[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Mahlvorrichtung, insbesondere eine Vertikalmühle,
zur Zerkleinerung von Mahlgut, aufweisend
- a) mindestens zwei Mahlkörper, die relativ zueinander bewegbar sind, wobei die beiden
Mahlkörper gemeinsam mindestens einen Mahlbereich ausbilden, in dem das Mahlgut mittels
der beiden Mahlkörper mahlbar ist, sowie
- b) mindestens eine Anpresseinrichtung, die mindestens einen einen Zylinderarbeitsraum
aufweisenden Hydraulikzylinder und mindestens eine einen Federarbeitsraum aufweisende
Gasfeder aufweist, wobei der Zylinderarbeitsraum und der Federarbeitsraum strömungstechnisch
miteinander verbunden sind,
wobei auf mindestens einen der Mahlkörper mittels der mindestens einen Anpresseinrichtung
eine Anpresskraft aufbringbar ist, mittels derer die Mahlkörper aufeinander zu pressbar
sind.
[0002] Unter dem Begriff der "Mahlvorrichtung" sind im Zusammenhang mit der vorliegenden
Anmeldung lediglich solche Mahlvorrichtungen zu verstehen, die zur Einbindung in Produktionsprozesse
vorgesehen sind. Insbesondere sollen solche Mahlvorrichtungen, die lediglich zu Versuchs-
beziehungsweise Forschungszwecken verwendet werden, nicht mit umfasst sein.
[0003] Unter dem Begriff des "Mahlkörpers" können dabei sowohl jeweils aktiv auf das Mahlgut
einwirkende Körper gemeint sein (beispielsweise aktiv angetriebene Walzzylinder eines
Walzenstuhls) als auch passive und gegebenenfalls still stehende Körper, die beispielsweise
lediglich als Unterlage für das Mahlgut und somit als Gegenpart zu einem aktiv Druck-
und/oder Scherkräfte ausübenden weiteren Mahlköper dienen. In jedem Fall muss zur
Herbeiführung eines Mahlerfolgs eine gegenseitige Bewegung mindestens zweier Mahlkörper
stattfinden.
[0004] Hinsichtlich der "strömungstechnischen Verbindung" des Zylinderarbeitsraums mit dem
Federarbeitsraum ist es grundsätzlich unerheblich, ob diese Verbindung lediglich von
einem (zweidimensionalen) Strömungsquerschnitt, einem Verbindungsbauteil - beispielsweise
in Form einer Rohrleitung - oder sogar von einer Mehrzahl verschiedener Verbindungsbauteile
gebildet wird.
[0005] Die Bezeichnung "Zylinderarbeitsraum" bezeichnet denjenigen Raum innerhalb eines
Hydraulikzylinders, der mit einer Hydraulikflüssigkeit gefüllt ist. Es ist der Raum,
in dem ein Kolben des Hydraulikzylinders typischerweise bewegt werden kann.
[0006] Der "Federarbeitsraum" bezeichnet einen gesamten in einem Inneren der Gasfeder vorhandenen
Raum, der typischerweise zum Teil mit der Hydraulikflüssigkeit gefüllt ist und ferner
ein Gaspolster der Gasfeder mit umfasst. Je nach Zustand der Gasfeder kann demnach
der Federarbeitsraum zu unterschiedlichen Anteilen mit der Hydraulikflüssigkeit und
dem Gas des Gaspolsters ausgefüllt sein.
Stand der Technik
[0007] Mahlvorrichtungen der eingangs beschriebenen Art sind bereits seit geraumer Zeit
bekannt und werden in einer Vielzahl von Anwendungsgebieten eingesetzt. Beispielhaft
seien hier ein so genannter Walzenstuhl und eine so genannte Vertikalmühle genannt.
[0008] Ein Walzenstuhl weist typischerweise zwei horizontal orientierte Walzzylinder auf,
die gegenläufig rotieren und an einer Engstelle, an denen beide Walzenzylinder einen
minimalen Abstand zueinander aufweisen beziehungsweise Kontakt haben, den Mahlbereich
ausbilden. Das jeweils zu mahlende Mahlgut wird von einer Oberseite des Mahlbereichs
zwischen die beiden Walzenzylinder gegeben, wobei die einzelnen Partikel des Mahlgutstroms
den Mahlbereich passieren und gemahlen werden. Derartige Mahlvorrichtungen werden
beispielsweise zur Mahlung von Getreide eingesetzt. Eine beispielhafte Ausführung
ist unter anderem der
WO 2009/067828 A1 entnehmbar.
[0009] Bei Vertikalmühlen handelt es sich hingegen um Mühlen, bei denen das Mahlgut auf
einen horizontal angeordneten, sich um eine vertikal orientierte Achse drehenden Mahlteller
aufgebracht wird. In einem äußeren umlaufenden Randbereich des Mahltellers, in dem
sich das Mahlgut aufgrund der wirkenden Zentrifugalkräfte sammelt, sind typischerweise
mehrere so genannte Rollenmühlen angeordnet, deren Mahlkörper von aufrecht stehenden
Rollen gebildet sind, deren Rotationsachse horizontal orientiert ist. Der Mahlbereich
befindet sich bei dieser Art von Mühlen zwischen einer jeweiligen Unterseite der Rolle
und dem Mahlteller, wobei aufgrund der Rotation des Mahltellers um die vertikale Achse
fortwährend das Mahlgut unter der Rolle her geführt wird. Die Rolle wird dabei in
Richtung des Mahltellers gedrückt, wobei sowohl das Eigengewicht der Rolle als auch
extern, mittels der Anpresseinrichtung aufgebrachte Druckkräfte wirken. Unter diesem
durch die Rolle auf das Mahlgut ausgeübten Druck wird das Mahlgut gemahlen. Derartige
Vertikalmühlen kommen typischerweise in der Zementindustrie zum Einsatz. Eine beispielhafte
Ausführung ist unter anderem der
DE 10 2008 046 921 A1 entnehmbar.
[0010] Insbesondere letztgenannte Vertikalmühlen sind gemäß dem Stand der Technik grundsätzlich
mit dem Problem behaftet, dass sie eine starke Neigung aufweisen, in einen instabilen
Schwingungszustand zu verfallen, der in Fachkreisen umgangssprachlich als "Rumpeln"
bezeichnet wird. In einem solchen Zustand unterliegt die Mahlvorrichtung einer Schwingung,
die dazu führt, dass sich die Rolle und der Mahlteller in eine vertikale Richtung
betrachtet relativ zueinander bewegen, das heißt die Rolle von dem durch das Mahlgut
gebildeten Mahlbett zumindest angehoben wird (gegebenenfalls sogar abheben kann) und
anschließend wieder auf ebendieses "eindrückt" beziehungsweise "einschlägt". Hierbei
können dynamische Kräfte in der Größenordnung mehrer Meganewton [MN] wirken, so dass
es besonders leicht zu Beschädigungen der Vertikalmühle kommen kann. Beispielsweise
unterliegt der Rollenmantel, der die Rolle umlaufend umgibt, in diesem instabilen
Schwingungszustand einer sehr hohen Belastung.
[0011] Im Rahmen des Betriebs derartiger Mahlvorrichtungen existiert entsprechend das Bestreben,
diese extremen Belastungszustände zu vermeiden. Daher sind vielfach Überwachungssysteme
installiert, die bestimmte Betriebsparameter der Mühle erfassen, aus denen schließlich
auf eine kritische Belastung rückgeschlossen werden soll. Im Ergebnis besteht dabei
das Problem, dass es aufgrund der Befürchtung eines sich andeuteten Schwingens des
Systems zu häufigen Abschaltungen und somit zu wirtschaftlich nachteilhaften Stillstandzeiten
der Mühle kommt. Außerdem kommt es mitunter vor, dass das erläuterte "Rumpeln" der
Mühle sogar trotz dieser Überwachungsstrategien auftritt.
[0012] Die vorgenannte
DE 10 2008 046 921 A1 beschäftigt sich unter anderem mit ebendieser Problematik und versucht die Mahlvorrichtung
so zu überwachen, dass kritische Belastungszustände zuverlässig und frühzeitig erkannt
werden, wobei die auf die Rollen wirkenden dynamischen Kräfte in bestimmten Frequenzbereichen
erfasst werden sollen und bei Erreichen eines Schwellenwertes eine Abschaltung der
gesamten Mahlvorrichtung vorgenommen wird.
[0013] In einer weiteren Schrift, der
EP 2 408 565 B1, ist ebenfalls das Problem rumpelnder Mühlen thematisiert. Das Dokument beschreibt
eine Vertikalmühle, deren Anpresseinrichtung als "offenes System" ausgeführt ist.
