[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Papier, Pappe und Karton
umfassend das Entwässern eines füllstoffhaltigen Papierstoffes der wenigstens ein
wasserlösliches Polymer enthält, welches durch den Hofmannabbau eines Acrylamid- und/oder
Methacrylamid-haltigen Polymers erhältlich ist, unter Blattbildung in der Siebpartie
und anschließendes Pressen des Papiers in der Presspartie.
[0002] Die Entwicklung von neuen Verfahren zur Herstellung von Papier findet an verschiedenen
Stellen im Verfahren statt. Verbesserte Papiere werden durch neue Einsatzstoffe oder
auch abgewandelte Dosierverfahren erzielt. Doch auch durch immer schnellere Papiermaschinen
werden neue Anforderungen an das Herstellverfahren gestellt.
[0003] Ein limitierender Faktor auf dem Weg zu einer weiteren Steigerung der Geschwindigkeit
von Papiermaschinen ist die initiale Nassgefügefestigkeit. Sie begrenzt die maximal
anwendbare Kraft, die auf ein gerade in der Papiermaschine gebildetes Blatt ausgeübt
werden kann, das die Sieb- und die Pressenpartie der Maschine passiert hat und in
die Trockenpartie übergeben wird. Hierbei muss das Blatt von den Presswalzen abgezogen
werden. Um einen abrissfreien Betrieb einer Papiermaschine sicher gewährleisten zu
können, muss an dieser Stelle die angewendete Abzugskraft deutlich kleiner sein als
die initiale Nassgefügefestigkeit des feuchten Papiers. Eine Erhöhung der initialen
Nassgefügefestigkeit erlaubt die Anwendung höherer Abzugskräfte und damit ein schnelleres
Betreiben der Papiermaschine, vgl.
EP-B-0 780 513.
[0004] Unter initialer Nassgefügefestigkeit (engl.: initial wet web strength) wird die Festigkeit
eines nassen Papiers verstanden, das niemals getrocknet wurde. Es handelt sich hierbei
um die Festigkeit eines nassen Papiers, wie es bei der Papierherstellung nach Durchlaufen
der Sieb- und Pressenpartie der Papiermaschine vorliegt.
[0005] In der Pressenpartie wird das feuchte Faservlies von einem Abnahmesauger (Saugwalze
oder statisches Unterdruckelement) auf den Pressfilz abgegautscht. Die Aufgabe des
Pressfilzes ist der Transport der Faserstoffbahn durch Pressnips verschiedener Modifikationen.
Der Trockengehalt der Bahn beträgt je nach Auslegung der Pressenpartie und der Zusammensetzung
des Papierstoffes bis zu maximal 55 %. Dabei steigt der Trockengehalt mit dem in der
Presse auf die durchlaufende Papierbahn ausgeübten Druck. Druck und damit der Trockengehalt
der Papierbahn kann in vielen Papiermaschinen über einen relativ großen Bereich variiert
werden.
[0006] Es ist bekannt, dass die initiale Nassgefügefestigkeit dadurch gesteigert werden
kann, dass der Feststoffgehalt des Papiers an der Stelle zwischen Press- und Trockenpartie
im Herstellprozess erhöht wird. Es besteht auch die Möglichkeit, den Feststoffgehalt
an dieser Stelle des Prozesses durch Additive zur Steigerung der Entwässerung zu verbessern.
Dieser Möglichkeit sind aber Grenzen gesetzt.
[0007] Die
WO 2009/156274 lehrt die Verwendung von amphoteren Copolymeren, die erhältlich sind durch Copolymerisation
von N-Vinylcarbonsäureamid mit anionischen Comonomeren sowie anschließender Hydrolyse
des Vinylcarbonsäureamids als Papierstoffadditiv zur Erhöhung der initialen Nassgefügefestigkeit
von Papier. Die Behandlung erfolgt z.B. im Dickstoff oder im Dünnstoff im Papierherstellungsprozess.
[0008] Die ältere Anmeldung
WO 2012/175392 lehrt die Verwendung von amphoteren Copolymeren auf Basis von Acrylamid, die erhältlich
sind durch Copolymerisation von Acrylamid mit anionischen Comonomeren als Papierstoffadditiv
zur Erhöhung der initialen Nassgefügefestigkeit von Papier. Die Behandlung erfolgt
im Dickstoff im Papierherstellungsprozess. Außerdem muss die Pressenpartie der Papiermaschine
so eingestellt sein, dass der Trockengehalt der nassen Papierbahn nach Verlassen der
Pressenpartie einen von der Stoffzusammensetzung abhängenden Minimalwert übersteigt.
[0009] Weiterhin ist beispielsweise der Einsatz von Polymeren, die durch den Hofmannabbau
eines Acrylamid- und/oder Methacrylamid-haltigen Polymers erhalten werden, zur Verfestigung
bekannt.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei der Herstellung von Papier die initiale
Nassgefügefestigkeit der noch feuchten Papierbahn vor dem Übergang in die Trockenpartie
zu erhöhen, um gegenüber bekannten Verfahren im Papierherstellungsprozeß höhere Maschinengeschwindigkeiten
zu erreichen.
[0011] Demgemäß wurde ein Verfahren zur Herstellung von Papier, Pappe und Karton gefunden
umfassend das Entwässern eines füllstoffhaltigen Papierstoffes, der wenigstens ein
wasserlösliches Polymer enthält, unter Blattbildung in der Siebpartie und anschließendem
Pressen des Papiers in der Pressenpartie, wobei man zu einem Papierstoff mit einer
Faserstoffkonzentration im Bereich von 20 bis 40 g/l das wenigstens eine wasserlösliche
Polymer dosiert, anschließend den Papierstoff auf eine Faserstoffkonzentration im
Bereich von 5 bis 15 g/l verdünnt, den verdünnten Papierstoff unter Bildung eines
Blattes entwässert und das Blatt in der Pressenpartie auf einen Feststoffgehalt G(x)
Gew.-% oder größer presst und sich G(x) berechnet nach
wobei x für den Zahlwert des Füllstoffgehalt des trockenen Papier, Pappe oder Kartons
(in Gew.-%)
und G(x) für den Zahlwert des minimalen Feststoffgehalt (in Gew.-%), auf den das Blatt
gepresst wird, steht,
wobei das wasserlösliche Polymer durch den Hofmannabbau eines Acrylamid- und/oder
Methacrylamid-haltigen Polymers und gegebenenfalls einer anschließenden Nachvernetzung
erhältlich ist,
mit der Maßgabe, dass bei einem Füllstoffgehalt von 15 Gew.-% oder kleiner in der
Presspartie auf mindestens einen Feststoffgehalt von 48 Gew.-% gepresst wird,
wobei das wasserlösliche Polymer dem Papierstoff mit einer Faserstoffkonzentration
im Bereich von 20 bis 40 g/l und vor Zugabe eines Füllstoffs zugesetzt wird.
[0012] Unter Papierstoff, wird nachfolgend eine Mischung aus Wasser und Faserstoff verstanden,
der je nach Stufe in Herstellungsprozess des Papiers, der Pappe oder des Kartons zusätzlich
das wasserlösliche Polymer, Füllstoff und gegebenenfalls Papierhilfsmittel enthält.
[0013] Unter Trockengehalt des Papiers versteht man den Feststoffgehalt von Papier, Pappe,
Karton und Faserstoff mit dem Wärmeschrankverfahren, wie er gemäß DIN EN ISO 638 DE
bestimmt wird.
[0014] Im Rahmen dieser Anmeldung wird der Begriff Pigment gleichbedeutend mit dem Begriff
Füllstoff gebraucht, da bei der Herstellung von Papier die Pigmente als Füllstoffe
eingesetzt werden. Unter Füllstoff ist dabei, wie in der Papierherstellung üblich,
anorganisches Pigment zu verstehen.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren dient der Herstellung von Papier, Pappe und Karton
umfassend das Entwässern eines füllstoffhaltigen Papierstoffes. Der Füllstoffgehalt
(x) des Papiers, der Pappe und des Kartons kann dabei 5 bis 40 Gew.-% bezogen auf
das Papier, die Pappe oder den Karton betragen.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird ein Verfahren zur Herstellung von Papier
bevorzugt, dessen Füllstoffgehalt 20 bis 30 Gew.-% beträgt. Derartige Papiere sind
beispielsweise holzfreie Papiere.
[0017] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird ein Verfahren zur Herstellung
von Papier bevorzugt, dessen Füllstoffgehalt 10 bis 20 Gew.-% beträgt. Derartige Papiere
werden vor allem als Verpackungspapiere eingesetzt.
[0018] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird ein Verfahren zur Herstellung
von Papier bevorzugt, dessen Füllstoffgehalt 5 bis 15 Gew.-% beträgt. Derartige Papiere
werden vor allem für den Zeitungsdruck eingesetzt.
[0019] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird ein Verfahren zur Herstellung
von Papier bevorzugt, dessen Füllstoffgehalt 25 bis 40 Gew.-% beträgt, beispielsweise
SC-Papiere.
[0020] Der erfindungsgemäß wenigstens ein wasserlösliches Polymer, Faserstoff sowie Füllstoff
enthaltende wässrige Papierstoff wird in der Siebpartie unter Bildung eines Blattes
entwässert und das Blatt in der Presspartie gepresst, also weiter entwässert. Die
Entwässerung in der Presspartie erfolgt dabei bis zu einem minimalen Feststoffgehalt,
kann jedoch auch darüber hinausgehen. Diese Untergrenze des Feststoffgehaltes bis
zu dem gepresst werden muss, wird nachfolgend auch als Grenztrockengehalt oder auch
als minimaler Feststoffgehalt G(x) bezeichnet und ist auf das gepresste Blatt bezogen,
dass eine Mischung aus Papierstoff und Wasser ist. Dieser Grenztrockengehalt bis zu
dem mindestens entwässert wird, ist dabei abhängig von der Füllstoffmenge. So berechnet
sich der Grenztrockengehalt G(x) für ein Papier mit einem Füllstoffgehalt von 30 bzw.
