[0001] Die Erfindung betrifft eine Statorscheibe für eine Turbomolekularpumpe, wobei die
Statorscheibe sich teilringförmig in einer Ebene erstreckt und einen Innenring und
einen Außenring aufweist, welche durch Statorschaufeln miteinander verbunden sind.
[0002] Turbomolekularpumpen dienen zur Erzeugung eines Vakuums, beispielsweise für Elektronenmikroskope
oder Massenspektrometer. Dabei werden Gasteilchen von Rotorscheiben der Turbomolekularpumpe
beschleunigt und von Statorscheiben in eine Vorzugsrichtung gelenkt, wodurch eine
das Vakuum erzeugende Strömung entsteht. Zu diesem Zweck umfassen sowohl die Rotorscheiben
als auch die Statorscheiben zu der Ebene schräg gestellte Schaufeln, die die Gasteilchen
beschleunigen bzw. Ablenken.
[0003] Eine Statorscheibe ist üblicherweise durch Distanzringe im Bereich ihres Außenrings
fixiert, wenn die Statorscheibe in einer Turbomolekularpumpe verbaut ist. Der Bereich
des Innenrings der Statorscheibe ist jedoch nicht fixiert. Insbesondere bei starker
mechanischer Belastung der Statorscheibe, die beispielsweise beim Fluten eines evakuierten
Raumes durch die Turbomolekularpumpe hindurch auftreten kann, kann es zu einer Verwindung
bzw. Verbiegung der Statorscheibe und dadurch zu einer Kollision mit einer benachbarten
Rotorscheibe kommen, weshalb ein gewisser axialer Abstand zwischen Stator- und Rotorscheiben
eingehalten werden muss.
[0004] Aus der
DE 10 2011 108 115 A1 sind eine Statorscheibe gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Verfahren gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 10 bekannt.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Statorscheibe für eine Turbomolekularpumpe
anzugeben, welche eine verbesserte Steifigkeit aufweist.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Statorscheibe mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Der Erfindung liegt dabei die Erkenntnis zugrunde, dass eine Verbiegung der Statorscheibe,
beispielsweise beim Fluten des evakuierten Raumes, im Bereich des Innenrings maximal
ist. Im Bereich des Außenrings hingegen ist die Statorscheibe von Distanzringen eingespannt
und kann sich dort nicht verbiegen. Durch die Anordnung des Versteifungselements zwischen
Innen- und Außenring wird sozusagen die durch das Zusammenspiel von Distanzringen
und Außenring der Statorscheibe hervorgerufene Steifigkeit im Bereich des Außenrings
an den Innenring übertragen. Anders ausgedrückt wird mittels des zwischen Innen- und
Außenring vorgesehenen Versteifungselements die Verbindung zwischen dem Innen- und
dem Außenring versteift und der Innenring abgestützt. Auf diese Weise erhöht sich
die axiale Biegesteifigkeit der Statorscheibe.
[0008] Durch das Versteifungselement wird somit eine Verbiegung des Innenrings unter Belastung
minimiert, sodass der axiale Abstand zwischen den Stator- und Rotorscheiben verringert
werden kann. Dadurch können im Ergebnis kompaktere Turbomolekularpumpen geschaffen
werden.
[0009] Erfindungsgemäß ist ein Versteifungselement an einer Statorschaufel angeordnet. Auf
die Statorschaufel kann z.B. zumindest ein separat ausgebildetes Versteifungselement
aufgebracht sein, z.B. aufgeklebt oder aufgeschweißt sein. Alternativ kann die Statorschaufel
selbst das Versteifungselement bilden, indem sie beispielsweise mit einer konkaven
oder konvexen Krümmung versehen ist, die über die Länge der Statorscheibe verläuft.
[0010] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind den Unteransprüchen, der Beschreibung
und den Zeichnungen zu entnehmen.
[0011] Gemäß einer Ausführungsform ist ein zusätzliches Versteifungselement an einem den
Innen- und Außenring verbindenden Abschlusssteg angeordnet. Der Abschlusssteg erstreckt
sich dabei zwischen Innen- und Außenring, dient aber nicht als Statorschaufel und
liegt somit in der von der Statorscheibe definierten Ebene.
[0012] Die Anordnung der versteiften Abschlussstege an den Enden der Statorscheibe hat den
Vorteil, dass insbesondere die Enden des Innenrings wirksam gegen Verbiegung geschützt
werden, welche den stärksten Belastungen ausgesetzt sind.
[0013] Bevorzugt ist ein Versteifungselement durch eine Sicke und/oder eine Abkantung gebildet.
