zusammengefasst als Paläobasalte bezeichnet und Diabas wird auch gerne als
Grünstein bezeichnet.
[0023] Das Mineralfaservlies kann aus Filamenten, d.h. unendlich langen Fasern oder aus
Stapelfasern gebildet werden. Die durchschnittliche Länge der Stapelfasern im erfindungsgemäß
eingesetzten Vlies aus Mineralfasern beträgt zwischen 5 und 120 mm, vorzugsweise 10
bis 90 mm. In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung enthält das Mineralfaservlies
eine Mischung aus Endlosfasern und Stapelfasern.
Der durchschnittliche Faserdurchmesser der Mineralfasern beträgt zwischen 5 und 30
µm, vorzugsweise zwischen 8 und 24 µm, besonders bevorzugt zwischen 8 und 15µ.
[0024] Das Flächengewicht des textilen Flächengebildes aus Mineralfasern beträgt zwischen
15 und 500 g/m
2, vorzugsweise 40 und 250 g/m
2, wobei sich diesen Angaben auf ein Flächengebilde ohne Binder beziehen.
[0025] Bei den textilen Flächen aus Glasfasern sind insbesondere Vliese bevorzugt. Diese
werden aus Filamenten, d.h. unendlich langen Fasern oder aus Stapelfasern aufgebaut.
Die durchschnittliche Länge der Stapelfasern beträgt zwischen 5 und 120 mm, vorzugsweise
10 bis 90 mm. In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung enthält das Glasfaservlies
eine Mischung aus Endlosfasern und Stapelfasern.
[0026] Der durchschnittliche Durchmesser der Glasfasern beträgt zwischen 5 und 30 µm, vorzugsweise
zwischen 8 und 24 µm, besonders bevorzugt zwischen 10 und 21µm.
[0027] Neben den vorstehend genannten Durchmessern können auch so genannte Glas-Mikrofasern
Verwendung finden. Der bevorzugte durchschnittliche Durchmesser der Glasmikrofasern
ist hierbei zwischen 0,1 und 5 µm. Die die textile Fläche bildenden Mikrofasern können
auch in Mischungen mit anderen Fasern, vorzugsweise Glasfasern vorliegen. Außerdem
ist auch ein schichtförmiger Aufbau aus Mikrofasern und Glasfasern möglich oder aber
die Einstellung eines Gradienten, bei dem der Gehalt an Mikrofasern, zu der dem Träger
abgewandten Seite des textilen Flächengebildes, ansteigt. Hierdurch kann eine Drainagewirkung
eingestellt werden.
[0028] Das Flächengewicht des textilen Flächengebildes aus Glasfasern beträgt zwischen 15
und 500 g/m
2, vorzugsweise 40 und 250 g/m
2, wobei sich diesen Angaben auf ein Flächengebilde ohne Binder beziehen.
[0029] Geeignete Glasfasern umfassen jene, die aus A-Glas, E-Glas, S-Glas, C-Glas, T-Glas
oder R-Glas hergestellt wurden.
[0030] Die textile Fläche kann nach jedem bekannten Verfahren hergestellt werden. Bei Glasvliesen
ist dies bevorzugt das Trocken- oder Naßlegeverfahren.
[0031] Von den textilen Flächen aus Fasern aus synthetischen Polymeren sind Vliese, insbesondere
sogenannte Spunbonds, d.h. Spinnvliese die durch eine Wirrablage schmelzgesponnener
Filamente erzeugt werden, bevorzugt. Sie bestehen aus Endlos-Synthesefasern aus schmelzspinnbaren
Polymermaterialien. Geeignete Polymermaterialien sind beispielsweise Polyamide, wie
z.B. Polyhexamethylendiadipamid, Polycaprolactam, aromatische oder teilaromatische
Polyamide ("Aramide"), aliphatische Polyamide, wie z.B. Nylon, teilaromatische oder
vollaromatische Polyester, Polyphenylensulfid (PPS), Polymere mit Ether- und Keto-gruppen,
wie z.B. Polyetherketone (PEK) und Poly-etheretherketon (PEEK), Polyolefine, wie z.B.
Polyethylen oder Polypropylen, Cellulose oder Polybenzimidazole. Neben den vorstehend
genannten synthetischen Polymeren sind auch solche Polymere geeignet, die aus Lösung
gesponnen werden.
[0032] Bevorzugt bestehen die Spinnvliese aus schmelzspinnbaren Polyestern. Als Polyestermaterial
kommen im Prinzip alle zur Faserherstellung geeigneten bekannten Typen in Betracht.
Besonders bevorzugt sind Polyester, die mindestens 95 mol % Polyethylenterephthalat
(PET) enthalten, insbesondere solche aus unmodifiziertem PET.