15 Gew.-% nach der Formel

zu

bzw. zu

[0021] Mit anderen Worten, bei der Herstellung von Papier mit einem Füllstoffgehalt von
30 Gew.-% wird erfindungsgemäß in der Presspartie auf einen Feststoffgehalt von mindestens
54 Gew.-% gepresst, um Papier mit guter initialer Nassgefügefestigkeit zu erhalten.
[0022] Dagegen wird erfindungsgemäß bei der Herstellung von Papier mit einem Füllstoffgehalt
von 15 oder kleiner in der Presspartie auf einen Feststoffgehalt von mindestens 48
Gew.-% gepresst, um Papier mit guter initialer Nassgefügefestigkeit zu erhalten.
[0023] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird zur Herstellung von Papier, Pappe
und Karton mit einem Füllstoffgehalt von 17 bis 32 Gew.-% in der Presspartie auf mindestens
einen Feststoffgehalt im Bereich von 49 bis 55 Gew.-% gepresst.
[0024] Gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung wird zur Herstellung von Papier,
Pappe und Karton mit einem Füllstoffgehalt von 15 Gew.-% oder kleiner in der Presspartie
auf mindestens einen Feststoffgehalt von 48 Gew.-% gepresst.
[0025] Die Behandlung der Fasern erfolgt erfindungsgemäß durch Dosierung des wasserlöslichen
Polymers zum Papierstoff bei einer Faserstoffkonzentration im Bereich von 20 bis 40
g/l. Unter einer Faserstoffkonzentration von 20 bis 40 g/l (entspricht einer Faserstoffkonzentration
von 2 bis 4 Gew.-% bezogen auf den wässrigen Faserstoff) versteht man in der Papierherstellung
üblicherweise den Dickstoff. Dieser wird unterschieden vom Dünnstoff, unter dem im
Folgenden eine Faserstoffkonzentration im Bereich von 5 bis 15 g/l zu verstehen ist.
Im Anschluss an die Behandlung mit wasserlöslichem Polymer wird der Papierstoff mit
Wasser auf eine Faserstoffkonzentration im Bereich von 5 bis 15 g/l verdünnt.
[0026] Erfindungsgemäß können als Faserstoff native und/oder zurückgewonnene Fasern eingesetzt
werden. Verwendung finden können alle in der Papierindustrie üblicherweise eingesetzte
Fasern aus Nadel- und Laubhölzern z.B. Holzstoff, gebleichter und ungebleichter Zellstoff
sowie Faserstoffe aus allen Einjahrespflanzen. Zu Holzstoff gehören beispielsweise
Holzschliff, thermomechanischer Stoff (TMP), chemothermomechanischer Stoff (CTMP),
Druckschliff, Halbzellstoff, Hochausbeute-Zellstoff und Refiner Mechanical Pulp (RMP).
Als Zellstoff kommen beispielsweise Sulfat-, Sulfit- und Natronzellstoffe in Betracht.
Vorzugsweise verwendet man ungebleichten Zellstoff, der auch als ungebleichter Kraftzellstoff
bezeichnet wird. Geeignete Einjahrespflanzen zur Herstellung von Faserstoffen sind
beispielsweise Reis, Weizen, Zuckerrohr und Kenaf. Zur Herstellung der Pulpen kann
auch Altpapier verwendet werden, das entweder allein oder in Mischung mit anderen
Faserstoffen eingesetzt wird. Das Altpapier kann beispielsweise aus einem Deinking-Prozess
stammen. Es ist aber nicht erforderlich, dass das einzusetzende Altpapier einem solchen
Prozess unterworfen wird. Weiterhin kann man auch von Fasermischungen aus einem Primärstoff
und zurückgeführtem gestrichenem Ausschuss ausgehen.
[0027] Im Falle von gebleichtem oder ungebleichtem Zellstoff kann ein Faserstoff mit einem
Mahlgrad von 20 bis 30 SR eingesetzt werden. In der Regel wird ein Faserstoff mit
einem Mahlgrad von ca. 30 SR eingesetzt, der während der Herstellung der Pulpe gemahlen
wird. Bevorzugt wird Faserstoff eingesetzt, der einen Mahlgrad von ≤30 SR aufweist.
[0028] Die Behandlung des Faserstoffs mit dem wasserlöslichen Polymer wird in wässriger
Suspension durchgeführt, vorzugsweise in Abwesenheit anderer Prozesschemikalien, die
üblicherweise bei der Papierherstellung eingesetzt werden. Sie erfolgt im Papierherstellungsprozess,
indem man zu einem wässrigen Papierstoff mit einer Faserstoffkonzentration 20 bis
40 g/l wenigstens ein wasserlösliches Polymer zusetzt. Besonders bevorzugt ist eine
Verfahrensvariante, bei der man ein wasserlösliches Polymer dem wässrigen Papierstoff
zu einem Zeitpunkt zusetzt, der vor der Zugabe des Füllstoffes liegt. Ganz besonders
bevorzugt erfolgt die Zugabe nach der Zugabe des Trockenverfestigers beispielsweise
der Stärke.
[0029] Die wasserlöslichen Polymere werden bevorzugt in einer Menge von 0,05 bis 5,00 Gew.-%,
bezogen auf Faserstoff (fest), zugesetzt.
[0030] Typische Aufwandmengen sind beispielsweise 0,5 bis 50 kg, vorzugsweise 0,6 bis 10
kg mindestens eines wasserlöslichen Polymers, pro Tonne eines trockenen Faserstoffs.
Besonders bevorzugt beträgt die eingesetzten Mengen an wasserlöslichem Polymer 0,6
bis 3 kg Polymer (fest), bezogen pro Tonne trockenen Faserstoff.
[0031] Die Einwirkzeit des wasserlöslichen Polymers auf einen reinen Faserstoff bzw. Papierstoff
nach der Dosierung bis zur Blattbildung beträgt beispielsweise 0,5 Sekunden bis 2
Stunden, bevorzugt 1,0 Sekunden bis 15 Minuten, besonders bevorzugt 2 bis 20 Sekunden.
[0032] Zusätzlich zu dem wasserlöslichen Polymer wird dem Faserstoff anorganisches Pigment
als Füllstoff zugesetzt. Als anorganischer Pigmente kommen alle üblicherweise in der
Papierindustrie einsetzbaren Pigmente auf Basis von Metalloxiden, Silikaten und/oder
Carbonaten in Frage insbesondere von Pigmenten aus der Gruppe bestehend aus Calciumcarbonat,
das in Form von gemahlenen (GCC) Kalk, Kreide, Marmor oder präzipitiertem Calciumcarbonat
(PCC) eingesetzt werden kann, Talkum, Kaolin, Bentonit, Satinweiß, Calciumsulfat,
Bariumsulfat und Titandioxid. Man kann auch Mischungen aus zwei oder mehreren Pigmenten
einsetzen.
[0033] Erfindungsgemäß werden anorganische Pigmente mit einer mittleren Teilchengröße (Volumen-Mittel)
≤10 µm, bevorzugt von 0,3 bis 5 µm, insbesondere von bis 0,5 bis 2 µm eingesetzt.
Die Bestimmung der mittleren Teilchengröße (Volumen-Mittel) der anorganischen Pigmente
sowie der Teilchen der Pulverzusammensetzung erfolgt im Rahmen dieser Schrift generell
nach der Methode der quasielastischen Lichtstreuung (DIN-ISO 13320-1) beispielsweise
mit einem Mastersizer 2000 der Fa. Malvern Instruments Ltd..
[0034] Das anorganische Pigment wird bevorzugt nach der Zugabe des wasserlöslichen Polymers
dosiert. Dabei erfolgt die Zugabe gemäß einer bevorzugten Ausführungsform in der Stufe,
in dem der Faserstoff bereits als Dünnstoff vorliegt, also bei einer Faserstoffkonzentration
von 5 bis 15 g/l.
[0035] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird das anorganische Pigment sowohl
im Dünnstoff wie auch im Dickstoff dosiert, wobei das Verhältnis der beiden Zugabemengen
(Zugabe Dickstoff/Zugabe Dünnstoff) bevorzugt 5/1 bis 1/5 beträgt.
[0036] Zusätzlich zu dem wasserlöslichen Polymer können dem Papierstoff, in der Regel bei
einer Faserstoffkonzentration von 5 bis 15 g/l, gegebenenfalls übliche Papierhilfsmittel
beigemischt werden. Konventionelle Papierhilfsmittel sind beispielsweise Leimungsmittel,
Nassfestmittel, kationische oder anionische Retentionsmittel auf Basis synthetischer
Polymere sowie duale Systeme, Entwässerungsmittel, andere Trockenverfestiger, optische
Aufheller, Entschäumer, Biozide und Papierfarbstoffe. Diese konventionellen Papieradditive
können in den üblichen Mengen eingesetzt werden.
[0037] Als Leimungsmittel sind Alkylketendimere (AKD), Alkenylbernsteinsäureanhydride (A-SA)
und Harzleim zu nennen.
[0038] Als Retentionsmittel kommen beispielsweise anionische Mikropartikel (kolloidale Kieselsäure,
Bentonit), anionische Polyacrylamide, kationische Polyacrylamide, kationische Stärke,
kationisches Polyethylenimin oder kationisches Polyvinylamin in Frage. Darüber hinaus
sind beliebige Kombinationen davon denkbar, beispielsweise duale Systeme, die aus
einem kationischen Polymer mit einem anionischen Mikropartikel oder einem anionischen
Polymer mit einem kationischen Mikropartikel bestehen. Um eine hohe Füllstoffretention
zu erreichen, empfiehlt sich die Zugabe von derartigen Retentionsmitteln, die beispielsweise
zum Dickstoff aber auch zu dem Dünnstoff zugegeben werden können.
[0039] Unter Trockenverfestiger sind synthetische Trockenverfestiger wie Polyvinylamin,
Polyethylenimin, glyoxyliertes Polyacrylamid (PAM), amphotere Polyacrylamide oder
natürliche Trockenverfestiger wie Stärke zu verstehen.
[0040] In der Papiermaschine werden diese Trockengehalte bei dem Durchlaufen der Pressenpartie
eingestellt. In der Pressenpartie wird das feuchte Faservlies von einem Abnahmesauger
(Saugwalze oder statisches Unterdruckelement) auf den Pressfilz abgegautscht. Die
Aufgabe des Pressfilzes ist der Transport der Faserstoffbahn durch Pressnips verschiedener
Modifikationen. Der Trockengehalt der Bahn beträgt, je nach Auslegung der Pressenpartie
und der Zusammensetzung des Papierstoffes, bis zu maximal 55 %. Dabei steigt der Trockengehalt
mit dem in der Presse auf die durchlaufende Papierbahn ausgeübten Druck. Druck und
damit der Trockengehalt der Papierbahn kann in vielen Papiermaschinen über einen relativ
großen Bereich variiert werden.
