| (19) |
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(11) |
EP 2 886 757 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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09.01.2019 Patentblatt 2019/02 |
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Anmeldetag: 11.11.2014 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Fenster oder Tür
Window or door
Fenêtre ou porte
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
18.12.2013 DE 102013114416
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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24.06.2015 Patentblatt 2015/26 |
| (60) |
Teilanmeldung: |
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16191078.1 / 3130728 |
| (73) |
Patentinhaber: MACO Technologie GmbH |
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5020 Salzburg (AT) |
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Erfinder: |
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- Habersatter, Matthias
5550 Radstadt (AT)
- Kofler, Gerhard Erich
5023 Salzburg (AT)
- Baumgartner, Rene
5303 Thalgau (AT)
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| (74) |
Vertreter: Manitz Finsterwald Patentanwälte PartmbB |
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Martin-Greif-Strasse 1 80336 München 80336 München (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A1-2007/129333 DE-U1- 29 614 557 US-A- 2 992 846 US-A1- 2007 120 380
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DE-A1-102004 006 653 US-A- 2 817 554 US-A- 5 769 145
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Fenster oder eine Tür mit einem Blendrahmen
und einem gegenüber dem Blendrahmen beweglichen Flügel, wobei der Flügel durch eine
Verschlussanordnung unter Ausbildung mehrerer Fixierstellen am Blendrahmen fixierbar
ist.
[0002] Fenster, Balkontüren und dergleichen sind häufig mit einem Zentralverschluss ausgestattet.
Bei einem Zentralverschluss treibt ein zentraler Betätigungsabschnitt eine Treibstangenanordnung
an, welche mehrere Schließzapfen trägt. Durch Betätigen des zentralen Betätigungsabschnitts
werden alle vorhandenen Schließzapfen gleichzeitig in Eingriff oder außer Eingriff
mit jeweiligen Zapfenaufnahmen gebracht, um so die Fixierung an allen Fixierstellen
herbeizuführen oder zu lösen. Ein Zentralverschluss ist üblicherweise in eine Beschlaganordnung
integriert, welche speziell auf eine zentrale Betätigung mehrerer Schließelemente
ausgelegt ist.
[0003] Die
DE 296 14 557 U1 offenbart ein Brandschutzfenster, das mit einer Schließautomatik ausgestattet ist.
Als Riegelelemente sind Fallen vorgesehen, die in Schließbleche einschnappen. Die
Lagerung des Flügels am zugehörigen Blendrahmen erfolgt mittels eines Ecklagers sowie
eines Scherenlagers.
[0004] Um einen Flügel eines Fensters oder einer Tür nicht nur drehen, sondern auch zwecks
Lüftung kippen zu können, ist bei einem System mit Zentralverschluss die Montage einer
Schere notwendig. Ein solcher Kippmechanismus ist kostspielig und aufwändig. Außerdem
sind die Bedienungsmöglichkeiten eines Zentralverschlusses eingeschränkt.
[0005] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, ein Fenster oder eine Tür anzugeben, bei welchem/welcher
die genannten Probleme nicht auftreten.
[0006] Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch ein Fenster oder eine Tür mit den Merkmalen
des Anspruchs 1.
[0007] Eine Verschlussanordnung des erfindungsgemäßen Fensters, bzw. der erfindungsgemäßen
Tür weist zum wahlweisen Bewegen des Flügels gemäß einer von mehreren unterschiedlichen
Bewegungsbahnen mehrere modulare Einzelverschlüsse auf, welche jeweils einer der mehreren
Fixierstellen zugeordnet sind, wobei die modularen Einzelverschlüsse jeweils voneinander
unabhängige Betätigungsabschnitte aufweisen, mittels derer die Fixierung des Flügels
an der zugehörigen Fixierstelle jeweils lösbar ist.
[0008] Es wird also ein Fenster oder eine Tür nicht mit einem Zentralverschluss ausgestattet,
sondern mit mehreren modularen Einzelverschlüssen. Jedem Einzelverschluss ist ein
eigener Betätigungsabschnitt zugeordnet, so dass die Einzelverschlüsse grundsätzlich
einzeln betätigbar sind. Ebenso können jedoch mehrere oder alle Betätigungsabschnitte
derart miteinander gekoppelt sein, dass eine synchrone Betätigung mittels eines gemeinsamen
Bedienelements wie einer Griffleiste erfolgt. Bei den unterschiedlichen Bewegungsbahnen
kann es sich beispielsweise um eine Drehbewegungsbahn, eine Kippbewegungsbahn oder
die Schiebebewegungsbahn einer gleitenden Bewegung handeln. Ein Benutzer kann durch
selektive Betätigung der Einzelverschlüsse z. B. zwischen der Drehbewegung einerseits
sowie der Kippbewegung andererseits auswählen, sodass die Notwendigkeit für einen
aufwändigen Kippmechanismus entfällt. Im Gegensatz zu einem Zentralverschluss sind
die Einzelverschlüsse auf Beschlagsebene jeder für sich allein wirksam und betätigbar.
Es erfolgt keine feste Verbindung zu einem einheitlichen Gesamtbeschlag, die eine
entsprechende Umkonstruktion auf Beschlagsebene erforderlich machen würde, sondern
die einzelnen unabhängigen Betätigungsabschnitte können lediglich über ein gemeinsames
Bedienelement betätigt werden.
[0009] Erfindungsgemäß sind die Betätigungsabschnitte wenigstens zweier modularer Einzelverschlüsse
durch ein gemeinsames Bedienelement miteinander gekoppelt. Die betreffenden Einzelverschlüsse
sind also gemeinsam betätigbar. Beispielsweise könnten zwei druckknopfartige Betätigungsabschnitte
durch eine Griffleiste überbrückend gekoppelt sein.
[0010] Die miteinander gekoppelten Betätigungsabschnitte sind in Abhängigkeit von einem
Angriffspunkt, an welchem ein Benutzer eine Betätigungskraft auf das gemeinsame Bedienelement
ausübt, einzeln betätigbar. Dies ermöglicht eine intuitive Bedienung, bei welcher
sich zum Beispiel der Flügel an derjenigen Stelle vom Blendrahmen löst, an welcher
er angezogen wird.