Wird die Statorscheibe z.B. als Stanzbiegeteil insbesondere einstückig aus einem Blech
hergestellt, lässt sich die Formung von Sicken und/oder Abkantungen auf einfache Weise
in den Herstellungsprozess integrieren und idealerweise in einem Stanzbiegeschritt
herstellen. Anstelle einer Sicke kann auch eine Bördelkante als Versteifungselement
vorgesehen sein.
[0014] Alternativ kann das Versteifungselement auch durch zusätzlich aufgebrachtes Material
gebildet sein, welches beispielsweise durch Aufkleben oder Aufschweißen an der Statorscheibe
angebracht wird.
[0015] Insbesondere ist der Abschlusssteg an einem Ende der teilringförmigen Statorscheibe
angeordnet. Bevorzugt ist die Statorscheibe halbring- bzw. halbkreisförmig mit zwei
Abschlussstegen ausgebildet. Bei der Montage der Turbomolekularpumpe werden dann zwei
halbkreisförmige Statorscheiben zusammengefügt, um eine Vollscheibe zu bilden, wobei
jeweils zwei Abschlussstege aneinander angrenzen.
[0016] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform erstreckt sich ein Versteifungselement
zumindest bereichsweise auch entlang des Innenrings. Auf diese Weise wird auch der
Innenring selbst gegen Verbiegung geschützt. Zugleich ergibt sich der Vorteil, dass
der Innenring durch das Versteifungselement verdickt werden kann, wodurch sich ein
axialer Spalt zwischen der Statorscheibe und den angrenzenden Rotorscheiben verringert.
Durch das reduzierte Spaltmaß wird der Leitwert verringert und eine Rückströmung von
zu pumpenden Molekülen vermindert.
[0017] Insbesondere kann das sich entlang des Innenrings erstreckende Versteifungselement
durch zwei nebeneinander angeordnete Sicken gebildet sein, wodurch sich ein mäanderförmiger
Querschnitt der Statorscheibe in diesem Bereich ergibt.
[0018] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform erstreckt sich ein Versteifungselement
zumindest bereichsweise auch entlang des Außenrings. Dadurch kann die Statorscheibe
auch im Bereich des Außenrings zusätzlich versteift werden.
[0019] Generell kann die Statorscheibe halbkreisförmig ausgebildet sein, d.h. also mit einem
Winkelbereich von 180°.
[0020] Gemäß einer alternativen Ausführungsform deckt die Statorscheibe einen Winkelbereich
von größer 180° ab, beispielsweise von 190°. Sind zwei die Rotorwelle einer Turbomolekularpumpe
im montierten Zustand umgebende Statorscheiben jeweils mit einem Winkelbereich von
190° ausgebildet, so können diese Statorscheiben an ihren zueinander weisenden Enden
jeweils über einen Winkelbereich von 10° aufeinander liegen, d.h. also sich überlappen,
wodurch eine zusätzliche Versteifung der Statorscheiben erreicht wird.
[0021] Die axiale Biegesteifigkeit einer Statorscheibe wird noch weiter erhöht, wenn die
Statorscheibe ein Versteifungselement in einem zur Anlage an einer weiteren Statorscheibe
vorgesehenen Überlappungsbereich aufweist. Beispielsweise kann der Überlappungsbereich
durch einen Abschlusssteg gebildet sein. Im montierten Zustand der Statorscheiben
können die Überlappungsbereiche zweier Statorscheiben in der axialen Richtung gesehen
übereinander liegen, um eine zusätzliche Versteifung der Statorscheiben zu bewirken.
[0022] Die Versteifungselemente in dem Überlappungsbereich können zudem derart ausgebildet
sein, dass sie ineinander eingreifen und die Position der Statorscheiben relativ zueinander
in der Ebene festlegen.
[0023] Besonders bevorzugt ist ein Versteifungselement sowohl an dem Abschlusssteg als auch
an dem Innenring angeordnet und durchgängig ausgebildet. Hierdurch kann eine auf den
Innenring wirkende Kraft besonders gut auf den Abschlusssteg übertragen werden, welcher
von dem fixierten Außenring gehalten wird. Auf diese Weise wird der Innenring noch
besser gegen Verbiegung geschützt.
[0024] Ebenfalls bevorzugt weist die Statorscheibe zwei Abschlussstege auf, wobei sich ein
Versteifungselement von einem Bereich des ersten Abschlussstegs über den Innenring
bis hin zu einem Bereich des zweiten Abschlussstegs erstreckt. Eine auf den Innenring
wirkende Kraft kann somit an zwei Stellen durch das Versteifungselement an den Außenring
übertragen werden.