[0041] Das erfindungsgemäß eingesetzte wasserlösliche Polymer ist erhältlich durch den Hofmannabbau
eines Acrylamid- und/oder Methacrylamid-haltigen Polymers und gegebenenfalls einer
anschließenden Nachvernetzung.
Präpolymer
[0042] Diese Acrylamid- und/oder Methycrylamid-haltigen Polymere, nachfolgend auch als Präpolymere
bezeichnet, sind erhältlich durch radikalische Copolymerisation einer Monomermischung
umfassend Acrylamid und/oder Methacrylamid.
[0043] Die Monomere Acrylamid und Methacrylamid sind bezogen auf die Monomerzusammensetzung
des Präpolymer einzeln oder als Gemisch in Anteilen von 10 Mol-% bis 100 Mol-%, bevorzugt
in Anteilen von 20 bis 90 Mol% besonders bevorzugt in Anteilen von 30 bis 80 Mol%
in einpolymerisierter Form enthalten.
[0044] Bevorzugt hat die Monomermischung die folgende Zusammensetzung umfassend:
a) Acrylamid und/oder Methacrylamid (Monomere a)
b) gegebenenfalls ein oder mehrere monoethylenisch ungesättigte Monomer, deren korrespondierende
Struktureinheit im Polymer unter den Reaktionsbedingungen des Hofmann-Abbaus stabil
ist, und/oder DADMAC (Diallyldimethylammoniumchlorid) (Monomere b),
(c) gegebenenfalls einer oder mehrerer Verbindungen mit zwei oder mehr ethylenisch
ungesättigten Resten, und deren korrespondierende Struktureinheiten im Polymer unter
den Reaktionsbedingungen des Hofmann-Abbaus stabil sind, wobei DADMAC nicht umfasst
ist (Monomere c).
[0045] Monoethylenisch ungesättigte Monomere, deren korrespondierende Struktureinheiten
im Polymer unter den Reaktionsbedingungen des Hofmann-Abbaus stabil sind, sind beispielsweise
Nitrile von α,β-ethylenisch ungesättigten Mono- und Dicarbonsäuren, wie Acrylnitril
und Methacrylnitril, Amide α,β-ethylenisch ungesättigter Monocarbonsäuren und deren
N-Alkyl- und N,N-Dialkylderivaten, N-Vinyllactamen, stickstoffhaltigen Heterocyclen,
Vinylaromaten, C
2-C
8-Monoolefinen, α,β-ethylenisch ungesättigten Mono- und Dicarbonsäuren sowie deren
Salze, Anhydride von α,β-ethylenisch ungesättigten Mono- und Dicarbonsäuren, ethylenisch
ungesättigte Sulfonsäuren sowie deren Salze, ethylenisch ungesättigte Phosphonsäuren
sowie deren Salze.
[0046] Beispiele für Vertreter dieser Gruppe (b) sind z.B. N-Methyl(meth)acrylamid, N-Ethyl(meth)acrylamid,
n-Propyl(meth)acrylamid, N-(n-Butyl)(meth)acrylamid, tert.-Butyl(meth)acrylamid, n-Octyl(meth)acrylamid,
1,1,3,3-Tetramethylbutyl(meth)acrylamid, Ethylhexyl(meth)acrylamid, N,N-Dimethylacrylamid,
N,N-Dimethylmethacrylamid, N-Vinylformamid, N-Vinylacetamid, N-Methyl-N-Vinylacetamid
und Mischungen davon. Weiterhin sind als Monomere (b) geeignet N-[2-(Dimethylamino)ethyl]acrylamid,
N-[2-(Dimethylamino)ethyl]methacrylamid, N-[3-(Dimethylamino)propyl]acrylamid, N-[3-(Dimethylamino)propyl]methacrylamid,
N-[4-(Dimethylamino)butyl]acrylamid, N-[4-(Dimethylamino)butyl]methacrylamid, N-[2-(Diethylamino)ethyl]acrylamid,
N-[2-(Diethylamino)ethyl]methacrylamid und Mischungen davon geeignet.
[0047] Geeignete Monomere (b) sind weiterhin N-Vinyllactame und deren Derivate, die z.B.
einen oder mehrere C
1-C
6-Alkylsubstituenten (wie oben definiert) aufweisen können.
[0048] Dazu zählen N-Vinylpyrrolidon, N-Vinylpiperidon, N-Vinylcaprolactam, N-Vinyl-5-methyl-2-pyrrolidon,
N-Vinyl-5-ethyl-2-pyrrolidon, N-Vinyl-6-methyl-2-piperidon, N-Vinyl-6-ethyl-2-piperidon,
N-Vinyl-7-methyl-2-caprolactam, N-Vinyl-7-ethyl-2-caprolactam und deren Mischungen.
[0049] Weiterhin sind als Monomere (b) N-Vinylimidazole und Alkylvinylimidazole geeignet,
insbesondere Methylvinylimidazole wie beispielsweise 1-Vinyl-2-methylimidazol, 3-Vinylimidazol-N-oxid,
2- und 4-Vinylpyridin-N-oxide sowie betainische Derivate und Quaternisierungsprodukte
dieser Monomere.
[0050] Weiterhin geeignet ist Diallyldimethylammoniumchlorid (DADMAC).
[0051] Geeignete zusätzliche Monomere sind weiterhin Ethylen, Propylen, Isobutylen, Butadien,
Styrol, α-Methylstyrol, Vinylacetat, Vinylpropionat, Vinylchlorid, Vinylidenchlorid,
Vinylfluorid, Vinylidenfluorid und Mischungen davon.
[0052] Weiterhin geeignet sind Monomere, die mindestens eine Säurefunktion tragen d.h. mindestens
einer Sulfonsäuregruppe, Phosphonsäuregruppe oder Carbonsäuregruppe. Geeignet sind
weiterhin die Salze der zuvor genannten Verbindungen. Beispielhaft können genannt
werden:
Vinylsulfonsäure, Allylsulfonsäure, Methallylsulfonsäure, Styrolsulfonsäure, Acrylamidomethylenphosphonsäure,
2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure, Vinylphosphonsäure, CH
2=CH-NH-CH
2-PO
3H, Vinylphosphonsäuremonomethylester, Allylphosphonsäure, Allylphosphonsäuremonomethylester,
Acrylamidomethylpropylphosphonsäure.
[0053] Ebenfalls geeignet sind monoethylenisch ungesättigte Carbonsäuren mit 3 bis 8 C-Atomen
sowie die wasserlöslichen Salze wie Akalimetall-, Erdalkalimetall- oder Ammoniumsalze
dieser Carbonsäuren und die monoethylenisch ungesättigten Carbonsäureanhydride in
Betracht. Zu dieser Gruppe von Monomeren gehören beispielsweise Acrylsäure, Methacrylsäure,
Dimethacrylsäure, Ethacrylsäure, α-Chloracrylsäure, Maleinsäure, Maleinsäureanhydrid,
Fumarsäure, Itaconsäure, Mesaconsäure, Citraconsäure, Glutaconsäure, Aconitsäure,
Methylenmalonsäure, Allylessigsäure, Vinylessigsäure und Crotonsäure.
[0054] Die Säuregruppen tragenden Monomere können in nicht neutralisierter, teilneutralisierter
oder vollständig neutralisierter Form vorliegen, wobei den Phosphonsäuren ein oder
beide Protonen durch geeignete Basen neutralisiert werden können.
[0055] Geeignete Basen zur teilweisen oder vollständigen Neutralisation der Säuregruppen
der Monomere sind beispielsweise Alkalimetall- oder Erdalkalimetallbasen, Ammoniak,
Amine und/oder Alkanolamine. Beispiele hierfür sind Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid,
Natriumcarbonat, Kaliumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat, Kaliumhydrogencarbonat,
Magnesiumhydroxid, Magnesiumoxid, Calciumhydroxid, Calciumoxid, Triethanolamin, Ethanolamin
und Morpholin.
[0056] Die Monomeren dieser Gruppe (b) können allein oder in Mischung eingesetzt werden.
[0057] Bevorzugte monoethylenisch ungesättigte Monomere, deren korrespondierende Struktureinheiten
im Polymer Reaktionsbedingungen des Hofmann-Abbaus stabil sind, sind beispielsweise
Nitrile von α,β-ethylenisch ungesättigten Mono- und Dicarbonsäuren, wie Acrylnitril
und Methacrylnitril, Amide α,β-ethylenisch ungesättigter Monocarbonsäuren und deren
N-Alkyl- und N,N-Dialkylderivaten, N-Vinyllactamen und DADMAC.
[0058] Die Präpolymere enthalten bevorzugt mindestens 5 Mol-%, bevorzugt mindestens 10 Mol-%
sowie bevorzugt höchstens 90 Mol-%, vorzugsweise höchstens 70 Mol-% und in besonders
bevorzugter Form höchstens 50 Mol-% eines oder mehrerer monoethylenisch ungesättigter
Monomere, dessen korrespondierende Struktureinheit im Polymer unter den Reaktionsbedingungen
des Hofmann-Abbaus stabil ist, (Monomere b) einpolymerisiert, bezogen auf die Gesamtmolzahl
der Monomere (a und b).
[0059] Daneben können die Präpolymere in Mengen bis 5 Gew.-%, bevorzugt bis zu 3 Gew.-%,
insbesondere bis zu 1 Gew.-% ganz besonderes bevorzugt bis zu 1 Gew.-% und mindestens
0,0001 Gew.-%, insbesondere mindestens 0,001 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht
der zur Polymerisation eingesetzten Monomere a und b, Verbindungen mit zwei oder mehr
ethylenisch ungesättigten Resten, deren korrespondierende Struktureinheiten im Polymer
unter den Reaktionsbedingungen des Hofmann-Abbaus stabil sind, in einpolymerisierter
Form enthalten, wobei DADMAC nicht umfasst ist (Monomere c).