Das heißt, dass die Anpresseinrichtung, die von dem mindestens einen Hydraulikzylinder
und der mindestens einen Gasfeder gebildet ist, zusätzlich über mindestes eine Hydraulikpumpe
verfügt, mittels derer fortwährend ein Öldruck in dem mindestens einen Hydraulikzylinder
und/oder der mindestens einen Gasfeder angepasst werden kann. Insbesondere beschreibt
die
EP 2 408 565 B1, dass mittels der Wirkung der Hydraulikpumpe ein unterer Druckraum des dortigen Hydraulikzylinders
mit Druck beaufschlagt werden kann, was dazu führt, dass die korrespondierende Rollenmühle
"abhebt", das heißt zumindest ein Anpressdruck der Rollenmühle reduziert, möglicherweise
sogar ein Kontakt zwischen der Rollenmühle und dem Mahlbett vollständig aufgehoben
wird. Hierdurch soll das in Schwingung geratene Mühlensystem beruhigt werden.
[0014] Nachteilig bei dem letztgenannten System ist zum einen die Komplexität des offenen
Drucksystems, die auf die Wirkung einer Hydraulikpumpe angewiesen ist. Zum anderen
ist die offenbarte Vorrichtung als solche nicht frei von den nachteiligen Schwingungszuständen
("Rumpeln"), sondern bietet lediglich ein System, mittels dessen im Falle des Rumpelns
selbiges besonders einfach behoben werden können soll.
[0015] Gleichwohl sieht die
EP 2 408 565 B1 auch eine Vermeidungsstrategie hinsichtlich des Rumpelns vor, die auf einer Druckanpassung
der Rollenmühlen durch Wirkung der Hydraulikpumpe basiert, wobei eine Druckanpassung
in den sich gegenüberliegenden Druckräumen der dort verwendeten Hydraulikzylinder
zum Einsatz kommt. Dieses Steuerungssystem ist gleichermaßen aufwendig und träge,
da ein Druckaufbau mittels der Hydraulikpumpe als Gegenmaßnahme gegen einen sich einstellenden
kritischen Schwingungszustand vergleichsweise viel Zeit in Anspruch nimmt, wodurch
ein Aufschwingen des Mühlensystems im Zweifel nicht rechtzeitig unterbunden werden
kann.
[0016] Eine Mahlvorrichtung gemäss den Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus
DE 3639206 C1 bekannt. Ein System, welches zuverlässig verhindert, dass die Gefahr des Rumpelns
überhaupt auftritt, ist nach dem Stand der Technik folglich nicht bekannt.
Aufgabe
[0017] Entsprechend ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine ebensolche Mahlvorrichtung
hervorzubringen, die der Gefahr, in den beschriebenen instabilen Schwingungszustand
zu verfallen, nicht länger unterliegt.
Lösung
[0018] Die zugrunde liegende Aufgabe wird ausgehend von einer Mahlvorrichtung der eingangs
beschriebenen Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass
c) eine kleinste durchströmbare Querschnittsfläche zwischen dem Zylinderarbeitsraum
und dem Federarbeitsraum mindestens 10 % einer Querschnittfläche des Zylinderarbeitsraums
beträgt.
[0019] Die "kleinste Querschnittsfläche" zwischen dem Zylinderarbeitsraum und dem Federarbeitsraum
ist dabei stets als die Summe parallel geschalteter Querschnittsflächen zu verstehen,
die der Hydraulikflüssigkeit zum Strömen von dem Zylinderarbeitsraum in den Federarbeitsraum
zur Verfügung stehen. Wäre beispielsweise ein einzelner Federarbeitsraum mittels zehn
parallel geschalteter Einzelleitungen in Form von Rohrleitungen, die jeweils einen
konstante Querschnittsfläche von 5 cm
2 aufweisen, an den Zylinderarbeitsraum angeschlossen, würde sich die "kleinste Querschnittsfläche"
im Sinne der vorliegenden Anmeldung zu A = 10 · 5 = 50 cm
2 errechnen, da dies die faktisch kleinste Querschnittsfläche ist, die der Hydraulikflüssigkeit
zur Strömung in den Federarbeitsraum zur Verfügung steht. Analog addieren sich einzelne
Querschnittsflächen einzelner Verbindungsbauteile zwischen einem Zylinderarbeitsraum
und mehreren Federarbeitsräumen, sofern die Gasfedern parallel an den Zylinderarbeitsraum
angeschlossen sind.
[0020] Der vorliegenden Erfindung liegt grundsätzlich die Erkenntnis zugrunde, dass die
vorstehend bereits beschriebene Schwingungsproblematik ("Rumpeln") der bekannten Mahlvorrichtungen
durch eine Versteifung der gesamten Mahlvorrichtung bedingt ist. Weiter wurde die
Erkenntnis gewonnen, dass diese Versteifung maßgeblich durch eine Versteifung der
Anpresseinrichtung hervorgerufen wird, was insbesondere darin begründet liegt, dass
im Bereich hochfrequenter Schwingungen, denen die Mahlvorrichtungen mitunter unterliegen,
bei den nach dem Stand der Technik bekannten Mahlvorrichtungen die an den Hydraulikzylinder
angeschlossene Gasfeder nicht länger wirken kann, das heißt die in dem Hydraulikzylinder
vorhandene Hydraulikflüssigkeit gar nicht in die Gasfeder überströmen kann. Die Gasfeder
dient grundsätzlich dazu, der in dem Zylinderarbeitsraum befindlichen Hydraulikflüssigkeit
einen Ausgleichsraum zur Verfügung zu stellen, in den diese strömen kann, sobald ein
Kolben des Hydraulikzylinders ausgelenkt wird.
[0021] Die zugrunde liegende Problematik ist nachfolgend am Beispiel einer Vertikalmühle
in Form einer Rollenmühle erörtert:
Der Kolben des Hydraulikzylinders ist bei einer erfindungsgemäßen Rollenmühle typischerweise
direkt mit einer Lagerachse derselben verbunden und sorgt maßgeblich für den Anpressdruck
der Rolle, die hier einen der Mahlkörper bildet, auf das Mahlgut. Bei einer Auslenkung
der Rolle der Rollenmühle in vertikale Richtung, wie sie beim Überrollen des Mahlguts
ständig auftritt, hebt sich gemeinsam mit der Rolle der Rollenmühle auch deren Lagerachse
und folglich auch der Kolben des Hydraulikzylinders, der mithin in dem Hydraulikzylinder
bewegt wird. Im Zuge dieser Bewegung wird die Hydraulikflüssigkeit zumindest teilweise
in die an den Zylinderarbeitsraum angeschlossene Gasfeder beziehungsweise den Federarbeitsraum
verdrängt, wobei sich in dem Federarbeitsraum der Gasfeder sowie in einem Verbindungsquerschnitt
beziehungsweise einem Verbindungsbauteil zwischen dem Zylinder- und dem Federarbeitsraum
typischerweise permanent Hydraulikflüssigkeit befindet. Durch das Einleiten zusätzlicher
Hydraulikflüssigkeit in die Gasfeder wird in dem Federarbeitsraum ein Gaspolster,
das typischerweise aus Stickstoff gebildet ist, komprimiert und - zusätzlich zur ohnehin
eingestellten Vorspannung - eine zusätzliche Rückstellkraft ausgebildet. Dies sorgt
dafür, dass die Hydraulikflüssigkeit bestrebt ist, wieder zurück in den Zylinderarbeitsraum
zu strömen, wobei der Kolben des Hydraulikzylinders und demzufolge auch die Rolle
wieder in vertikale Richtung nach unten auf das Mahlbett gedrückt werden.
[0022] Kommt es im Zuge eines Mahlvorgangs nun sehr plötzlich zu einer starken Auslenkung
der Rolle der Vertikalmühle, beispielsweise beim Überrollen eines besonders großen
Partikels in dem Mahlgut, kommt es gemäß obiger Erläuterung zu einer schlagartigen
Auslenkung des Kolbens in dem Hydraulikzylinder und infolgedessen zu einer Beschleunigung
der Hydraulikflüssigkeit in dem Zylinderarbeitsraum.