[0025] Allgemein sind sämtliche der voranstehend genannten Versteifungselemente miteinander
kombinierbar und verbindbar und insbesondere durchgängig ausbildbar.
[0026] Die Erfindung umfasst weiterhin ein Verfahren zur Herstellung einer für eine Turbomolekularpumpe
vorgesehenen Statorscheibe, welche sich teilringförmig in einer Ebene erstreckt und
einen Innenring und einen Außenring aufweist, welche durch Statorschaufeln miteinander
verbunden sind, bei welchem Verfahren zumindest ein die Statorscheibe versteifendes
Versteifungselement zwischen dem Innenring und dem Außenring ausgebildet wird. Beispielsweise
können das Versteifungselement bzw. die Versteifungselemente, der Innenring und der
Außenring sowie die Schaufeln der Statorscheibe in ein und denselben Prozessschritten
und damit besonders wirtschaftlich hergestellt werden.
[0027] Des Weiteren betrifft die Erfindung auch eine Turbomolekularpumpe mit zumindest einer
Statorscheibe der voranstehend beschriebenen Art, für welche die vorgenannten Vorteile
und Weiterbildungen der Statorscheibe entsprechend gelten.
[0028] Nachfolgend wird die Erfindung anhand möglicher Ausführungsformen unter Bezugnahme
auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Turbomolekularpumpe in Querschnittsansicht;
- Fig. 2
- eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Statorscheibe in (a) bereichsweiser
perspektivischer Ansicht und (b) Draufsicht;
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Statorscheibe;
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf eine dritte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Statorscheibe;
- Fig. 5
- eine Draufsicht auf eine vierte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Statorscheibe;
- Fig. 6
- eine Querschnittsansicht einer Anordnung einer Statorscheibe gemäß dem Stand der Technik
zwischen zwei benachbarten Rotorscheiben; und
- Fig. 7
- eine Querschnittsansicht einer Anordnung einer erfindungsgemäßen Statorscheibe zwischen
zwei benachbarten Rotorscheiben.
[0029] Die in Fig. 1 gezeigte Turbomolekularpumpe 10 umfasst einen von einem Einlassflansch
12 umgebenen Pumpeneinlass 14 sowie mehrere Pumpstufen zur Förderung des an dem Pumpeneinlass
14 anstehenden Gases zu einem in Fig. 1 nicht dargestellten Pumpenauslass. In einem
Gehäuse 16 der Turbomolekularpumpe 10 ist ein Rotor 18 mit einer um eine Rotationsachse
20 drehbar gelagerten Rotorwelle 22 angeordnet.
[0030] Zur Erzeugung einer Pumpwirkung umfasst die Turbomolekularpumpe 10 mehrere pumpwirksam
miteinander in Serie geschaltete turbomolekulare Pumpstufen mit mehreren an der Rotorwelle
22 befestigten Rotorscheiben 24 und in axialer Richtung zwischen den Rotorscheiben
24 angeordneten Statorscheiben 26. Die Statorscheiben 26 sind durch Distanzringe 28
in einem gewünschten axialen Abstand zueinander gehalten.
[0031] Des Weiteren sind drei in radialer Richtung ineinander angeordnete und pumpwirksam
miteinander in Serie geschaltete Holweckpumpstufen vorgesehen. Der rotorseitige Teil
der Holweckpumpstufen umfasst eine mit der Rotorwelle 22 verbundene Rotornabe 30 und
zwei an der Rotornabe 30 befestigte und von dieser getragene zylindermantelförmige
Holweckrotorhülsen 32, 34, die koaxial zu der Rotationsachse 22 orientiert und in
radialer Richtung ineinander geschachtelt sind. Ferner sind zwei zylindermantelförmige
Holweckstatorhülsen 36, 38 vorgesehen, die ebenfalls koaxial zu der Rotationsachse
22 orientiert und in radialer Richtung ineinander geschachtelt sind.
[0032] Die pumpaktiven Oberflächen der Holweckpumpstufen sind jeweils durch die einander
unter Ausbildung eines engen radialen Holweckspalts gegenüber liegenden radialen Mantelflächen
jeweils einer Holweckrotorhülse 32, 34 und einer Holweckstatorhülse 36, 38 gebildet.
Dabei ist jeweils eine der pumpaktiven Oberflächen glatt ausgebildet - vorwiegend
diejenige der Holweckrotorhülse 32, 34 - und die gegenüberliegende pumpaktive Oberfläche
der Holweckstatorhülse 36, 38 weist eine Strukturierung mit schraubenlinienförmig
um die Rotationsachse 22 herum in axialer Richtung verlaufenden Nuten auf, in denen
bei der Rotation des Rotors 18 das Gas vorangetrieben und dadurch gepumpt wird.