[0033] Die Einzeltiter der Polyesterfilamente im Spinnvlies betragen zwischen 1 und 16 dtex,
vorzugsweise 2 bis 10 dtex.
[0034] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann das Spinnvlies auch ein schmelzbinderverfestigter
Vliesstoff sein, welcher Träger- und Schmelzklebefasern enthält. Die Träger- und Schmelzklebefasern
können sich von beliebigen thermoplastischen fadenbildenden Polymeren ableiten. Derartige
schmelzbinderverfestigte Spinnvliese sind beispielsweise in
EP-A-0,446,822 und
EP-A-0,590,629 beschrieben.
[0035] Neben Endlosfilamenten (Spunbondverfahren) können die textilen Flächen auch aus Stapelfasern
oder Gemischen aus Stapelfasern und Endlosfilamenten aufgebaut sein. Die Einzeltiter
der Stapelfasern im Vlies betragen zwischen 1 und 16 dtex, vorzugsweise 2 bis 10 dtex.
Die Stapellänge beträgt 1 bis 100mm, vorzugsweise 2 bis 50mm, besonders bevorzugt
2 bis 30mm. Das textile Flächengebilde kann auch aus Fasern unterschiedlicher Materialien
aufgebaut sein, um besondere Eigenschaften erzielen zu können.
[0036] Die die Vliesstoffe aufbauenden Filamente und/oder Stapelfasern können einen praktisch
runden Querschnitt besitzen oder auch andere Formen aufweisen, wie hantel-, nierenförmige,
dreieckige bzw. tri- oder multilobale Querschnitte. Es sind auch Hohlfasern und Bi-
oder Mehrkomponentenfasern einsetzbar. Ferner lässt sich die Schmelzklebefaser auch
in Form von Bi- oder Mehrkomponentenfasern einsetzen.
[0037] Die das textile Flächengebilde bildenden Fasern können durch übliche Zusätze modifiziert
sein, beispielsweise durch Antistatika, wie Ruß.
[0038] Das Flächengewicht des textilen Flächengebildes aus Fasern aus synthetischen Polymeren
beträgt zwischen 10 und 500 g/m
2, vorzugsweise 20 und 250 g/m
2
[0039] Die textilen Flächengebilde können ohne chemischen Binder hergestellt werden. Um
die erforderlichen Festigkeiten zur Weiterverarbeitung der Flächengebilde zu erzielen,
können auch thermoplastische Binderpolymere eingebracht und/oder bekannte Vernadelungsmethoden
Verwendung finden. Neben der Möglichkeit einer mechanischen Verfestigung, z.B. durch
Kalandrierung oder Vernadelung, sei hier insbesondere auch die hydrodynamische Vernadelung
erwähnt.
[0040] Bevorzugt werden die textilen Flächengebilde jedoch mit einem chemischen Binder vorverfestigt.
Die eingesetzten Binder stammen bevorzugt aus der Gruppe der zum B-stage Binder kompatiblen
Bindersysteme. Der Binderanteil beträgt maximal 25 Gew.-%.
[0041] Das gemäß b) eingesetzte textile Flächengebilde wurde mittels eines so genannten
B-Stage Binder ausgerüstet bzw. verfestigt.
[0042] Als B-stage Binder werden Binder bzw. Bindersysteme verstanden, die schrittweise,
d.h. nur teilweise verfestigt bzw. gehärtet werden können und noch eine Endverfestigung,
beispielsweise durch thermische Nachbehandlung, erfahren können.
[0043] Geeignete B-Stage Binder bzw. Bindersysteme sind in
US-A-5,837,620,
US-A-6,303,207 und
US-A-6,331,339 eingehend beschrieben. Die dort offenbarten B-Stage Binder können auch im Rahmen
der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden.
[0044] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beträgt die Menge an endverfestigtem
B-Stage Binder und chemischen Binder zusammen min. 30 Gew.-%, insbesondere min. 35
Gew.-%, besonders bevorzugt min. 40 Gew.-%, wobei die Gewichtsangabe auch ggf. im
Bindersystem vorhanden Hilfsmittel, wie z.B. Füller und/oder Stabilisatoren, umfasst
und sich auf das Gesamtgewicht des textilen Flächengebildes bezieht.
[0045] Bei B-Stage Bindern bzw. B-Stage-fähigen Bindern handelt es sich vorzugsweise um
Binder auf Basis von Furfurylalkohol-Formaldehyd, Phenol-Formaldehyd, Melamin-Formaldehyd,
Harnstoff-Formaldehyd und deren Gemische. Vorzugsweise handelt es sich um wässrige
Systeme. Weitere bevorzugte Bindersysteme sind Formaldehyd-freie Binder. B-Stage Binder
zeichnen sich dadurch aus, dass sie einer zwei- oder mehr-stufigen Härtung unterworfen
werden können, d.h. nach der ersten Härtung bzw. den ersten Härtungen noch eine ausreichende
Binderwirkung aufweisen um diese für die weitere Verarbeitung nutzen zu können.