[0023] Infolge dieser Beschleunigung der Hydraulikflüssigkeit in dem Zylinderarbeitsraum
muss analog auch diejenige Hydraulikflüssigkeit beschleunigt und verdrängt werden,
die sich in dem Verbindungsquerschnitt zwischen dem Zylinderarbeitsraum und dem Federarbeitsraum
befindet. Gemäß dem Stand der Technik weist dieser Verbindungsquerschnitt, der typischerweise
durch ein rohrförmiges Verbindungsbauteil definiert ist, eine erheblich kleinere Querschnittsfläche
auf als der Zylinderarbeitsraum (vgl. beispielsweise Figur 1 der
DE 10 208 046 921 A1). Diese "Einengung" eines durchströmbaren Querschnitts (Sprung vom Querschnitt des
Zylinderarbeitsraums hin zum Verbindungsbauteil beziehungsweise Verbindungsquerschnitt),
der die Hydraulikflüssigkeit zwangsläufig unterliegt, hat zur Folge, dass in dem Verbindungsquerschnitt
eine antiproportional zur Querschnittseinengung größere Strömungsgeschwindigkeit der
Hydraulikflüssigkeit vorliegen muss. Im vorliegenden Fall zieht aufgrund der hohen
auftretenden Schwingungsfrequenzen der Anstieg der Strömungsgeschwindigkeit direkt
nach sich, dass die in dem Verbindungsquerschnitt befindliche Hydraulikflüssigkeit
auch entsprechend stark beschleunigt werden muss. Diese in dem Verbindungsquerschnitt
auf die Hydraulikflüssigkeit wirkende Beschleunigung ist demzufolge um ein vielfaches
höher, als in dem Zylinderarbeitsraum.
[0024] Um diese Beschleunigung hervorzurufen, bedarf es entsprechend großer Kräfte. Allerdings
steht gemäß dem Stand der Technik lediglich ein verhältnismäßig kleiner Verbindungsquerschnitt
zur Verfügung, sodass der hydrostatische Druck der Hydraulikflüssigkeit lediglich
eine geringe "Angriffsfläche", nämlich nur den Verbindungsquerschnitt, zur Verfügung
hat. Dies hat im Ergebnis zur Folge, dass die in dem Verbindungsquerschnitt befindliche
Hydraulikflüssigkeit nicht beschleunigt und folglich nicht bewegt wird, der Federarbeitsraum
also überhaupt nicht als Ausgleichsraum für die Hydraulikflüssigkeit aktiviert werden
kann. Im Moment der Auslenkung der Rolle der Mahlvorrichtung, kann ebendiese Auslenkung
folglich nicht mittels einer Bewegung des Kolbens kompensiert werden, da dieser in
ebendiesem Moment in seiner ursprünglichen Position verharrt und keine vertikale Bewegung
der Lagerachse der Vertikalmühle zulässt. Stattdessen kommt es zu Verformungen des
gesamten Fundaments, auf dem die Vertikalmühle gegründet ist, wobei die extrem hohen
Steifigkeiten des Gesamtsystems schließlich infolge der Auslenkung der Rolle die vorstehend
beschriebenen extremen Kräfte hervorrufen, die schließlich die nach dem Stand der
Technik zu beklagenden Schäden zu verursachen im Stande sind.
[0025] Durch die oben beschriebenen erfindungsgemäßen alternativ oder vorteilhafterweise
gemeinsam auszubildenden Merkmale wird dieser sehr nachteilige Effekt der bekannten
Mahlvorrichtungen unterbunden.
[0026] Dabei ist es zum einen möglich, die minimale beziehungsweise kleinste Querschnittsfläche
auf einen Mindestwert festzulegen, der mindestens 10 % der Querschnittsfläche des
Arbeitszylinders ausmachen soll. Durch die Festlegung dieser "Mindestgröße" der kleinsten
Querschnittsfläche wird sichergestellt, dass das Verhältnis der Beschleunigungen zwischen
dem Zylinderarbeitsraum und dem Verbindungsquerschnitt auf einen maximalen Wert begrenzt
wird, also die notwendige Kraft zur Beschleunigung der Hydraulikflüssigkeit in dem
Verbindungsquerschnitt nach oben begrenzt ist. Dadurch wird unterbunden, dass der
Widerstand der Hydraulikflüssigkeit in Form der Massenträgheit in der kleinsten Querschnittsfläche
über einen Maximalwert hinaus ansteigt und die gesamte Mahlvorrichtung versteift.
Diese Lösung ist besonders vorteilhaft.
[0027] Zum anderen ist es zusätzlich möglich (wenngleich eher umständlich), die Verbindungsstrecke
gemäß der obigen Erläuterung auf die angegebene maximale Länge zu beschränken. Dies
geschieht vor dem Hintergrund, dass bei einer derart kurzen Verbindungsstrecke konstruktionsbedingt
auch nur eine verhältnismäßig geringe Menge an Hydraulikflüssigkeit in dem Verbindungsquerschnitt
vorhanden sein kann. Analog zur Menge an Hydraulikflüssigkeit ist dabei logischerweise
auch die in dem Verbindungsquerschnitt vorhandene Masse somit auf ein geringes maximales
Maß beschränkt. Die Kraft [F], die notwendig ist, um eine Masse [m] auf eine bestimmte
Beschleunigung [a] zu beschleunigen, läst sich zu F = mg · a bestimmen. Das heißt,
dass die notwendige Kraft zur Beschleunigung der Hydraulikflüssigkeit bei geringer
Masse selbst dann aufgebracht werden kann, wenn das oben beschriebene Querschnittsverhältnis
von der Querschnittsfläche des Zylinderarbeitsraums zu der kleinsten Querschnittsfläche
zwischen dem Zylinderarbeitsraum und dem Federarbeitsraum unterhalb der genannten
10 % liegen sollte. Im Stand der Technik gezeigte Leitungslängen übersteigen die hier
beanspruchten Werte erheblich und lassen nicht auf ein Verständnis der hier aufgezeigten
Problematik rückschließen.
[0028] Vorteilhafterweise wird das genannte erfindungsgemäße Mindestverhältnis der Querschnittsfläche
und die maximale Verbindungsstrecke zwischen Zylinderarbeitsraum und Federarbeitsraum
kombiniert.
[0029] Eine "Blockade" beziehungsweise "Deaktivierung" der Gasfeder, wie sie nach dem Stand
der Technik auftritt, ist gemäß vorstehender Erläuterung mittels der erfindungsgemäßen
Mahlvorrichtung dauerhaft unterbunden und somit die Aufgabe gelöst.
[0030] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Mahlvorrichtung
beträgt die kleinste durchströmbare Querschnittsfläche zwischen dem Zylinderarbeitsraum
und Federarbeitsraum mindestens 20%, vorzugsweise mindestens 50%, weiter vorzugsweise
mindestens 80% einer Querschnittfläche des Zylinderarbeitsraums. Diese weiteren größeren
Verhältnisse sind für einen effizienten Betrieb der erfindungsgemäßen Mahlvorrichtung
besonders vorteilhaft. Insbesondere kann die an dem Verbindungsquerschnitt auftretende
Trägheitskraft weiter reduziert werden, was eine weit reichende Verschlankung der
gesamten Mahlvorrichtung, vor allem der Gründungsmassen, führen kann.
[0031] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird
vorgeschlagen, die Verbindungsstrecke auf eine maximale Länge von 60 cm, vorzugsweise
maximal 30 cm, weiter vorzugsweise maximal 10 cm, zu beschränken. Analog zu vorstehender
Argumentation kann hierdurch eine weitere Herabsenkung der Trägheitskräfte bewirkt
und damit eine weit reichende Verschlankung der gesamten Mahlvorrichtung erreicht
werden.
[0032] In einer weiterhin vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Mahlvorrichtung
wird vorgeschlagen, die mindestens eine Gasfeder von einem Blasenspeicher zu bilden.
Derartige Speicher sind besonders einfach verfügbar und können in Nachrüstlösungen
für bereits bestehende Mahlvorrichtungen bei rationellem Aufwand eingebaut werden.
[0033] Besonders vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang das Vorsehen einer Mehrzahl parallel
an den Hydraulikzylinder angeschlossener Gasfedern, wobei sich die parallel geschalteten
Verbindungsquerschnitte zwischen dem Zylinderarbeitsraum und den einzelnen Arbeitsräumen
der einzelnen Gasfedern zu einer "Querschnittsfläche" im Sinne des Anspruchs 1 addieren,
die der Hydraulikflüssigkeit zur Verfügung steht und auf der basierend das Verhältnis
gemäß dem Kennzeichen von Anspruch 1 errechnet wird.
[0034] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Mahlvorrichtung
wird eine Dämpfereinrichtung vorgesehen, mittels derer eine Strömungsgeschwindigkeit
der zwischen dem Zylinderarbeitsraum und dem Federarbeitsraum strömenden Hydraulikflüssigkeit
verringerbar ist, wobei vorzugsweise ein Dämpfungsgrad der Dämpfereinrichtung bei
unterschiedlichen Strömungsrichtungen der Hydraulikflüssigkeit unterschiedlich groß
ist, weiter vorzugsweise der Dämpfungsgrad bei einer Strömung der Hydraulikflüssigkeit
in eine von einem Kolben des Hydraulikzylinders abgewandte Richtung größer ist als
bei einer Strömung der Hydraulikflüssigkeit in umgekehrte Richtung. Das Vorsehen einer
Dämpfereinrichtung ist grundsätzlich vorteilhaft, da eine durch das Mahlbett beziehungsweise
das Mahlgut hervorgerufene Anregung der Rolle und somit der Hydraulikflüssigkeit gedämpft
werden und unvorteilhafte Schwingungen beziehungsweise unvorteilhafte Rückstellkräfte
vermindert werden können.