[0011] Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist der Flügel rechteckig und es befinden
sich im Bereich von wenigstens zwei der vier Ecken des Flügels Fixierstellen. Durch
Lösen der Fixierung des Flügels an jeweils zwei benachbarten Fixierstellen kann der
Flügel somit an einer Rechteckseite freigegeben werden. Durch selektives Betätigen
jeweiliger Einzelverschlüsse kann diese Freigabe im Prinzip an einer beliebigen Rechteckseite
erfolgen. Auf diese Weise kann beispielsweise erreicht werden, dass der Flügel in
mehreren unterschiedlichen Richtungen drehbar und/oder kippbar ist. Vorzugsweise ist
im Bereich von einer der vier Ecken eine unlösbare Fixiereinheit vorgesehen.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfasst jeder der modularen Einzelverschlüsse
eine Anordnung aus einem ersten blendrahmenseitigen Fixierelement und einem zweiten
flügelseitigen Fixierelement, wobei das erste Fixierelement und das zweite Fixierelement
zum Fixieren des Flügels am Blendrahmen formschlüssig und/oder kraftschlüssig miteinander
koppelbar sind. Beispielsweise kann das flügelseitige Fixierelement als pilzkopfförmiger
Zapfen ausgebildet sein, welcher mit einer blendrahmenseitigen Zapfenaufnahme in Eingriff
bringbar ist.
Eine spezielle Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass das erste Fixierelement
und das zweite Fixierelement wenigstens eines der modularen Einzelverschlüsse und
vorzugsweise aller modularen Einzelverschlüsse magnetisch miteinander koppelbar sind.
Dadurch können die Konstruktion und die Montage eines Fensters oder einer Tür beträchtlich
vereinfacht werden. Ein Vorteil einer magnetischen Kopplung besteht darin, dass die
Einzelverschlüsse auf intuitive Weise dadurch betätigbar sind, dass ein Benutzer am
Ort des Einzelverschlusses den Flügel vom Blendrahmen wegzieht. Bei den anderen Einzelverschlüssen
bleibt die magnetische Kopplung dann aufgrund des ungünstigen Kraftangriffspunktes
aufrecht erhalten. Auf diese Weise kann zum Beispiel ein beidseitig drehbarer Flügel
bereitgestellt werden, welcher in Abhängigkeit davon, ob ein Benutzer an der linken
Vertikalseite des Flügels oder an der rechten Vertikalseite des Flügels anzieht, nach
rechts oder nach links zu öffnen ist. Ebenso ist es vorstellbar, dass ein Flügel durch
Anziehen an einer oberen Horizontalseite zu kippen und durch Anziehen an einer Vertikalseite
zu drehen ist.
[0012] Um eine solche flexible Verschwenkbarkeit zu unterstützen, können das erste Fixierelement
und das zweite Fixierelement wenigstens eines der modularen Einzelverschlüsse im gekoppelten
Zustand ein Schwenklager für den Flügel an der jeweiligen Fixierstelle bilden. Eine
derartige Konstruktion ermöglicht eine Vielzahl von unterschiedlichen Flügelbewegungen.
[0013] Eine nicht zur Erfindung gehörende Offenbarung sieht vor, dass dem Betätigungsabschnitt
jedes modularen Einzelverschlusses ein separates, am Flügel angebrachtes Bedienelement,
insbesondere ein Griff, zugeordnet ist. Ein Benutzer kann dann durch Auswahl des Bedienelements
entscheiden, gemäß welcher Bewegungsbahn der Flügel geöffnet werden soll.
[0014] Die miteinander gekoppelten Betätigungsabschnitte können gemäß einer nicht zur Erfindung
gehörenden Offenbarung mittels des gemeinsamen Bedienelements synchron betätigbar
sein, so dass ähnlich wie bei einem herkömmlichen Zentralverschluss die Fixierung
des Flügels an mehreren Fixierstellen gleichzeitig herbeigeführt und gelöst werden
kann.
[0015] Das gemeinsame Bedienelement kann verformbar, insbesondere elastisch verformbar,
sein, wobei die miteinander gekoppelten Betätigungsabschnitte aufgrund einer je nach
Angriffspunkt unterschiedlichen Verformung des gemeinsamen Bedienelements einzeln
betätigbar sind. Je nach Angriffspunkt kann dadurch zum Beispiel ein Kippen oder ein
Drehen des Flügels freigeschaltet werden, was eine besonders intuitive Bedienung des
Fensters oder der Tür ermöglicht.
[0016] Eine spezielle Ausgestaltung sieht vor, dass das gemeinsame Bedienelement als längliche
Biegeleiste ausgeführt ist, deren Enden jeweils mit einem Riegelelement eines zu den
miteinander gekoppelten Betätigungsabschnitten gehörenden Einzelverschlusses verbunden
sind oder jeweils selbst solch ein Riegelelement bilden, wobei die Riegelelemente
jeweils durch eine Verformung der Biegeleiste gemäß einer vorbestimmten Verformungscharakteristik
aus einer zugehörigen Riegelaufnahme des Blendrahmens herausbewegbar sind. Eine solche
Biegeleiste kann beispielsweise als Muschelgriffleiste gestaltet und an einer Vertikalseite
des Flügels befestigt sein. Da bei einer Verformung der Biegeleiste die Biegelinie
vom Kraftangriffspunkt abhängt, kann mit einer derartigen Anordnung beispielsweise
erreicht werden, dass je nach Angriffspunkt eine Verkürzung der Biegeleiste oben oder
unten am Flügel auftritt.
[0017] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass sich die Biegeleiste entlang einer Vertikalseite
des Flügels erstreckt, wobei eine Krafteinwirkung auf einen ersten, oberen Abschnitt
der Biegeleiste durch Betätigung wenigstens eines der Einzelverschlüsse ein Kippen
des Flügels ermöglicht und wobei eine Krafteinwirkung auf einen zweiten, unteren Abschnitt
der Biegeleiste durch Betätigung wenigstens eines anderen der Einzelverschlüsse ein
Drehen des Flügels ermöglicht. Diese Ausgestaltung ermöglicht eine besonders einfache
Bedienung des Fensters oder der Tür, da ein Benutzer beispielsweise zum Kippen des
Flügels lediglich am oberen Bereich der Leiste anzuziehen hat, wie es auch im Prinzip
der Bewegungsbahn des Flügels beim Kippen entspricht. Ebenso könnte sich die Biegeleiste
entlang einer Horizontalseite des Flügels erstrecken, wobei der Flügel in Abhängigkeit
vom Ort der Krafteinwirkung gemäß einer Linksdrehung oder gemäß einer Rechtsdrehung
zu öffnen ist.
Der Flügel kann einen Flügelrahmen und ein durch diesen gehaltenes Glaselement aufweisen.