[0033] Die drehbare Lagerung der Rotorwelle 22 wird durch ein Wälzlager 40 im Bereich des
Pumpenauslasses und ein Permanentmagnetlager 42 im Bereich des Pumpeneinlasses 14
bewirkt.
[0034] Das Permanentmagnetlager 42 umfasst eine rotorseitige Lagerhälfte 44 und eine statorseitige
Lagerhälfte 46, welche jeweils einen Ringstapel aus mehreren in axialer Richtung aufeinander
gestapelten permanentmagnetischen Ringen 48, 50 umfassen, wobei sich die Magnetringe
48, 50 unter Ausbildung eines radialen Lagerspalts 52 gegenüberliegen.
[0035] Innerhalb des Magnetlagers 42 ist ein Not- bzw. Fanglager 54 vorgesehen, welches
als ungeschmiertes Wälzlager ausgebildet ist und im normalen Betrieb der Turbomolekularpumpe
10 ohne Berührung leerläuft und erst bei einer übermäßigen radialen Auslenkung des
Rotors 18 gegenüber dem Stator in Eingriff gelangt, um einen radialen Anschlag für
den Rotor 18 zu bilden, der eine Kollision der rotorseitigen Strukturen mit den statorseitigen
Strukturen verhindert. Das Notlager 54 definiert somit die maximale radiale Auslenkung
des Rotors 18.
[0036] Im Bereich des Wälzlagers 40 ist an der Rotorwelle 22 eine konische Spritzmutter
56 mit einem zu dem Wälzlager 40 hin zunehmenden Außendurchmesser vorgesehen. Die
Spritzmutter 56 steht mit zumindest einem Abstreifer eines mehrere aufeinander gestapelte
saugfähige Scheiben 58 umfassenden Betriebsmittelspeichers in gleitendem Kontakt,
welche mit einem Betriebsmittel wie z.B. einem Schmiermittel für das Wälzlager 40
getränkt sind.
[0037] Im Betrieb der Turbomolekularpumpe 10 wird das Betriebsmittel durch kapillare Wirkung
von dem Betriebsmittelspeicher über den Abstreifer auf die rotierende Spritzmutter
56 übertragen und infolge der Zentrifugalkraft entlang der Spritzmutter in Richtung
des größer werdenden Außendurchmessers der Spritzmutter 56 zu dem Wälzlager 40 hin
gefördert, wo es zum Beispiel eine schmierende Funktion erfüllt.
[0038] Die Turbomolekularpumpe 10 umfasst einen Motorraum 60, in den sich die Rotorwelle
22 hinein erstreckt. Der Motorraum 60 ist im Bereich des Eintritts der Rotorwelle
22 durch eine Siegbahnstufe 62 gegenüber einem Arbeits- bzw. Schöpfraum der Turbomolekularpumpe
10 abgedichtet. Ein Sperrgaseinlass 64 ermöglicht die Zuführung eines Sperrgases in
den Motorraum 60.
[0039] In dem Motorraum 60 ist ein Antriebsmotor 66 angeordnet, welcher zum drehenden Antreiben
des Rotors 18 dient. Der Antriebsmotor 66 umfasst einen Motorstator 68 mit einem Kern
70 und mit mehreren in Fig. 1 nur schematisch dargestellten Spulen 72, die in an der
radialen Innenseite des Kerns 70 vorgesehenen Nuten des Kerns 70 festgelegt sind.
Der Kern 70 besteht aus einem Blechpaket mit mehreren in axialer Richtung aufeinander
gestapelten Blechscheiben aus einem weichmagnetischen Material.
[0040] Der Läufer des Antriebsmotors 77, welcher auch als Anker bezeichnet wird, ist durch
die Rotorwelle 22 gebildet, die sich durch den Motorstator 68 hindurch erstreckt.
Auf dem sich durch den Motorstator 68 hindurch erstreckenden Abschnitt der Rotorwelle
22 ist radial außenseitig eine Permanentmagnetanordnung 74 festgelegt. Zwischen dem
Motorstator 68 und dem sich durch den Motorstator 68 hindurch erstreckenden Abschnitt
der Rotorwelle 22 ist ein radialer Motorspalt 76 ausgebildet, über den sich der Motorstator
68 und die Permanentmagnetanordnung 74 zur Übertragung des Antriebsmoments magnetisch
beeinflussen.