[0060] Eine derartige Modifizierung der Präpolymere durch Copolymerisieren von Verbindungen
mit zwei oder mehr ethylenisch ungesättigten Resten, deren korrespondierende Struktureinheiten
im Polymer unter den Reaktionsbedingungen des Hofmann-Abbaus stabil sind, wird beispielsweise
mit Methylenbisacrylamide, Triallylamin, Tetraallylammoniumchlorid oder N,N'-Divinylpropylenharnstoff
erreicht.
[0061] Besonders bevorzugt hat die zur Herstellung des Präpolymers eingesetzte Monomermischung
die folgende Zusammensetzung:
| 30 bis 95 Mol-% |
Acrylamid und/oder Methacrylamid (Monomere a) und |
| 5 bis 70 Mol-% |
eines oder mehrerer monoethylenisch ungesättigter Monomere, dessen korrespondierende
Struktureinheit im Polymer unter den Reaktionsbedingungen des Hofmann-Abbaus stabil
ist, und/oder Diallyldimethylammoniumchlorid (Monomere b) |
sowie bis zu 1,0 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht der Monomere a und b einer oder
mehrerer Verbindungen mit zwei oder mehr ethylenisch ungesättigten Resten, deren korrespondierende
Struktureinheiten im Polymer unter den Reaktionsbedingungen des Hofmann-Abbaus stabil
sind.
[0062] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform hat die zur Herstellung des Präpolymers
eingesetzte Monomermischung die folgende Zusammensetzung:
| 50 bis 90 Mol-% |
Acrylamid und/oder Methacrylamid und |
| 10 bis 50 Mol-% |
eines oder mehrerer monoethylenisch ungesättigter Monomere, dessen korrespondierende
Struktureinheit im Polymer unter den Reaktionsbedingungen des Hofmann-Abbaus stabil
ist, und/oder Diallyldimethylammoniumchlorid (Monomere b) |
sowie bis zu 1,0 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht der Monomere a und beiner oder
mehrerer Verbindungen mit zwei oder mehr ethylenisch ungesättigten Resten, deren korrespondierende
Struktureinheiten im Polymer unter den Reaktionsbedingungen des Hofmann-Abbaus stabil
sind.
[0063] Insbesondere wird zur Herstellung des Präpolymers eine Monomermischung der folgende
Zusammensetzung bevorzugt:
| 60 bis 80 Mol-% |
Acrylamid und/oder Methacrylamid (Monomer a) |
| 20 bis 40 Mol-% |
Diallyldimethylammoniumchlorid (Monomer b) |
sowie gegebenenfalls 0,001 bis 0,1 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge Monomer a und
Monomer b einer oder mehrerer Verbindungen ausgewählt unter Methylenbisacrylamide,
Triallylamin, Tetraallylammoniumchlorid, N,N'-Divinylpropylenharnstoff.
[0064] Die Herstellung der Präpolymere kann durch Lösungs-, Fällungs-, Suspensions-, Gel-
oder Emulsionspolymerisation erfolgen. Bevorzugt ist die Lösungspolymerisation in
wässrigen Medien. Geeignete wässrige Medien sind Wasser und Gemische aus Wasser und
mindestens einem wassermischbaren Lösungsmittel, z.B. einem Alkohol, wie Methanol,
Ethanol, n-Propanol, Isopropanol etc..
[0065] Die Polymerisationstemperaturen liegen vorzugsweise in einem Bereich von etwa 30
bis 200 °C, besonders bevorzugt 40 bis 110 °C. Die Polymerisation erfolgt üblicherweise
unter atmosphärischem Druck, sie kann jedoch auch unter vermindertem oder erhöhtem
Druck ablaufen. Ein geeigneter Druckbereich liegt von 0,1 bis 10 bar.
[0066] Die Säuregruppen-haltigen Monomere (b) werden vorzugsweise in der Salzform eingesetzt.
[0067] Zur Herstellung der Polymerisate können die Monomeren mit Hilfe von Radikale bildenden
Initiatoren polymerisiert werden.
[0068] Als Initiatoren für die radikalische Polymerisation können die hierfür üblichen Peroxo-
und/oder Azo-Verbindungen eingesetzt werden, beispielsweise Alkali- oder Ammoniumperoxidisulfate,
Diacetylperoxid, Dibenzoylperoxid, Succinylperoxid, Di-tert.-butylperoxid, tert.-Butylperbenzoat,
tert.-Butylperpivalat, tert.-Butylperoxy-2-ethylhexanoat, tert.-Butylpermaleinat,
Cumolhydroperoxid, Diisopropylperoxidicarbamat, Bis-(o-toluoyl)-peroxid, Didecanoylperoxid,
Dioctanoylperoxid, Dilauroylperoxid, tert.-Butylperisobutyrat, tert.-Butylperacetat,
Di-tert.-Amylperoxid, tert.-Butylhydroperoxid, Azo-bis-isobutyronitril, Azo-bis-(2-amidonopropan)dihydrochlorid
oder 2-2'-Azo-bis-(2-methyl-butyronitril). Geeignet sind auch Initiatormischungen
oder Redox-Initiator-Systeme, wie z.B. Ascorbinsäure/Eisen(II)sulfat/Natriumperoxodisulfat,
tert.-Butylhydroperoxid/Natriumdisulfit, tert.-Butylhydroperoxid/Natriumhydroxymethansulfinat,
H
2O
2/CuI.
[0069] Zur Einstellung des Molekulargewichts kann die Polymerisation in Gegenwart wenigstens
eines Reglers erfolgen. Als Regler können die üblichen, dem Fachmann bekannten Verbindungen,
wie z. B. Schwefelverbindungen, z. B. Mercaptoethanol, 2-Ethylhexylthioglycolat, Thioglycolsäure,
Natriumhypophosphit, Ameisensäure oder Dodecylmercaptan sowie Tribromchlormethan oder
andere Verbindungen, die regelnd auf das Molekulargewicht der erhaltenen Polymerisate
wirken, eingesetzt werden.
[0070] Die Molmasse des wasserlöslichen Präpolymers beträgt beispielsweise mindestens 50
000, vorzugsweise mindestens 100 000 Dalton und insbesondere mindestens 500 000 Dalton.
Die Molmassen der Präpolymer betragen dann z.B. 50 000 bis 10 Millionen, vorzugsweise
100 000 bis 5 Millionen (z.B. bestimmt durch Lichtstreuung). Dieser Molmassenbereich
entspricht beispielsweise K-Werten von 50 bis 300, vorzugsweise 70 bis 250 (bestimmt
nach H. Fikentscher in 5%iger wässriger Kochsalzlösung bei 25 °C und einer Polymerkonzentration
von 0,1 Gew.-%).
Hofmann-Abbau
[0071] Unter dem Hofmann-Abbau (auch als Hofmann-Umlagerung bezeichnet) versteht der Fachmann
den Abbau von primären Säureamiden zu Aminen unter Verlust eines Kohlenstoff-Atoms
(Römpp Online, Version 3.12). Beim Hofmann Abbau werden die AmidGruppen der Präpolymer
unter alkalischen Bedingungen mit Hypohalogenite umgesetzt und anschließend die gebildeten
Carbamate durch Ansäuern decarboxyliert unter Erhalt von Aminogruppen.

[0072] Solche Polymere sind beispielsweise aus
EP-A-0 377 313 und
WO-A-2006/075115 bekannt. Die Herstellung von Vinylamingruppen enthaltenden Polymeren wird beispielsweise
in
WO-A-2006/075115, Seite 4, Zeile 25 bis Seite 10, Zeile 22 sowie in den Beispielen auf den Seiten
13 und 14 ausführlich behandelt, auf deren Inhalt ausdrücklich Bezug genommen wird.
[0073] Der Hofmann Abbau erfolgt vorzugsweise in wässriger Lösung. Pro Moläquivalent Amidgruppe
werden 0,1 bis 2,0, vorzugsweise 0,8 bis 1,1, besonders bevorzugt 1,0 Moläquivalente
Hypohalogenit eingesetzt. Die starke Base wird in Mengen von 1,0 bis 4,0 Moläquivalente
pro Moläquivalent Amid-Gruppe eingesetzt, bevorzugt 1,5 bis 3,0 Moläquivalent, besonders
bevorzugt 2,0 bis 2,5 Moläquivalente.
[0074] Als Hypohalogenite werden beispielsweise Natriumhypochlorit (NaOCl) und Natriumhypobromit
(NaOBr) angewendet, wobei NaOCl bevorzugt ist. Als starke Base finden Alkalihydroxyde,
Erdalkalihydroxyde und Erdalkalioxyde Verwendung.
[0075] Der Hofmann-Abbau des Polymeren erfolgt z.B. in dem Temperaturbereich von -15 bis
90 °C, vorzugsweise -5 bis 40 °C gegebenenfalls in Gegenwart von quaternären Ammoniumsalzen
als Stabilisator, um eine Nebenreaktion der entstehenden Aminogruppen mit den Amidgruppen
des Ausgangspolymeren zu verhindern. Nach Beendigung der Umsetzung mit Alkalilauge/Alkalimetallhypochlorit
wird die wässrige Reaktionslösung in einen Reaktor geleitet, in dem eine Säure für
die Decarboxylierung des Umsetzungsprodukts vorgelegt ist. Der pH-Wert des Vinylamineinheiten
enthaltenden Reaktionsprodukts wird auf einen Wert von 2 bis 7 eingestellt.
[0076] Das durch den Hofmann-Abbau eines Acrylamid- und/oder Methacrylamid-haltigen Polymers
erhaltene wasserlösliche Polymer kann im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt werden.
[0077] Gemäß einer weiteren Variante wird das durch den Hofmannabbau eines Acrylamid- und/oder
Methacrylamid-haltigen Polymers erhaltene Polymer zusätzlich nachvernetzt.
Nachvernetzung
[0078] Um das Molekulargewicht des Hofmann-abgebauten Polymers zu erhöhen und um verzweigte
Polymerstrukturen zu erreichen kann das Hofmann-abgebaute Polymer nachträglich mit
Vernetzern umgesetzt werden. Unter Vernetzer sind hierbei Verbindungen zu verstehen,
die mindestens zwei reaktive Gruppen tragen, die mit den primären Aminogruppen des
Hofmann-Produktes reagieren können.