Bei bekannten Fenstern oder Türen ist als Verschlussanordnung üblicherweise ein Zentralverschluss
vorgesehen, welcher über ein zentrales Bedienelement wie einen Griff betätigbar ist.
Die Abnehmer von Fenstern und Türen werden hinsichtlich deren optischer Gestaltung
immer anspruchsvoller und stören sich häufig an dem das allgemeine Erscheinungsbild
beeinträchtigenden Griff.
[0018] Ein nicht zur Erfindung gehörendes Beispiel sieht daher vor, dass wenigstens einer
der modularen Einzelverschlüsse durch ein Bedienelement betätigbar ist, das durch
einen Bereich des Flügelrahmens selbst gebildet ist. Die Anbringung eines Griffs am
Flügelrahmen ist dann nicht mehr notwendig, so dass sich ein besonders ansprechendes
Erscheinungsbild ergibt. Der durch einen Bereich des Flügelrahmens betätigbare modulare
Einzelverschluss kann hierbei derart gestaltet sein, dass er durch eine einfache Krafteinwirkung
auf einen Teil des Flügelrahmens betätigbar ist. Beispielsweise könnte der Einzelverschluss
eine Rastnase umfassen, die ein Schließteil am Blendrahmen hintergreift und durch
Anheben des zugehörigen Flügelrahmenelements über das Schließteil hinwegbewegbar ist.
Bei einem gängigen Zentralverschluss, welcher das Vorhandensein einer verschiebbaren
Treibstangenanordnung voraussetzt, besteht diese Möglichkeit der Riegelbetätigung
über ein Flügelrahmenelement nicht.
[0019] Der durch einen Bereich des Flügelrahmens betätigbare modulare Einzelverschluss kann
insbesondere durch Ziehen an einem den Blendrahmen zumindest teilweise übergreifenden
Überschlag des Flügelrahmens betätigbar sein. Der Überschlag eines Flügelrahmens ist
im Allgemeinen durch einen Benutzer leicht zu ergreifen. Diese Ausgestaltung ermöglicht
eine völlig neuartige Bedienung eines Fensters oder einer Tür.
[0020] Der durch einen Bereich des Flügelrahmens betätigbare modulare Einzelverschluss kann
ferner eine selbsttätig einrastende oder einschnappende Schließfalle umfassen. Somit
ist beim Schließen des Fensters oder der Tür eine automatische Verriegelung gewährleistet.
[0021] Die Schließfalle kann hierbei als längliche Fallenschiene ausgeführt sein, welche
sich entlang einer Seite des Flügels erstreckt. Auf diese Weise ist eine besonders
sichere Verriegelung des Flügels am Blendrahmen erzielbar.
[0022] Der durch einen Bereich des Flügelrahmens betätigbare modulare Einzelverschluss kann
weiterhin eine Einrichtung zur Verriegelungsverstärkung aufweisen, welche bei einem
auf eine Außenseite des Flügels ausgeübten Druck einer Öffnungsbewegung eines Riegels
des modularen Einzelverschlusses entgegenwirkt. Der Flügel kann somit ausschließlich
von innen entriegelt werden. Wird dagegen von außen gegen den Flügel gedrückt, wird
dieser sogar noch stärker verriegelt. Der Schutz gegen Einbruch kann dadurch verbessert
werden.
[0023] Eine spezielle Ausgestaltung sieht vor, dass der Flügelrahmen einen inneren Flügelrahmen
sowie einen relativ zu diesem beweglichen äußeren Flügelrahmen umfasst, wobei die
Einrichtung zur Verriegelungsverstärkung durch eine Bewegung des äußeren Flügelrahmens
in Richtung des inneren Flügelrahmens aktivierbar ist. Jedes Ausüben von Druck auf
den äußeren Flügelrahmen führt somit über die entsprechende Bewegung unweigerlich
eine stärkere Verriegelung herbei.
Insbesondere kann ein mit dem äußeren Flügelrahmen mitbewegbares Arretierelement dazu
vorgesehen sein, eine Schließfalle des modularen Einzelverschlusses in einer Schließstellung
festzuhalten, wenn der äußere Flügelrahmen in Richtung des inneren Flügelrahmens bewegt
wird. Als Arretierelement kann z. B. ein am äußeren Flügelrahmen befestigter und in
Richtung des inneren Flügelrahmens weisender Stößel vorgesehen sein, dessen vorderes
Ende gegen eine rückwärtige Schrägfläche der Schließfalle drückt, sobald sich der
äußere Flügelrahmen auf den inneren Flügelrahmen zu bewegt.
[0024] Ein nicht zur Erfindung gehörendes Beispiel sieht vor, dass der Flügel zum Öffnen
des Fensters oder der Tür um eine Rotationsachse vom Blendrahmen weg drehbar ist,
wobei der durch einen Bereich des Flügelrahmens betätigbare modulare Einzelverschluss
durch ein Drehen des Flügels ausgehend von einer Schließstellung weiter in Richtung
des Blendrahmens betätigbar ist. Eine Drehung des geschlossenen Flügels in Richtung
des Blendrahmens kann als "Überdrehen" bezeichnet werden. Der Benutzer muss zum Überdrehen
des Flügels lediglich auf einen bestimmten Abschnitt des Flügels einen vorbestimmten
Druck ausüben. Dies ermöglicht eine völlig neuartige Bedienung eines Fenster- oder
Türverschlusses. Ein äußeres Bedienelement wie ein Griff ist hierfür nicht notwendig,
so dass das Erscheinungsbild des Fensters oder der Tür verbessert werden kann.
[0025] Der durch einen Bereich des Flügelrahmens betätigbare modulare Einzelverschluss kann
durch einen auf einen rotationsachsenfernen Betätigungsabschnitt des Flügelrahmens
auszuübenden Druckimpuls betätigbar sein. Ein Benutzer muss also den Flügel auf der
der Rotationsachse entgegengesetzten Seite lediglich einmal antippen, um eine Entriegelung
zu bewirken. Ein solcher Impulsverschluss ist besonders einfach und intuitiv betätigbar.
[0026] Ein nicht zur Erfindung gehörendes Beispiel sieht vor, dass der Flügel ausgehend
von einer Schließstellung durch einen ersten Druckimpuls in eine Lüftungsstellung
und durch einen zweiten, nachfolgenden Druckimpuls in eine Öffnungsstellung bringbar
ist, insbesondere wobei der Flügel durch einen den zweiten Druckimpuls nachfolgenden
dritten Druckimpuls wieder in die Schließstellung bringbar ist. Die Bedienung kann
hierdurch weiter vereinfacht werden.