[0035] Besonders vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang die unterschiedliche Ausprägung
der Zugstufe und der Druckstufe des Dämpfers, also eine unterschiedliche Ausprägung
des mittels der Dämpfereinrichtung erreichten Dämpfungsgrads, der vorteilhafterweise
bei einer Anhebung der Rolle, also einer Strömungsrichtung der Hydraulikflüssigkeit
in Richtung des Federarbeitsraums geringer sein sollte, als in umgekehrte Richtung.
Auf diese Weise ist es verhältnismäßig "leicht", die Rolle von dem Mahlbett abzuheben,
bei der Rückführung der Rolle wird diese jedoch "gebremst", so dass ein unnötig hartes
Aufschlagen der Rolle auf das Mahlbett vermieden wird. Dies ist besonders hilfreich,
um den Verschleiß der Rolle der Vertikalmühle möglichst gering zu halten und gleichzeitig
das Mahlbett nicht unnötig zu deformieren, wie es im Stand der Technik häufig zu beklagen
ist ("Waschbrett").
[0036] Zwecks maximaler Flexibilität der Mahlvorrichtung ist es überdies besonders von Vorteil,
wenn der Dämpfungsgrad der Dämpfereinrichtung, vorzugsweise in Abhängigkeit von der
Strömungsrichtung der Hydraulikflüssigkeit veränderbar ist. Auf diese Weise ist es
dem Anwender möglich, die Dämpfereinrichtung beispielsweise für unterschiedliche Mahlgüter
beziehungsweise unterschiedliche Ausprägungen desselben Mahlgutes zu konfigurieren.
[0037] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Dämpfereinrichtung ist diese von
einer Durchbrüche aufweisenden Drosselplatte gebildet, wobei die Dämpfereinrichtung
vorzugsweise ferner mindestens eine Blockiereinrichtung umfasst, die relativ zu der
Drosselplatte bewegbar ist und mittels derer die Durchbrüche der Drosselplatte zumindest
teilweise verschließbar sind. Eine solche Dämpfereinrichtung ist besonders einfach
herstellbar und mittels der Blockiereinrichtung besonders einfach einstellbar.
[0038] In einer darüber hinaus besonders vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Mahlvorrichtung sind der Hydraulikzylinder und die Gasfeder als integrierte Anpresseinrichtung
ausgeführt, wobei der Zylinderarbeitsraum und der Federarbeitsraum fließend ineinander
übergehen, wobei insbesondere die Hydraulikflüssigkeit zwischen einem Kolben der Anpresseinrichtung
und einem Gaspolster der Anpresseinrichtung angeordnet ist. In dieser Ausführungsform
sind der Zylinderarbeitsraum und der Federarbeitsraum geometrisch betrachtet derselbe
Arbeitsraum, wobei funktional betrachtet eine Unterteilung in Zylinderarbeitsraum
und Federarbeitsraum im Sinne des Oberbegriffs des Anspruchs 1 weiterhin möglich ist.
Die "kleinste Querschnittsfläche" im Sinne des Anspruchs 1 wird bei dieser Ausführungsform
entsprechend durch den Querschnitt des Zylinderarbeitsraums beziehungsweise des Federarbeitsraums
selbst gebildet, so dass das Verhältnis von der kleinsten Querschnittsfläche zu der
Querschnittsfläche des Zylinderarbeitsraums hier 100 % beträgt.
[0039] Diese vorgeschlagene integrierte Ausführungsform ist besonders einfach umsetzbar
und empfiehlt sich entsprechend für neu zu konstruierende Mahlvorrichtungen.
[0040] Des Weiteren ist eine solche Ausführungsform der erfindungsgemäßen Mahlvorrichtung
besonders von Vorteil, bei der die mittels der Anpresseinrichtung aufbringbare Anpresskraft
veränderbar ist. Dies ermöglicht eine maximale Anpassbarkeit der Mahlvorrichtung an
jeweils zu mahlendes Mahlgut.
[0041] Ferner ist es besonders von Vorteil, wenn der mindestens eine Hydraulikzylinder und
die mindestens eine Gasfeder ein geschlossenes hydraulisches System ausbilden. Unter
einem "geschlossenen hydraulischen System" ist dabei zu verstehen, das ein von außen
auf das System aus dem Hydraulikzylinder und der Gasfeder aufgebrachter Druck ("Vorspannung")
konstant gehalten wird, indem das System verschlossen ist. Eine Möglichkeit eines
Entweichens von Hydraulikflüssigkeit oder einer sonstigen in dem System vorhandenen
Komponente ist ebenso wenig möglich, wie ein Hinzufügen einer ebensolchen. Insbesondere
weist ein geschlossenes hydraulisches System keine dauerhaft mit dem hydraulischen
System verbundene Hydraulikpumpe auf, mittels derer fortwährend ein Druck in der Anpresseinrichtung
anzupassen, das fortwährend erhöht oder verringert wird. Zwar ist typischerweise eine
Hydraulikpumpe vorhanden, um im Bedarfsfall eine Druckkorrektur vorzunehmen. Diese
ist jedoch von dem hydraulischen System entkoppelt, was normalerweise mittels versperrter
Druckleitungen erreicht wird, die nur im Bedarfsfall geöffnet werden.
[0042] In einer weiterhin vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Mahlvorrichtung
weist der mindestens eine Hydraulikzylinder genau einen Zylinderarbeitsraum auf. Ein
solcher Hydraulikzylinder ist vergleichsweise einfach und erfüllt alle notwendigen
Aufgaben als Bestandteil der Anpresseinrichtung. Insbesondere ist es bei der erfindungsgemäßen
Mahlvorrichtung nicht notwendig, einen "unteren Druckraum" unterhalb des Kolbens des
Hydraulikzylinders vorzusehen, mittels dessen der Kolben durch eine von außen aufgebrachte
Pumpleistung in dem Hydraulikzylinder angehoben werden könnte, wodurch gleichzeitig
der Mahlkörper in Form der Rolle angehoben würde. Im Stand der Technik werden derartige
Konstruktionen verwendet, um der Gefahr eines sich einstellenden kritischen Schwingungszustands
Rechnung zu tragen und die Rolle im Zweifel von ihrem Mahlbett anzuheben. Da die Gefahr
einer schwingenden Mahlvorrichtung erfindungsgemäß nicht länger gegeben ist, ist folglich
ein Hydraulikzylinder mit zwei Zylinderarbeitsräumen nicht notwendig.
Ausführungsbeispiele
[0043] Die vorstehend beschriebene Erfindung ist nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen,
die in den Figuren dargestellt sind, näher erläutert.
[0044] Es zeigt:
- Fig. 1:
- Eine Mahlvorrichtung gemäß dem Stand der Technik,
- Fig. 2:
- Eine erste erfindungsgemäße Mahlvorrichtung mit einer Mehrzahl einzelner Gasfedern,
- Fig. 3:
- Ein Detail einer Anpresseinrichtung der Mahlvorrichtung gemäß Figur 2
- Fig. 4:
- Eine weitere erfindungsgemäße Mahlvorrichtung mit einer Mehrzahl einzelner Gasfedern
in Form von Blasenspeichern,
- Fig. 5:
- Ein Detail einer Anpresseinrichtung der Mahlvorrichtung gemäß Figur 4,
- Fig. 6:
- Eine weitere erfindungsgemäße Mahlvorrichtung mit einer integralen Ausführung eines
Zylinderarbeitsraums und eines Federarbeitsraums und
- Fig. 7:
- Einen Schnitt durch eine Anpresseinrichtung der Mahlvorrichtung gemäß Figur 6.
[0045] Ein erstes Beispiel, das in Figur 1 dargestellt ist, zeigt eine Mahlvorrichtung 100
gemäß dem Stand der Technik, wobei die Darstellung gemäß Figur 1 auf wesentliche Bestandteile
der Mahlvorrichtung 100 reduziert ist. Bei der hier gezeigten Mahlvorrichtung 100
handelt es sich um eine so genannte Vertikalmühle. Diese weist insgesamt fünf Mahlkörper
2, 3 auf, wobei vier Mahlkörper 2 in Form von Rollen 4 mit dem Mahlkörper 3 in Form
eines Mahltellers 5 zusammenwirken. Auf dem Mahlteller 5 befindet sich zu mahlendes
Mahlgut, das hier nicht dargestellt ist.