[0041] Die Permanentmagnetanordnung 74 ist an der Rotorwelle 22 mittels Kleben und/oder
Schrumpfen und/oder Aufpressen fixiert. Die Permanentmagnetanordnung 74 umfasst einen
weichmagnetischen Rückschluss 75a aus Eisenblechen oder aus massivem Eisen sowie einen
Permanentmagneten 75b. Eine Kapselung 80, die als CFK- oder Edelstahlhülse ausgebildet
ist, umgibt die Permanentmagnetanordnung 74 an deren radialer Außenseite und dichtet
diese gegenüber dem Motorspalt 76 ab. Auf der Rotorwelle 22 ist ferner ein Wuchtring
78 mittels Kleben und/oder Schrumpfen und/oder Aufpressen angebracht, welcher Gewindebohrungen
zur Aufnahme von Wuchtgewichten aufweist. Der Wuchtring 78 besitzt keine direkte mechanische
Verbindung zur Permanentmagnetanordnung 74, um keine axialen Zwangskräfte auf die
Permanentmagnetanordnung 74 zu übertragen.
[0042] Eine Steuer- und Stromversorgungseinheit 82 ist dazu eingerichtet, den Antriebsmotor
66 während des Betriebs der Turbomolekularpumpe 10 mit elektrischer Energie zu versorgen.
[0043] In Fig. 2 ist eine erste Ausführungsform einer Statorscheibe 26 gezeigt. Die Statorscheibe
26 definiert eine Ebene und umfasst einen Innenring 84 und einen
[0044] Außenring 86. Zwischen dem Innenring 84 und dem Außenring 86 erstrecken sich in radialer
Richtung Statorschaufeln 88, welche jeweils über Stege 90 mit dem Innenring 84 und
dem Außenring 86 verbunden sind. Die Statorschaufeln 88 sind jeweils um die Stege
90 gedreht und zu der von der Statorscheibe 26 definierten Ebene schräg gestellt (Fig.
2a). Zudem sind die Statorschaufeln 88 in etwa trapezförmig geformt, wobei die mit
dem Innenring 84 verbundene Grundseite kürzer ausgebildet ist als die mit dem Außenring
86 verbundene Grundseite.
[0045] In die Statorschaufeln 88 sind Prägungen 92 eingebracht, die als Versteifungselemente
dienen und insbesondere den Innenring 84 gegenüber dem Außenring 86 versteifen. Die
Prägungen 92 sind ebenfalls etwa trapezförmig ausgeformt und gehen im Bereich der
Grundseiten der Trapezform in dreieckförmige Übergangsbereiche 94 über. Die Schenkel
der trapezförmigen Prägung 92 verlaufen in radialer Richtung und weisen dementsprechend
einen gleichbleibenden Abstand zu den in Umfangsrichtung orientierten Rändern der
Statorschaufeln 88 auf.
[0046] Die Statorscheibe 26 ist einstückig ausgebildet und mittels eines Stanzbiegeverfahrens
aus einem Blech hergestellt. Mittels des Stanzbiegeverfahrens werden auch die Prägungen
92 der Statorschaufeln 88 erzeugt.
[0047] Die Statorscheibe 26 überdeckt einen Winkelbereich von 180° und ist somit halbkreisförmig
ausgebildet (Fig. 2b). In der Turbomolekularpumpe 10 werden jeweils zwei Statorscheiben
26 in einer Ebene angeordnet, um eine Vollscheibe zu bilden.
[0048] Fig. 3 zeigt eine zweite Ausführungsform einer Statorscheibe 26, die halbkreisförmig
bzw. halbringförmig ausgebildet ist und somit einen Winkelbereich von 180° überdeckt.
In Fig. 3 sind beispielhaft lediglich zwei Statorschaufeln 88 dargestellt, jedoch
sind wie bei der ersten Ausführungsform weitere Statorschaufeln 88 vorhanden, wie
durch den Pfeil 89 angedeutet ist.
[0049] In Fig. 3 sind außerdem zwei den Innenring 84 und den Außenring 86 der Statorscheibe
26 verbindende Abschlussstege 96 gezeigt, die jeweils den Abschluss der Statorscheibe
26 in Umfangsrichtung definieren. Die Abschlussstege 96 sind trapezförmig ausgebildet,
wobei die Schenkel der Trapezform jeweils in radialer Richtung verlaufen.