Der durch einen Bereich des Flügelrahmens betätigbare modulare Einzelverschluss kann
für eine Druckimpulsbetätigung eine zwischen Blendrahmen und Flügel wirksame Zwangsführung
umfassen, welche eine Steuerkurve mit wenigstens einer Hinterschneidung definiert.
Eine derartige Zwangsführung kann in ähnlicher Weise wie bei einem Kugelschreiber
dafür sorgen, dass durch ein und dieselbe Druckausübung zyklisch zwischen den unterschiedlichen
Zuständen "Öffnungsstellung", "Kippstellung" und "Schließstellung" hin und her geschaltet
werden kann.
Hierbei kann ein Führungszapfen der Zwangsführung an einer blendrahmenseitigen Aufnahme
für ein flügelseitiges Schließteil befestig sein, welche sich zum Freigeben des Schließteils
öffnet, wenn sich der Führungszapfen in eine Freigabestellung bewegt. Die Aufnahme
kann beispielsweise aus einem federnden Blech gefertigt sein und eine Haltekontur
für einen formschlüssigen Eingriff mit einem Vorsprung des Führungszapfens definieren.
Das Öffnen der Aufnahme kann dadurch bewerkstelligt werden, dass diese aus einer übergeordneten
blendrahmenfesten Aufnahme herausbewegt wird und sich dabei aufgrund der Vorspannkraft
des Federblechs spreizend öffnet. Eine derartige Ausgestaltung ermöglicht eine besonders
einfache Konstruktion eines Impulsverschlusses.
[0027] Die Erfindung wird nachfolgend beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
beschrieben.
- Fig. 1
- ist eine perspektivische Darstellung eines Fensters gemäß der Erfindung.
- Fig. 2a
- zeigt eine verformbare Griffleiste des Fensters gemäß Fig. 1 in einem unverformten
Zustand.
- Fig. 2b
- zeigt die Griffleiste gemäß Fig. 2a in einem ersten verformten Zustand.
- Fig. 2c
- zeigt die Griffleiste gemäß Fig. 2a in einem zweiten verformten Zustand.
- Fig. 3
- ist eine Teilschnittdarstellung durch ein nicht zur Erfindung gehörendes Fenster.
- Fig. 4
- ist eine Teilschnittdarstellung durch ein nicht zur Erfindung gehörendes Fenster.
- Fig. 5
- zeigt einen Schnitt durch ein nicht zur Erfindung gehörendes Fenster, wobei sich ein
Flügel des Fensters in einer Schließstellung befindet.
- Fig. 6
- zeigt das Fenster gemäß Fig. 5, wobei sich der Flügel in einer überdrehten Stellung
befindet.
- Fig. 7
- ist eine perspektivische Darstellung eines Einzelverschlusses für das in Fig. 5 gezeigte
Fenster.
- Fig. 8
- zeigt den Verschluss gemäß Fig. 7 in einer Lüftungsstellung.
- Fig. 9
- ist eine Teildarstellung des Verschlusses gemäß Fig. 7, welche eine Aufnahme für einen
Schließzapfen in einem Öffnungszustand zeigt.
- Fig. 10
- zeigt einen Schließzapfen des in Fig. 7 dargestellten Verschlusses.
- Fig. 11
- ist eine Gesamtansicht der in Fig. 9 dargestellten Aufnahme.
[0028] Das in Fig. 1 gezeigte Fenster 11 umfasst einen für einen Wand- oder Dacheinbau ausgebildeten
Blendrahmen 13 und einen Flügel 15, welcher gegenüber dem Blendrahmen 13 wahlweise
um eine vertikale Schwenkachse S1 drehbar oder um eine horizontale Schwenkachse S2
kippbar ist. Der Flügel 15 umfasst in grundsätzlich bekannter Weise einen rechteckigen
Flügelrahmen 17, welcher ein Glaselement 19 hält. Entlang der in Fig. 1 linken Rechteckseite
des Flügelrahmens 17 erstreckt sich ein Bedienelement in Form einer Griffleiste 21,
welche sowohl zum Öffnen als auch zum Kippen des Flügels 15 dient, wie nachfolgend
genauer erläutert wird.
[0029] Der Flügel 15 ist durch eine in Fig. 1 nicht eigens dargestellte Verschlussanordnung
unter Ausbildung von vier Fixierstellen 23a, 23b, 23c, 23d am Blendrahmen 13 fixierbar.
Die Fixierstellen 23a, 23b, 23c, 23d befinden sich hierbei im Bereich der Ecken des
rechteckigen Flügelrahmens 17. Das wahlweise Drehen oder Kippen des Flügels 15 gegenüber
dem Blendrahmen 13 erfolgt bei dem in Fig. 1 gezeigten Fenster 11 nicht über einen
Zentralverschluss, sondern durch mehrere modulare Einzelverschlüsse, welche jeweils
einer der Fixierstellen 23a, 23b, 23c, 23d zugeordnet sind. Die modularen Einzelverschlüsse
weisen jeweils voneinander unabhängige Betätigungsabschnitte auf, mittels der die
Fixierung des Flügels 15 an der zugehörigen Fixierstelle 23a, 23b, 23c jeweils lösbar
ist. Die im Bild rechts unten gelegene Fixierstelle 23d ist vorzugsweise unlösbar.
[0030] Um den Flügel 15 in einer Drehbewegung zu öffnen, werden die beiden Einzelverschlüsse
betätigt, welche den im Bild linken Fixierstellen 23a, 23c zugeordnet sind, so dass
die Fixierung des Flügels 15 am Blendrahmen 13 entlang der linken Rechteckseite des
Flügelrahmens 17 gelöst wird. Die beiden den im Bild rechten Fixierstellen 23b, 23d
zugeordneten Einzelverschlüsse bilden hierbei jeweils ein Schwenklager für den Flügel
15. Der Flügel 15 kann in der Folge zwecks Fensteröffnung um die vertikale Schwenkachse
S1 geschwenkt werden. Zum Kippen des Flügels 15 werden dementsprechend die beiden
Einzelverschlüsse betätigt, welche den in Fig. 1 oberen Fixierstellen 23a, 23b zugeordnet
sind, so dass die Fixierung des Flügels 15 entlang der oberen Rechteckseite des Flügelrahmens
17 gelöst wird. Hierbei bilden die beiden übrigen Einzelverschlüsse wiederum jeweils
ein Schwenklager für den Flügel 15. Das Beschränken der Kippbewegung des Flügels 15
auf eine Lüftungsstellung des Fensters 11 kann in grundsätzlich bekannter Weise mittels
eines oder mehrerer Kipphalter erfolgen.