[0079] Als Vernetzer kommen z.B. multifunktionelle Epoxide wie Bisglycidylether von Oligo-
oder Polyethylenoxiden oder anderen multifunktionellen Alkoholen wie Glycerin oder
Zuckern, multifunktionelle Carbonsäureester, multifunktionelle Isocyanate, multifunktionelle
Acrylsäure- oder Methacrylsäureester, multifunktionelle Acrylsäure - oder Methacrylsäureamide,
Epichlorhydrin, multifunktionelle Säurehalogenide, multifunktionelle Nitrile, a, ω-Chlorhydrinether
von Oligo- oder Polyethylenoxiden oder von anderen multifunktionellen Alkoholen wie
Gylcerin oder Zuckern, Divinylsulfon, Maleinsäureanhydrid oder ω-Halogencarbonsäurechloride,
multifunktionelle Halogenalkane insbesondere α,ω-Dichloralkane und Carbonate wie Ethylencarbonat
oder Porpylencarbonat in Betracht. Weitere Vernetzer sind in
WO-A-97/25367, Seiten 8 bis16 beschrieben.
[0080] Bevorzugt werden als Vernetzer multifunktionelle Epoxide wie Bisglycidylether von
Oligo- oder Polyethylenoxiden oder anderen multifunktionellen Alkoholen wie Glycerin
oder Zuckern.
[0081] Die Vernetzer werden gegebenenfalls in Mengen bis 5,0 Gew% vorzugsweise 20 ppm bis
2 Gew.-% bezogen auf das durch den Hofmann-Abbau erhaltene Polymer eingesetzt.
[0082] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht einen abrissfreieren Betrieb der Papiermaschine.
Die im Verfahren entstehende Papierbahn bzw. Papierblatt zeigt eine deutlich erhöhte
Nassgefügefestigkeit.
[0083] Die nachfolgenden Beispiele sollen die vorliegende Erfindung näher erläutern. Die
Prozentangaben in den Beispielen sind Gewichtsprozent, sofern nichts anderes angegeben
ist.
Beispiele
[0084] Die Herstellung der Polymere erfolgt in den drei aufeinanderfolgenden Schritten:
- a) Herstellung des Präpolymers
- b) Hofmann Abbau des Präpolymers
und gegebenenfalls einer Nachvernetzung.
Herstellung von Polymer I
a) Herstellung des Präpolymers I (70 mol% Acrylamid und 30 mol% DADMAC (Diallyldimethylammoniumchlorid)
- unverzweigt)
[0085] In einer 2 I Glasapparatur mit Ankerrührer, Rückflusskühler, Innenthermometer und
Stickstoffeinleitungsrohr wurden 295,5 g destilliertes Wasser, 189,6 g einer 65 gew.-%igen
wässrigen Lösung von DADMAC und 1,0 g 75 gew.-%igen Phosphorsäure vorgelegt. Durch
die Zugabe von 0,4 g Natriumhydroxid wurde der pH auf 3 eingestellt. Durch Einleiten
von Stickstoff wurde die Vorlage von Sauerstoff befreit, während sie auf die Polymerisationstemperatur
von 75°C erwärmt wurde. Gleichzeitig wurden folgende Zuläufe hergestellt:
| Zulauf 1: |
Mischung aus 253,0 g einer 50 gew.-%igen Acrylamidlösung, 60,0 g destilliertem Wasser
und 0,9 g Natriumhydroxid |
| Zulauf 2: |
100g einer 0,6% gew.-%igen wässrigen Bisulfitlösung |
| Zulauf 3: |
100g einer 0,88 gew.-%igen wässrigen Natriumpersulfatlösung |
[0086] Die drei Zuläufe wurden zeitgleich gestartet. Zulauf 1 wurde über einen Zeitraum
von 2 Stunden zudosiert während die Zuläufe 2 und 3 über einen Zeitraum von 5 Stunden
zudosiert wurden. Anschließend wurde die Temperatur der Mischung auf 85°C erhöht.
Nach Ende der Zuläufe 2 und 3 wurde der Ansatz für eine weitere Stunde bei 85°C gehalten
und anschließend abgekühlt.
[0087] Es wurde eine klare, viskose Präpolymerlösung mit einem Festgehalt von 25,6 Gew.-%
und einer Viskosität von 50 000 mPas (Brookfield LV-Viskosität, Spindel 4, 6 UPM,
RT) erhalten.
b) Hofmann Abbau des Präpolymers
[0088] 250,0 g des nach a) erhaltenen Präpolymers I wurden in einem Dreihalskolben mit Innenthermometer
und Blattrührer vorgelegt und unter ständigem Rühren mit Hilfe einer Eis/Kochsalzmischung
auf 8°C abgekühlt.
[0089] Es wurde der folgende Zulauf hergestellt: Es wurden 234,5 g einer 14,1 gew.-%igen
wässrigen NaOCI-Lösung und 20,5 g destilliertes Wasser in einem Becherglas vorgelegt,
und mittels eines Eisbades auf 5°C abgekühlt. Unter ständigem Rühren wurden langsam
71,1 g einer 50 gew.-%igen Natronlauge so zugetropft, dass die Temperatur unterhalb10°C
gehalten werden konnte.
[0090] Dieser Zulauf wurde aus einem gekühlten Tropfttrichter (<10°C) in 80 Minuten so zu
der gekühlten Präpolymervorlage getropft, dass die Temperatur während der Zugabe im
Bereich 8-10°C gehalten wurde. Anschließend wurde die Reaktionsmischung innerhalb
von 10 Minuten auf 20°C erwärmt und 30 Minuten bei 20°C gehalten. Anschließend wurden
558,1 g dieser Mischung unter ständigem Rühren zu 135 g 37%iger Salzsäure getropft,
wobei eine starke Gasentwicklung zu beobachten war. Abschließend wurde der pH der
erhaltenen Lösung mit 10,0 g 25 gew.-%iger Natronlauge auf pH 3,5 eingestellt.
[0091] Es wurde eine klare, leicht viskose Lösung von Polymer I mit einem Polymergehalt
von 8,6 Gew.-% und einer Viskosität von 39 mPas (Brookfield LV-Viskosität, Spindel
1, 60 UPM, RT) erhalten.
Herstellung von Polymer II (nachvernetzt)
[0092] 309,8 g des Polymers I wurden in einem 500 ml Dreihalskolben mit Blattrührer vorgelegt
und durch Zugabe von 6,8 g einer 50 gew.-%igen Natronlauge auf pH 8,5 eingestellt.
Anschließend wurde die Mischung auf 45 °C erwärmt und 0,29 g Grillbond G 1701 (Firma
EMS) zugegeben. Nach 30 minutigem Rühren bei 45°C wurde die Temperatur auf 55°C erhöht
und der Ansatz 2 Stunden bei 55°C erhalten. Innerhalb dieser Zeit war ein Anstieg
der Viskosität zu beobachten. Nach Ablauf der 2 Stunden, wurde der Ansatz auf Raumtemperatur
abgekühlt und der pH-Wert durch die Zugabe von 8,0 g 37%iger Salzsäure auf pH 3,0
eingestellt.
[0093] Erhalten wurde eine klare, leicht viskose Lösung von Polymer II mit einem Polymergehalt
von 8,2 Gew.-%, einer Viskosität von 190 mPas (Brookfield LV-Viskosität, Spindel 2,
60 UPM, RT).
Herstellung von Polymer III
a) Herstellung des Präpolymers III (70 mol% Acrylamid und 30 mol% DADMAC, Triallylamin
als Monomer c)
[0094] In einer 2 I Glasapparatur mit Ankerrührer, Rückflusskühler, Innenthermometer und
Stickstoffeinleitungsrohr wurden 155,8 g destilliertes Wasser, 189,6 g einer 65 gew.-%igen
wässrigen Lösung von DADMAC und 1,0 g 75 gew.-%ige Phosphorsäure vorgelegt. Durch
Zugabe von 0,4 g NaOH wurde der pH auf 3 eingestellt. Durch Einleiten von Stickstoff
wurde die Vorlage von Sauerstoff befreit, während sie auf die Polymerisationstemperatur
von 75°C erwärmt wurde.
[0095] Es wurden folgende Zuläufe bereitgestellt:
| Zulauf 1: |
0,5 g Triallylamin wurde in 160,0 g destilliertem Wasser unter Zugabe von 0,75 g 75
gew.-%ige Phosphorsäure gelöst. Anschließend wurden 253,0 g einer 50 gew.-%igen Acrylamidlösung
zugegeben und der pH mittels 0,4 g 25 gew.-%iger Natronlauge auf 4,0 eingestellt. |
| Zulauf 2: |
120 g einer 0,6 gew.-%igen wässrigen Bisulfitlösung |
| Zulauf 3: |
120,6 g einer 0,88 gew.-%igen wässrigen Natriumpersulfatlösung |
[0096] Die 3 Zuläufe wurden gleichzeitig gestartet. Zulauf 1 wurde in 3 Stunden zugegeben
während die Zuläufe 2 und 3 in 6 Stunden zugefahren wurden. Nach Ende der Zugabe von
Zulauf 2 wurde die Temperatur auf 85°C erhöht und für eine weitere Stunde bei dieser
Temperatur gehalten und anschließend abgekühlt.
[0097] Es wurde eine klare, viskose Präpolymerlösung mit einem Festgehalt von 25,5% und
einer Viskosität von 15 800 mPas (Brookfield LV-Viskosität, Spindel 4, 6 UPM, RT)
erhalten.
b) Hofmann Abbau des Präpolymers III
[0098] 250,0 g des nach a) Präpolymers III wurden in einem Dreihalskolben mit Blattrührer
und Innenthermometer vorgelegt und unter ständigem Rühren mit Hilfe einer Eis/Kochsalzmischung
auf 8°C abgekühlt.
[0099] Gleichzeitig wurde der folgende Zulauf hergestellt: Dazu wurden 234,5 einer 14,1
gew.-%igen wässrigen NaOCl-lösung und 20,5 g destilliertes Wasser in einem Becherglas
vorgelegt, und mittels eines Eisbads auf 5°C abgekühlt. Unter ständigem Rühren wurden
langsam 71,1g einer 50 gew.-%igen Natronlauge so zugetropft, so dass die Temperatur
<10°C gehalten werden konnte.