[0050] Die Statorscheibe 26 gemäß Fig. 3 umfasst ein zusätzliches Versteifungselement, welches
als Sicke 98 ausgebildet ist. Die Sicke 98 beginnt in radialer Richtung gesehen etwa
mittig in dem einen Abschlusssteg 96, erstreckt sich von dort zu dem halbkreisförmigen
Innenring 84, folgt dem Innenring 84 vollständig und erstreckt sich in den anderen
Abschlusssteg 96 ebenfalls ungefähr bis zu dessen Hälfte hinein. Die Sicke 98 ist
dabei durchgängig ausgebildet und formt so in der Draufsicht annähernd den griechischen
Buchstaben Omega (Ω).
Die Sicke 98 ragt aus der durch die Statorscheibe 26 definierten Ebene nach oben hervor
und kann beispielsweise einen V-förmigen, U-förmigen, rechteckigen oder runden Querschnitt
aufweisen.
Die Sicke 98 wirkt einer Verwindung sowohl der Abschlussstege 96 als auch des Innenrings
84 entgegen und versteift auf diese Weise die gesamte Statorscheibe 26.
In Fig. 4 ist eine dritte Ausführungsform einer Statorscheibe 26 gezeigt, die sich
von der zweiten Ausführungsform darin unterscheidet, dass die Abschlussstege 96 rechteckig
ausgebildet sind. Zudem verläuft die zur Versteifung der Statorscheibe 26 dienende
Sicke 98 lediglich von einem mittleren Bereich des einen Abschlussstegs 96 ausgehend
über einen Großteil des Innenrings 84, nicht jedoch entlang des anderen Abschlussstegs
96. Somit bildet die Sicke 98 in der Draufsicht etwa die Form einer Sichel.
[0051] Fig. 5 zeigt eine vierte Ausführungsform einer Statorscheibe 26, die sich von der
in Fig. 3 gezeigten Statorscheibe dadurch unterscheidet, dass zwei Sicken 98 vorgesehen
sind, die sich jeweils etwa entlang der radial inneren Hälfte eines Abschlussstegs
96 erstrecken und sich entlang des Innenrings 84 fortsetzen und diesen jeweils über
einen Winkelbereich von etwa 30° überdecken. Die beiden Sicken 98 sind voneinander
getrennt.
Fig. 6 zeigt schematisch die Anordnung einer Statorscheibe 26 gemäß dem Stand der
Technik zwischen zwei Rotorscheiben 24, die mit der Rotorwelle 22 gekoppelt sind.
Der zur Rotorwelle 22 weisende Innenring 84 der Statorscheibe 26 ist hier flach ausgebildet.
Radial nach außen schließen sich die zur Ebene schräg gestellten Statorschaufeln 88
an den Innenring 84 an.
Fig. 7 zeigt im Unterschied zu Fig. 6 eine erfindungsgemäße Statorscheibe 26, welche
an dem Innenring 84 zwei doppelt rechtwinklige Abkantungen 100 aufweist, die zu einer
weiteren Versteifung der Statorscheibe 26 dienen. Im Querschnitt gesehen ergibt sich
somit ein mäanderförmiger Verlauf des Innenrings 84. Durch die Abkantungen 100 verkleinert
sich das axiale Spaltmaß 102 zwischen der Statorscheibe 26 und den benachbarten Rotorscheiben
24, wodurch ein Rückströmen von zu pumpenden Molekülen erschwert wird, was den Leitwert
reduziert und so die Effizienz der Turbomolekularpumpe 10 steigert.
[0052] Generell ist anzumerken, dass erfindungsgemäß die Versteifungselemente an den Statorschaufeln
und die Sicken 98 gemäß Fig. 3 bis 5 miteinander kombiniert werden können. Anstelle
der Sicken 98 können jeweils auch Abkantungen 100, wie in Fig. 7 gezeigt, verwendet
werden. Ebenfalls kann zusätzlich ein weiteres Versteifungselement an dem Außenring
86 vorgesehen sein, beispielsweise in Form einer geschlossen umlaufenden Sicke, die
sich über den kompletten Außenring 86, die zwei Abschlussstege 96 und den kompletten
Innenring 84 erstreckt.