[0046] Der Mahlteller 5 wird mittels einer nicht gezeigten Antriebseinrichtung angetrieben,
so dass er um eine vertikale Achse rotiert. Durch diese Bewegung des Mahltellers 5
wird das darauf befindliche Mahlgut gleichermaßen bewegt und dabei unter den Rollen
4 entlang geführt, wobei diese geschleppt werden, das heißt allein aufgrund der Rotation
des Mahltellers 5 um eine horizontale Drehachse 6 rotieren. Ein aktiver Antrieb für
die Rollen 4 ist nicht vorgesehen, jedoch ohne weiteres denkbar.
[0047] Die Rollen 4 sind mittels einer Anpresseinrichtung 101 in eine vertikale Richtung
"vorgespannt", das heißt sie werden mittels der Anpresseinrichtung 101 in Richtung
auf den Mahlteller 5 beziehungsweise ein aus dem Mahlgut gebildetes Mahlbett gedrückt.
Unter dem Druck der Anpresseinrichtung 101 sowie einem Eigengewicht der Rollen 4 wird
das Mahlgut auf dem Mahlteller 5 gemahlen, wobei sich die Rollen 4 und der Mahlteller
5, also die Mahlkörper 2, 3 relativ zueinander bewegen.
[0048] Die Anpresseinrichtung 101 weist einen in Figur 1 nicht erkennbaren Hydraulikzylinder
8 und eine Gasfeder 9 auf. Beide Teile sind mittels eines Verbindungsbauteils 102
strömungstechnisch miteinander verbunden, wobei das hier von einer Rohrleitung gebildet
ist. Ein Federarbeitsraum der Gasfeder 9 verfügt über ein Gaspolster, das aus Stickstoff
gebildet ist. Ein Zylinderarbeitsraum des Hydraulikzylinders 8, das Verbindungsbauteil
102 und ein außerhalb des Gaspolsters angeordnete Teil des Federarbeitsraums der Gasfeder
9 sind mit einer Hydraulikflüssigkeit gefüllt.
[0049] Kommt es im Zuge eines Betriebs der Mahlvorrichtung 100 zu einer vertikalen Auslenkung
einer der Rollen 4, wird ein mit einer Lagerachse 11 der Rolle 4 verbundener Kolben
des Hydraulikzylinders 8 der Anpresseinrichtung 101 in vertikale Richtung bewegt.
Dabei verdrängt der Kolben die in dem Zylinderarbeitsraum befindliche Hydraulikflüssigkeit,
die daraufhin zumindest teilweise durch das Verbindungsbauteil 102 in den Federarbeitsraum
der Gasfeder 9 strömt. Dabei wird das Gaspolster in der Gasfeder 9 komprimiert und
es entsteht zusätzlich zu der vorstehend genannten Vorspannung eine zusätzliche Rückstellkraft,
die im Moment der Komprimierung des Gaspolsters als potentielle Energie in dem Gas
gespeichert ist. Sobald sich die Rolle 4 wieder zurück in Richtung des Mahlbetts beziehungsweise
des Mahltellers 5 bewegen kann, wird die Hydraulikflüssigkeit aus dem Federarbeitsraum
der Gasfeder 9 zurück in den Zylinderarbeitsraum des Hydraulikzylinders 8 gedrückt
und der Kolben des Hydraulikzylinders 8 entsprechend zurück in seiner vorige Position
bewegt.
[0050] Eine kleinste durchströmbare Querschnittsfläche des Verbindungsbauteils 102 der Mahlvorrichtung
100 ist im Verhältnis zu einer Querschnittsfläche des Zylinderarbeitsraums besonders
klein und macht nur wenige Prozent derselben aus (hier etwa 2 %). Diese nach dem Stand
der Technik übliche Ausführung führt zu den oben bereits ausführlich dargelegten Problemen.
[0051] Außerdem ist eine Verbindungsstrecke, die sich zwischen dem Zylinderarbeitsraum des
Hydraulikzylinders 8 und dem Federarbeitsraum der Gasfeder 9 innerhalb des Verbindungsbauteils
102 erstreckt im gezeigten Beispiel in etwa 200 cm lang. Dadurch ist in dem Verbindungsbauteil
102 insgesamt eine solche Menge an Hydraulikflüssigkeit versammelt, dass für eine
schlagartige Beschleunigung derselben ein erheblicher Kraftaufwand nötig wäre, der
aufgrund der lediglich sehr kleinen zur Verfügung stehenden Querschnittsfläche des
Verbindungsbauteils 102 nicht aufgebracht werden kann. Infolgedessen wirkt das Verbindungsbauteil
102 gemäß dem Stand der Technik gewissermaßen wie ein "Stopfen", der ein Strömen der
Hydraulikflüssigkeit von dem Hydraulikzylinder 8 zu der Gasfeder 9 im Bereich hoher
Belastungsfrequenzen quasi außer Kraft setzt.
[0052] Ebendieses Problem ist mittels einer ersten möglichen Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Mahlvorrichtung 1, die in Figur 2 dargestellt ist, behoben. Die hier gezeigte Mahlvorrichtung
1 weist eine Anpresseinrichtung 7 auf, die an einem so genannten Kraftrahmen 12 montiert
ist, mittels dessen die von der Anpresseinrichtung 7 bewirkten Kräfte in einem Fundament
22 rückverankert werden. Ebenso wie bei der Mahlvorrichtung 100 ist der Kolben des
Hydraulikzylinders 8 auf der Lagerachse 11 der Rolle 4 montiert, um mittels der Lagerachse
11 die Rolle 4 "niederzudrücken", also auf das Mahlbett zu pressen.
[0053] In der gezeigten Ausführungsform erstreckt sich der Hydraulikzylinder 8 mit einem
konstanten Querschnitt oberhalb des Kraftrahmens 12. An jeden Hydraulikzylinder 8
sind hier insgesamt sechs Gasfedern 8 angeschlossen, die jeweils mittels eines eigenen
Verbindungsbauteils 10 mit dem Zylinderarbeitsraum des Hydraulikzylinders 8 strömungstechnisch
verbunden sind. Die Verbindungsbauteile 10 sind besonders gut in einer Detaildarstellung
gemäß Figur 3 erkennbar. Die einzelnen Verbindungsbauteile 10 sind hinsichtlich ihrer
kleinsten Querschnittsfläche in etwa ähnlich zu dem Verbindungsbauteil 102 der Mahlvorrichtung
100. Allerdings sind hier im Unterschied zu der nach dem Stand der Technik bekannten
Mahlvorrichtung 100 mehrere Verbindungsbauteile 10 parallel geschaltet, so dass der
Hydraulikflüssigkeit, die im Zuge einer Kolbenbewegung aus dem Hydraulikzylinder 8
verdrängt wird, insgesamt eine Querschnittsfläche zur Verfügung steht, über die sie
aus dem Zylinderarbeitsraum austreten kann, die sechsmal einer einzelnen Querschnittsfläche
eines jeden Verbindungsbauteils 10 entspricht. Auf diese Weise wird bei dem gezeigten
Ausführungsbeispiel ein Flächenverhältnis der kleinsten Querschnittsfläche (gleich
sechsmal der kleinsten Querschnittsfläche der sechs einzelnen Verbindungsbauteile
10) zwischen dem Zylinderarbeitsraum und dem Federarbeitsraum zum der Querschnittsfläche
des Zylinderarbeitsraums von ca. 40 % erreicht.
[0054] Durch diese erfindungsgemäße erhebliche Vergrößerung des durchströmbaren Querschnitts
wird der vorstehend beschriebene "Verstopfungseffekt" beziehungsweise der Versteifungseffekt
des Verbindungsbauteils behoben.
[0055] In einem Detail der Anpresseinrichtung 7, die in Figur 3 dargestellt ist, sind insbesondere
ein einzelner Hydraulikzylinder 8, die sechs daran angeschlossenen Verbindungsbauteile
10, sowie jeweils zugehörige Gasfedern 9 besonders gut erkennbar. Ein Zylinderarbeitsraum
des Hydraulikzylinders 8 ist vollständig mit der Hydraulikflüssigkeit gefüllt, so
dass die Verbindungsbauteile 10 ohne weitere höhenversetzt an einem äußeren Mantel
23 des Hydraulikzylinders 8 angeschlossen werden können. Eine gezeigte "aufrechte"
Anordnung der Gasfedern 9, bei der das jeweilige Verbindungsbauteil von einer Unterseite
der jeweiligen Gasfeder 9 her an selbige angeschlossen ist und das Gaspolster auf
in einem oberen Abschnitt der Gasfeder 9 angeordnet ist, ist besonders vorteilhaft,
um zu vermeiden, dass das Gaspolster von der Hydraulikflüssigkeit "umflossen" beziehungsweise
"umschlossen" wird, wie es bei einer umgekehrten Anordnung von Verbindungsbauteil
10 und Gaspolster vorkommen kann.