[0100] Dieser Zulauf wurde aus einem gekühlten Tropftrichter (<10°C) in 80 min so zu der
Vorlage getropft, dass die Temperatur während der Zugabe im Bereich 8-10°C gehalten
werden konnte. Anschließend wurde die Reaktionsmischung in 10 min auf 20°C erwärmt
und 60 min bei 20°C gehalten. Anschließend wurden 566,2 g dieser Mischung unter ständigem
Rühren zu 135 g 37%iger Salzsäure getropft, wobei eine starke Gasentwicklung zu beobachten
war. Abschließend wurde der pH-Wert der erhaltenen Lösung mit 12,2 g 25 gew.-%iger
Natronlauge auf pH 3,5 eingestellt.
Erhalten wurde eine klare, leicht viskose Lösung des Polymers III mit einem Polymergehalt
von 8,6 Gew.-% und einer Viskosität von 23 mPas (Brookfield LV-Viskosität, Spindel
1,60 UPM, RT).
Polymer IV (nachvernetzt)
[0101] 301,8 g des Polymers III wurden in einem 500 ml Dreihalskolben mit Blattrührer vorgelegt
und durch Zugabe von 6,2 g einer 50 gew.-%igen Natronlauge auf pH 8,5 eingestellt.
Anschließend wurde die Mischung auf 45 °C erwärmt und 0,43 g Grillbond G 1701 (Firma
EMS) zugegeben. Nach 30 minutigem Rühren bei 45°C wurde die Temperatur auf 55°C erhöht
und der Ansatz 3 Stunden bei 55°C erhalten. Innerhalb dieser Zeit war ein Anstieg
der Viskosität zu beobachten. Nach Ablauf der 3 Stunden, wurde der Ansatz auf Raumtemperatur
abgekühlt und der pH-Wert durch die Zugabe von 7,4 g 37%iger Salzsäure auf 3,0 eingestellt.
Erhalten wurde eine klare, leicht viskose Lösung des Polymers IV mit einem Polymergehalt
von 8,2%, einer Viskosität von 419 mPas (Brookfield LV-Viskosität, Spindel 2, 60 UPM,
RT)
Herstellung von Polymer V
a) Herstellung des Präpolymers V (70 mol% Acrylamid und 30 mol% DADMAC, Triallylamin
als Monomer c)
[0102] In einer 2I Glasapparatur mit Ankerrührer, Rückflusskühler, Innenthermometer und
Stickstoffeinleitungsrohr wurden 155,8 g destilliertes Wasser, 189,6 g einer 65 gew.-%igen
wässrigen Lösung von DADMAC und 1,0 g 75 gew.-%ige Phosphorsäure vorgelegt. Durch
Zugabe von 0,4 g NaOH wurde der pH auf 3 eingestellt. Durch Einleiten von Stickstoff
wurde die Vorlage von Sauerstoff befreit, während sie auf die Polymerisationstemperatur
von 75°C erwärmt wurde. Gleichzeitig wurden folgende Zuläufe hergestellt:
| Zulauf 1: |
0,25 g Triallylamin wurden in 160,0 g destilliertes Wasser unter Zugabe von 0,75 g
75 gew.-%ige Phosphorsäure gelöst. Anschließend wurden 253,0 g einer 50 gew.-%igen
Acrylamidlösung zugegeben und der pH mittels 0,6 g 25 gew.-%iger Natronlauge auf 4,0
eingestellt. |
| Zulauf 2: |
120 g einer 0,6 gew.-%igen wässrigen Bisulfitlösung |
| Zulauf 3: |
120,6 g einer 0,88 gew.-%igen wässrigen Natriumpersulfatlösung |
[0103] Die 3 Zuläufe wurden synchron gestartet. Zulauf 1 wurde in 3 Stunden zugegeben während
die Zuläufe 2 und 3 in 6 Stunden zugefahren wurden. Nach Ende von Zulauf 2 wurde die
Temperatur auf 85°C erhöht. Nach Ende der Zuläufe 2 und 3 wurde der Ansatz für eine
weitere Stunde bei 85°C gehalten und anschließend abgekühlt. Erhalten wurde eine klare,
viskose Präpolymerlösung mit einem Festgehalt von 25,5% und einer Viskosität von 12
400 mPas (Brookfield LV-Viskosität, Spindel 4, 6 UPM, RT).
b) Hofmann Abbau des Präpolymers
[0104] 250,0 g des nach a) Präpolymers V wurden in einem Dreihalskolben mit Blattrührer
und Innenthermometer vorgelegt und unter ständigem Rühren mit Hilfe einer Eis/Kochsalzmischung
auf 8°C abgekühlt.
Gleichzeitig wurde der folgende Zulauf hergestellt:
Es wurden 234,5 einer 14,1 gew.-%igen wässrigen NaOCl-lösung und 20,5 g destilliertes
Wasser in einem Becherglas vorgelegt, und mittels eines Eisbades auf 5°C abgekühlt.
Unter ständigem Rühren wurden langsam 71,1g einer 50 gew.%-igen NaOH-Lösung so zugetropft,
so dass die Temperatur <10°C gehalten werden konnte.
[0105] Dieser Zulauf wurde aus einem gekühlten Tropfttrichter (<10°C) in 80 min so zu der
Vorlage getropft, dass die Temperatur während der Zugabe im Bereich 8-10°C gehalten
werden konnte. Anschließend wurde die Reaktionsmischung in 10 min auf 20°C erwärmt
und 60 min bei 20°C gehalten. Anschließend wurden 566,2 g dieser Mischung unter ständigem
Rühren zu 135 g 37%iger Salzsäure getropft, wobei eine starke Gasentwicklung zu beobachten
war. Abschließend wurde der pH der erhaltenen Lösung mit 16,0 g 25 gew.-%iger Natronlauge
auf pH 3,5 eingestellt.
Erhalten wurde eine klare, leicht viskose Lösung des Polymers V mit einem Polymergehalt
von 8,5%, einer Viskosität von 22 mPas (Brookfield LV-Viskosität, Spindel 1, 60 UPM,
RT).
Polymer VI (nachvernetzt)
[0106] 314,4 g des des Polymers V wurden in einem 500 ml Dreihalskolben mit Blattrührer
vorgelegt und durch Zugabe von 6,4 g einer 50 gew.-%igen Natronlauge auf pH 8,5 eingestellt.
Anschließend wurde die Mischung auf 45 °C erwärmt und 0,44 g Grillbond G 1701 (Firma
EMS) zugegeben. Nach 30 minutigem Rühren bei 45°C wurde die Temperatur auf 55°C erhöht
und der Ansatz 3 Stunden bei 55°C erhalten. Innerhalb dieser Zeit war ein Anstieg
der Viskosität zu beobachten. Nach Ablauf der 3 Stunden, wurde der Ansatz auf Raumtemperatur
abgekühlt und der pH durch die Zugabe von 7,6 g 37%iger Salzsäure auf 3,0 eingestellt.
[0107] Erhalten wurde eine klare, leicht viskose Lösung des Polymer VI mit einem Polymergehalt
von 8,1%, einer Viskosität von 190 mPas (Brookfield LV-Viskosität, Spindel 2, 60 UPM,
RT).
Polymer VII (85 mol% Acrylamid und 15 mol% Acrylsäure)
[0108] Entsprechend
JP63042998 (s. Tabelle auf Seite 624) wurde das Hofmann-Produkt C-4 nachgestellt.
[0109] Polymer VIII (nicht erfindungsgemäß) (Vergleichsbeispiel entspricht Polymer I aus
der EP Anmelde Nr. 11170740.2)
[0110] In einem 2 I 5-Hals-Kolben ausgestattet mit einem Ankerrührer, einem Thermometer,
einem absteigenden Kühler und einer Stickstoffeinleitung wurden 400 g deionisiertes
Wasser vorgelegt. Weiterhin wurden die folgenden Zuläufe bereitgestellt:
| Zulauf 1: |
In einem Becherglas wurden die folgenden Komponenten vermischt: |
| 250 g deionisiertes Wasser |
| 95,6 g 50 gew.-%ige, wässrige Acrylamidlösung |
| 121,9 g 80 gew.-%ige, wässrige Lösung von Acryloyloxyethyltrimethylammoniumchlorid |
| 148,1 g 32 gew.-%ige, wässrige Natriumacrylat-Lösung |
| 0,2 g 1 gew.-%ige, wässrige Lösung von Diethylentriaminpentaessigsäure Durch die Zugabe
von ca. 32 g einer 37%igen Salzsäure wurde der pH auf 4,1 eingestellt |
| Zulauf 2: |
60,0 g einer 1 gew.-%igen wässrigen Lösung von 2,2'-Azobis(2-amid inopropane)-di hydrochlorid |
| Zulauf 3: |
16,5 g einer 1 gew.-%igen wässrigen Lösung von 2,2'-Azobis(2-amid inopropane)-di hydrochlorid |
[0111] Die Vorlage wurde auf 63°C erwärmt und der Druck mittels einer Wasserstrahlpumpe
so weit abgesenkt, dass das Wasser gerade zu sieden begann. Die Zuläufe 1 und 2 wurden
gleichzeitig gestartet, der Zulauf 1 in 2 Stunden und der Zulauf 2 in 3 Stunden bei
konstanter Innentemperatur zur Vorlage gegeben. Nach Ende von Zulauf 2 wurde die Reaktion
eine weitere Stunde bei 63°C gehalten, anschließend wurde auf 72°C aufgeheizt und
entsprechend das Vakuum reduziert. Die Reaktionsmischung wurde weitere 2 Stunden bei
72°C gehalten, dann wurde Zulauf 3 auf einmal zugegeben und weitere 2 Stunden bei
72°C nachpolymerisiert. Anschließend wurde das Vakuum aufgehoben, der Ansatz mit 500
g deionisiertem Wasser verdünnt und auf Raumtemperatur abgekühlt. Während der gesamten
Polymerisation wurden 208g Wasser abdestilliert.