[0031] Die selektive Betätigung der Einzelverschlüsse erfolgt in Abhängigkeit von einem
Angriffspunkt, an welchem ein Benutzer an der Griffleiste 21 anzieht. Die Griffleiste
21 ist zu diesem Zweck elastisch verformbar ausgebildet und koppelt jeweilige Betätigungsabschnitte
derjenigen Einzelverschlüsse, welche den im Bild linken Fixierstellen 23a, 23c zugeordnet
sind. Die Biegelinie, gemäß welcher sich die Griffleiste 21 verformt, hängt von dem
Angriffspunkt ab, an welchem der Benutzer an der Griffleiste 21 zieht, wie aus den
Fig. 2a bis c hervorgeht. Wenn gemäß Fig. 2b am oberen Teil der Griffleiste 21 gezogen
wird, ist hiermit eine Verkürzung des oberen Endes 25a der Griffleiste 21 verbunden.
Demgegenüber führt ein Ziehen am unteren Teil der Griffleiste 21 wie in Fig. 2c gezeigt
zu einer Verkürzung des unteren Endes 25b der Griffleiste 21. Da die Enden 25a, 25b
der Griffleiste 21 jeweils mit einem nicht dargestellten Riegelelement eines Einzelverschlusses
gekoppelt sind, und zudem die Riegelelemente der modularen Einzelverschlüsse im Prinzip
beliebig miteinander für eine synchrone Betätigung koppelbar sind, ist auf einfache
Weise eine Konfiguration herbeizuführen, bei welcher ein Ziehen am oberen Bereich
der Griffleiste 21 ein Öffnen der beiden den oberen Fixierstellen 23a, 23b zugeordneten
Einzelverschlüsse und ein Ziehen am unteren Bereich der Griffleiste 21 ein Öffnen
der beiden den linken Fixierstellen 23a, 23c zugeordneten Einzelverschlüsse bewirkt.
Das Fenster 11 ist dann insofern besonders einfach und intuitiv bedienbar, als der
Flügel 15 durch ein Ziehen am oberen Ende 25a der Griffleiste 21 kippbar und durch
Ziehen am unteren Ende 25b der Griffleiste 21 drehbar ist.
[0032] Fig. 3 zeigt ein nicht zur Erfindung gehörendes Fenster 31.
Der Flügelrahmen 17 setzt sich hier aus einem Basisprofil 33 und einem den Blendrahmen
13 zur Rauminnenseite hin teilweise übergreifenden Überschlag 35 zusammen. In der
unteren Falzluft 36 des Fensters 31 ist ein modularer Einzelverschluss 37 angeordnet,
welcher durch eine flügelrahmenseitige Schließfalle 38 und ein blendrahmenseitiges
Schließteil 39 gebildet ist. In der in Fig. 3 dargestellten Schließstellung ist die
Schließfalle 38 mit dem Schließteil 39 verrastet und sichert so den Flügel 15 am Blendrahmen
13. Durch Ziehen am Überschlag 35 vom Blendrahmen 13 weg kann die Schließfalle 38
wie in Fig. 3 durch einen Pfeil angegeben zurückgezogen werden, so dass sie den Flügel
15 freigibt. Ein Benutzer kann den Flügel 15 dann am Flügelrahmen 17 - insbesondere
weiterhin am Überschlag 35 angreifend - aufschwenken. Zum Schließen des Flügels 15
ist dieser lediglich in eine schließende Drehbewegung zu versetzen, wobei die Schließfalle
38 aufgrund der Schließ-Schrägfläche 42 selbsttätig in das Schließteil 39 einschnappt
und so den Flügel 15 am Blendrahmen 13 hält. Eine Betätigung eines Griffs zum Schließen
des Fensters 31 ist daher nicht erforderlich.
[0033] Das in Fig. 4 gezeigte Fenster 41 weist einen Flügel 15' auf, der zwei gekoppelte
Flügelrahmen 17a, 17b mit jeweiligen Glaselementen 19a, 19b umfasst. Die beiden Flügelrahmen
17a, 17b sind quer zur Flügelebene relativ zueinander bewegbar, wobei eine erste Feder
90 für eine Vorspannung der Flügelrahmen 17a, 17b in eine voneinander beabstandete
Endstellung sorgt.
[0034] Der modulare Einzelverschluss 47 ist im Prinzip ähnlich gestaltet wie bei der in
Fig. 3 dargestellten Ausführungsform und umfasst ebenfalls eine flügelrahmenseitige
Schließfalle 38' sowie ein blendrahmenseitiges Schließteil 39'. In der in Fig. 4 dargestellten
Schließstellung ist die Schließfalle 38' mit dem Schließteil 39' verrastet und sichert
so den Flügel 15' am Blendrahmen 13. Eine zweite Feder 91 spannt die Schließfalle
38' in die Schließstellung vor. Da die Verrastung über eine Öffnungs-Schrägfläche
93 der Schließfalle 38' erfolgt, kann die Schließfalle 38' durch Ziehen am Überschlag
35 vom Blendrahmen 13 weg gegen die Kraft der zweiten Feder 91 zurückgeschoben werden,
so dass sie den Flügel 15' freigibt. Ein Benutzer kann den Flügel 15' dann am Flügelrahmen
17a - insbesondere weiterhin am Überschlag 35 angreifend - aufschwenken. Zum Schließen
des Flügels 15' ist dieser lediglich in eine schließende Drehbewegung zu versetzen,
wobei die Schließfalle 38' aufgrund der Schließ-Schrägfläche 42 selbsttätig in das
Schließteil 39' einschnappt und so den Flügel 15' am Blendrahmen 13 hält. Wenn hingegen
eine unbefugte Person versucht, den Flügel 15' durch Einwirkung auf den äußeren Flügelrahmen
17b von der Raumaußenseite 48 aus aufzudrücken, wird der äußere Flügelrahmen 17b gegen
die Kraft der ersten Feder 90 auf den inneren Flügelrahmen 17a zu bewegt, wobei ein
mit dem äußeren Flügelrahmen 17b verbundener Stößel 95 mitbewegt wird. Der Stößel
95 drückt dann gegen eine rückwärtige Schrägfläche 97 der Schließfalle 38' und arretiert
diese dadurch in der Schließstellung. Die Arretierwirkung ist dabei umso stärker,
je fester die unbefugte Person gegen den Flügel 15' drückt.