[0046] Üblicherweise werden derartige Binder nach Zusatz eines Katalysators bei Temperaturen
von ca. 175°C (ca. 350F) endverfestigt.
[0047] Zur Bildung des B-Stages werden derartige Binder, ggf. nach Zusatz eines Katalysators,
gehärtet. Der Härtungs-Katalysator-Anteil beträgt bis zu 10 Gew.-%, vorzugsweise jedoch
0,05 bis 7 Gew.-% (bezogen auf den Gesamtbindergehalt). Als Härtungs-Katalysator sind
beispielsweise Ammoniumnitrat, sowie organische, aromatische Säuren, z.B. Maleinsäure
und p-Toluolsulfonsäure geeignet, da dieser den B-Stage Zustand schneller erreichen
lässt. Neben Ammoniumnitrat, Maleinsäure und p-Toluolsulfonsäure sind alle Materialien
als Härtungs-Katalysator geeignet, welche eine vergleichbare saure Funktion aufweisen.
Je nach Prozessführung und Weiterverarbeitung kann auf die Zugabe eines Katalysators
jedoch auch gänzlich verzichtet werden.
[0048] Zum Erreichen des B-Stages kann das mit dem Binder imprägnierte textile Flächengebilde
unter Temperatureinfluss getrocknet werden, ohne eine Komplettaushärtung des Binders
zu bewirken.
Die erforderlichen Prozessparameter sind vom gewählten Bindersystem abhängig.
[0049] Die erfindungsgemäß eingesetzten B-Stage-fähigen Binder erlauben eine variable Prozessführung.
[0050] Bei einer bevorzugten Prozessführung dient die erste Stufe der Verfestigung des B-Stage-fähigen
Binders zur Stabilisierung des textilen Flächengebildes bei dessen Herstellung, falls
dieses nicht anderweitig vorverfestigt ist, z.B. durch andere chemische Binder. Anschließend
wird das mit dem B-Stage Binder vorverfestigte textile Flächengebilde auf dem Träger
fixiert, z.B. durch Verpressung/Laminierung, und der Verbund aus Träger und textilem
Flächengebilde erhalten. Bei der vorstehenden Fixierung wird der B-Stage Binder endverfestigt,
wobei auch eine ggf. gewünschte Strukturierung, z.B. durch strukturierte Pressbleche
oder Walzen, erzeugt und fixiert wird.
[0051] Bei einer weiteren bevorzugten Prozessführung wird das textile Flächengebilde bei
der Herstellung der erfindungsgemäßen Schalung bzw. Schaltafeln bereits anderweitig
vorverfestigt eingesetzt, z.B. durch andere chemische Binder. Somit dient die erste
Stufe der Verfestigung des B-Stage-fähigen Binders zur Befestigung bzw. der Fixierung
des textilen Flächengebildes am Träger. Nachfolgend kann eine gewünschte Strukturierung,
z.B. durch strukturierte Pressbleche oder Walzen, oder aber besonders glatte Oberfläche,
z.B. durch besonders glatte Pressbleche oder Walzen, erzeugt werden.
[0052] Darüber hinaus ist es in einer weiteren bevorzugten Prozessvariante auch möglich,
das mit dem B-Stage Binder vorverfestigte textile Flächengebilde direkt bei der Herstellung
des Holzwerkstoffes auf Diesen aufzubringen und zu verpressen. Gleichzeitig oder nachfolgend
durch einen separaten Schritt kann eine gewünschte Strukturierung, z.B. durch strukturierte
Pressbleche oder Walzen, oder aber besonders glatte Oberfläche, z.B. durch besonders
glatte Pressbleche oder Walzen, erzeugt werden.
[0053] Mittels der vorliegenden Erfindung kann die Stabilität der Betonschalung, insbesondere
bei Verwendung von Holzwerkstoff-Trägern, weiter erhöht werden, wodurch kompaktere
und auch leichtere Schaltafeln zugänglich sind, was deren Handhabung deutlich erleichtert.
[0054] Die untere sowie auch die obere Temperaturgrenze kann durch Wahl der Dauer bzw. durch
Zusatz oder Vermeidung von größeren oder stärker sauren Härtungs-Katalysator bzw.
ggf. durch Einsatz von Stabilisatoren beeinflusst werden.