[0056] In einem weiteren Ausführungsbeispiel, das in Figur 4 gezeigt ist, werden die Gasfedern
8 einer Anpresseinrichtung 7' einer Mahlvorrichtung 1' von Blasenspeichern 13 gebildet,
die analog zu der in den Figuren 2 und 3 gezeigten Mahlvorrichtung 1 jeweils einzeln
mittels eines eigenen Verbindungsbauteils 10' an den Hydraulikzylinder 8 angeschlossen
sind. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind insgesamt sieben Gasfedern 9 beziehungsweise
Blasenspeicher 13 vorgesehen. Derartige Blasenspeicher 13 sind besonders gut und in
vielfältigen Formen verfügbar, so dass die Mahlvorrichtung 1' eine besonders schnell
und günstig zu konstruierende Ausführungsmöglichkeit darstellt, um bereits installierte
Mahlvorrichtungen zu modernisieren.
[0057] Zwecks einer besseren Verständlichkeit ist in Figur 5 ein Detail der an dem Zylinderarbeitsraum
des Hydraulikzylinders 8 angeordneten Blasenspeicher 13 gezeigt. Die Verbindungsbauteile
10' weisen hier in Summe eine Querschnittsfläche auf, die in etwa 60 % der Querschnittsfläche
des Hydraulikzylinders 8 entspricht. Ferner weisen die Verbindungsbauteile jeweils
ein Drosselelement auf.
[0058] Ein weiteres Ausführungsbeispiel, das in Figur 6 gezeigt ist, umfasst eine weitere
erfindungsgemäße Mahlvorrichtung 1", deren Anpresseinrichtung 7" sich von derjenigen
der übrigen Ausführungsbeispiele unterscheidet. Der Hydraulikzylinder 8 und die Gasfeder
9 der Anpresseinrichtung 7" sind als ein integrales Bauteil ausgeführt, das heißt
der Zylinderarbeitsraum und der Federarbeitsraum gehen nahtlos und unter Beibehaltung
eines konstanten Querschnitts ineinander über und sind nicht länger trennscharf voneinander
abgetrennt. Das heißt, dass bei der gezeigten Anpresseinrichtung 7" der Kolben von
der Lagerachse 11 her (von unten) in den Hydraulikzylinder 8 hinein ragt und in diesem
axial beweglich gelagert ist. Auf einer der Lagerachse 11 abgewandten Seite des Kolbens
ist die Hydraulikflüssigkeit - typischerweise ein Hydrauliköl - angeordnet. Soweit
entspricht der Aufbau der Anpresseinrichtung 7" derjenigen der Anpresseinrichtungen
7 und 101.
[0059] Allerdings ist bei der Anpresseinrichtung 7" die Gasfeder 9 nicht länger separat
ausgeführt, sondern direkt an einer "Oberseite" des Hydraulikzylinders 8 integriert,
wobei eine trennscharfe Unterscheidung des Zylinderarbeitsraums und des Federarbeitsraums
bei der Anpresseinrichtung 7" nicht länger möglich ist. Somit ist an einer Oberseite
14 der Anpresseinrichtung 7" das zur Gasfeder 9 gehörige Gaspolster angeordnet, welches
vorgespannt ist. Die Hydraulikflüssigkeit liegt direkt an dem Gaspolster an, so dass
der Zylinderarbeitsraum und der Federarbeitsraum gewissermaßen gemeinsam in einem
durchgehenden Raum angeordnet sind.
[0060] Diese in Figur 6 gezeigte Variante der erfindungsgemäßen Mahlvorrichtung 1" ist besonders
vorteilhaft. Insbesondere ist definitionsgemäß das Verhältnis der kleinsten Querschnittsfläche
zwischen dem Hydraulikzylinder 8 und der Gasfeder 9 relativ zur Querschnittsfläche
des Zylinderarbeitsraums gleich eins, während die Verbindungsstrecke zwischen dem
Zylinderarbeitsraum und dem Federarbeitsraum definitionsgemäß gleich null ist. Somit
beinhaltet diese Ausführungsvariante die bestmögliche Kombination von Hydraulikzylinder
8 und Gasfeder 9, die außerdem besonders einfach und günstig herstellbar ist.
[0061] In Figur 7 ist schließlich ein Detail der Anpresseinrichtung 7" dargestellt, wobei
die Anpresseinrichtung 7" in einem Längsschnitt dargestellt ist. Der Hydraulikzylinder
8 ist hier als so genannter "Plungerzylinder" ausgeführt, wobei in einem unteren Bereich
der Anpresseinrichtung 7" ein Plungerkolben 24 angeordnet ist. Ein Mittelbereich 25
der Anpresseinrichtung 7" ist mit der Hydraulikflüssigkeit gefüllt, wobei der Mittelbereich
25 von einem Bereich 21 der Anpresseinrichtung 7" das aus Stickstoff gebildete Gaspolster
angeordnet ist. Das Gaspolster ist mittels eines Trennkolbens 20 dichtend von der
Hydraulikflüssigkeit abgetrennt, wobei der Trennkolben 20 "schwimmend" in der Anpresseinrichtung
7" gelagert ist, sich also frei in axiale Richtung der Anpresseinrichtung 7" bewegen
kann.
[0062] Erwähnenswert ist hier insbesondere eine Dämpfereinrichtung 15 in Form einer Drosselplatte
16. Diese Drosselplatte 16 weist eine Mehrzahl von Durchbrüchen 17 auf, die eine Einengung
eines Strömungsquerschnitts der Hydraulikflüssigkeit in der Anpresseinrichtung 7"
bilden. Die Dämpfereinrichtung 15 wird hier als rein zu Dämpfungszwecken angeordnetes
Bauteil und nicht als Verbindungsbauteil im Sinne der Verbindungsbauteile 10, 10'
der zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiele verstanden.
[0063] Eine solche Auffassung der gezeigten Dämpfereinrichtung 15 ist mithin dennoch möglich:
Dabei würde im Sinne des Anspruchs 1 die Drosselplatte 16 das Verbindungsbauteil zwischen
dem Zylinderarbeitsraum und dem Federarbeitsraum darstellen, wobei der Zylinderarbeitsraum
auf einer dem Plungerkolben 24 zugewandten Seite der Drosselplatte 16 angeordnet wäre
und sich der Federarbeitsraum entsprechend auf einer Oberseite der Drosselplatte befinden
würde. Die "Übergangsquerschnitte" wären im Sinne des Anspruchs 1 entsprechend durch
die Übergänge von den jeweiligen Arbeitsräumen (Zylinder- und Feder-) zu den Durchbrüchen
17 gebildet, wobei die "Verbindungsstrecke einer "Länge", das heißt einer Ausdehnung
der Drosselplatte 16 in axiale Richtung der Anpresseinrichtung 7" (Dicke der Drosselplatte
16) entsprechen würde. Die Drosselplatte 16 weist hier eine Dicke von 1 cm auf, so
dass eine Gefahr der Versteifung der Anpresseinrichtung 7", wie sie gemäß dem Stand
der Technik auftritt, aufgrund der geringen zu beschleunigenden Masse nicht gegeben
ist.
[0064] Die Dämpfereinrichtung 15 übt mittels der Durchbrüche 17 bei einer Durchströmung
derselben mittels der Hydraulikflüssigkeit einen einer Strömungsrichtung derselben
entgegen gesetzten Reibungswiderstand aus, der zu einer Abbremsung der Hydraulikflüssigkeit
führt beziehungsweise zu einer Reduktion der Strömungsgeschwindigkeit. Ein Widerstand
der Dämpfereinrichtung 15 ist dabei proportional zur Strömungsgeschwindigkeit der
Hydraulikflüssigkeit.