Bezugszeichenliste
[0053]
- 10
- Turbomolekularpumpe
- 12
- Einlassflansch
- 14
- Pumpeneinlass
- 16
- Gehäuse
- 18
- Rotor
- 20
- Rotationsachse
- 22
- Rotorwelle
- 24
- Rotorscheibe
- 26
- Statorscheibe
- 28
- Distanzring
- 30
- Rotornabe
- 32
- Holweckrotorhülse
- 34
- Holweckrotorhülse
- 36,38
- Holweckstatorhülse
- 40
- Wälzlager
- 42
- Permanentmagnetlager
- 44
- Rotorseitige Lagerhälfte
- 46
- Statorseitige Lagerhälfte
- 48
- Magnetring
- 50
- Magnetring
- 52
- Lagerspalt
- 54
- Fanglager
- 56
- Spritzmutter
- 58
- saugfähige Scheibe
- 60
- Motorraum
- 62
- Siegbahnstufe
- 64
- Sperrgaseinlass
- 66
- Antriebsmotor
- 68
- Motorstator
- 70
- Kern
- 72
- Spule
- 74
- Permanentmagnetanordnung
- 75a
- weichmagnetischer Rückschluss
- 75b
- Permanentmagnet
- 76
- Motorspalt
- 78
- Wuchtring
- 80
- Kapselung
- 82
- Steuer- und Stromversorgungseinheit
- 84
- Innenring
- 86
- Außenring
- 88
- Statorschaufel
- 89
- Pfeil
- 90
- Steg
- 92
- Prägung
- 94
- Übergangsbereich
- 96
- Abschlusssteg
- 98
- Sicke
- 100
- Abkantung
- 102
- Spaltmaß
1. Statorscheibe (26) für eine Turbomolekularpumpe (10), wobei die Statorscheibe (26)
sich teilringförmig in einer Ebene erstreckt und einen Innenring (84) und einen Außenring
(86) aufweist, welche durch Statorschaufeln (88) miteinander verbunden sind,
wobei zumindest ein die Statorscheibe (26) versteifendes Versteifungselement (92,
98, 100) zwischen dem Innenring (84) und dem Außenring (86) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Versteifungselement (92, 98, 100) an einer Statorschaufel (88) angeordnet ist.
2. Statorscheibe (26) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Versteifungselement durch eine Sicke (98) und/oder eine Abkantung (100) gebildet
ist.
3. Statorscheibe (26) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Versteifungselement (92, 98, 100) an einem den Innen- und Außenring (84, 86) verbindenden
Abschlusssteg (96) angeordnet ist.
4. Statorscheibe (26) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich ein Versteifungselement (92, 98, 100) zumindest bereichsweise auch entlang des
Innenrings (84) erstreckt.
5. Statorscheibe (26) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich ein Versteifungselement (92, 98, 100) zumindest bereichsweise auch entlang des
Außenrings (86) erstreckt.
6. Statorscheibe (26) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
ein Versteifungselement (92, 98, 100) in einem zur Anlage an einer weiteren Statorscheibe
(26) vorgesehenen Überlappungsbereich.
7. Statorscheibe (26) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Statorscheibe (26) einen Winkelbereich von größer 180°, beispielsweise von 190°,
überdeckt.
8. Statorscheibe (26) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Versteifungselement (92, 98, 100) an dem Abschlusssteg (96) und an dem Innenring
(84) angeordnet ist und durchgängig ausgebildet ist.
9. Statorscheibe (26) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Statorscheibe (26) zwei Abschlussstege (96) aufweist und sich ein Versteifungselement
(92, 98, 100) von einem Bereich des ersten Abschlussstegs (96) über den Innenring
(84) bis hin zu einem Bereich des zweiten Abschlussstegs (96) erstreckt.
10. Verfahren zur Herstellung einer für eine Turbomolekularpumpe (10) vorgesehenen Statorscheibe
(26), welche sich teilringförmig in einer Ebene erstreckt und einen Innenring (84)
und einen Außenring (86) aufweist, welche durch Statorschaufeln 888) miteinander verbunden
sind,
wobei zumindest ein die Statorscheibe (26) versteifendes Versteifungselement (92,
98, 100) zwischen dem Innenring (84) und dem Außenring (86) ausgebildet wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Versteifungselement (92, 98, 100) an einer Statorschaufel (88) ausgebildet wird.
11. Turbomolekularpumpe (10) mit zumindest einer Statorscheibe (26) nach einem der Ansprüche
1 bis 9.
1. A stator disk (26) for a turbomolecular pump (10), wherein the stator disk (26) extends
in the shape of a part ring in a plane and has an inner ring (84) and an outer ring
(86) which are connected to one another by stator blades (88),
wherein at least one stiffening element (92, 98, 100) stiffening the stator disk (26)
is provided between the inner ring (84) and the outer ring (86),
characterized in that
a stiffening element (92, 98, 100) is arranged at a stator blade (88).
2. A stator disk (26) in accordance with claim 1,
characterized in that
a stiffening element is formed by a bead (98) and/or by a folded edge (100).