[0112] Erhalten wurde eine klare, farblose, viskose Lösung des Polymers VIII mit der Zusammensetzung
von 40 mol% Acrylamid, 30 mol% Acryloyloxyethyltrimethylammoniumchlorid und 30 mol%
Natriumacrylat.
| Feststoffgehalt: |
14,5 Gew.-% |
| Viskosität: |
10 600 mPas (Brookfield, Spindel 7, 50Upm, Raumtemperatur) |
| K-Wert |
120 (0,1%ige Lösung des Polymers in einer 5 gew.-%igen wässrigen Kochsalzlösung) |
Polymer IX (nicht erfindungsgemäß): (Vergleichsbeispiel entspricht Polymer II aus
der EP Anmelde Nr. 11170740.2)
[0113] In einem 2 I 5-Hals-Kolben ausgestattet mit einem Ankerrührer, einem Thermometer,
einem absteigenden Kühler und einer Stickstoffeinleitung wurden 400 g deionisiertes
Wasser vorgelegt. Weiterhin wurden die folgenden Zuläufe bereitgestellt:
| Zulauf 1: |
In einem Becherglas wurden die folgenden Komponenten vermischt: |
| 250 g deionisiertes Wasser |
| 119,5 g 50 gew.-%ige, wässrige Acrylamidlösung |
| 113,8 g 80 gew.-%ige, wässrige Lösung von Acryloyloxyethyltrimethylammoniumchlorid |
| 108,6 g 32 gew.-%ige, wässrige Natriumacrylat-Lösung |
| 0,2 g 1 gew.-%ige, wässrige Lösung von Diethylentriaminpentaessigsäure Durch die Zugabe
von ca. 38 g einer 37%igen Salzsäure wurde der pH auf 4,1 eingestellt |
| Zulauf 2: |
63,5 g einer 1%igen wässrigen Lösung von 2,2'-Azobis(2-amid inopropane)-di hydrochlorid |
| Zulauf 3: |
17,0 g einer 1%igen wässrigen Lösung von 2,2'-Azobis(2-amid inopropane)-di hydrochlorid |
[0114] Die Vorlage wurde auf 66°C erwärmt und der Druck mittels einer Wasserstrahlpumpe
so weit abgesenkt, dass das Wasser gerade zu sieden begann. Die Zuläufe 1 und 2 wurden
gleichzeitig gestartet, der Zulauf 1 in 2 Stunden und der Zulauf 2 in 3 Stunden bei
konstanter Innentemperatur zur Vorlage gegeben. Nach Ende von Zulauf 2 wurde die Reaktion
eine weitere Stunde bei 66°C gehalten, anschließend wurde auf 78°C aufgeheizt und
entsprechend das Vakuum reduziert. Die Reaktionsmischung wurde weitere 2 Stunden bei
78°C gehalten, dann wurde Zulauf 3 auf einmal zugegeben und weitere 2 Stunden bei
78°C nachpolymerisiert. Anschließend wurde das Vakuum aufgehoben, der Ansatz mit 500
g deionisiertem Wasser verdünnt und auf Raumtemperatur abgekühlt. Während der gesamten
Polymerisation wurden 200 g Wasser abdestilliert.
[0115] Erhalten wurde eine klare, farblose, viskose Lösung des Polymers IX mit der Zusammensetzung
von 50 mol% Acrylamid, 28 mol% Acryloyloxyethyltrimethylammoniumchlorid und 22 mol%
Natriumacrylat.
| Feststoffgehalt: |
14,1 Gew.-% |
| Viskosität: |
42 000 mPas (Brookfield, Spindel 7, 50Upm, Raumtemperatur) |
| K-Wert |
125 (0,1%ige Lösung des Polymers in einer 5%igen wässrigen Kochsalzlösung) |
Polymer X (nicht erfindungsgemäß) (entspricht Polymer III aus der EP Anmelde Nr. 11170740.2)
[0116] In einem 2 I 5-Hals-Kolben ausgestattet mit einem Ankerrührer, einem Thermometer,
einem absteigenden Kühler und einer Stickstoffeinleitung wurden 400 g deionisiertes
Wasser vorgelegt. Weiterhin wurden die folgenden Zuläufe bereitgestellt:
| Zulauf 1: |
In einem Becherglas wurden die folgenden Komponenten vermischt: |
| 250 g deionisiertes Wasser |
| 71,7 g 50 gew.-%ige, wässrige Acrylamidlösung |
| 130,1 g 80 gew.-%ige, wässrige Lösung von Acryloyloxyethyltrimethylammoniumchlorid |
| 187,8 g 32 gew.-%ige, wässrige Natriumacrylat-Lösung |
| 0,2 g 1 gew.-%ige, wässrige Lösung von Diethylentriaminpentaessigsäure Durch die Zugabe
von ca. 34 g einer 37%igen Salzsäure wurde der pH auf 4.1 eingestellt |
| Zulauf 2: |
60,3 g einer 1 gew.-%igen wässrigen Lösung von 2,2'-Azobis(2-amid inopropane)-di hydrochlorid |
| Zulauf 3: |
16,0 g einer 1 gew.-%igen wässrigen Lösung von 2,2'-Azobis(2-amid inopropane)-di hydrochlorid |
[0117] Die Vorlage wurde auf 63°C erwärmt und der Druck mittels einer Wasserstrahlpumpe
so weit abgesenkt, dass das Wasser gerade zu sieden begann. Die Zuläufe 1 und 2 wurden
gleichzeitig gestartet, der Zulauf 1 in 2 Stunden und der Zulauf 2 in 3 Stunden bei
konstanter Innentemperatur zur Vorlage gegeben. Nach Ende von Zulauf 2 wurde die Reaktion
eine weitere Stunde bei 63°C gehalten, anschließend wurde auf 72°C aufgeheizt und
entsprechend das Vakuum reduziert. Die Reaktionsmischung wurde weitere 2 Stunden bei
72°C gehalten, dann wurde Zulauf 3 auf einmal zugegeben und weitere 2 Stunden bei
72°C nachpolymerisiert. Anschließend wurde das Vakuum aufgehoben, der Ansatz mit 500
g deionisiertem Wasser verdünnt und auf Raumtemperatur abgekühlt. Während der gesamten
Polymerisation wurden 200g Wasser abdestilliert.
[0118] Erhalten wurde eine klare, farblose, viskose Lösung des Polymers X mit der Zusammensetzung
von 30 mol% Acrylamid, 32 mol% Acryloyloxyethyltrimethylammoniumchlorid und 38 mol%
Natriumacrylat.
| Feststoffgehalt: |
14,8 Gew.-% |
| Viskosität: |
12 000 mPas (Brookfield, Spindel 7, 50Upm, Raumtemperatur) |
| K-Wert |
117 (0,1%ige Lösung des Polymers in einer 5 gew.-%igen wässrigen Kochsalzlösung) |
[0119] Prüfung der oben beschriebenen Polymeren I bis X zur Erhöhung der initialen Nassgefügefestigkeit
von Papier
[0120] Um den Blattbildungsprozeß im Labormaßstab zu simulieren, muss die Faserstoffkonzentration
des Dünnstoffes in den Beispielen auf 3,5 g/l eingestellt werden.
Vorbehandlung der Faserstoffsuspension
[0121] Gebleichtem Birkensulfat wurde bei einer Faserstoffkonzentration von 4% im Laborpulper
stippenfrei aufgeschlagen, bis ein Mahlgrad von 30°SR erreicht war. Dem aufgeschlagenen
Stoff wurden anschließend ein optischer Aufheller (Blankophor® PSG) sowie eine vollständig
aufgeschlossene kationische Stärke (HiCat® 5163 A) zugegeben und 5 Minuten einwirken
gelassen. Der Aufschluss der kationischen Stärke erfolgte zuvor als 10%-ige Stärkeslurry
in einem Jet-Kocher bei 130°C und 1 Minute Verweilzeit. Die Dosiermenge des optischen
Aufhellers betrug 0,5 Gew.-% Handelsware, bezogen auf den Trockengehalt der Faserstoffsuspension.
Die Dosiermenge der kationischen Stärke betrug 0,8 % Stärke (fest), bezogen auf den
Trockengehalt der Faserstoffsuspension. Der Faserstoffgehalt der Faserstoffsuspension
nach Zugabe von Stärke und optischem Aufheller betrug 3,5 % (35 g/l).
Beispiele 1 bis 7
[0122] Sieben Bechergläser wurden mit jeweils 50g der oben beschriebenen vorbehandelten
Faserstoffsuspension befüllt. Zu jedem der Bechergläser dosierte man jeweils 1,75
g einer 1 gew.-%igen wässrigen Lösung eines der oben beschriebenen Polymere I bis
VII unter leichtem Rühren der Faserstoffsuspension (entspricht 1% Polymer (fest) auf
Faserstoff (fest)). Anschließend wurden die Faserstoffsuspensionen durch Zugabe von
Wasser auf eine Faserstoffkonzentration von jeweils 0,35% verdünnt. Danach wurde eine
20 gew.-%ige Carbonat-Pigmentslurry (PCC, Syncarb F474 der Firma Omya) zugesetzt.
Die zugegebene Menge der Pigmentsuspension (entspricht Füllstoffsuspension) wurde
in mehreren Vorversuchen so eingestellt, dass der Pigmentgehalt in den daran anschließend
gebildeten Laborblättern etwa 20% betrug. Die Faserstoffsuspensionen wurde zwei Minuten
nach der Pigmentzugabe auf einen Rapid-Köthen-Blattbildner nach ISO 5269/2 zu Blättern
einer Flächenmasse von 100 g/qm verarbeitet. Die nassen Blätter wurden anschließend
vom Siebrahmen abgenommen und zwischen zwei Saugfilze gelegt. Das Paket bestehend
aus Saugfilzen und dem nassen Papier wurde anschließend in einer statischen Presse
bei einem Pressendruck von 6 bar gepresst. Es wurde dabei jeweils bis zu einem Feststoffgehalt
von 50 Gew.-% der nassen Blätter gepresst.
Beispiele 8, 9 und 10 (nicht erfindungsgemäß)
[0123] Drei Bechergläser wurden mit jeweils 50g der oben beschriebenen vorbehandelten Faserstoffsuspension
befüllt. Zu jedem der Bechergläser dosierte man jeweils 1,75 g einer 1 gew.-%ige wässrigen
Lösung eines der oben beschriebenen Polymere I - III unter leichtem Rühren der Faserstoffsuspension
(entspricht 1% Polymer (fest) auf Faserstoff (fest)). Anschließend wurde die Faserstoffsuspensionen
durch Zugabe von Wasser auf eine Faserstoffkonzentration von jeweils 0,35% verdünnt.