[0055] Die zweite Stufe der Verfestigung des Binders im B-Stage Zustand dient somit der
Fixierung des textilen Flächengebildes am Träger
oder, insofern das textile Flächengebilde mittels anderer Methoden vorverfestigt ist und
die Fixierung des textilen Flächengebildes am Träger mittels der ersten Stufe der
Verfestigung des Binders vorgenommen wurde, zur Erzeugung und Fixierung von drei-dimensionale
Strukturen, die an der Oberfläche des Verbundes aus Träger und textilem Flächegebilde
erzeugt wurden, oder aber besondere Glättungen, die an der Oberfläche des Verbundes
aus Träger und textilem Flächegebilde an der dem Beton zugewandten Seite der Betonschalung
erzeugt wurden, zu fixieren.
Hierzu kann die Oberfläche mittels beheizter Formen bzw. beheizten Press-/Walz-Werkzeugen,
z.B. strukturierten Pressblechen oder strukturierten Presswalzen, bearbeitet werden,
so dass die in den Formen und Werkzeugen vorhandenen Strukturen auf das textile Flächengebilde
übertragen werden und nach Abkühlung bzw. Endverfestigung des Binders permanent vorhanden
sind
[0056] Insofern der Träger aus einem Holzwerkstoff gebildet wird, kann auch das Halbzeug
aus Träger und textilem Flächengebilde gemeinsam - wie vorstehend beschrieben - bearbeitet
werden. In diesem Fall wird das textile Flächengebilde in die obere Schicht des Trägers
eingepresst und zusätzlich mit dieser bzw. diesem verbunden, so dass eine hervorragende
Festigkeit bei gleichzeitig niedrigem Gewicht erreicht werden kann.
[0057] Die Laminierung bzw. zweite Stufe der Verfestigung erfolgt unter Einwirkung von Druck
und Wärme in einer solchen Weise, dass der vorhandene B-Stage Binder weitestgehend
endverfestigt wird. Die Laminierung kann mittels diskontinuierlichem oder kontinuierlichem
Presses oder durch Walzen, z.B. Kalander, erfolgen. Je nach verwendetem B-stage Binder
werden die Parameter Druck, Temperatur und Verweilzeit individuell gewählt.
[0058] Insofern eine extrem glatte Oberfläche der Betonschalung erreicht werden soll, kann
die zweite Stufe der Verfestigung auch zur weiteren Glättung und Fixierung der Oberfläche
der Schalung genutzt werden.
[0059] Das Aufbringen des B-Stage-fähigen Binders auf das textile Flächengebilde kann mit
Hilfe aller bekannten Methoden erfolgen. Neben Durchtränken und Einpressen kann der
Binder auch mittels Beschichten oder Schaumauftragung aufgebracht werden. Bei der
Schaumauftragung wird mit Hilfe eines Schäumungsmittels in einem Schaummixer ein Binderschaum
erzeugt, der durch geeignete Beschichtungsaggregate auf das Vlies aufgebracht wird.
[0060] Der B-Stage-fähige Binder kann weitere Hilfsmittel, wie z.B. Füller und/oder Stabilisatoren,
umfassen. Bei den Füllstoffen spielen insbesondere Materialien zur Erhöhung der Abrieb-
und Kratzfestigkeit ein Rolle. Für die Oberflächenvergütung zur Verbesserung der Abrasion
und Härte werden vorzugsweise Partikel aus SiC und / oder SiO2, Korund (AL2O3) oder
ähnliche Materialien eingesetzt, wobei Körngrößen von unter 1 mm verwendet werden,
wodurch eine sehr harte Oberfläche erzeugt werden kann. Der Anteil dieser Füllstoffe
kann bis zu 40 Gew% betragen.
[0061] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Betonschalung an der
Oberfläche des textilen Flächengebildes bzw. dem Verbund aus Träger und textilem Flächengebilde
eine drei-dimensionale Struktur aus.
[0062] Die Strukturen können regelmäßig oder unregelmäßig ausgebildet sein. Besonders bevorzugt
sind regelmäßige Strukturen, insbesondere regelmäßige und symmetrische, insbesondere
sich wiederholende Strukturen, wie Rillen, Rauten und noppenförmige Strukturen oder
auch selbstreinigende Strukturen.
[0063] Die drei-dimensionale Strukturen haben vorzugsweise eine Verbindung zueinander, so
dass hierdurch eine Drainage möglich ist. Es ist besonders bevorzugt, wenn die drei-dimensionale
Strukturen eine Vorzugsrichtung aufweisen, die ein Abfließen des Wassers aus dem Beton
begünstigen. Hierbei hat sich gezeigt, dass rillenförmige Strukturen, die eine im
Wesentlichen Vertikale bzw. Senkrechte Vorzugsrichtung aufweisen, besonders gut geeignet
sind. Diese rillenförmigen Strukturen haben eine Vertiefung bzw. Erhöhung von bis
zu 3mm, insbesondere von bis zu 1 mm. Die Breite der Strukturen beträgt bis zu 3mm,
insbesondere bis zu 1 mm.