[0035] Die Schließfalle 38', das Schließteil 39' sowie der Stößel 95 bilden somit eine Einrichtung
50 zur Verriegelungsverstärkung, welche bei einem auf eine Raumaußenseite 48 des Flügels
15' ausgeübten Druck einer Öffnung des modularen Einzelverschlusses 47 entgegenwirkt.
Von der Rauminnenseite 49 aus ist der Flügel 15' hingegen jederzeit zu öffnen.
[0036] Bei dem in den Fig. 5 und 6 dargestellten, nicht zur Erfindung gehörenden Fenster
51 ist der Flügel 15" durch einen nicht dargestellten Einzelverschluss am Blendrahmen
13' fixierbar, welcher durch Druckimpulse auf den Flügel 15" betätigbar ist. Zu diesem
Zweck kann der Flügel 15" bezüglich einer vertikalen Schwenkachse S1 beispielsweise
um etwa 5° überdreht werden, das heißt es ist möglich, den Flügel 15" ausgehend von
der in Fig. 5 dargestellten Schließstellung weiter in Richtung des Blendrahmens 13'
zu drehen, bis die in Fig. 6 dargestellte Überdrehstellung erreicht ist. Beim anschließenden
Loslassen des Flügels 15" nimmt dieser eine Lüftungsstellung ein. Ein nochmaliges
Ausüben eines Druckimpulses überführt den Flügel 15" in eine Öffnungsstellung. Mittels
eines weiteren Druckimpulses ist der Flügel 15" außerdem wieder in die in Fig. 5 gezeigte
Schließstellung bringbar. Aufgrund der Druckimpulsbetätigung ist es nicht erforderlich,
ein Bedienelement wie einen Griff am Flügel 15" anzubringen.
[0037] Eine mögliche Ausführungsform für einen solchen Druckimpulsverschluss wird nachfolgend
unter Bezugnahme auf die Fig. 7 bis 11 beschrieben. Ein modularer Einzelverschluss
57 umfasst eine fest mit dem zugehörigen, in Fig. 7-11 nicht gezeigten Blendrahmen
verbundene Verschlusshülse 63, in die ein fest mit dem in Fig. 7-11 ebenfalls nicht
gezeigten Flügel verbundener Schließzapfen 71 einführbar ist. Für einen formschlüssigen
Eingriff zwischen dem Schließzapfen 71 und der Verschlusshülse 63 sind an zwei gegenüberliegenden
Seiten des Schließzapfens 71 Rastnasen 73 ausgebildet, wie in Fig. 10 zu sehen ist.
In der Verschlusshülse 63 ist eine Zapfenaufnahme 67 aus federndem Blech angeordnet,
an deren Seitenwänden zwei gegenüberliegende Rastaufnahmen 75 vorgesehen sind. Wenn
sich die Rastnasen 73 des Schließzapfens 71 in den Rastaufnahmen 75 befinden und sich
weiterhin die Zapfenaufnahme 67 wie in Fig. 7 dargestellt vollständig in der Verschlusshülse
63 befindet, reicht der Schließzapfen 71 maximal in die Verschlusshülse 63 hinein
und ist fest mit dieser verbunden, entsprechend einer Schließstellung des zugehörigen
Fensters.
[0038] Der Schließzapfen 71 kann jedoch auch wie in Fig. 8 dargestellt gemeinsam mit der
Zapfenaufnahme 67 um eine Ausziehlänge L aus der Verschlusshülse 63 herausgezogen
werden, wobei nach wie vor eine Verriegelung zwischen dem Schließzapfen 71 und der
Verschlusshülse 63 besteht. Dies entspricht einer Lüftungsstellung des zugehörigen
Fensters. Bei einem noch weiteren Herausführen der Zapfenaufnahme 67 aus der Verschlusshülse
63 - wie dies in Fig. 9 dargestellt ist - gelangt die Zapfenaufnahme 67 in den Bereich
einer öffnungsseitigen Erweiterung 76 der Verschlusshülse 63, so dass sich die Zapfenaufnahme
67 wie dargestellt aufgrund der Federvorspannung öffnet. Die Verrastung des Schließzapfens
71 mit der Zapfenaufnahme 67 ist dadurch gelöst und das Fenster kann dementsprechend
geöffnet werden.
[0039] Das Umschalten des Einzelverschlusses 57 zwischen den einzelnen Zuständen "Schließen",
"Lüften" und "Öffnen" erfolgt mittels einer Zwangsführung 62, die zwischen der Zapfenaufnahme
67 und der Verschlusshülse 63 wirkt. Speziell ist in einer Seitenwand der Verschlusshülse
63 eine Führungskulisse 77 ausgebildet, in welche ein an der Außenseite der Zapfenaufnahme
67 befestigter Führungszapfen 79 gleitend eingreift. Die Führungskulisse 77 definiert
eine Steuerkurve 65, welche eine erste Hinterschneidung 80 und eine zweite Hinterschneidung
81 aufweist. Aus beiden Hinterschneidungen 80, 81 kann der Führungszapfen 79 durch
einen Druckimpuls auf den Schließzapfen 71 ausgeklinkt werden. Somit kann ähnlich
wie bei einem Kugelschreiber ein zyklisches Umschalten zwischen den Zuständen "Lüften",
"Öffnen" und "Schließen" durch stets gleiche aufeinanderfolgende Druckimpulse erfolgen.
[0040] Ein Ersetzen des auf dem Fachgebiet üblicherweise eingesetzten Zentralverschlusses
bei Fenstern und Türen durch wenigstens einen modularen Einzelverschluss ermöglicht
nicht nur neue Gestaltungsformen und Bedienungsvarianten, sondern durch Verzicht auf
das Anbringen eines Kippmechanismus auch eine Reduzierung der Herstellungskosten sowie
eine stabilere Gesamtkonstruktion.