3. A stator disk (26) in accordance with claim 1 or claim 2,
characterized in that
a stiffening element (92, 98, 100) is arranged at an end web (96) connecting the inner
and outer rings (84, 86).
4. A stator disk (26) in accordance with any one of the preceding claims,
characterized in that
a stiffening element (92, 98, 100) also extends along the inner ring (84) at least
regionally.
5. A stator disk (26) in accordance with any one of the preceding claims,
characterized in that
a stiffening element (92, 98, 100) also extends along the outer ring (86) at least
regionally.
6. A stator disk (26) in accordance with any one of the preceding claims,
characterized by
a stiffening element (92, 98, 100) in an overlap region provided for contact with
a further stator disk (26).
7. A stator disk (26) in accordance with any one of the preceding claims,
characterized in that
the stator disk (26) covers an angular range of larger than 180°, for example of 190°.
8. A stator disk (26) in accordance with any one of the preceding claims,
characterized in that
a stiffening element (92, 98, 100) is arranged at the end web (96) and at the inner
ring (84) and is continuous.
9. A stator disk (26) in accordance with any one of the preceding claims,
characterized in that
the stator disk (26) has two end webs (96); and in that a stiffening element (92, 98, 100) extends from a region of the first end web (96)
over the inner ring (84) up to a region of the second end web (96).
10. A method of manufacturing a stator disk (26) which is provided for a turbomolecular
pump (10), which extends in the shape of a part ring in a plane and which has an inner
ring (84) and an outer ring (86) which are connected to one another by stator blades
(88),
wherein at least one stiffening element (92, 98, 100) stiffening the stator disk (26)
is formed between the inner ring (84) and the outer ring (86),
characterized in that
a stiffening element (92, 98, 100) is formed at a stator blade (88).
11. A turbomolecular pump (10) comprising at least one stator disk (26) in accordance
with any one of the claims 1 to 9.
1. Disque de stator (26) pour une pompe turbomoléculaire (10), le disque de stator (26)
s'étendant en forme d'anneau partiel dans un plan et comprenant un anneau intérieur
(84) et un anneau extérieur (86) qui sont reliés l'un à l'autre par des aubes de stator
(88),
dans lequel
au moins un élément de rigidification (92, 98, 100) rigidifiant le disque de stator
(26) est prévu entre l'anneau intérieur (84) et l'anneau extérieur (86),
caractérisé en ce que
un élément de rigidification (92, 98, 100) est agencé sur un aube de stator (88).
2. Disque de stator (26) selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
un élément de rigidification est formé par une moulure (98) et/ou par un rebord plié
(100).
3. Disque de stator (26) selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
un élément de rigidification (92, 98, 100) est agencé sur une barrette de terminaison
(96) reliant les anneaux intérieur et extérieur (84, 86).
4. Disque de stator (26) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
un élément de rigidification (92, 98, 100) s'étend au moins localement également le
long de l'anneau intérieur (84).
5. Disque de stator (26) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
un élément de rigidification (92, 98, 100) s'étend au moins localement également le
long de l'anneau extérieur (86).
6. Disque de stator (26) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé par
un élément de rigidification (92, 98, 100) dans une zone de chevauchement prévue pour
l'appui contre un autre disque de stator (26).
7. Disque de stator (26) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le disque de stator (26) recouvre une zone angulaire supérieure à 180°, par exemple
égale à 190°.
8. Disque de stator (26) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
un élément de rigidification (92, 98, 100) est agencé sur la barrette de terminaison
(96) et sur l'anneau intérieur (84), et il est conçu en continu.
9. Disque de stator (26) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le disque de stator (26) comprend deux barrettes de terminaison (96), et un élément
de rigidification (92, 98, 100) s'étend depuis une zone de la première barrette de
terminaison (96) sur l'anneau intérieur (84) jusqu'à une zone de la seconde barrette
de terminaison (96).
10. Procédé de réalisation d'un disque de stator (26) prévu pour une pompe turbomoléculaire
(10), lequel s'étend en forme d'anneau partiel dans un plan et comprend un anneau
intérieur (84) et un anneau extérieur (86) qui sont reliés l'un à l'autre par des
aubes de stator (88),
dans lequel
au moins un élément de rigidification (92, 98, 100) rigidifiant le disque de stator
(26) est réalisé entre l'anneau intérieur (84) et l'anneau extérieur (86),
caractérisé en ce que
un élément de rigidification (92, 98, 100) est réalisé sur un aube de stator (88).
11. Pompe turbomoléculaire (10) comportant au moins un disque de stator (26) selon l'une
des revendications 1 à 9.