[0064] Noppen-förmige Strukturen werden insbesondere zur Verbesserung der Rutschfestigkeit
von Betonflächen benötigt.
[0065] Neben diesen Strukturen sind auch weitere dekorative Strukturen möglich.
[0066] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann die erfindungsgemäße Betonschalung
noch ein weiteres, zusätzliches textiles Flächengebilde, vorzugsweise ein Vlies oder
Spinnvlies, mit einer besonderen Oberflächengüte und Porosität aufweisen, die einen
Einsatz als Schalung zur Herstellung von Luncker-freien Betonoberflächen ermöglicht.
Insbesondere Betonoberflächen die einer besonderen Belastung widerstehen müssen, z.B.
Oberflächen von Staumauern, sowie Überlauf- und Entlastungsrinnen von Wasserkraftwerken,
oder Wasseraufbereitung bzw. Abwasserreinigungs-Anlagen, Betonrohre zur Durchleitung
von Flüssigkeiten, müssen eine ausreichende Haltbarkeit aufweisen. Durch eine entsprechende
Oberflächengüte des Betons ist dieser für den vorstehenden Zweck besonders gut geeignet.
[0067] Das zusätzliche textile Flächengebilde weist eine Porengröße (Querschnitt) von 10
bis 80 µm, vorzugsweise 10 bis 60 µm, bestimmt mittels eines Coulter Porometers in
Porofil, auf.
[0068] Das zusätzliche textile Flächengebilde weist eine Luftdurchlässigkeit von bis zu
2501/m
2s bei 200 Pa (bestimmt gemäß DIN 53887) und eine Wasserdichtheit von 40 bis 300 mm
Wassersäule (bestimmt gemäß DIN 53886)
[0069] Insofern das zusätzliche textile Flächengebilde nicht fest bzw. flächig mit dem Verbund
aus Träger und textilem Flächengebilde verbunden ist, kann dieses auch über Verbund
aus Träger und textilem Flächengebilde gespannt werden. Hierzu ist es von Vorteil,
wenn das zusätzliche textile Flächengebilde eine Höchstzugkraft von mindestens 400
N, vorzugsweise 400 bis 600 N (in Längsrichtung) und mindestens 300 N, vorzugsweise
300 bis 500 N (in Querrichtung), gemessen an einem 5 cm breiten Streifen gemessen
gemäß DIN EN 290733, aufweist.
[0070] Das zusätzliche textile Flächengebilde kann darüber hinaus noch Verstärkung aus Fasern,
Fäden, oder Filamenten besitzen. Bevorzugt werden als Verstärkungsfäden Multifilamente
oder Rovings auf Basis von Glas, Polyester, Kohlenstoff oder Metall, eingesetzt. Bevorzugt
bestehen die Verstärkungen aus einer parallelen Fadenschar oder einem Gelege.
[0071] Zur Verbesserung der Drainagewirkung kann zwischen zusätzlichen textilen Flächengebilde
und dem Verbund aus Träger und textilem Flächengebilde zusätzlich ein Abstandshalter
eingebaut werden. Geeignete Abstandshalter sind Gitter, Netze, Lochbleche etc, die
ein Abfließen des Wassers aus dem Beton ermöglichen. Die Abstandshalter sollten vorteilhafterweise
Öffnungen bzw. freie Flächen von wenigstens 0,25 cm
2 (Einzelfläche) aufweisen.
[0072] Insofern das erfindungsgemäß eingesetzte textile Flächengebilde keine ausreichende
Wasser- bzw. Feuchtigkeits-Sperrwirkung zum Träger hin aufweist, kann zwischen dem
Träger und dem textile Flächengebilde noch eine zusätzliche Sperrschicht ausgebildet
sein. Die Sperrschicht kann auch in Form einer zusätzlichen Ausrüstung auf dem Träger
aufgebracht sein, insbesondere auf der dem textilen Flächegebilde zugewandten Seite
des Trägers.
[0073] Die Sperrschicht verhindert das Quellen des Trägers, insofern der Träger - für sich
alleine genommen - keine ausreichende Beständigkeit gegen Wasser und/oder Feuchtigkeit
besitzt. Die Beständigkeit des Trägers ist u.a. davon abhängig welcher Binder in der
Herstellung des Trägers eingesetzt wurde.
[0074] Die Sperrschicht bewirkt, dass die dem Beton zugewandte Seite bzw. Oberfläche der
erfindungsgemäßen Schalung, umfassend das textile Flächengebilde und die Sperrschicht,
eine ausreichende Wasser- bzw. Feuchtigkeits-Sperrwirkung zum Träger hin aufweist.