Bezugszeichenliste
[0041]
- 11
- Fenster
- 13, 13'
- Blendrahmen
- 15, 15', 15"
- Flügel
- 17
- Flügelrahmen
- 17a, 17b
- Flügelrahmen
- 19
- Glaselement
- 19a, 19b
- Glaselement
- 21
- Griffleiste
- 23a - d
- Fixierstelle
- 25a
- oberes Ende der Griffleiste
- 25b
- unteres Ende der Griffleiste
- 31
- Fenster
- 33
- Basisprofil
- 35
- Überschlag
- 36
- Falzluft
- 37
- modularer Einzelverschluss
- 38, 38'
- Schließfalle
- 39, 39'
- Schließteil
- 41
- Fenster
- 42
- Schließ-Schrägfläche
- 47
- modularer Einzelverschluss
- 48
- Raumaußenseite
- 49
- Rauminnenseite
- 50
- Einrichtung zur Verriegelungsverstärkung
- 51
- Fenster
- 57
- modularer Einzelverschluss
- 62
- Zwangsführung
- 63
- Verschlusshülse
- 65
- Steuerkurve
- 67
- Zapfenaufnahme
- 69
- Führungszapfen
- 71
- Schließzapfen
- 73
- Rastnase
- 75
- Rastaufnahme
- 76
- Erweiterung
- 77
- Führungskulisse
- 79
- Führungszapfen
- 80
- erste Hinterschneidung
- 81
- zweite Hinterschneidung
- 90
- erste Feder
- 91
- zweite Feder
- 93
- Öffnungs-Schrägfläche
- 95
- Stößel
- 97
- rückwärtige Schrägfläche
- S1
- vertikale Schwenkachse
- S2
- horizontale Schwenkachse
- L
- Ausziehlänge
1. Fenster (11, 31, 41, 51) oder Tür mit einem Blendrahmen (13, 13') und einem gegenüber
dem Blendrahmen (13, 13') beweglichen Flügel (15, 15', 15"), mit einer Verschlussanordnung,
wobei der Flügel (15, 15', 15") durch die Verschlussanordnung unter Ausbildung mehrerer
Fixierstellen (23a-d) am Blendrahmen (13, 13') fixierbar ist, wobei
die Verschlussanordnung zum wahlweisen Bewegen des Flügels (15, 15', 15") gemäß einer
von mehreren unterschiedlichen Bewegungsbahnen mehrere modulare Einzelverschlüsse
(37, 47, 57) aufweist, welche jeweils einer der mehreren Fixierstellen (23a-d) zugeordnet
sind, wobei die modularen Einzelverschlüsse (37, 47, 57) jeweils voneinander unabhängige
Betätigungsabschnitte aufweisen, mittels derer die Fixierung des Flügels (15, 15',
15") an der zugehörigen Fixierstelle (23a-d) jeweils lösbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Betätigungsabschnitte wenigstens zweier modularer Einzelverschlüsse (37, 47, 57)
durch ein gemeinsames Bedienelement (21, 35) miteinander gekoppelt sind, wobei die
miteinander gekoppelten Betätigungsabschnitte in Abhängigkeit von einem Angriffspunkt,
an welchem ein Benutzer eine Betätigungskraft auf das gemeinsame Bedienelement (21)
ausübt, einzeln betätigbar sind.
2. Fenster oder Tür nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Flügel (15, 15', 15") rechteckig ist und sich im Bereich von wenigstens zwei der
vier Ecken des Flügels (15, 15', 15") Fixierstellen (23a-d) befinden.
3. Fenster oder Tür nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
jeder der modularen Einzelverschlüsse (37, 47, 57) eine Anordnung aus einem ersten,
blendrahmenseitigen Fixierelement (39, 39', 63) und einem zweiten, flügelseitigen
Fixierelement (38, 38', 71) umfasst, wobei das erste Fixierelement und das zweite
Fixierelement zum Fixieren des Flügels (15, 15', 15") am Blendrahmen (13, 13') formschlüssig
und/oder kraftschlüssig miteinander koppelbar sind.
4. Fenster oder Tür nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Fixierelement (39, 39', 63) und das zweite Fixierelement (38, 38', 71) wenigstens
eines der modularen Einzelverschlüsse (37, 47, 57) magnetisch miteinander koppelbar
sind.
5. Fenster oder Tür nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Fixierelement (39, 39', 63) und das zweite Fixierelement (38, 38', 71) wenigstens
eines der modularen Einzelverschlüsse (37, 47, 57) in gekoppeltem Zustand ein Schwenklager
für den Flügel (15, 15', 15") an der jeweiligen Fixierstelle (23a-d) bilden.
6. Fenster oder Tür nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das gemeinsame Bedienelement (21) verformbar, insbesondere elastisch verformbar, ist
und die miteinander gekoppelten Betätigungsabschnitte aufgrund einer je nach Angriffspunkt
unterschiedlichen Verformung des gemeinsamen Bedienelements (21) einzeln betätigbar
sind.
7. Fenster oder Tür nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
das gemeinsame Bedienelement als längliche Biegeleiste (21) ausgeführt ist, deren
Enden (25a, 25b) jeweils mit einem Riegelelement eines zu den miteinander gekoppelten
Betätigungsabschnitten gehörenden Einzelverschlusses verbunden sind oder jeweils selbst
solch ein Riegelelement bilden, wobei die Riegelelemente jeweils durch eine Verformung
der Biegeleiste (21) gemäß einer vorbestimmten Verformungscharakteristik aus einer
zugehörigen Riegelaufnahme des Blendrahmens (13, 13') herausbewegbar sind.
8. Fenster oder Tür nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich die Biegeleiste (21) entlang einer Vertikalseite des Flügels (15) erstreckt,
wobei eine Krafteinwirkung auf einen ersten, oberen Abschnitt der Biegeleiste (21)
durch Betätigung wenigstens eines der Einzelverschlüsse ein Kippen des Flügels (15)
ermöglicht und wobei eine Krafteinwirkung auf einen zweiten, unteren Abschnitt der
Biegeleiste (21) durch Betätigung wenigstens eines anderen der Einzelverschlüsse ein
Drehen des Flügels (15) ermöglicht.
1. A window (11, 31, 41, 51) or a door having a frame (13, 13'), having a leaf (15, 15',
15") which is movable with respect to the frame (13, 13'), and having a closure arrangement,
wherein the leaf (15, 15', 15") can be fixed at the frame (13, 13') by the closure
arrangement while forming a plurality of fixing points (23a-d); wherein
the closure arrangement has a plurality of individual modular closures (37, 47, 57),
which are respectively associated with one of the plurality of fixing points (23a-d),
for a selective moving of the leaf (15, 15', 15") in accordance with one of a plurality
of different movement paths; and wherein the individual modular closures (37, 47,
57) have actuation sections which are respectively independent of one another and
by means of which the fixing of the leaf (15, 15', 15") at the associated fixing point
(23a-d) is respectively releasable,
characterized in that
the actuation sections of at least two individual modular closures (37, 47, 57) are
coupled to one another by a common operating element (21, 35), with the actuation
sections coupled to one another being individually actuable in dependence on a point
of engagement at which a user exerts an actuation force on the common operating element
(21).