[0065] Die Dämpfereinrichtung 15 weist des Weiteren eine Blockiereinrichtung 18 auf. Diese
ist um eine vertikale Längsachse der Anpresseinrichtung 7" relativ zu der Drosselplatte
16 verdrehbar, wobei massive - hier dreiecksförmig ausgebildete - Blockierelemente
19 der Blockiereinrichtung 18 dazu geeignet sind, über die Durchbrüche 17 der Drosselplatte
16 zu "fahren" und diese dabei zu verschließen. Gleichzeitig wird dabei ein in Figur
7 nicht sichtbarer Freibereich unterhalb der Blockierelemente 19 freigegeben, in dem
ein Strömungsquerschnitt zwischen einer Oberseite und einer Unterseite der Dämpfereinrichtung
15 einbautenfrei ausgeführt ist. Demzufolge befindet sich die Dämpfereinrichtung 15
in der in Figur 7 gezeigten Stellung in ihrer maximalen Dämpfungsstellung, da sämtliche
Freibereiche verschlossen und lediglich solche Bereiche freigegeben sind, in denen
die Hydraulikflüssigkeit durch die Durchbrüche 17 der Drosselplatte 16 "gedrückt"
werden muss, wobei der gewünschte Reibungswiderstand entsteht. Durch die Verdrehung
der Blockiereinrichtung 18 kann schließlich ein Dämpfungsgrad der Dämpfereinrichtung
15 flexibel angepasst werden.
Bezugszeichenliste
[0066]
- 1, 1', 1"
- Mahlvorrichtung
- 2
- Mahlkörper
- 3
- Mahlkörper
- 4
- Rolle
- 5
- Mahlteller
- 6
- Drehachse
- 7, 7', 7"
- Anpresseinrichtung
- 8
- Hydraulikzylinder
- 9
- Gasfeder
- 10, 10'
- Verbindungsbauteil
- 11
- Lagerachse
- 12
- Kraftrahmen
- 13
- Blasenspeicher
- 14
- Oberseite
- 15
- Dämpfereinrichtung
- 16
- Drosselplatte
- 17
- Durchbruch
- 18
- Blockiereinrichtung
- 19
- Blockierelement
- 20
- Trennkolben
- 21
- Bereich
- 22
- Fundament
- 23
- Mantel
- 24
- Plungerkolben
- 25
- Mantel
- 100
- Mahlvorrichtung
- 101
- Anpresseinrichtung
- 102
- Verbindungsbauteil
1. Mahlvorrichtung (1, 1', 1"), insbesondere eine Vertikalmühle, zur Zerkleinerung von
Mahlgut, aufweisend
a) mindestens zwei Mahlkörper (2, 3), die relativ zueinander bewegbar sind, wobei
die beiden Mahlkörper (2, 3) gemeinsam mindestens einen Mahlbereich ausbilden, in
dem das Mahlgut mittels der beiden Mahlkörper (2, 3) mahlbar ist, sowie
b) mindestens eine Anpresseinrichtung (7, 7', 7"), die mindestens einen einen Zylinderarbeitsraum
aufweisenden Hydraulikzylinder (8) und mindestens eine einen Federarbeitsraum aufweisende
Gasfeder (9) aufweist, wobei der Zylinderarbeitsraum und der Federarbeitsraum strömungstechnisch
miteinander verbunden sind,
wobei auf mindestens einen der Mahlkörper (2, 3) mittels der mindestens einen Anpresseinrichtung
(7, 7', 7") eine Anpresskraft aufbringbar ist, mittels derer die Mahlkörper (2, 3)
aufeinander zu pressbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass
c) eine kleinste durchströmbare Querschnittsfläche zwischen dem Zylinderarbeitsraum
und dem Federarbeitsraum mindestens 10 % einer Querschnittfläche des Zylinderarbeitsraums
beträgt.
2. Mahlvorrichtung (1, 1', 1") nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die kleinste durchströmbare Querschnittsfläche zwischen dem Zylinderarbeitsraum und
Federarbeitsraum mindestens 20%, vorzugsweise mindestens 50%, weiter vorzugsweise
mindestens 80%, einer Querschnittfläche des Zylinderarbeitsraums beträgt.
3. Mahlvorrichtung (1, 1', 1") nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verbindungsstrecke, die sich zwischen einem mit dem Zylinderarbeitsraum korrespondierenden
ersten Übergangsquerschnitt eines Verbindungsbauteils und einem mit dem Federarbeitsraum
korrespondierenden zweiten Übergangsquerschnitt des Verbindungsbauteils erstreckt,
maximal 100 cm, vorzugsweise maximal 60 cm, weiter vorzugsweise maximal 30 cm, noch
weiter vorzugsweise maximal 10 cm, lang ist.
4. Mahlvorrichtung (1, 1') nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Gasfeder (9) von einem Blasenspeicher (13) gebildet ist.
5. Mahlvorrichtung (1") nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine Dämpfereinrichtung (15), mittels derer eine Strömungsgeschwindigkeit der zwischen
dem Zylinderarbeitsraum und dem Federarbeitsraum strömenden Hydraulikflüssigkeit verringerbar
ist, wobei vorzugsweise ein Dämpfungsgrad der Dämpfereinrichtung (15) bei unterschiedlichen
Strömungsrichtungen der Hydraulikflüssigkeit unterschiedliche groß ist, weiter vorzugsweise
der Dämpfungsgrad bei einer Strömung der Hydraulikflüssigkeit in eine von einem Kolben
des Hydraulikzylinders (8) abgewandte Richtung größer ist als bei einer Strömung der
Hydraulikflüssigkeit in umgekehrte Richtung.
6. Mahlvorrichtung (1") nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämpfungsgrad der Dämpfereinrichtung (15), vorzugsweise in Abhängigkeit von der
Strömungsrichtung der Hydraulikflüssigkeit, veränderbar ist.
7. Mahlvorrichtung (1") nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfereinrichtung (15) von einer Durchbrüche (17) aufweisenden Drosselplatte
(16) gebildet ist, wobei die Dämpfereinrichtung (15) vorzugsweise ferner mindestens
eine Blockiereinrichtung (18) umfasst, die relativ zu der Drosselplatte (16) bewegbar
ist und mittels derer die Durchbrüche (17) der Drosselplatte (16) zumindest teilweise
verschließbar sind.
8. Mahlvorrichtung (1") nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfereinrichtung (15) einen Drosselquerschnitt aufweist, der in Abhängigkeit
von der Strömungsrichtung der Hydraulikflüssigkeit unterschiedlich groß ausgebildet
ist, vorzugsweise bei der Strömung der Hydraulikflüssigkeit in die von dem Kolben
des Hydraulikzylinders abgewandte Richtung größer ist als bei der Strömung der Hydraulikflüssigkeit
in umgekehrte Richtung.
9. Mahlvorrichtung (1, 1', 1") nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Hydraulikzylinder (8) und die Gasfeder (9) als integrierte Anpresseinrichtung
(7") ausgeführt sind, wobei der Zylinderarbeitsraum und der Federarbeitsraum mit gleich
bleibendem Querschnitt ineinander übergehen, wobei insbesondere die Hydraulikflüssigkeit
zwischen einem Kolben der Anpresseinrichtung (7") und einem Gaspolster der Anpresseinrichtung
(7") angeordnet ist.
10. Mahlvorrichtung (1, 1', 1") nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die mittels der Anpresseinrichtung (7, 7', 7") aufbringbare Anpresskraft veränderbar
ist.
11. Mahlvorrichtung (1, 1', 1") nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Antriebsleistung der Mahlvorrichtung (1, 1', 1") mindestens 0,2 MW beträgt und/oder
ein Mengendurchsatz an gemahlenem Mahlgut der Mahlvorrichtung (1, 1', 1") bei mindestens
5 Tonnen pro Stunde liegt.
12. Mahlvorrichtung (1, 1', 1") nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Hydraulikzylinder (8) und die mindestens eine Gasfeder (9) ein
geschlossenes hydraulisches System ausbilden.
13. Mahlvorrichtung (1, 1', 1") nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens einen Hydraulikzylinder (8) genau einen Zylinderarbeitsraum aufweist.
1. A grinding device (1, 1', 1") in particular a vertical mill, for grinding a grinding
material, the grinding device comprising:
a) at least two grinding bodies (2, 3) that are movable relative to one another, wherein
the two grinding bodies (2, 3) together form at least one grinding region in which
the grinding material can be ground by the at least two grinding bodies (2, 3) and
b) at least one pressing device (7, 7', 7") which comprises at least one hydraulic
cylinder (8) having a cylinder working chamber, and at least one gas spring (9) comprising
a spring working chamber, wherein the cylinder working chamber and the spring working
chamber are fluidically connected with one another,
wherein a pressing force can be applied to at least one of the grinding bodies (2,
3) by means of at least one pressing device (7, 7', 7") by means of which the grinding
bodies (2, 3) can be pressed onto one another, characterized in that
c) a smallest cross-sectional area through which flow can take place between the cylinder
working chamber and the spring working chamber amounts to at least 10% of a cross-sectional
area of the cylinder working chamber.