[0075] Die Sperrschicht kann beispielsweise durch Einbau einer entsprechenden Polymerfolie,
Beflockung mit thermoplastischen Polymermaterialien oder Aufbringen von hydrophoben
Materialien, auf die dem textilen Flächengebilde hingewandte Seite des Trägers, erhalten
bzw. aufgebracht werden.
[0076] Als Sperrschicht werden vorzugsweise Folien verwendet. Vorzugsweise werden Folien
aus B-stage-fähigen Materialien verwendet. B-stage-fähige Materialien sind vorzugsweise
Furfurylalkohol-Formaldehyd, Phenol-Formaldehyd, Melamin-Formaldehyd, Harnstoff-Formaldehyd
und deren Gemische. Folien auf Basis von Formaldehyd-freier Materialien sind ebenfalls
bevorzugt.
[0077] Bei dem gemäß c) eingesetzten Funktionsmaterial handelt es sich vorzugsweise um Materialien,
die die Ausschalung erleichtern und in der Betontechnologie bzw. Schalungstechnologie
üblich sind. Als Beispiele für derartige Funktionsmaterialien bzw. Hilfsstoffe seinen
hier Trennmittel, Hydrophobierungsmittel, Schalöle genannt, wobei diese Aufzählung
nicht abschließend ist.
[0078] Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Schalung können insbesondere hochwertige Betonoberflächen
realisiert werden, Hierbei handelt es sich insbesondere um Sichtbeton- oder Strukturbeton-Oberflächen,
bzw. deren Schalformen. Darüber hinaus können mit Hilfe der erfindungsgemäßen Schalung
auch Nanostrukturierte Betonoberflächen erzeugt werden, die bedingt durch den Selbstreinigungseffekt
besondere Eigenschaften haben. Hierzu muss lediglich die komplementäre Struktur in
der Oberfläche der erfindungsgemäßen Schalung vorhanden sein.
[0079] Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung
einer Schalung zur Herstellung einer Betonform (Variante I):
- a) Zuführen eines Trägers,
- b) Flächiges Aufbringen eines textilen Flächengebildes auf mindestens einer Oberfläche
des Trägers, wobei das textile Flächengebilde mindestens einen Binder im B-Stage Zustand
aufweist,
- c) Laminieren des gemäß Schritt b) erhaltenen Aufbaus unter Einwirkung von Druck und
Wärme, so dass der im B-stage vorliegenden Binder endverfestigt wird und
- d) gegebenenfalls Aufbringen mindestens eines Funktionsmaterials und Trocknung.
[0080] Insofern die erfindungsgemäße Beton-Schalung eine strukturierte oder geglättete Oberfläche
aufweisen soll, kann die Strukturierung bzw. Glättung der Oberfläche während Schritt
c) erfolgen.
[0081] Insofern in Schritt e) das Funktionsmaterial aufgebracht werden soll, erfolgt dies
mittels bekannter Beschichtungs-, Druck-, Spray- oder Lackier-Technologien. Die Trocknung
erfolgt in Abhängigkeit von dem gewählten System. Das Aufbringen des Funktionsmaterials
kann auch vor Ort, d.h. während bzw. nach dem Aufbau der Betonform, vor dem Einfüllen
des Betons geschehen.
[0082] In einer Variante des vorstehenden Verfahrens (Variante III) wird in Schritt a) der
Träger erst gebildet bzw. während der Herstellung des Träger bereits das textile Flächengebilde
flächig aufgebracht.
Die Verpressung des gebildeten Trägers erfolgt zusammen mit dem ausgerüsteten textilen
Flächengebilde, wobei das textile Flächengebilde in die Press- bzw. Trocknungsvorrichtung
für den Träger entsprechend eingebracht wird. Die Herstellung des Verbundes aus Träger
und textilem Flächengebilde kann kontinuierlich oder diskontinuierlich erfolgen. Insbesondere
bei der Herstellung von tiefen Strukturen, ist es von Vorteil das textile Flächengebilde
bereits bei der Bildung des Holzwerkstoff-Trägers zuzuführen und zu Verpressen. Hierdurch
lassen sich insbesondere die besagten drei-dimensionalen Strukturen gut erzeugen.
[0083] Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit ein Verfahren zur Herstellung
einer Schalung zur Herstellung einer Betonform (Variante III):
- a) Bildung eines Trägers,
- b) Flächiges Aufbringen eines textilen Flächengebildes auf mindestens einer Oberfläche
des Trägers, wobei das textile Flächengebilde mindestens einen Binder im B-Stage Zustand
aufweist, wobei die Zuführung auch bereits während der Bildung des Trägers erfolgen
kann,
- c) Laminieren, ggf. unter gleichzeitigem Strukturieren bzw. Glättung der Oberfläche,
des gemäß Schritt b) erhaltenen Aufbaus unter Einwirkung von Druck und Wärme, so dass
der im B-stage vorliegenden Binder endverfestigt wird, und
- d) gegebenenfalls Aufbringen mindestens eines Funktionsmaterials und Trocknung.