2. A window or a door in accordance with claim 1,
characterized in that
the leaf (15, 15', 15") is rectangular and fixing points (23a-d) are located in the
region of at least two of the four corners of the leaf (15, 15', 15").
3. A window or a door in accordance with claim 1 or claim 2,
characterized in that
each of the individual modular closures (37, 47, 57) comprises an arrangement of a
first, frame-side fixing element (39, 39', 63) and a second, leaf-side fixing element
(38, 38', 71), with the first fixing element and the second fixing element being couplable
to one another in a form-fitted and/or force-transmitting manner to fix the leaf (15,
15', 15") at the frame (13, 13').
4. A window or a door in accordance with claim 3,
characterized in that
the first fixing element (39, 39', 63) and the second fixing element (38, 38', 71)
of at least one of the individual modular closures (37, 47, 57) are magnetically couplable
to one another.
5. A window or a door in accordance with claim 3 or claim 4,
characterized in that
the first fixing element (39, 39', 63) and the second fixing element (38, 38', 71)
of at least one of the individual modular closures (37, 47, 57) form a pivot bearing
for the leaf (15, 15', 15") at the respective fixing point (23a-d) in a coupled state.
6. A window or a door in accordance with any one of the preceding claims,
characterized in that
the common operating element (21) is deformable, in particular elastically deformable;
and in that the actuation sections coupled to one another are individually actuable on the basis
of a deformation of the common operating element (21) differing in dependence on the
point of engagement.
7. A window or a door in accordance with claim 6,
characterized in that
the common operating element is configured as an elongate bending rail (21) whose
ends (25a, 25b) are each connected to a latch element of an individual closure belonging
to the actuation sections coupled to one another or each form such a latch element
themselves, with the latch elements each being able to be moved out of an associated
latch receiver of the frame (13, 13') by a deformation of the bending rail (21) in
accordance with a predetermined deformation characteristic.
8. A window or a door in accordance with claim 7,
characterized in that
the bending rail (21) extends along a vertical side of the leaf (15), with a force
effect on a first, upper section of the bending rail (21) enabling a tilting of the
leaf (15) by actuating at least one of the individual closures, and with a force effect
on a second, lower section of the bending rail (21) enabling a turning of the leaf
(15) by actuating at least one other one of the individual closures.
1. Fenêtre (11, 31, 41, 51) ou porte comportant un cadre dormant (13, 13') et un battant
(15, 15', 15") qui est mobile par rapport au cadre dormant (13, 13') et qui comprend
un agencement de fermeture,
dans laquelle
le battant (15, 15', 15") est au choix fixable sur le cadre dormant (13, 13') par
l'agencement de fermeture en réalisant plusieurs emplacements de fixation (23a - d),
pour déplacer au choix le battant (15, 15', 15") selon une parmi plusieurs trajectoires
de mouvement différentes, l'agencement de fermeture comprend plusieurs fermetures
individuelles modulaires (37, 47, 57) qui sont associées chacune à l'un parmi les
plusieurs emplacements de fixation (23a - d), les fermetures individuelles modulaires
(37, 47, 57) comprenant chacune des portions d'actionnement indépendantes les unes
des autres au moyen desquelles la fixation respective du battant (15, 15', 15") à
l'emplacement de fixation associé (23a - d) est détachable,
caractérisée en ce que
les portions d'actionnement d'au moins deux fermetures individuelles modulaires (37,
47, 57) sont couplées l'une à l'autre par un élément de manoeuvre commun (21, 35),
et les portions d'actionnement couplées l'une à l'autre sont actionnables individuellement
en fonction d'un point d'attaque auquel un utilisateur exerce une force d'actionnement
sur l'élément de manoeuvre commun (21).
2. Fenêtre ou porte selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
le battant (15, 15', 15") est rectangulaire, et des emplacements de fixation (23a
- d) se situent au niveau d'au moins deux parmi les quatre coins du battant (15, 15',
15").
3. Fenêtre ou porte selon la revendication 1 ou 2,
caractérisée en ce que
chacune des fermetures individuelles modulaires (37, 47, 57) comprend un agencement
d'un premier élément de fixation (39, 39', 63) côté cadre dormant et d'un second élément
de fixation (38, 38', 71) côté battant, le premier élément de fixation et le second
élément de fixation étant couplés l'un à l'autre par coopération de forme et/ou par
coopération de force pour fixer le battant (15, 15', 15") sur le cadre dormant (13,
13').
4. Fenêtre ou porte selon la revendication 3,
caractérisée en ce que
le premier élément de fixation (39, 39', 63) et le second élément de fixation (38,
38', 71) de l'une au moins des fermetures individuelles modulaires (37, 47, 57) sont
susceptibles d'être couplés magnétiquement l'un à l'autre.
5. Fenêtre ou porte selon la revendication 3 ou 4,
caractérisée en ce que
le premier élément de fixation (39, 39', 63) et le second élément de fixation (38,
38', 71) de l'une au moins des fermetures individuelles modulaires (37, 47, 57) constituent,
dans l'état couplé, un palier de pivotement pour le battant (15, 15', 15") à l'emplacement
de fixation respectif (23a - d).
6. Fenêtre ou porte selon les revendications précédentes,
caractérisée en ce que
l'élément de manoeuvre commun (21) est déformable, en particulier élastiquement déformable,
et les portions d'actionnement couplées l'une à l'autre sont actionnables individuellement
grâce à une déformation, différente en fonction du point d'attaque, de l'élément de
manoeuvre commun (21).
7. Fenêtre ou porte selon la revendication 6,
caractérisée en ce que
l'élément de manoeuvre commun est réalisé sous forme de baguette de flexion (21) allongée
dont les extrémités (25a, 25b) sont reliées chacune à un élément de verrouillage d'une
fermeture individuelle appartenant aux portions d'actionnement couplées l'une à l'autre,
ou bien constituent chacune elle-même un tel élément de verrouillage, les éléments
de verrouillage étant mobiles hors d'un logement de verrouillage associé du cadre
dormant (13, 13') par une déformation de la baguette de flexion (21) selon une caractéristique
de déformation prédéterminée.
8. Fenêtre ou porte selon la revendication 7,
caractérisée en ce que
la baguette de flexion (21) s'étend le long d'un côté vertical du battant (15), et
l'action d'une force sur une première portion supérieure de la baguette de flexion
(21) par l'actionnement de l'une au moins des fermetures individuelles permet un basculement
du battant (15), et l'action d'une force sur une seconde portion inférieure de la
baguette de flexion (21) par l'actionnement d'au moins une autre des fermetures individuelles
permet une rotation du battant (15).
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