2. The grinding device (1, 1', 1") according to claim 1, characterized in that the smallest cross-sectional area through which flow can take place between the cylinder
working chamber and the spring working chamber amounts to at least 20%, preferably
at least 50%, further preferably at least 80% of a cross-sectional area of the cylinder
working chamber.
3. The grinding device (1, 1', 1") according to claim 1 or 2, characterized in that a connecting section extending between a first transitional cross-section of a connecting
component corresponding with the cylinder operating chamber and a second transitional
cross-section of the connecting component corresponding with the spring operating
chamber has a maximum length of 100 cm, preferably a maximum of 60 cm, preferably
a maximum of 30 cm, even further preferably a maximum of 10 cm.
4. The grinding device (1, 1') according to any one of claims 1 to 3, characterized in that the at least one gas spring (9) is formed by a bladder accumulator (13).
5. The grinding device (1, 1') according to any one of claims 1 to 4, characterized by a damping device (15) by means of which a flow velocity of the hydraulic fluid flowing
between the cylinder working chamber and the spring working chamber can be reduced,
wherein a degree of damping of the damping device (15) preferably differs for different
flow directions of the hydraulic fluid, further preferably the degree of damping for
a flow of the hydraulic fluid into a direction facing away from a piston of the hydraulic
cylinder (8) is preferably greater than for a flow of the hydraulic fluid in the reverse
direction.
6. The grinding device (1, 1') according to claim 5, characterized in that the degree of damping of the damping device (15) is preferably variable as a function
of the direction of the flow of the hydraulic fluid.
7. The grinding device (1, 1') according to any one of claims 5 or 6, characterized in that the damping device (15) is formed by a throttle plate (16) having openings (17),
wherein the damping device (15) further comprises at least one blocking device (18)
which is moveable relative to the throttle plate (16) and by means of which the openings
(17) of the throttle plate (16) are at least partially closeable.
8. The grinding device (1") according to any one of claims 5 to 7, characterized in that the damping device (15) has a throttle cross-section which is configured to be a
different size as a function of the direction of the flow of the hydraulic fluid,
preferably wherein the throttle cross-section is preferably larger when the hydraulic
fluid flows in the direction facing away from the piston of the hydraulic cylinder
than when the hydraulic fluid flows in the opposite direction.
9. The grinding device (1, 1', 1") according to any one of claims 1 to 8, characterized in that the hydraulic cylinder (8) and the gas spring (9) are configured as an integrated
pressing device (7"), wherein the cylinder working chamber and the spring working
chamber go over into one another with a constant cross-section, wherein in particular
the hydraulic fluid is arranged between a piston of the pressing device (7") and a
gas cushion of the pressing device (7").
10. The grinding device (1, 1', 1") according to any one of claims 1 to 9, characterized in that the pressing force that can be applied by means of the pressing device (7, 7', 7")
is variable.
11. The grinding device (1, 1', 1") according to any one of claims 1 to 10, characterized in that a drive power of the grinding device (1, 1', 1") is at least 0.2 MW and/or a volume
throughput of grinding material of the grinding device (1, 1', 1") is at least 5 tonnes
per hour.
12. The grinding device (1, 1', 1") according to any one of claims 1 to 11, characterized in that the at least one hydraulic cylinder (8) and the at least one gas spring (9) form
a closed hydraulic system.
13. The grinding device (1, 1', 1") according to any one of claims 1 to 12, characterized in that the at least one hydraulic cylinder (8) has precisely one cylinder working chamber.
1. Dispositif de mouture (1, 1', 1"), en particulier moulin vertical, pour le broyage
de produit à moudre, présentant
a) au moins deux corps de mouture (2, 3) qui sont mobiles l'un par rapport à l'autre,
les deux corps de mouture (2, 3) constituant ensemble une zone de mouture dans laquelle
le produit à moudre peut être moulu au moyen des deux corps de mouture (2, 3), et
b) au moins un dispositif de compression (7, 7', 7") qui présente au moins un cylindre
hydraulique présentant un espace opératoire cylindrique (8) et au moins un ressort
à gaz présentant un espace opératoire de ressort (9), l'espace opératoire cylindrique
et l'espace opératoire de ressort étant reliés ensemble par technique d'écoulement,
dans lequel peut être appliquée sur au moins un des corps de mouture (2, 3), au moyen
du dispositif de compression (7, 7', 7"), une force de compression au moyen de laquelle
les corps de mouture (2, 3) peuvent être compressés l'un sur l'autre, caractérisé en ce
c) qu'une surface transversale minimale pouvant être parcourue par l'écoulement entre l'espace
opératoire cylindrique et l'espace opératoire de ressort représente au moins 10 %
d'une surface de section transversale de l'espace opératoire cylindrique.
2. Dispositif de mouture (1, 1', 1") selon la revendication 1, caractérisé en ce que la surface de section transversale minimale pouvant être parcourue par l'écoulement
représente au moins 20%, de préférence au moins 50 %, plus préférentiellement au moins
80 %, d'une surface de section transversale de l'espace opératoire cylindrique.
3. Dispositif de mouture (1, 1', 1") selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'une distance de liaison qui s'étend entre une première section de transition correspondant
à l'espace opératoire cylindrique et une seconde section de transition correspondant
à l'espace opératoire à ressort de la pièce de liaison est d'une longueur au maximum
de 100 cm, de préférence au maximum de 60 cm, plus préférentiellement au maximum de
30 cm encore plus préférentiellement au maximum de 10 cm.
4. Dispositif de mouture (1, 1') selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'au moins un ressort à gaz (9) est constitué par une mémoire à bulles (13).
5. Dispositif de mouture (1") selon une des revendications 1 à 4, caractérisé par un dispositif d'amortissement (15) au moyen duquel une vitesse d'écoulement du liquide
hydraulique s'écoulant entre l'espace opératoire cylindrique et l'espace opératoire
à ressort peut être réduite, dans lequel, de préférence, un degré d'amortissement
du dispositif d'amortissement (15) est de niveau différent en cas de sens d'écoulement
différents du liquide hydraulique, plus préférentiellement le degré d'amortissement,
en cas d'écoulement du liquide hydraulique dans un sens détourné d'un piston du cylindre
hydraulique (8), est supérieur à ce qu'il est en cas d'écoulement du liquide hydraulique
dans le sens inverse.
6. Dispositif de mouture (1") selon la revendication 5, caractérisé en ce que le degré d'amortissement du dispositif d'amortissement (15) est modifiable, de préférence
en fonction du sens d'écoulement du liquide hydraulique.
7. Dispositif de mouture (1") selon la revendication 5 ou 6, caractérisé en ce que le dispositif d'amortissement (15) est constitué d'une plaque d'étranglement (16)
présentant des percées (17), le dispositif d'amortissement (15) comprenant en outre
de préférence au moins un dispositif de blocage (18) qui est mobile par rapport à
la plaque d'étranglement (16) et au moyen duquel les percées (17) de la plaque d'étranglement
(16) peuvent être fermées au moins partiellement.
8. Dispositif de mouture (1") selon une des revendications 5 à 7, caractérisé en ce que le dispositif d'amortissement (15) présente une section d'étranglement qui est conçue
avec des dimensions différentes en fonction du sens d'écoulement du liquide hydraulique,
de préférence avec une dimension supérieure en cas d'écoulement du liquide hydraulique
dans le sens détourné du cylindre hydraulique à ce qu'elle est en cas d'écoulement
du liquide hydraulique dans le sens inverse.
9. Dispositif de mouture (1, 1', 1") selon une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que le cylindre hydraulique (8) et le ressort à gaz (9) sont réalisés sous forme d'un
dispositif de compression intégré (7"), l'espace opératoire cylindrique et l'espace
opératoire à ressort transitant l'un dans l'autre avec une section transversale constante,
le liquide hydraulique étant en particulier disposé entre un piston du dispositif
de compression (7") et un coussin gazeux du dispositif de compression (7").
10. Dispositif de mouture (1, 1', 1") selon une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que la force de compression applicable au moyen du dispositif de compression (7, 7',
7") est modifiable.
11. Dispositif de mouture (1, 1', 1") selon une des revendications 1 à 10, caractérisé en ce qu'une puissance motrice du dispositif de mouture (1, 1', 1") est d'au moins 0,2 MW et/ou
qu'un débit quantitatif de produit moulu du dispositif de mouture (1, 1', 1") est
d'au moins 5 tonnes par heure.
12. Dispositif de mouture (1, 1', 1") selon une des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que l'au moins un cylindre hydraulique (8) et l'au moins un ressort à gaz (9) forment
un système hydraulique fermé.
13. Dispositif de mouture (1, 1', 1") selon une des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que l'au moins un cylindre hydraulique (8) présente précisément un espace opératoire
cylindrique.