[0084] In einer Variante des vorstehenden Verfahren (Variante II) wird das gemäß Schritt
b) zugeführte textile Flächengebilde bereits anderweitig vorverfestigt eingesetzt,
z.B. durch andere chemische Binder. Das textile Flächengebilde wird mit einem zusätzlichen
B-Stage-fähigen Binder versehen und mit dem Träger verbunden, wobei die erste Stufe
der Verfestigung des B-Stage-fähigen Binders zur Befestigung bzw. zur Fixierung des
textilen Flächengebildes am Träger führt. Nachfolgend kann eine gewünschte Strukturierung,
z.B. durch strukturierte Pressbleche oder Walzen, oder aber besonders glatte Oberfläche,
z.B. durch besonders glatte Pressbleche oder Walzen, erzeugt und fixiert wird. Bei
der vorstehenden Fixierung wird der B-Stage Binder endverfestigt.
[0085] Weitere Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit ein Verfahren zur Herstellung
einer Schalung zur Herstellung einer Betonform (Variante II):
- a) Zuführen eines Trägers,
- b) Flächiges Aufbringen eines textilen Flächengebildes auf mindestens einer Oberfläche
des Trägers, wobei das textile Flächengebilde mittels eines nicht B-Stage-fähigem
Binder oder Bindersystems vorverfestigt ist, und das textile Flächengebilde zusätzlich
mindestens einen B-Stage-fähigen Binder aufweist,
- c) Laminieren des gemäß Schritt b) erhaltenen Aufbaus unter Einwirkung von Druck und
Wärme, so dass der im B-stage-fähige Binder zumindest teilweise verfestigt wird,
- d) Strukturierung bzw. Glättung der Oberfläche des gemäß Schritt c) erhaltenen Aufbaus
und Fixierung durch Endverfestigung des im B-Stage vorliegenden Binders,
- e) gegebenenfalls Aufbringen mindestens eines Funktionsmaterials und Trocknung.
[0086] Als Träger, textiles Flächengebilde, B-stage Binder und Funktionsmaterial sind die
zuvor genannten Materialien geeignet. Die im Rahmen der erfindungsgemäßen Schalung
offenbarten bevorzugten Ausführungsformen gelten auch für dessen Herstellung.
[0087] Insofern eine zusätzliche Sperrschicht zwischen Träger und dem textilen Flächengebilde
erforderlich ist, kann diese bereits als Ausrüstung auf dem gemäß Schritt a) zugeführten
Träger vorliegen, oder aber in einem zusätzlichen Schritt zwischen Schritt a) und
b) eingebaut werden. Die Sperrschicht kann sowohl in Form einer eigenständigen Schicht
oder als Beschichtung auf dem Träger vorliegen.
[0088] Insofern ein zusätzliches textiles Flächengebilde erforderlich sein sollte, wird
diese vor Ort, d.h. während bzw. nach dem Aufbau der Betonform und vor dem Einfüllen
des Betons, eingebaut.
[0089] Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Schalungsform für Beton,
welche aus der erfindungsgemäßen Schalung hergestellt wird oder diese zumindest teilweise
enthält. Die erfindungsgemäße Schalung kann auch in Form von Schaltafeln ausgeboten
werden, die ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind.
[0090] Zusätzlich umfasst die vorliegende Erfindung auch die Verwendung der erfindungsgemäßen
Schalung, Schaltafeln und Schalungsformen zur Herstellung von Betonformkörpern und
zur Herstellung von Betonoberflächen.
1. Beton-Schalungstafel umfassend:
a) mindestens einen Träger,
b) mindestens ein auf mindestens einer der beiden Seiten des Trägers flächig aufgebrachtes
textiles Flächengebilde, welches mit mindestens einem B-stage fähigen Binder verfestigt
worden ist, und einer Glättung mittels Pressblechen oder Walzen unterworfen wurde,
c) ggf. ein oder mehrere auf die Oberseite des mit dem B-stage Binder verfestigten
textilen Flächengebildes aufgebrachte oder in das textile Flächengebilde eingebrachte
Funktionsmaterialien.
2. Beton-Schalungstafel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger ein Holzwerkstoff, vorzugsweise ein platten- oder strangförmiger Holzwerkstoffe,
ist.