Danach wurde eine 20 gew.-%ige Carbonat-Pigmentslurry (PCC, Syncarb F474 der Firma
Omya) zugesetzt. Die zugegebene Menge der Pigmentsuspension wurde in mehreren Vorversuchen
so eingestellt, dass der Pigmentgehalt in den daran anschließend gebildeten Laborblättern
etwa 20% betrug. Die Faserstoffsuspensionen wurde zwei Minuten nach der Pigmentzugabe
auf einen Rapid-Köthen-Blattbildner nach ISO 5269/2 zu Blättern einer Flächenmasse
von 100 g/qm verarbeitet. Die nassen Blätter wurden anschließend vom Siebrahmen abgenommen
und zwischen zwei Saugfilze gelegt. Das Paket bestehend aus Saugfilzen und dem nassen
Papier wurde anschließend in einer statischen Presse bei einem Pressendruck von 6
bar gepresst. Durch Anpassen der Verweildauer innerhalb der Pressenanordnung wurde
dabei jeweils bis zu einem Feststoffgehalt der nassen Blätter gepresst, der Tabelle
1 zu entnehmen ist.
Beispiele 11, 12 und 13
[0124] Drei Bechergläser wurden mit jeweils 50g der oben beschriebenen vorbehandelten Faserstoffsuspension
befüllt. Zu jedem der Bechergläser dosierte man jeweils 1,75 g einer 1 gew.-%igen
wässrigen Lösung eines der oben beschriebenen Polymere VIII bis X unter leichtem Rühren
der Faserstoffsuspension (entspricht 1% Polymer (fest) auf Faserstoff (fest)). Anschließend
wurden die Faserstoffsuspensionen durch Zugabe von Wasser auf eine Faserstoffkonzentration
von jeweils 0,35% verdünnt. Danach wurde eine 20 gew.-%ige Carbonat-Pigmentslurry
(PCC, Syncarb F474 der Firma Omya) zugesetzt. Die zugegebene Menge der Pigmentsuspension
(entspricht Füllstoffsuspension) wurde in mehreren Vorversuchen so eingestellt, dass
der Pigmentgehalt in den daran anschließend gebildeten Laborblättern etwa 20% betrug.
Die Faserstoffsuspensionen wurde zwei Minuten nach der Pigmentzugabe auf einen Rapid-Köthen-Blattbildner
nach ISO 5269/2 zu Blättern einer Flächenmasse von 100 g/qm verarbeitet. Die nassen
Blätter wurden anschließend vom Siebrahmen abgenommen und zwischen zwei Saugfilze
gelegt. Das Paket bestehend aus Saugfilzen und dem nassen Papier wurde anschließend
in einer statischen Presse bei einem Pressendruck von 6 bar gepresst. Es wurde dabei
jeweils bis zu einem Feststoffgehalt von 50 Gew.-% der nassen Blätter gepresst.
Beispiel 14, 15 und 16 (nicht erfindungsgemäß - Dosierung im Dünnstoff)
[0125] Drei Bechergläser mit 50 g der vorbehandelten Faserstoffsuspension (Dickstoff) wurde
durch die Zugabe von 450 g Wasser auf eine Faserstoffkonzentration von 0,35% verdünnt
(entspricht 3,5 g/l).
[0126] Zu je 500 g der verdünnten Faserstoffsuspension (Dünnstoff) wurden jeweils 1,75 g
einer 1 gew.-%igen wässrigen Lösung Polymer I, II oder III zugegeben (entspricht 1
Gew.-% Polymer (fest) bezogen auf Faserstoff (fest).
[0127] Danach wurde jeweils eine 20 gew.-%ige Carbonat-Pigmentslurry (PCC, Syncarb F474
der Firma Omya) der Mischung zugesetzt. Die zugegebene Menge der Pigmentsuspension
wurde in mehreren Vorversuchen so eingestellt, dass der Pigmentgehalt in den daran
anschließend gebildeten Laborblättern etwa 20% betrug.
[0128] Die Faserstoffsuspension wurde zwei Minuten nach der Pigmentzugabe auf einen Rapid-Köthen-Blattbildner
nach ISO 5269/2 zu Blättern einer Flächenmasse von 100 g/qm verarbeitet. Die nassen
Blätter wurden anschließend vom Siebrahmen abgenommen und zwischen zwei Saugfilze
gelegt. Das Paket bestehend aus Saugfilzen und dem nassen Papier wurde anschließend
in einer statischen Presse bei einem Pressendruck von 6 bar gepresst. Durch Anpassen
der Verweisdauer der Papiere innerhalb der Pressenanordnung wurde dabei jeweils bis
zu einem Feststoffgehalt von 50 Gew.-% der nassen Blätter gepresst.
Beispiele 17, 18 (Referenz)
[0129] Drei Bechergläser wurden mit jeweils 50g der oben beschriebenen vorbehandelten Faserstoffsuspension
befüllt. Anschließend wurden die Faserstoffsuspensionen durch Zugabe von Wasser auf
eine Faserstoffkonzentration von jeweils 0,35% verdünnt. Danach wurde eine 20 gew.-%ige
Carbonat-Pigmentslurry (PCC, Syncarb F474 der Firma Omya) zugesetzt. Die zugegebene
Menge der Pigmentsuspension (entspricht Füllstoffsuspension) wurde in mehreren Vorversuchen
so eingestellt, dass der Pigmentgehalt in den daran anschließend gebildeten Laborblättern
etwa 20% betrug. Die Faserstoffsuspensionen wurde zwei Minuten nach der Pigmentzugabe
auf einen Rapid-Köthen-Blattbildner nach ISO 5269/2 zu Blättern einer Flächenmasse
von 100 g/qm verarbeitet. Die nassen Blätter wurden anschließend vom Siebrahmen abgenommen
und zwischen zwei Saugfilze gelegt. Das Paket bestehend aus Saugfilzen und dem nassen
Papier wurde anschließend in einer statischen Presse bei einem Pressendruck von 6
bar gepresst. Durch Variation der Anpressdauer wurden sowohl Blätter mit verschiedenem
Trockengehalt erzeugt (siehe Tabelle 1)
Anwendungstechnische Prüfung: Bestimmung der initialen Nassgefügefestigkeit
[0130] Von der initialen Nassgefügefestigkeit zu unterscheiden sind die Nassfestigkeit und
die initiale Nassfestigkeit von Papier, weil beide Eigenschaften an Papieren gemessen
werden, die nach dem Trocknen wieder auf einen definierten Wassergehalt angefeuchtet
werden. Die initiale Nassfestigkeit ist ein wichtiger Parameter bei der Beurteilung
von nicht permanent nassfesten Papieren. Ein getrocknetes und danach wieder angefeuchtetes
Papier hat eine ganz andere Nassfestigkeit als ein feuchtes Papier, das direkt nach
dem Durchlaufen der Sieb- und Pressenpartie einer Papiermaschine vorliegt.
[0131] Die Bestimmung der initialen Nassgefügefestigkeit an dem nassen Papier erfolgt jeweils
nach dem Voith-Verfahren (vgl.
M.Schwarz und K. Bechtel "Initiale Gefügefestigkeit bei der Blattbildung", in Wochenblatt
für Papierfabrikation 131, Seiten 950 - 957 (2003) Nr. 16. Dazu wurden die nassen Blätter nach dem Pressen in der statischen Presse auf eine
Kunststoffunterlage abgeschlagen und auf eine Schneideunterlage übertragen. Anschließend
wurden die Probenstreifen mit einer definierten Länge und breite aus dem Blatt geschnitten.
Unter konstantem Druck wurden diese solange gepresst, bis der gewünschte Trockengehalt
erreicht war. Für die Untersuchung der nach den oben angegebenen Beispielen erhaltenen
Papierblätter wurden jeweils vier Trockengehalte im Bereich zwischen 42% und 58% eingestellt.
Aus diesen Werten wurde mit Hilfe eines in der oberen Literaturstelle beschriebenen
Anpassungsverfahrens die initiale Nassgefügefestigkeit bei 50% Trockengehalt bestimmt.
Die eigentliche Messung der initialen Nassgefügefestigkeit erfolgte an einer vertikalen
Zugprüfmaschine mit einer speziellen Klemmeinrichtung. Die in der Zugmaschine bestimmte
Kraft wurde in den Flächenmassenunabhängigen sogenannten INF-Index umgerechnet. Für
eine genaue Beschreibung der Klemmeinrichtung, des Messablaufs, der Bestimmung des
Trockengehaltes im Papier und der Datenverarbeitung kann die oben angegebene Literaturstelle
herangezogen werden.
Die Ergebnisse der Prüfungen sind in Tabelle 1 wiedergegeben
[0132]
Tabelle 1: Ergebnisse der anwendungstechnischen Prüfung zur Herstellung von Papier
mit einem Füllstoffgehalt von 20 Gew.-%. Gemäß der Berechnung des Grenztrockengehaltes
G(x) = G(20) ist erfindungsgemäß zu einem Feststoffgehalt von mindestens 50 Gew.-%
zu pressen:
| G(20) = 48 + (20 - 15) 0,4 = 50 |
| Beispiel |
Polymer |
INF-Index [Nm/g] |
Feststoffgehalt bis zu dem gepresst wurde[%] |
| 1 |
I |
3,9 |
50,3 |
| 2 |
II |
3,5 |
50,5 |
| 3 |
III |
3,3 |
50,2 |
| 4 |
IV |
3,4 |
50,9 |
| 5 |
V |
3,5 |
51,2 |
| 6 |
VI |
3,6 |
50,6 |
| 7 |
VII |
3,2 |
51,3 |
| 8 nicht erfindungsgemäß |
I |
1,8 |
48,6 |
| 9 nicht erfindungsgemäß |
II |
1,9 |
49,1 |
| 10 nicht erfindungsgemäß |
III |
2,1 |
49,2 |
| 11 nicht erfindungsgemäß |
VIII |
3,3 |
50,3 |
| 12 nicht erfindungsgemäß |
IX |
3,1 |
50,5 |
| 13 nicht erfindungsgemäß |
X |
2,9 |
50,2 |
| 14 (Dosierung im Dünnstoff) nicht erfindungsgemäß |
I |
1,8 |
50,2 |
| 15 (Dosierung im Dünnstoff) nicht erfindungsgemäß |
II |
1,5 |
50,0 |
| 16 (Dosierung im Dünnstoff) nicht erfindungsgemäß |
III |
1,7 |
51,2 |
| 17 Referenz |
|
1,1 |
48,4 |
| 18 Referenz |
|
1,4 |
50,6 |