3. Beton-Schalungstafel gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Holzwerkstoff ein Sperr- bzw. Lagenholz, Holzspanwerkstoff, insbesondere Spannplatten
und OSB (Oriented Strand Boards), Holzfaserwerkstoff, insbesondere poröse Holzfaserplatten,
harte (hochdichte) Holzfaserplatten (HDF), mitteldichte Holzfaserplatten (MDF) und/oder
Arboform ist.
4. Beton-Schalungstafel gemäß Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Holzwerkstoff ein- oder mehrschichtig ausgebaut ist.
5. Beton-Schalungstafel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Flächengebilde Fasern aus synthetisierten Polymeren, keramische Fasern,
Mineralfasern oder Glasfasern, sowie Gemische derselben umfasst.
6. Beton-Schalungstafel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Flächengebilde ein Mineralfaservlies ist, dessen Flächengewicht vorzugsweise
zwischen 15 und 500 g/m2 beträgt.
7. Beton-Schalungstafel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Flächengebilde ein Glassfaservlies ist, dessen Flächengewicht vorzugsweise
zwischen 15 und 500 g/m2 beträgt.
8. Beton-Schalungstafel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Flächengebilde ein Vlies aus synthetischen Polymeren, vorzugsweise ein
Spinnvlies ist, deren Flächengewicht vorzugsweise zwischen 10 und 500 g/m2 beträgt.
9. Beton-Schalungstafel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge an endverfestigtem B-Stage Binder, bezogen auf das Gesamtgewicht aus textilem
Flächengebilde und getrocknetem Binder, min. 30 Gew.-%, vorzugsweise min. 35 Gew.-%,
beträgt, wobei die Gewichtsangabe auch ggf. im Bindersystem vorhandene Hilfsmittel
umfasst.
10. Beton-Schalungstafel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der B-Stage-fähige Binder ein Binder auf Basis von Furfurylalkohol-Formaldehyd, Phenol-Formaldehyd,
Melamin-Formaldehyd, Harnstoff-Formaldehyd und deren Gemische handelt, wobei diese
vorzugsweise als wässrige Systeme eingesetzt werden.
11. Beton-Schalungstafel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der B-Stage-fähige Binder Formaldehyd-freie ist.
12. Beton-Schalungstafel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche des textiles Flächengebildes nach der Glättung zur Herstellung von
Sichtbeton-Oberflächen geeignet ist.
13. Verfahren zur Herstellung einer Schalung zur Herstellung einer Betonform umfassend
die Maßnahmen:
a) Zuführen eines Trägers,
b) Flächiges Aufbringen eines textilen Flächengebildes auf mindestens einer Oberfläche
des Trägers, wobei das textile Flächengebilde mindestens einen Binder im B-Stage Zustand
aufweist,
c) Laminieren des gemäß Schritt b) erhaltenen Aufbaus unter Einwirkung von Druck und
Wärme, so dass der im B-stage vorliegenden Binder endverfestigt wird und die dem Beton
zugewandte Oberfläche der Schalung einer Glättung mittels Pressblechen oder Walzen
unterworfen wird,
d) gegebenenfalls Aufbringen mindestens eines Funktionsmaterials und Trocknung.
14. Verfahren gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das in Schritt c) eine Glättung der Oberfläche erfolgt so dass die Oberfläche des
textilen Flächengebildes nach der Glättung zur Herstellung von Sichtbeton-Oberflächen
geeignet ist.
15. Verfahren gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt a) der Träger erst gebildet bzw. während der Herstellung des Träger bereits
das textile Flächengebilde flächig aufgebracht wird.
16. Verfahren zur Herstellung einer Schalung zur Herstellung einer Betonform umfassend
die Maßnahmen
a) Zuführen eines Trägers,
b) Flächiges Aufbringen eines textilen Flächengebildes auf mindestens einer Oberfläche
des Trägers, wobei das textile Flächengebilde mittels eines nicht B-Stage-fähigem
Binder oder Bindersystems vorverfestigt ist, und das textile Flächengebilde zusätzlich
mindestens einen B-Stage-fähigen Binder aufweist,
c) Laminieren des gemäß Schritt b) erhaltenen Aufbaus unter Einwirkung von Druck und
Wärme, so dass der im B-stage-fähige Binder zumindest teilweise verfestigt wird,
d) Glättung der Oberfläche des gemäß Schritt c) erhaltenen Aufbaus auf der dem Beton
zugewandten Oberfläche der Schalung und Fixierung durch Endverfestigung des im B-Stage
vorliegenden Binders, ggf. auch gleichzeitig mit Schritt c),
e) gegebenenfalls Aufbringen mindestens eines Funktionsmaterials und Trocknung.
17. Schalungsform, insbesondere für Sichtbeton enthaltend mindestens eine Beton-Schalungstafel
gemäß den Ansprüchen 1 bis 12.